Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Wetterbericht. Das schon gestern angekündigte neue
turmfeld ist mit großer Intensität nach den britischen
—00
r unser Gebiet erreichen und starke westliche Winde mit
Ibkühlungen auslösen. Voraussichtliche Witternng: Starke
is stürmische westliche! Winde, kälter, Regen und Schnee.
Eine Gefahr für unsere Schlagfertigkeit: uoralisch
ninderwertige Rekrulen. Die „Mil. pol. Korrespondenz“
chreibt: „Schon lange vor den Moabitter Unruhen, an
enen, wie erneut bei den Ruhestöhrungen am Wedding,
nverhältnismäßig viel halbwüchsige Burschen beteiligt ge—
»esen sind, haven zwischen verschiedenen preußischen Mi—
risterien Erwägungen stattgefunden, ob die heutige Art der
nangelhaften Weitererziehung der schulentlassenen Jugend
icht eine wachsende nationale Gefahr in sich birgt.
Den Anstoß zu diesen, inzwischen zu greifbaren Vor—
chlägen gediehenen Beratungen hat die Heeresverwaltung
egeben. Es häufen sich nämlich besonders in Garnisonen
nit Ersatz aus den Industriegebieten, auch Sachsens und
züddeutschlands, die militärischen Klagen über die mora⸗
ische Qualität des Rekrutenmaterials. Schlechter Wille
ind passive Resistenz erschweren in nicht mehr vereinzelten,
inf zielbewußte Beeinflussung oder sittliche Verwahrlosung
urückzuführenden Fällen die Anfangsstadien der Aus—
ildung bei einer ganzen Reihe bestimmter Truppenteile in
olch steigendem Maße, doß die verschiedenen Kriegsmi—
isterien sich zu scharfer Stellungnahme veranlaßt gesehen
aben. Militärischerseits wird die obligatorischer Fortbild⸗
ingsschule bis mindestens zum 18. Lebensjahre als eine
usreichende Besserung des jetzigen Zustandes angesehen,
en man als eine ernste Gefahr für die Schlagfertigkeit
nseres Heeres bezeichnet. Fir Preußen sind von den
erschiedenen kfür eine derartige Einrichtung in Frage
ommenden Ressorts — dem Kultus-⸗, Handels⸗ und
andwirtschaftsministerium — die nicht auf etwa 10 bis
2 Millionen Mark veranschlagt werden.
Wann jedoch diese, von sehr hoher Stelle gebilligten
zestrebungen sich zu einer Gesetzesvorlage ver ichten werden,
ieht schon mit Rücksicht auf die Beschaffung der dazu er—
orderlichen Mittel noch dahin. Aber auch durch die Ver—
iefung des religiösen Lebens sucht die Heeresleitung der
aoralischen Verwahrlosung, die bei manchen Rekruten sich
emerkbar macht, entgegenzuwirken.
Bisher gibt es mehrere Stellen für die Fördecung der
eligiösen Bestrebungen im Heere, die, ähnlich wie in Eng—
and, von dem „Christlichen Verein junger Männer“ aus—
ingen. Es beteiligten sich daran ferner noch die „Deut—
hen Jünglingsvereine“. Als Hauptpflegestätten der reli—
ibsen Bestrebungen im Heere können im allgemeinen die
Soldatenheime“ dienen, wie sie in mehreren Garnisonen
. B. Ludwigsberg, Kiel und Metz, und auf mehreren
truppenübungsplätzen z. B. Senne bestehen. Durch Vor—⸗
räge, Druckschriften usw. werden die religiösen Bestrebun—
en unter den Mannschaften gefördert. Leider gestattet
ie kurze Dienstzeit unserer Soldaten nicht eine systematische
Zzropaganda im religiösen Sinne durchzuführen. Es sollen
ber im Rahmen der augenblicklichen Verhältnisse die re—
igiösen Bestrebungen erweitert werden. Den Mittelpunkt
verden auch fernerhin die Soldatenheime bilden, die üb—
igens auch einen erfolgreichen Kampf gegen den Alkohol
ihren. Die Tätigkeit wird sich hauptsächlich auf auf—
lärende Vorträge im religiösen Sinne erstrecken, wie ja
uch die englischen christlichen Soldatenheime den Zweck
aben, eine Vereinigung von christlichen Soldaten aller
ßrade zu bilden, die durch die Liebe zu Gott, König und
bhaterland miteinander verbunden sind. Man darf mit
decht hoffen, daß die Erweiterung und Stärkung der re—
igiösen Bestrebungen eine Hebung unseres Soldatenstandes
ind somit zugleich auch eine Abwehr gegen die sozialdemo—
atischen Gedanken bedeutet.
Bergtechnisches. Prüfung der Lampen. Die Sichereitslampe
 dietet unter gewöhnlichen Verhältnissen Sicher—
eit gegen die Entzündung von Schlagwettern. Eine
rampe, die fehlerhaft oder beschädigt ist, bietet jedoch
eine Sicherheit mehr, sie wird zur Quelle der größten
zesahr. Die Bergpolizeiverordnung wendet sich daher an
as Pflichtgefühl des Einzelnen, indem sie vorschreibt:
Die Empfänger (der Lampen) haben vor der Anfahrt
drahtkorb, Glaszylinder und Verschluß ihrer Lampen zu
rüfen und mangelhafte Lampen zurückzugeben. Lampen,
delche sich während der Schicht als fehlerhaft erweisen,
ind sofort gegen Ersatzlampen umzutauschen.“ Das
»auptaugenmerk wird immer auf den Verschluß, den Glas—
ylinder und den Drahtkorb zu richten seien. Ist der
drahtkorb durchlsöchert oder sonstwie beschädigt, so erfüllt
r seinen Zweck nicht mehr, d. h., er bietet keine Sicherheit
nehr. Ein zersprungenes Glas kann leicht ganz ausein—
inderfallen, so daß die Flamme nicht mehr abgeschlossen
st. Ganz besonders ist darauf zu achten, daß der Draht—
orb fest auf dem Glaszylinder aufsitzt. Es steht unzwei—
elhaft fest, daß eine! Reihe von Schlagwetterexplosionen
urch beschädigte oder offene Lampen hervorgerufen wurden.
die Nachlässigkeit eines einzelnen kann in kaum einem an—
zeren Falle derartig schreckliche Folgen für die Gesamthei
ach sich ziehen, oOlz gerade bier Gerst dabor nicht genug
Der Grund seiner beinahe ausgelassenen, doch immer
piedecen⸗ Heiterkeit war allerdings nicht recht ersicht⸗
In Dresden stieg er aus und nun löste sich auch die⸗
es Rätsel.
„Hren Se, mei Kutester“, sagte der Sachse, als er
us gestlegen war, „ich muß ihnen doch noch was fagen.
zie seh'n mich fier e Mann an, der seine zwei Zentner
jat, nich wahr?“
„Allerdings“, erwiderte ich, nach Ihrem wohlgenähr⸗
en Aeußern zu schließen —“
„Na, Verehrtester, da schneiden Se sich kefälligst. '8
verklich 's reene Nadurspiel; ich habe zwar ä rundes
hesichte, awwer seh'n Se, ich bin Sie nur ä kanz dinnes
Nännechen; das, was Se hier sehen“, und dabei wies er
uf seine rundliche Figur, „das sin Sie merschtendeels —
ʒchbitzen!“
„Nein, aber so etwas!“ rief ich erstaunt.
„Nich wahr, wir Sachsen sein helle?“ rief der Bie—
ere und verschwand im Gedränge. — — —
Als wir in Berlin ankamen, versprach mir De. Wulff
ald Nachricht zu geben.
Nach eintigen Tagen besuchte er mich. vor Freude
rahlend.
„Nochmals besten Dank“, rief er, für Ihren guten
dat ohne den ich wohl schwerlich meine Braut jemals
ätte sprechen können. Ja, meine Braut, verehrler Herr
zwiesel! Als ich auf Grund jener Umerredung der Neiging
 Ernest'nens sicher war, ging ich kühn vor, ich hiet
im ihre Hand an und — nun, es war nicht leicht, aber
et Vater ist kein blutiger Tyrann.“
zSehen Sie, junger Mann'“, sagte ich würdevoll, „es
wimmer gut, wenn man einen um Rati fragt, der frü⸗
or oin biachen Nokagtivijs war natürlich — mir manchmal.“

enn der einzelne stets so mit seiner Lampe umgeht, daß
ne Beschädigung nicht vorkommen kann, vielmehr ist be—
„nders vor Berginn der Schicht eine genaue Prüfung der
ampe erforderlich.
Die Lage des Ruhrkohlenmarktes. Dem soeben er—
hienenen Monatsbericht des Essener Fachblattes „Glück—
uf“ zufolge ist die Lage auf dem Ruhrkohlenmarkt im
Rtober im allgemeinen unverändert geblieben. Die Er—
hartungen, die man für eine Belebung des Geschästs auf
ie starke Beschäftigung der Eisenindustrie setzen konnte, ver—
nochten sich nicht auf die Gesamtheit der Zechen zu erfüllen,
a der zunehmende Wettbewerb der außerhalb des Syndi—
ats stehenden Gruben, sowie das Vorrecht der Hüttenzechen,
iie in steig ndem Maße den Bedarf der zugehörigen Eisen—
verke aus eigener Förderung decken, dem entgegenwirkten.
äine merkliche Abnahme verzeichnen die Zufuhren nach den
heinhäfen; die Ausnutzung des guten Wasserstandes sowie
er billigen Frachten in den Vormonaten hatten eine reich—
iche Versorgung der über die Rheinstraße bedienten Absatz-—
sebiete zur Folge gehabt, so daß deren Aufnahmefähigkeit
ine Abschwächung zeigte. In der letzten Hälfte des Berichts—
nonats machte sich im Zusammenhang mit der Rübenernte
n stärkerem Umfang Wagenmangel geltend. Feierschichten
varen anch im Oktober nicht zu vermeiden, wenn ihre
Jahl auch gegeu den Vormonat etwas zurückgegangen ist.
Rie unter dem Einfluß der ab 1. Oktober eingetretenen
ßreiserhöhung verstärkten Abrufe in Koks im September
saben eine entsprechende Abschwächung des Versandes im
zerichtnionat zur Folge gehabt. Die hierdurch verursachten
Tusfälle, die insbesondere beim Versand in Hochofenkoks
um Ausdruck kamen, wurden z. T. ausgeglichen durch die
erstärkten Sieferungen, die von den französischen Hochofenherken
 infolge des Eisenbahnerausstandes verlangt wurden
z0 gelang es auch, die Kokereien im Umfange des be—
hlossenen Beteiligungsanteils zu beschäftigen. In Briketts
lieben Nachfrage und Absatz unverändert.
Brockensammlung. Der Andrang zur Ausgabe der
is jetzt gespendeten Sachen ist so stark, daß den Ansprüchen
»ei weitem nicht genügt werden kann. Die verehrten
ausfrauen werden daher nochmals an dieser Stelle recht
ringend und herzlich gebeten, gründlich Umschau zu halten,
b sich nicht irgend eine Kleidungsstück, Schuhe, Wäsche
ind deral. im Haushalt vorfindet, das wohl nicht mehr
lbst gebraucht wird, aber desto bessere Verwendung in
er Brockensammlung findet könnte. Gefl. Mitteilung zum
lbholen der Gegenstände werden auf dem Büro der
rmenverwaltung im hiesigen Rathause durch Herrn
zekretär Kammer entgegengenommen.
Trier, 7. Nov. In der beutigen Verhandlung im Pro—
ß Breuer bekundete der Büchsenmacher Wagner aus Trier,
aß ein Schuß mit einem Bleigeschoß eine andere, zerissene
Zunde verursache, als ein Schuß mit einem Mantelgeschoß.
er Schuß der Mattonet getötet habe, sei aus einer Ent—
ruung von 3 bis 8 Zentimeter abgegeben worden, mög⸗
ch sei aber auch, daß er auf 1,, bis 1 Zentimeter abge—
eben worden sei. Die Gutachten der ersten Verhandlung
ätten 40 Zentimeter, sogar 50 Zentimeter bis 1 Meter
mgenoumen. Ihm sei deshalb der Vorwurf gemacht wor—
en, er wolle wohl den Angeklagten herausreißen. Auf die
frage eines Verteidigers weigerte er sich jedoch, den Na—
nen des Mannes zu nennen, der ihm diesen Vorwurf ge—
nacht habe. Der Zeuge hat sich, wie er bekundete, persön⸗
ich an den Vert. Dr. Frank gewandt, von seiner Ladung
ls Sachverständiger abzusehen. Er habe die Ueberzeugung,
aß Breuer den Schuß nicht abgegeben habe; er möchte
ber den anderu Sachverständigen nicht gegenübertreten.
Der Zeuge Hucht aus Gerolstein bekundete im Gegensatze
uden Zeugen Huscht, Polizeibeamter in Gerolstein, und
ßickro aus Gerolstein mit aller Bestimmtheit, daß Mattonet
einen Ueberzieher nicht auf der linken Seite gehabt hätte,
ondern daß er zum größten Teile auf der Leiche gelegen
jabe. Auch eine Gegenüberstellung des Zeugen Hucht mit
en beiden Zeugeun Huscht und Pickro löste diesen Wider—
pruch nicht. Darauf legte sich der Angeklaqgte Breuer auf
en Fußboden des Gerichtssaals. Die Zeugen legten den
Nantel Mattonets auf ihn, so, wie sie ihn bei der Leiche
Nattonets gesehen haben wollen. Einiges Aufsehen erregte
ie Bekundurg des Zeugen Hucht, daß ihn der Polizeibe—
unte Huscht in Gegenwart des dritten Zeugen Pickro vor
em Gerichtsgebäude vor seiner Vernehmung gefragt habe
Sie haben doch auch gesehen, daß die Leiche Mattonets
en Ueberzieher auf dem rechten Arm gehabt hat?“ Der
zeuge habe das aber gleich bestimmt verneint. Da habe
er Polizeibeamte Huscht gesagt: „Da sagen Sie ja anders
zie wir,“ und ein ebenfalls anwesender Trierer Polizeibe—
mter habe darauf bemerkt: „Da müssen Sie sich eigentlich
arüber einigen“. Der Vorsiztzende stellte hierauf noch ein—
al durch Fragen fest, daß alle drei Zeugen auf ihren
useinandergehenden Aussagen über die Lage des Mantels,
es noch nicht aufgefundenen Stockes und über die Lage
er Browningpistole bei der Leiche bestehen bleiben. Der
zeuge Polizeibeamter Huscht bezeichnete bei der Erörterung
einer Aussage die Frageu des Verteidigers Dr. Werthaner
ils dumm und blödsinnig, weshalb Dr. Werhauer im In—
eresse der deutschen Anwaltschaft eine Bestrafung des
zeugen wegen Ungebühr beantragte er zog aber diesen
Intrag wieder zurück, als der Zeuge die ungehörigen Ro
rerfu— 1

cdnete nach Anlegung eines Notverbandes die sofortige
ieberführung in das Krankenhaus an. Schmidt hatte bis
estern abend das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt.
s soll keine Hoffnung auf Erhaltung des Lebens vorhan—
en sein. Schmidt steht im 33. Lebensjahr, ist verheiratet
ind Vater mehrerer Kinder. Der Täter murde bald in
einer Wohnung verhaftet, ist ebenfalls verheiratet und
zater von drei Kindern.
Metz, 6. Nov. Heute mittag kam ein mit drei
libeitern besetzter Nachen den Junafernwehr der Mosel zu
ahe und wurde von den Fluten des hochgehenden Stromes
utgerissen. Einer der Insassen konnte sich retten, indem
r auf den Webrsteig schwang und es gelang ihm auch,
nen sei er Gefährten, der sich an ihn klammerte hingu;
uztehen, während der dritte, der 46 Jahre alte Arxeite
zcharrer ertrank
Koblenz, 7. Nov. Prinz Oskar von Preußen ist heute
ach Lieser gereist, um an der morgen stattfindenden Ver—
iählung der Tochter des Landwirtschaftsministers Frhrn.
. Schorlemer teilzunehmen.
ꝛr eines Bezirksrichters in Innsbruck.
Berlin, 7. Nov. Ein 15jähriger Tertianer hatte in
erschiedenen Geschäften Schuldeu in Höhe von 300 M.
emacht. Er fürchtete deshalb Vorwürfe seiner Eltern und
ersuchte, sich durch einen Schuß das Leben zu nehmen.
sabei verletzte er sich die Augen so schwer, daß die Aerzte
rchten, er werde die Sehkraft auf beiden Augen verlieren.
Berlin, 7. Nov. Eine große öffentliche Versammlung
ranstaltete am gestrigen Sonntag im Zirkus Busch der
usschuß für Arbeitervertreterwahlen und soziale Angelegen—
eiten, dessen Begründer Professor Adolf Wagner ist, um
ir das Reichszuwachssteuergeseß einzutreten. Als Ver—
reter des Reichskanzlers, des Staatssekretärs des Innern
ind des Reichschatzamtes waren die Geheimräte Poch.
zuno und Peters erschienen. Es wurden zwei Resoluti—
nen angenommen. In der einen wird ausgesprochen
aß die Zusammenpferschung der Arbeiterschaft in der
Nietskasernen der großen Städte zu den schwersten sozialen
zchäden der Gegenwart gehört und daß eine Reichsbesteuer—
ing des uwerdienten Wertzuwachses im Kampf gegen die
ewerbsmäßigen Terrainspekulanten eine wirksame Waffe
t. In der anderen Entschließung heißt es: Die Ver—
ammlung protestiert dagegen, daß das Tempelhofer Feld
ach seiner Eingemeindung dem Mietkasernen-System aus—
eliefert wird und das in Moabit wurzellose und verzwei—
elte Persönlichkeiten, die nichts zu verlieren haben, sich mit
zewalt gegen die Obrigkeit auflehnten.
München, 7. Nov. Der Ingenieur Veech aus Bar—
ien läßt in Milbertshofen bei München ein Luftschiff nach
igenem System herstellen, das starr und doch zerlegbar
ein und dabei die größte sicher Lenkbarkeit und bedeutende
ahrgeschwindigkeit haben soll. Ferner soll es mit unzer—
»ißbareu Propellern ausgestattet werden. Die Länge be—
rägt 80 Meter, die Höhe 18 Meter, die Breite 16 Meter.
zrobefahrten sollen im nächsten März stattfinden. Bei der
zbesellschaft ist auch die Familie des verunglückten Luft—
hiffers Erbslöh beteiligt. Das Modell des neuen Luft—
hiffes war auf der „Ila“ in Frankfurt a. M. ausgestellt
Graz, 7. Nov. An der hiesigen Universität vergiftete
ch heute eine 24jährige Lehramtskandidatin, weil sie ihre
zrüfung nicht bestand. Als sie den Prüfungssaal verließ,
rank sie ein Fläschchen Cyankali aus. Sie war die Toch—
Brüssel, 8. Nov. Gestern abend fand das Schluß-⸗
ankett der Weltausstellung statt. Baron Jansen hielt
ine Ansprache, worin er allen dankte, welche sich an der
lusstellung beieiligt haben. Er wies dann auf die Freund—
chaften hin, welche durch die Ausstellung zwischen Belgien
ind andern Nationen geschlossen wurden. Hierauf dankte
er französische Generalkommissar Chapsul, der deutsche
zeneralkommissar Albert und verschiedene andere Redner.
drotz der schlechten Witterung waren viele erschienen, um
em Schlußfeuerwerk beizuwohnen. Eine ungeheure Volks—
ienge drängte sich in den Gärten und in Alt-BVrüssel.
lin zahlreichen Stellen spielten Kapellen. Die Stimmung
»ar eine sehr animierte. Um 11 Uhr fand dann der
ehraus. statt.
Paris, 8. Nov. „Eclair“ meldet aus London, daß
ort eine Meldung aus Lissabon zirkuliere, die durch ein
elegramm von der portugiesischen Grenze übermittelt
surde. Danach seien fünf Generale siebzehn höhere
ffiziere und eine Anzahl Unteroffiziere in Lissabon ver—
aftet worden. Die Verhafteten werden tkbeschuldigt, ein
omplott zum Sturz der Republick geplan zu haben.
Konstantinopel, 7. Noo. Dem Sabach zufolge wurde
eschlossen, aus der Bevölkerung des Willajets Kassowo
in 350 Manustarkes Gendarmeriebataillon zur Bewachuug
er Eisenbahnlinien au bilden.
Bekanntmachung.
Die Bachschaukommission hat bei der vorgenommenen
zesichtigung festgestellt, daß die Ruumung und Aushebung
er vorhandenen Flut- und Abzugsgräben (soq. Mutter⸗
zräben) erforderlich ist.
Auf Grund der Polizeiverordnung vom 10. März 1876
ind nach Maßgabe des 8 20 des Gesetzes über die Poli—
eiverwaltung vom 11. März 1850 werden die beteiligten
lInlieger hierdurch aufgefordert, vorgenannte Gräben sofort
pätestens jedoch bis zum 1. November d. J. ordnungs⸗
aäßig auszuheben, andernfalls das Ausheben auf Kosten
zer Anlieger durch die Gemeinde erfolgt.
Dudweiler. den 20. Oktober 1910.
Der Bürgermeister:
Jost.
Bekanntmachung.
Am 1. Dezember d. Is. sindet in Preußen eine anker
rdentliche Viehzählung statt.
Ich vertraue, daß es, wie bei früheren Zählungen, so
uch diesmal gelingen wird, Personen in genügender Zahl
u gewinnen, die sich dem Zählgeschäfte ohne Anspruch
uf eine Vergütung unterziehen, und möchte zu diesem
wecke die Herren Staats- und Gemeindebeamten des
degierungsbezirks, insbesondere die Herren Lehrer, zur
eteiligung an der Zählung anregen.
Ich mache noch darauf aufmerksam, daß die Viehzählung
ö misfonschaftsfichen und volkeäwirtschaftlichen Bwecken

ienen soll, eine Vewendung der Ergebnisse zu steuerlichen
wecken ist ausgeschlossen.
Trier, den 20. Oktober 1910.
Der Regierungs-Präsident.
J. V.: Alsen.
*X
LCrangelischer Rirchenchor
g
Nächste Probe Samstag.
— ———
BZergmanns- Unkerstühungs
Kassen Verein
VDudweiler⸗Herrensohr· Fischbach⸗
Neuweiler. —
—çAAtRtZS
Dudweiler, 7. November 1910.
Nachruf.
Am Sonntag, den 6. November verstarb im Alter von
O Jahren unser Mitglied, der pens. Bergmann
Herr Peter Jungmann
aus Dudweiler.
Seit Gründung dem Verein angehörend, war er dem⸗
elben in Liebe und Treue zugetan und werden wir seiner
ets ehrend gedenken.
Friede seiner Asche.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. November, vormit⸗
ags 9 Uhr statt. Antreten halb 10 Uhr an der Wohnung des 2.
Porsikenden Herr Joh. Lorenz am Rathaus.

4
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 3. Bergschule. 4. Elektroféchnische Schule.
3. Sehlosserschulo. 6. Ticchlerschulo. 7. Intallateursehule.
 8. Stuxsteurschule. 9. Steinmetzchule.
 10. Polier⸗xchule. 4. Eisenbahnwerkneisterschule.
 Giessereitechnikerschule. 13.
OKkomotivfiferschule. 14. Timmemstersehule.
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Neueste Nachrichten und Teleqramme.
Saarbrücken, 8. Nov. Das Schwurgericht verurteilte
estern den früheren Kassenrendanten der Kreissparkasse St.
Lendel, Friedrich Wille, zu vier Jahren Zuchthaus und
berkennnng der bürgerlichen Ehrenrechte auf b6 Jahre. Wille
atte der Sparkasse in den Jahren 1897 bis 1910 durch
ichtabführung ihm ausgehändigter Gelder an die Kasse,
nterd gleichzeitiger Fälschung oder Nichteintragung der
zücher, insgesamt die Summe von 182 000 M. unter—
hlagen. Der Verurteilte nahm das Urteil nicht an.
sSaarbrücken, 8. Nov.' Gestern mittag kurz nach 1
lhr schlug in der Hohenzollernstraße im Verlaufe eines
Vortstreits, der ans einer Hänselei entstanden war, der
ägelöhner Franz Heinig von hier den Tagelöhner Michael
hmidt von hier mit einer Schippe über den Kopf, daß
esem der Schädel?zertrümmert und das Gehirn freigelegt
Arde Shrnidt sank hemußtsas 209 Roden TIGin Nyr»

0 Wer schnel u. ohne Operation
27 —— von diesem Leiden befteit sein
] J e) will. lasse sich vertrau- B.
23 — 4 ensvoll mein NMittel für M. 40.
3 — 1I per Nachn schicken. — Ersolg
sarantiert. Unbemittelte Rabatt
— ⏑ - —3——n —— ·— 4—2——⏑⏑—7

e * —
—*3 —J d«c ⏑— —
—— — 4 — ———
—— —

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Spitzen, Stoffe und Gewebe.
Die empfindlich oder zart,
MAur dollein die Sunlichtseife
Sründlich reiniqt und bewahrt!
            
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