Full text : Dudweiler Zeitung

Ss wird alsdann mit der Besprechung des varlamen⸗
arischen Berichts fortgefahren.
Genosse Liebknecht begründet darauf den An—
cag Kreis Westhavelland. Der Parteitag wolle gegen
ie infame Vergewaltigung Finnlands protestieren und den
Jinnländern, dem man Freiheit und Recht geraubt habe,
ꝛme Sympathie ausdrücken. Ferner wolie der Parteitag
ZRotest erheben gegen den Zarenbesuch in Deutschland und
agegen, daß man deutsche Soldaten dazu kommandierte,
en —X Mitschuidigen an den furchtbaren Greueln
ar russischen Revolution zu schützen.

—Von der Luftschiffahrt.
Ser Alpenflug. Der Wettersturz hält an. Mons
era und Gondoschlucht melden Wirbelwinde in allen Rich
ungen. Auf allen Höhen herrscht Schneegestöber. Nad
Nitteilungen des Simplon⸗Observatoriums bleibt diest
Sination voraussichtlich während der nächsten zwei Tag—
zestehen. Die Aussichten für das Zustandekommen des
Flugeßs sind sehr gering. Vielleicht wird Weymann sein
urzatmigen Versuche wiederholen. Paulhan, der in
Auts von Mailand herüberkam, hält den Flug gleichfall⸗
De aussichtslos.

——— —
Gerichtszeitung.
FyDer Zahnzieher. Mehrere Fälle unerhörter Miß
sandlung und Ausbeutung hilfesuchender Patienten durd
reinen Zahntechniker beschaͤftigten das Schöffengericht ir
halle. Auf der Anklagebank nahm der Zahntechniken
Aene streitenmeyer Platz, der in Halle eine groß—
Praxis besaß. Zu dem Zahntechniker kam seinerzeit ein
grau, um sich nach der von ihm angepriesenen „schmerz
osen“ Methode einen Zahn ziehen zu lassen. Kreitenmeyen
nachte ihr nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe vor
viinspritzungen, obwohl die Frau wiederholt betonie, si
wolle nur einen Zahn herausgezogen haben. Während den
Dperation sauk die Frau in Ohnmacht. Als sie erwachte
hatte ihr der „Doltor“ nicht weniger als vierzehn Zähn
zezogen. Warum er das getan, wurde der Bedauernswer
en bald klar; er ofserierte ihr ein Gebiß zum Preis
»on 98 Mark, das sie dringend brauche, und veranlaßt
die in ihrer Betäubung Willenlose, einen Bestellschein zr
utterschreiben. Später verweigerte die Frau aber die
lamnahme des Gebisses, worauf sie Kreitenmeyer verklagte
Jetzt erstattete die Frau Anzeige wegen vorsätzlicher Kör—
Acmerletung. Bei der Verhandlung sagten zwei Zeugin—
den aus, auch ihnen habe der Techniker eigenmächtig mehr
zähne gezogen, als sie gewünscht hätten. Bei der einer
Frau hörte er erst daun mit Zahnziehen auf, als der
Anterkiefer brach. Unter furchtbaren Schmerzen begab sich
zie Mißhandelte in die Klinik, wo der Arzt „eine kolos
ale Verletzung“ feststellte. Die Frau wird infolge diese
zewifsenlosen Pfuscherei zeitlebens ein schmerzliches Uebe
ehalten. Einer anderen Patientin zog Kreitenmeyer, ob⸗
»ohl die Frau sich nur die Zähne nachsehen lassen woll—
e, eigenmaͤchtig wider ihren Willen sofort fünf Zähne.
Us auch da der Kieser brach, hörte er auf, erklärte aber
nmder Unterhaltung noch hochmütig, die Professoren in
at Klinik seien „Stümper“. In der Beweisausnahme is
estgeftellt worden, daß der Angeklagte zum Vertrieb von
Zahnersatzstücken eine große Anzahl von Reisenden aus—
värts umherschickt, die von Zahntechnik nichts verstanden,
iber trotbdem Untersuchungen rornahmen und Gebisse au—
naßen. Ueber das Gist, das Kreitenmeyer bei selner
schmerzlosen Behandlung“ anwandte, verweigerte er jede
Iuskunft, da es sein Geheimais sei. Er ließ jedoch ge—
egentlich das Wort Opiol verlauten. Der Amisanwall
ezeichnete das Gebaren des Technikers als gemeingefähr—
* Ein so gewinnsüchtiger Zahntechniker müsse unschäd—
—— werden. Er beantragte ein Jahr Gefängnis
iab sofortige Verhaftung. Der Gerichtshof erkannte auf
⸗chz Monate Gefaängnis, lehnie aber den Ver
—— ab. Es wurde in der Urteilsbegründung
tgeführt, daß Kreitenmeyer, lediglich um seine Patien
en zu schröpfen, ihnen auch agesunde Zähne herausgeris—
uin habae.

— —
Lokales und Vermischtes.
F BHerbstes⸗Anfang! Der Hervbst hat nun auch seinen
iffiziellen kalendermäßigen Einzug gehalten. In Wirklich—
eit hat er sich schon laͤngst bemeribar gemacht. Teils recht
anangenehm. Ist doch schon ein ziemlich kühles Herbst—
ufterl gekommen, und hier und da hat man sich unter
lieriei Aengften vor rauchenden Oefen doch notgedrungen
ucz —— machen müssen. Teils recht angenehm.
underprächtige Farben lagern auf Wäldern, Gärlen und
Blofell. Wenn einmal ausnahmsweise ein paar Sonnen
sahlen darüber gleiten, dann glitzert es in tiefen, satten,
wmiten Tinten. Die höchste Reife ist zugleich ein leiser
Anweis auf das allmähliche Absterben der Natur. Schon
raschelt es müde in den Zweigen, und sie fallen, wie je—
O Jahr, eins nach dem andern aber keins ausgenommen
— die wolken Blätter. Wehmütige Stimmungen über—
pmnmen den empfindsamen Menschen. Die Dichter haben
oft zum Ausdruck gebracht. So Ludwig Tieck in sei—
gem Herbsiliede: Doch als ich Blätter fallen sah, da sagt'
: ach, der Herbst ist da; der Sommergast, die Schwalbe
iahtz vielleicht so Lieb' und Sehnsucht flieht weit, weit,
- rasch mit der Zeit! Aber nur nicht den Kopf hängen
Njen. Ein anderer Poet, Siegfried August Mahlmann,
0 so pubsch getröstet: die Liebe kehrt wohl wieder im
üpfi'gen lieben Jahr, und alles tönt dann wieder, was
Ror verklungen war! Und gibt's nicht im Menschenleben
manches Mal nach vielem Hin und Her ein ruhiges,
perbsiliches Glückt Die Lebenswünsche sind ein wenig
ufaanmongeschrumpft. Der unbändige Feuerdrang der Ju⸗
— liegt weit zurück. Es ist Herbst geworden. Es hat
I* auch eine gereifte und abgeklärte Weltanschauung
Aßqellellt, dio ihre eigene Note, ihre eigene Freude haß.
Ihre Hauptübung hält morgen das Freiw. Feuerwehr⸗
Lorps Dudweiler und zwar die Abteilungen Dudweiler,
derrensohr und Jägersfreude. Wie früher, wird diese
Wung auch in diesem Jahre viel Publikum anziehen.
Der Schützenverein hält morgen sein diesjähriges
S—chlußschießen ab. Zu demselbrn hat der Verein eine
rößere Anzahl recht schöner Preise angekauft.
Besitzwechsel. Das am Markt belegene Geschäftshaus
»es Heran Peter Kliebenstein (Drogerie des Herrn Auler)
vurde von Herrn Gottfried Erdmenger zum Preise von
17000 Mark angekauft.
Spiel des Zufalles? Der alljährlich in Birkenfeld
tattfindende Prämienmarkt ist mit einer Lotterie verbunden,
u der Lose auch unter allerlei Devisen gekauft werden.
Her Gewinn Nr. 1 dieser Lotterie fiel auf das Los „Die
ünf Besten im Fürstentum“. Und was hat das Los für
iinen Gewinn gehabt, ein Jauchefaß! Gewinn 2 fiel auf
»as Los „Einigkeit macht stark!“ — ein Jauchefaß fiel
zuch diesem zu. „Vier Unglückliche von Sötern“ gewannen
einen Regulator; die wissen, was es jetzt für sie schlägt.
„Drei Grazien“ gewannen einen Ofen — den können sie
ich jetzt warmhalten. „Zwei Freunde aus Elchweiler“
Jjaben zum besseren Znsammenhalten der Freundschaft zwei
Stirnjöcher gewonnen. Die „drei Besten von Hoppstätten“
jatten Schwein, sie gewannen eins erster Klassfe, während
„Herr gib uns Glück“ sich mit einem solchen zweiter Klasse
egnügen mußte.
Reservisten, vergeßt nicht, Euch innerhalb 6 Tagen
oolizeilich anzumelden. Die Reservisten werden an dieser
btelle darauf aufmerksam gemacht, daß sie verpflichtet, sich
nnerhalb 6 Tazen zur Vermeidung von Strafe auf dem
zJolizeiamt anzumelden.
Saovrüchen 22. Seot GGenßee Nufsehen erreofe

iesiger Stadt eine Meineids-Affäre, in deren Mittelpunkt
er frühere Metzgermeister, jetzige Rentner Raphael Bloch
Saarbrücken (St. Johann) steht, der seit einigen Tagen
»urlos von hier verschwunden ist. Die „Neue Saarbr.
tg,“ erfährt hierzu folgendes: Bloch war von einem hie—
gen Architekten, der für ihn einen Bauplan ansgearbeitet
atte, auf Zahlung des dafür geforderten Betrags in Höhe
h Mark verklagt worden, behauptete aber vor Gericht, den
3lan nicht bestellt zu haben und beschwor dies auch nach⸗
em ihm der bezügliche Eid zugeschoben worden war. Jetzt
elang es indessen dem Kläger, mehrere Zeugen beizu—
ringen, die mit aller Bestimmtheit bestätigen konnten, daß
er Beklagte den Plan tatsächlich bestellt hatte, und Bloch
rschien daher dringend verdächtig] unter seinem Eide eine
ovissentlich falsche Behauptung aufgestellt zu haben. Sofort
eitete nunmehr gegen ihn die hiesige Staatsanwaltschaft
»as Verfahren wegen Meineids ein und beantragte die Er—
zffnung einer gerichtlichen Voruntersuchung, sowie den Er—
aß eines Haftbefehls wegen Fluchtverdachts. Als der Haft⸗
hefel vollstreckt werden sollte, war Bloch wenige Stunden
porher von hier abgereist, sodaß der Untersuchungsrichter
beim hiesigeu Landgericht jetzt einen Steckbrief hinter
hm äerlassen hat. Bloch dürfte sich jedenfalls ins Ausland
egeben haben; ob es in absehbarer Zeit zu einer gericht—
ichen Verhandlung gegen ihn wird kommen können, erscheint
raglich, da gerade wegen Meineides — so schwer die Strafen
auch sind, mit denen in Deutschland dieses Verbrechen be—
roht ist — eine größere Anzahl europäischer Staaten nicht
usliefert. Die ganze Handlungsweise des Flüchtigen, der
als ein wohlhabender Mann bekannt ist, wird im Hin—
slick auf die in Betracht kommenden Umstände hier von nie—
nandem verstanden.
Saarbrücken, 23. Sept. Ein bedauerlicher Unglücks—
'all ereignete sich gestern nachmittag b Uhr an dem Neu—⸗
»au Schuppot, Ecke Dudweiler- und Schumannstraße.
Nehrer Kinder spielten in der Nähe, als plötzlich ein
Zackstein aus beträchtlicher Hühe herabfiel und so unglück—
lich das 8jährige Töchterchen des Eisenbahnbeamten Welsch
raf, daß es besinnungslos liegen blieb. Es wurde zu dem
in der Nähe wohnenden Dr. Ilse und nach Anlegung
ines Notverbaudes in die elterliche Wohnung in der Dud⸗
veilerstraße gebracht. Im Laufe des Nachtnittags ver—
chlimmerte sich der Zustand des unglücklichen Kindes der—
rt, daß es noch gestern abend dem Krankenhause zugeführt
»erden mußte. Es ist wenig Hoffnung auf Erhaltung des
ebens vorhanden.
Saarbrücken, 21. Sept. Der Beginn der nächsten
5chwurgerichtsperiode ist auf Montaq, den 3 Oktober fest⸗
esetzt.
Neunkirchen, 22. Sept. Ein junges Mädchen aus
er Wellesweilerstraße weilte kürzlich bei ihrer Schwester in
domburg. Beim Abschied gab letzterer der Schwester einen
zeldbetrag von 130 Mark, aus ihren Ersparnissen her—
ihrend, zur Aushändigung an die Eltern. Auf dem
Vege vow Wartesaal bis zum Zuge wurde nun dem
Nädchen die Geldbörse aus ihrer Handtasche gestohlen.
die sofort angestellten Recherchen blieben leider erfolglos.
Grube Reden, 28. Sept. Auf der gestrigen Mittag—⸗
hicht verunglückte auf der hiesigen Grube Gildstockschacht)
er Bergmann Nikolaus Neumann aus Schiffweiler durch
iedergehende Gesteinsmassen sehr schwer. Der Bedauerns⸗
berte wurde nach Anlegung eines Notverbandes in das
steunkircher Knappschaftslazarett überführt.
Püttlingen, 22. Sept. Eine unbekannte Diebesbande
reibt sich wieder in unseren Dörfern umher. So wurden
ieser Tage bei dem pens. Bergmann Peter Breiniq
nehrere Möbel, die die Diebe durchsuchten, zertrümmert.
zum Glück fielen denselben nur zwei Mark in die Hände.
herrn Breinig wurden vor 14 Tagen erst 100 Mk. gestohlen.
Nan fahndet eifrig nach der Bande.
Ludweiler, 23. Sept. Am Mittwuch nachmittag
yurde am Waidmannsheil der Landwirt Nikolaus Job
us Kreuzwald von einem Unbekannten überfallen. Der
ztrolch bat den Bauer, auf seinem Wagen mitfahren zu
ürfen. Als er auf dem Wagen saß, warf er nach ein
»aar Minuten plötzlich den Bauer hinab, so daß dieser an der
Zöschung bemußtlos liegen blieb. Darnach gab der Unbe—
annte einen Revolverschuß auf sein Opfer ab; die Kugel
treifte den Hinterkopf. Der Räuber nahm ihm das Geld
in Höhe von 40 Mark ab und verschwand. Leute aus
Lauterbach fanden den Ueberfallenen zwei Stunden später
auf. Die alsbald von der Ludweiler Gendarmerie aufge—
rommene Verfolaung des Räubers hlieh leider ohne
Frfolg.
—
den hiesigen Güterbahnhof einlaufenden Güterzug ent—
leiste die Lolomotive und ein Wagen. Fünf Beamte sind
erletzt worden, davon zwei schwer.
—* Dortmund, 23. Sept. (Seichenschändung.)
zei einer Witwe im Sunderweg stand die Leiche des ver⸗
orbenen Mannes aufgebahrt, die in den nachsten Tage
egraben werden sollte. Während der Nacht schlief die
vitwen in Rachharhause. Diese Gelegenheit benutzten die
iebe Inde brachene in die Wohnung ein, stahlen sämtliche
leider ch wlen Maännes, sowie die Kleider der Fra
nde aheet odo Mart bares Geid. Die aufgebahrte Leich
nurde geichndet und mit Kisten isw.“ überhäuft.
*Offenbach, 28. Sept. Ein unglückliche
53chuß.) Einen unglücklichen Schuß gab der Bäckermeisten
tübenkamp ab. Er wollte auf seinem Grundstück Ratter
chießen; er traf eine Frau Donges, die unvermutet au
dem Grundstück erschienen war, ins Auge. Die Schwer
erletzte mußte in eine Frankfurter Klinik gebracht werden
*Mannheim, 23. Sept. GRheinschiffahrt.)
der Schiffahrtsverlehr im allgemeinen war zwar nich
mbelebt, doch fehlte es trotzdem an entsprechenden Trans
dorten im Verhältnis zu dem außergewöhnlich starken
lngebot an Leerraum. In Rotterdam haben sich im all
emeinen Anzeichen einer etwas besseren Stimmung am
Frachtenmarkte gezeigt, indessen ist eine greifbare Besse—
ung der Frachten und Schiffsmieten bisher immer noe
uicht erfolgt. Die Lage der Rheinschiffahrt ist infolgedej
en eine sehr mißliche sowohl für die Partikulierschiffer
vie auch für die Reedereien. Gegen die Einführung ei
ies Schleppmonopols auf dem Rheine wehren sich d
Partikulierschiffer zur Zeit auf das heftigste, weil sie dar
n eine Gefahr für ihre Existenz erblicken. An den Ruhr
zäfen waren die Kohlenverfrachtungen im allgemeinen gar
liicht bedeutend, so daß die großen Reedereien den Trans
ort zumeist mit eigenem Kahnraum auszuführen in der
Lage waren und nur wenig Vartikulierraum in Ansuruch
zenomen werden mußte
Elm, 22. Sept, In der letzten Nacht wurde dem
chmiedemeister und Gastwirt Ant. Winter von hier eine
duh aus dem Stalle gestohlen. Der Diebstahl wurde erst
seute früh bemerkt. Die sofort benachrichtige Polizeibehörde
u Bous sandte den Polizeisergeanten Bauetz mit seinem
zolizeihunde nach hier. Der Hund suchte längere Zeit,
is er dann die Spur nach Sprengen zu aufnahm: von
ort verfolgte er die Spur nach dem Walde auf dem Wege
ach Kölln zu. Daß es die richtige Spur sein kann, be—
vies der Umstand, daß in letzter Nacht zwischen 1 und 2
ihr eiu Mann mit ciner Kuh von der Schicht heimkehren—
en Bergleuten aus Sprengen begegnet ist, welche auf die
frage, wohin so spät mit der Kuh, die Antwort gab nach
iegelsherg. Es ist eine iunge Kuh, welche erst 2woimal

jekalbt hat, Farbe gefleckt. Vor Ankauf wird gewarnt.
Die Kuh stand mit noch zwei starken Rindern in einem
erschlossenen Stalle. Die Bewohner des Hauses haben nicht
as geringste Geräusch gehört. Es wäre möglich, daß
dies derselbe Dieb ist, welcher vor ungefähr 4 Wochen
einem Müller aus Püttlingen ein Pferd stahl. Als er
auf dem Kurhof, wo er verkaufen wollte, keinen Käufer
'and, wurde ihm die Sache brenzlich und führte er das
3ferd in einen versteckten Steinbruch, wo es erst nach drei
Tagen halb verhungert gefunden wurde. Von dem Diebe
elbst hat man bis heute noch keine Spur.
Bur Kronprinzenreise. Während der Reise der
rronprinzessin nach dem Orient werden die Prinzensöhne
inter die besondere Obhut der Kaiserin gestellt werden
ind werden deshalb nach dem Neuen Palais gebracht.
Verbranute Flugmaschine. Die Flugmaschine des
lviailers Dorner iist in Johannistal ein“ Raub der
Flauimen geworden.
Keine Riesenaussperrung. Die vom Verbande
eutscher Melallindustrieller beschiossene Aussperrung von
00 000 Arbeitern dürste wahrscheinlich nicht zur Aus⸗
äührung kommen. Beide Parteien haben das Bedürsnis,
‚ie Differenzeu durch einen Vergleich aus der Welt zu
hafsen, und haben bereits eine Konserenz anberaumt.
dach Erledigung einiger Formalitäten soll die erste Ei—
igungskonferenz am Nontag stattfinden.
24 Millionen für einen Volkspark. Noch bevor
die Stadt Berlin den Schillerpart als Volksparkt der Oef—
fentichkeit übergeben hat, konmimt aus Sieglitz die Nach—
richt, daß die dortige Gemeindeverwaltung einen großen
Seländekauf zu Parkzwecken abgeschlossen hat. Es handelt
ich insgesamt um 9000 Quadratrusen Terraim, das den
rambertschen Erben in der Mariendorferstraße und der
Baronin v. d. Bussche in der Albrechistraße gehörte. Der
dauspreis für das Lambertsche Terra'n beträgt 1850 dod
Mart, der Preis für das Gelände der Baromin von der
Bussche 900 000 Mark. Das große Terrain soll in einen
Volkspark umgewandelt werden.
Pelzwarendiebstähle im großen Stile ist die Ber—
liiner Kriminalpolizei jetzt auf die Spur gekommen. Eine
Einbrecherbande hat seit Februar dieses Jahres Pelz⸗
und Seidenwaren im Werte von etwa 180 000 Mark an
ich gebracht. Der Firma Seegall in der Kleinen Kurz⸗
traße sind dabei für 50 000 Mark und der Firma Baͤr
u. Salomon am Hausvogteiplatz Waren im Werte von
30 000 Mark gestohlen worden.
Kein Schwindler. Der Kaufmann Katz aus Leip⸗
nig, der auf dem Kasseler Hauptbahnhof verhastet worden
war, ist, da ihm der Juwelenschwindel nicht nachgewiesen
verden konne durch Verfügung bes Gerichies wieder frei⸗
zelassen worden.
Großzfeuer. Im Dorfe Gadeland bei Neumünster
ielen drei Gehöfte mit zwölf Gebäuden, das alte Schul⸗
haus und große Getreidevorräte einem Großfeuer zum
Opfer. Das Feuer ist durch kleine Kinder entftanden. die
mit Streichhölzern spielten.
Dampfer⸗-Zusammenstoßz. Zwischen dem deutschen
Dampfer „Hugo und Klara“ und dem englischen Dampfer
„Isle of Lewis“ tam es auf der Schelde von Amsterdam
zu einem Zusammenstoß. Beide Dampfer wurden schwer
beschädigt. Der erstere mußte in den Hafen zurückkehren.
Hotels Diebstahl. In dem besonders von deutschen
Reisenden besuchten und fast durchweg mit deutschem Per—
onal ausgestatteten Hotel Continental in Paris wurde
ein Diebstahl verübt. Durch einen Telephonruf wurde der
sKassierer des Hotels in dem Moment, wo er sich allein
im Bureau befand, nach einer entfernt gelegenen Tele—
»honkabine gerufen. Er vergaß, die Kassenschlüssel abzu—
ziiehen. Als er nach einigen Minuten zurücktehrte, war die
sasse geleert. Den Spitzbuben waren 25 000 Mark in
Banknoten in die Hände gefallen. Es wurde sofort eine
polizeiliche Untersuchung eingeleitet. Das Hotelpersonal
ommt für die Täterschaft nicht in Betracht. Man glaubt
bielmehr, daß drei Ausländer, die wiederholt in dem
dotel verkehrten und mit den in dem Hotel herrschenden
Bepflogenheiten genau vertraut sind, die Täter sind.
Die Cholera. Trotz aller von den ungarischen Be—
hörden getroffenen Maßnahmen ist es bis jebt noch nicht
zelungen, die Cholera einzudämmen. Die unter Cholera—
verdacht erkrankten .Personen sind jetzt gestorben. — Aus
st om wird berichtet: Während der letzten 24 Stunden
ind in Apulien 16 neue Cholerafälle festgestellt worden
tzier endeten mit dem Tode.
Ein neues Heilverfahren. Der ehemalige Landes
Zanitäts-⸗Inspeltor Dr. Olal in Budapest hat ein neues
deilverfahren gegen die Cholera erfunden, wodurch der
Brozentsatz der Todesfälle auf 5 Prozent reduziert wird.
Die Rache des Wachtmeisters. Aus Toul wird
zemeldet: Der wegen Verrats verhaftete Wachtmeifter Si⸗
non habe erklärt, daß er die Zünderslellmaschine lediglich
eshalb gestohlen habe, um seinem Obersten eine unan—
zenehme Geschichte einzubrocken. Er habe sich an dem
Ibersten rächen wollen, weil dieser sich geweigert habe,
hu als Kapitulenten vorzuschlagen. I
Selbstmord eines Millionärs. In Cleveland in
dhio hat sich der Millionär Mr. HYates im Gefängnis er⸗
sängt, wo er interniert worden war, weil er eine Frau
Zinger, mit der er während einer Automobilfahrt in Streit
eraten war, durch einen Revolverschuß schwer verletz
„atts. Die Affäre erregt großes Aufsehen, da beide sehr
A u

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 23. Sept. Gestern vormittag hat sich ein un⸗
nittelbar vor dem Assessorenexamen stehender Referendar
ine Kugel ins Herz geschossen. Auf dem Tische lag ein
Testament und ein Zettel mit folgenden Worten: „Eine
ange zurückliegende Tat hat mein Leben verbittert und
uhelos gmacht. Ich scheide deshalb freiwillia aus dewn
reben.“
Berlin, 24. Sept. Ein aus dem Manöverfelde zurück—
ehrender Militärzug, in dem sich 4 Offiziere uud 64 Mann
des Luftschiffer-Vataillons befanden, ist bei der Einkehr
in den Potsdamer Güterbahnhof auf einen dort haltender
süterzug gefahren. Er stieß so heftig auf, daß 4 Wagen
»es Militärzuges entgleisten und 2 Güterwagen zerstör.
vurden. Passagiere sind nicht verletzt worden. Die Schuld
rägt der Lokomotioführer.
Berlin, 23. Sept. Die Berliner Handels kammer be
chloß in ihrer heutigen Sitzung, in einer Eingabe an di
kegierung wegen der Fleischteuerung vorstellig zu werden.
Berlin, 23. Sept. Eine Aufsehen erregende Verhaf—
ung, die sehr wahrscheinlich eine Affaire wie diejenige des
rüheren Bankiers Sigesmund nach sich ziehen wird, ist
„eute nachmittag durch die Berliner Kriminalpolizei im
duftrage des Untersuchungsrichters vorgenommen worden.
Der ungarifche Staatsangehörige Otto Sattler, Direktor der
Bank⸗Korumissions⸗ u. Finanzregulierungs-Institutes Merku—
st in seinem Bureau, Oranienstraße 26 wegen dringenden
Berdachtes wiederholten Betruges in Börsengeschäften fest—
zenoymmen und dem Untersnchungsgefängnis zugeführit
vorden. Die Schwindeleien sollen nach den bisherigen
Ermittelungen mehr als eine Million M. ausmachen.
Offenbach, 22. Sept. Heute nachmittag geriet hier ein
Arbeiter in das Getriebe einer Droschmoschine und wurde zu
Tode gequetscht.
Essen, 24. Sept. Der Verband der norddeutfchen Gru—
»enholzhändler der seit 6 Jahren besteht, hat in seiner heu—
igen Versammlung wegen des immer stärker werdenden
vettbewerbs der Außenseiten seien Auflösung beschlossen.
Xtettin 22 Geyt. Rei soinem Rrande der Dampfsmol—

kerei in Kammin sind drei Kinder des Besitzers verbiu
Er selbst und ein viertes Kind rettete das nackte Lebe,
Plön, 23. Sept. Prinz Joachim von Preußen hat
tern sein Abiturientenexamen bestanden. Heute vorm—
and im Prinzenhause ein Abschiedsgottesdienst für die g
emeinde statt, worauf der Vrinz mittaas nach Berlin
eiste.
Breslau, 23. Sept. Während ein großer Teil
zinwohnerschaft in der Nachbarschaft den Markt be
rannten in Kenty bei Oswiecen über 30 gefüllte Sch
ind mehrere Besitzungen nieder. Ein Feuerwehrman.
ein Besitzer stürzten durch das Dach einer Scheune
»erbrannten. Auch viel Vieh ist umgekommen.
Dortmund, 22. Sept. Zwei tödlich verlaufene
zlücksfälle sind hier vorgekommen. Auf Zeche
türzte ein Schlosser von einem Gerüst; er starb bald
auf infolge eines schweren Schädelbruchs. In
steubau stürzte ein Arbeiter ab, der kurz darauf
verletzungen erlag.
Rom, 23. Sept. Der Papst hat an den Kardin
oikar von Rom, Kardinal Respighi ein Schreiben gerich
in dem er auf das heftigste gegen die Rede protestiert,
der Bürgermeister von Rom, Nathan, nunter dem Bei
der Bürger von Rom am Dienstag bei der Jubiläun
feier der Einnahme von Rom an der Porta Pia gehal'
hat. Der Papst beklagte sich bitter über die Angriffe,
jegen seine geistliche Autorität und die Handlungen
Papstes in Ausübung seines apostolischen Mandates
einem öffentlichen Beamten bei einer dienstlichen Veranl
sung gerichtet worden seien. Die Rede des Bürgermeis
ei eine Beleidigung nicht allein des Pastes. jondern
tatholiken der ganzen Welt.
Mailand, 28. Sept. Nun ist man doch über
Zimplon gepflogen, wie die rote Flagge, die am Mailän—
Dom aufgezogen worden ist, beweist. Der Peruod,
Thavej ist um 1 Uhr 30 Minuten von Brig anfgefloge
war 1 Uhr 50 Minuten über Simplon Kulm und ist
2 Uhr 30 Minuten in Domodossola gelandet.
Brig, 24. Sept. (Zum Alpenflug Chavez.) Währer
am gestrigen Morgen die Witterung Verhältnisse noch
ingünstig waren, befferte sich die Wetterlupe aber zusehen
m Laufe des Vormittags, sodaß um die Milttagszeit
pollständige Windstille herrschte. Chavez, der kühne 5
merikanische Oriatiker, stieg anf und erreichte im prächtis
Fluge innerhalb 20 Minuten Simplon Kulm. Von d
zing die Fahrt ebenso glücklich nach Domodossola, wo bei—
die Landung einen ungünstigen Umlauf ein starker plötzlich ar
tretender Windstoß brachtr bei der Landung den Fluga
parat so unglücklich zur Erde, daß er vollständig in Tru
ner ging. Nur mit vieler Mühe konnte man Chavez un
dem Apparate hervorziehen. Der Auviatiker ist schwer
setzt. Die Aerzte konstatierten den Bruch beider Schienben—
and des linken Oberschenkels. Weiter hat Chavez em
leichte Gehirnerschütterung davongetragen. Die Gesam
zeitdauer des Fluges betrug 49 Minuten.
Mailand, 18. Sept. Saeben trifft die Meldung ei
daß Chavez, der bei Domodossola auf sehr schwieriges 6
ände geriet, von den den Flug überwachenden Sporilko
nissaren Warnungszeichen erhielt, an der betreffenden Stel
nicht niederzugehen. Sein Apparat ist zertrümmert. Char
wurde iu das Krankenhaus von Domodossola gebras
Nach einer Meldung hat er einen Oberschenkelbruch erlitt
nach einer andern soll er binnen 20 Tagen wiederherstelst
ein.
Paris, 23. Sept. Vor dem Gesängnis von Remir
nent im Departement Vogesen wurde heute der Tageköhm
Lausson hingerichtet, der einen reichen Viehhändler in d
Wald gelockt, dort umgebracht hatte und mit dem Raur
»on 6000 Fraues entflohen war. Die Begnadigung kom—
nicht erfolgen, weil die Tat in bestialischer Roheit ause
ührt worden war. Nach der Hinrichtung durchbrach
Nenge lärmend den Polizeikordon. Im Gedränge wurd
inige Frauen ziemlich schwer verletzt.
Petersburg, 28. Sept. Der Kommandant der Truppt
»er Kiewer Militärbezirke, General Iwanow, hate
Staatsanwaltdie Weisung zugehenlassen den bekannten Zuck
nig Arodski Sumpewitlsch und den Fabrikanten Eichman
ils Kurator des Kiewer Arbeitshauses wegen verschieden
Mißbräuche bei den Monturlieferungen unter gerichtlie
Anklagen zu stellen. Der Fall hat in Kiew aroße —
sation hervorgerufen.
Moskau, 23. Sept. In einer Vorstadt Moskaus wu
im Flußbett der Moskwa ein Lager von Kanonenkug
entdeckt. 777 Kugeln wurden bereids gehoben. Etwa
ind zurückgeblieben.
Georgia, 23. Sepk. In Pellham erschossen sich geg
eitig zwei der angeschendsten Bürger, als sich ihre Wag
zufällig bei einer Spazierfahrt trafen und sie miteinanꝰ
Streit oerieferß

ö— ⏑⏑ —
yg, meine Herren, Sie lennen mich do
Ich bin kein heuriger Hase, der auf 'jede Anpreis
N hereinfällt. Aber diese Sodener Mineral-Pasti
— natürlich die ächten von Fay — a la bonm
neure! Die habe ich gekauft, weil sie so viel
pfohlen werden, aber ich habe auch gefunden,
FX man die kleinen Wunderdinger gar nicht wa
4 genug anpreisen kann. Tadellose Wirkung! i
o bequem, und so bekömmlich für den gan—
Organismus — ! Hut ab vor Tans Soderen

—

— — IIIIIIIIIIIIC
Andauernde Regenfälle haben in vielen Gegend
richt nur die Ernte beeinträchtigt, sondern auch die Arbeit
für die Herbstsaat verzögert. Infolgedessen ist voraus
sehen, daß der Düngerversand wieder auf sehr kurze
zusammendrängen wird; es empfiehlt sich daher, Dün⸗
bestellungen moͤglichst frühzeitig aufzugeben. Besonders
dies für Thomasmehl, füt das schon jetzt sehr lebha
Nachfrage besteht. Sollte es übrigens zutreffen,
zuperphosphat, wie hier und da verlautet, für dieses
ereits ausverkauft ist, so wird die Landwirtschaft
an iabe —. r*

— — —
te —E — — — uer Sänglinge werden durch
xanährung mit „Kusseke“ und Milch am leichtesten
ütet, denn mit „Kufeke“ ist Milch den Gärungoͤr
zängen, welche die Darmkatarrhe verursachen, weniger a
gesetzt, als allein. „Kuf eke“ macht die Milch geh
eicher, leichter verdaulich, beugt den häufigen Verdauun
örungen vor und sichert den Kindern ein vorrũali
—E ———

DuMonts Sorꝗqenbrecher
ein gesunder, vorzuqlieher Rauchtabek
Grobs chnitt in Blau- feinschnitt in Braundruc
das Vertfelpfundpoket 30 Pfꝗ gesetlae
            
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