Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Mandverschluß. Die Heeresausbildung hat ihren Ab
chluß in den Truppenmanövern gefunden. Die Reserv
rüstet sich zur Heimkehr; ein Teil der Offiziere geht au
Kommandos; ein anderer Teil bereitet sich mil seinen
Unteroffizieren für die neue Rekrutenausbildungsperiod
vor, die für den Leutnant wie für den Unteroffzier di
anstrengendste Tätigkeit des Dienstes darstellt. Dem Unter—
offizier winkt dafür nach 12 jähriger Dienstzeit der Zivil—
versorgungsschein. Eine Anzahl von ihnen, gegen 8000
steht nunmehr wieder vor der Rückkehr zum buͤrgerliche
beruf. Zur Erleichterung des Ueberganges hat der Minifte
des Innern im vorigen Jahre eine Verfügung erlassen
wonach beiden Bezirkskommandos über die an den Kommunal.
verwaltungen den Kapitulanten vorbehaltenen Stellen Ver—
eichnisse geführt werden, die den Truppenteilen für die
alten Unterofsiziere zur Einsichtnahme zur Verfügung
tehen.
Wir machen im Interesse der Heeresverwaltung und zu—
FErlangung eines guten Kapitulankenersatzes gern auf diest
inrichtung aufmerksam.
—AD
Okt. vorm. 11 Uhr kamen im Stations-Kaffe J. Sieben
feiffer, Eisenbahnstraße 68, eine Anzahl Briefmarkensammlern
zusammen, welche die Gründung eines Vereins beschlossen
Um dem Unternehmen einen festen Grund zu sichern, wer—
den vorderhand jeden Sonntag morgens von 1121 Uhr
Zusammenkünfte der Sammler stattsinden, in denen das
Tauschgeschäft gepflegt wird. Alle Freunde des Briefmarken—
sammelsportes werden zur Teilnahme an diesen Zusammen—
künften eingeladen. Interessenten werden gebeten Ihre
Adresse zwecks weiterer Erklärungen dem Schriftführer
herrn Peter Dörrenbächer Saarbrücken 2 Franzstraße 1
»der dem Vereinswirt Herrn Jakob Siebenpfeiffer Saar—
brücken 1, Eisenbahnstraße 68 mitzuteilen. Der Cintritt ist
»is zum 8. November 1910 frei.
Verteuerung der Eier? Eine bedeutende Preissteige⸗
ung macht sich zurzeit bei den Eiern bemerkbar. Die letzt⸗
vöchigen Abschlüsse haben bereits eine Erhöhung von 5
vis 7 Mark pro Hundert gebracht, der bals eine weitere
Steigerung folgen soll. Begründet wird diese Erhöhung von
den Grossisten durch die mangelnde Einfuhr aus Ungarn,
wo bekanntlich durch die Ueberschwemmungen zahlreiche
hühner den Tod fanden. Auch die Einfuhr aus Rumanien
ist noch einige Wochen gesperrt, da daselbst die Geflügel⸗
holera ausgebrochen war, die aber bereits als erloschen er—
lärt wird. Angesichts dieser Tatsachen kann unseren Land—⸗
virten nicht dringend genug empfohlen werden, immer
nehr Wert auf die Geflügelzucht zu legen, um so das Ab—
—X allmälich in den Hinter—
zrund zu drängen, denn erwiesenermaßen gehen Tausend
»on Mark alljährlich allein für Eier ins Auͤsland.
Kartoffeln und Zuckerrüben statt Wein! Nachdem
ain in der Rheinpfalz in der Hauptsache die Weinernte
»eendet ist, sieht der Winzer die traurige Wirklichkeit in
iackten Ziffern vor sich und der Vermögendere kann ziem⸗
ich genau ausrechnen, bis wann auch er wie die meisten
leinen Winzer jetzt schon am Bettelstab fein wird In der
vegend von Neustadt und Edenkoben findet daher das schon
in den letzten Fehljahren von einigen Mutigen gegeben—
heispiel jetzt zahlreiche Nachahmer, indem eine größere An⸗
ahl von Winzern beschlossen haben, die Weinberge auszu—⸗—
eißen und Aecker zum Kartoffel⸗ und Zuckerrübenbou da—⸗
aus zu wachen. Wie die Verhältnisse in der Psalz lie—
jen — die vom bayrischen Staat versprochene Hilssaktion
jat vollständig versagt — ist es nicht zu bezweifeln, daß
gößere Flächen Weingelände im Tal ausgerodet werden.
Tden Besitzern von steinigen Bergabhängen, die nichts an—
eres als Wein hergeben, bleibt diefer letzte Ausweg al⸗
erdings nicht. Der kommende Winter wird sehr traurige
Perhällnisse in der Pfalz bringen.
Für Reisende. Der zu spät zum Zuge kommende
Keisende erhaͤlt nach den neuesten Bestimmungen auf den
reußisch⸗hessischen Staatsbahnen von den Bahnsteigschaff⸗
nern eine Ausweiskarte unentgelt ich. Mit dieser hat er
ich auf der folgenden Station, wo der Zug anhält, bein
Zugführer zu melden und eine Fahrkarte für die bereits
arückgelegte Strecke nachzulösen. Bisher wurden Reisende
die keine Fahrkarte besaßen, nur nach vorhergehender Mel—⸗
»ung beim Fahrdienstleiter zur Mitreise zugelassen, Dies
war mit Umständen verknüpft, wodurch des öfteren noch
die Mitnahme in Frage gestellt war.
Personalnachricht. Se. Majestät der Kaiser und
dönig haben allergnaͤdigst geruht, den Oberberghauptmann
und Ministerialdirektor im Ministerium für Handel und
Gewerbe, von Velsen, zum wirklichen Geheimen Nat mil
)em Prädikat Exzellenz zu ernennen.
Eine Feierschicht wird am Montag, den 17. Oktobern
ür alle Saargruben mit Ausnahme der Gruben Schwal—
»ach, Reden, Kohlwald, Dechen und RPelsen eingelegt
verden.
Saarbrüken, 12. Okt. In der heutigen Schwurgerichts⸗
itzung wurde wegen Notzucht gegen den Bergmann Franz
Meiser aus Wemmetsweiler und den Schreinergesellen P.
Nieser aus Kaisen verhandelt. Nach Verlesung des Er—
ffnungsbeschlusses wurde auf Antrag der Staͤalsanwaltschaft
 di e Deffentlichkeit ausgeschlossen. Von den Geschwore—
nen wierd bezüglich Meiser die Schuldfrage auf Notzuchts—
ve suche bejaht, ebenso bei Nieser die Beihilfe zu diesem
berbrchen. Beiden Angeklagten wurden mildernde Umstände
ige dittigt. Der Antrag des Staatsanwältes lautete für Meiser
qus uMonate Gekfängnis, für Nieser auf 4 Monate Ge—
angn s. Jedem der Angeklagten soll 1 Monat Untersuchungs—⸗
jaft aingerechnet werden. Das Urleil des Geridus lausete
dementsprechend. (Sbr. Volksz.)
Saarbrücken, 13. Ott. Wie bereits mitgeteilt, hält die
keltion Saar-Moösel des Niederrheinischen Vereins für Luft⸗
chiffahrt am 165. und 16. d. M. eine große luftsportliche
Veranstaltung ab. Am Tage der Fuchsjagd sowohl wie be
der Weitfahrt nehmen je 180 Ballons ieil? vie Meldungen
erfolgten aus Boim, Essen, Duffetdorf, Wesel, Stullgaͤrt
Ludwigsburg, Freiburg, Köln, Neuß, Trier und Gelsen—
lirchen. Es gibt vier Preise für die Weinwvetlfahrt am 16.
im Werte von 5300 bis 1000 M., sfünf Preise für die Fuchs—
agd im Werte von 100 bis 400 M., ein Preis für den
Jeger in der Automobilnoerfolaung im Werte von 200
ork.
Reunkirchen, 13. Okt. Nächsten Sonntag und Mon—
ag findet hier der Zentrumsparteitag für den Regierungs⸗
ꝛezirt Tri er statt. Am Montag morgen beginnen die Be—
atungen der Delegierten mit einer Zusammenkunft der
zeutrümlichen Gemeinderatsmitglieder aus dem Reg.⸗Bezirk
Trer im Kathol. Gesellenhause. Oeffentliche Versammluͤn—
den werden ain Sonntag nachmittag im Prinzschen Saale
ind Kathol. Gesellen haufe veranflaet werden.
Friedrichsthal, 13. Okt. Ein raffinierter Straßenraub
durde am Dienstag abend in der Nähe des Ostschachtes
»er Grube Friedrichsthal von einigen noch unbekannten
Straßenräubern ausgeführt. Es wird uns darüber folgen—
des gemeldet: Als sich der Provisor der Quierfschieder
Apothele am Dienstag abend von Friedrichsthal aus nach
dause begeben wollte, wurde er plöhlich im Walde in der
Nate gag Ostschachtes bon einigeu Megelagerern. do sich

m Gebüsch versteckt hatten, rücklings überfallen, zu
ßoden geworfen und seiner Barschaft beraubt. Außerden
odurde der Ueberfallene, der sich zuerst zur Wehr setzte, nod
chwer mißhandelt. Nachdem die Straßenräuber den
leberfallenen das Geld und ein Kistchen Zigarren abge
nommen hatten, ließen sie von ihrem Opfer ab und suchter
schleunigst das Weite. Die Quierschieder Polizei und
Bendarmerie hat die Verfolgung der Straßenräuber be—
reits aufgenommen und ist denselben, wie uns soeben auf
unsere Anfrage hin telephonisch mitgeteilt wird, bereits auf
der Spur. Hoffentlich gelingt es auch recht bald, die
Wegelagerer zu ermitteln, damit sie ihrer gerechten Strafe
nicht entgehen. (Fr. B. Gen.Anz.)
saarlouis-Roden, 13. Okt. Gestern abend kurz nach
5 Uhr wurde unser Ort schon wieder durch Feueralarm in
Aufregung versetzt. Diesmal tobte das verheerende Ele—
ment in der Ratstraße. Das der Wwe Kierenz gehörige
Wohnhaus war auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise ir
Brand geraten. Da zufällig niemand zu Hause war,
wurde das Feuer erst bemerkt, als die Flammen schon zum
Dach hinausschlugen. Die Feuerwehr konnte nicht recht—
zeitig zur Stelle sein, weil die meisten Feuerwehrleut
auswärts beschäftigt sind, und so sprang das Feuer unge—
stört auf das Nachbargebäude der Familie Lillig über. Das
sierenzsche Wohnhaus brannte vollständig nieder, von den
Nachbargebände wurde nur das Dach zerstört. Ein dritte
daus wurde durch das Eingreifen der Feuerwehr gerettet,
»is auf einen Teil des Daches. Die Brandschäden sind
»urch Versicherung gedeckt. Ein Feuerwehrmann wurde
zei den Löscharbeiten verletzt, sodaß er ärztliche Hülfe in
Anspruch nehmen mußte. Frau Kierenz stürzte beim An—
blick ihres brennenden Hauses ohnmächtig auf die Straßeé
und nmußte in ein gegenüberliegendes Haus gebracht wer—
den. Man nimmt an, daß das Feuer durch Selbstenk—
zündung des Futters entstanden ist.
Karlingen, 12. Okt. In der gestrigen Naht gegen 12
Uhr ereignete sich ein Unglück, das einem jungen Mann
das Leben kostete. Auf Schacht 2 war ein Steiger mit
drei Arbeitern damit beschäftigt, an einem außer Betrieb
zesetzten Bremsberg wieder eine neue Wetterführung aus
zubringen. Zu diesem Zwecke wurden Butten vorgebaut
un die schlagenden Wetter und Stickluft herauszuleiten
Der Steiger Reitz und der Arbeiter Bäcker drangen eir
venig zu weit vor und stürzten betäubt nieder; ein ande
ꝛer Arbeiter schleifte den Steiger hierauf in die frische Luft
Als man den Arbeiter Bäcker herausschaffte war er bereit?
erstikckte Der Steiger wurde dem Leben erhalten. — In
der letzten Nacht verunglückte auch der Vergmann Kumbra,
ein Oesterreicher, auf Schacht 2 Spittel durch niedergehen—
des Gestein. Er erlitt einen Beinbruch und schwere Ver—
etzungen am Kopf. Kumbra ist Familienvater; er steht in
»en 40er Jahren.
Spittel, 12. Okt. Montag Nacht erhänglie sich der Lohn⸗
uhrmann Karl Sauter mit seinem Gürtel on dem Trep—
»engeländer seiner Wohnung. Wie es scheint, hat Geistes—
zestörtheit den Mann zu dieser schauerlichen Tat getrieben
Am Sonntag abend brannte die Stallung des Unglücklichen
wo seine Heuvorräte aufgespeichert waren, nieder. Als die
Feuerwehr eingreifen wollte, bedrohte Sauder die Feu—
erwehrmänner mit dem Revolver, um sie an der Löschar⸗
beit zu hindern.
Merlenbach, 11. Okt. Gestern nachmittag fand zu—
fällig ein Schuljunge, welcher seine Angehörigen im Kar—
toffelfeld aufsuchen wollte, die Leiche des Jos. Bartosick wel—
cher am 5. ds. Mts. drei Schüsse auf Barbara Disch ab⸗
gab. Sie liegt eiwa 50 Meter von der Biningermühle im
Walde. Es wurde bei der Leiche ein Zettel gefunden, wo⸗
rauf er sich in kurzen Worten von seinem Kameraden in
Merlenbach verabschiedete.
Saargemünd, 11. Okt. Wegen Zweikampfes hatte
sich vor der Strafkammer der Assistenzarzt Dr. Karl Krö—
ber aus Bischweiler i. Elf. gebürtig aus Neunkirchen be—
Trier, zu verantworten, der eine schwere Säbelforderung
des Studenlen der Technischen Hochschule in München, Al—
bert Immel aus Bayreuth akzeptiert hatte. Das Säbel—
duell wurde im Aprilhed J. in der Restauration „Rheinlust“
bei Kehl in Baden ohne Binden und Bandagen mit Se—
'undanten und Arzt ausgefochten. Beide erlitten hierbe.
zanz erhebliche Verletzungen. Dr. Kröber bekam einen Hieb
auf die Schulter, ferner eine große Schnittwuude, die den
Brustfellraum öffnete und einen Rippenbruch herbeiführte
die Strafkammer verurteiite beide Duellanten zu ie dre'
Monaten Festung.
Saargemünd, 12. Okt. Der Diemeringer Apotheker Leo
Zalomon, der im Mai ds. Is. seine dortige Apotheke für
15000 Mark verkauft hatte (angekauft hat er sie im
Jahre 1904 für 85 000 Mark), soll nach der Anklageschrift
ahlreiche Rezepte von 3 Diemeringer Aerzten gefälscht und
adurch bedeutende Vermögensvorteile erlangt haben zum
5chaden der Ortskrankenkasse Saarunion, Buschsweilen
Zaargemünd und Saarbrücken. Der Angeklagte verwickett
ich vor Gericht in die größten Widersprüche und widerrie)
ruch größtenteils seine frühere Aussage. Der Staatsanwali
»eantragte ein Jahr Gefängnis, während das Gericht nur
wei Betrugsfälle für völlig einwandfrei erwiesen hält. Ee
oerurteilte ihn zu 300 Mark Geldstrafe.
Merzig, 12. Okt. Große Erregung verursachte gestern
nittag der Sterbefall des etwa 10 Jahre alten Toͤchter—⸗
hens eines verwitweten Fuhrmanns unter den Bewohnern
»er Triererstraße. Das Mädchen lag bereits zwei Wochen
schwer krank darnieder. Eine gutherzige Nachbarsfrau, die
von der Krankheit des Mädchens hörte, wollte ihm gestern
morgen eine kleine Labung bringen. Als die Frau in die
Wohnung eintrat, fand sie das arme Wesen allein und in
völlig verwahrlostem Zustande, in den letzten Zügen liegend.
vor. Man ließ einen Geistlichen herbeirufen, der dem Kinde
nur noch die letzte Delung spenden konnte. Auch hatte man
die Polizei von dem Fall in Kenntnis gesetzt. Während
der Vater am Morgen seiner Arbeit nachging, iceerte die
ältere Tochter, die den Haushalt führte, an dem glichen
Morgen ihre Hochzeit und war in die Grakßistadt Saar—
brücken gereist.
Trier, 13. Okt. Im Prozeß gegen den Rennfahrer
Breuer wurde während der Vormittagssitzung wiedec eine
Reihe von Zeugen vernommen, Der Zeuge Blank, Portier
im Cafe Ernst, hat einmal gesehen, wie der Angeklagte das
Futteral einer Browning-Pistole auf den Tisch gelegt het.
Der früher in Aachen täürge Zeuge Böge, Geschäftsführer
im Cafe Ernst, sagle aus, daß Vreuer einmal in Aachen
von einem aufgeregten Heren im Cafe gesucht worden ist
der sagle, ich schieße den Kerl nieder, weil er einen Be—
kannten von ihm erpreßt hahe Kriminalkommifsar Or
Kopp aus Berlin erstattete in ähnlichem Sinne Gutach en
über die Homosexualität wie Or. Hirschfeld. Eine Anzahl
Zeugen bekundet, bei Vreuer wohl einen Revolver, abe
keine Browning-Pistole gesehen zu hoben. Der Managen
Bitzler, der in der Voruntersuchung ausgesagt hatte, e
habe eine Browningpistole gesehen, hat dies in den dre
Hauptverhandlungen wideraufen. Er bekundet heute, nach
seiner ersten eidlichen Vernehmung sei er auf das Polizei—
präsidiumm geladen worden. Dort habe ihm der Kriminal—
kommissar v. Treskow gesagt, er sei meineidig, er müss
die in der Voruntersuchung gemachte Aussage aufrechter
allen. Diese Aussage sei aber unreidia Jemesen 6G

Bitzler, sei bis 4 Uhr nachmittags von 11 Uhr an aus
dem Polizeipräsidium im Zimmer als vorläufig festgenom
nen festgehalten worden. Dies sei geschehen, meinte er
veil man einen Druck auf ihn habe ausüben wollen. De
kriminalschutzmann Ackermann, der den Vernehmunger
»es Zeugen Bitzler beiwohnte, weiß von dieser Festhaltung
RAe

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Metz, 11. Otk. Gleich dem Gemeinderat, der sich ir
seiner letzten Sißzung mit der Frage der Fleischnot beschäf—
tigte, hat sich nun auch die Metzer Handelskammer für
Oeffnung der französischen Grenzen zur Einfuhr von Schlacht—
vieh ausgesprochen. Sie weist auf den erheblichen Preis—
unterschied diesseits und jenseits der Grenze und auf die
Schädigung des einheimischen Gewerbes durch französische
Metzger hin, die sich an der Grenze niederlassen und den
deutschen Grenzbewohnern Fleisch, das bis zu 53 Pfund
zollfrei eingeführt werden darf, verkaufen.
Aachen, 13. Okt. Der Sarkophag des Kaisers Otto III,
wurde im gotischen Chor des Münsters vor dem Hochaltar
unter dem Fußbodenbelag aufgefunden. Seit 1414, wo
die Leiche aus dem Oktogon an die Fundstelle gebracht
wurde, ist der Sarkophag wahrscheinlich nicht mehr geöffnel
worden. Er besteht aus einem mächtigen Steinblock Eiflen
Sandstein. Bei der Berührung zerfielen die vorgefundener
Knochen zu Staub. Vermutlich hat die Leiche ein reich
mit Gold gestickter Seidenstoff umhüllt, denn es wurde
eine Menge feiner Goldfäden gefunden; der Stoff selbst ist
zerfallen. Nahe dem Sarkophag lagen eine Anzahl silberner
und kupferner Münzen aus der Zeit der ersten französischer
Revolution und von Kaiser Joseph II. von Oesterreich
Sie rühren jedenfalls aus der Zeit des Bischofs Berdol—
her, der das Grab, jedoch nicht den Sarkophag öffnen ließ
Bochum, 12. Okt. Der Bergmann Robert Echstein,
der mit der Frau des Bergmanns Schröder ein Liebes—
verhältnis unterhielt, wurde heute nachmittag von dem
Ehemann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt.
Hamburg, 13. Okt. Die Bark Senator Holthusen de—
Kurhavener Hochseefischereigesellschaft stieß in der Nordsee
etwa 160 Seemeilen vor Helgoland, mit der schwedischer
Bark Diana aus Vaddö zusammen. Die Diana sank fas
augenblicklich. Der Kapitän, der Steuermann und fün
Mann sind ertrunken. Nur zwei Matrosen konnte gerette
werden und wurden von der Fischbark, die ebenfalls star
beschädigt ist, nach Kuxhaven gebracht.
Hamburg, 18. Okt. Als heute in Mölln, am Elbe
Trave⸗Kanal, auf dem Jahrmarkt Kinder einen betrunkenen
Arbeiter neckten, zog dieser plötzlich einen Revolver und
schoß auf die Kinder. Einem 168 Jahre altten Knaber
drang eine Kugel in den Kopf und führte den sofortige—
Tod herbei. Gocl. Lokal⸗Anz.)
Kiel, 13. Okt. Kapitänleutnant B. von der 1. Ma—
trosen⸗Artillerie-Abteilung Friedrichsort erschoß sich in einen
Anfalle von Schwermut, in dem Wahn unheilbar krank zi
sein. Die Leiche wurde Mittags zur Beisetzung nach Pots
dam überführt. Während des Transports des Toten au
dem Wasserwege von Friedrichsort nach dem Bahnhof hatte
die Kriegsschiffe Trauerflaggen gehißt.
Zitt au, 13. Okt. Das Automobil des Fabrikante
Zücker fuhr, mit dem Fahrer und dem Arbeiler Hoffman
besetzt, nachts gegen eine Droschke. Beide Wagen sind zer
trümmert, Hoffmann ist tot.
Kleve, 21. Okt. Ein junger Bursche von 16 Jahre.
lud gestern abend seine Genossen zu einer Kahnfahrt au
dem Kermisdaal ein, da er die Absicht habe, sich zu er
tränken. Er machte dann auch Ernst aus der als Scher,
aufgefaßten Aeußerung und sprang i'ns Wasser. Nach seine;
Leiche wurde vergeblich gesucht. Der Junge litt an epilep
tischen Krämpfen und er hatte kürzlich seine Mutter durch
den Tod verloren.
Hachenburg, 13. Okt. Ein schweres Automobilunglück
hat sich in der vergangenen Nacht auf der Straße von hier
iach Oberhattert ereignet. Das Automobil, das infolge einen
unsinnigen Weite mit rasender Geschwindigkeit suhr
stürzte in einen Graben und wurde vollständig zertrümmert.
Tot sind der Kaufmann Thewolt, ein Sohn des Lederfa—
»rikanten Thewalt aus Hachenburg, und ein Angestellter der
Lederfabrik. Dec Besißer des Automobils Henny wurd«
sehr schwer verletzt, so daß er kaum mit dem Leben davon
kommen dürf te.
Sewen, 13. Okt. Bei einem Ausflug auf den Ballon
de Giromagny, bei welchem sich der 74jährige Mouhat vor
der Familie trennte, um allein zu gehen, verirrte er sich
und stürzte von einem Felsabhauge, etwa 40 Meter hoch
ab. Die Familie, die im nahen Gradvillard wohnte
durchsuchte die Gegend nach dem Vermißten. Man fand
sedoch die Leiche des Mannes erst einige Tage später. Er
hatte sich an einem Strauch festzuhalten versucht. war
aber mit diesem abgestürzt.
Mariampol. 13. Okt. Der Kemmandeur des dritten
husaren-Regiments, Baron Krudener, ist von seinem Bur—
ichen ermordet worden. Gs liegt ein üAkt persönlicher Rach
vor.
Paris, 13. Ott. Die Gesellschaft der Kohlenbergwerke
von Courrieres gab den Bergleuten bekannt, daß sie infolge
des Ausstandes genötigt sei, ihr Personal abwechselnd feiern
zu lassen. Von den 9000 Arbeitern werden täglich bis au
weiteres nur 4500 beschäftigt werden. Die Ausstandsleiter
ließen heute nacht einen weite en Aufruf anschlagen, wori
es heißt, der Mobilmachungsbefehl sei nicht nur ungesetzlich
er sei auch eine vergebliche Maßnahme, da die Einbernfenen
in Friedenszeiten eine vierzehntätige Frist haben, um den
Mobilmachungsbefehl zu er sprechen. Keine CEisenbahne
verden dem ihnen zukommenden Befehl Falge leisten. E
Jeißt, daß die Arbeiter der Ciektrizttätswerte der städtischen
Untergrundbahn heute abid in den Ausssand treten wollen
um die Einstellung des Verkehrs zu erzwingen.
Paris, 14. Okt. In Poris wurde ein Briefschrank, ir
welchem sich Mobilmachunç cefehle befanden, von Unbekann
ten verbrannt.
Paris, 14. Okt. Der Generalverband der Bauarbeiter
beschloß diese Nacht in mehreren Versammlungen den Ge—
neralsteeik. Der Streik wird heute beginnen für alle Arbeits
kate jorien des Baugewerbes.
Paris, 18. Ott. Die allgemeine Lage zeigte heut
Mittag bereits eine Vesseruang. Mit Ausnahme des Staats
bahnnetzes verkehren Züge auf allen ideren Netzen und
zwar auf der Dbahn, Mittelmeer⸗Dahn und Orleans,
Bahn in normaler Weise. Auf der Nordbahn verkehrter
heute doppelt so viel Züge als gestern. Nur die Staats
bahn feiert vollständig. Ihre Vahnhöse sind geschlossen
Paris, 14. Okt. Eine Anzahl Gewaltakte sind neuer
dings zu verzeichnen. In der Umgebung von Lille wurder
gestern schwere Steine gegen fahrende Züge geschleudert
ebenfalls wurde das Geleise durch Baumstämme versperrt
Ein aus Armenetine kommender Zug lief Gefahr geger
dieses Hindernis anzufahren. In Kille selbst veroͤffentlich
ten eine Anzahl Ausständiger Kundgebungen gegen di
Angestellten, die sich an der Ausftandsbewegung nicht be
teiligen. Es fanden dieserhalb fünf Meetings statt. Di
Ausständigen zogen vor das Haus eines Angestellten und
erftrümmorton die Tonsforscheihon und Sie Mos 0 96

gestellte konnte sich nur durch eine Hintertür retten. Es
werden hier dringend Verstärkungen durch Truppen verlangt.
London, 14. Okt. Der VDampfer „Heathfeald“ aus
Blasgow ging gesiern bei furchtbarem Sturm bei Sharing—
ham unter. Die aus 18 Mann bestehende Besatzung rettete
sich auf die Boote. 2 Mann landeten bei Cley. Die übrigen
16 sind, wie man glaubt ertrunken.
Petersburg, 18. Okt. Große Diebstähle sind auf der
Warenstation des Petersburger Nikolah-Bahnhofes enideck
worden. Der Hauptschuldige, ein Kontorbeamter Bragin,
wurde verhaftet. Er hatte gemeinsam mit anderen Ange—
stellten ganze Waggonladungen bei Seite geschafft und da—
sür gefälschte Empfangs-Quittungen ausgeftellt. Durch die
vorläufige Untersuchung ist der Wert des geraubten Gutes
hereits auf 130 000 M. festgestellt. Bei einer bei Brag vor—⸗
genommenen Haussuchung fand man ferner 8 gefälschte
Quittungen über den Inhalt von solchen Wagenladungen.
die noch erwartet wurden.
New VYork, 11. Okt. Die Waldbrände in Minnesote
und Ontario haben dreizehn Ortschaften zerstört; verschie—
»ene andere sind bedroht und mit Flüchtigen überfüllt
Das Elend ist groß. Die Gluthitze und die giftigen Gase
semmen das Rettungswerk. Nach den bisherigen Meldungen
ind achthundert Personen »maekommen.
Eine reizende euheit, welche die Kinder spielend Ge—
schicklichkeit erlangen läßt und gleichzeitig Anregung ver
schafft, erhält auf Wunsch jeder Leser dieser Zeilen kosten
frei von Nestle's Kindermehl, G.im. b. H., Berlin 8. 42
Es ist dies eine Ausschneidepuppe mit drei verschiedenen
allerliebsten Gewändern, womit die Kinder sehr gerne und
lange spielen. Auf Wunsch wird auch eine Probedose de—
herühmten Kindermehls umsonst beigefüagt

DuMonts Sorꝗgenbrecher
oin gesunder, vorzuglicher Rauehfabek
Grobschnitt in Blsu-. feinschnitt in Braundruck
das Merfeipfundpaket 30 Pfꝗ gesetzlgesch.

wangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der
Bemeinde Herrensohr belegenen, im Grundbuche von Dud—
veiler Blatt 2586 zur Zeit der Eintragung des Versteiger—
ingsvermerkes auf den Namen des Karl Eduard
berts, Schreiner zu Dudweiler eingetragener
ßrundstücke, nämlich:
1. Flur 22, Nr. 16546—-65, Geb. Roll. 1637
Friedrichstraße 22, Hofraum und Hausgarten,
4,53 Ar, a Wohnhaus mit abgesonderten
Abort ,mit 144 Mk. Nutzungswert,
2. Flur 22, Nr. 1667—66, Acker, in der Bären
dick, 1,83 Ar, mit 0,07 Taler Reinertrag
am 9. Dezember 1910,
vormittags 11 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht zu Herrensohr — Gast
wirtschaft Franz Kirchberg — versteigert werden.
Saarbrücken, 10. Oktober 1910.
Könialiches Amtsgericht 11.

—Z
Ein Vermogen dureh Bienenhaltung
—X ——— aber ungehoben zu Taussenden un ertausen
D. Ro lcd cehobe I de d Ab den imn
logt nient Wiese, Feld und Wald. Jeder lese; „Dlo VolSIEM—ν-T
 ——&XÆEä —— QGrundilage l Gegen Voreinsendunt
Sur der on oσ —28 — , vom̃ Vertasser: 3 — Ekisenbann-Straase,
 Sekretâr Vois. Hõsbacn Bayern. MNacnn & Fiq. teurer)

mfse bie

behandelt mit Erfolg. - Hunder.
von Anerkennungen. — Auskunt
kostet nichts und tt ger
Direktor F. Mirtngon,
— kstzschenbroda

Jesus! Maria! Joseph!
Wachet und betet, denn
ihr wisset weder den Taq
unch die Stunde

28

A

Gottes unerforschlichem Ratschluß hat es gefallen
am Montag in Ausübung seines Berufes meinen lieben
Gatten, unsern guten Vater, Bruder, Schwiegersohn,
Schwager und Onkel, den Bergmann
im 29. Lebensjahr plötzlich in ein besseres Jenseits ab⸗
zurufen.
Im Namen der irauernden Hinterbliebenen
Frau Johann Becker, geb. Bell, und
Geschwister Becker.
Dudweiler, Jägerssreude, Wetzlar, Maiziers,
den 15. Oktober 1910.
Amt und Beerdigung findet am Samstag vormittag
119 Uhr vom Sterbehaus Bahnhofstraße aus statt.

3

Wirtschafts-Uebernahme.
Einer tit. Einwohnerschaft die eragebene Mitteilun—
daß ich das
Gasthaus „zur Hoffnung“
Aloys Lahner in der Rehbach) übernommen habe.
Am Sonntag findet die
Ersffnung
mit vorzüglicher musikalischer Unterhaltung
statt.
Vorzügliche Getränke?! Gute Rüuͤche!
Eiuntritt frei;“ Kein Vieraufschlag!
Hierzu ladet ganz ergebenst ein
Wwe. Peter Mann.
2 Zimmer Institut Boltz
———
per sofort zu vermieten. Einj. Fãhnr.Prim. Ahtur. Ey
maheres Fiichhachstraße y 121 Schnels. ichen Mo frxreß
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.