Full text : Dudweiler Zeitung

ant, wie in and.. Punkten, so auch uber den Bunded⸗
ai seine Meinung sehr wosentlich geändert. Darüber er—
Ahtt Baron Cramm:
Wunderbar mutete es doch jeden an, wenn er erfuhr,
aß der Fürft den lebhaften Wunsch ausgesprochen, daßp
ze Dartreter der kleineren Staaten im Bundesrate meb
wposition machen sollten zum Besten des Reichs. Wi—e
dera vorherl Als einst der oldenburgische Vertreter, der
Meime Staaurat Selkmann, sich nicht den Wünschen de⸗
— gefügt hatte, weil seiner Ueberzeugung nack
vorgeschlagenen Maßregeln den In eressen seines Lam
beg * entsprachen, veranlaßte der Reichskanzler, daß
* der unachsten Wahl der Mitglieder der verschiedenen
zschässe der oldeunburgische Bevollmächtigte in keinen
ersecthᷣen gewãhlt wurde, obgleich er zu den erfahrensten
Id mnchtigften Bevollmächtigsen gehörte. Einer unbedeu—
enden Differenz wegen wollte man die Abberufung. des
iasͤgezeichneten hefsischen Vertreters Dr. Neidhardt ver—
angen, was aber glücklicherweise noch verhindert wurde.
mechin hauten die nichtpreußischen Bevollmächtigten im
,ree dem Reichskanzler gegenüber eine leichtere
Ztellung als die preußischen, denen gegenüber Fuürst Bis⸗
narck irgendwelche Rücksicht zu nehmen nicht gewohnt war.
sch habe es oft bewundert, mit welcher Geduld sie sich
ioten und von dem großen Manne hinnahmen, was sie
‚esviß sich von einem anderen nicht hätten gefallen lassen
50 wird ein charakteristischer Fall erzählt, in dem Bis—
tavck 8 zur Vertagung einer Vorlage hätte bewegen la—
en, ohne aber den preußischen Vorsitzenden des betreffen⸗
en Ausschusses davon zu benachrichtigen, sodaß es nachher
äder Ausschußsitzung zu vpeinlichen Mißverständnissen kam.
Sehr schwierig war die Stellung der Staatssekretäre
urch die häufigen und lange dauernden Abwesenheiten
as Reichskanzlers von Berlin, denn wenn sich während
iner Anwesenheit irgendein Gegenstand fsand, von dem
e nicht genau wußten, wie Fürst Bismarck darüber dachte,
dgenügte eine kurze Besprechung mit Herrn Rottenburg
m die Sache aufzuklären. Kam aber ein Bericht nach
friebrichsruh mit einer Anfrage, so waren sie nicht sicher
b nicht als Antwort ein Schreiben ersolgte, in dem der
rürst sein Erstaunen aussprechen ließ, daß die Herren
icht imstande seien, eine so ein'ache Fraze selbständig zu
nischelden. Hatten sie aber einmal eine Frage wirklich
elbständig entschieden, dann kam mit einiger Sicherheit
in sehr ungnädiges Schreiben, in dem daran erinnert
ourde, daß die Staatssekretäre nur die Organe des Reichs⸗
anzlers seien und keine selbständigen Entsche'dungen au
reffen hütten.
Craͤmm bestätigt, daß es Bismarck sehr schwer wurde
ʒe Verdienste anderer, namentlich der ihm untersiellten
geamten, anzuerkennen. Das habe namentlich der Staas—
ekretär im Reichspostantt, Stephan, empfinden müssen
Für sehr ungerecht häͤlt Cramm die Beur'e'lung Co—
rxivis durch seinen Gegner. Er sei ein durchaus würdi⸗
jer Nachfolger Bismaras gewesen, und sein Aussche'den
A in den Kreisen des Bemndesrats schmerzlich empfunden
borden. Hohenlohes Kräfte hätten für das verantwort—
ingsvolle Amt nicht mehr ausgereicht. Als Bülow Kanz—
er wurde, sei man sehr gespannt gewesen, ob er der
staatssekretäͤr Grafen Posadowsky in seinem Amte belaß—
en würde. Graf Posadoivosky selbst soll es bezweifelt ha—
en, und man erzählte sich, daß die Kofser im Reichsamte
es Innern, nachdem Bülows Ernennung bekannt gewor—
den, gepackt gewesen wären. Wie Graf Bülow einem Ver—
rauensmann gegenüber geäufert habe, sei auch er schwan
end gewesen, ob er den Grafen Pofadowsky gehen lasser
der in seiner Stellung belassen so'le. Schließl'ch habe er
ich aber gesaat. daß es unmöglich sei. jemand au finden,
er nur annähernd dieselben Kenntnisse über die sozia—
en Verhbälmisse habe wie der Staatesekretär des Innern.
Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
* Essen, 81. Okt. EErschlagen.) In Wattenscheid
schlug der Bergmann Maglika seinen Schwager, den
Bbergmann Patalles, mit der Hacke. Der Täter wurdt
erhaftet.
* Annen, 31. Olt. WGon einem Eisenbahn—
suge erfsght) Auf dem Rangiergleise 2 der hiesigen
druppfchen Werte ereigneten sich zwei schwere Unglücks—
älle. Mehrere Arbeiter, welche dort mit dem Aufwerfen
on Ktohlen beschäftigt waren, wichen aus, als ein Ran—
exzug herannahte. Nur die Arbeiter Hinz und Ehler!
elllen sich an eine Mauerwand; sie wurden vom Zuge
xxfaßt und an die Wand gequetscht. Ehlert erlitt einen
vppellen Schůdelbruch und starb sofort. Hinz wurde sehr
chwer verletzt ins Krankenhaus geschafft; man zweiifel⸗
g seinem Auftommen.
as Aus Rheinhessen, 1. Nob. Winzerwünsche.)
hegen den Modus der jetzigen Reblausbekämpfung werden
un rheinhessischen Winzerkreisen Beschwerden geführt. Man
irne ven Heblauckommissionen vor daß ihre Arbeit der
Staatskasse überaus große Kosten verursache, ohne einen
urchschlagenden Erfolg zu erzielen. Die Kosten seien weit
oͤher als der geringe Schaden betrage, den die Reblaus
rurfache. Kosten und Schaden ständen in keinem Ver—
hältnis. Dabei würden die Weinberge nutzlos dezimiert
und zwar meisßt in den besten Lagen. Gesunde Stöcke dürf—⸗
ten in einem gering verseuchten Gebiete nicht mit den
kranklen vernichtet werden. Meit »röker sei die Schädiag—
*

Vas Weadchen, vom Direktor selbst beim Beginn vor
Johannas theatralischer Laufbahn für sie gewählt, empfin
hn mit freudiger Ueberraschung; sie öffnete sofort die Tür
»es Empfangszimmers, in welchem der Tee für Johannc
erviert war. Helbig trat ans Fenster, eine peinigende Un
geduld erfaßte ihn, er konnte seiner Bewegung kaum mehr
Herr werden — Da endlich rollte der Wagen der Künst
serin heran, der Diener half ihr hergus — leichten Schrittes
eilte sse die Treppe hinauf. Das Mödchen öffnete, er hört
nur wenige Worte zwischen ihr und der Herrin wechselr
— dann wurde die Tür heftig aufgestoßen — die weiß
apotte flog vom Kopfe der Eintretenden — atemlos stanl
lie still, ihre Arme öffneten sich ——
. Oskar!“ rief sie und die ganze niedergehaltene unend
üche Liebe vereinte sich in dem Tone dieses, Namens.
„Johanna, meine Johannal“ war seine jubelende Ant
vort uünd selig lagen sich beide in den Armen.
„Endlich, endlich vereint!“ rief er.
Um uns niemals wieder zu trennen!“
Du böses, böses Kind, welchen Kummer halt du mir
ereitet?“
„Konnte ich anders?“ entgegnete sie zärtlich, — „eir
Schatten liegt noch immer zwischen mir und dir.“
Auch er wird verschwinden!“ sagte der Direktor und
eichte Johanna einen Brief. „Vor der Sonne eures Glücke—
liehen alle Schatten.“
Johanna öffnete das Papier mit bebender Hand. Etf—
varen nur wenige ZSeilen, sie lauteten:
.Ich habe mich heute mit dem Maler, Adolf Burgat
zerlobt. Er ist glücklich und ich bin es mit ihm. Seien Sit
s gleichfalls — Eva.“
Mit einem Freudenschrei umschlang Johanna den Ge
iebten und reichte ihm den Brief:
„Wir dürfen ganz glücklich sein!“ rief sie.
und Shr werdet dlücklich sein,“ sagte, der Direktor
rnst, „denn schwere Herzenskämpfe haben euch gereift. Ihr
erdet jetzt den Wert eines ruhigen gegenseitigen Besitzes
schätzen wissen.“
„Wir wollen uns bemühen weise zu sein!“ sagte Helbig
nd drückte seine Braut an sein Herz.
Lehre es mich, Gelichter!“ entgegnete sie und schmiegte
h in leliger Wonne an jseine Brust.

mg der Weinbergey durch die ßeronospora. Diese habe in
theinhessen in den Jetzten füuf Jahren um mindestens 20
Aullivnen Mark geschadigt. sFür die Bekümpfung dieser
eranthest seien die vieben Kobten be ser angebracht. Man
vünscht zu diesem Zwecke einen wetteren Ausbau der bei
er Gr.*Weinbauschule in Oppenh eim angelegten Ver—⸗
uchsfeider dfür amerilanische Wurzelueben, durch welche die
Zetjüngung“ der alden Xheinh essischens Rebenhestände zu er⸗
ndbglichon sein.
*Heidelberg, Mav —8 Diu⸗rchschlag des
döomigsten hrru man eil 8) In Gegenwari des Eisen⸗
ahnministerd FIrhr. von Marschall und des Ministerial⸗
irektors der Wadischen Staa tseisenbahn Geheimrat Roth,
owie des Ob baudireltor Wasmer ersolgte der Durch
uch des Kondastuhltumnels. Als Sprengmittel für der
anzen Tunnelban Lam Autralit zut Verwendung. Mit dem
ür Heidelberg nuͤchtigen Sreignis war eine kleine Feier
ichkeit verbunden, vbei der Minůster von Marschall in sei—
e bnsprache besenders hervorhob, daß der Tunnelbar
isher keinerlei Op ex an Menschenleben gefordert habe
e Groͤherzog wu we durch ein Telegramm von der
kaͤtsache des Burchor uchs verständigt. Die Bauunterneh
gerin, die Franksurter Firma Holzmann u. Co. G. m. b
dewahrse den am Sunnel beschäftigten Arbeitern einer
ien Taa bei voller X vhnzahlung ιι«

3235 * 2*
Kunft und Wissenschaft.
Zum 85. Geburtstage Friedrich Haases. De
llineister der deutschen Schau, wielknenst, Friedrich Haase
egeht am 1. November das 'ellene Fest des 88. Ge—
iliages. Haase, der seit 14 330hren sich der wohlver.
enlen Ruhe erfreut, war bekannt lich Jahrzehnte hindurd
iner der wirkungsvollsten und powid ärsten Schaufspiele;
heuischlands und hat besonders in ssein er berühmten Ver
Tperung des feinen Humors einen eben hürtigen Nachfol
er noch heute nicht gesunden. Friebrich Saase wurde an
November 1825 zu Verlin geboren. N'achdem er ein
orzügliche Erziehung genossen, wurde er 3 wei Jahre vor
udwig Tieck für die Bühne ausgebildet. Am 14. Januan
Zo6 betrat Friedrich Haasfe in Weimar zun! ersten Ma

WFrledrlch Haase —.
ie Bretier, die die Welt bedeuten und errang gleich in
einen ersten Rollen einen ermutigenden Erfolg. Im den
olgenden Jahren war Haase nacheinander in Prag, Karls
uhe, München, Frankfurt a. M. und Petersburg tätig
bar dann von 1867 —1868 Hoftheaterdirektor in Koburg,
astierte 1860 einige Monate in Amerika und war nach
einer Rücktehr ein Jahr lang an der Berliner Hofbühne
ätig. 1870 übernahm er nach dem Weggang Laubes die
direktion des Leipziger Stadttheaters, welche er sechs
zahre innehatte. Seitdem gab er nur noch Gastspiele, die
hn oftmals weit über die Grenzen seines Vaterlandes
inausführten. Im Jahbre 1896 200 er sich von der Bühn⸗
urück

— — —
das neue Wiener Radiuminstitut
In Wien wurde das Radiuminstitut, eine Schöpfungç
er Akademie der Wissenschaften, durch Erzherzog Rainer
— DD
den mehrere bemerkenswerte Reden gehalten, in denen auch
der bekannten Radiumsentdeckerin Curie gedacht wurde.
Das Institut, welches den Forschern aller Ländern geöff—
net ist, wird lediglich chemischen und physikalischen Stu—
dien dienen. Die Hauptaufaabe des neuen Instituts wird

52 3278
a Institut füradiumforschunq a Wien
ie physikalische Erforschung des Radiums sein, diesen
eile des Instituts ist das Mezzanin gewidmet. Da die
ieue wissenschaftliche Arbeitsstätte in der Tat eine inter—
ationale Forschungszentrale ersten Ranges zu werden
zerspricht, ist sie nalurgemäß auch mit den großartigsten
zustrumenten und Elnrichtungen der modernen Wissenschaff
ntsprechend ausgerüstet worden. Es siehen der Anstalt 3
zramm Radium, welche im Joachimstal aus Vechblender
ewonnen wyrdon 2ur Norfüqun—

— — — ——
Lus der Geschichte der Luftschiffahrt.
Zwei bedeutende Erecignise auf dem Gebiete der Luft—
hiffahrt waren in der letzten Woche zu verzeichnen; es
aren dies der glänzend ausgeführte Flug des au eng—
ische Rechnung in Paris erbauten Vallons „Clement⸗
zayard“ von Paris nach London in einer Zeit von sechs
ztunden und ferner der allerdings, wie vorauszusehen,
nißglückte Flug des Ameri?aners Wellmann auf den Ozean
inaus. Dennoch gelang es Wellmann auf dem Ozean
ch 72 Stunden mit dem fast völlig unerprobten Luft
hiff ständig über dem Meere fliegend, sich in der Luf
u halten, eine Leistung, die bisher noch von seinem Luft
hiffer erreicht wurde.
Seit den ersien Anfängen der Luftschiffahrt haben
ühne Piloten versucht, sich durch besonders komplizierte
dauer⸗- und Weitflüge einen Namen zu machen. So uralt
eim Menschengeschlecht der Wunsch ist, das Luftmeer wie
ie Vögel zu beherrschen, so war es doch erst den letzten
nderthasr Joahrshamderten norbhehalten dios Streben vor

ẽrfüllutg naye zu bringen. Erft mit den Tagen der
Nontgolfiere begann eine neue Epoche der Luftschiffahrt
ind schon in den Kinderjahren dieser Erfindung war eir
ür die damalige Zeit sensationelles Ereignis zu verzeich
ien. Am 7. Januar 1785 überflog der Pariser Aeronau
zlanchard mit dem Engländer Dr. Jeffries als Passagier
n einer Monigolfiere den Kanal von Dover nach Calais
zu den folgenden fünfzig Jahren war eine aeronautische
zroßtat nicht zu verzeichnen, erst im November 1836 ver'
rfachte eine neue Leistung des englischen Luiftschiffers
zreen berechtigtes Aufsehen. Mit zwei Gefährten flog
zreen in 19 Stunden von London nach Weilburg, stau
oie geplant nach Paris. 1863 vollführte der Franzose
dadar einen kühnen Flug von Paris nach Hannover. 23
ahre später fühtte Rerve als Erster eine Ballonfahrt von
4 Stunden ohne Zwischenlandung aus, welche ihn von
zoulougne nach Yarmouth an der britischen Küste führte.
ine außerordentliche Leistung war die des Grafen de la
sauirx, welcher im Ottaher 1900 in 3320 Stunßon

—— — — — — —
zaris nach Korostchewein Rußland flog und in dieser Zei—
ne Strecke von 1925 Kilometern zurücklegte. Bei der
m 15. Oktober 1906 stattfindenden Berliner Ballon-Wett
ihrt legte der von Dr. Emden geführte Ballon „Sohnke'
ie 420 Kilometer lange Strecke nach Orlow Rußland ir
erhältnismäßig kurzer Zeit zurück. Das wenige Tage
päter staltsindende erste Gordon-Bennettfliegen sah der
merikanischen Leutnant Lahm als Sieger, der auf sei
er Luftreise von Paris nach Wisby (England) 600 Km
urücklegte. Die gleichnamige Konkurrenz des Jahres 190
ewann der vor kurzem auf so tragische Art ums Leber
zekommene deutsche Erbslöh im Ballon „Pommern“, mi
velchem er von St. Louis nach Asbury (an der Küste des
ltlantischen Ozeans) slog und dabei eine Strecke von 1400
dilometer bewältigte. Im Jahre 1908 siegte im Gordon
Bennettfliegen der schweizerische Oberst Schaeck, der mi
dem Ballon „Helvetia“ unter schwierigsten Verhälmisser
pon Berlin bis nach Bergsit (Norwegen) kam. In das
selbe Jahr fällt auch die berühmte Rheinfahrt des Gra—
en Zeppelin mit seinem Luftschiff „Z. 4“ von Friedrichs⸗
fen nach Echterdingen. Bei letgenanntem Orte wurde
stolze Schiff bekanntlich durch einen Brand völlig zer—
Im Dezember 1968 flogen die deutschen Luftschifser
—wBoauclair und Rieken im Freiballon von Bitter—

— — *
— —— —E — ——
eld nach Elba; sie legten die 970 Kim. lange Sitecke in
7 Stunden zurück. Vom 27. August bis 2. Septemben
909 erfolgte die bekannte Fahrt des Zeppelin-Ballons
Z3. 3* von Friebrichshafen nach Berlin. Auf der Rück—
eise wurde die rund 1000 Km. lange Strecke GBülzig in
»er Mark bis nach Friedrichshafen) ohne jede Zwischen—
andung zurückgelegt und damit die bis dahin längste
dauerfahrt im Lenkballon erreicht. Im Oktober v. Is.
onnte der sächsische Verein für Luftschiffahrt auf eint
jlanzleiftung eines seiner Mitglieder stolz sein; in 68
ztunden flog Korn im Freiballon von Weißig bei Riesa
ach Siekirko in Rußland. Das laufende Jahr brachte
rft in letzterer Zeit besondere Ereignisse auf dem Gebiete
er Luftichiffahrt, nachdem es mit den Katastrophen bei
zaßnttz, Reichensachsen und mit dem Absturz des Lenk—
allons Erbslöh“ speziell für die deutsche Luftschiffahrt so
mheilvoll begonnen hatte. Wie bereits oben erwähnt,
ollführte der „Clement Bayard“ einen ausgezeichneten
Flug von Paris nach London und Wellmanns geronau⸗
sches Wagestück ist noch frischer Erinnerung. Die letzten
allons des diesjährigen Wetifliegens um den Gordon—
ennettpreis, welches bekanntlich in St. Louis begann,
nd noch nmicht älle gelandet, und es werden noch
age vergehen, ehe verläßliche Nachrichten über die
josshrachten Aeissunaen der Piloten zu uns gelangen. ⸗
Leus aller Wedt.
Der Kaiser und die Weltausstellungsfrage. Zu
her Unterredung, die der Haiser mit dem Reichskonmisfar
ßeheimrat Albert über die wirtschast'iche Bedeutung der
Weltausstellungen halte, verlautet solgendes: Der Kaiser
iußerte große Bedenken gegen den Plan einer de t'chen
Veltausstellung, insbesondere aber gegen den einer Welt—
usstellung in Berlin. Die dertsche Industrie habe durch
hre offiziellen Vertretungen in leßter Zeit wiederholt mi—
eilen lassen, daß sie aussteslungsmüde sei. Eine Weltaus
telluna areen Sitise—z vunoe ahor nicht mir nicht —XE

Anrterrru dugig ver xner ver veurschen Industrie vu
ührt werden, sie müsse velmehr von d'e en organisiert ug—
nit allen Kräfsen gefördert werden. Den deutschen R.
ierungẽstellen, denen es obliegt, mit der Industr'e in stan
iger Fühlung zu bleiben, ist es seit längerer Zet b
annt, daß die westfälische Industrie, auf die es hier
rster Linie anstommt, weil sie die größten internationat
Inter essen hat, dem Ausstellungsgedanken weng Sym
athie entgegen bringt. Diese heimischen Großindustrielle
vürden, wenn sie überhaupt dem Gedanken einer Au
teblung in nächster Zeit näherträten, nur eine rheinisch
3tadt, etwa Düsseldorf, wählen, und bloß eine deutjch
lussiellung veranflalten wollen. Man müsse auch erw
jen, daß das Garantiekapital mindestens hundert Millie
ien Mark betragen müßte. In Berlin kommt noch di—
Zchwierigkeit, das richtige Terrain zu finden, hinzu Dem
eit dem Verkauf des Tempelhofser Feldes verfügt d
Weltstadt Berlin nicht mehr über eine Grundfläche, auf de
Anternehmungen⸗ die mit den bisherigen Weltausstellm
zen einigermaßenn in Wettbewerbetreten könn'en, unterzp
ringen wären.
Neue Ausfechreitungen in Berlin. Montag mi
ag gegen zwölf Uhr bam es am Wedding zu neuen er
ten Konflikten. Zwei Frauen, die in der Schlachterei vor
Morgenftern Einkäufe gemacht hatten, wurden beim Veir
assen des Ladens von etwa hundert anderen Frauen um
ringt und bedraht: Die Polizet schriet sofort ein un
aahm zwei der angreikenden Frauen fest. Der Vorfal—
jatte wieder eine grofe Menschenanfammlung zur Fotge
Die Menge nahm eine drohende Haltung ein,. doch gelar
es, ernstere Ruhestöringen zu unterdrücken.
Zu den Moabiter Krawallen. Wie nunmehr fep
teht, ist in Sachen ndes Moabiter St eits eine Enischeit
ung dahin getroffene worden. daß samt iche Prozesse vo
dem Berliner Landgericht unter Vorsiß des Lande—
gerichtsrates Lieber verhandeit werden.
Kollidiebstähle. Die Beriner Kcininalpolizeiny
rine Diebesgefeltichaß hinter Schloß und Riegel gesetz
oie als Spezialität Kollidiebstähle im Koufeklionsvieri
betrieben. Es handelt sich um drei Hausd'ener, die
den Geschäften, in Ddenen sie angestellt waren, nachts d.
Sachen aus einem Fenßser herunterließen und die Beu—
dann auf Handwagen fortschafften. Zu den Diebstähle
wurden besonders die jüdischen Feiertage gewählt.
Zum Zarcibesuch. Der Aufenthalt des rusfsischen
Zarenpaares in Narmstadt resp. in Wolfsgarten ist nad
veiteren Mittetsungen nurimehr bis zum 26. Novemb
orgesehen, an welchem Tage die Abreise erfolgen soll.
Ein Automesbilunglück ereignete sich Montag frü
zei Beelitzhof mit einer? Motordroschke, welche von Pot⸗
dam nach Berlin fuhr. Als das Automobil mit rasend
zeschwindigkeit dew Berg zwischen Wannsee und Beelish.
erunterraste, fuhr⸗es; durch einen Drahtzaun und über
chlug sich. Die sechs? Insassen wurden schwer verletzt um
rhielten auf dem Bahnhof Wannsee Notverbände. Si
egaben sich per Bahn nach Berlin.
Der Täter? In Borsigwerk in Oberschlesien wurd
in Wilderer mit einer: Schußwunde im Oberschenkel ver
aftet, gegen welchen der Verdacht besteht, den Amtsrich
er Siebe aus Gleiwitz am 2. Oktober in dessen Jagd
evier erschossen und dabei von ihm die Schußwunde e
alten zu haben.
Drohender Plünderungszug. Der englische Kre
er „For“ landete in der Hafenstadt Lingeh am Pers
chen Golf am letzten Donnerstag hundert Mann, da e
ztamm in Stärke von 3000 Mann einen Plünderungszu—
zjegen die Stadt zu unternehmen droht; die Ortsbehörde
ind unfähig, die Fremden zu schützen.
Schüsse im Theater. Mitlten während der Vorstel
ing feuerte in einem Theater in Palermo ein Musit
Af einen seiner Rollegen fünf Revolverschüsse ab. J
gublikum enistand eine große Panik. Mehrere Damen f—
en in Ohnmacht. Der Revolverschiebßer wurde verhafte
zer von ihm schwer verletzte Kollege in Pflege genommer
Die portugiesische Königsjacht. Die Jacht „Am—
ie“ ist ein sehr begehrtes Kaufobiekt geworden. Von en—
ischer Seite wurden 1800 000 Mark dafür geboten. Auct
Erkönig Manuel soll dem Staat ein Angebot gemacht ha
den, wonach er das Schiff für 2000 000 Mark kaufe
wolle. Angeblich will er auf der Jacht eine Reise u
zie Erde unternehmen. Die portugiesische Regierung he
edoch beschlossen, die Jacht erst nach Ordnung der gesan
len Vermögenslage des früberen Köniashauses los*
chlagen.
Diktator Franco verhaftet. Der frühere portugi
ische Ministerpräsident Joao Franes ist verhaftet warden
— Dem gerichtlichen Verfahren gegen Franco, der geger
Stellung einer Kaution freigelassen wurde, liegt die Be
chuldigung zu Grunde, daß Franco während seiger Dil
atur seine Amtsgewalt mißbraucht habe. Die Maßnahm
teht in keinem Zusammenhang mit den gegenwärtigen
freignissen, da die Ordnung völlig aufrechterhalten wirt
md niemand Unrube üiitet
Die Gemsen in der Schweiz. In der „Deutsch
Alpenzeitung“ (München) lesen wir: Im Anschluß an d
Meldung, daß der Kanton Graubünden für diesen Herd—
die Gemsjagd gänzlich verboten hat, beschäftigen sich d
schweizerischen Blätter lebhaft mit der Frage der Schon
ing und Erhaltung des Gemswildes in den Alpen. D
Zchätzungen über die Zahl der noch vorhandenen Gemse
hwanken zwischen 12000 und 20 000 Stück. Am zab
eichften und am besten kontrolliert ist dieses Wild in d
Zchonbezirken, den sogenannten Freibergen. So soll d
roße Glarner Freiberg am Kärpfstock, zwischen Sernf- un
Ainttal mindestens 12 000 Gemsen beherbergen. Man kar
ier noch Rudel bis zu 100 Stück beobachten. Wo d
zagd erlaubt ist, sind diese Grattiere natürlich viel spä
icher und seltener zu sehen, besonders da an manch
ANten auch außerhalb der Jagdzeit viel gewildert wirt
achverstanbege schazen die BZahl der Winterfelle — d
lile von gewilderien Gemsen herrühren müssen — un
sljährlich in den Handel oder in Verarbeitung bei Ge
ereien und Kürschnern gelangen, auf über 1000. Beson.
ers viel soll im Berner Oberlande gewildert werden. Ei
om Kanton Graubünden eingesetzter Ausschuß zur Heb
ing des Wildstandes bezeichnet einen Bestand von fün
zemsen auf den Quadratkilometer als normal und eb
esonderer Berücksichtigung der land- und forstwirtschaf
ichen Verhältnisse zuliässig. Danach vermöchte das schwei
erische Alpengebiet einen Gemsenbestand von annähern
O 000 Stück zu beherbergen, ohne daß dadurch die Land
ind Fraümirtichaft morklich geschädiat würden
— —
Von der Luftschiffahrt.
„P. 6* in Kiel. Das Luftschiff „P. 6“ stie
onntag in Kiel bei ungünstiger — uid ieh
n Passagieren auf und fuhr nach dem Hasen, wo es vo
en Besatzungen der Kriegsschiffe mit Hurrarufen begrüf
urde und einige Zeit kreuzie. Als sich starker Rear
nstellte, suhr das Lu' tschiff nach der Halle zurück.
*Ueberlandsflüg'e. Der Flieger Wien
ters, der am Sonntag in Bork zum Ueberlandflug na
ohannischal um 2 Uhr 14 Min. flar ete, tam hiꝛr
mer Höhe von eiwa 2500 Metern um 2 ühr 35 Min.
Sekunden an. Die Flugzeit betrug 41 Min. 10 Sen
en. Grade, der in Bork um 2 Uhr 26 Min it
ete, kam in einer Höhe von ungefähr 50. Metern um
Ahr 19 Min 30 Sel. an. Die Flugzeit betrug 533 M
30 Sekunden. Thelen, der in Bork um 2 Uhr
Nin. 30 Sek. startete, kam in einer Höhe von etwan
Metern an und landete 3 Uhr 30 Min. Die Flugzeit
rug 56 Min. 15 Sek Das Meltor war schün fas w
till.
*Waghalsiges Unternehmen. Der 5
m den 10 000 Dollar-Preis von Belmont-RPark nach d
ẽreiheitsstatue hat begonnen. Graham White und Veiie
mfsngen schon die Staut-
            
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