Lokales und Vermischtes.
Kartoffelpreis. Die Kartoffelu, welche die Grube für
zre Beamten und Bergleute liefert, stellen sich im Preise
uf 3,30 und 3,40 Mark pro Zeniner.
Von der Köllertalbahn. Mit der Gröffnung der
euen Eisenbahnstrecke Lebach⸗Völklingen kann wohl, wenn
eine besonderen Hindernisse eintreten mit J. Dezember 1911
erechnet werden. Die notwendig gewordene Provinzial⸗
»erlegung auf dem Prisiart wird wie aus Lebach gemeldet
oird, bald fertiggestellt sein. Nachdem bereits die Ver—
egung des Bettes des Mandelbaches erfolgt ist, wird mit
er Anschüttung der südlichen Straßenrampe begonnen;
ie Ueberbrückung des Gleises wird eine Höhe von ca. 6
Netern erhalten. In acht Tagen wird auch mit den Ar—
eiten der Theelbrückenerbreiterung begonnen. Die Fun⸗
ament werden aus Mauerwerk, die Brücke aus Eisenbeton.
ie Schienen für die neue Bahnstrecke sind bereits zum Teil
ngetroffen. (Völkl. Ztg.)
Schulchrouik. GBerufen: a) die Schulamtsbewerber
„ugo Back nach Plüscheid, Kläs nach Bergen, Schäfer nach
»ettingen, Blasius nach Neunkirchen Kr. Bernkastel),
Merlau nach Conz⸗Merzlich, Haferkamp nach Wittlich,
hettgen nach Remmesweiler, Keßler nach Wenigerath,
)einrich Mattes nach Sehlem, Heinrich Haase nach Fluß—
ach, Peter Sterlinkv nach Neroth, Peter Klein nach Mese—
iich, Peter Autz nach Eisenach, Hugo Kassen nach Bün—
cheid, Peter Lauck nach Carl, Matthias Frank nach Beu—
en, Ferd. Frank nach Neuhütten, Maximin Hankes nach
zutzweiler, Josef Steinborn nach Bettenfeld, Wilhelm
zauly nach Malbergweich, Peter Kremer nach Seffern,
sohann Wolber nach Herfort, Felix Obertreis nach Man—
ern, Bernhard Rausch nach Buͤttlich, Jakob Främer nach
Lastel, Heinrich Zingsheim nach Stadtkyll; b) die Schul—
nntsbewerberinnen: Andres nach Dirmingen, Schwarz nach
zitburg, Jacobs nach Morscheid, Franzen nach Lampaden,
üster nach Oberlinxweiler, Theis nach Schladt, Brettan
rach Salm, Beech nach Merscheid.
Versetzt: a) die Lehrer: Götz von Hof⸗Hau nach Ueber⸗
errn, Kohler von Wiesdach nach Elversberg, Hampert
on Mück nach Merchweiler, b) die Lehrerinnen: Hemmer
on Vierfeld nach Neunkirchen (Kr. Ottweiler), Weins von
Nalborn nach Merchweiler, Tömmes von Merscheid nach
Malborn.
Auf Antrag scheiden aus Lehrerin Ellscheidt aus Groß⸗
ampen.
Die Ziehungsliste der Landwirtschaftlichen Ausstellung
n Saarbrücken ist bei der Geschäftssielle der Dudweile
eitung ausgelegt.
Saarbrücken, 5. Okt. Heute haite sich der Bergmann
Natth. Schmidt aus Hüttersdorf wegen Körperverletzung
u verantworten. Der Angeklagte ist ein junger Mann
„on 22 Jahren. Die Folgen seiner schrecklichen Tat scheinen
chhwer auf ihm zu lasten, er zeigt Reue. Das Vorko umnis
as den jungen Mann auf die Anklagebank brachte, stellt
ich als die Folge übermäßigen Alkoholgenusses dar. Der
llkoholkhatte es zuwege gebracht, daß zwei junge Menschen,
ie sich bisher freundlich und freundschaftlich gesinnt waren
Streit gerieten, der dazu führte, daß der eine, namens
sohann Krämer, sein junges Leben infolge einer schweren
zerletzung lassen mußte. Der Vorgang spielte sich in der
dacht vom 4. zum B. Juli d. J. ab.
Den Vorsitz in der Verhandiung führte Landgerichts—
irektor Heydermanns. Die Anklage wurde durch den
zlaatsanwalt Herrn Dr. Mesirger vertreten. Dem Ange⸗
agten steht Herr Justizrat Dr. Strauß zur Seite. Die
»auptzeugen sind junge Bergleute. Durch die Vernehnnung
es Angeklagten wurde folgendes festgestellt: Derselbe ist
icht vorbestraft und war auf Grube Dudweiler beschäftigt.
in dem fraglichen Tage besuchte der Angeklagte in Buprich
nd Hüttersdorf mehrere Wirtfschaften. Er will eiwar 28
leine Glas Bier geirunken haben, weshalb er betrunken
ewesen sei. Um 11 Uhr abends ging der Angeklagte mit
dollegen von Buprich nach Hüttersdorf zurück. Hier kehrte
rein der Wirtschaft Schülite ein, wo es zwischen dem An⸗
eklagten uud dem Zeugen Bergmann Kleinbaner zu einem
Vortwechsel kam. Kleinbauer hatte zum Angeklagten ge—
agt: „Laß das mit dem Mädchen, es nützt dich doch
ichts, du bekommst dieselbe ja doch nicht!“ Der Ange—
lagte antwortete mit einer unanständigen Bemerkung.
lleinbauer fühlte sich dadurch verletzt und drohte dem An—
eklagten, wenn er diese Worte noch einmal gebrauche,
»erde er ihm ein Glas auf den Kopf schlageu. Gleich—
eitig forderte Kleinbauer den Angeklagten auf, mit ihm in
en Hof zu gehen. Der Angeklagte kam der Aufforderung
icht nach diss der Wirt Feierche 8nehnten bepa
—9 cV
jaben sich die jungen Leute auf die Straße, wo sie in
zruppen zusammen standen. Der Angeklagte kam etwas
päter aus dem Hause. Er ging direkt auf Kleinbauer zu
nd sagte zu diesem: „Was hast du mit mir?“, woraus
dleinbauer erwiderte: „Bleibe mir von der Seite!“ Hier⸗
urch gereizt, zog der Angeklagte das Messer. Dadurch
ntstand ein Aufruhr unter den zum Teil angetrunkenen
zurschen. Der getötete Krämer wollte den Streit schlichten;
r ging begütigend auf den Angeklagten zu und verlangte
hm sein offenes Messer ab. Das lat der Angeklagte je—
och nicht. Krämer zog sich an dem Messer eine stark
lutende Schnittwunde zu, welche er den Kameraden sofort
eigte. Nun kam der jüngste Bruder des Angeklagten hin⸗
u und bemerkte in gereiztem Tone: „Mit mir macht Ihr
»en Narren nicht wie mit meinem Bruder.“ Jetzt kam es
um Wortwechsel zwischen dem Bruder des Angeklagten
ind dem unglücklichen Käämer. Im Verlaufe des Wort—
vechsels gab Krämer dem Bruder des Angeklagten eine
Ihrfeige, daß diesem der Hut vom Kopf fiel. Jetzt wollt
ch, so bemerkte der Angeklagte, meinem Bruder zu Hilfe
ilen. Anfangs wurde ich zurückgehalten, ich riß mich aber
os und schlich an die Streitenden heran. Ob ich dabei
nit dem Messer gestochen habe, desfen kann ich mich ab—
olut nicht entsinnen.
Aus der Beweisaufnahme ging zunächst hervor, dasß
der Angeklagte mit dem Messer zwei Mal in der Luf—
serumgefuchtelt hat; ferner wurde ermittelt, daß er wieder—
solt Drohungen, er werde sein Messer gebrauchen, aus
tieß. Der Angeklagte hat sich absolut nicht in Gefahr be—
unden, und in dem Augenblick als Krämer den Stich ir
en Oberschenkel erhielt, wurde er von Kameraden festge
alten. Der tödliche Messerstich wurde dem Verletzten von
Rücken aus beigebracht. Belastend für den Angeklagter
varen besonders die Aussagen, daß er sich eine kurze Zeit
„inter einem Wagen versteckt hielt. Als ihn ein Zeuge hie
erblickte und ihm zuredete, mit nach Hause zu gehen, er—
klärte er diesem: „Heute abend bekommt einer sie noch!“
In dem Augenblicke, als der verletzte Krämer den Aus—
pruch tat: „Ich bin gestochen!“ sah ein Zeuge, wie de
Angeklagte etwas in die Tasche steckte. Auf die Frage des
Lorsitzenden, wo der Angeklagte das Messer hingeschaffr
jabe. gab dieser zur Antwort, er habe dasselbe zu Hause
n den Weiher geworfen.
Der Bruder des Angeklagten Joh. Schmitt verweigerte
eine Aussagen. — Der Ortsvorsteher Matth. Becker⸗Hütters⸗
orf bekundete, daß sowohl der Angeklagte, wie der Getölete
einen guten Leumund hätten. Dasselbe treffe auch bei den
beiderseitigen Eltern zu; diese seien sehr rechtschaffene Leute
Jedermann im Orte habe mit denselben insolge dieses be—
dauerlichen Vorkommnisses Mitleid. Polizeidiener Joh
Roth bestätigte diese Ausführungen und bezeugte ferner
daß die jungen Leute des öftern mit dem Angeklagten
Anfug gemacht hätten.
Herr Kreisarzt Dr. Ledermann (Saarlouis) gab hierauj
ein Gutachten über den Leichenbefund ab. Der zehn Zen⸗
imeter tiefe Stich sei fast horizontal von unten nach oben
jeführt worden. Eine gewisse Wucht sei zum Entstehen der
Lerletzung notwendig gewesen. Ein unglücklicher Zufall
Jabe bei der Tat micgespielt, indem der Stich eine Schlag⸗
ader verletzte. Die Folge hiervon sei eine Verblutung ge⸗
vesen. Ohne Zweifel fsei der Tod durch diese Verblutung
eingetreten.
Die den Herren Geschworenen vorgelegten Fragen lau—
eten: 1. Frage: Ist der Angeklagte Matthias Schmitt
Zergmann zu Hüttersdorf, schuldig, in der Nacht vom 3.
nif den 4. Juli den Bergmann Johann Krämer vorsätzlich
öperlich verletzt zu haben, so, daß durch die Verletzung der
dod herbeigeführt wurde? A. Frage: Sind milderude Um—
tände vorhanden? Herr Staatsanwalt Dr. Messinger plä—⸗
ierte für die Bejahung beider Fragen. Ohne allen Zweifel
abe der Angeklagte den tödlichen Stich mit dem Messen
usgeführt.
Herr Justizrat Dr. Strauß führte alle Momente ins
Feld, welche zu Gunsten des Angeklagten sprechen. Er
iberließ es den Herren Geschworenen, sich darüber schlüssig
u machen, ob in diesem Falle nicht der g 51 des Straf
jesetzbuches in Anwendung gebracht werden könne. Der—
elbe besagt, daß wenn der Angeklagte die Tat in bemußt—
osem Zustande vollführt habe, eine Bestrafung nicht ein—
rete. Die Möglichkeit liege sehr nahe, daß der Angeklagte
nfolge des überreichen Biergenusses die Tat in einem de—
vußtlosen Zustande ausgeführt habe.
Das Verdikt der Herren Geschworenen lautete au
schuldig“ unter Annahme mildernder Umstände. Der
trafantrag des Staatsanwalts lautete auf eine Gefäng—
risstrafe von 2 Jahren. Der Gorichtähof erkannte auf eine
J — — ——— —
InstrumentabDerein Schön möbliertes Iq mugte mich vor 2 Jahrer
Dudweiler. Schlaf⸗ u WohnzimmerEh —
Sonntag,. den 9. 10. —— sofort zu vermieien. Drüsen—
yon 8 Uhr abensds findet bei Wo sagt die Erped
J. Schade unser diesjähriger —— en ap
Rekruten-Ball Schönes großes ep drtn —88
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tatt. Mitglieder und, —— Zimmer —— ——
derselben sind hierzu höfl. ein— horster Mark Sprudei Star
geladen. ofort oder später zu vermieten t Jod: Eisen⸗Mangan· Koc
Der Vorstand. Wo saat die Erpedition. salquelle)) Der Erfolg war über
N.B. Neue Mitglieder können i i e Ae —88—
nufgenommen werden. Prima frische — ———
Nachmittaas 8 Uhr Streichprobe. gegangen. Ich werde den Mark
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— vympia * —— besser als Lebertran, den ich früher
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Sonntag Abend 8 Uhr II vat am pʒe
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„ behaftet, welche mich durch da
im Vereinslokale Kliebenstein. sewige Juchen Tag und Nachi nich
Um zahlreiches Erscheinen ruhen ließen. Rach einer Ein
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der Vorstand. Zuners ga Fiechten voliständis
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Am Sonntag, den 9. * D ñ. scdern 100 wer
Mts. veranstaltet der Sergeant M. in G.
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Kraft-Sportklub sod e g. Zn
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seinen diesjährigen mild) 50 Pf. u. 150 MEcht be
Herbst-Ball Ernst Loerke, Carl Auler.
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* Verdienst übertragen wir
Der Vorjtand. einem redegewandten Mann, — istenz
Ein leichviel welchen Standes, ders Durch ben Alleinvertrieb eines
auf dem Lande Haus für Hausin ganz Deutschland beliebten al
Schlosser zu besuchen hat, unsere Ver— koholsreien Getränks kanu sich eir
tretung. Für das Inkasso Reflektant eine gute Existenz ver
desucht von verden 100 Mark Bürgfchaft schaffen. Gefl. Off. sub. B.“
verlangt. Off. sub. L. B. 2837 Saarkrucken hauptpostlanernd.
P. Doeufie an eadolf Moe
Befängnisstrafe von 2 Jahren. 2 Monate Untersuchungs—
jaft werden in Anrechnung gebracht. Strafmildernd kam
n Betracht das unbescholtene Vorleben des Angeklagter
owie der unglückliche Zufall des Stiches. Strafverfschärfend
ie hinterlistige Art und Weise, mit welcher der Angeklagte
»ie Tat ausgeführt hatte. (Sbr. Bolkszg.)
Saarbrücken, 6. Okt. In der Nähe der Gersweiler
Brücke wurde aus der Saar die Leiche eines 20fährigen
Mannes geländet, der anscheinend demArbeiterstand angehörte
Die Leiche muß schon längere Zeit in der Saar helegen
jaben, da sie schon stark in Verwesung übergegangen war.
Die angestellten Ermittelungen über die Personalien ver
iefen bisher ergebnislos. Die Leiche wurde nach den
Bersweiler Friedhof gebracht. (Srbr. Bolksztg.)
Louisenthal, 6. Okt. Eine Besserung in den Absatz-»erhältnissen
der Grube ist jetzt eingetreten, so daß dieser—
halb keine Feierschichten mehr eingelegt zu merden brauchen
Dagegen macht sich aber jetzt ein anderer Umstand fehr
bemerkbar, nämlich der eingetretene Wagenmangel aus
der Eisenbahn. Mehrmals in der vorigen Wochen fander
nur Prozentgestellungen statt, so daß an solchen Tagen 40
Wagenladungen ausfalltn mußten.
Sulzbach, 5. Okt. Here Fabrikbesitzer und KCommer
zienrat L. Vopelius feiert am nächsten Samstag in kör
perlicher und geistiger Frische sein 50 jähriges Militärdienst.
iubiläum. Da der Jubilar lange Jahre Vorsitzender des
rriegervereins und jetzt noch Ehrenpräsident desselben is'
wird der Verein seinem Begründer und Förderer am Sams
tag eine Ovation in Form eines Fackelzuges darbringen
Nnu dem Vopeliusschen Schlößchen wird die Bergkapell
den großen Zapfenstreich blasen und ein Ständchen bringeu
Ottweiler, b. Okt. Der gewählte Bürgermeister Her
Blank-Unterlindenbach, wird Mitte dieses Monats die kom
misserische Verwaltung unserer Stadt übernehmen. Die
Amtsperiode beginnt erst im Februar nächsten Jahres.
Friedrichsthal, 5 Okt. Auf hiesiger Grube mußten im
raufe dieser Woche wegen Waggonmangels die geförderten
dohlen auf den Lagerplatz geschüttet werden.
Merzig. b. Okt. Am Montag abend gegen 8 Uhr
wurde die Frau L uvon hier, als sie von einem Geschäfts—
zang zurückkehrte, in der Nähe des Harlinger Wäldchens
on einem Wegelagerer angegriffen mit den Worien:
„Geld oder Blut!“ Die in größten Schrecken versetzte
Frau gab ihre ganze Barschaft hin, um den unsauberen
Besellen nur los zu werden. Bis jetzt konnte noch keine
Spur von dem Täter ermittelt werden.
Merlenbach (Kreis Forbach), 6. Okt. Heute morger
euerte der Bergmann Jakob Pardezk auf feine Geliebi—
nehrere Revolverschüsse ab und tötele sie.
St. Ingbert, 6. Okt. Die etwa 35 Jahre alte Ehe—
rau des Glasmachers Eifler entfernte sich heute nacht von
uhause. Heute früh wurde sie in dem nur 20 Zentimeter
iefen Rohrbach tot aufgefunden. — Auf dem hiesigen
kisenwerk wurde heute nacht dem 19jährigen Schmelzar—
arbeiter Betz das Bein unterhalb des Knies vollständig
—
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Kusel, 6. Okt. Der Soldat Reuß des 2. Jäger
Bataillons in Aschaffenburg, der von hier stammte, wollk
ich bei einem dortigen Zahnarzt 10 Zähne ziehen lassen
die Operation wurde unter Zuziehung eines praktischen
Arztes vorgenommen. Während der Narkose wurde Reuß
»on Herzlähmung befallen und starb trok aller angewand—
en Mittel.
Köln, 6. Okt. Aus Bankkreisen verlautet, daß die
Königinmutter von Portugal bereits seit Wochen die Kata—
trophe herankommen sah und deshalb bemüht war, für
zine Unterbringung eines großen Teiles ihres Privatver—
nögens im Ausland Sorge zu tragen. Beleiligt an diesen
Engagement sind hauptsächlich englische Häuser.
Offenbach, 6. Okt. Ein 16jähr. Bursche von hier
brannte gestern mit einem 14jährigen Mädchen, mit dem
ex schon lange ein „Liebesverhältnis“ unterhielt, durch
In Mainz fiel das Pärchen auf nund wurde angehalten
Der Junge kam in Haft, das Mädchen in eine Zwanas—
erziehungsanstast.
Barmen, 7. Okt. Hier hat gestern der Heizer Rich—
ard Becker im Verlauf eiues Streites mehrere Schüsse auf
seine Familie abgegeben. Die 20jährige Tochter erhieli
einen Schuß in den Hals und war sofort tot. Hierauf
erschoß Becker sich selbst. Die übrigen Familien-Mitaliede—
sind unverletzt geblieben.
Soest, 6. Okt. Aus Furcht vor dem Soldatenleber
erschoß sich auf dem Boden seines Meisters der 20jährig
Bäckergeselle Kurt Gruhl, gebürtig aus Bautzen. Als ihm
Statt jeder besonderen Anzeige.
Am Donnerstag den G. Oktober vormittags 7 Uhr
ztarb in Folge Schwermut mein lieber Gatte, unser treu
sorgender Vater und von Allen geliebter Bruder. Onkel
mnd Schwager
der Königl. Werks -Assistent
Jakob Hild
zu Dudweiler
im Alter von 53 Jahren
Um stilles Beileid bitten die tiefbetrübten Angehörigen.
In Aller Namen
Frau Wwe. Sofie Hild, geb. Gräser, nebst Kinder.
Die Beerdigung findet am Samstag nachmittag um 4 Uhr
vom Wohnhause Saarbrückerstrasse aus statt.
RKondolenzbesuche bittend verbeten.
wam Samstag der Gestellungsbefehl zuging, äußerle er 3
seinen Hausgenossen, er trele den Dienst nicht an.
Leipzig, 6. Olt. Die 26jährige Ehefraudes Direktor
Serra in Leipzig wollte gestern abend Natron nehmens
nahm aber statt dessen Kleesalz. Sie verschied trotz de—
angewandten Gegenmittel nach einer halben Stunde.
Berlin, 7. Okt. In der letzten Nacht wurde der 70
Jahre alte Fabrikant Wertheimer aus Bielefeld in Berlir
von drei Unbekannten überfallen und nachdem man ihn
gefesselt und beraubt hatte, in den Humbold-Hafen gewor—
fen wo er von Schiffern in bedenklichem Zustande gefunden
wurde.
Berlin, 6. Okt. Nach einer Meldung von der russi
fchen Greuze wurden zwei aus elf Personen bestehend«
Bauernfamilien auf bestialische Weise ermordet und beraubt
Die Täter sind noch nicht ermitlelt.
Hamburg, 7. Okt. Die gestern Abend abgehalten
Konferenz der Werftarbeiter-Vertreter hat den vereinbarter
Vorschlägen zugestimmt. Es ist zu erwarten, daß am Mon—
tag die Wiedereinstellung der Werftarbeiter erfolgen wird
da die Arbeiterführer an der allgemeinen Zustimmung der
Gesamtheit der Arbeiter nicht zweifeln. Sie wird heute
eingeholt werden. Die Vereinbarung umfaßt eine Erhöhung
der Einstellungslöhne und der Stundenlöhne und eine Ver—
ürzung der Arbeitszeit auf 135 bezw. 56 Stunden wöchent
lich vom 1. Januar 1911 ab. Augenblicklich sind noch die
beiderseitigen Kommissionen zusammen, um die gemeinfame
Festseßung der Vrotokolle durchzuführen.
Paris, 7. Okt. Der „Malin“ meldet aus Gibraltar
1 Uhr morgens: Die NYacht „Amelia“ ist 11 Uhr 45 Min
gestern abend hier eingetroffen mit dem König Manuel
der Köuigin Mutter und Gefolge an Vord. Aus der Zu
s'animenstellung der Besatzung der Yacht zu schließen, is
dieselbe in größter Eile zusammengestellt worden. Sofor.
nach dem Eintreffen der Yacht begaben sich der König und
die Königin Mutter per Wagen nach der Sommerresiden?
in Gibraltar, welche in der Europe Point gelegen ist.
Paris, 7. Okt „Echo de Paris“ meldet zus Rom
Der Vatikan hat aus Lissabon, nicht vom Nuntius, sondern
aus andern Quellen die Information erhalten, wonach das
Ergebnis der Revolution noch nicht sicher ist. Der Vatikan
betrachtet die Sache der Monarchisten noch nicht als voll—
ständig verloren. Die Ueberzeugung des Papstes, sowie
des Kardinalstaatssekretärs Merry del Val ist, daß die
Revolution nur einen vorübergehenden Erfolg davongetra⸗
qen hat. Auf der Consulta und im Quirmal ist man
noch ohne Nachricht. Der italienische Gesandte in Lissabon
der sich in Urlaub befand, ist auf seinen Posten zurückge—
kehrt. Die Regierung hat dem Kreuzer Elina Befehl ge—
geben, von Spezia nach Cadix abzudampfen.
Madrid, 7. Okt. Der Minister des Innern erklärt,
er habe ein Telegramm erhalten wonach jetzt endgültie
feststehe, daß der König sich auf ein enalisches Kriegefchif
begeben habe.
Madrid, 7. 10. Der Gouverneur in Badajoz meldet
daß die Revolutionären die Paläste Neressi dadei und
Ajuda in die Luft gesprengt haben. Die provisorische Re—
Jierung veröffentlicht einen Aufruf, in dem sie die Körper
schaft von Lissabon zur Ruhe ermahnt. Nur Truppen, di
sich zur Republick halten, werden in Lissabon eingelassen.
Der Minister des Innern durchreist im Automobil die Pro⸗
vinzen und erwahnt überall zur Ruhe. Die provisorische
Regierung fordert das Land auf, der enttronten Dynastie
ein gutes Andenken zu erhalten. Da die Revolutionärer
die Brücken in der Umgebung Lissabon und viele Eisen—
bahnverbindungen in der Provinz zerstörten kann es
mehrere Tage, vielleicht Wochen dauern, bis der vormal—
Eisenbaheverkehr wieder aufgenommen werden kann,
London, 7. Olt. Aus Mamchester wird telegraphiert
Das Ergebnis einer Konferrenz zwischen Arbeitgeber und
der Arbeitnehmer der Arbeiter der Baumwollen⸗Industri
war, daß die Arbeitersperre zu beendigen ist und daß di
Spinnerei am Montag die Albeit wieder aufnehmen soll.
London, 7. Okt. Die „Times“ meldet aus Oporto
Man hat jetzt erst Kenntnis von der Proklamation der Re
publik erhalten. Falzao hat das Amt eines Zivil-Gouver
neurs von Oporto übernommen. Ueberall herrscht sowe
bekannt, Ruhe.
Petersburg, 6. Ott. In Moskau wurde der gefähriche
Anarchist Pjeinchow gefangen genommen. In Sinferopo
wurden zwei chinesische Spione Mann und Frau, verhafte!
die genaue Pläne des europäischen Rußlands nebsid
merkungen mil sich führten
¶ ——— —
Freibank.
Samstag nachmittas
Rindfleiseh
zu 35 Pfg. Die Schlachthofverwaltung
— * —
3 — , 8 ——
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13Pfenniq
Kos tet die neuo Pacxcungs
ManꝰOi
u id das Pa kæet
Beides sind millionenfach bewährte Wasch- und
Putzmittel von staunenerregender Reinigungskraft.
Gegen die Sammelmarken werden
anerkannt wertvolle Geschenke gegeben.
Frische Fische, Koch-Schellfische Pfd. 35 Pfg.
Back-Schellfische Pfund 20 Pfg., Kiele'
Bücklinge Kiste 2 Mark.
Franz Lonuis Wwe.
s8. Trooger