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Adeoanetapreis für die Bürgermeisterel Dudweller: sonntaqsblatt und beitere Blutter. VDo pxro Apaliige Petitzel
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qei der Post bestellt 22 vlerteljaͤhrlich. Fernsprech⸗Anschluß Saarhrcken Nr60o. 250. W8 4. 1281.
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nehmen. Bisher haben die Japaner einen Verlust von
200 Toten zu verzeichnen.
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Sozialdemokratischer Parteitag.
Magdeburg, 24. September.
Heute vormittag wurde in die Diskussion über di
Genossenschafjtsfrage eingetreten. Genoss,
Peus-Dessau sagt, die Resolution des Vorstandes geh⸗
ticht weit genug. Die Ansichten über die Genossenschasten
zätten sich im Lause der Zeit sehr geändert und das folle
ins eine Mahnung sein, daß wir an den Wandel de
luffassungen in der Partei mehr glauben müssen, als
nanche Leute es wollen. (Lebhafter Beifall bei den Re
isionisten.) Dem profitwütigen Privattapital müffe mi
Waffen des Benosse nshaft gwitals entgegengetreten wer
den. Auch müsse man einks Tages gegen die kapitalisti
chen Warenhäuser durch Errichtung sozialistischen Waren
zäuser Front machen. Redner bemängelt, daß die Verü
ier es in bezug auf die Konsumvereine an der nötiger
Iflichlerfül ung sehlen ließen.
Genosse Wurm-Berlin: Die Genossenschaften sind in
)en sechziger Jahren gegründet worden, um an dem, was
»en Arbeitern durch die schlechten Löhne entging, einen
lusgleich herbeizuführen.
Genosse Kae nst einBerlin rügt es, daß nod
o viele Arbeiter ihre wenigen Groschen bei der Spar
asse oder in Staatspapieren anlegen.
Hierauf wird ein Schlußantrag und die Resolutio
des Vorstandes angenommen.
Genosse Molbkenbuhr spricht dann über die
eichsversicherungsordnung. Die bürger—
ichen Parteien gehen von der Ansicht aus, daß die In—
ustrie derart überlastet sei, daß sie Aufwendungen für
oziale Zwecke nicht mehr machen könne. Ich halte diese
Ansicht für falsch. Die Behauptung, die Sozialisten hätten
in der Versicherungsgesetzgebung nicht mitgearbeitet, sei
alsch. Gerade wir sind es gewesen, auf die aller
lenderungen und Verbesserungen zurückzuführen sind.
Es wird dann zur Beratung der Anträge geschrit'en
der Antrag betr. Schnapsboykott wird mit fol
zendem Zusatzantrag angenommen: Der Parteiorganisa
ion wird empfohlen, dem Trinkzwange bei Versammlun
zen und Sitzungen durch Vereinbarungen mit den Gail
virten abzuhelfen.
WurunrBerlin erklärt hierzu: Wir wollen keine
Zchnapsriecherei und keine Schnapsschnüffelei. Wir wollcrp
zie Massen, auftlären, und für sozialistische Erziehung sor
gzen, nur dadurch können wir etwas erreichen.
Schul tz-Berlin begründet alsdann einen Antrag
der gegen das Vorgehen der Lichtenberger Polizei der
Fugendorganisationen gegenüber protestiert.
Die Hauptverhandlungsgegenstünde des bisheriger
ßarteitages sind damit erledigt. Es liegen noch einig
Anträge vor, an die der Kongreß nunmehr herantritt. En
Berliner Antrag wünscht Einführung der Urabstimmunger
ür die Partei. Gegen wenige Stimmen wird der Antrae
bgelehnt. Durch zwei Anträge wird der im vorigef
Fahr beschlossenee Branntweinboykott neu be—
räftigt. Bei Parteiversammlungen soll der Alkoholzwang
urch bare Entschädigungen abgelöst werden. Die Anträge
verden angenommen.
Zur Waohl des Ortes des nächsten Partei
tages wird beschlossen, dem Parteivorstande diesma
zie Entscheidung zu überlassen, da im nächsten Jahre we
gen der Wahl die Einberufung eines außerordentlicher
Parteitages zu erwarten sei, über den man iebt noch nichtẽ
estimmen könnoe.
In seinem Schlußwort bescheinigt der Vorsitzend
Disetz dem Parteitag, daß die Verhandlungen von An
ang bis zu Ende streng sachlich gewesen seien. Kein Dele
jierter werde den Kongreß mit Bitterkeit verlassen. Di
Debatte über das Wahlrecht habe Nord und Süd geel
tigt. (Lebhafter Beifall bei den Radikalen. Das ein
nüsse gesagt werden: Die Partei sei ein Haus mit vielen
Wohnungen, aber die Hausordienzg wurde von jedem
gehalten werden. Der Wahlrech!skampf in Preußen müsse
hurchgefochten werden und bei der Ensichlasse ihe
Die türkische Anleihe.
Von einem am griechischen Königshofe akkreditierter
hiplomaten einer Großmacht macht in Konstantinopel eine
übsche Geschichte die Runde. Der Betrefsende hat in Er
illung seiner politischen Mission seiner heimatlichen Re—
ierung eine ausführliche Darstellung der gegenwärtigen
zage übersandt. Kaum war dieser Rapport in Händen
ines Ministers des Aeußern, da empfing er auch schoi
ine Depesche des letzteren, daß die von ihm geschilderter
harstellungen konsus und unverständlich seien. Der se
postrophierte Gesandte blieb aber die Antwort nicht schul—
ig. Er soll kurz entgegnet haben, er freue sich über die
luffassung seines Chefs, aus welcher er mit Genngtuung
eststellen koͤnne, die Wahrheit getroffen zu haben.
Ob dieses Histörchen ganz oder nur teiltweise richti—
st, soll nicht verbürgt werden. Doch trifft seine Nutzan
dendung nicht bloß die athenische Politik. Sie kann mi
uhigem Gewissen auch auf die türkischen Finanzverhand—
ungen ausgedehnt werden. An Widersprüche und Ver
oorrenheit in türkischen Angelegenheiten ist man ja von
eher gewöhnt. Sie gehören förmlich zu den Requisiten
rientalischer Politit und werden Nicht so leicht auszumer—
en sein. Im selben Momente, als von türkischer auto
itativer Seite die feste Versicherung gegeben wurde, daß
mParis alles in bester Ordnung und die Anleihe unter
)ach und Fach sei, nahmen die zumeist gut unterrichteten
reise der Ottomanbank den entgegengesetzten Standpunk!
in. Beide Ansichten führten in den finanziellen Milieus
on Galata und im diplomatischen Sommerzentrum von
'herapia mehrere Tage hindurch einen eigenartigen Kampf,
nach der Stellung der beireffenden Bankinstirute zur
RAtomanbank und zum Finanzminister Dschavid und nach
em politischen Wohlwollen, das dem Jungtürkentum en
egengebracht wird. Schließlich zerstörte die kräftige Noße
er „Agence Havas“ den Spuk und gab denjenigen Recht,
oelche der optimistischen Auffassung im türkischen Finanz
rninisterium entgegengetresen waren. Wahrheit und Er—
ndung hierbei abwägen zu wollen, darf man getrost
genauen“ Kennern dieses Landes überlassen. Die Tat—
ache bleibt jedenfalls bestehen, daß die wichtige Anleihe—
rage noch entfernt von einer definitiven Lösung zu sein
heint.
Die Gründe des Abbruchs der Verhandlungen mit
zrankreich liegen nicht sehr tief: Mag man an der Seine
uch noch so sehr versichern, daß bei den Verhandlungen
as Konsortium nur eine sekundäre Rolle spiele und für
ie französische Regierung nur die Sicherheit der Garan—
ie und „Detailfragen“ ins Gewicht fallen, so ist es doch
inschwer, deutlich zu bemerken, daß das Endziel des
dampfes zwischen Konstantinopel und Paris die Konser—
rnierung der Position der Ottomanbank bedeutet.
In RKonstantinopel scheint man wenig zufrieden mit
em langen Aufenthalte des Großwesirs Hakki Pascha in
zaris zu sein. Es werden sogar gouvernementale Stim—
nen laut, welche seine Fahrt dorthin als einen taktischen
zehler bezeichnen. Ueber einen Punkt herrschte in den
egierenden Kreisen anscheinend Klarheit, daß in der Frage
es Tresordienstes keine Konzessionen möglich sind und
aß eher auf eine Anleihe verzichtet werden muß. Die Re—
sierung würde dann den Geldbedarf sich anderweitig zu
erschaffen suchen und wenn das nicht ginge, zu außer—
rdentlichen Maßnahmen schreiten. Der Kampf Ottoman
ank⸗Dschavid Bey birgt jedenfalls Keime einer sehr ern—
ten Krisis in sich. Er kann sich auch so entwickeln, daß
er Finanzminister Dschavid zurücktritt. In dem Falle
vürde unbedingt der Minister des Innern Talaat Bey
md vielleicht noch das eine oder andere Mitglied des ge—
enwärtigen Kabinetts die Entlassung nehmen. Der Rück⸗
ritt wäre nur denkbar, wenn gewisse Verhältnisse die
kürkei doch noch zwängen, den französischen Bedingungen
ich momentan zu unterwerfen. Dann hätten aber Frank—
eich und die Ottomanbank dem äußerft agilen und be—
ähigsten Manne der heutigen Pforteregierung ein Piede—
hal errichtet, das seine Popularität in den breiten Massen
nit einem Schlage verbürgt. Dschavid Bey und seine An
sänger in der Oppofition würden den Siegern von heute
manche bittere Stunde bereiten Im hohen Interesse des
türktschen Staates. abher auch der am moeisftoen ongagierte“
Um die Grafenkrone.
Oer Pastor hält die Rede auf das Brautpaar. Der
ute Herr ist berühmt gerade wegen seiner Tischreden. Auch
diese ist besser als die Traurede Sie hält sich geschickt fern
on dem Absonderlichen dieser Hochzeit und spricht im all⸗
emeinen von dem Hoffen, Lieben und Glauben, das uns
illen gemein ist wie der Tod.
„„Der Graf nickt wiederholt, und die Gräfin klingt mit
eicht verbindlichem Neigen an jedes Glas, das ihr ent,
egenkommt, den todestraurigen Blick ihres Kindes dabei
ieht sie nicht. All ihr eigenes Soffen, Glauben, Lieben
icgt durch dieses Kindes Schuld in ewigen Trümmern am
Joden.
„Herr Graf, eine Depeschs“ Der Jäger vrüsenfiort
em Grafen ein Telegramm.
Er faßt hastig danach. während er eine abwehrende
dopfbewegung gegen Friedrich macht, der ihm eine Schüssel
ietet. Er scheint das Telegramm erwartet zu haben. Und
ennoch zögert er, es zu öffnen. Seine Finger zucken nervös
uf dem Papier. Eine graue Blsse legt sich uͤber sein Ge—
cht und die hochroten Flecke guf den Backenknochen tkreten
heimlich herbor. Dann fieht er auf, maurmelt ine Snn
huldigumg und verlaßt mit der geschlofenen Teheshe den
peisesaal.
x. Ernst hat ihn beobachtet und sieht, wie er gegen den
Arrahmen tastet beim Hinausgehen, hört auch den eigenmlichen,
ungleichen Schritt, der die Richtung nach dem Ar—
eitszimmer des Grafen einschlägt.
„Er erhebt sich ebenfalls, wendet sich gegen die Gräfin,
die dem Gemahl etwas geistesabwesend nachgeblickt hat,
ind sagt ruhig!
„Dem Grafen ist unwohl. Ich werde nachgehen,“ und
n leiner jungen Fraus die erschroden aufspringen will:
Zleibe ruhig fitzen. Ich hoffe, es ist nichts und bringe
achricht, aber es isi beer, ich gehe allein·
vi Wenige Minuten spater erscheint Ernst wieder in der
i In dumpfen Schweigen und angftvoller Spannung
ickt ihm die kleine Tafelrunde entgegeñͤ.
een Astrid schreit auf: Ernft, mein Vater? Was ist ihm?“
etnst sieht furchtbar verftört aus, trotzdem er sich eisernen
wang antut, nicht fein Gesicht zumeatsebten Vertünder
ausamen Unglücks zu machen. sondern mit möglichster
ne zu sprechen.
ẽr tritt dicht aur Gräfin und saat tonlos vor Erschüfxünitg.
„Der Graf hot—
itten, er
„Er, ist tot?“ bricht es im Aufschrei von den bisher so
tolzen, stummen Lippen. Sie geht rasch aus dem Saal,
on Astrid gefolgt. Ernst wendet sich an seinen Vater.
„Vater, du komme bitte hinüber. Du hast ja wohl im
zeldzuge damals einige Erföhrungen als Lazarettgehilfe
emacht. Nach dem Arat babe ich schon oeschicte dö
es immerhin eine Stunde dauern, bis er eintrifft, wenn er
zufällig zu Hause ist.“
„Also doch nicht tot?“ — „Nein. Noch nicht. Aber
7 7 Herr Pastor, Sie denken wohl jetzt nicht an Auf⸗
ruch?“
„O nein, nein! Mein Gott, wenn es zu Ende gehen
iollte, so —“
„Es kann sein und Ihre Gegenwart ist dem Sterben⸗
den vielleicht ein Trost.“
Ernst eilt mit seinem Vater hinaus. In der Halle
„eigte er ihm rasch die Depesche, die er zu sich steckte, sie un—
derufenen Augen zu entziehen. Er fand sie, der Hand des
Srafen entglitten, am Fußboden liegend.
Das ist der Grund?“ sagte der alte Kern, die Zeile
überfliegend: „Beides mißglückt. Bitte um Ordre. Ribben⸗
trop,“ stand da geschrieben.
„Ja, ich nehme es an. Unwohl war der Graf schon
borher.“ — „Geldverluste?“ — Ernit nickt, während sie in
des Grafen Arbeitszimmer treten.
Der alte Mann liegt im Sessel ausgestreckt. Schwer
önt sein Röcheln in das heiße Schluchzen seiner Tochter,
ie vor ihm kniet, während seine Frau, die kalte Hand um—
lammernd, halb ohnmächtig neben ihm lehnt. 2
Im Salon liegt die Gräfin, deren Körper den gewalt⸗
sam unterdrückten Aufregungen nicht länger standhalten
vill, mit geschlossenen Augen auf dem Diwan.
Astrid kniet zu ihren Füßen in unaufhaltsamem Wei—
ien, und der alte Pastor steht neben ihr, halblaute Trostes—⸗
ind Hoffnungsworte murmelnd, und ab und zu leise be—
uhigend das blonde Haupt der jungen Frau streichelnd.
Astrid hat eilig das weiße Hochzeitskleid, Kranz und
Ichleier abgelegt und ihr dunkles Reisekleid angezogen. Es
—V—
ussieht.
Endlich öffnet sich die Tür rasch und Ernst tritt eilig
in. Sein Gesicht ist belebt, sein Auge leuchtei. Er geht
auf sein junges Weib zu, ohne der beiden anderen zu achlen,
ind schließt die ihm Entgegeneilende stürmisch wie noch nie
n seine Arme.
Er lebt und wird leben! Der Anfall ist nur leicht.
reßt beikt es, ihm Rube und Frieden schaffen ibm alle euhe
und Angst, alle Not und Sorgen erleichtern, au⸗
nehmen.“ — „Unruhe? Angst? Not und Sorgen?“ tönt es
nn ungläubig entsetzten Fragen von dem Diwaän her.
Die Gräfin hat sich erhoben. Ihre großen Augen
tarren so furchtbar überrascht auf Ernst, daß dieser, seine
Frau aus den Armen lassend, nur ihre Hand' festhaltend,
nit ihr näher zu der halb ohnmächtigen Mutter tritt. —
Ja, Frau Gräsin, davon hat er eben allzuviel still und ver—
chwiegen zu tragen gehabt. Schwerére Sorgen als wir alle,
Frau Gräfin. Sie werden alles nun erfahren müssen.“
Wie sie aufstöhnend das Gesicht mit den Händen bedeckt
und zurücksinkt, läßt Ernst die Hand ihrer Tochter los und
vpeist sie stumm an ihreo Soito 4
— — eßäιN.ααα
Veann auf, oer neben dem Lager sitzt. — Rührend ilt das
unbewußte Vertrauen, das in dem suchenden, irrenden Bli—
des eingesunkenen Auges liegt.
„Ich weiß es ziemlich genau — aus den Büchern — aus
meiner Korrespondenz mit dem Justizrat.“ — „Sie habern
mit ihm —?“
„Er schrieb an mich. Er kennt meinen Vater. Auch
mich.“ — „„Weiter — weiter — Und —“
„KHeine Angst, keine Sorgen, Herr Graf. Ich helfe. Ich
tehe für das Defizit und das, was notwendig ist, des Hauses
Ehre zu wahren — — „Wie kann das sein — Ich bin
schwach — töricht ,——
„Fragen Sie nun weiter nichts. Glauden Sie mis,
rneinem Wort. Ich schaffe es, daß Sie ohne Sorgen — ganz
hne Sorgen — mehr als je sein können. Vertrauen Sie
nir nur bedingungslos — meiner Kraft — meinem Wort.“
„Das tat ich immer. Tu's auch iekt. O — Dank —
nein GSGohn — Do-*
8 04634445r
Das schwere, angstvolle Stöhnen und Seufzen eines
dranken, defsen Seele schwer leidet, wie der Leib. — „Keine
Inruhe! Keine Angst! Keine Sorgen!“ hat der Arzt ge—
agt — „dann nur kann er genesen!“ Mattes Licht von der
rünverhangenen Nachtlampe durch das überaus einfache
Schlafzimmer des alten Grafen. Das greise Haupt mit
dem wachsbleichen Antlitz liegt unruhig zuckend auf dem
disfsen unter der schwarzgrünen Seide des Baldachins.
„„Mein Gott — mein Herr! Was soll werden? Keine
Rettung — Schande — Elend — mein greiser Kopf — mein
müder Geist — schwach — fertig — hoffnungslos. — Ach,
wenns nur rasch geht — rasch! Wenn ich nur nicht wieder
aufstehen — und zusehen, erleben muß — wie das alte Haus
— der alte Name — mit Schande — ach —“
.„Das wird nie geschehen, so lange ich lebe.“ — „Wer
spricht da? Wer sagl mir das?“ — Ich Ernst Kern, der
Gatte Ihrer Tochter, ich sage das.“ — Was? — Wiee —
Ich verstehe nicht —
„Niemals wird Schmach und Schande Ihrem alten
Namen anhaften, niemals wird ein Mensch erfahren, daß
das edle Haus einen Moment schwankte. — Keine Unruhe,
eine Sorge, keine Angit braucht Sie zu quälen. In meinen
Händen liegt die Ehre Ihres Hauses und Nomons nun
und da liegt sie sicher.“
„Das — das könnte möglich sein —? — Sie — Sie
könnten helfen, wo keine Menschenmacht helfen kann? Nein,
nein! Ich fiebere wohl — ich fasele im Traum —“
„Nein. Ich sprach so, ich, Ernst Kern. Und ich halte
mein Wort.“ — „Ah! Ahnen Sie denn, wie hoch die Sum⸗
nen sind — die verschlungen wurden — geliehenes Geld?“
tönt es schmach aber tlar in zitforndor Svannung au dem
*
*
Es ist Nacht. Dunkelheit liegt über der Erde. Wenn
nan einen Vorhang beiseite schiebt von den Fenstern, sieht
nan in der tiefen Dunkelheit den weißen, dichten, schnell⸗
allenden Schleier. Es schneit. Morgen früh wird die Erde
hr Sterbekleid tragen. Dann ist der Kampf zu Ende, der
äßliche Kampf der Natur, und lichten, friedevolleren Glanz
— vollendete Schönheit erblickt das staunende Auge in dem
ollendeten Tode.
Astrid sitzt in ihrem großen Salon, in welchem die far⸗
ige,Dämmerung der Lampen herrscht, auf dem Chaiselongue
— in ihrem schlichten, dunklen Kleide. Ihr Haupt ist an
die Irhno hingesschmiogt ihre weißen Hände hängen gefalte
herab.
Zeeise öffnet sich die Tür. Ihr Gatte tritt ein. Ge⸗
räuschlos schreitet er über den Teppich zu ihr hin. Still
oͤleibt er vor ihr stehen und seine Lippen bewegen sich in
flüsterndem Gelübde. Dann kniet er neben ihr nieder und
derührt mit leisem Kusse ihre gefalteten Hände. F
Sie richtet sich auf, ohne zu erschrecken. — Wie süße
Morgenröte fliegt es über ihr Gesichtchen. Voll heißer,
scchüchterner Liebe blicken ihm die großen Äugen entgegen. —
„Mein Weib, mein Glück!“ — „Mein Älles!“ murmelt
ie und schmiegt die Arme um seinen Hals. „Jetzt — Ge
jebte, darf ich es dir sagen, wie sehr, wie über alles ich dich
iebe und liebte vom ersten Sehen an.“ — „Wie ich dich
„Jetzt sollst du's fühlen und glauben, das was du bisdber
icht so recht glauben konntest — solltesi, — daß ich dir er.
eben bin mit jedem Gedanken meiner Seele, jedem Schlag⸗
reines GSerzens. Fekt! Norbor durftoe is —e