die Brust stieß. Die Verletzung ist erheblich. Der Messerheld
vurde festgenommen. *
Püttlingen, 2. Okt. Gestern abend verunglückte während
zer Mittagsschicht im Ostfelde auf der 6. Tiefbausohle der
oferdeknecht Jakob Speicher⸗Neumeyer. In der Haupt—⸗
örderstrecke war er damit beschäftigt, seinen Zug fertig zu
nachen, als das Gebirge über ihn zusammenbrach. Der
zedauernswerte konnte nur mehr als Leiche und zwar mil
„ieler Mühe unter dem Bruch herausgeholt werden, trotzem
sofort Hilfe zur Stelle war. Der Verunglückte war
8 Jahre alt und als ruhiger solider Mann bekannt.
Ensdorf, 1. Okt. Der von der hiesigen Grube vor
inigen Jahren neu angesetzte Schacht in der Nähe des
kisenbahnschachtes geht jetzt seiner Vollendung entgegen
die ersten Kohlen murden dieser Tage angetroffen. Beim
Abteufen dieses Schachtes waren große Schwierigkeiten zu
iberwinden. Die Wasserzuflüsse wurden manchmal so stark,
daß das weitere Abteufen in Frage gestellt wurde. Da
das Wasser sehr sandhaltig war, haben auch die Pumpen
mnmer nur kurze Zeit funktioniert, sodaß diefe öfters durch
ieue ersezt werden mußten.
Friedrichsthal, 4. Okt. Die Flaschentabrik L.Reppert
zohn zu Friedrichsthal sieht sich insolge Absatzwangels ge⸗
wungen, den Betrieb auf einige Monate einzustellen und
jat dem gesamten Personal kündigt. .
Bliesransbach, 3. Okt. Heute Nacht gelang es dem
hendarmeriewachtmeister Bohn von hier, in dem Wiesen⸗
älchen in der Nähe des Wintringerhofes einen Wilderer
uf frischer Tat zu ertappen und ihm die Flinte wegzu—
ehmen. Es war der Maurer Breyer von hier.
Dillingen, 2. Okt. Ein holländischer Arbetter, der noch
ergangene Woche in der Heimat der Hochzeit seiner ältesten
fochter beigewohnt, ist beim Anstreichen auf der Hütte in
inen arbeitenden Kranen gefallen und dabei tot gedrückt
vorden. Gestern ist er hier beerdigt worden.
Dillingen, 2. Okt. Die Aktionäre der Dillinger Hütte
jatten sich gestern vollzählig zu der diesjährigen Haupt—
itzung eingefunden, um über das letzte Geschästsjahr bezw.
sie Neubauten⸗Ankäufe von Land und Bergwerken, Fest—
egung des Wertes der Aktien ꝛc. ihre Entschließungen zu
reffen. Wie wir hören, sollen wieder 19 Prozent zur Ver—
teilung gelangen.
Trier, 4. Oklt. Der auf so tragische Weise ums Leben
jsekommene Aviatiker Haas wurde heute vormittag in feier—
icher Weise zu Grabe getragen. Unter den zahlreichen
dränzen fielen diejenigen der Städte Metz und Trier auf
die Beteiligung des Publikums war außerordentlich stark.
e goln, 4. Ott. Streikunruhen) SIn Deu
'am as zu schweren Streitunruhen, die an die Vorgäng
n Moabit erinnern. Bei Abbruchsarbeiten an der Um
vallung waren die Arbeiter des Unternehmers Tatas in
den Ausstand getreten. An ihrer Stelle waren Arbeits
willige von auswärts am Montag zum ersten Male an
ie Arbeit gegangen. Als sie unler polizeilicher Bewach
ing nach dem Bahnhof geführt wurden, um die Heim
ahrt auzutreten, stürzte sich eine Menge von 200 Per
onen auf die Arbeitswilligen und die sie begleitend
Schutzmannschaft. Es kam zu einem foörmlichen Handge
nenge. Ein Stein⸗Bombardement überfschüttete die Beam—
en. Diese, nur 5 Mann stark, waren den Tumultuanter
jegenüber machtlos und mußten sich zurückziehen. Sofor
vurden durch das Polizeipräsidium Mannschaften gu
ammengezogen und nach Deutz beordert. Alis sie dor
eintrafen, hatte sich die Menge bereits verzogen. Ein Po—
izeibeamter wurde schwer verletzt und liegi mit drei Zivi
isten im Krankenhaus darnieder. Man vefürchtet weuer
lusschreitungen.
NAacheun, 4. Olt. Großfeuer.) Eine Feuers
wrunst zerstörte die Lagergebäude der Gewerkschast Lucher
zerg bei Langerwehe. Große Brikettmengen und mehrer
kisenbahnwagen sind verbraͤnnt.
* Düsseldorf, 4. Olt. Eltern, behütet did
dinderl) In der Neustraße stürzte das Zjährige Söhn
hen einer dort wohnenden Familie, in der Lindenftraß
das Ziährige Söhnchen eines Elektro-Monteurs aus dem
zenster des zweiten Stocwerkes. Beide Kinder starber
ilsbald infolge der erlittenen Verletzungen.
*Dortmund, 4. Olt. Schwere B snttaru) Ter
Schlosser Bally, ein 27jaͤheiger Mann, drang in dag
Schlafzimmer seiner nh m Bette liegenden Braut ein
ind schoß ihr eine Revolverkugel in den Kopf. Dann er
choß er sich selbst. Das Maädchen, das die Nacht über auf
einem Balle zugebracht hatte, ist tödlich verletzi.
* Dortmund, 4. Olt. (Im Berufe getötet.)
Iuf dem Bahnhof Dortmund-Süd wurde der Weichenstel⸗
er Aug. Heske von einer Rangiermaschine überfahren und
o verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Kran
enhaus starb.
* Dortmund, 4. Ott. ( Dynamit-Erplosion)
luf einer Fensterbank des Wohnhauses des Polizeiserseauten
Westheide wurde eine Dynamitpatrone zur Ex—
losion gebracht. Zum Glück ist niemand verletzt worden.
das Haus, insbesondere die Fenster, wurden beschädigt.
ẽin Polizeihund verfolgte die Spur bis zum Eingang ver
Zzeche Glüclauf-Tiefbau. Weiteres ließ sich nicht feststellen.
*Duisburg, 4. Ott. Warper eineri)ye Poswver.
val‘er Kalt aus Schmidth ocst wunde wegen Unien schlag⸗
ing von 4500 Mark Amitsgelbern verhaftei.
* Viersen, 4. Oklt. 6oßherzige Stiftun—
Jen.) Josef Kaiser stiße⸗ anläßlich seiner Ernennung
um Kommerzienrat 130 000 M. zur Erbauung einer
taͤdtischen Ton- und Festhalle, fernet 10 000 M. für das
dran enhaus, 100 000 M. für Wöchnerinnen⸗ und Säug—
ingspflege bei Beamten und Arbeitern der verschiedenen
Zetriebe von Kaisers Werlen, 30 000 Mark zur Ver—
uügung des Landrats von M.⸗Gladbach und 10 600 Mart
ür kleinere Stiftungen.
*Kitzingen, 4. Ott. (SeUbstmord.) Der Bezirks—
im setretär Keller, der 10 000 Mark amtliche Gelder un—
er Hlagen hatte und flüchtig georngen war, wurde am
zulze der Graben erschossen unden.
*Wiesbaden, 4. Ott. (xX. dafteter Defrau—
ant.) Verhaftat warde hier der Buchhalter Krumb der
dapelfabrik, der seit Mitte September nach großen Unter
hylagungen flüchtig ging.
* Heidelberg, 4. Oklt. („Verübun g groben
unfugs“.) Eine originelle Auffafsung vom Groben Un
ug⸗Paragraphen scheint das hiesige Bezirksamt zu haben.
Wie er nnerlich ist, so schreibt die „Fr Ztg.“, war die
„chloßbe euchtung anläßlich des 100jähr'gen Stiftungsfestes
8 Korps Sucvick von einem ungewöhnl'ch heftigen Un
vetter begleitet. Auswärtige Blälter, und zwar sowohl
eut'sche wie außerderytsche, brachten darüber die aben—
uerlichsten Berichte. Danach sollte es viele Verletzte und
ogar Tote gegeben haben. Unter den Blättern, die d'ese
ja'schmeldung brachten, befand sich auch die „Ratsonalzei
ng“ in Berien. Ein Polizeiwachtmeister hat hierauf ge—
en das Blati wegen dieser, angeblich den Fremdenverkehr
rheblich schad' genden Meldung Anzeige beim Heidelbec
er Bezirksamt erstattet. Dieses hat eine Unterfichung ein—
eleitet, als deren Ergebnis der „Nationa'zeilung“ eine
Strafverfügung von 3d Mark zugegangen ist wegen ‚Ver—
ibung groben Unfugs“. Ratürlich hal die „Nauongizei—
ung“ d'e Strafe nicht angenommen, sondern gegen die
— Verfaügung gerichtliche Enticheduna bean
—NMetz, 4. Ott. (Gerüstabstur z.) An einem Neu—
au am Hauptbahnhos ftürzten zwei Albeiter infolge Ge—
uͤstbruches in die Tiefe und erlilten schwere Verletzungen,
Ren einer bereits im Kronkcabause etlegen in
Eingesandt. In der Dudweiler Zeitung von gestern
leht ein Artikel von Straßenraub des Pflasterers S. von
dudweiler. 1. Ist das kein Pflasterer, sondern ein Taglöhner,
Rer trieb sich in Herrensohr herum und war schwer be—
offen, mit offenem Messer, das ihm von einigen Herren
einer Drohungen halber abgenommen wurde. Wie kann
nun Straßenraub inbetracht kommen? Wer weiß, wo der
ein Geld agelassen 62*
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, b. Okt. Vor der hiesigen Strafkammer
atten sich gestern fünf Saarbrücker Schutzleute wegen
Nißhandlung eines Inhaftierten zu verantworten. Der
Brubenschlosser Lorenz aus Dudweiler war, harmlos durch
»ie Gutenbergstraße wandernd, von einem Schutzmann an⸗
zehalten worden, weil L., wie der Beamte aussagt, ihm
erdächtig vorgekommen sei. Lorenz, der sich seiner
Schuldlosigkeit voll bewußt war, verweigerte dem Schutz—
nann die Angabe seines Namens. Als der Schutzmann
ur Sistierung schreiten wollte, hat L. indessen seinen
Namen, Stand und Wohnort angegeben. Trotzdem wurde
er gefesselt zur Wache transportiert. Unterwegs leistete
er in begreiflicher Erregung Widerstand. Aus der Wache
vurde der Festgenommene vondwehreren Schutzleuten schwer
nißhandelt. Der ärztliche Besund stellte zahlreiche Ver—
etzungen fest, die von Hieben mit harten Gegenständen
serrühren. Die angeklagten Schutzleute bestritten gestern
ede Mißhandlung und blieben dabei auch gegenüber dem
ie schwer belastenden lärztlichen Befund. Sie vollen dem
Lorenz nur Ohrfeigen gegeben haben und sagen aus, dies
n der Notwehr getan zu haben. Das Gericht nahm in
einem Urteile an, daß Lorenz sich auf dem Transport zur
Lache tatsächlich des Widerstandes gegen die
ztaaisgewalt (ßF 180 d. St. G. B,) schuldig gemacht
abe und verurteilte ihn zu 20 Mark Geldstrafe
die angegebenen Schutzleute wurden der Mißhandlung des
orenz auf der Wache für schuldig befunden und zwar der
chweren korperlichen Mißhandlung. Zwei weniger belastete
„chutzleute wurden freigesprochen, die übrigen zu 100 bezw.
O und 50 Mark verurteilt. Das Gericht erklärt in der
Irteilsbegründung ausdrücklich es habe nur deshalb von
iner Gefängnisstrafe abgesehen weil die Beteiligung der
vinzelnen an der Straftat sich nicht genau abgrenzen läßt.
Pforzheim, 3* Okt. In einem Gasthause in Pforz⸗
‚eim wurde heute vormittag eine Hausiererin ermordet.
den Tätern ist man auf der Spur.
Berlin, 4. Okt. Der Kriminalpolizei ging heute früh
ie Nachricht zu, daß sich drei Familienväter aus dem Hause
rẽmdenerstraße 567 an den Krawallen in Moabit beteiligt
jätten. Mittags erschienen in dem genannten Hause' meh—
ere Kriminalbeaute, die die Verhaftung der drei Leule
»ornahmen. Die Beschuldigten wurden nach dem Polizei—
räsidium gebracht.
Stuhlweißenburg, 4. Olt. Der Gutsbesitzer Tagacs
owie dessen Tochter und Enkelin wurden, als sie ihrem
Weinkeller einen Besnch abstatteten, von den Gasen des
ungen gährenden Weines derart betäubt, daß alle drei er—
tickten, ehe Hilfe kam.
Hamburg. 4. Okt. Heute vor.nittag wurden trotz des
Metallarbeiterverbandes die Einigungsverhandlungen zwi⸗
chen der Kommission des Gesamtverbandes der deutschen
Metallindustriellen und den Bertretern der Arbeiterorgani⸗
ationen weitergeführt. Seitens der Arbeitgeber wurden
inige Konzessionen gemacht. Von der Annahme oder Ab⸗
ehnung der Ein'gunsvorschläge seitens der Arbeitnehmer
—
er gesomten Meiallindustrie erfolgt oder nicht. Die Ver⸗
reter der Arbeiter erklärten, eine definitive Antwort bie
Mittwoch abend 8 Uhr erteilen zu wollen.
Hamburg, 3. Okt. Bestem Vernehmen noch ruht heute
bend jeglicher Telegrammverkehr mit Lissabon vollständig.
luch wird eine Unterbrechung des gesamten Eisenbahnver
ehrs mit Lissabon gemeldet. Die Gründe für diese auf
allenden Störungen sind bisher unbekannt
„Köln, 5. Ott. Der Kardinalerzbischof Fischer von
zöln hat nach der „Köln. Volksztg.“ anläßlich der Am
prache des Bürgermeisters Nathan von Rom einen Hier⸗
enbrief erlassen, worin er ankündigt, daß er dem—
ächst eine Romreise unternimmt, auch aus dem Grunde,
um die kirchliche Gesinnung des katholischen Rheinlandes
»em Papst gegenüber auszudrücken.
Wien, 5. Okt. Der König der Belgier, der beim
taiser Franz Josef gegenwärlig zu Besuch weilt, legte
in den Särgen der Kaiserin Elifabeth und des Kron⸗
,rinzen Rudolph Kränze nieder und stattete sodann mil
er Königin den Mitgliedern des Kaiserhaufes Besuche ab.
Wladiklawkas, 5. Okt. Als hier die Familie eines
Räubers in den Sflimchak-Bergen verhaflet werden soll⸗
e, eröffnete dieser und seine Leute, die an drei Punkten
m Hinterh elie lagen, ein Gewehrfeuer, durch das der
Shef des Ba ruchirles, drei Offiziere und mehrerq
Antero fiztene athet wudden . αα;
Brux (Böhmen). In Oberleutensdorf durchschnitt gestern
ibend die Bergarbeitersfrau Neckowar in Abwesenheit ihres
Nannes ihren Kindern, einem éjährigen Mädchen und
inem 8jährigen Knaben, mit einem Rasiermesser den Hals.
beide waren sofori tot. Ihrer 10 jährigen Tochter brachte
ie Frau so schwere Berleßungen bei, datz sie waͤhrscheinlich
iicht mit dem Leben davonkommt. Dann durchschnitt die
Frau sich selbst den Hals und war bald darauf tot. Ver—
nutlich hat sie die Tat in einem Anfall von Geistesstörung
erübt.
Paris, 5. Sept. In Constantine hat sich Blanche
zourguin, die 16 Jahre alte Tochter eines mehrfachen
Nilionärs, angeblich aus Liebesgram von einer 126 Meter
sohen Brücke herabgestürzt und den Tod gesunden.
Belfort, 5. Okt. Infolge eines Wortwechsels bedrohte
zin gewisser Göpfert seine Söhne mit einem Messer. Diese
türzten sich auf ihren Vater und ecwürgten ihn. Die
Mörder stellten sich alsdann freiwillig dem Gericht.
Krakau, b. Okt. In den Vororten haben zahlreiche
daussuchungen stattgefunden, bei denen eine große Zah!
»on Schriststücken und Waffen beschlagnahmt wurde.
Zierzehn junge Leute, durchweg aus Russisch-Polen wurden
erhaftet; vier davon wurden wieder auf freien Fuß
gesetzt.
London, 4. Okt. Lloyd Schiffahrts-⸗Agentur meldet
ius Panama; Auf dem Dampfer Chiriqui der britischen
Steam Navigazinne Co., der 70 Personen, darunter 27
dajüten-Passagiere an Bord hatte, erfolgte eine Kessel—
ẽxplosion, die das Schiff auf der Höhe von Garachine zun
Sinken brachte. Gegen 50 Personen sind dabei ums Leber
zekommen. Ein Rettungsboot ist unterwegs, um der
leberlebenden Beistand zu leisten.
Nizza, 6. Okt. Der 24jährige russische Leutnant Alex—
inder Bekotelski schoß in der verflosseuen Nacht auf seine
aus Monte Carlo heimkehrende Geliebte. die Sängerin Lina
Berny zwei Schüsse ab, ohne sie zu treffen. Dann tötete
er sich selbst durch einen Schuß in die Schläfe.
Cardiff, 4. Okt. Heute früh traten weitere 2000 Berg⸗
eute in den Ausstand. Seit dem J. Okt. sind schon über
0 000 ausständisch geworden, doch ist eine baldige Bei—
ogqung der Schwierigkeiten sehr wohrscheinsich
*
Revolution in Portugal?
Lissabon, 6. Okt. Eine Meldnng, welche mittels
rahtloser Telegraphie von einem Dampfer übermittell
vurde, der sich in den portugiesischen Gewässern der Insel
5t. Marie de la Mare und vom Matin“ veröffentlich!
wird, behauptet, daß in Lissabon die Revolution ausge—
brochen ist. Gestern Nachmittag zwei Uhr begann die Be—
chießung des Königspalastes durch die Kriegsschiffe. Ein
zroßer Teil der Armee, sowie die ganze Marine befinden
ich auf Seiten der Revolutionäre. Der Eintritt in die
ztadt ist untersagt, und es ist unmöglich Einzelheiten zu
erhalten. Diese Meldung wird auch von der „Daily Mail“
zestätigt. Es wird mitgeteilt, der König Manuel sei
augenblicklich als Gefangener in Händen der Revolutionäre.
London, b. Okt. Die Times bestätigen die Meldung
aus Lissabon. Das Blatt schreibt: es seien Gründe vor—
sjanden, ernste Bedenken wegen der Lage in Portugal zu
jeden, obgleich die telegraphische Verbindung gestern mi⸗
Portugal so gnt wie unmöglich war. Wir haben aber
Brund zu glauben, daß die Revolution in Lissabon ausge—
zrochen ist. Ein Telegramm telt mit, daß der König ge
angen worden ist. Es sind in letzter Zeit offene Kritiker
zegen den König erhoben worden und die sriedliche Haltung
jegen den König wird noch viel besser markiert als die
Progressisten und ihre Verbündeten sich enthielten, am 23
September anläßlich der Eröffnung der Cortes zu erscheineu
Der König ist augenblicklich Gegenstand der Kritik, weil e
persönlich die monarchische Idee sehr weuig unterstützt
Man wirft dem König Mangel an Energie in politischer
Angelegenheiten vor und als gewisse Nachrichten über das
zrivate Lebeu des Königs bekannt wurden, ist ihm schnel'
die Achtung verloren gegangen, welche die Katholiken ihn
regenüber an den Tag gelegt haben.
Polizei⸗Verordnung
betreffend dee Beleuchtung der Eingänge zu den Wirt
schaften bei Dunkel.
Auf Grund der 88 5 und 6 des Gesetzes über die
Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 wird, unter gleich
eitiger Aufhebung des 8 23 der Ortspolizeiverordnung
»om 3. April 1866, zur Erhaltung der Sicherheit und
Irdnung für den Umfang der Bürgermeisterei Dudweiler
achstehende Polizeiverordnung erlassen.
81.
Sämtliche Gast- und Schankwirte der Bürgermeistere
Dudweiler sind verpflichtet, jcden Abend bei eintretender
dunkelheit die Eingänge zu ihren Wirtschaften, gleichviel,
ob Gäste in denselben fich befinden oder nicht, durch eine
iber der Haustür bezw. über der Haupteingangstür zur
Wirtschaft oder neben derselben angebrachte nach außenhin
)ellbrennende Laterne bis zur eingetretenen Polizeistunde
gegebenenfalls bis zum Schlusse der Wirtschaft zu beleuchten
82.
Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestim—
mungen werden mit einer Geldstrafe bis zu 9 Mk. und
im Unvermögensfalle mit verhältnismäßiger Haft bestraft
—V
Gegenwärtige Polizeiverordnung tritt mit dem 1. No—
vember ds. Irs. in Kraft.
Dudweiler, den 1. Oktober 1910.
Die Polizeiverwaltung:
Der Bürgermeister Jo st.
Bekanntmachung
Die Aufnahme des Personenstandes zur Steuerperan—
lagung für das Jahr 1911 findet in diesem Jahre wieder
durch Hauslisten statt.
Nach 8 23 des Einkommensteuergesetzes ist jeder Be—
itzer eines bewohnten Grundstücks oder dessen Vertrete
erpflichtet, der mit der Aufnahme des Personenstandes
»etrauten Behörde die auf dem Grundstücke vorhandene!
Personen mit Namen, Berufs- oder Erwerbsart, Geburts
)rt, Beburtstag und Religionsbekenntnis, für Arbeiter
Dienststoten und Gewerbegehülfen auch den Arbeitaebe
ind die Arbeitsstätte anzugeben.
Die Haushaltungsvorstände haben den Hausbesitzerr
»der deren Vertretern die erforderliche Auskunft über di
u ihrem Hausstande gehörigen Personen einschließlich de
Anter⸗ und Schlafstellenmieter zu erteilen.
Arbeiter, Dienstboten und Gewerbegehülfen haben der
Haushaltungsvorständen die erforderliche Auskunft übe—
ihre Arbeitgeber und Arbeitsstätte zu erteilen.
Die Hauslisten werden vom 8. d. Mts. ab zugestellt
und 3 Tage nach der Austeilung wieder eingezogen. Au
die vollständige und richtige Ausfüllung derselben ist die
größte Sorgfalt zu verwenden, insbesondere ist anzugeben
ob außer dem Hauptberuf noch Nebenerwerbe, wie z. B
Flaschenbierhandel, Milchhandel, Krämerei, Schuhmachere'
usw. betrieben wird. Ferner mache ich im Interesse de
Steuerpflichtigen auf die genaue Ausfüllung der Spalten
auf der Rückseite der Hauslisten „Abzüge vom steuer
pflichtigen Einkommen“ besonders aufmerksam.
Wer die von ihm geforderte Auskunft verweigert, ode
ohne genügenden Enschuldigungsgrund in der gestellten
Frist gar nicht oder unvoliständig oder unrichtig erteilt,
wird nach 8 74 des Einkommensteuergesetzes mit einer
Geldstrafe bis zu 300 M bestraft.
Dudweiler, den 1. Oktober 1910.
Der Bürgermeister.
Jost.
Straßenbennung.
Im Einverständnis mit der Gemeindevertretung werden
mm Gemeindebezirk Dndweiler folgende Straßen neubenannt
bezw. um Rerwechselungen vorzubeugen vorhandene Straßen—
namen. die doppelt vorkamen, abgeändert. Es heißeu voꝛ
jeßt ah·
a) Neuhauserweg.
1. Der Straßeuzug von dem Schulhause Rektor Knorz
bis zum Walde „Neuhauserweg“.
2. Erste Querstraße vom Hause Paffrath nach dem
Güterbahnhof „Zum Güterbahnhof“.
3. Zweite Querstraße vom Hause Schminke bis zur
Backsteinfabrik „Richardstraße“.
b) Eisenbahnstraße Dudweiler
vom Hause Josef Gottfreund ab bis zur Einmündung ir
die Bahnhofstraße ‚Am Bahndamm“.
c) Hofweg
die Seitenstraße desselben vom Hause Büch ab „In
Schneiderfeld“.
d) Fingerhutstraße.
1. Der Teil vom Hause Schmidt bis oberhalb des
Hauses Sieg „Bärengasse“.
2. Die beiden Straßenzüge vom Hause Witwe Biever
his zur Einmündung in die Fischhacherstraßen, Fingerhut
Araße“
3. Der zwischen Fingerhutstraße und Bahn gelegen«
Straßenzug „Nagelgasse.“
e) Die Straße von der Sulzbachstraße bis zum Gegen
yrtschacht „Am Gegenortschacht“.
f) Die Straße von der Saarbrückerstraße, beginuent
heim Hause des Kaufmunnes G. Weil „Kalkofenstraße“
g) Bergstraße Dudweiler künftig „Am Sandberg“,
h) Die neue Straße von der St. Ingberterstraß.
zgegenüber dem Hause Eichhorn bis zur Neuweilerstraße
„Am Bru7nnchen“.
i) Die Kirchenstraße von der Scheidterstraße bis zu
St. Ingberterstraße am Kloster vorbei „Klosterstraße.“
R) Die jetzige Große Kirchenstraße „Kirchenstraße“
) Erster Verbindungsweg von der Scheidterstraße beim
Hause Johann Hauck bis zur St. Ingberterstraße beim
dause Heinrich Pitz 8 „Löbelstraße“.
m) Zweiter Verbindungsweg von der Scheidterstraßt
beim Hause Wwe. P. Brödel nach der St. Ingberterstraße
beim Hause K. Pitz 11 „In der Wagenlück“.
m) Brunnenstraße Jägersfreude „Zechenstraße“.
0) Die Betriebsgebäude und Beamtenwohnungen be
der Schachtanlage Jägersfreude „Grube Jägersfreude“.
p) Von der Sulzbachbrücke zu Jägersfreude bis zu—
Wegeüberführung nach Herrensohr „St. Johannerstraße.“
q) Der Weg vom Hause Jakob Keßler zu Jägersfreud
bis zur unteren Grubenanlage „Grubenweg“.
r) Der Bezirk der Schmoll'schen Fabrik, soweit er nich
an die St. Johannerstraße uud den Grubenweg angrenz
„Blechhammer“.
s) Die Wilhelmstraße Herrensohr „Rembornstraße“.
t) Die an der Eisenbahn in Herrensohr zwisch
Römer- und Marktstraße liegende Straße „Alleestraße“.
Dudweiler, den 28. September 1910.
Der Bürgermeister Jo st—
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