Das neue Rathaus in Dresssden.
Mit großer Feierlichteit wurde in Dresden dags
rene Rathaus in Gegenwart des Königs, hervor—⸗
agender Vertreter der Bürgerschaft, Behörden und Kör—
zerschaften eingeweiht. Es ist seit 1900 von dem Cber—
paurat Bräter und dem Architekten Roth errichtet. Das
stathaus kostet über 16 Millionen Mark. Auf den eigent⸗
ichen Bau entfallen 75 Millionen. auf den Bauplatz wa
———
—
——
benso viel und für die innere Ausstattung sind 1300 000
Nark verwendet worden. Die heutige Einweihungsfeier
sand in den oberen Festräumen statt. Es waren zu ihr
twa 500 Personen geladen. Oberbürgermeister Beut—
er hielt die Weiherede. Es folgten Ansprachen von
gertretern der öffentlichen Körperschaften, der Technischen
zochschule, der faächsischen Städte des Handels, Industrie,
Hewerbe und Lehrerschast. Der Einweihung folgte ein
zaunkett im Rathausfaale.
Von der Luusciffahrt.
*
Fernflug Trier⸗-Metz. Den Metzer Schauflü—
sen am Sonntag wohnte eine große Menschenmenge bei.
Vegen des starken Windes konne erst gegen 4. 45 Uhr ein
Flug unternommen werden. Um diese Zeit stieg The—
en zum zweitenmal auf und blieb 9 Minuten in der
euft. Jeannin vollführte einen Flug von 5 Minuten.
1im 6 Uhr machte Thelen einen Flug von 22 Minu—
en Dauer. Jeannin stieg um 6.18 Uhr zu einem
urzen Flug aus. Das Ergebnis ist, daß Thelen auch
zleichzeitig den Ehrenpreis des Statthalters von Elsaß—
Lothringen erworben hat. Nach der Entscheidung des
breisgerichts hat Jeannin den ersien Preis von 20 000
Nart sür den Fernflug erhalten. Bezüglich der Zu—
prechung des zweiten Preises hat das Preisgericht ein
timmig die Leistungen von Thelen und Engel—
sardt in Ansehung der Umstände als gleich bewertet
ind beiden je einen Betrag von 2000 Mark zuerkannt.
khelen hat außerdem den Ehrenpreis der Stadt Trier
rworben.
*Das dicke Ende. Aus Nancy wird gemeldet:
durz bevor Kapitän Engelhardt den Rückflug nach
seie z aufnehmen wollte, trat ein ZolIUbeamter an
hn heran und verlangte von ihm als Zollgebühr für sei—
ien Zweiflächer 117 Franks mit dem Bemerken, daß er
»iese Summe zurückerhalte, falls er seinen Aeroplan
iber die Grenze nach Deutschland zurückbringe. Kapitän
xugelhardt erlegte sofort den geforderten Betrag.
Ein neuer Höshenrekord. Der Flleger
bynwalen brach mit seinem Zweidecker den Höhen—
ekord, indem er 2780 Meter erreichte. In der Höhe setzte
ein Motor wegen Benzinmangels aus, worauf der Flie⸗
ier in einem Gleitfluge in 18 Minuten landete.
—RJwRÆæE
Spiel und Sport.
Das Vanderbiltrennen. Aus New-Y ork wird
verichtet: Der Staatsanwalt geht gegen die Lokalbehör—
den vor, welche das Automobilrennen auf der Landstraße
»on Long Island duldeten, das eine halbe Million Zu—
chauer anzog und vier Tote, fünf Schwerverletzte und 100
eichter Verletzte verschuldete. — Infolge des unglückli—
hen Verlaufs des Rennens um den Vanderbilt-⸗Po
al glaubt man, daß das jetzige Rennen das Schlußren—
en sein wird. Es wurde der Rennleitung nahegelegt,
zas für den 15. Oktober gevlante Rennen um den arokßka—
Helbig wurde unwiuturuch verlegen eine ounttie wrut —1
ete sich über sein Antlitz. Er stotterte verlegen einige
Phrasen — um des Doktors breiten Mund spielte ein gut⸗
mütiges Lächeln — offenbar belustigte ihn die Verlegen⸗
heit des jungen Mannes.
⸗-Ah, Sie waren bei Hannchen?“ rief er dann und setzte
wvie sich besinnend hinzu: „Ja, jetzt erinnere ich mich — sie
prach zu mir davon. — Sie wollten zusammen musizieren.
— Gut — gut, habe gar nichts dagegen — nur nicht zu oft!
— Man schadet zu leicht dem Ruf eines Mädchens. Doch“,
etzte er rasch hinzu, als Helbig etwas erwidern wollte,
jetzt ist keine Zeit zum Scherzen. Es ist eine glückliche
rügung, daß wir uns treffen — Sie können mich begleiten,
ch bin auf dem Wege zu Ihrer Tante.“
Helbig sah erschreckt auf. J
„Zu meiner Tante?“ fraate er, „ist sie krank ge⸗
vorden?“ F
„Die Tante nicht, aber der kleine Konrad. Das Nädchen
am eben, ganz außer Atem her mich zu rufen.
Helbig blickte bestürzt zu Boden. Schweigend ging er
eben dem Doktor weiter, der seine Schritte möglichst be—
chleunigte. Ein peinliches, ahnungsvolles Gefühl durch—
röstelte ihn, das so leicht kommt, wenn man im Moment
er höchsten Glückseligkeit von einem plötzlichen Mißgeschick
etroffen wird. Sein Herz war voller Besorgnisse. Kon—
ad, das wußte er, war das größte Glück seines Onkels.
Wenn ihm dieses Kind entrissen werden sollte, — welch' ein
„chlag für den teuren Mann!
„Nun, nun, nur nicht gleich so ängstlicht“ besänftigte der
Ddoktor des jungen Mannes augenscheinliche Sorge. — „Es
vird vielleicht gar nicht so schlimm sein. Die Frau Direk—
orin ist oft unnötiger Weise besorgt — und der Papa ist
noch nicht zu Hause.“
Vor der Türe des Hauses stand schon das Mädchen und
at mit ängstlicher Miene näher zu treten, es stünde sehr
hlimm da drinnen.
„Bitte, Herr Referendar, halten Sie mir die Mutter
ern!“ flüsterte der Doktor beim Eintreten Helbig zu.
Wissen Sie: nervöse Frauenzimmer sind mir verhaßt und
zhre Tante gehört zu der schlimmsten Sorte!“
Helbig nickte beistimmend und beide traten rasch ein.
Drinnen in der Schlafstuhe, in der die weißen Rouleauxr
ief heruntergelassen waren, lag der kleine Konrad in sei—
em Bette mit dunkel gerötetem Kopf und Gesicht, die
lugen halb geschlossen, der geöffnete Mund kurz und müh—
am den Atem ausstoßend. Am Fenster im Lehnstuhl saß
ie Direktorin, sie war kreideweiß und ihre schmalen Hände
zitterten merklich auf ihrem Schoße.
„O Gott,. Herr Doktor!“ xrief sie. „Sehen Sie nur.
—
uͤng erklärt, daß das Rennen programmäßig stattfinden
verde. ——— — —————
Vermischtes.
Ein unglaubliches Mißgeschick ist, wie das ‚Ham—
hurger Fremdenblatt“ mitteilt, dem im Kreise Husum
erscheinenden „Friesen⸗Kurier“ widerfahren. An der Spitze
einer Ausgabe vom 21. September bringt er im fetten
druck stolz iolgendes „Original«Telegramm“: Wien, 20.
zeptember, 10 Uhr 35 Min. vorm. Kaiser Franz Josel
on Oesterreich ist heute morgen 54 Uhr gestorben. Am
dachmittag desselben Tages wurden indessen die Leser
es Blattes durch folgende Extraausgabe überrascht.
rtrablatt des „Friesen-⸗Kuriers“. Kaisfer Franz Josess
icht tot! Die von uns in heutiger Nummer gebrachte
“—odesnachricht von Kaiser Franz Josef von Oesterreich
estätigt sich nicht. Die Todesnachricht bezieht sich auf den
zchauspieler Josef Kainz, der heute morgen in Wien
estorben isft.
Zigeuner als Eisenbahnfrevler. Einem verwege—
ien Anschlag, den eine Schar umherziehender Zigeuner
ach amerikanischem Muster ausüben wollte, war die Po—
zei in Schivelbein i. P. auf die Spur gekommen. Die
zigeuner hatten in der Nähe von Schivelbein Eisenbahn,
chienen und Schwellen gelockert, um den Zug zur Ent
leisung zu bringen und die Reisenden zu berauben. Zu
zächst gelang es nicht, auf die Spur der Täter zu kom—
nen. Auf Ersuchen der Ocisbehörde wurde vom Ber—
iner Polizeipräsidium der Keimiunallommissar Kurt Veeis
iach Sivclbein entsandt, dem es in niehrwöchiger Arber
zelang, die Täter zu ermittein und der Mehrzahl der Zi
jeuner habhaft zu werden. Da die Zigeuner sehr rasch
jon Ort zu Ort zogen, mußte der Konunissar ihnen über
allhin folgen. Erst in Schöneberg bei Soldin gelang es
hmi, einen Trupp Zigeuner. die an dem Eisenbahnirevel
heteiligt waren, zu verhaften. Die Zigeuner wurden in⸗
Imtsgerichtsgefängnis in Stargard i. P. gebracht. Die
Jagd nach den Eisenbahnfrevlern ging aber weiter; si
führte bis nach Landsberg a. W. Bis jetzt sind alle Tä.
er bis auf zwei hinter Schloß und Riegel gebrach
Die angegriffenen Journalisten. Die englischen
Journalisten waren Montag vormittag vom Polizeipräsi—
enten von Jagow auf das Berliner Präsidium gebeten
vorden, wo sie lediglich über den Vorfall vernommen wur⸗
»en. Die Antwort auf ihre nochmalige Beschwerde wird
hnen durch den Minister des Innern zugehen.
Theaterbrand. Im Passagetheater in Berlin brach
Feuer aus. Durch die schnell erschienene Feuerwehr isl
»er Brand gelöscht worden, ohne daß eine besondere Ve—
inruhigung des Publikums entstand.
Großfeuer vernichtete in Bublitz bei Stettin neun
Wohnhäuser samt Scheunen und Ställen. 32 Familien
ind obdachlos und retteten nur ihr nacktes Leben. Die
ẽrnte ist vollständig vernichtet. Der Schaden beträgt etwa
100 000 Mark.
Von Wilderern erschofssen. Amtsrichter Siebe von
Bleiwitz wurde von Wilderern im Czernitzer Forst er—
chossen.
v Automobil⸗Unglück. In Mürzzufchlag fuhr nach
iner Meldung aus Wien ein Automobil mit fünf Insaf
en in voller Fahrt in die geschlossenen Bahnschranken hin
inu. Der Lenker des Fahrzeuges, ein Fabrikbesitzer aus
Wien, und ein Kaufmann aus Konstantinopel wurden sehr
chwer, zwei andere Insassen leicht verletzt.
Südpol-Expedition. Aus Christiania wird berich
et: Die Nachricht, daß Amundsen den Reiseplan seiner
krpedition geöändert hat und von Madeira aus mit dem
ẽEpeditionsschiff „Fram“ südwärts gegangen ist, um an
dem Wettbewerb um die Erforschung des Südpoles teil—
unehmen, erregt großes Aufsehen. Nansen erklärte den
Plan für ein großes und überaus wichtiges Vorhaben.
Ich kenne, so äußerte sich Nansen, Amundsen genug, um
zuu wissen, daß er auch durchführt, was er plant. Ich bin
überzeugt, daß seine Expedition wertvolle Resultate erge
hen wird. —
Straßenbahn-Zusammenstoßßz. In Lyon stießen
wei Straßenbahnzüge der nach Veuville führenden Linie
usammen. 25 Personen wurden verwundet, darunter meh—
tere lebensgefährlich. Drei Wagen wurden vollständig
zertrümmert.
Die Cholera. Am Montag wurden in Konstantino⸗
vel fünf Erkrankungen an Cholera festgestellt, davon drei
in Pera; vier Personen sind gestorben.
Unglückliche Ballonlandung. Ein Ballon, der am
Zonntag mittag vom Londoner Kristallpalast aufgestiegen
war und in dem sich vier Personen befanden, ist in der
Nähe von Royten in der Grafschaft Essexr aus großer
böhe abgestürzt. Der Führer des Ballons hatte eine
schöne Fahrt über London gemacht. 'Als der Ballon zu
hoch stieg, zog er das Ventil, wobei dieses desekt wurde
und sich nicht mehr schloß. Infolgedessen fiel der Ballon
nit großer Geschwindigkeit zur Erde. Zum Glück wurde
oer Fall dadurch gemildert, daß der Korb beim Fallen
ich in den Aesten eines Baumes verfing. Alle vier In—
assen erlitten schwere Verletzungen. An dem Aufkommer
des einen Verunglückten wird gezweifelt.
Sundaehunaen in Ewanie D MWolfticne Met
— S.I..CJ. vor mir unter deñ Panden. W, ich vin gar?
zerschmettert. Gut, daß du da bist, Oskar. Die Angfst isi
mir so auf die Nerven gefallen, daß ich nicht imstande bin
mich zu rühren, ich bin ganz hilflos.“
Oskar drückte der Tante beruhigend die Hand und tral
zum Doktor, der bereits am Bette des Knaben stand.
Doktor Körner schüttelte beim Anblick des Knaben den
stopf und flüsterte rasch und leise Helbig zu: „Bringen Sie
die weinende Mutter hinaus, die Sache ist ernst, und kom.
men Sie sogleich wieder, um Hilfe zu leisten“
„Was sagen Sie zu dem schrecklichen Anfall, Herr Dok
lor?“ rief die Direktorin mit matter Stimme.
„Der Junge fiebert etwas,“ entgegnete der Doktor
Doch Sie, Frau Direktorin,“ wandte er sich dann rasch um,
„Sie sehen mir schlimmer aus als der Junge, legen Sie sic
zasch ins Bett.“
„Wie kann ich?“ stöhnte sie „Mein Kind —“
ESei unbesorgt, liebe Tante.“ rief Helbig, „ich bleibe
hei Konrad. Ruhe dich etwas, ich birte dich, du siehst ja
anz nuß aus; was würde der Onkel sagen, wenn er nach
hause käme und dich und das Kind krank fände?“
„Du hast Recht!“ seufzte die Direktorin. Ach, ich
ühle mich zu matt, die Angst um, Konrad hat mir alle
draft benommen; ich werde gehen, doch bleibe du bei ihm
ind wenn etwas passieren sollt ——
„Es wird nichts passieren!“ sagte Helbig beruhigend
doch sollte es sein, dann verspreche ich dir, dich zu rufen.“
Die Direktorin lehnte sich auf den Arm des Neffen und
chwankte aus dem Zimmer, ohne auf ihr krankes Kind noch
inen Blick zu wersen. F
IIch kann ihn nicht ansehen, ich kann es nicht,“ flüsterte
ie Oslar zu, der Anblick ängstigt mich zu Tode.“
Nach einigen Minuten war Sskar wieder bei dem Dok.
or, der neben dem Bette saßz und damit beschäftigt war—
nin feuchten leinen Tüchern des kranken Kindes Kopf zu
ühlen.
„Gott sei Dank. daß sie fort ist!“ rief der Doltor Ostar
zu. „Haben Sie auch dafür gesorgt, daß fie nicht so
ald wiederkommt?“
„Sie wollte sich sogleich hinlegen ··:
But, gut! Ich habe das Näͤdchen soeben nach Eis ge⸗
chickt,“ fuhr der Doktor fort, indem er rasch aufstand und
aach seinem Hute griff, „sie wird gleich wieder hier sein. —
Fahren Sie mit den Umschlägen fort, mit denen ich begon⸗«
ien; sobald das Eis hier ist, sorgen Sie dafür, daß dem
dinde statt der nassen Tücher Eis auf den Kopf geleat wird.
Nach zwei Stunden komme ich wieder“
ySalten Sie den Zustand für bedenklich?“ fragte Hel⸗
dig beora — ————— —2 —
ceau meldet: Zahlresche Katholiken, die der Messe in de
sirche Virgo del Pikar beiwohnten, zogen zu dem Pa
lais des Zivilgouverneurs. Während dieser eine Abord
aung empfing, umringten die Manifestanten das Palai—.
und sangen geistliche Lieder. Eine Gruppe von Republi
anern antwortete mit der Marseillaise. Es entstand ein
Schlägerei. Die Gendarmerie und die Polizei zerstreut—
die Manisestanten mit Säbelhieben. Es herrschte darau
wieder Ruhe.
Autounufall. Der amerikanische Sportsman Vreden
burgh ist bei Springfield (Illionis) tödlich verunglückt
Das Automoagil stürzte über eine Hecke, wobei Vreden—
burgh der Kopf fast abgeschlagen wurde.
Coofk und Peary. Die New-Yort „World“ erklärt
sie habe Dr. Cook in London gefunden. Er sei seit sei
nem Verschwinden in Kanada, England, Gibraltar
Marokko, Portugal, Argentinien und Chile, dann wieder
n England gewesen und erkläre, noch immer der einzige
iu sein, der den Nordpol erreicht habe. Er sage, Peary
sätte seinen viertägigen Marsch nicht ohne Aeroplan aus
ühren können. Cook habe Pearys Vorlesung in London
eigewohnt. Er sei zwanzig FJuß von Peary en fernt
ewesen. Cool werde sich vorläufig weiter verborgen hal
—
Lokales und Vermischtes.
Eingesandt. Die sozialpolitischen Unterrichtskurse des
Bezirkskartells der christl. Gewerkschaften a. d. Saar nehmen
am Sonntag den 16. Oktober ihren Anfang. Es sollen
folgende Themas behandelt werden:
1. Versammlungstechnik (Ref. Baltrusch).
2. Entwickelung der Volkswirtschaft bis zum kap. Systen
(Ref. Bäcker).
z. Die neuere Entwicklung der Volkswirtschaft (Ref
Ollmert).
1. Wesen und Charakter der Gewerkschaftsbewegung
(Ref. Germann).
5. Die „freien“ und Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften
Ref. Engehh.
3. Katholische Fachabteilungen u. gelbe Gewerkschafter
(Ref. Aatz).
7. Die christl. Gewerkschaften (Ref. Jockenhöfer).
8. Tarifverträge (Ref. Veltum).
9. Der Sozialismus von F. Lasalle u. K. Marx (Res
Rauber).
10. Kritik des sozialistischen „Erfurter Programms
(Ref. Ollmert).
11. Die Verfassung des deutschen Reiches (Ref. Rauber
2. Die Reichsversicherungsordnung (Ref. Baltrusch).
Die Kurse sind nach solgender Ordnung eingeteilt:
n Burbach Sonntags 10 Uhr morgens. 16. Okt
30. Okt. 13. Nov. 27. Nov. 11. Dez. 18 Dez. 8. Jan
18. Jan. 29. Jan. b. Febr. 19. Febr. 5. Marz.
n Fraulautern Sonntags 10 Uhr morgens. 14. Okt
23. Okt. 30. Okt. 13. Nov. 27. Nov. 11. Dez. 18. Dez
8. Jan. 15. Jan. 29. Jan. b. Febr. 19. Febr.
n Primsweiler Sonntags 3/, Uhr nachm. 16. Okt
30. Okt. 13. Nov. 27. Nov. 11. Dez. 18. Dez. 8. Jan
22. Jan. 12. Febr. 26. Febr. 12. März 19. März.
n Algringen Sonntags 4 Uhr nachm. 16. Okt. 6. Nov
20. Nov. 4. Dez. 18. Dez. 8. Jan. 16. Jan. 29. Jan
19. Febr. 6. März. 18. März. 26. März.
in Dudweiler Dienstags 9/, Uhr morgens u. 6/, Uhr
ibends. 18. Okt. 26. Okt. 8. Nov. 232. Nov. 6. Dez.
20. Dez. 3. Jan. 17. Jan. 31. Jan. 14. Febr. 28. Febr.
7. März.
in Sulzbach Mittwochs 9u/, Uhr morgens u. 6l, Uhr
ibends. 19. Okt. 26. Okt. 9. Nov. 23. Nov. 7. Dez
4. Dez. 21. Dez. 11. Jan. 18. Jan. 1. Febr. 15. Febr
1. März.
in Friedrichsthal Donnerstags /,10 Uhr vorm. u.
b! / Uhr nachm. 20. Okt. 27. Okt. 10. Nov. 24. Nov
3. Dez. 16, Dez. 12. Jan. 19. Jan. 2. Febr. 16. Lebr
2 März 9. März.
in Neunkirchen Freitags /,10 Uhr vorm. u. 6*/, Uhr
nachm. 21. Okt. 28. Dkt. 4. Nov. 18. Nov. 2. Dez.
16. Dez. 13. Jan. 20. Jan. 27. Jan. 10. Febr. 24. Febr
3. März.
in Heusweiler Dienstags Ou, Uhr vorm. u. 6l, Uhr
nachm. 25. Okt. 1. Nov. 156. Nov. 29. Nov. 18. Dez.
27. Dez. 10. Jan. 24. Jan 7. Febr. 21. Febr. 7. März.
14. März.
in Ludweiler Mittwochs 9/, Uhr vorm. u. 6/, Uhr
nachm. 26. Okt. 2. Nov. 16. Nov. 23. Nov. 7. Dez.
21. Dez. 11. Jan. 18. Jan. 1. Febr. 15. Febr. 1. März.
13. März.
in Püttlingen Donnerstag /, Uhr vorm. u. 6 Uhr
nachm. 27. Okt. 3. Novp. 17. Nov. 1. Dez. 165. Dez.
22. Dez. 12. Jan. 26 Jan. 9. Febr. 23. Jebr. 9. Mär,
18. März.
zu St. Ingbert Sreitaas 9l / Uhr vorm. u. Gl, Uh⸗
— —
„Ich furchte nicht!“ war die kurze Antwort und Dok.
tor Koͤrner machte die Tür hinter sich zu.
Helbig setzte sich an das Bett Konrads und sah in das
zunkelgerötete Antlitz des Knaben, auf die heftig klopfen⸗
den Pulsadern und die in Fieberglut brennenden Lippen
»esselben. Sorgfältig netzte er die Tücher und legte sie au
den heißen kleinen Kopf. Angst und Sorge um das Kind
üllte sein Herz und doch pochte es auch wieder in nie ge⸗
'annter Wonne. Zum ersten Male hatte ihn heute die
Macht der Leidenschaft überwältigt, hatte sein ganzes Wesen
amgewandelt, und glühendes Feuer in seine Adern gegossen
Beim Gedanken an Johanng zitterten alle Fibern seine
derzens, und Wonne und Entzücken erhellte seine ganz
zeele. Wohl hatte er schon der Liebe Spiel kennen gelernt
atte mit diesem oder jenem hübschen Kinde getändelt, und
ianchmal auch wohl schon zu tief in die schönen Augen ge
haut; aber das glühende Verlangen, das ihn jetzt erfüllte
ie Macht der Empfindung, die jeden anderen Gedanken
edes andere Gefühl aus der Seele verdrängte, war ihm bie⸗
etzt fremd geblieben. Vergeblich suchte er seiner Aufregung
derr zu werden und seine Aufmerksamkeit ganz dem kran⸗
en Kinde zuzuwenden. Es gelang ihm nicht. Immer wie
Jer trat das Bild Johannas vor seine Seele, immer wieder
lickten ihre braunen Augen ihn so süß verlockend an. daß
er die Hand auf das Herz pressen mußte, um das stürmisch
Pochen desselben zu bewaͤltigen.
Das Mädchen kam mit dem vom Doktor verordneten
Fise an. Helbig bewegte sich wie im wachen Traume. Er
rahm das Eis, er legte es auf den Kopf des Knaben, aber
eine Seele weilte bei ihr, Sie stand neben ihm, ihr Atem
herührte ihn, ihre Hand streifte die seine und neue Gluten
durchströmten seinen Körper.
Erst das Kommen des Onkels brach den Zauber, der
eine Sinne ganz gefangen genommen. Der Direktor tral
eise an das Bett seines kranken Lieblings, in dem sich alle
Wünsche und Hoffnungen seiner Zukunft konzentrierten. Er
var vom Doktor schon von der Gefahr unterrichtet worden
n welcher sein, Kind schwebte. Ernst, aber mit ruhiger
assung sah er in das Antlitz des Knaben und reichte dann
gr mit stummem Danke für seine sorafältiage Vilege dir
vand.
,. . Gerührt sah Helbig in das ergebungsvolle milde Ant
litz des Direktors. Waren es doch die lieben glaubensvollen
Augen seiner Mutter, die ihm aus demselben entgeger
leuchteten. So hatte auch sie einst an seinem Lager gestanden.
als er am Scharlachfieber gefährlich darnieder gelegen und
hatte betend gen Himmel geschaut, wie es jetzt der Onkel tat
Oskar erhob sich und faßte in tieser Beweguno di
Sand des Direkttfora
nachm. 28. Okt. 4. Nov. 18. Nov. 2. Dez. 16. Dez
23. Dez. 13 Jan. 27. Jan. 10. Febr. 24 Febr. 3. März
17. März.
in Quierschied Dienstags 9/, Uhr vorm. u. 61/, UÜhi
nachm. 1. Nov. 16. Nov. 29. Nop. 13. Dez. 20 Vez
10. Jan. 24. Jan. 7. Febr. 21. Febr. 7. März 14. Mär—
21. März.
in Heiligenwald Mittwochs W/, Uhr vorm. und 61/,
Uhr nachm. 2. Nov. 9. Nov. 23. Nov. 7. Dez. 21. Dez.
11. Jan. 18. Jan. 1. Febr. 16. Febr. 1. März, 16. März
22. März
in Trier, Donnerstags abends 7 Uhr. 3. Nov. 17
Nov. 1. Dez. 16. Dez. 22. Dez. 182. Jan. 18. Jan
9. Febr. 23. Febr. 2. März. 16. März. 23. März.
Der Besuch der Kurse ist völlig unentgeltlich, die Teil—
nehmer haben aber die Verpflichtung, Bleistift und Papier
mitzubringen und die Kurse regelmäßig zu besuchen. Die
Lokale werden allwöchentlich im Versammlunagskalender
hekannt gegeben.
Fernsprechzentrale Dudweiler. Wir haben schon
wiederholt Gelegenheit nehmen müssen, die Teilnehmer aul
die Bestimmungen aufmerksam zu machen, beim Anruf die
Kurbel nur einmal langsam zu drehen! Erfolgt keine
Antwort, wiederhole man dies. Ein Sturmläulen, wie
dies sehr häufig schon nach kürzerem Warten erfolgt, ist
strengstens untersagt und — völlig wertlos. An unseren
Zentrale sind 20 Teilnehmer und 4 Hauptanschlüsse
Meldet sich Jemand, klingelt es bei der Zentrale oder eine
Klappe schlägt auf und nieder. Es kommt täglich sehr
häufig vor, daß sich 3, 4 und noch mehr Teilnehmer zu
gleicher Zeit melden. Antwort kann nur einer nach dem
andern erhalten. Will man nun Antwort geben, muß
man den Hörer am Ohr haben. Läuten während dieser
Zeit verschiedene andere Teilnehmer an, muß das Hörrohr
aogesetzt werden, will man nicht den Verlust seines Gehörs
riskieren. Dies ist schon bei vorgeschriebenem Anruf
„Kurbel einmal langsam drehen!“ der Fall. Nun verge—
genwärtige man sich, wenn der Anrufende in ein immer
rascheres Tempo verfällt, das schließlich in ein Wahnsinns—
kempo ausartet! Abgesehen davon, daß jedwede Bedienuug
dann aufhört, hat der Bedienende auch Gefahren für sein«
Gesundheit zu gewärtigen. Der Strafrichter hatte schon
öfters Gelegenheit, sich mit derartigen Fällen zu befassen
Wer sich des Telephons bedienen will, halte auch die Vor—
jchriften, die von der Reichspost hierfür angeordnet sind,
inne — dann wird er bedient und die Bedienung kann
sich nicht beschweren!
Hühnerdiebstahl. Vergangener Nacht wurden einem
Einwohner aus Dudweiler-Jägersfreude aus seinem Hühner—
stalle 13 Hühner gestohlen. Die Diebe sind bisher noch
nicht ermittelt.
Straßenraub. Ueberfallen und seiner Barschaft be—
raubt wurde in der Nacht vom 1. zucht zum 2. dss. Mts
ein Pflaster S. von hier. Als de' selbe sich zur angegebenen
Zeit auf dem Heimwege befand, wurde er auf der Markt-—
traße zu Herrensohr von 2 Arbeitskollegen überfallen und
ihm sein ganzer Wochenlohn in Höhe von 23 Mk. gewalt⸗
sam aus der Tasche entrissen. Die Täter sind bereits zur
Anzeige gebracht und werden ihrer wohblnyerdienten Strafe
nicht entgehen.
sulzbach, 3. Okt. Schwer verunglückt ist gestern der
Anstreicher Ziemer. Im Hofe sah er einem Tagelöhner
der Holz spaltete, bei der Arbeit zu. Hierbei flog ihm ein
bolzsplitter ins rechte Auge, wodurch dieses sofort auslief
Der Bedauernswerte wurde nach Saarbrücken in die Augen
klinik gebracht.
Heinitz, 3. Okt. Laut neuester Bestimmung der hiesi—
gen Berginspektion findet das Zahlen des Lohnvorschusses
nicht mehr wie bisher Mittwochs, sondern Montags statt.
Bleichzeitig wird bemerkt, daß nur in außergewöhnlich
dringenden Fällen Vorschuß gewährt werden kann.
Altenkessel, 3. Okt. Am Freitag abend gegen 10 ex—⸗
plodierten an der Josepha⸗-Schachtanlage der hiesigen Berg⸗
inspektion mehrere Rohreder Druckluft-Leitung. Der Knall
war weithin hörbar. Durch die Explosion wurde ein be—
lrächtlicher Materialschaden angerichtet. Das Dach des
Kesselhauses wurde ganz abgedeckt, sämtliche Fensterscheiben
sind zertrümmert. Menschen sind glücklicherweise nicht zu
Schaden gekommen. Der unterirdische Betrieb erleidet keine
Störung, da die in Betracht kommenden Maschinen von den
benachbahrten Grubenabteilungen der Inspektion mit Druck
luft versorgt werden.
Von der Heydt, 3. Okt. Dem Obersteiger Volz ist
anläßlich seines Uebertritts in den Ruhestand der Kronen—
orden 4. Klasse verliehen worden.
Von der Nahe. Der evangelische Pfarrer Steen unb
der katholische Pfarrer Büchel in Sobernheim erlassen ge—
meinsam folgende Erklärung: „Anonyme Briefe, welche in
den letzten Tagen an verschiedene Adressen gelangt sind
LKodrohen don konfossinnossen RAeden in unserer Stadt. Der
— üü222
„Lott wird das Gebet einer so reinen
die deine es ist, erhören!“ sagte er leise. edlen Seele, wie
Der Onkel, sah ihm dankend in das tränenfeuchte Auge.
„Möge Gott durch deinen Mund zu mir sprechen, mein
Junge,“ sagte er. „Sein Wille geschehel — Wo isi mein
Frau?“ fügte er dann hinzu, als er dieselbe in dem Zimmei
nicht I sr agrissm sor
„Die Tante war sehr angegriffen, lieber Onkel;
ich auf mein, und des I he be
„Das ist gut, sehr aut, lieber Oskar!“ rief der Direk⸗
or. Ichh danke dir für deine Fürsorge. Erlaube mir nur
noch, daß ich zu der quten Helene gehe und ihr Trost zu⸗
preche; ich werde dich dann gleich abloͤsen.“
„Ich bleibe sehr gern hier, lieber Onkel.“ ren
Der, Direltor winkte ihm nur dankend mit der Hand
ind, berließ rasch das Zimmer. Nach kurzer Zeit kehrte e
rück und setzte sich an das Bett seines Kindes.
age e ans den vinen und lege dich nieder!“
ig. „Du bist er ät i im⸗
zekommen und bedarfst der ht pat in der Nac beim
Ich bin nicht müde.“
„Gehe nur, du wirst mich einen Teil der Nacht doch noch
bertreten müssen.“
Das Mädchen trat herein und meldete, daß das Mit
agessen serviert sei.
Ein trübes Kächeln umspielte die Lippen des Direktors.
„Fast hätte ich das Essen vergessen,“ sagte er
Auch ich habe nicht daran gedacht.“ fügle Oskar hinzu.
Der Direktor bedeutete das Mödchen die Eisumschläge
während seiner Abwesenheit fortzusen und ging mit Os—
kar in das Speisezimmer, wo das Mahl stumm eingenom⸗
men wurde. Nach kurzer Zeit trennten sich beide.
SOSskar ging auf sein Zimmer. Oben warf er sich auf
das Sofa, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Das jüngsi
Durchlebte trat von neuem vor seine Seele. Die reizende
Bestalt Johannas folgte ihm auch hierher, ja selbst in den
Traum, der ihn dennoch endlich umfing. Bald entfloh sie
ihm, bald hielt er sie fest in seinen Armen; doch wie er feine
Tuöpen zu ihr neigte und auf den schwellenden Mund pres⸗
sen, wollte, grinste ihm plötzlich Wilbergs gerötetes Antlis
spöttisch lachend entgegen.
Unwillig fuhr er aus seinem Schlafe auf.
Es war bereits ziemlich dunkel im Zimmer, eine Män
jestalt beugte sich über ihn.
Wilberga!“ rief er.
Ich bin's!“ sagte die sanfte Stimme seines Onkels
Du träumtest, lieber Junge. Ich komme dich zu wecken,
mir fiel eben ein, daß heute der Subskriptionsball des
Qandadels ist: du wolltest ia wobl bindgeben2⸗