Hierauf wurde in die Beweisaufnahme eingetreten, zu
er einige 40 Zeugen geladen waren. Der Zeuge Latte—
Saarbrückeu schildert zunächst die Oertlichkeit der Tat. Im
zchlafe hörte der Zeuge gegen 4 Uhr morgens Schreie auf
er Straße, denen er erst keine Bedeutung beimaß. Als
ziese sich zu Hilferufen verstärkten, sah er aus dem Fenster,
vie eine Mannes- und eine Frauensperson mit einander
rangen. Sie zerrten sich hin und her in gebückter Stellung.
Das Mädchen rief: „Fritz, laß mich doch los, ich gehe ja
nit Dir.“ Die Schreie hörten dann auf und es war nur
noch ein Röcheln vernehmbar. Der Mann lief der Saar zu fort,
während das Mädchen erste schwankte und dann zusammen⸗
türzte. Ein anderer Tatzeuge, Schwimmeister Ohle⸗Saarrücken,
bekundet ebenfalls, zunächst gellende Schreie gehört
u haben uͤnd dann die obenerwähnten Rufe, außerdem
ioch: „Hilfe, er bringt mich um.“ Als der Zeuge hinzu—
ief, stürzte das Mädchen bereits zusammen. In der Hand
zielt sie noch ein Täschchen und eine eingewickelte Servier—
hürze.
Ueber das Vorleben des Angeklagten wurde festgestellt,
»aß er früher jahrelang in einer Stellung in Offenbach
var, wo er sich gut geführt hat. In Karlsruhe hat die
deinfrank verschiedene Stellungen gehabt und dort vorzugs—
veise mit dem Angeklagten verkehrt. Hierbei beschwerte
ich die Reinfrank zu einer Zeugin, daß ihr Beäutigam
tändig in ihrer Stellung auf ihre Kosten lebe, gut aß und
Wein trank. Auf Anraten, den Rist laufen zu lassen,
eigte sie auf ihr blauangelaufenes Auge und sagte: „Ich
ann nicht genug Geld verdienen für den. Wenn ich von
hm fortginge, würde er mich umbringen.“ Rist äußerte
elbst zu einer Stellenvermittlerin mit Bezug auf seine
Befängnisstrafe; „Ich habe unschuldig gesessen, die Rein—
rank hat mich ins Gefängnis gebracht, mein Leben ist jetzt
hin.“ Ein andermal äußerte er: „Wenn ich sie bekomme,
ann ist sie hin.“ Ferner äußerte Rist zu einer Zeugin:
„Die Reinfrank hat mich unglücklich gemacht, jetzt soll sie
iuch ihr Teil haben.“ Endlich wurden die Beziehungen
wischen Rist und der Reinfrank doch abgebrochen, wenig—
tens ließ sie sich von ihrer Wirtin die Versicherung geben,
»aß falls ein Rist nach ihr fragen sollte. ihr Aufenthalt
icht mitgeteilt werde. Sir fügte hinzu: „Wenn er
nich erwischt, dann geht es mir nicht gut.“
Der Zeuge Weißenberger hat mit der Ermordeten bis
um Tage des Mordes ein Verhältnis gehabt und am
Nordtage noch einen Brief an sie geschrieben, in welchem
r ihr nach Lösung ihres Verhältnisses mit ihm, viel
zͤlück für den neuen Bräutigam wünscht. Am Vorabend
er Tat saß der Zeuge Kellner Puhl mit dem Angeklagten
nder „Traube“ zusammen, wobei letzterer im Laufe des
vespräches über die bedienende Kellnerin äußerte: „Ich
asse fie nicht ,hier,, worauf die Reinfrank bermerkte:
Morgen bin ich nicht mehr da.“
Nach einer 2einhalb stündigen Mittagspause wurde
nder Zeugenvernehmung fortgefahren. Der Inhaber des
destaurants zur „Trceube“ Zeuge Hoffmann bekundet doß
ie Ermordete bei ihm seit etwa 6 Tagen vor dem Mord
a Stellung gewesen sei. Sie ging am 30. Mai in Be—
leitung eines Mannes auf die Wohnungssuche. Nach
rfolgloser Rückkehr disputierten beide miteinander. Später
eklagte sich das Mädchen bei dem Zeugen, daß der Mann
der Angeklagte) von ihr verlange, Geld zu verdienen und
s ihm zu geben. Der Zeuge riet ihr eine Anzeige bei der
zolizei, worauf die Ermordete sagte: „Ich bin morgen
rüh verschwunden.“ Zeugin Frau Hoffmann berichtet, daß
ie Reinfrank am 30. Mai mit dem Angeklagten nach—
nittags ins Geschäft gekommen sei. Auf Befragen erzählte
e; „Der verfolgt mich schon 2 Jahre, ich kann hingehen,
oohin tch will. Er will haben, daß ich für ihn arbeite.“
Vährend dieser Bekundungen weint der Angeklagte heftig
ind bricht schließlich laut schreiend und mit den Händen
chlagend zusammen, erholte sich aber gleich w'ieder.
Der Zeuge Guske lernte die Reinfrank einige Zeit vor
hrer Ermordung kennen und begann ein Verhältnis mit
hr. Am Vorabend der Tat gab sie ihm im Beisein des
lngeklagten ihren Hausschlüssel mit dem Bemerken, das
)aus schön zuzuschließen, in dem beide gemeinsam wohn—
en. Guske wurde auch nach der Tat zunächst als Täter
yerhaftet, dann aber wieder freigelassen. Der Zeuge Meyer
jat am Vorabend der Tat einem Manne mit heller Weste
in starkes Messer verkauft. Die dem Zeuze vorgezeigte
Weste des Angeklagten bezeichnete derselbe als ähnlich der—
enigen, die der betreffende Käufer trug, den er nicht mehr
enne. Während der Beschäftigung in Völklingen einige
Lage vor dem Mordrage lernte der Angeklagte den Zeugen
dellner Mertens kennen. Nach dem Mord kam er zu dem
zZeugen und erzählte diesem, daß man in Saarbrücken in
hner Nacht einem Mädchen den Hals abgeschnitten habe.
Als Mertens darauf fragte, ob das Mädchen bekannt sei,
neinte Rist: „Die kemen Sie nicht, die ist noch nicht lange
n Saarbrücken.“ Beim Fortgehen übergab er dem Zeugen
inen Frack zum Aufbewahren und liek sich 50 Pfq. von
hm geben.
Einige Tage später kam eine Karte aus Metz. den
rack unter dem Namen Klein nach Metz postlagernd zu
enden. Inzwischen fand sich in dem Frack eine Visitenarte
des Rist, auf deren Ruͤckseite der Name Emma Rein—
rank stand. Dies wurde der Polizei mitgeteilt und dadurch
ie Verhaflung eingeleitet. Den früheren Krankenwärter
Vßordon fragte der Angeklagte in Metz, wie man Blutflecken
ius Kleidern entferne und wie teuer eine Perrücke ist. Die
Zeugin Kurz war die frühere Geliebte des Angeklagten.
Im Mai kam derselbe iu Frankfurt zu ihr, um ein neues
Lerhältnis mit ihr anzufangen. Er erbat dabei mehrfach
ßeldbeträge von einigen 30 Mark. Von Meg aus kamen
dann zwei Briefe an die Zeugin, in denen er um tele—
raphische Zusendung von Geld bat. Letzteres traf aber
rst in Metz ein, als er bereits festgenommen war. Bei
er Festnahme in Metz äußerte er auf eine Frage des
„chußmanns: „Ich weiß was ich gemacht, ich wollte mich
hon in Saarbrücken der Polizei stellen.“
Als Sachverständiger bekundete Herr Dr. Ricke, daß die
deiche 4 Schnittwunden aufweise, wovon eine an der rech—
ea Hand und eine am Kinn wohl gleichzeitig durch einen
aichnitt bei der Abwehr erfolgt sind, während die zwei an—
eren, unbedingt tötlichen Schnitte den Hals bis auf den
Virbel durchgeschritten. Als Werkzeug komme nur cin
sarkes scharfes Messer in Betracht. Dieser Ansicht pfli ht
ete der Kreisarzt bei mit der Abweichung, daß es nich—
eststehe, ob der Hals ein oder zwei Schnuͤte erhalten habe
hm gegenüber habe der Angeklagte entgegen seinem heu⸗
igen Leugnen betont, er habe nicht töten wollen. Damit war
ie Beweisaufuahme geschlossen.
Neben der Frage nach vorsätzlicher, mit Ueberlegung
usgeführter Tötung (Mord) wird die Frage nach Körper—
erletzung mik Todesfolge den Geschworenen vorzelegt Herr
7taatsanwalt? Michalke hält die Frage nach Mord sür er—
oiesen und bitctet um Bejahgung dieser Frage. Demgegenüber
rklärte Herr Rechtsanwalt Lanser als Verteidiger des An—
eklagten für die Annahme, die Tat sei ohne Ueberlegung
usgeführt woorden. Die Vorgänge des Nachmilttags und
bends könnten eine Absicht der Täötung mil Ueberlegung
icht herleitein. Auch die Postkarte mil dem Abschied von
n Eltern mad dem Leben sei nur ein Ausfluß seiner Al—
Astimmimeöei iu GBirblick àauf seine Stessunge—- und Mift—⸗
ellosigkeit. Nach erfolgter Rechtsbelehrung durch den Vor—
tzenden zogen sich die Geschworenen gegen einhaib 9 Uhr
ur Beratung zurück.
Nach etwa einer Stunde verkündete der Obmann den
zpruch der Geschworenen, daß der Angeklagter des vorsätz—
ichen und mit U berlegung ausgeführten Modes schuldig
ei Das Urteil lautete demgemäß nach dem Gesetz auf
Todesstrafe und Ehrenrechte. Der Verurteilte nahm das
irteil sichtlich geknickt entgegen.
damit hatte die bis nach einhalblo Uhr abends dauernde
zitzung ihr Ende erreicht.
Obervölklingen, 14. Okt. Am Donnerstag begab sich
ie 7jährige Tochter eines Grubenbeamten zu einem hiesi—
en Metzger, um Wurst zu kaufen. Die Mutter gab dem
dind ein Zehnmarkstück mit. Nachdem das Kind die Wurst
sekauft und ihm der Metzger das übrige Eeld (8,680 Mke.)
a die Börse getan hatte, verließ das Kind den Laden.
ßor der Türe angekommen, gesellte sich ein etwa 16jähr.
Mädchen zu ihm. In einiger Entfernung von dem Metzserladen
nun sagte die Begleiterin plötzlich zu der Kleinen:
„Zeig mir mal dein Geld, der Fleischer hat dir zu viel
erausgegeben“. Das Kind händigte ihr ohne weiteres
eine Börse ein. Letztere zählte das Geld nach, gab es
ann mit dem Bemerken zurück, das Geld stimme doch.
ind entfernte sich in der Richtung nach Altenkessel. Als
iie Mutter des bestohlenen Kindes das Geld zu Hause
achzählte, fehlteu 9O Mk. Hoffentlich gelingt es der Polizei
ie Diebin zu ermitteln. (Völkl. Ztg)
Wehrden, 14. Okt. Der I6jährige Schneiderlehrling
lnton Willems, ehemaliger Fürsorgezöglich, ist am 21.
lugust d. J. von seinen in Wehrden wohnenden Eltern
ortgegangen, um sich zu seinem Meister nach Wadgassen
u begeben. Willems ist in Wadgassen aber nicht einge—
roffen nund fehlt seit diesem Tage jeder Anhalt über seinen
jsegenwärtigen Aufenthalt. Da er ohne Papiere list, wird
ngenommen, daß er sich in der Umgegend umhertreibt.
ẽs wird ersucht, nach dem Genannten forschen zu lassen,
hn im Betretungsfalle festnehmen und der Polizeiverwal—
ung Völklingen Mitteilung zukommen zu lassen. Die Per—
pnalbeschreibung ist folgende: Gestalt: kräftig; Haare:
lond; Größe 1,62564 Meter. Besondere Kennzeichen:
sinkt mit dem linken Beine; Bekleidung: brauner dunkler
lnzug, grünlicher Hut und Schnürschuhe.
Urselsbach, 14. Okt. Gestern nacht fiel der pens. Berg⸗
nann Stephan aus dem Fenster des oberen Stockwerkes
einer Wohnung auf das vor dem Hause befindliche Pflaster.
zur Arbeit gehende Bergleute fanden den Besinnungslofen
m Boden liegen und trugen ihn in seine Wohnung, wo
r alsbald verschied. Die näheren Umstäde des Unfalles
onnten daher nicht mehr erfahren werden.
Saargemünd, 14. Okt. Hente Nachmittag verurteilte
ie Strafkammer des Landgerichts deu Klein-Rosselner Post⸗
utscher Roland, der kürzlich 80 000 Mk. aus seinem Wagen
ntwendet hatte, zu zwei Jahren Zuchthaus.
zàElberfeld, 15. Okt. GSin zärtliches Paar.)
die Frau eines Fabrikasbeiters, die mit ihrem Mann
Streit gehabt hat'e und dabei von ihm verprügelt wor—
en war, griff abends, nachdem sie sich vorher Mut ange—
runden hatte, zum Revolver und gab daraus auf ihren
Rann zwei Schüsse ab. Glücklicherweise verfehlte sie ihr
ziel. Die Täterin wurde verhaftet.
* Solingen, 15. Olt. (VSieber Sänger als
ztadtverordneter.) Hier hat ein Stadtverordue—
er, ein Kandidat der Hausbesitzer, sein Mandat niederge—
egt mit der mertwürdigen Begründung, daß ihn — ge—
angliche Studꝛen am Kölner Konservatorium hindern, die
zerpflichtungen eines Stadtvaters in wünschenswerter Weise
uszufüllen. Die Solinger müssen daher zu einer Neu—
ahl schreiten
* Wesel, 15. Okt. (Ein unzufriedener Re—
rut.) Einen Selbstmordversuch machte auf dem Be—
rkskonimando ein Rekrut. Er versuchte sich mit einem
Resser den Hals zu durchschneiden. Mit erheblichen, aber
icht lebensgefährlichen Verletzungen wurde er ins Laza—
tt geschafft.
* Mülheim a. Rh., 15. Okt. (gRu unrecht ver—
ächtigit.) Der Kaufmann, der under dem Verdacht,
ein Kind vergistet zu haben, verhastet wurde, ist aus
er Haft entlassen worden, nachdem die Obduktion der
reiche keinen Anhalt für einen unnatürlichen Tod des Kin—
es gegeben hat.
*Godesberg, 15. Okt. (Die Godesburg.) Aus
linlaß der 700 jährigen Wiederkehr des Tages, an wel—
hem der Grundstein zur Godesburg, dem alten Wahrzei—
hen am Rhein gelegt wurde, wurde am Samstag, den
15. Oktober, die Godesburg festlich beleuchtet.
* Darmstadt, 15. Olt. Genossenschaftstag.)
Anter dem Vorsitz des Generalanwalts Geheimrat Haas
agt hier der Vorstand des Internationalen Bundes der
andwirtschaftlichen Genossenschaften, dem im ganzen zirke
5 000 Genossenschaften angehören. Vom Auslande sind
zertreter aus Oesterreich Ungarn, Italien, der Schweiz
dolland, Serbien und Japan anwesend.
* Stutigart, 15. Okt. (Die Fleischnot.) Di
Obermeister der württembergischen Fleischerinnungen haber
eschlossen, die Reichs- und Landesregierung zu bitten
l., daß unverzüglich die Zölle auf Schlachwieh und Fut
ermittel herabgeseßt, die Quarantänevorschriften möaglicht
rleichtert und das Vieheinfuhrverbot wieder aufgehoben
verde, 2., daß de Landwirischaft zu vermehrter Vieh—
ucht und Viehhatang veranlaßt, und insbdesondere bei
cerbpachtung von Staatsdomänen ein entsprechender Vieh—
estand verlangt werde, 3. daß die Bahnfrachtsätze für
ch acht und Zugvieh herabgesett werden, und 4., daß
uf mäßige Schlachtgebühren in den Gemeindeschlachthäu—
rn und auf Uebernahme der Beschaugebühren auf Ge—
ieinde- und Staarskassen hingewirkt werde.
Trier, 14. Okt. Mordprozeß Breuer. Nachmittags⸗
itzung. Die Büffetdame Lilli Flötsinger aus Berlin will
a Cafe Ernst morgens um 6 Uhr besiimmt gesehen haben,
»ie Breuer mit zwei Herren an die Bar trat und eine
Rrowningpistole mit rohen Worten auf den Tisch warf.
Ils sie den Portier rief, war die Pistole verschwunden. Sie
ꝛnne Browning-Pistolen von einem, der ihr nahe stehe,
eessen Namen sie aber erst angibt, als die Verteidigung
sie Anwendung gesetzlicher Zwangsmaßnahmen beantragt.
luf die Probe gestellt, erklärte die Zeugin, sie vermöge den
inhalt eines Futterals, der einen Revolver enthielt, nicht
u kennen. An jenem Morgen habe das Futteral aber be—
immt eine Browning-Pistole enthalten. Mehrere Zeugen
»inden daß die FXFIöüondger oft hefrunfen sei Nuch houtfe
acht sie einen ähnlichen Eindruck; es wird jedoch festge—
ellt, daß sie zur Beruhigung des Herzens vor der Ver—
»ͤhmung Ather genommen habe, unter dessen Wirkung
ach Ansicht der Sachverständigen die Rückerinnerung ge—
tten haben könne. Zeuge Lokomotivführer Zünskes aus
öln hat mit Mattonet sehr freundschaftlich, aber nach seiner
zekundung sittlich rein verkehrt; doch nannte der junge
Nann, der oft Geld von Mattonet erhielt, bei Zusammen—
änften und in Briefen ihn vertraulich „du“. Mattonet
lagte zuletzt über Geldverlegenheiten und sagte, wenn er
icht so feige wäre, würde er sich längst eine Kugel durch
en Kopf jagen. „Wenn du den Mund halten könntest,
dürde ich dir etwas anvertrauen“. Mattonet sei sehr
ungstlich und vorsichtig bei der Handhabung von Waffen
ewesen. Der Zeuge Kaufmann Buse aus Hönningen will
zon einem Sohn Mattonets in Gerolstein gehört haben, daß sein
zater in der letzten Zeit sehr aufgeregt gewesen sei, als
b er gewußt hätte, was ihm bevorstehe.
Trier, 16. Okt. In der Vormittagssitzung des Mord—
rozesses Breuer ließen sich die Zeugen über den Charakter
Nattonets aus. Der Ackerer Scharkopps lieh 300 M. von
Nattonet, wobei Mattonet klagte, Geld habe er genug,
ber mehr Leid als der Zeuge. Der Bürgermeister Drescher
us St. Vith stellte Mattonet das beste Zeugnis aus. Er
i hoch angesehen gewesen und habe Stadtverordneter und
dommerzienrat werden sollen. Sein Vermögen betrage noch
eute 800 000 M. Einen Selbstmord hält der Zeuge für
usgeschlossen Wenn Mattonet den drohenden Skandal von
iner Familie hätte abwenden wöollen, hätte er eher den
rpresser erschossen; denn durch einen Selbstmord hätte er
och größern Schmutz auf seine Familie, die er außeror—
entlich geliebt habe, gehäuft. Aehnlich äußerte sich der
mtsrichter Patheiger aus St. Vich. Das Bekanntwerden
s unlauteren Verkehrs hätte Mattonet, der sehr angesehen
»ar, gesellschaftlich unmöglich gemacht. Dem Zeugen
ichneider Daleiden, dem Vorsitzenden des St. Vither
Nännergesangvereins, hat Mattonet kurz vor der Abreise
ach Gerolstein gesagt, er komme am abend zurück und
esuche die Vereinssitzung. Auch dieser Zeuge erklärte, er
alte Mattonet eines Selbstmordes nicht für fähig. — In
er Nachmittagssitzung sagten mehrere Zeugen von Matto—
ets Verkehr mit einem fremden blonden Herrn aus, de
ber nicht der Angeklagte war. Kaufmann Niederkorn sagt
us, Mattonet sei stets besorgt um sein Leben gewesen
zelbstmord hätte er auf der Straße wohl niemals begangen
zr wäre freigebig im Geldverleihen gewesen, auch da, wo
eine Zurückzahlung zu erwarten war. Große geschäftliche
Zläne, die er kurz vor der Tat gehabt hatte, schlössen wohl
ie Absicht eines Selbstmordes aus. Mattonets zweite Ehe
i geschieden worden; in ihr habe gegenseitige Abneigung
estanden. Der Zeugin Gosens, der frühern Haushälterin
ei Mattonet, sagte er vor der Reise, daß er abends 8Uly
urückkehren werd⸗
Neueste‘ achrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 17. Okt. Das Ballonwettfliegen in der
zektion Saar-Mosel des niede rheinischen Vereins für Lust-—
chiffahrt nahm einen glänzenden Verlauf. Am Samstag
Nittag fand die Fuchswettfahrt statt mit interner Automo—
ilverfolgung. Es starteten 13 Ballons. Der Fuchsballon
andete in der Nähe von Saargemünd. Den 1. Preis er⸗
sielt der Ballon Freiburg-Breisgau unter Führung des
dauptmanns Spangenberg Freiburg. Den 2. Preis er—
sielt der Barmen unter Führung des Leutnants Rommeler
Zaarbrücken. Den 3. Preis erqgielt der Ballon Elmendorf
inter Führung des Leutnonts Blau Berlin und den 4.
Lreis der Ballon Abercron unter Führung des Regierungs—
ats Ludovici Düsseldorf. Den Scherzpreis für die weeteste
Entfernung erhielt der Ballon Brounschweig. Den Preif
ür Automobilverfolgung erhielten die Herren Gewerbein—
pektor Mangeli und Ingenieur Mellers. Im ganzen star—
eten 13 Ballons mii 45 Insassen. Bei der Mitfahrt, dte
im Sonntag abend stattfand, starteten 11 Ballons, die dei
stichtung nach Westen einschlugen und die wahrscheinlich
iuf französischem Gebiet landen werden.
Friedberg, 16. Okt. Gestern Vormittag von 11 bis
2 Uhr machte der Zar seit seiner sechswöchentlichen An—⸗
vesenheit seinen ersten Spaziergang durch die Stadt in Be—
zleitung seines Leibarztes und seines Adjutanten.
Berlin, 17. Okt. Dte Hundertjahrfeier der
kriegsakademie erreichte in einem Festakt, der in Anwe—
enhelt des Kaisers in der Aula der Kriegsakademie statt—
and, ihren Höhepunkt. In dem festlich geschmückten Ve—
ibül präsentierten Wachtposten in historischen Uniformen,
nnd die Offiziere des jüngsten Jahrgangs der Akademie
ildelen auf der Treppe Spalier. Nachdem der Kaiser
ine Ansprache gehalten hatte, hielt der Direktor der Aka
»emie, Generalleumeant Frhr. v. Manteuffel eine Rede,
n der er zunächst dem Kaiser den Dank der Kriegsaka—
»emie für sein Erscheinen aussprach, um sodann auf die
Bedeutung des Tages einzugehen.
Paris, 17. Or. Die Verhandlungen über die tür—
Nissche Anheihe stoten immer wieder auf Schwierig—
eiten, doch hat die hiesige Regierung selbst in Konstanu—
wpel eine Fristverlängerung beaniragt. Eine Erhöhung
es ursprünglichen Betrags von 6 Millionen Pfund ist
zegenwär ig nicht beabsichtigt, da solche vorerst für die Be—
»urfnisse der Tür'ei genügen und alein autorisiert sind.
Fine weitere, Anleihe von fünf Millionen ist daker »erst für
üchstes Jahr vorgesehen.
Teheran, 17. Okt. Das Reutecsche Bureau erföhrt
us glaubwürdiger Quelle inbezug auf die heineAn—
eihe, die die persische Regierung mit einem Londoner
dause abschließt, für deren Dienst die Zuwe'sung und
zölle in den Häfen des persischen Golfs in Aussicht ge—
cenmen wird, daß die brit'sche Regierung dem Verneh—
ten nach geneigt sei, zuzugeben, daß die Rechte der russi—
chen Regierung berücksichtigt werden. In maßgebenden
dreisen herrscht hier die Meinung, daß d'iese Konzession
s ein Faktor anzesehen werden müsse, der zur Errich—
ung einer starken rus ischen Stossumg im Mersischen Gali
ühre
Brüůssel, 16. Okt. Der Verkehr zmit Brüssel ist heute
norgen wieder aufgenommen worden. Der Pariser Mittags—
Hnellzug, der Paris um 8 Uhr morgens verläßt, ist mit
iner einstündigen Verspätung eingetroffen. Die Lage im
kohlengebiet ist unverändert, da, der Güterverkehr noch nicht
egonnen hat. Die Kohlenzechen erleiden einen großen
haden. da hefrächtliche Lieferungen für Paris nicht he—
tzrdert werden können oder auf den langsamen Schiffs⸗
erkehr angewiesen sind. Die Frachtpreise für diesen sind
hr erheblich in die Höhe gegangen. Der Dampfer Canter.
ury der Linie Dover⸗Calais ist heute morgen mit etwa
00 Briefsäcken der indischen Post in Ostende eingetroffen
ind um 8 Uhr morgens hat ein Zug, der die Verbindung
on London mit Brindisie herstellt, Ostende verlassen.
Paris, 17. Okt. Diese Nacht 1 Uhr 25 Min. explo—
ierte vor der Wohnung des Direktors der Blätter „Patrie“
ind „Presse“ Emil Massar auf dem Leuward Pereire eine
zombe, welche bedeutenden Materialschaden anrichtete. An
er Tür des Hauses war ein Zettel angebracht mit den
Vorten: An Emil Massar, erste Mahnung. Man glaubt
aß diese Mahnung an alle Zeitngen gerichtet ist, wegen
hrer Haltung gegenüber den Ansständigen. Das Haus
eben Massar wird von der Tragödin Sarah Bernhard!
wohnt.
New VYork, 15. Okl. Wellmann hat die Reise über den
)zean in seinem Lenkballon Amerika mit sechs Personen
in Bord angetreten.
Newyork, 15. Okt. Ein drahtloses Telegramm der
smerika lautet: „Ein nordöstlicher Kurs ist eingeschlager
»orden. Die Motoren arbeiten vorzüglich, alles ist woh,
in Bord.“ Das Luftschiff ist zuletzt an der Küste Lond—
Jslands gesichtet worden.
Newyork, 15. Okt. In einem weitern drahtlosen Tele—
ramm eikläri Wellmann daß er die Ballonfahrt nach Eu—
opa angetreten habe und zwanzig englische Meilen in der
Ztunde zurücklegte.
Newyork, 17. Okt. Wellmann erklärte knrz vor seiner
Abfahrt, daß es seine Absicht sei, ungefähr bei dem 41. Grad
stlicher Breite und 47. Grad westlicher Länge des Allan—
ischen Dzeans zu wenden und von dort direkt nach Ena
and zu fliegen.
Newyork, 17. Okt. Nach den letzten Nachrichten kämpft
»er Ballon „Wellman“ noch immer an der Küste. Wellman
hurde, wie man erfährt, von seinen Mitfahrern zum Start
sezwungen und man vermutet hier, daß er einen Vorwand
ur Rückkehr fiuden würde.
Nachdem die Ausdehnung der Vorschriften, betr. di—
Kegelung des Lehrlingswesens sowie des Gesellen- und
Meisterprüfungswesens, auf die weiblichen Handwerker aus
»em Damenschneider:: Putzmacher- und Friseurgewerb
urch die Königliche Regierung genehmigt worden ist
indet ein
*
algemeine Persammlung
er sämtlichen Betriebsinhaberinnen für den Abteilungsb—
irk Saarbrücken am
Donnerstag, den 20. ds. Mts., nachmittags
3/3 Uhr, in Saarbrücken
m kleinen Saale der „Tonhalle“ zu Saarbrücken 1 stati
nit folgender Tagesordnung:
Bericht über die bisherigen Beschlüsse, betr. di
Regelung des Lehrlingswesens für weibliche Lehr⸗
linge aus dem Damenschneider-, Putzmacher- und
Friseurgewerbe.
Aussprache über die Anforderungen bei den
Gesellen- und Meisterprüfungen und über die
Besetzung der Prüfungsausschüsse für die vorge
nannten Gewerbe.
Wir laden hiermit die sämtlichen Betriebsinhaberinnen
ius diesen Gewerben aus dem Abteilungsbezirk Saar—
rücken zu der Versammlung ein. Bei der Wichtigkeit de—
'agesordnung bitten wir um zahlreichen Besuch.
zaarbrücken 1, den 15. Oktober 1910.
Der Vorstand der Handwerkskammer.
„Warum zu empfehlen ist der —
Bebrauch von Zucker's Patent—
Nedizinal⸗Seife bei Rauhigkeit Y ausierer
u. Schuppungen der Haut, beiffür mehrere gutlohnende Artike.
eichter Ichthyosis, ganz besonders gesucht. Offerlen an die Expeditio—
bei Unreinheiten derselben, wenn der Zeitung erbeten.
mitesser u. deren Folgezustände, — — — —
—M— Wohnung
1 0 9 2 Zimmer und Küche mit Zubebß—
sofort zu vermieten.
Zknötchen, Pusteln nsw., das be Rohe. Egl. Steige
zannte, unschöne Gesichtsbild her— ssudstr.
orrufen.“. dt das Urteil de· ⸗ ü⸗ — 7
Herrn Dr. med. W. in Dresden über 8* 3
dee nt Hämorrhoiden!
Snc v0 Pfennia Hagenleiden!
autausschlãgo!
8 —WU F costenios teile ich auf Wunsch
* Freiwillges — aee
— F auungs-und Stuhlbesehwer—⸗
* Feuerwenr len, Blutstockungen, sowie an
9. — Korps Iamorrhoiden, Flechten, offene
oer— Zeine, Entzundungen ete. lei-Dudweiler.
ich di ie αι
— ienten, die oft jahrel it
—S— olehem eag — ——
* di lasti Uebel
Löschzug 1 und 2. en e aee
Montag, den 17. Oktober, vorden. Hunderte Dank- und
ibends 8 Uhr bei Kamerad Reiter Anerkennungsschreiben liegen
Kaisersaal) or.
Versammlung. vetee,
Tagesordnung: 1. Alarmubung.
2 Wehrangelegenheiten. —
Kerger, Branddirektor. J
Lieler Buckli
Kistchen 1.90
*
Franz Louis Wwoe
C. Troeger.
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IPped ank.
Heute und morgen nachmittag
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Rindileiseh zuu 35 Pfa
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A⏑ — —* —
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Wie keine Sunlicht Seife mehꝰ
All'ausoerkauft? Da dank ich sehr.
Mit andrer Seife wasch ich nicht!ꝰ
Hõchst aufqebracht frau klsbelh spricht.