Full text : Dudweiler Zeitung

Nummer 213.
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* 7 —— —n 3 13 46 * 22 — * * J 3 9 * J
Erslheint * — * J — 3 J 5 8 * — Anzeigen
ssiq; vit Ausnahme der Sonn· und 2 9— — 4 —* 2 3 5 —— ——— — kostzn 10 4 pro Ghspaltig Petitzeit
Feiertage. Moh öga 2* — —2 — —— 4 6 auswäriige 15 4

Mittwoch, den 14. September 1010.

23. Jahrganq

Amfsiches Pubsikatlonsorgan
——R fur die Bürgermeisterei Dudweiler.
nonatlich 70 frei ins Haus
Jebracht, —
vei der Post bestellt 2.20 vierteljaͤhrlich. Fernsprech⸗Auschluß Saarbrüchen Nr. 690, 269, 260 4. 1241
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der Abennent ist mit 300 Mugegen Ted durch Unfall bei der Rürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall in binnen einer Woche nach Eintritt der Nurnberger LebensnerschervnzseBank anzuzeigen, auch muß sih der Berletzte innerhalb 20 Sturden nag dem Anfal in arztliche Behandlung begeben. Todesfälle massen so
* — —— o — spütestend aber ingerbalb a8 Stunden nam vem Eintritt zur Anmeidnng gebracht werden. Ueber die KRarausseßzung der Ne⸗—ea aeben die Rersichernnasbedinzunzgen Aufschlaßß, die von Vertale oder von der Rürnbderger vepenmercerunteent zu brzienen ñinid — 0 — e
— — — — 2
—E ——
ernstehe, und daß die Regierung gegen die perjénliche jacher Begeitung ert zen u. d'e be dan Asier ntren dan,
Ausicht des lünfigen Prösibdenren hanbeen würre wenn nach SZhönbrann. NAnf der Garen eite des Zplesie
ie den Plan weiter verfolge. sindet of itieter Empfang durhedie Shitzen, dar Pehörder
Die“ Haanmn delatemer Mänchen beichtjtin e tt. edant wird er ein die etinne
iich in ihrer lebten Zißung mit der Frade der onur— mno die Herieg n von Hobenera bearüen uns „odant
eeuzklausel der Handelsangestellren. DTabre' d Min siet und ohersten enarten emprangen, Unt
onide der Anstag des Aunsschuses der Bbins unas ehnth r ni tagg ndet Zeennnen sugtt. Wn achunttogewi
nd dlechn sehen Dngetettens sotte ede düttenzin der Sgier Ben a en un 7 er zze in
ei veale erben müt ätlten Zuümmen gegen jene dere u endeer en Shörtraun n r end en
ehilsenaschuhnüsatiever ab elehnin. Dane ercürtn le eerzos Fugnz ee mond n wedee an
ie Mitgsieder dieses Russchusses, sich an der welerei ee. der Ralser Wiselun Se ohnen zied, it de
Zeralung des Entwurses micht metzr beteltigen zu ten i vorrttaas esienuiat Riser nitbelm im Rahaus da
en Gezen die Faffung des Einiwurses wnde ven der Bus von Bessessor Mattch, die Hulgiguna der, dutee
dammer mit Rusnahme einiger mentaer velangleser Ren Rürsten darst end. Unl. 1Utne nachmetage ist Dozcnn.
nusen felne ESrinnerune erhobe eim Volschaster von Aschirsceky, umn 3 Uhr nachnitteag
Besuch der Jaadaussteltunz uisd um T Unr aeends Hor
asel in Schönbrunn. Um 9 Ulr 20 Min ersolet
Ubfabert des NRaisers von Vahnbof PRenzing.
Sowohl im Wiener Ohberschosmeisteramut und Minmiste
ium des Neußern wie auch an kompetenter ungarische
Ztelle wird erkläri, daß von einer Ahsicht des deutiche
taisers, den Jagdausshig nach Bessne anizugeben oder
varciehen bictier nichte befonnf

Mit zwei Bellagen: —4amen
Sonnfagsblaft und beitere Blätter. c0 4 pro Aspalsige Varitzelle

Roosevelt als Socialpolitiker.
SBvSgiet, die Stimmen der Arberer auf die republi
anische Seite zu ziehen — kein Wunder, daß Roosevelt
Jer als größter Agitator für die kommenden Kongreß
vahlen auftritt, nicht nur dann und wann eine soziale
qoie in seine Kampfrede bringt, sondern auch direkt so—
jalpolitische Speechs hält. Der von Fargo war en sol—
zer, denn er untersuchte das ganze Arbeiterproblem der
zerein gten Staaten, und da auch Europa an der Gestal—
ug der amerikanischen Arbestsverhältnisse in hohem Maße
nteressiert ist, lohnt sich ein Eingehen auf seine Rede.
Er begann mit der Konstatierung, daß der wunder—
are Fortschritt in wirtschaftlicher Hinsicht, der während
xs 19. Jahrhunderts eintrat, auf die Nation soziale
nd politische Probleme von der größten Wichtigkeit ge—
»orfen habe. Die dringlichsten beträfen nicht die materele
zroduktion des Reichtums, sondern seine Verteilung, und
as Verlangen nach Fortichritt habe nicht so sehr mit den
jaterie len, sondern mit den moralischen und ethlichen
zaltorcn der Zivilisation zu tun.
„Unser Grun problem“, sagse Roosevelt, „ist, dafür zu
argen, daß die wunderbar vermehrlen Produtionaträfte,
ie uns das 19. Jahrhundert hintecließ, im zwanzigsten
zahrhundert so verwendet werden, daß sie zum Nutzen
er Vielen, nicht der Wenigen verwendet werden.“
FKoosevelt suhr mit der Erwägung fort, was durch
Organisation und durch die Regierung ausgeführt
erden könnte, indem er bemerkte, daß die Löhne und
ndere sehr wichtige Arbeitsbedingungen außerhalb der
egierungskontrolle bseiben müsßtten und durch freien
ontralt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu re—
eln seien. Jedoch der Versuch, das lediglich der indivi—
uellen Aktion zu überlassen, bedeute die absolute Zerstör—
ing des Indiv dualismus setber, es sei unbedingt not—
endig, daß hier äine organisterte Kollckaivakltion einsete.
58 gaͤbe da und dort Beschäftigungen, wo es nicht not—
»endig erscheine, aber im allgemenen gesprochen sei es
ötig, durch die ganze große Welt der organisierten In—
uftrie. Die Kollektivverhandlungen durch die Trade Unions
ien im vergangenen Jahrhundert eine der mächtigsten
räfte zur Sicherung des Fortschrittes der Arbeiter und
zialen Fortschrittes der Menschheit gewesen. Die Arbei—
rorganisationen hätten natürlich, wie alle menschlichen
inftiiutionen, ihre Schwächen und Mängel. Alle von ih—
en hätten gelegentlich Fehler gemacht, und manche hät—
m direkt Unrecht getan.
Die nächsten drei Jahrzehnte werden politisch bedeut—
am sein, meint Roosevelt, aber in der Arbeiterbewegung
erde sich das Wichtigste an Ereignissen vollziehen. Er
ing dann zum Streik über und sagte: „Leichssinn bei der
zrovozierung des Streits auf der einen oder andern Seite
pird vom Publikum mehr und mehr herausgefunden. Die
lusstände sind manchmal notwendig, sie stellen dann den
inzigen ·Weg dar, durch den es nach Erschöpsung aller
nderen Mitiel dem Arbeiter möglich ist, zu seinem Rechte
u gelangen. Es muß aber klar ausgesprochen werden,
aß ein Streik die ultima ratio ist.. . Das Publikum
mypathisiert herzlich mit jeder Bewegung für eine gute
ebenshaltung und ermäßigte Arbeitsdauer. Ich persön—
ich glaube an den Achtstunden-Tag und später an 7 Siun—
»en... Wenn der Streik deutlich für Dinge unternom—
nen ist, die unbedingt notwendig sind, und dann als letz—
es Miitel, wird die öffentliche Sympathie die Lohnarbei—
er unterstützen, sie wird das aber nicht ium, wenn dicse
zedingungen nicht erfüllt sind. Daher wird es immer
ichtiger, daß in der Arbeiterbewegung sich eine weit—
lickende Führerschaft mit Disziplin und Kontrolle in den
stitgliederreihen paart. Unehrliche Führerschaft ist in Ame—
ila im Schwung und nirgends größer als in der Arbei—
erbewegung. Wenn es eine Lektion gibt, die ich meinen
zandsleuten geben will, ist es die, den unehrlichen Mann
uszuschalten, in welcher Position er sich auch befinden
röge.“
Der letzte Teil des Rooseveltschen Speeches —B
iem Appell für Sicherheit und gesunde Bedingungen bei
er Arbeit gewidmet, ein Gebiet, das dem Bunde und den
tinzelstaaten ein reiches gesetzgeberisches Feid biese. Roo—
eveit versangte eine ioziale Gesekgesnenag nach dom Mustb
5

— — — r
Volitische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Zum Nachfolger des sächsischen Finanzministers Dr. v
stüger wurde vom König der Ministerialdirektor des Fi—
ianzministeriums Ernst August Kurt von Seydewitz er—
annt. Seydewitz gehört dem Finanzministerium seit 20
Fahren an als Beamter. — Der neuernannte Finanzministen
son Seydewitz gehört einem alten sächsischen Adelsge
chlecht an und ist jetzt etwa sechzig Jahre alt. Er ist in
illen Details des sächsischen Finanzwesens außerordent
ich erfahren, namentlich im Eisenbahnwesen. Auf diesen
gebiet hat er bei der Einführnng der Güterwagengemein
chaft vorzügliches geleistet und wird aus diesem und an
eren Gründen in Berlin sehr geschätzt. Die Finanzpoli
it Rügers stützte sich namentlich auf die sachliche Erfah
ung und die Arbeiten der Geheimräte von Seydewitz unñt
Zchröder. Politisch ist der neue Minister wenig hervorge
reien. Er ist im Landtage ein sachlicher Debatter mi
irbanen Formen, weiß jedoch auch Angrifse scharf zur iel
uweisen. Er ist rechtstkonservativ und wird im ailgeniei—
ien die Rügersche Politit weiterführen.
* Die Reichsregterung hat die Anstesung ven Eruitte
u übder die Fris btrucrung beschlossen. Gin rsu—
An unm Vorermittelungen ist vom Reiche ausßs an die
Bandesstaalen ergangen. Die Ermittelungen dürften in
der zweiten Hälfte des Oktober beendet sein.
* Zum preußischen Feuerbestattungsgeseß wird
nigegen den letzten Meldungen von rechtsstehender parla—
rentarischer Seite mitgeteilt, daß die Einbringung eines
usbezüglichen Gesetzentwurfes für die nächste Landtags—
iston nach einer Mitteilung der betreffenden Ressorts kaum
u erwarten sei. Der neue Minister des Innern will ersi
nit den Parteien des Landtages über die Frage der
Feuerbestattung Fühlung nehmen, da er eine Vorlage
ur dann unterbreiten will, wenn sie Aussicht auf An—
ahme im Landtage hat.
* Unter starker Beteiligung aus allen Teilen des Reichs—
ostgebietes trat der 20. Verbandstag des Verbandes
rittlerer Reichspost- und Telegraphenbeamter in Ber—
in zusammen. In seiner Begrüßungsansprache gedachte
er Vorsitende auch des Falles Zohlitech und
»rach dem gemaßregelten Zollitsch das tiefste Mitgefüh!
es Verbandstages aus. Sein Name stehe tief in die
jeschichte der gesamten Beamtenbewegung kingetragen.
luch in der ersten Plenarsitzuug wurde von dem Referen—
en der ungünstige Ausgang des Disziplinarverfahrens ge
en den früheren ersten Vorsitzenden des Verbandes Zol
itsch als ein herbes Mißgeschick für den ganzen Verband
ezeichnet. In der Hauptsache botraf die Verhandlung der
rsten Sitzung interne Mersandäee und Berufcanodelegen—
eiten.
* Der „Temps“ entnimmt der Zeitung „Le Bresil“ ei—
ige Mitterlungen über die Entiendung drutscher Justruk—
eure für d'e brasilianische Armese. Ein deut—
her Ofsizier habe erzählt, daß in verschiedenen Garniso—
en Offiziere zur Mesdruug für die Mission aufgeforder
vorden se'en. Er selbst babe sich in die Liste eingezeich—
et, die bereiis zahlreiche Namen aus auberen Garniso—
ien enthalte. „Le Bresil“ fügt dieser Misteslung hinzu,
»aß die Mission aus einem Oberst, zwei Hauptleuten und
ieun Leistnens und Unteroffizieren bestehen solle. Ed
une 2Buuf 5 tinteste verüecert werden d— n

Frankreich.
*᷑ Nach Mitteilengen der Pariser Presse soll der ver—
Jjangene Sonntag ein Tag des Erfolges für di
Luftschiffahrt gewesen sein. Vier ManzbaerAero,
lane trasen pünktlich im Lager ven Granduiitiers ein,
Ind der Lenkballon Clenent Vayard, der um 11 uAhr 11
YNin ten in den Lüften erschien, hatie schon eine Stunde
orher drahtlos seine Anlunst angezeigt. Dieser lehte Er—
olg wird von den militärischen sKorrespondenten der Zei—
ungen noch höher eingeschätzt als die glückkichen Fahrten
zer Aeroplaue. Wenn ein lenkbares Lujseschiss in beständi—
dem Kontakt mit der Trußnenseitung zu bleiben vermag,
ann es naitürlich im Kriegsfalle die größlen Diensie lei—
ten. Es soll nach den Ersolgen des Clement Bahyard in
jar schon die Möglichkeit erwogen werden, auch die Bero
lane mit Apparaten für drabsose Telearanhie zu ver
ahen

—W 2
25. Deutscher Weiubauksngree
Die geichästlichen Berhandsanzen des in Cohm
E. tagenden 25. Deutchen Weintbausongresses, zu des
die Stadt umfnareiche sestliche Veranstallungen arrab.
ziert hat. eröffneee ein Vortrag von Aroseissor Huiisch
dolmar über die Erziebung der setther hanpisächtich bofe
um Ausschan kommenven ündeuschen Weine zu «—t—
enwvelnen. Wenraulebter Mattern Miunhen verrat i
ineut zweitru Vererag die Richt, daß eine meitere Ein
iclrensung des derischen eniiaues in ebebtiinent Maß
aum noch mißlich sei, un) warnte vor der ertensive
Wirtschaftsweise als Huiptauelke von Bihersolgden de—
Weinbenes. Beinra ienliem intenstaen Dier'eb sowohl jü
den Qualitats, wie für den Auantitürabean sei seizr wohz
ine bestiedinende Rente, wenn nicht gor eine Erhöhnn,
der im Werndan insest erten Massotalmerte eretenr, Tie
Auschauung ntine hoch viel mer ais bikver neneittec
die Areise der Rieinwinzer eindringen.
Ruf der ant ontag abebastenen Generatnerfamn
In des deuttrben Wein incteens teilt der Vorfitenn,
Dr. Becschl-ædeidesbelul, mit, daß das neue Weingees sie
mimer mehr einlebe, nadhem vie audern Ziagten ähntich
Bestimmungen erlassen haßen Die Mitaltederzahl des wer
eins ist enwas zursekgegangen und beträgt nicht ganz, 8046
Der Berein will sein Hauptangenmert auf Fördernung do.
dentschen Weinabsakbes in England richen Die Jahre«
hilanz schließt mit 12880 M. im Einngbne und Ausgatie
Fur den nüchstiäßrinen Rongreß ist einstwellen vn.
in Aussicht genommen, der übpernächtte indet beiti miné
bei rrpr staet

England.
* In der Whilesand Bay fiuden fortgesebt Schieße
ersuche der Artillerie gegan fliegende Trachensstat,
velche Aeroͤpsane und vent dal!aps darstellen sollen. Die
zielscheiben sind an einem Kriessschiff festaemacht, das mi
iller Schnelligkeit losfährt. Einer am Lande befindlichep
zaubitzenbatterie gelang es, eines dieser Ziele in einer
entfernung von zwei Maklen in einer Höhe von 4000 Me—
An20r8r⸗

Griechenland.
*Die von SZaloniki aus verbreitete Nachricht über eint
Verstärkung der griechischen Truppen an de
Brenze ist un begründet. Im Gegenteil wird ge—
meldet, daß die türkischen Truppen, die sich in Albanier
befanden, jüngst in Monastir zusammengezogen wurden
und heimlich an die griechische Grenze gesandt worder
sind. Man weiß auch nichts von Zusammenstößen, di—
zwischen türkischen Truppen und griechifschen Banden ar
der Grenze stattgefunden haben sollen. Es besteht keine
griechische Bande; man boahrichtigt nicht in ein enach—
zgrtes Laud einzubrechen

Tuͤrkei.
* Der Minister des Aeußern Rifaat leukte die Auf
lerlsamtkeit der Schutzmächte quf den Umstand, daß der
— —
igkeit in Kreta aufzugeben. Die Botschafter 2
Zchutzmächte versicherten Rifaat, daß sie in dem Fal⸗e
nergisch einschreiten uund zu verhindern wissen werden
»aß Polygeorgis als Deputierier am ariecichen Varid
nent teisue

—
Aus Wen⸗ und Gud⸗Deutshlaud
*Gölu, 13. Zepibr. (3wwei mas? erte zuat
ber) wurden in einenm Haute in Häbensergs bei u
von einer Frau üderrascht. Ais die Fran Läärm ichtu,
fenerten die irechen Gindringtinge merrere Redoien ri:
auf sie ab, die aber geeckliek erwokse nnt traken. Ais d
Hilseruse und die Schusse eitlen Menner aus der Nacht
barschaft herbei, vor denen die Räuber stitchseten. Taduth
daß sie ausf die Versolger fortwährend schoössen, gewanne
sie einen erheblichen Vorsprung. Man ließ sie aber nie
zus den Augen und solgte ihnen durch das Feld bis
die Nähe von Hollvelde, wo sie sich in einem Strohbha
ren verfteckten. Ein Poligeilnmmissgr, deni niehrere VB
amte zur Seite standen, nahm sie dort fest. Es sind zu
arbeitsschene Burschen im Alter vou 18 bezw. 21 Va
ren aus Köln und Ehrensend. Bei ihnen fand man Ei
bruchswerkzeug und zivei Revolver netest 50) Patreneu.
* Gelsenkirchen, 13. Sepier. Alug hüsck 4fal
Auf Schacht 1 der Zeche „Nonsotidatien“ Plaszen
dampfrohr. Durch die ausströmenden beißen Dämpfe
in Arbeiter getötet, ein añnderer lebensgefährtich vert.
vorden; ein dritter erlitt schwere Rrandypunten Baune
—

Marokko.
*zAus Fez wird gemieldet, daß der als franzo—
enfreundlich geltende frühere Minister des NAeußerun, Si—
LissacBenOmar beim Sultaäan vollständig in Un—
made gesallen und seiner Stellung als Aani de des Abda
tammes enthoben worden sje
Kaiser Wilhelms Besuch in Wien.
Fuür den Aufenthalt des deutschen Kaisers in Wien
vurde folgendes offizielle Programm bekanntgegeßen: Die
snkunft erfolgt am 20. September 69 Uhr vormittag⸗
uf dent Bahnhofe »uu GBeßendork Am WBohnsesio mear

⸗ — Inde — „Fit der Andreas mit ihr? Rasch. Fra—
en Sie nach.“
Um die Grafenkrone Fueeh kam zurück. „Andreas ist mit den Kutsch-1
 NaABiteL. ferden nach der Schmiede, Frau Gräfin — Mills hat den
J zerrn Grafen im Einspänner nach dem Bahnhof gefahren.
5s sind Pferde angekommen und es ist auf dem Transport
twas passiert. — Es kam eine Depesche.“
„So ist die Komtesse allein!! — Suchen Sie mir den
Inspektor — lassen Sie durch irgend jemand die Reitwege
bsuchen. Ich bin in Todesangst — Friedrich — daß der
domtesse etwas passiert ist.“
„Frau Gräfin brauchen sich, glaube ich, nicht zu ängsti—
jen,“ sagte der alte Mann mitleidig. „Das Pferd war
licht der heftige Braune, es war die alte Stute vom Herrn
hrafen — und die Wege sind so sicher. Aber ich will gehen
ind Leute schicken, wenn Frau Gräfin —“
„Ja, ja. Vor allen Dingen den Inspektor. Er soll ihr
ach — er soll —“ Rasch ließ sie sich in einem der großen
ederstühle nieder, die Kraft verließ sie. Sicher schien es
er nun, daß Astrid unzurcchnungsfähig handelte, nerven—
'ank war — das sie es schon heute früh — schon gestern in
rem ganzen ercentrischen, lebhaften Wesen gewesen war.
inen Moment legte sie den Kopf aurück und schsloß die
lugen.
Bestürzt trat Friedrich näher.
Aber sie winkte ihm heftig, sich zu enftfernen. Dann
affte sie sich auf d mit stein, stasaem Schritt begab sie
ch in ihr Mrihbne

icht geben konnte. Wer weiß, was auf, ihren Brief an den
Zrinzen erfolate!— Nein — „sie mußte ihn wo anders
prechen. Im Walde? — Auf einem Ritt? — Bei ihm im
NFägerhause? —
Danum mit rascher, entichlsssener Bewegung ein Puck an
ser Klingel. Mills erichien, Friedrich war im Toiletten—
mmer beim Herrn Grafen beschäitiet Zattot w:c
„Sehr wohl. Aber Herr Graf wollen ausfahren minn
mir.“ Ich kann Komtesse nicht begleiten.“ Ein Zeuchten
glitt duͤrch Astrids Augen. „Tut nichts — lieber Mills
Ich minß hinaus. Ich habe Kopfschmerzen. Satteln Sie
ohne Auͤfsehen. — Frau Gräfin würde nicht gern sehen,
daß ich allein reite, aber ich muß hinaus. Der Schmergz in
zuheftig. Satteln Sie Papas alte Vineta — nicht den
————
vohl.“ — Und nun durch die graugrüne Dämmerung des
Waldes, im langsamen Schritt, sorgfältig umherspähend.
— Glänzende Nässe lag auf Blättern und Zweigen. Leise
tetig rieselte der Regen in das Moos und Gras — mi—
zintönigem Pochen auf die Blätter prallend. — Dit
Pfützen des Weges spritzten auf unter dem Hufschlag de—
Pferdes. — Astrid trug einen wasserdichten, kurzen Schul
erkragen mit Kapuze, die sie halb über ihre kleine Jokey
nütze gezogen, wie sie dies immer bei trübem, regendrohen—
dem Wetter am Sattel mitgeführt hatke. Nirgends —
wie sie auch spähte — konnte sie eine Spur von der An—
wesenheit des Geliebten entdecken. — Mein Simmed! Fin
Wagen hinter ihr. Ihr Vater! —
Der Graf läßt halten. Hoch erstaunt sieht er seine
Tochter vor sich. „Astrid — Kind — ganz allein zu Pferde?
Wo willst du denn hin? Weiß das deine Mutter?“
Ratlosigkeit und Verzweiflung erzeugen in einigen Na—
turen Gleichmut und Gelassenheit zuweilen, wenn sie auf
einen Punkt hinaufgeschraubt worden. wa kain Nor und
Zurück zu sein scheint.
„Mir war elend, Vater. Ich mußte hinaus. Mutter
weiß gar nichts. Sie hätte mich nicht gelassen.“ — „Kind
ind — mach nur keine Streiche!“ warnt der Graf gut—
nütig, das blaße, süße Gesichtchen unter der regennassen
zapuze betrachtend, wie sich die silbergoldigen Löckchen un—
interdrückbar kraus aus der feuchten Hülle an den Schlä—
en hervorstahlen. — „Gut, daß du die alte Vineta reites“
ind nicht deinen Braunen. Das ist wenigstens verständig.“
Astrid lacht. Ein sprödes, nervöses Auflachen. „Wo
ährst du hin, Vater?“ — „Zu Kern. Habe eine Depesche
om Bahnhofs-Inspektor. Malheur mit Pferden. Hätte
uch direkt an Kern depeschieren können.“ „Willst du die
Büte hahen und Horrn Gorn sagen, daß ich ihn zu sprocho—

wünsche, vielleicht zuischen Diner und Toe — acht bis neu,
Uhr —; da hat er am besten Zeit,“ sagte sie gleichgültig —
an den Zügeln ihres Kferdes spielend — doößs seicht henn
ruhigt war und zurücktrat.
„Kann ichs ihm nicht bestellen, was du von ihm will)
Kind? Es iit bart, siir ihn, wenn er tehmüde nach Hanf—
fonimt, ich falonmässing umtfeiden zu solten, min deine B
ehle beritich eutgegenzunelhmen,“ meint ier Vacer.
Mein. Ser. Es ist eine lauge Gefcticte.“ Wit dem
solben nactätinen Ton. Ter Graf drotet mit dem Finge
in liebevodem Ernst. „Ei, ei! Tunwinit ihn wohl wiede
zälen wegen der Reitbahn, von der er nichts wifsen wis
uis prattischen Gründen, mie ich dir schon sagte.“
„BReehr als das. — Nachher will ich auch mit di
prechen — oder — er selbst wird es tun,“ fügle fie mit i
heimlich kalter Entschlosseüheit hinzu. MNa' imn müsté
sttellen. Fahr zu, Mills.“
Sie wendet ihr Pferd und reitet nach Hanse.
Die Gräfin war soeben in ihr Zimmer gegangen un
Friedrich in den Hof, um den eitknecht auf die Sune ne—
der Konitesse zu schicken, als diese in den Hof einbog.
Der alte Diener war ganz glücklich darüber und schildert
sebhaft die Angst und Verweitlung von Frau GBräfin. —
Er wollte nun sofort die Ankuntt der Komtesse Fra
räfin melden. Aber Astrid bedeutöete ihm freumdlich da
fie das selbst fun mürdo und sofort au na n -.
nolle.
Frau Gräfin wären aber im Privateimmer. Das té
nichts. Sie würde selbst getzen — ummgcneldet. A6
vbar efwas SRtechaniches in der Art, wie Ntrid handelte un
sprach. — Es war, als triebe eine unerbittliche, fahte G
valt sie von Punkt zu Puntt, von Schritt zu Schrift vo
wärts. Sie haate sich nur amtredt an eanndninn ind e
und Ohren wohinin. —
In ibrent Rimmer lealte sie uur iheen denentrenen
und die ite, alättete iur Haor, das f eileiene
— DDDD
i r ae ald dean n zer, Vor er enehe
von Carlos bäge bear e ner kelenn e end eehy en
kaum zu enrarten
Teit leteeni zeiner percbte siegan die jree Zur binse
deni arciten Salot ißrer Stiter. Crähen nas batte doe
Schritt iarer Techter, ihr Sochent erranne nir sonn ior ben
sam ertgenen. Stuinin, ohne eine te yréde o
Benterkung an Astrib zu ricen, retute ie uer den 3i
—
ichtlich!“ rief das een innnne ein veet
*

Der Prinz halle sich mit schweigen der Verbeugung ver .
bschiedet nachdem er bei dem Begian der Erklärung seiens
 der Gräfin stumm sein Wort gageben hate. &.
Gräfin Collas aber hatte sich, nach kurzem Zögern an
er —— ihres Gemahls, in⸗die KAimmer ihrer Tochr
 begeben. —
Astrid!“ — Wie heller Glockenton klang der Ruf durch
istrids Salon. Keine Antwort. Sie war leidend gewesen.
elleicht schlief sie. Die Gräfitz durchschritt mit leicht ge⸗
iteter Stirn das Gemach und trat in das Schlafzimmer.
Nein Gott — Was ist geschehen —? Wo ist sie? — Was
u siet — Mein Kindi Mein Kind! 9
Mit diefem Aufschrei banger Angst eilte Gräfin Collas
ieder zurück, heftig eine Klingel ziehend.
Friedrich trat r hostig in der Salle entgegen, die sie
urchschreiten mußte, um ihren Gatten sprechen zu können.
Friedrich, wo ist die Komtesse? Haben Sie bemerkt,
b; WWeiler konnte sie nicht. Schwindel wollte sie er⸗
assen. Sie rang ihn nieder.“
„Frau Grafinl, Komtesse sind ausgeritten!“ . Sie
dn chetf quf. Ausgeritian? Bei dem Wetter?“ fragte
tonlos.
„Jawohl. Komtesse sind kaum eine halbe Stunde fort,
rau Gräfin.“ — Sie hatte doch Mills mit?“ F
„Ich glaube wohl. Genau kann ich es nicht sagen,
ieinte Friedrich zögernde Aber Komtesse haben doch
nmer den Mius
„Erkundigen Sis sichn Ich bin beim Grafen.“ —
derr Graf find ausgefahren.“ — „Ausgefahren? —
Johin? Ich kann es aiht sagen, Frau Gräfin
Die Gräfm sah den allen Diener scharf an. „Das ist
ne schlimme Sache, Friedrich, wenn ein herrschaftlicher
ster Diener nicht orienliert ist über solche Vorkommnisse.
„Der Wagen nahm die Richtung nach dem, Jägernuse,“
 bemerkie der de schüchtern. ,‚Ah — so steht die
ahrt am Ende in Verkobdung mit dem Ritt der Komtesse.
aʒ Friedrich war diedgn nicht brientiert umd schwieg. Die
efin duckte die Ahtenund vegab sich, nach ihren Ge,
ächern. Ploßzlich — an.“Wer fuhr den Grafen?
weag das war — ch glaube wirklich, daß es Mills
wesen sein kann — ? Won hinten — wie ich ihn sah
ar es nicht der Andvon nd Komesse ritt spöäter?

*
Als ihre Mutter sie allein gelassen, war Astrid aufge—
rungen. In ihrem bleichen leidend aussehenden Antlitz
ig eine finstere Energie.
—ADD
n ihren Schreibtisch gesetzt und den Brief an den Prinzen
eschrieben. Ohne zu stocken, mit immer rascher, immor ont—
hlossener dahingleitender Feder. —
Ganz zuletze hatte ihre Fassung sie verlassen und ein—
elne heiße Tropfen waren aus ihren Augen auf, die Seite
efallen. — Dann klingelte sie und ließ den Brief einfach
urch Potty besorgen — mit dem fast gleichaültigen Ver—
ierk — die Besorgung niemand sonst mitzuteilen. Nun,
er Prinz war ihr Bräutigam — also fand die alte Kam—
ierfrau nichts Eigentümliches oder Besonderes dabei. —
Eine Minute ftand Astrid mitten im Zimmer still und
umm — mit gesenkter Stirn und müde niederhängenden
lrmen. Endlich erhob sie das Auge, zum, Himmel. „Kann
z denn gut gehen? Kann es denu?“ — flüsterte sie bang.
Um sechs Uhr also durfte Ernst nicht kaämmen. Es war
34Ti558 8506 sfie Sirce daßt sie ihnt ftoitro aAndero Nach—
            
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