Lokales und Vermischtes.
Besserung am Kohlenmarkte. Handel. Gewerbe und
gerkehr rechnen, nachdem die ersten ackt Monate des lau⸗
enden Jahres eine langsame Gesundung der wirtschaft—
schen Verhältnisse in Deutschland gebracht haben auf eine
artke Herbstbelebung die die Börse alleu Anscheine nach
urzeit bereits unter einer Fülle anregender Momente zu
zkomtieren beginnt. Die Rüstung für die in der gewerb⸗
ichen Warenherstellung und im Verkehrswesen erwartete
erbstbelegung erfordert bereits wieder eine Steigerung
er bezüge von Industriekohle, und das Ende des Sommers
eranlaßt auch den Zwischenhandel, und schließlich auch schon
inen Teil der Verbraucher zur Anhäufung von Vorräten
in Hausbrandkohlen zu den billigeren Sommerpreisen. Der
zwischenhandel, der infolge des milden Winters reichliche
aͤorräte zum Beginn des Frühjahrs auf Lager hatte, hat in
zen letzten Monaten eine merkliche Zurückhaltung vor neuen
zäufen bewahrt und ist zur Räumung seiner Lager geschrit⸗
en, einer Maßnahme, die eine sichtliche Lähmung der Um—
atze am Kohlenmarkte brachte. Abgesehen von dem Koks.
edarf, derständig in aufsteigender Linie bewegte und hierdurch
en Anstoß zu einer Preiserhöhung gab, lag im laufenden
Jahre der Absatz aller anderen Arten von festen soffilen
hrennstoffen stark darnieder. Schon in der Versorgung
deutschlands mit Kohle die noch die unvecrbrauchten gestap⸗
lten Vorräte auf den Gruben mit umfeßt kommt das Dar—
nederliegen des Kohlenmarktes im bisherigen Verlaufe dieses
Jahres zum Ausdruck indem sich die Kohlenversorgung auf
en Kopf der Bevölkeruug in Kilogramm im Vergleiche der
rsten sieben Monate der beiden lekten Jahre folgendermaßen
iellte:
Jan.⸗Juli Steinkohle Braukohle Preßkohle Koks
(910 1236,07 655,19 1533,66 177,18
degen 1600 — 9,21 — 2068 — 0,39 — 1046
Insbesondere erfolgte der Rückgang der Kohlenversorgung im
aufenden Jahr nicht durch eine Einschränkung der ein—
eimischen Produktion, sondern durch eine Forcierung der
Ausfuhr, mit der ein Rückgang der Bezüge ausländischer
Ztein⸗ und Braunkohle Hand in Hand ging. Doch die
Lversorung Deutschlands mit festen fosilen Brennstoffen
veist durch ihre Gestaltung in den letzten Monaten bereits
zarauf hin, daß mit dem Ende des Sommers der Kohlen—
narkt wieder ein frenndlicheres Gepräge erhalten hat.
3war sind in erster Linie die Stapelungen auf den Halden
uür eine Belebung des Kohlenmarktes ein hinderlicher
Faktor, aber die Nachfrage hat im Gegensatz zu den Vor—
nonaten infolge des Eindeckungébedürfnisses des Zwischen—
jandels und er Verbraucher wieder zugenommen, und die
inübersichtlichkeit des Kohlenmarktes, die insbesondere die
orhandenen Vorräte auch nicht annähernd überblicken läß!
jal neben der Zuversicht auf eineu erneuten wirtschaftlicher
lufschwung der Kauflust zurzeit stark angeregt. Für einen
zroßen Teil industrieller Unternehmungen und städtischer
hetriebe, die der Gunst der billigen Kohlentransporte au
z»em Wasserwege infolge ihrer Lage an schiffbaren Wasser—
äufen teilhaftig sind veginnt ja auch bereits die Zeit, ir
der es gilt, Vorräte für den Winter auf Lager zu legen
von denen im Falle einer längeren Verrtiesung der Wasser
wege und einer Unterbrechung der Schiffahrt der Kohlen—
hedarf auf mehrere Monate befriedigt werden kann. Wenr
auch die diesjährige Ueberlastung des Kohlenmarktes noch
ewirft hat, daß auch im Monat Juli gegenüber dem
leichen Monat des Vorjahres die Kohlewersorgunç
deutschlands ein wenig zurückgeblieben ist, so beruht
ieselbe in der Hauptsache auf einer Abnahme des starker
Ausführuugsbedürfnisses. Im Laufe der letzteu Monat
jat sich aber im allgemeinen eine Steigerung der Kohlen
ersorgung wieder durchgesetzt, die sich nur unter dem Ein
lusse einer Entlastung des Kohlenmarktes vollzogeu haben
kann. Die Kohlenversorgung Deutschlands auf den Kop
er Bevälkerung zeigte uämlich im Vesgleich der letzter
Nonate folgende beachtenswerte zunehmende Bewegung ir
dilogramm:
1910 Mai Juni Juli
Zteinkohle 16918 179,73 187,79
Brauukohle 29,71 92,31 97,06
breßkohle 20,84 22,34 23,40
doks 25,74 25,12 26.67
Zeit Mai hat die Versorgung mit Steinkohle und Braun—
ohle die erhebliche Aufbessering um 18,68 bezw. 7,36
dilogramm auf den Kopf der Bevölkerung erfahren, und
ie Versorgung mit Preßkohle weist ebenfalls die verhält—
nismäßig nicht geringere Zunahme um 2,66 Kilogramm
nuf den Kopf der Bevölkerung auf. Zwar ist eine Zu⸗
iahme der Versorgung in den oben angeführten Monaten
eine ständige Erscheinung, doch im laufenden Johre hat
ie sich in erheblich stärkerem Grade vollzogen als in
irüheren Jahren. Das Rückgrat der deulschen Kohlen—
produktion bildet die einheimische Erzeugung, dereu Syndi—
ate die Markttage ziemlich genau übersehen. Die Produl—⸗
sionsmengen des deutschen Kohlenbergbaues lassen ebenfalls
darauf schließen, Adaß auch die Kohlenproduzenten eine
weitere Besserungeder Markttage erhoffen, zumal die Preise
iuf einem Niveau stehen, das keine Unterbrechung und
brschwerung des Konsums in deu Bereich der Wahrschein—
ichkeit treten läßt.
Gartenbanverein. Auf die heute abend stattfindende
zersammlung sei auch noch an dieser Stelle aufmerksam
Jemacht. Die Wichtigkeit der Tagesordnung sollte alle
Mitglieder veranlassen, der Versammlung beizuwohnen.
Gegenddie Klatschsucht der Frauen'hat Bürgermeister
deßler von Hattersheim folgenden kräftigen Erlaß veröffent⸗
icht: Die Klagen wegen Beleidigungen und Verleumduu⸗
gen nehmen in letzter Zeit unter einem gewissen Teile der
Linwohnerschaft einen bedenklichen Umfang an. Die Folgen
ind bittere Feindschaften, schwere Opfer an Kostenzahlungen
berdienstverluste usp. Die Ursachen sind in der Regel
tets dieselben. Während die Männer tagsüber auswärts
hwer arbeiten, verschwenden ein großer Teil Frauen die
zZeit zum Klatschenzund zu Zänkereien. Die Kinderzucht
st eine durchaus verkehrte; die, Haushaltung aber leidet
ot. Dem müde heimtehrendett Manne Zwird das Tages—
erlebnis falsch dargestellt und nun muß der Mann die
erärgerte Frau schützen, indem er zur Polizei, zum Schieds⸗
ericht oder zum Rechtsanwalt läuft. Das ist des Mannes
Familienleben, in weichem er vergeblich wahre Häuslichkeit
jucht! Alle Belehrungen, die Fran möge in ihrem Haus—
dalt bleiben, dort tätig sein und die Klatschweiber aus dem
Hause jagen, dem Maͤnne aber und den Kindern ein ge—
nütliches Heim verschaffen, sind bei solchen Leuten ver—
Jebens. RArmutsattefte werden deshalb in solchen herauf—
deschworenen Klagesachen in Zukunft nur in ganz beson⸗
deren Fällen noch erteilt. Die Polizeibeamten sind ange—
viesen worden, solche prozeß⸗ und ftreitsüchtige Personen
sier namhaft zu machen, um sie in einer Liste zu vermer—
und Hausbesitzer und Mieter vor solchen Leuten zu war—
Die von den Streitstiftern gewöhnlich noch verlang
4 enden „Führungszeugnisse“ werben dann demgemäf
ngerichtet werden.
diebstahl. Am Kirmesmontag wurde die Türe zur
Nhnuns des Herrn Georg Schade erbrochen aufgefunden
eim Nachsehen stellte sich heraus, daß eine Taschenuhr
Seife. Wir berichteten anfangs dieses Jahres über die
ußerordentlich gestiegenen Preise der von der Seifenin—
ustrie benötigten Dele und Fette; die Hoffnung der Seifen—
abrikanten, wieder mit normalen Preisen der Rohmateria—
ien rechnen zu können, hat sich jedoch nicht erfüllt, es ift
ielmehr eine weitere scharse Preissteigerung eingetreten,
aie uns in den letzten Tagen Leinölpreise von M. 93.2per
100 Kilo brachte, ein Wertstand, der seit dem Jahre 1863
uiicht mehr erreicht wurde. Palmkernöl stieg um weitere
M. 10. per 100 Kilo und erreichte, ebenso wie amerika—
anischss Baumwollsaatöl, Preise, wie sie seit Herstellung
dieser Oele überhaupt nicht erzielt wurden. Die Seifenfa—
hrikanten sahen sich daher genötigt, eine weitere Preisste'-zerung
ihrer Erzeugnisse vorzunehmen, die jedoch in Anbe—
tracht der hohen Oelpreise gänzlich unzuverlässig ist und
veitere Erhöhung unumgänglich macht, falls nicht ein sehr
eträchtliches Fallen der Oelprrise baldigst eintritt.
Die zwanzig größten Städte. Nach den neuesten
Ztatistiken der verfchiedenen Länder ergibt sich für die
wanzig größten Städte der Welt folgende Reihe. An
erster Stelle steht London mit 7 450 000 Einwohnern,
arauf folgt Newyork mit über 4 600 000. Hieran schließen
ich Paris mit 2745 000, Chikago mit 2 166 000 Be—
vohnern. Berlin kommt mit 2 103 000 Menschen erst an
ünfter Stelle (würde aber mit seinen Vororten die dritte
einuehmen). Daran reihen sich Wien mit 2021000
5t. Petersburg mit 16650000, Philadelpsia mit 16533 000
Noskau mit 1412 000, Buenos-Aires mit 1147 000
zinwohnern. Von den Großstädten, deren Vevölkerung
ie Million nicht erreicht, steht Kalkutta mit 993 000 voran.
Darauf folgen Bombay mit 987 000, Birmingham mit
375 000, Hamburg mit 866 000, Glasgow mit 860 000
Budapest mit 812 000, Liverpol mit 763 000, Kairo mi
393 000, Manchester mit 649 000 und Rio de Janeirc
nijt aB4k 000 Bewohnern
d Schlafwagen dritter Klasse — aber nicht auf deu
wen, sondern auf schwedischen Eisenbahnen. Aus Stock
jolm wird der „N. A. 3.“ geschrieben: Die schwedischen.
Lisenbahnen sind wegen ihrer Bequemlichkeit und ihres
domforts hinlänglich bekannt. Trotzdem wird unausgeset
in Vercesserungen und Neuerungen gearbeitet, die de
kntwicilung und Hebung des Verlehrs dienen sollen. Ein
euerung, die nicht nur an sich bemerrenswert ist, son
ern auch für deutsche Reisende nach Schweden von be
onderem Interesse sein dürfte, ist dieser Tage beschlossen
zorden. Auf der Eisenbahnstrecke Malmö-Stockholm sol
en nänilich demnächst Schlafwagen dritter Klasse einge—
ellt werden. Durch die enorme Vertehrssteigerung zwi—
hen Deutschland und Schweden, die nach der Eröffnung
er Dampiffährenverbindung züber Saßnitz-Trelleborg ein
etreten ist, wurde der Wunsch nach Schlafgelegenhert auch
ür die vielen Reisenden, die dritte Klasse benutzen, im
ner dringlicher. Der Zuschlag für die Benutzung des
Zchlafwagens ist sehr niedrig und beträgt nur 2,80 Kro
gen. Die Schlafplätze sind übereinander angebracht, st
»aß jeder Wagenabteil sechs Schlafplätze enthalten wird
ẽ8 ist auch in Erwägung genommen, auf andern Strecker
er schwedischen Staatseisenbahnen ebenfalls Schlafwager
ritter Klasse einzustellen.
A Die Fuünfzig-Pfennigstücke mit der Wertangab
zo Pfennig? gelien bekanntlich seit dem 1. Olttober 1901
nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel, werden aben
ndgültig bis zum letzten dieses Monats bei den Reichs
ind Landeskassen noch umgetauscht. Nach dem 1. Okto
ber haben sie nur noch einen Silberwert von 124 Pig
— Die mit dem Datum vom 10. Januar 1882 angefer
igten Reichskassenscheine zu 80, zu 20 und zu 5 M., so—
vie die mit dem Datum vom 5. Januar 1899 ausgefer—
igten Reichskassenscheine zu 50 M. werden nur noch biq
um 31. Svezember 1910 von der Reichsbank eingelöst
Zodann gelangen sie nur noch bei der königlich preußi
chen Kontrolle der Staatspapiere in Berlin zur Eun
öosung.
O Die im Herbst eintretenden Rekruten, sofern su
nvalidenversicherungspflichtig waren, seien dringend dar
n erinnert, ihre Quittungskarten kurz vor dem Einstell
ngstermine umzutauschen, auch wenn die Gültigkeitsdaue
er Karten noch nicht abgelaufen sein sollte. Es wir!
ierdurch verhüiet, daß die Karten, die mit ihrer meh
„der weniger großen Marlenzahl einen besonderen Wer
esttzen, waͤhrend der Militärzeit verlegt werden oder son
1Verluit agerge
SoePostauweisung und Wostschect. Die Postanwei
ung wird durch den Postscheck in vielen Fällen ersetzt
Nachdem der Postscheckverkehr am 1. Januar 1909 eröfl
iet worden war, mußte man erwarten, daß der Postan
beisungsverkehr zurückgehe. Diese Voraussetzung hat das
etzt vorliegende Ergebnis des Postanweißungsverkehrs de
teichspost bestätigt. Während bis 1908 der Umfang des
zostanweisungsverkehrs von Jahr zu Jahr stieg, ist im
dahre 1909 zum ersten Male ein Rückgang eingetreten
zegen das Vorjahr ist die Zahl der Postanweisungen vor
ast 200 Millionen auf 193 Millionen zurückgegangen
der Geidbetrag fiel von nahezu 11,8 Milliarden auf nahe
X 10,3 Milliarden Mart. Innerhalb des Reichspostge
ætes allein ging die Zahl der Postanweisungen von F
Nillionen auf 167 Millionen zurück, der Betrag von 104
Nilliarden auf wenig über 9 Milriarden Mark; in diesen
zerlehr hatie die Zunahme bisher jährtich mehr als vie—
zrozent betragen. Der Rückgang des Postanweisungsver
ehrs wird durch den Postüberweisungs- und Scheclverkeh
ber um ein vielfaches übertrofsfen. Der Gesamtumsatz de
checkämter im Reichspostgebiet betrug im Jahre 190
„8 Milliarden, von denen 4,9 Milliarden auf Gutschrij
ten entfallen, alles einschließlich Bayerns und Württem
Jer—7
— Dortmund, 20. Septbr. (Bwer ZzZusammen—
»ruch der Niederdeutschen Bank.) Die de
tichtliche Untersuchung in Sachen der Niederdeutschen Ban
hat ergeben, daß auch andere Angestellte der Bank vor
ben gegen Treu und Glauben veisto ßenden Machenschas
—0
gewirtt haben soll. Die Staatsanwaltschaft hat daher ge
gen sie ein Strafverfahren eingeleitet. Gegen den Pro
risten von Schwedler, der in die Schweiz geflohen ist
zat die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erlassen um
ie schweizerischen Behörden auf Grund des Austlieferungs
ertrages um Festnahme des Flüchligen ersucht.
* Barmeun, 20. Septbr. (FZwei Kinderbei e i
nem Braude erstickt. Bei einem Zimmerbrand
nder Collenbuschsiraße sind zwei Kinder eines Schrei
iers, ein dreijähriger Knabe und ein einjähriges Mäd
hen erstickt. Wie es heißt, waren die Eltern zu einer
Festnlichteit nach Elberseld gegangen und hatten die armer
Ainder zu Hause eingeschlossen.
*Mainz, 20. Sepr. (Ein Raub anfall.) Ern
ochlossergeselle aus Kassel erstattete die Anzeige, er sei
aach 9 ühr auf der Straße Kastel-Amöneburg, in der
Nähe der Blockhauswache, von zwei Männern überfallen
nit einem Bengel zu Boden geschlagen und seines Por—
emonnaies beraubt worden. Außerdem habe ihm einen
»er Räuber einen Schuß in das linke Handgelenk gege
en. Tatsächlich steckt die Kugel noch in dem Handlnocher
ind der Veiletzte mußte sich zu ihrer Entfernung nach dem
Rochushospital begeben. Das Portemonnaie wurde in der
Nähe des Tatortes später aufgesunden. Es war ihm en
Narktstück entnommen, während das Kleingeld noch vor—
anden war. Die Umgebung wurde mit Hunden abge
ucht, ohne jedoch eine Spur der Täter zu finden. Diec
olien 38 bis 40 Jahre alt sein, Manchesterhosen, dunkl
Zrilots und graue Mütze beaw. schwarzen weichen Filz
ut getragen haden
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Ssaarlouis-⸗Roden, 18. Sept. Die erste Fahrt au
dem fertiggestellten erhöhten Gleis zwischen der hier errich
teten Blockstation und Saarlouis erfolgte heute morgen
durch den ersten Personenzug Merzig-Saarbrücken um
Uhr. In der vorhergegangenen Nacht wurde auf Bahnho
Saarlouis nach Durchfahrt des letzten Personenzuges das
Bleis verschwenkt und auf der Blockstativn Roden das Fahr
zleis Saarbrücken-Trier mit dem Gleis Trier-Saarbrücken
»erbunden. Mit Hilfe der Rottenarbeiter der Bahn'netste—
eien Bous, Saarlouis und Dillingen ging die Arbeit schnell
hyon statten, sodaß der 1. Personenzug das Gleis glatt pas—
ieren konnte. Das frühere Fahrgleis Saarlouis-Roden is
ir die Dauer von 3 Monaten außer Betrieb gesetzt.
Hostenbach, 19. Sept. Als gestern abend ein Hütten—
rbeiter, der mit seiner Frau die Kirmes im nahen Völk—
ingen besucht hatte, nach Hause kam, geriet er mit seinen
zchwager in Streit, der einen schlimmen Ausgang nahm;
„er Schwager griff zum Messer und verletzte seinen Wider—
hart so schwer, daß dieser in das Krankenhaus nach Wad⸗
jassen transportiert werden mußte. Der Verlezze ist heute
norgen bereits seinen Wunden erlegen. Ebr. Volksz.)
Köln, 20. Sept. Gestrrn abend sind in der Rhein—
»rovinz außerordentlich schwere Gewitter niedergegangen,
velche große Uberschwemmungen verursachten. An ver
schiedenen Orten zündete der Blißz. In den Weinbergen
wurde großer Schaden angerichtet.
Köln, 21. Sept. Gestern Nachmittag brach in einem
dause in Rippes in der Wohnung eines Arbeiters ein Brand
aus. In dem Zimmer befanden sich drei Kinder einge—
schlossen. Ein Nachbar brach die Tür auf und konnte zwei
der Kinder noch lebend, wenn auch verletzt retten. Das
dritte, ein einjähriger Knabe, fand man bereits verkohlt vor
Trier, 19. Sept. Die Stadt Trier erläßt ein Preis—
russchreiben von insgesamt 20000 Mk. für Pläne zum
ßau einer neuen Moselbrücke nach dem nördlichen Voror!
ballien.
Biedenkopf, 20. Sept. Bei Dautyphe kollidierten zwe
dadfahrer so unglücklich, daß der namens Jacobi aus Dautphe
etötet wurde.
Dortmund, 21. Sept. Hier geriet gestern ein Ehe
aar in Streit miteinander, in dessen Verlauf der Mann
»ie Frau mit einem Beil bedrohte. Darauf ergriff die
Frau ein Gefäß mit siedendem Wasser und goß es über
»en Ehemann. Der Schwerverbrühte wurde ins Kranken—
saus gebracht, wo er bald verstarb.
Bochum, 20. Sept. Der Aufseher August Kötter aus
Bochum-⸗Wiemelhausen, der am vergangenen Samstag auf
dem Zechenplatze der Zeche Julius Philipp von dem be—
runkenen Bergmann Röder durch zwei Revolverschüsse in
»en Unterleib lebensgefährlich verletzt wurde, ist gestern
ibend im Krankenhaus Bergmannsheil gestorben.
Zeitz, 20. Sept. Im städtischen Krankenhause tötet
ein Heizer eine Krankenschwester wegen verschmähter Lieb
and verletzte sich schwer durch Revolverschüsse.
Essen, 20. Sept. Im städtischen Freibad, das ers
eit kurzer Zeit besteht, hat sich geüern zum zweiten Mal
ein tödlicher Unfall ereignet. Ein 17 Jahre alter Berg—
nann aus Votthausen versank vor den Augen seiner
Freunde und ertrank, da wegen der starken Strömung die
Rettungsversuche erfolglos waren.
Hamburg, 21. Sept. Der Reichstagswahlverem be—
chloß, seinen Delegierten zum nationalliberalen Parleitage
ie Direktive zu geben dahin zu wirken daß die Parole für
ie nächste Reichstagswahl laute: Der Kampf richtet sieh
»or allem und in erster Linie gegen die Sozialdemokratic
Mit den Nationalen Parteien ist der Kampf so zu führen
»aß ein Zusammengehen bei den Stichwahlen ermöglich
vird.
Brünn, 19. Sept. Der jüdische Friedhof der Gemeinde
Irsow wurde vollständig zerstört. Gräber wurden aufge—
issen und etwa 40 Grabsteine umgeworfen. Von der
Tätern fehlt jede Spur.
Rottenmann, 20. Sept. Letzie Nacht halb 3 Uhr stiess
zer von Rom kommende Schnellzug mit einem anderer
Zuge zusammen. Sicbeu Personen sind tot, zehn wurder
schwer verletzt. Die Schuld soll den Lokomotivsührer des
von Italien kommenden Schnellzuges treffen. — Amtlich
wird dazu gemeldet: Um halb 3 Uhr stießen in der Statior
Rottenmann⸗Stadt die Eilzüge 101 und 102 zusammen
Hdierbei wurden sieben Personen getötet und 12 schwer ver—
letzt. Beide Lokomotiven sind entgleist und schwer beschä
digt. Beide Dienst- und Postwagen sind zertrümmert. Der
Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten
Im Auftrag des Eisenbahnministers begaben sich von Wien
nehrere höhere Beamte des Ministeriums und der General
nspektion an'die Unsallstelle.
Verviers, 21. Sept. Eine Wasserhose ist gestern über
zerviers niedergegangen und hat großen Schaden ange
richtet. Die Eisenbahnlinie ist an verschiedenen Stellen be
chädigt. In Soiron steht ein Teil der Ortschaft unte
Wasser. Stellenweise beträgt die Höhe des Wassers lein
jalb Meter. In Heusy haben die Gärten schwer gelitten
Paris, 21. Sept. Nach einer Depesche aus Lissabor
wurde gestern die Bewohnerschaft eines dvrtigen Hause‘
in Haft genommen. Die Polizei beschlagnahmte ein gan
zes Arseual zur Herstellung von Bomben dienenden Ma
erialien. Unter den Verhafteten besindet sich ein Schlosser
er zugestand, der Mieter des Hauses zu sein und die
Materialien als sein Eigentum bezeichnete. Er habe es zu
volitischen Zwecken und zur Horstellung von Bomben qge—
miete.
Loudon, 20. Sept. Von 12000 Bergleuten der Ver—⸗
inigten Cambrien-Kohlengruben, die gestern beschlosser
Jatten, in den Ausstand zu treten, werden gemäß dem ir
einer später abgehaltenen Versammlung gefaßteu Beschlus
die vorgeschriebene Kündigungsfrist innezuhalten, 9000 di
Arbeit wieder aufnehmen. Von den Bergleuten in Aber
tillery (Grafschaft Monmouth) sind 4000 in den Ausstan'
getreten.
Lissabon, 20. Sen. In der Nähe von Oporto is
ein Personenzug entgleist. Etwa 100 Personen wurder
verwundet.
Petersburg, 20. Sept. Der reiche Graf Korevi
älschte mit einem Rechtsanwalt Wechsel in Höhe vor
700 000 M. auf den Namen des im Irrenhaus internier—
en Graforr Gohesafft Boido mirdon vorhafto
„Schweger Wüste“ wurde von jeher eine große Ort—
chaft Schwege bei Osnabrück gehörige ammoorige Oed—
andoberfläche genannt, weil sie so gut wie keine Erträge
üeferte. Durch Trockenlegung unter reichlicher Verwendungç
von Thomasmehl und Kali ist diese Wüste jetzt in beste—
Wiesenland umgewandelt worden, auf welchem Erträge
bon 60—80 und noch mehr Doppelzentner pro Hektar ge—
erntet werden, und zwar ein Heu von vorzüalicher Futte“
quosit
Eine ratiouelle Kindernahrung muß haltbar und
mmer gleichmäßig sein, darf keine unverdauliche Stärkte
enthalten und der Zubereitung keine Schwierigkeiten bieten
muß ausgiebig und billig, sowie nicht nur nahrhaft, son—
dern auch wohlschmeckend sein. Alle Bedingungen erfüll
„Kufeke', welches nicht nur für gesunde, sondern auch
ür krauke Kinder die beste Nahrung bildet.
Bekanntmachung.
Die diesjährige Herbstimpfung für die zurückgestellten
und zugezogenen Kinder von Dudweiler, Herrensohr,
Jägersfreude und Fischbach findet am Samstag den 24
September Nachmittags 4 Uhr im neuen Schnlhause hie
tatt.
Dudweiler, den 21. September 1910.
Der Bürgermeistier.
Jost.
Bekanntmachung.
Ich bringe hiermit zur Kenntnis, daß Ende dieses
Monats auf Grund der Regierungs-Polizeiverordnung
om 10. März 1875 durch die Schaukommission eine
Schau zwecks Räumung der Bäche, Flut- and Abzugs—
gräben stattfindet. Ich fordere hiermit die Anlieger auf,
schon jetzt die nötige Räumung vorzunehmen.
Insbesondere mache ich darauf anfmerksam, daß das
Bachbett des Sulzbaches sich im Laufe des Jahres ver—
engt hat und hierdurch der Wasserablauf gehemmt wird.
Nach dem Kataster soll das Bachbett 21/, bis 3 mm breit
ein. Die Kommission wird ihr besonderes Augenmerk
sierauf richten und verlangen, daß das Bachbett in der
irsprünglichen Breite hergestellt wird, auch daß die ge—
neinschaftlichen Abzugsgräben in den Wiesen ausgehoben
d.
Dudweiler, den 20. September 1910.
Der Bürgermeister: Jo st.
Bekanntmachung.
Die diesjährige Pferdemusterueg der Bürgermeisterei
Zudweiler findet wie folgt statt:
a) für Dudweiler, Herrensohr und Jägersfreude am
SsSamstag, den 1. Oktober 1910, vormittags
8.30 Uhr auf dem Marktplatz in Dudweiler.
(Die Pferde müssen jedoch schon um 7.30 Uhr vor—⸗
mittags zur Stelle seln).
Camphausen und Fischbach am Donnerstug, den
29. September 1910 vormiitags 8.15 auf der
Quierschiederstraße in Fischbach. (Die Pferde
müssen jedoch schon um 7.30 Uhr zur Stelle sein).
Die Pferdebesitzer der Bürgermeisterei Dudweiler werden
iermit aufgefordert, bei Vermeidung ger im 8 27 des
Hesetzes über die Kriegsleiftungen vom 13. Juli 1873
R. G. Bl. S. 129. vorgesehenen Strafe, zu angegebener
zeit an den betreffenden Orten ihre sämtlichen Pferde
it Nusnahme:
2) der unter vier Jahre alten Pferde,
o) der Hengste,
) der Stuten, die entweder hochtragend sind oder inner⸗
halb der letzten 14 Tage abgefohlt haben,
1) der Vollblutstuten, die im „Allgemeinen deutschen
Gestütbuch“ oder den dazugehörigen offiziellen vom
Unionklub geführten Listen eingetragen und von
einem Vollbluthengst laut Deckschein belegt sind auf
Antrag des Besitzers,
o) der Pferde, welche auf beiden Augen blind siud,
) der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter
Tag arbeiten,
5) der Pferde, welche wegen Erkrankung nicht marsch—
fähig sind oder wegen Ansteckungsgefahr den Stall
verlassen dürfen,
) der Pferde, welche bei einer früheren in der Ortschaft
abgehaltenen Musterung als dauernd kriegsunbrauchbar
bezeichnet worden sind,
i) der Pferde unter 1,60 m Bandmaß,
pünktlich zu gestellen und unter genauer Befolgung der
Anordnungen der Musterungskommission vorzuführen.
Die Pferde müssen bei der Vorführung mit Kopfgestell
»ersehen sein. Jedem Pferd ist eine erwachsene Person
ils Führer beizugeben.
Bei der Vorführung ist dem Kreistierarzte anzugeben,
vann und von welchem Schmiede die Pferde zuletzt be—
chlagen worden sind.
Pferdebesitzer, die ihre Pferde nicht rechtzeitig gestellen.
»erden unnachsichtlich in Strafe genommen.
Dudweiler, den 16. Sept. 1910.
Der Bügermeister. Jost.
Evang. Rirchenchor.
Heute Abend 8 Uhr
Chorprobe. M
Um zahlreiches Erscheinen bittet dringend
Der Vorstand.
Geschäfts- und Rechts-Büro
Aler. Pütz:
in Dudweiler 0 Scheidterstr. 128
früher mehrjähriger Notariats⸗, Anwalts- und erster
Gerichtsvpollzieher Gehülfe.
Empfiehlt sich in Bearbeitung von Rech ts sachen.
Besorgung und Auskunfti, sowie Raterteilung in allen Rechts—
angelegenheiten. Eintreibung von Forderungen. Bearbeitung
hyon Zivilprozessen, Anfertigung von Schriftsätzen und Gesuchen
jeder Art u. s. w.
Reguliernng von Erbschaftssachen,
Vormundschafts⸗- u. Nachlaßsachen.
I Sprechstunden zu jeder Tageszeit. EX
7 7 ISA-.
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