us. Scharf zuruckgegangen ist die Bevoölkerunggzunahme
a Duisburg und Dortmund: in Duisburg sank sie vor
1,3 auf 17,6, in Dortmund von 21,3 auf 18388. Sr
üfseldorf dagegen, das im Berichtsmonat ebensalls einer
zuwachs von 18,8 pro 10 000 Einwohner aufweist, iß
er Ueberschuß stark gewachsen, er betrug im Vorjahr ers
6,9. Mit der nächstgroßen Bevöllerungs zunahme folger
diesem Jahre Kiel und Köln: in beiden ist sie ab⸗
eringer als vergangenes Jahr. ·In Kiel ging sie v.
I7 auf 15,0, in Köln von 15.4 auf 15,8 zurück. Sehn
Al zurückgegangen ist, der Geburtenüberschuß in Chem—
itz, wo sich die Bebolterung in diesem Jahre nur un
3)3 pro 10 000 vermehrte gegen 16,3 im Vorjahre. Am
ast dem gleichen Stande bewegte sich der Geburtenüber
huß in Leipzig, Frantsurt a. M. und Nürnberg; ir
zeipzig betrug er 12,8 gegen 11,8 im vergangenen Jahr
aFrankfurt a. M. 12,41 gegen 11,4, in Nürnberg 12,
egen 12,6. Stark gesunken ist der Geburtenüberschuß irt
ziutigart, wo er von 13,3 auf 11,5 zurückging, wahren
ii in Hamdurg mu 11,5 nur wenng yenter dem des Vor
ahres, der 11,8 ber g, zurückb eibt. Ver Stdie we ser
m lausenden Jahre einen Geburisüserischuß von 10 bis
1 pro 10 000 auf, und zwar sind die
1909 1910
Dresden. .100,6 10.3
Thartottenburg. .10,3 10.9 ——
hbannover.. 52 10,6
Mannheim.61 10.29
Relativ am gerinçsten ist die Bepehernaszunghutt
n Stettin, wo sie nur 4,5 be rigt geken 7, im Vor—
ahre, und in Berhn, wo sie sich aui 6,7 stellt gegen 7,3.
Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
xDortmund, 14. Septbre(Jugendlicher De—
FAudant.) Der 17 Jahre alte Raufmannslehreing
Askar Appelhans unterschlug 2000 Mart, die er zur Bän
ringen sollte und slüchtete.
* Lütgendortmund, 14. Sepibr. (Bierkrieg.) Hier
st ein Bierkrieg ausgebrochen. Ueber sast sämtliche Wirt
chaften wurde Boykott verhängt. Die Boykotikommission
zerlangt die Einsührung von I Litergläsern zu 10 Pifg
ind vier Zehntel-Litergläsern sür 13 Pig. Drei Wire
ind bereits den Wünschen der Kommission nachgekommen
* Eltville, 14. Sepibör (Durch Starkstrom ge—
östet.) Ein Monteur hiesigen städtischen Elekirzi—
ätswerkes war mit Arechen an einer Schalttasel beschäf—
igl, die außer Betrieb gesetzt war. Bei der Arbeit kam
teiner anderen Leitung zu nahe, de noch uinter Strom
var. Der Unglückliche war sofort tot.
* St. Wendel, 14. Septbr. (Der Hund als
zriefträger.) Daß ein Hund zu einem zuverlässi—
en Posthilfsboten ausgebildet werden kann, ist jedensalls
seu. In der Alimühle im nahen Plesfelbach besindet sich
in kleiner Köter, der jeden Tag, wenn der Briesträger in
iner Entferneng von eiwa 200 Metern pfeift, von diesem
ie für die Altmühle bestimmten Postsachen im Empfang
liimmt. Verliert er unterwegs einen Brief, so trägt er
uhig die anderen Sachen zu sermem Herrn und holt dann
„as Verlorene. Allerdings nimmt er nur von einem
estimmten Briefträger, die Sachen au; kommt ein Aus⸗
ilfsbote, dann „verweigert er die Annahme.“ Der Hund
will offenbar nur mit festangestellten, unisormierten Briei—
rägern als „Kollege“ verlehren.
* Trier. 14. Sptbr. („Käuber und Gendarm.“)
zn Beidweiler wurde beim Räuberspielen der elfjährige
zohn des Gastwirts Steyer von gleichaltrigen Spielkame—
aden durch einen Messerstich getöte;
Aus aller Welt.
üeberraschte Spieler. Die Berliner Kriminalpoli—
ei stattete dem Spieltlub des Herrn Josef Matiske in der
Vilhelnistraße zum zweiten Male ernen Besuch ab. Schon
eit mehreren Tagen war der Kriminalpolizei bekannt ge—
vorden, daß troß der Aushebung des Nestes durch die
ßolizei wieder in der Wohnung des Marisle gespieit wor—
en ist. Beim Eintieten in die Räume bot sich deun e—
imten ein ine essan es Bind. In einem Zimmer secnte
herr Matiske mit se ner Tochter, während in dem hinte—
en Zimmer etwa 40 Personen sich beim Roulette ver—
in glen. Die Bank, die etwa 600 Mar! enthleit, wurde
ebstn den Spielutensilien beschlagnahmt. Alle Spieler muß—
en sich nach dem Polizeirevier begeben. Bei einigen der
SZpielet machte sich auch Widerstand bemerlbar. Die Jeu—
ellung der Personalien zog sich bis nach Mitternacht
och hin.
Mord und Selbstinord. Der Barbier K. Schue der
us Berlin aus der Willibald Alexis Straße hat sene
zraut Alma Eisenbeck, die das Verhälinis mit ihm lesen
oollte, als sie an der Nähmaschine saß, erschotssen und sih
ann durch einen zweiten Schuß getötet.
Choleraverdächtige Russin. In das Rudolf Vir—
how⸗Kranlenhaus wurde die auf der Durchreise in Ber—
in eingetrofsene Russin Son'a Geisen eingeliesat, die un—
er choleraverdächtigen Erscheinungen erlrankte. Frau Gei⸗
en wurde während der Fahrt von Karlsbad über Dres—
en nach Berlin von einem choleraverdächtigen Brechdurchall
überrascht. Als der Zug auf dem Anhalter Bahnhoj
intraf, mußte sie von dem Bahnarzt Sanitätsrat Dr.
zanger sofort in Behandlung genommen werden, der die
Neberführung der Patientin nach dem Virchow⸗Kranken—
ause anordnete. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen
vorden. Auch die bakieriologische Uklersuchung ist bexeits
ingeleitet.
Flucht aus dem Gefängnis. Der im Juli in dem
Idenburgischen Badeorte Niendorf verhaftete Münzverbre—
her, Agent Otto Wilde aus Berlin, ist aus dem Unter⸗
uͤchungsgefängnis in Lübeck ausgebrochen und entkommen.
Vilde war mit dicken Ketten gefesselt.
Raubmord Das etwa 2000 Einwohner zählende
zurckardsdorf bei Burgstädt in Sachsen wurde der Schau—
latz einer grausigen Bluttat. Gäste, die das Restaurant
Vergißmeinnicht“ betrasen, fanden die Besitzer, das Kel—
ersche Ehepaar, tot auf. Der Gastwirt lag mit enge—
hlagener Schädeldeclke am Klavier in der Gaststube, wäh—
end seine Frau, gleichfalls mit schweren Schadelverle tz⸗
ingen, im Beite tot aufgesunden wurde. Ohne Zweifel
segt Raubmord vor. Von dew Jater fehlt bis ient iede
zpur.
Protest gegen die Hochwassergefahr. Eine von
ahlreichen Breslauer Bürgern besuchte Versammlung be—
schioß, an den Minister der össentlichen Arbeiten und an
den Oberpräsidenten eine Resolution zu senden, in der es
a heißt: „Wir bitten nicht mehr, sondern wir fordern,
aß von eaader 2uöιιισαν — einar
ind sie hatte die Kugel in der Hand, Der Ruck wurde
aun etwas scharf nach der entsprechenden Seite.
So?“ sagte sie lächelnd, „du liebst also den Inspektor
n Ermangelung des Hauslehrers. — Sonst ist es nämlich
umer der Kandidat, der von der schönen Komtesse geliebt
ird. Der Hauslehrer alias Inspektor hatte die Komtesse
erschmaht, weil er vermutlich keine Ahnung von diesem
vohen Glück hatte und nichts davon merkte, oder vielleicht
il fünf Jahren mit einer Pastorstochter verlobt war.“
Mutti! Wie kannst du mich so verhöhnen!“ stieß
strid, von heißer Glut übergossen, heraus. — „Verhöh—
ens?“ Deine gqute, alte Mutter — dich, ihr liebes, schwär—
nerisches, gutes Kind? — Ich scherze nur mit, Dir, Herz—
ieb. und mich wundert, daß du nicht auch schon lachst.
dimm's nicht übel, aber darauf war ich nicht gefaßt. Es
bar ein bißchen zu viel verlangt, das zu erraten! Das
nußzt du selbsi zugeben, Kind!“ Und lachend streckte Gräfin
Follas die Hand nach der zurückweichenden Gestalt ihrer
ochter aus. „Komm her — Liebling. Ich bin wirklich
roh, daß es nichts Schlimmeres ist, was dein geliebtes, an
urückgehaltener Romantifk kronkondos Qöpichen da aus—
2154 ——
oird, um die' persönliche Sicheryheit, das Cigentum und
udere wohlerworbene Rechte, die durch Hochwasserfluten
rg gefährdet werden, zu gewährleisten. In erster Linit
Adern wir alsbaldige Veröffentlichung der Pläne zur
zeseitigung der Hochwassergefahr für Breslau.
Ueberschwemmung. Aus Dessau wird gemeldet:
znfolge des andauernden Regens ist die Elbe über die
fer getreten und hat große Strecken überschwemmt. Am
ienstag abend ging über dem größten Teile von Anhal:
n außerordentlich heftiges Gewitter nieder, des stellen
beise mit Hagel verbunden war. n'ug mehr—
ach ein.
Die Eholera. Aus Wien wird gemeden In Mo—
aes sind vier neue Cholerafälle vorgekommen und man
ann mit Bestimmtheit annehnmen, daß Mohacs der Herd
er Seuche ist. Die Cholera dürfte von einent Kohlen—
ager der Dougan-Dampfschiffahrtsgesellschaft in Mohacs
usgegangen sein, wo die Arbeiter mit den Passagieren
us Rumünien in Berührung kommen.
Fleischvergiftung. Vom 1. und 2. Infanterie-Re—
ziment in Lemberg find bei der Rückkehr von den Ma—
rövern im Lemberger Zentral-Bahnhofe nach dem Mittagssen
eine große Anzahl der Veute unter den Folgen des
henusses von verdorbenem Fleisch unter Vergiftungserschei—
iungen ertrantt. Eine Untersuchung ist sofort eingeleitet
vorden
Schiffs-Zufam menstösßze. Während einer Nachtühung
jeßen nach einer Mesdung aus Cherbourg das vinien—
hiff „Bouvines“ mit dem Torpedobootszerstörer „Esco—
etie“ zusammen. Die „Escopette“ erlitt schwere Beschä—
igungen, konnte aber in das Arsenal zurückkehren. — Die
eiden holländischen Torpedoboote „Ge5“ und „Gesé“ stie—
en in dem Mündungsarm der Maas Het Haringsliet zu
ammen. Der Bug des „Ge5“ wurde zertrümmert. Der
„Ge6“ erhielt einen Riß am Steuerbord. Beide Boote
onnten noch mit eigenem Dampf den Hafen erreichen.
Raubmord. Wie die Luremburger Zeitumg meldet,
vurde an dem Kohlenhäudler Paulus Kayser ein Raub—
nord verübt. Man sand den Mann mit durchschnittener
dehle im Zimmer auf. Die Frau lag halb verlohlt im
Leite, das noch glühend war. Der Kopf war ihr mit
em Beille durchschlagen. In den Zimmern waren die
zchränke und Schubladen qaufgebrochen. Das Ehepaar war
inderlos und wobhlhabend. Von den Tätern sehlt jede
3pur.
Zum Fall Crippen. Der Londoner Korrespondent
es „Matin“ hatte eine längere Unterredung mit dem Ver—
eidiger Dr. Crippens. Im geosen und ganzen erklärte
er Advokat, daß der in dem Hause 39 Hildrop Crescent
ufgefundene Leichnam gar nicht derjenige der Bel El—
lore sei. Die Affäre Erippen sei furchtbat übertrieben
orden., Die Flucht Crippens beweise an und für sich
ir das Verbrechen gar nichts. Er habe sich lediglich mit
iner Gelieblen seinen Londoner Bekaun enlreise entzie
und in Amerika ein neues Leben begtnnten woilen
»vran ihn seine Verheiratäug nicht gehindert hätte. D—
eweise, die man gegen Dr. Crippen vorbringe, seien vo
tlen Dingen der Nauf von einer kleinen Vosis stark wr
uden Gistes, das die Aerzte in den ansgesundenen Le'
enteilen gesinden haben solen. Zweitens stütze sich d'
intlage gegen Crippen auf eine 17 Zentimeer lange Nar
e, die man an ihm vorfand. Man vbehaupiet, daß Crip⸗
en bei der Ermordung einen Kampf mit seinem Opfer
estanden und dabei eine Verletzung erhalten habe. Da—
egen ertlären die Freunde der Bel Elmore, daß sich Frau
rippen einer Operation unterzogen habe und wahrschen⸗
ch an den Folgen dieser Operation gestorben sei.
.Bergruisch. Das Dorf Abanilla in der Provinz
urcia (Spanien) wurde durch einen Bergrutsch verschüt⸗
. Eine Anzahl von Personen, darunter eine Mutter
uͤt esnem zweijährigen Kind, wurden nach 309 Stunden
bend gerettet. Zehn Tote sollen unter den Trümmern
egen.
Opfer des Hochwassers. Im rumänischen Departe—
ent Mehedintz' sind bei der letzten Hochwasserkatastrophe
3 Menschen uͤmgekommen und eine Anzahl Haͤuser ein—
estürzt. Die Ernte ist vernichiet.
Biord. Nach einem Telegramm aus Wilkes Barre if
je dortige Bevoͤlkerung wegen eines auf dem Kirchhofe
er Stadi begangenen Mordes in großer Aufregung. Ein
ewiffer John Walter ist vor dem Sarge seiner Tochter
on seinen beiden Brüdern Georg und Andreas Wadtker
schossen worden. Die Molive der Tat scheinen in einem
anulienzwist zu suchen zu sein. Die Polizei nimmt an
aß die beiden Mörder Komplizen gehabt haben.
— —
24.375 D zer 3253
uftichisf „Zeppelin 6“verbrannt.
Baven-Baden, 14. Septenber.
Das Lufischiss „Zeppernm 6“ ist heute nachmitiag 334
ihr infolge Sphlosion des hinteren Mo—
ors beim Ausocssern des Molordeeltö, der ihm zu
dückkehr von der Fahrt nach Heilhprouun gewungen hatte
otal verbraknt. Die Halte int unverlebt. Mehrere Ar—
eiter erlitten Braudwunden. — Eine spätere Meldungç
esagt weiter: Von der Führung des Lufischisses wirt
em Süddeutschen Korresp.Bureau folgendes gemeidet:
das Feuer ist dadurch entstanden, daß beim Reinigen des
Notors mit Benzin, das sich naturgemäß in ofsenen Be—
ältern besindet, eine Expiosion ersolgte. Tie Flammen
hlugen hoch, wobei das Lujstschiff Feuer sing. In 10
Ninuten stand das ganze Luftschiff in Flammen. Auch
das Gerippe ist zerstört. Es ist nichts übrig geblieben,
ils die beiden Motore. Verletzt ist ein Hilssarbeiter und
in Manteur, aber nicht lebensgefährlich. —
— — ůιιιν
BadenBaden, 14. Sept. Soeben komme ich von der
»eppelinhalle in Oos zurück. Der schmucke, in Ziegelfach—
»erk mit großen Glasfenstern errichtete Bau erscheint auf
en ersten Blick unverletzt. Nur einige schwarze Löcher im
jbestplatten der Vedachung weisen auf den Brand, der im
znnern stattgefunden hat. Das Lustschiff hatte heute vor—
nittag seine 35. Fahrt angetreten; es war noch eine
albe Stnnde zeitiger als beabsichtigt zurückgekehrt, weil
in ausgewechselter Kolben der Maschine in der hinteren
zondel einige Anstände zeigte. Da das Schiff in den
ächsten Tagen größere Reisen nach Franksurt und weiter
nntreten sollte, so wurde es einer größeren Reinigung der
zondeln und Maschinen mit Benzin unmittelbar nach der
dückkehr vorgenommen. Drei Stunden war man hiermit
eschäftigt, als das zur Reinigung benutzte Benzin aus noch
nbekannter Ursache Feuer fing. Zuerst schien es, als ob
ian den Brand, den nan durch Anwerfen von Sand zu
schen suchte, auf die Gondel beschränken könnte, aber
lötzlich griff die Flamme auf die Hülle über. Diese und
as Wasserstoffgas gerieten in Brand, und in wenigen
Ninuten war das stolze Schiff zerstört. Das Aluminium—
jerippe ist zwar durch Feuer nur wenig verletzt, aber na—
ürlich ganz in sich zusammengesunken und vollständig wrack.
die vordere Gondel ist kaum beschädigt; an der hinteren
ßondel sind die Wandungen zum Teil geschmolzen, weil
ort Benzin verbrannte. Von der Mannschaft wurden
eim Löschen leider vier durch Brandwunden verletzt, wie
ran hofft, keine lebensgefährlich. Die Baden-Badener
—— Die Gallfe ist arrch
m Innern unversehrt; nur einige Stellen in dem Asbest—
ach sind durch die große Hitze ausgebrannt. So ist ganz
mabhängig vom System auch dieser stolze Zeppelin durch
es Schiecklsals Tücke zugrunde gegangen. Der Vorfall ist
im so bedauerlicher und um so härter sür die Delag, als
»ie bisherigen 35 Fahrten, aus denen über 3000 kim. zu—
ickgelegt wurden, glatt und tadellos sicher verlaufen :varen.
Baden-Baden, 15. Sept. Die zwei schwer verletzten
Monteure sind in das Krankenhaus gebracht worden. Di—
iktor Coßmann und Oberingenieur Dörr besinden sich in
Friedrichshafen. Das verbrannte Luftschisf war Eigentum
er Zeppelin-Baugesellschaft und von der Delag um eine
sohe Summe gechartet wurden. Die „Deuischland“, der
Ersatz für das verunglüeckte Passagierlustschiff, ist im Bau
hegriffen und wird im Oktober ihre erste Probesahrt
nachen. Passagierfahrten finden in diesem Jahre nicht
nehr statt. Die „Deutschland“ wird wie auch ihre
Zorgängern in Düsseldorf stattioniert
Lokales und Vermischtes.
Die fiskalischen Grubenverwaltungen werden auch
diesem Jahre wieder für die ihnen unterstellten Beleg—
haften die Kartoffeln im Großen beziehen und di-Beträge
ierfür in mehreren Raten vom Lohne abziehen. Mit Rück—
icht auf die ungünstige Zeit sollen die einzelnen Raten auf
Vunsch der Arbeiter kleiner wie sonst festgesetzt, alo eine
ängere Zahlungsfrist gewährt werden.
Die Straßenbahn fährt seit heute früh nach einen
inderen Fahrplan. Wie, das kann man bei dem Straßen—
»ahnpersonal erfahren — wenn diese es selbst wissen! Das
publikum ist bis jetzt noch durch keinerlei Mitteilung davor
n Kenntnis gesetzt worden, daß und wie die Aederunger
des Fahrplanes sind. Wie haben bis jetzt auch noch keine
Ahnung davon
Großen Erfolg hat der Tudweiler Polizeihund „Lord“
»em Herrn Verwalungsseketär Kopp von hier gehörig, zu
erzeichnen.
Gestern wurde im hiesigen Walde in der Nähe des
zchiededornschachtes ein ca 5 mm. hoher Buchenbaum ge—
daltsam ausgerissen und entwendet. Eine heute Vormit—
ig vorgenommenen Haussuchung bei in Verdacht stehenden
zersonen war zuerst erfolglos. Erst nachdem der Polizei—
und „Lord“ hinzugenommen worden war, gelang es, die
diebe ausfindig zu machen. Der Hund nahm zuerst am
'atort Witterung und verfolgte sofort die Spur, die üb—
igens durch den starken Regen und den starken Verkehr in
er in Betracht kommenden Straße „alter Stadtweg“ fast
zänzlich verwischt war, bis in eines der nächsten Wohn—
—D00
inem Haufen Reisig im Keller zu Tage beförderte. Bei
»em Dieb wurden noch mehrere Gegenstände, über deren
erwerb er sich nicht anszuweisen vermochte, vorgefunden
und hat nunmehr, auf diese Weise der Tat überführt, den
diebstahl eingestanden. Eine wirklich großartige Bravour—
istung des „Lord“. „Lord“, der übrigens schon mehrere
scher Leistungen vollführt hat und sich auch sonst schon in
ihmlichster Weise hervortat, dürfte der hiesigen Polizeiver—
altung noch oft zu großen Erfolgen dienen und sei daher
iermit den Spitzbuben pp. auf das Nachdrück—
chste zur Warnung empfohlen.
Die drei jüngsten kaiserlichen Prinzen. Wie die
Inf.“ erfährt, wird Prinz August Wilhelm, der anfäng—
ich sie Referendarenexamen in diesem Herbst ablegen wollte,
dasselbe erst im Laufe des nächsten Jahres machen. Der
Prinz wird ein weiteres Semester an der Berliner Universi—
ät sludieren, wo Professor Stampo als Hauptleiter des
Ausbildungsganges tätig ist. Außer ihm üben die Pro—
essoren Martin Wolff, Kahl und Smend (Greifswald) eine
dehrtätigkeit bei dem Prinzen aus. Der letztgenannte Pro—
essor ist berusen, überẽ Kirchenrecht vorzutragen. Prinz
Zskar von Preußen, der Oberleutnant beim ersten Garde—
degiment zu Fuß ist, ist vonr 1. Oktober ab zur Dienst—
»istung bei den Pasewalker Kürassieren kommandiert worden.
der jüngste Sohn des Kaiserpaares, Prinz Joachim von
reußen, wird in den nächsten Tagen seine Abturienten—
rüfung in Plön ablegen und demnächst seine Offizier—
rüfung machen. Voraussichtlich wird er dann ein Jahr
Rienst beim ersten Garderegiment tun und dann zum
lniversitätssudium übergehen.
(Gm — hm') Ach, die Ehe verwandelt alles in Prosa,
Us Betty noch meine Braut war, sah sie mich schwär—
ierisch an und bestellte sich „Spiegeleier“, jetzt fixiert sie
nich spöttisch und läß: sich „Ochsenaugen“ kommen!
Strenger Winter in Sicht. Von meteorologischer
Zeite wird mitgeteilt, daß der Winter 1910-11 sehr streng
verden dürfte. Die Annahme stützt sich hauptsächlich da—
rauf, daß das Polareis schon in der zweiten Hälfte des
Juli so weit nach Süden vorgedrungen war, daß die
Westküste Spitzbergens von den Touristendampfern nicht
nehr erreicht werden konnte. Im Anfang des besonders
iilden Winters 1897—98 kam z. B. noch im November
ine Expediton ungehindert nach Spitzbergen und konnte
ort bis zum 21. November verweilen. Daß schon in der
weiten Hälfte des Juli das Packeis die Fjorde Spitzbergens
esetzt hat, wie in diesenn Jahre 34 Esunm ie zuvor da—
zewesen.
Gegen die Wohnungsfeuchtigkeit. Mit dem Eintritt
er rauheren und feuchten Jahreszeit wird vielfach die
Vahrnehmung gemacht, daß sich in den Wohnungen Feuch—
gkeit zeigt, die meist von sJunrichtiger Behandlung,
hlechter Lüflung, Wäschekochen, Waschen und Trocknen
den Wohnungen usw. herrührt. Es wird daher Mie—
ern und Vermietern dringend anempfohlen, vor allem sür
ine gründliche Durchlüstung der Wohnräume zu sorgen.
das Waschen und Wäschetrocknen in den Wohnungen ist
nöglichst zu unterlassen. So lange es die Witterung ge—
tattet, halte man die Fenster offen, mindestens aber sollen
die obern Fensterflügel ein wenig geöffnet sein, damit etwa
»orhandene Wasserdämpfe und Ausdünstungen abziehen
ind sich nicht an den Wänden und Fenstern niederschlagen.
önnen. Bei etwaigem Waschen in den Küchen ist das
Fenster unbedingt oben zu öffnen und die Küchentür zu
hließen. Bei nebligem Wetter ist es ratsam, die Fenster
eschlossen zu halten und nur von Zeit zu Zeit durchzu—
iften. Bei richtiger Behandlung der Mohnungen werden
»Nspielige Herstellungen vermieden.
Cholera und Aberglaube. Trotz aller energischen
Zekämpfung ist die Cholera in Apulien noch keineswegs
um Erlöschen gebracht worden, und sie findet einen Bun—
esgenossen in dem Aberglauben der Bevölkerung, die in
hrem Schrecken doch weniger Angst vor der Krankheit als
'or dem Hospital hat. Jeder Kranke, der den Keim der
urchtbaren Seuche in sich fühlt, hat nur die eine Bitte an
eine Angehörigen: „Laßt mich hier sterben! Ruft nicht
den Arzt!“ Und die Verwandten geben sich oft genug wirk—
ich alle Mühe, den neuen Krankheitssall zu verheimlichen
ind den Leidenden mit gesegnetem Wasser zu heilen. Aber es
ibt auch, wie der Gazzetta die Popolo geschrieben wird.
ch quSoro Mittoöl nö dor föesfen UNeherrzenaung des
zolkes gegen die Cholera wirken, sie sogar ganz verhindern,
Nan braucht nur etwas Knoblauch am Halse zu tragen
ud man wird damit ein ganzes Heer von Mikroben in die
lucht schlagen. Völlig sicher ist auch ein Horn aus Koral—
nn oder Knochen als cinzige Borsichtsmaßregel in diesen
eiten der Epidemie. Das Unheil verbreitet sich nicht etwo
uͤrch verdorbene Melonen oder durch schmutzige Lappen,
ie die Aerzte das behaupten, sondern vor allem durch der
bösen Blick“. Man kennt ja eine ganze Anzahl solcher
eute mit bösem Blick und mau kann ihnen aus dem Wege
ehen, wenn man sie nur von fern erblickt; aber das Uu—
zlück ist, doß man bei weitem nicht alle kennt, und gerade
diefen Cholerazeiten sieht man durch das Land gewisse
vestalten ziehen, von denen kriner weiß, wo sie so plötzlich
ergekommen sind. Sie sehen verdächtig aus, haben eine
ewisse honigsüße Art und verstecken immer die Häude ..
Venn die Frauen eine solche gefahrbringende Erscheinung
ehen, sp ziltern sie vor Angst, pressen ihre Kinder an sich
ind flürzen eiligst fort in Türpsosten setzen sie eine Flasche
nit heiligem Manna und den geweihten Oelzweig. Wehe
denen, die zu öffnen wagten wenn jener Fremde klopft
inglück und Tod würden sosort ihren Einzug in das Haus
alten.
Saarbrücken, 14. Sept. Ueberfahren von dent Wagen
ines Liesdorfer Bauern wurde am Montag abend ein 77
ahriger Pensionär in der Luisentalerstraße. Der alte Mann
rlitt einen Armbruch. Der Fuhrmann, der nach dem Un—
all auf seine Pferde einhieb, ist unerkannt entkommen.
(Sbr. Volksztg.)
Saarbrücken, 14. Sept. In der gestrigen Stadtver—
rdneten-Versammlung wurde beschlossen, den Veteranen,
delche bis 1200 M. Einkommen haben, eine Ehrengabe von
0 Ma zu bewilligen. Es dürsten etwa 100 Veteranen in
Frage kommen.
Saarbrücken, 14. Sept. Ausgeplündert wurde in der
Nacht von Montag zum Dienstag ein Bergmann, der von
auswärts hierher gekommen war und einen kleinen Bum—
nel machen wollte. Auf der Straße gesellten sich dann
wei Männer und ein Weib zu ihm und staäahlen ihm
»ährend der „anregenden“ Unterhaltung Uhr und Porteionnaie.
Der Bestohlene erstattete sofort Anzeige und
onnte die Uhr, die einer der Langfinger noch in der
dacht für wenige Groschen verkauft hatte, wieder aufge—
rieben werden. Die beiden Spitzbuben wurden festgenom—
nen und werden ihrer Strafe nicht entgehen.
Berus, 13. Sept. Schwer verunglückt ist am Sonntag
ibend der etwa 20jährige Bergmann Hoff von hier. Er
uhr gegen 10 Uhr mit seinem Rade von Saarlouis nach
»ause; als er hinter Neuforweiler den steilen Weg hinunter
ahren wollte, verlovr er die Herrschaft über sein Rad und
auste mit voller Wucht gegen einen Baum, wo er sich den
Schädel spaltete und die Nase brach. In diesem Zustande
vurde er einige Zeit später von Passanten aufgefundeun.
Man brachte den Schwerverletzten nach dem nächsten Hause,
vo ihm ärztliche Hilse zuteil wurde. An seinem Aufkom—
nen wird gezweifelt. (Sbr. Volksz.)
Schwarzenholz, 13. Sept. Gestern wurde die von
»em Markte in Puͤttlingen mit ihrem Fuhrwerk heimkeh—
ende Händlerin Wwe. Schäfer aus Saarwellingen in dem
berhalb des Dorfes gelegenen Forst von einem Strolch
igehalten. Der Unhold erpreßte von der ziemlich bejahr—
en Frau etwa 150 Mk. und drohte ihr dabei unter Vor—
saltung eines Beiles mit' Totschlagen, wenn sie einen Laut
on sich gebe. Die Frau und ihr Begleiter — eine jüngere
Frauensperson und Kinder — wagten deshalb nicht, um
zilfe zu rufen, was allerdings in dem einsamen Wald auch
iemlich zwecklos gewesen wäre. Der Täter verlchwand.
achdem er den ganzen Wagen durchsucht hatte, mit seiner
zeute unerkannt im Walde. Die Frauen wollen den
ßauner bei Gegenüberstellung wieder erkennen. (Sbr. Vsz.)
Grube Heinitz, 14. Sept. Dieser Tage kam ein mit
wei Pferden bespannter Lastwagen auf dem zwischen den
ztumm'schen Weihern gelegenen Damm ins Rutschen und
türzte in den zirka 8 Meter tiefen Weiher. Eins der
ßserde ertrank, das zweite konnte gerettet werden. Der
enker des Wonon ο Norsoh; -- ν )r—εοα
Neueste Nachrichten und Telegramme
Dortmund, 13. Sept. Der Kaufmannslehrling Appel—
aus versuchte, auf seinem Dienstherrn gestohlenen Scheck
O00 M. zu erheben. Als er das Geld nicht erhielt, flüch—
ete er mit 2000 M., die er zur Vank bringen sollte.
Bremen, 14. Der Schnelldampfer „Kronprinzessin Ce—
ilie“ der Lloyd-Linie legle die 3049 Seemeilen lange Strecke
»on Cherburg nach dem „Amberose-Cannon“-Feuerschiff in
Tagen, 10 Stunden und 22 Minuten, und zwar mit einer
ßeschwindigkeit von 13,9 Seemeilen zurück. Das ist die
veste Leistung in bezug auf Geschwindiakeit, die ein deutschen
Dampfer je erreichte.
Mülhausen, 14. Sept. Gestern abend gegen 12 Uhr
am in einem Seitenbau der Kaserne des zurzeit in den
Manövern abwesenden 142. Infanterie-Regiments Feuer
us, das das ganze Gebäude, in welchem sich die Unter—
fiizierspeisesäle befanden, in Asche legte. Erst heute Mor—
gen gegen 7 Uhr konnte die Feuerwehr nach beendigter Ar—
zeit abrücken. Bei den Löscharbeiten ist ein Feuerwehrmann
»erunglückt, indem er in eine ungedeckte Kanalöffnung fiel
ind innere Verletzungen davontrug. Daos Feuer soll in
»er Kantinenküche entstanden sein. F
Kassel, 14. Sept. Bei den Arbeiten an der Drahiseil—
»ahn über die Sperrmauer der Eddertalsperre sind drei
Monteure der Drahtseilfabrik Lugwig Heise aus Dortmund
ibgestürzt. Die Monteure Graf und Schön sind tot, der
Nonteur Miedlich ist schwer verletzt.
Neu⸗Ruppin, 15. Sept. Mannschaften der 2. Batterie
es Feldartillerie-Regiment 39 hatten bel dem Dorfe
Netzelheim nach eiuner Ubung eben abgesessen, die Offiziere
daren zur Kritik geritten, als ein Pferd seinen Futter—
asten in die Höhe warf. Dabei scheute ein Nebenpserd
ind ging durch. Alle Pferde der Batterie folgten mit den
zeschutzen und rissen die Kanoniere zu Boden, die die
eferde aufzuhalten versuchten. Fünf Soldaten wurden
chwer verletzt und ins Krankenhaus nach Neu-Ruppin ge—
racht. Ein unbekannter Zivilist starb auf dem Mene nr
trrankenhause.
Jessau, 14. Sept. Bei dem gestern in Anhalt nieder—
Jgegangenen Gewitter erschlug der Blitz in dem Dorf'
Tlsnigk einen vom Felde heimkehrenden Geschirrführer
»etäubte die Pferde und mehrere Personen. In Röpau
uhr ein Blitz in eine arosie Gutsscheune. die eingeäscher
vurde.
Brüssel, 15. Sept. Die hiesige Polizei fahndet eisrig
iach Dieben, welche einer deutschen Frau Reissig aus
Leipzig aus einem Handkoffer, den sie im Gepäckraum des
Bruͤsseler Nordbahnhoss hinterlegt hatte, Juwelen im Werte
»on 40 000 FIrks. gestohlen haben. Fran Reissig stellte
den Diebstahl erst fest, als sie in Leipzig eingetrofftn war
ie ist am Samstag nach Brüssel abgereist.
Madrid, 14. Sept. Die Ortschaft Abeanilla in der
Provinz Murcura wurde durch einen Bergrutsch verschüttet
rine Anzahl von Personen, darunter eine Mutter mi
inem zweijährigen Kind, wurden nach 30 Stunden lebend
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