tonstantinopel 4 Aprit. Raut amtlicher Velou
aus denm Wilajet Kossowo in Mazedonien breitet sich 8
Aufstand der Albanesen immer weiter aus. Die Rebeller
derweigern die Unterwerfung und dtohen mit dem Vor
Jarfsch auf Uestüb. Der Minister hat beschlossen, außen
er Entfendung von 80 Bataillonen die alban sche Küste
Aegäischen und Adriatischen Meer zu blockieren.
Meueste Meldungen.
München, 12. April. Ministerpräsident v. Pode
vind hal in seiner Eigenschaft als Minister für Hande!
ud Gewerbe Vertreter der Baugewerbeorganisationen zr
mer Besprechung in das Ministierium eingeladen. Diese
narten sich zu neuen Verhandlungen bereit, wenn si⸗
zuf der Basis der bisherigen Vertragsverhältmisse durch
zesuhrt würden.
Posen, 12. April. Der Termin für die Reichstags
tichwahl für Pofen ist auf den 21. April festgesetzt worden
Konstantinopel, 12. April. Die Pforte ließ in So—
fia eine Rote überreichen, in welcher sie die Aufmerksam
ein der bulgarischen degierung auf die leßten Grenzzwi
chenfälle lentt und die Bestrafung der Schuldigen, sowi
dlapnahmen zur Verhinderung solcher Zwischenfälle ver
angt.
rins West⸗ und Süd⸗Deutschland.
göln, 11. Aprii. Oie Bersuchsfahrten.
gei prachtvoilein Wetier stieg in Anwescenheit einer großen
hienschenmenge um 9 Uhr „P. 30 von der Halle aus au
das Lufischeff manbvrierte eine Zeitlang über der Stad
ind nahm dann die Richung nach Süden. Es folgte dem
hein, passierte 1020 Uhnr Bonn und fsuhr weiter nackt
Zoblenz. M. 20 war während dessen kurz vor 10 Uhr
ufgestiezen, nahm die Richtung nach Westen, kehrte nach
ieee Shunde zurück und landete glatt vor der Halle. Es
handelle sich bei der Fahrt um die Erprobung nenen
nasch neller Einrichrunugen. „P. 30 erschien um 4354 Uhr
n raschem Fluge bei aphigem Winde wieder über der
Ztadt und nahm die Richtung auf die Halle, wo die
Landung glatt erfolgte.
*Bonn, 11. April.
Brozeß) Die beiden Borussen, Graf Finck von Finl
enstein unb von Quistorp, die vom Schöffengericht weger
gemeinschaftlichen Haussriedensbruches zu 14 Tagen Ge—
angnis verurteilt wurden, haben Berufung eingelegt
xMülheim, 11. April) (Die Mülheimer Ka
astero p'he.) Die Untersuchung über das Eisenbahnun
Nuck ist nunmehr abgeschlossen. Im Mülheimer Kranlken
Fause befinden sich noch 48 Schwer⸗ und 8 Leichtverleszte.
Veer Verunglückte schweben in Lebensgefahr.
*Hamborn, 11. April. Am Vorabend des
dochzeitstages verschwunden) Ein Wirt
us Neumühl, der sich dieser Tage nach Braunschweig be—
geben hat, um dort seine Hochzeit zu feiern, ist seit dem
Lorabend des für die Hochzeit angesetten Tages ver
chwunden. Ein Wirt aus Neumühl, der sich dreser Tag
iaͤch Braunschweig begeben hat, um dort seine Hochzei
zu feiern, ist seit dem Vorabend des für die Hochzeit an
seserßten Tages verschwunden. Er hat sich von seine.
32ut mit dem Bemerien entsernt, er habe noch etwas
u besorgen. Seit dieser Zeit sehlt jede Nachricht vor
hm. Da bisher alle Nachforschungen vergebens woren
⸗¶ nimmt man an, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist.
* Münster a. St. 11. April. (Tödlicher Sturz.)
VBom Rotenfelsen stürzte gestern ein Mann ab, der später
ils gräßlich verstummelte Leiche aufgesunden wurde.
* Ytainz, 11. April. Besuch des Kaisers.,
Vanz unerwartet und unangekündigt überraschte der Kai—
er heute in aller Frühe die Stadt Mainz mit seinem Be
suche. Die Abfahrt erfolgte um 7 Uhr in Homburg v
d. Höhe mit Gefolge per Automobil. Um 8.45 Uhr tra
en die Herrschaften über die Straßenbrücke kommend hien
ein und fuhren ohne Aufenthalt auf den Großen Sand
Es handelt sich um die Besichtigung der Vionier-Batail
lone 21 und 25.
* Maunheim, 114. April. (Der Kampf um den
Bierpreis.) Die organisierte Arbeiterschaft hat den
Bierboykott beschlossen, weil der Bieraufschlag weit über
die Steuererhöhung hinausgehe. Der Referent und die
Redner aus Arbeiterkreisen hoben hervor, der Kampf sei
nicht gegen die Wirte, sondern gegen die Brauereien ge—
richtet. Die Versammlung beauftragte die von der Partei
und vom Gewerlschaftskartell einzusetzende Kommission,
mit den Wirten in Verbindung zu treten, um zu versu—
chen, ob eine anderweitige Regelung möglich ist.
— —ñ
Aus aller Welt.
Strafporto infolge eines Aprilscherzes. Die Ein—
zsiehung ven Strafsporto für ungenügend frankierte Post
arten ist seit einigen Tagen in der Reichshauptüadt zu
einer ständigen Erscheinung im Postverlehr geworden. An
laß dazu hat eine Berliner Zeitung gegeben, die am 1.
April die Nachricht verbreitete, daß von diesem Tage ab
die Wiedereinführung der billigen Ortszpolikarten in Kraft
getreten sei. gegen früher jedoch mit der Maßaabe. daß
die Fren'atur nicht 2, sondern 8 Pfennig beirägt. Diese
Meldung wurde von anderen Zeitungen sowohr in Ber—
lin wie außerhalb als ernfte Rachrich, übernommen Jetzi
wird sie in ener postalischen Vekannimachung richüg V
stellt und als Aprilscherz gekennzeichnet.
Pockenerkrankuug. Unter dem Verdacht der Er—
zan ung an schwarzen Pocken wurde in Verlin eine Rus—
sin ins Krankenhaus Weißensee eingeliefert. Die Ei—
rankte war in einer Ziegelei in Neihagen beschäftigt. Die
Behörde traf die erforderichen Vorsichtsmaßregeln.
Feuersbrunst. Bei einem Brande in der Drakestrade
—— ö enn Feuerwehrmann durch her—
erstücke lebensgefährli
andere erlrankten d lehenagefahrlich verleßt. Mehrere
Elne Dornenkrone.
Historischer Roman ron Freiherr von Winterfeld.
11 Ministerrat van der Weren fuhr fort: Ich war heute
Morgen nach diesem gestrigen Feste noch lange nicht ge⸗
neigt, mich aus den 8 zu erheben, aber Du machiest
es doch gar so dringlich, ais wenn Ehre und Seliakeit
auf dem Spiele ständen⸗
— Mynheer van der Weren erzühlte nun seinem Bruder,
dem Winisterrat van der Weren, indeß die deiden Brüder
fich von der Veranda zurück in das Empfangszimmer
begaben, den ganzen Vorfall von gestern Abend. Als er
dos Fortbleiben des rätselhaften Mannes erwähnte, der
dos kleine Mädchen und die Leiche zurückgelassen hatte
da meinte der Ministerrat bedächtig:
Höre, lieber Bruder, die Sache ist allerdings von
großer Wichtigkeit und wert, daß Du mich so früh rufen
lietzest. Sicher kennt der Fremde irgend einen dunnlen
Punkt aus bem Leben des Königs und hat aus irgend
welehen Gründen ihn bis hierhet versolgt. Einen naiheten
Zusammenhang zu finden ist bei dem wenigen, was
wir bis jeßt wissen nicht möglich. Der Korse wird nun
gestern Äbend noch irgend eiwas gegen den König oder
auch die Königin, wer weiß es, umernommen haben und
— ist er vielleicht in die Hunde seiner Gegner gefallen.
Ich erwähnte schon, ganz Holland wimmeit von Spionen
und wir sind ohnmächtig bagegen“57
5— „Dies ist so ungesaͤhr auch meine Vermutung,“ ent⸗
gegnete der andere. FIch habe ihn dewarnt, vorsichtig
— sein und warum mußle er gestern Abend auch noch
zinmal sort, wir hatten ihn heute morgen so gut aus
orschen Wunen und Jein Geheininie han⸗ uns dvielleich
eine nicht zu unterschägende Waffe gegen die neue Re—
gierung in die Hand gegeben⸗·
ee Ach, jeht erinnere ich mich eines dunklen Gerüchtes,
rech w⸗icem Kihia Linwig i. un,
eie Bei vVeutengvrach im Wicnerwald
reignete sich ein Automobilungiuck. Der Mechaniker und
Chauffeur eines Automobi!s, einem Berliner Fabrikenen
iamens Roelling gehörend, zechten und luden dann drei
dellnerinnen zu e ner Faurt ein. In einer Kurbe juhr
»er Chauffeur an eine Barriece. Das Automobil wurde
ertrümmert. Zwei Keslaer nnen wurden getötet, die an—
»ere Kellnerin und der Mechaniker schwer verletzt. Ter
mverlezie Chauff.ur wurde sofort verhaftet.
Spionitis. Eine aus 6 Köpfen bestehende angebliche
hinesische Jonzleur-Truppe wurde in Lemberg unter dem
»ringenden Verdacht der Spionage zu Gunsten Rußlaͤnos
erhaftet.
Russisches. In Kisljar (Rußland) wurde ein Ueber—
'all auf ene Rensei verübt. Die Militärwache, sowie ei—
tige Angesteilte der Renei und mehrere Per,enen aus
dem Publirum wurden getötet. Die Höhe der geraubten
Zumme ist noch nicht festgestellt.
Schmuggler. Eine Abieilung Zollwächter stellte eine
aus 10 Mann besiehende Schmugglerbande. Vier wurden
niedecrgeschossen, die übrigen verhaftet.
Ungetreuer Postbeamter. Ein Postbeamter namens
Tanrad im Postamt der Stadt Rouen (Frantreich) wurde
»abei abgefaßt, als er Briese, in denen er Geld vermu—
tete, beisei.e scha te. Unter den ihm abgenommen Geld—
briesen sind auch solche aus Deutschland.
Brandunglück. Aus New-York wird gemeldet: Der
Verern der Studen innen des Philadelphia⸗Colleg in
Brooklyun veranstalete eine Abenun erhaltung, wobei an
z0 Mäadchen beim vicht von gesalzenem Spiritus einen
ogenannten Geisterlanz aufführten. Als eins der Mädchen
Zpiritus nachgieren woll.e, iing ihr Kleid Feuer und es
rach eine furchtbare Panik unter den Tänzerinnen aus.
Ddie Ktleider mehrerer Personen, die die Unglückliche ret—
en wollten, gerielsen ebenfalls in Brand. Das Mädchen
t bereits gestorben. Mehrere Personen erlitten schwere
ßrandwunden.
Spreugunglück. Bei Novite in Texas wurden 14
Erdarbeiter durch vorzeitige Explosion einer Sprengladung
getötet.
— e—
Gerichtszeitung.
Soldatenschinder. Das Kriegsgericht der 8. Divi—
jzon in Halle a. d. S., verurteilte nach dreitägiger Ver—
sandlung, in der 42 Zeugen vernommen wurden, den
stittmeisse Seubert vom 7. Kürassierregiment in Hal
herstadt wegen Nichtweitergabe einer Meldung über Miß—
andlung von Untergebenen zu 7 Tagen Stuben—
rrest, den Leumant Wuthenau wegen vorschrifts⸗
vidriger Behandlung Untergebener in zwei Fällen zu 8
dagen Stubenarrest, zwei Sergeanten und zwei
interoffiziere wegen zahlreicher Körperverletzungen und vor⸗
chriftswidriget Behandlung Untergebener zu je 6 bezw. 8
zochen Mittelarrest und einen Gefreiten zu 5
Tagen Mittelarrest. Zwei Angeklagte wurden
eigesprochen.
Arbeiterbewegung.
Maurer⸗Aussperrung. Der Verband baugewerbli⸗
her Unternehmer ertaed a. M. beschloß Schließ⸗
ing der Geschäfte und Entlassung fämtlicher Arbeiter am
35 April. — Aus Danzig wird berichtet: Am 15.
spril werden vom hiesigen Arbeitgeberbund sämtliche Bau⸗
etriebe mit etwa 2000 organisierien Bauarbeitern gesperrt.
— Beendeter Streik. Laut „Gladbacher Zeitung“ ist
er Streit in der Spinnerei Eilermark in M.⸗
zlhadbach nach vierteljähriger Dauer beendet worden.
Infolgedessen ist die Aussperrung von 8000 Arbeitern in
en übrigen Gronauer Textilwerken aufgehoben.
— Aussperrung. Die Gipser und Stuttateure
u Mannheim sperrien sämtliche organisierten Arbei
ler aus. Die Arbeiter verlangen 70 Pfg. Stundenlohn
während die Arbeitgeber nur 68 Pfg. bezahlen wollen
die Zahl der Ausgesperrten beläuft Ich auf 250.
— Die ausständigen Seeleute. Aus Marseill«
vird berichtet: Die Seeleute hielten eine Versammlung ab
n der beschlossen wurde, eine Abordnung an den Vor
itzenden der Handelskammer zu senden mit dem Ersu
hen, bei der Behörde und bei den Reedern zu intervenie
ten, damit eine baldige Beilegung des Konfliktes herbei
leführt werde. Dies deutet auf ein baldiges Ende del
Ausftands⸗Bewegung hin. Die ausständigen Dod⸗Arbeite
in Warseille beschloͤssen nach Kenntnisnahme der Vorschlä
je, welche die Arbeitgeber machen, den Ausstand fortzu
ehen, da die von den Arbeitgebern gemachten Vorschläg
mannehn. ar seien.
Von der Luftschiffahrt.
t Ballonaufstiege. Am Donnerstag, den 14
April finden in den Morgenstunden internationale wissen—
schaftliche Ballonaufstiege statt. Es steigen Drachen, be⸗
mannte oder un emannte Ballons in den meisten Haupt⸗
städten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemann⸗
en Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem
Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und
die Instrumenke sorgfältig birgt und an die angegebene
Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet.
*Das Schüttesche Luftschiff. An der Fer—
igstellung des Schütteschen Luftschiffs wird gegenwärtig
eisrig gearbeitet; die ersten Aufftiege sollen möglichst schon
Ende AÄpril erfolgen. Die Firma Lanz, die auf der Welt
uusstellung in Vrüssel vertreten ist, hofft, bei der Eröff—
nmng mit dem Schuͤtteschen Luftschiff dort erscheinen zu
önnen. Die Ausführung dieser Idee hängt natürlich vom
Belingen der Probefahrsen ab.
*Flugwochen 1910. Nach Genehmigung durch
Bn Vorstand des Deutschen Luftschiffer-Verbandes wer—
ch unterstanden hatte, verliebte Gedanke zuhegen, ohne di
Erlaubnis seines großmächtigen Herrn Bruders eingeholt
zu haben, dem der Gegenstand dieser Liebe nicht zusagte.
Wie er ja nicht wählerisch ist in seinen Mitteln, so soll
er den Bruder kurzer Hand nach Agypten geschickt ha⸗
ben und diese Liebesgeschichte war aus.“ —————
„Was, Das hast Du schon erfahren?“
„Was erzählt man sich doch alles unter dem Siegel
liefster Verschwiegenheit!“ lachte der Ministerrat laut auf.
„Du solltest nur gester Abend mit am Hofe sein und
alle die, welche solche kompromittierende Geschichten er⸗
zählen, brechen im nächsten Augenblick fast das Genick.
wenn sie vor der neuen Sonne stehen.“ we
„Wenn sie es nur wirklich brechen würden, kenne das,
iber ich ziehe vor, nicht in den Lichtkreis dieser neuen
Sonne zu treten, sondern im Schatten die Zeit abzuwar⸗
ien. Wohl möglich, daß unsere toten und lebenden so
Aötzlich hereingeschneiten Gäste damit zusammenhängen.
Die nächste Frage aber ist, was beginnen wir mit der
Leiche und mit dem kleinen Mädchen?“
Der Ministerrat van der Weren schritt einige Male
im Zimmer überlegend auf und ab, blieb dann vor sei⸗
nem Bruder wieder stehen und sagte: ae
„Die Frage · ist nun nicht so schwer zu beantworten,
lieber Bruber. Nachdem Du einmal den ersten Schritt
getan hast, kannst Du nicht auf halbem Wege stehen blei⸗
ben. Die Leiche der armen Frau lassen wir sofort hin
über nach den Friedhof zu Scheveningen bringen uͤnd
hr dort ein anständiges christliches Begräbnis bereiten
Die Frau hat gestern Abend der Wahrheit gemäh
or dem Unwetier hier Schutz gesucht und ist gestorben,
iber ihre Persönlichkeit ist uns nichts bekannt. An die⸗
er Richtigkeit wird auch kein Mensch Zweifeln, dafür
ürgt der Name van der Weren. Das Mädchen ——
s hübsch? häßlich?“
O es iit ein.allexliebles . 4
en in Deutschland solgende Flugwochen yeranstau—⸗
et: Berlin: 10. bis 16. Mai; München: 4. bis 12. Zin
danzig: 18. bis 26. Juni; Leipzig: 10. bis 17. Juli;
Berlin: 7. bis 13. August; München: 8. bis 13. Septem⸗
zer; Berlin: 7. bis 13. Ottober. Von diesen Veranstalt
ungen ist die Mai⸗Flugwoche in Berlin international, wah
rend die übrigen Veranstaltungen einen nonenaen cgaret
er tragen. — Durch die Federation Aeronautique Inter
tationale wurden die folgenden internationalen Flugwo—
hen genehmigt: Nizza 10. bis 25. April (Preise 230 000
rants), Berlin 10. bis 16. Mai, Verona 20. bis 30.
jstai (210 000 Franks), Budapest 5. bis 15. Juni (600 00(
rrants), St. Petersburg 18. bis 24. Juni, Reims 28.
Juni bis 15. Juli (200 000 Franks), England 11. bis
6. Juli (200 000 Frants), Automobilklub de France 14.
bis 24. Juli (200 000 Franks), Brüssel 24. Juli bis 4.
August (200 000 Franks), England 6. bis 13. August,
Zopenhagen 15. bis 20. August, Deauville 25. August
bis 4. September (240 000 Franis), Mailand 24. Sep—
sember bis 3. Oktober (250 000 Franks), Amerika 18. Ok—
ober bis 2. November (Gordon Benneit-Preis).
öααιαιαιιαια
Vermuschtes.
Schwarz⸗weißer Abschied. Bei der Abreise der
Zingalesen, die im Beruner Passage-Panoptiltum gastiert
zatten, kam es dieser Tage zu unzewohniichen Abschieds—
zenen. Es war betannt, geworden, daß die Truppe mit
ags abfahren werde. Etwa 1500 Personen, darunte!
dunderte von jungen Mädchen, hauen sich vor dem Ein—
jang zum Panoptitum „Unter den Linden“ angesammeit.
Acht Schutzleute waren kaum imstande, das Pudlitum zu⸗
rüclzudrängen und den Vertehr aufrechtzuerhalten. Als die
droschten vorfuhren, in denen die Nigger nach dem Bahn—
sof jähren wollten, kam es zu peinlichen Szenen, indem
die Madchen sich an die Schwarzen herandrängten und
zärtlichen Abschied von ihnen nahmen. Vergebens versuch⸗
en die Schuieute, die „Dame zurückzudrangen; immen
wieder stürinen sie aus die Aoziehenden zu, um noch die
letzten Grüße zu tauschen. — Mit Recht bemerkt hierzu
der „Votalanzeiger“.: „Ein wenig schöner Zug eines Teil—
er Berliner Frauenweilt, der schon öfters zu ernsten Kla—
gen Anlaß gegeben hat, hat sich jetzt wieder beim Ab—
chied der Singalesen-Truppe aus dem Passage-Panopti—
um in recht widerwäruiger Weise offenbart. Exrotische oder
albwilde Kerle mit schwarzer oder brauner oder gelber
daut scheinen für diese Sorte Damen nun einmal eine
inwiderstehliche Anziehungskraft zu haben. Diese beneh
nen sich solchen Fremdlingen gegenüber derart, daß sie
ede Rückicht auf Selbstachtung, Kultur und Nationalbe
vußtsein außer acht lassen und die Berlinerinnen den
luslande gegenüber in ein schlimmes Licht setzen. So war
s bei den Sudanesen, den Aegyptern auf der Berline
vewerbeausstellung und vielen anderen kolonialen Kara
vanen. Von den Kolonien her hat man oher einen der
en Mahnruf ergehen lassen müssen, daß die deutscher
Damen“ aufhören möchten, die Schwarzen mit Briefwech
und Photographien zu bombardieren, weil dadurch da⸗
Unsehen der iee untergraben würde und die e
er Schwarzen ins Unendliche wüchse. Die Abschiedssze
en bei der Abreise der Singalesen, wo eine Anzahl
Zchuhleute Hunderte von jungen Mädchen am Austausch
on Zärtlichkeiten mit ihren schwarzen Lieblingen verhin⸗
ern uͤnd sie zurückdrängen mußten, wirken nach solchen
Larnungen doppelt peinlich. In normal angelegten Ge—
rütern muß solches Treiben Ekel und Widerwillen erre
en. Wie konnen sich weiße Frauen an Angehörige einer
iederen Rasse und Kultur derart wegwerfenl Alle an—
ändige Elemente sollten sich dahin vereinigen, solche Sze—
en, die den guten Ruf der weiblichen Bevölkerung Ber—
ns schädigen, unmöglich zu machen, und von Elementer
hne Zucht und Selbstachtung fortrücken. Wenn die öf
entliche Meinung mit aller Energie gegen derartige Vor
änge Front macht, werden sich allmählich auch die Ver—
hrerinnen der Nigger auf sich selbst besinnen und zum
ewußtsein der Würdelosigkleit und Häßlichleit ihres Tung
ommen ···
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Trier, 11. April. In mehreren Ortschaften des Kreises
brüm wurden fieben Personen von einem tollwutkranken
dund gebissen. Die Sperre wurde in ausgedehntem Maßt
oerhängt.
Trier, 8. April. Die Eröffnung der Bahnlinie
Wittlich⸗Daun ist endgültig auf den 1. Juli festgesetzt wor⸗
den. Da sie Punkte von hervorragenden landschaftlichen
seizen wie Manderscheid und Gillenfeld berührt, hat die
siesige Eifelvereinsgruppe bei der Kgl. Eisenbahndirektion
ine Reihe von Sonntagsfahrkarten ab Trier beantragt.
Trier, 9. April. In voller Blüte stehen jetzt im
Moselthal die Pfirsich- und Aprikosenbäume. Der Frosl
—
lüte angerichtet.
Münster a. St., 11. April. Gestern stürzte, wohl in⸗
olge Außerachtlassens der gebotenen Vorsicht, bei der
zesteigung des Rotenfelsens ein Mann ab, dessen gräßlich
erstümmelte Leiche gegen Abend hierher gebracht wurde
ẽ8 handelt sfich um den 22 Jahre alten Sohn des Kreuz—
acher Friseurs Przybilla, der auf dem Kreisbauamt tätig
ar.
Odernheim a. Gl. 11. April. Die Bergrutschungen in der
dlaus dauern fort. Der ganze Berg ist in Bewegung
duf dem Bahnkörper zwischen Odernheim-⸗Rehborn haben
n letzter Zeit Gleisverschiebungen stattgefunden. Hunderte
von Menschen kommen an Sonntagen bier an. um das
„Gut, so bleibt es hier; überlassen wir es der Zeiu
ür Aufklärung zu sorgen, wer weiß was der morgige
Tag bringt ·“·“·.24
Ja, wir wollen es behalten und viellelcht gelingt
s uns, eine Waffe zu schmieden, die uns vortrefflich⸗
dienstg leisten soll.“ **
aee rief jetzt der Ministerrat den Diener herbei
ind als dieser gleich darauf erschien, da befahl er ihm,
ofort dafür zu sorgen, daß die Tote nach der Leichen⸗
salle auf dem Friedhofe zu Scheveningen überführt und
eerdigt werde, das bkleine Mädchen aber solle auf das
heste untergebracht und gepflegt werden.
Der ältere Mynheer van der Weren unterbrach die
lnordnungen seines Bruders mu keinem Worte, sondern
dar mit allem einverstanden und so hatte das Schicksal
orläufig üher die kleine Isabeig entschieden.
— 7. Kapitel.
Nur wenige Stunden Schlaf gönnte sich Graf Kall
zach dem Feste, denn nach dem rätselhaften Weibe zu
orschen galt es, wie der Koönig ihm befohlen hatte. 33
nnerer Unruhe und eigentümlicher Spannung versetzte ihn
er Gedanke, ob es ihm gelingen werde, die Spur wie—
)er aufzufinden, welche ihm gestern Abend verloren ge⸗
zjangen war, denn nachdem der König so offen sein Herz
jor ihm ausgeschüttet, ihn mit seinem Vertrauen beehrt
jatte, da konnie es für ihn nichts wichtigeres geben, als
illes an die Lösung des Rätsels daran zu setzen und
eine Phantasie beschäftigte sich mit allerlei Möglichkeiten,
vie er dies erreichen könne. So befand er sich denn
endlich auch an dem Ufer des“ Kanals und schaute prü⸗
end auf⸗ und abwärts. ι
Er war noch zu fremd, zu unbekannt in dieser Gegend
ind daher war es ihm nicht mehr möglich, wieder zu er⸗
ennen, wo er eigenilich gestern Abend bei seinen NJach
Aichungen ehen. üebee
zchauspfel in dem Wald anzusehen. Die größten Bäume
berden umgelegt wie ein Kornhaln.
Bocholt, 11. April. Beim Fußballspielen wurde einem
2jährigen Knaben ein Ball so heftig gegen den Leib ge—
chleudert, daß er an den erlittenen inneren Verletzungen in
urzer Zeit starb.
Berlin, 11. April. Das Abgeordnetenhaus begann
seute die Beratung des Eisenbahn-Etats, die morgen fort—
jesetzt wird. Außerdem steht die wiederholte Abstimmung
iber die Wahlrechtsvorlage auf der Tagesordnung. — Die
Zentrums⸗Interpellation über das Mühlheimer Eisenbahn—
inglück ist heute im Abgeordnetenhause eingebracht worden
ind wird im Laufe der Woche zur Besprechung gelangen.
Wien, 11. April. In den Voralvpen ist ein gewaltiger
Wettersturz eingetreten. Bei stark gesunkener Temperatur
chneit es im Schneeberg- und Semmeringaebiet bis in die
däler herab.
Wien, 11. April. In hiesigen diplomatischen Kreisen
vird aufs neue versichert, daß die Verständigung zwischen
zapan und Rußland über den fernen Osten in der nächsteen
zeit festere Formen annehmen werde. Sie sei durch das
un als abgetan geltende amerikanische Projekt der Neu—
ralisierung der Mandschurei-Bahn wesentlich gefördert wor—
en, da man es sowohl in Tokio als in Petersburg vor—
ieht, sich über diese Frage zu verständigen, statt die Ein—
nifchung Dritter zuzulassen. Die Regierungen beider Län—
er kamen prinzipiell überein, alle die Bahnfragen in Ost—
sien betreffenden Angelegenheiten zum Zweck eines einigen
Vorgehens gemeinsam zu prüfen und zu behandeln. Der
apanische Minister des Auswärtigen, Graf Komura wird
demnächst die angekündigte Reise von Tokio nach Charbin
antreten um dort persönlich mit den Vertretern Rußlands
u verhandeln.
Brüssel, 11. April. Unter den belgischen Post⸗, Te—
egraphen⸗ und Eisenbahnbeamten macht sich eine Bewegung
emerkbar, die leicht zu einem Ausstande führen kann. Be—
onders die Unterbeamten sind mit ihrer Lage sehr unzu—
rieden und wollten in einer Versammlung über ihre For—
»erungen beraten. Der Minister hat aber diese Versamm—
ung verboten und deswegen herrscht unter den Beamten
woße Aufregung. Man umging das ministerielle Verbot,
ndem die ehemaligen Beamten gestern eine Versammlung
bhielten, an der die aktiven Beamten als Gäste teilnahmen.
ẽs wurde eine sehr scharfe Sprache geführt, sodaß es dem
Ninister nicht leicht werden wird, die Unzufriedenheit aus
)er Welt zu schaffen.
Warschau, 11. April. Eine größere Bande von Ver—
rechern, die seit längerer Zeit ein Schrecken der Bevölke—
ung sind, wurde gestern in ihren Schlupfwinkel von Poli—
isten überfallen und verhaftet. Bei dem sich hierbei ent—
pinnenden Kampfe wurde ein Polizist und vier Mitalieder
er Bande niedergeschossen.“
zsoangerersteigerun
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll die tdielle
zälfle des indudweiler belegenen, im Grundbuche v onDud⸗
veiler Blakt 648 zur Zeit der Eintragung des Versteige—
ungsve merkes auf den Namen der Eheleute Nikolaus
Recktenwald, pens. Bergmann, und Philippine geb. Duntze
u Heiligenwald einget agenen Grundstückes
Flur 14, Nr. 4941147, Bahnhofstraße 20, Geb.Rolle
1044, Hofraum, groß 2,70 Ar, aà Wohnhaus
mit 750 Mark Nusungswert, b Wonhaus
mit 360 Ma'k Nutzungswert
am 22. April 1910, vormittags 10 Ulir
hurch das unterzeichnete Gericht zu Dudweiler im Hotel
dassauer Hof versteigeit werden.
Saarbrücken, den 21 Febr. 1910.
stönigliches Amtsgericht II.
Fugenlose
Trauringe
Ilu. in 8 und 14 Karat Gold A
Harke Sehwan
unpfiehlt bilkast
Ar. us
Provinzialatr. 236.
NMB. Mich werden die von mir bdea—
zogenen Trauringe jederzeit kostenlos
anger oder weiter gemacht
Jedes Urleil
st uns genehm, da wir wissen. daß es nur günstig
für die Qualität unserer Zeitung ausfällt
—
4J
Humoristische Ecke.
*Vexrfänglich. Er: „Der Kuckuck.. jedesmal,
venn ich arbeiten will, fellt mir eiwas an mieinem
vchreibtisch“ — Sie: „Was denn, Männchen? Tinte, Fe—
⸗r, Bletsüft?“ — Er: „Unstnn! „Der Korkenziehen.“
Des Madchens Klage. Fräulein „Ach dr⸗
eber Himmel, jetzt beginnt es zu regnen und ich bab
jeinen Schirm bi