Gute Hoffnun zs⸗Hutte⸗ Stiftungen und Schentungen an
die Gemeinden Ooͤcrhausen, Ster rade, Osterseld, Hiesfeld,
bolten und Vorbeck, sowie an Beamte, Meister und Ar⸗
Feler im Gesamebeträge ven 1300 000 Mark.
*Worms, 6. April. (Ertrunken) Im Rhein ist
im sogen. Mlittelbusch, ein großer mit Steinen beladener
Nachen gejunken. Ter Eigentimer, Schiffer Karl Söller
uus Reisiendaufen, ertrank. F
*Karlisruhe, 6. April. (Der „Umz u g“ des Suu⸗
enten) Einen guen Aprilscherz leistete sich ein Stu—
In der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Er bestellte
em Hofspediteur von Steffe.in einen mit vier Pferden
cspannten offenen Transportwagen zur Bewerlstelligung
nes Umzuges. Außerdem beorderte er zum Geleit sechs
die, sechs blaue, sechs grüne Radler, und, um die alten
eren Schnauzbarte nicht auber Brot zu seten, sechs
dienstnaänner. Als die Beauftragten an der Wohnung
es Sdenen in der Schu straße ankamen, wurde ihnen
aIn hoͤlzeenes Rauch ischchen, ein Maßkrug und ein Pa⸗
eetragen überliefert. Dieser gewichtige Hausrat wurde
itien auf den Transportwagen gepflanzt, un⸗ unter dem
udenden Beifall genz Karlsruhes nahm die Kavalkade
zen Weg zur neuen Wohnung des Studenten nach der
Fasanenstraße. ww
Mordversuch. Der 26jährige Schlossergeselle Pam
Mühler aus Schlesien versuchte seine Braut, die 18jährige
Frieda Goͤtze in Berlin durch mehrere Messerstsche zu tö—
au. Weil diese sich von ihm losgesagt hatte Schwer ver⸗
etzt wurde das Mäadchen nach dem Krankenhause ge—
racht. Ter Täter enttam. Sein Aufen halt konnte bisher
uͤcht ermittelt werden. —
Simplizissimus konfisziert. Die neueste Nunmer
»es „Simplizifsimus“ wucde in Berlin wegen ihres Titel⸗
idesßDie eherne Schnauze“ beschlagnahmt. Der Stra—
zenverlauf ist verboten.
Raubmord. Im Hause Görnestraße 19 wurde der
2 Jare alte Hausbesider Lessau mit zer irümmerter Schä—
de decle aufgesunzen. Es handelt sich augenscheinlich um
nene Reusmord, da eine Geldkiste mit Inhalt entwen
ej seulde. Der Mörder ist in einer Wirtschaft in St
zauli verhaftet worden. Es ift der Gastwirtsgehilfe Mag
mus, der die Tat bereits eingestanden hat.
Theaterbrand. Das Kurtheater Bad Oeynhausen
teht in Flammen und ist fast niedergebrannt.
Großer Brand. Die Papierfabrik Leykam⸗-Josefsta
n Zwischenwässern ra'n) ist abgebrannt. Mehrere Per
onen wurden verletzt. Der Schaden soll 2 Millionen Kro—
ien betragen.
Russisches. Der Oberkontrolleur und Stationschef der
Warschau-Wiener Bahn, Bergmann, wurde auf frischer
Tat ertappt, als er einer reisenden Dame ihre Juwelen
tcusen wollte. Eine Haussuchung förderte eine Unmenge
gestohlener Juwelen zutage. Er führte seine Raubzüge
hei den nächtlichen Revisionen der Schnellzüge aus. In
den meisten Fällen wandie er Chlorosorm an. Bergmann
war ein strenger Vorgesetzter und galt als das Muster
eines pflichttreuen Beamten.
Unzufriedene Schiffsmannschaft. Unter der Mann—
schaft des in Brest liegenden Panzerkreuzers „Admiral
Aube“ herrscht eine aufgeregte Stimmung, die sich gegen
den wegen seiner übermäßigen Strenge gefürchteten Offi
zjier Caoli richtet. Die gesamte Mannschaft hat gefordert,
hdas Schiff veriassen zu duͤrfen. Untersuchung ist eingeleitet
Frau Toselli. Zu der Angelegenheit der Frau
Toselli meldet ein Blatt, daß zwischen den Eheleuter
Toselli ein notarielles Abkommen zustande gekommen sei,
zuf Grund dessen sich beide trennen wollten. Toselli ver
pflichtete sich darin, an seine Frau monatlich einige hun—
dert Franks zu zahlen. Damit schien Alles zu Ende zu
ein. Toselli muß aber anderen Sinnes geworden sein,
denn er folgte seiner Gattin nach Rapallo, worauf diese
luchtartig von Rapallo abreiste und sich nach Montreux
ind * Schweiz begah. wo sie den Schutz der Behörden
inrie
Arbeitsteilung. Ein junger Mann, der vor kurzem
rst aqus Amerika zurückgekehrt war, trat in einen Bar—
hierladen in einer süddeutschen Stadt, um sich rasieren zu
assen. Er sah sich in dem Laden um, und begann vald
alle Einrichiungen zu kritisieren und mit den überseeischen
n Vergleich zu stellen. „Was ich hier besonders vermisse“
schnarrie er, „ist eine vernünftige Spezialisierung des Be⸗
riebes. Man sollte sich lieber auf einen Geschäftszweig
heschränken und diesen dafür gründlich beherrschen.“ — Der
Barbier erwiderte nichts; er seifte das Gesicht des Herrn
üchtig ein, setzte sich dann hin und las seine Zeitung. —
‚Na“, fragte der Fremde nach einigen Minuten, warum
tasieren Sie mich denn nicht?“ — „Wir seifen hier bloß
ein“, war die Antwort, „um rasiert zu werden, müssen
Sie zwei Straßen weiter gehen.“
Der Kindermarkt in Friedrichshafen. Aus Fried⸗
richshafen wird den „M. N. N.“ geschrieben: Alljährlich
wird vom „Verein zum Wohl der Hütkinder und jugend⸗
lichen Arbeiter in Tirol“ auf 1. April eine Anzahl ju—
gendlicher Arbeiter gesammelt und in die Gegenden ge—
schickt, wo Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern vor—
handen ist. Am Abend des letzten März versammeln sie
sich in Landeck und fahren am Morgen des 1. April von
Bregenz mit Extra⸗Dampfboot nach Friedrichshafen, wo
sie von Scharen von Bauern aus ganz Oberschwaben er—
wartet werden. Auch diesmal trafen sie ein und es fand
in Friedrichshafen der große „Markt“ statt. Mag man
sagen, was man will, es ist eben ein Markt und bleibt
einer. Doch darf man ein Auge zudrücken. Denn der
Lohn, den die Kinder erhalten, ist nicht gering. Es sind
Burschen von 12218 Jahren, auch Mäaͤdchen kommen.
Wie geht nun der Handel vor sich? Der Bauer fragt:
ůÿ!ÿ AA. 4 —
CEine Dornenkrone.
Historischer Roman von Freiherr von Winterfeld.
2 Aber da unten war nichts von Feindseligkeit zu be—
merken, im Gegenteil, man jubelte ihm ja zu und freute
sich mit der königlichen Familie dieses Tages und dieses
konnte nur eine gute Vorbedeutung für die Zukunft sein.
Schon wollte der König sich an seine Gemahlin wenden,
im mit ihr den Altan wieder zu verlassen, als sein schar
jer Blick bei dem Lichtmeer, das sich vom Schlosse aus
über die Zuschauer ergoß, ganz nahe eine auffällige Be—
wegung bemerkte.
„Kein Zug dieses Gesichts entgehe Deinem Blick
präge es Dir lief ein in das Gedächtnis! Rache! Rache!“
hörte er eine kreischende Frauenstimme rufen. König Lud—
wig wurde bei dem Klang dieser Stimme einen Schatten
blässer und schaute noch ausmerksamer hinab, da sah er
auch noch, wie von Polizisten ein sich heftig sträubendes
Weib, die ein sechsiähriges Mädchen auf den Armer
hielt, gewaltsam aus der Menge fortgebracht werden sollte.
Die Königin, deren Gedanken noch von der Huldigung
der Menge und den bevorstehenden weiteren Festlichkeiten
ganz in Anspruch genommen waren, achtete auf diesen
Vorgang nicht. Ihr entging deher auch die Veränderung
in dem Wesen ihres Gatten, als dieser einen hinter ihm
stehenden Ordonnanzofsizier herbeiwinkte und ihm, auf das
Weib deutend, leise einige Worte zuflüsterte. Der Offizier
entfernte sich schneil, es mußte ein dringlicher Befehl sein
den er empfangen hatte.
Der Koͤnig sah noch, wie das Mädchen aus den Ar
men der Frau genommen wurde und dieses selbst zu Bo—
den sank, dann aber zuckten heftige Blitze durch die Luft,
die Donnerschläge vermehrten sich und das schon lange
am Himmel drohende Gewitter entlud sich, dadurch die
Venge zu eiliger Heimkehr, die königliche Familie zum
chnelen Verlassen des Altans zwingend. — — —
Daͤst schon ein Plagyr — Nem.“ — „Wie alt vist eye
16 Jahre.“ — „Ist's auch wahr? Wieviel verlangst?“
— 73170 M.“ — Inzwischen bildet sich eine Gruppe Neu—
zieriger um die Handelnden, andere Bauern mischen sich
in den Handel, der oft sehr hitzig wird. Ja es sollen
schon Schlägereien dabei vorgelommen sein. Der Preis
wird nun hinaufgetrieben, da jedes Jahr zu wenig kom—
men und an landwirtschaftlichen Saisonarbeitern immer
zrößerer Mangel herrscht. Der Bursche, der 170 Mart
verlangt, besteigt die Bahn, mit einem Vertrag in der
Tasche, der ihm für ein halbes Jahr verspricht: 220 M.
Lohn, freie Station, doppeltes Gewand. Auch Frauen
mit Kindern kommen. Eine Frau war mit ihrem
Bauern schon handelseins, ihr Kind konnte bei ihr blei—
ben und die Bedinzungen waren günstig. Da kommi
zum Schluß die große Frage von der Tirolerin Mund:
Ist Ihre Frau gestorben?“ — „Nein.“ — Das ist nun
her gro?e Hacn. Die Frau tritt mit Grandezza ab:
„Wenn S' ledig wären!“ Nett ist auch zu beobachten,
vie die Kinder sich dem Bauern gegenüber verhalten, der
ie früher schon im Dienst hatte. War die Behandlund—
zut, so folgen see ihm mit Freuden wieder. War sie
chlecht, so wird er auch begrüßt; der Bub verhandelt mu
hmulurz, aber umndersehens macht er ihm einen Kreide
trich auf den Ruicken und trollt sich. Der Bauer dar
icher sein, daß er in diesem Jahr ohne Buben nach
oause fährt, denn durch den Kreidestrich ist er gebrand
narkt. — Das Wort vom Menschenhandel, das schon of
n der Presse kam, bewahrheitet sich nicht, wenn man sich
die Sache ven der Nähe betrachtet. Der ‚Markt“ hört
vohl mit der Zeit von selbst auf, da jährlich weniger
rdinder komnien.
Der erste Zug über die Anden. Der erste Zug
zurch den großen Andentunnel, der das Eisenbahnnetz Ar—
gen nens mit Chile verbindet, hat am 2. April seine
Fahrt vollendet. Die neue Bahnlinie wird in den näch
len Tagen dem öffentlichen Verlehr übergeben werden
Der Tunnel liegt etwa 3300 Meter über dem Meeresspie—
gel; seine Konstruktion hat vom technischen Standpunkte
ingleich größere Schwierigkeiten zu überwinden gehabt,
als der Gotthard-Tunnel. Fortan werden die Reisenden
in der Bahn den südamerikanischen Kontinent durchqueren
können. Bisher mußten die von Buenos-Aires kommen—
)n Reisenden bei Las Cuevas die Bahn verlassen und
zuf Maultieren oder mit zweirädrigen Karren die Anden
iberqueren, ehe sie in Chile wieder Anschluß an die Bahn
rlangten. Im Wenter war der Veclezr überhaupt un
nöglich. Die neue Bahn verkürzt de Reisezeit von der
ulantischen zur pazifischen Küste um eine Woche.
Eine „Vosrszählung“ der Haustiere. Wenn alle
Zaustiere der Zet sich organisieren würden, um gegen
ie Mißhandlungen durch die Menschen zu revolutionie⸗
en, es würde éne Riesenarmee entstehen, die an Zahl
ind Größe jedes Keer übertcäfe, das die Menschheit ih
utgegen ellen könn!e, selbst wenn Männer, Frauen unt
dinder zu den Fahnen der Menschheit eilten. Das geh
jervor aus den juͤngseen statistischen Zusammenstellunger
des amerikanischen Ackerbauministeriums, die beweisen,
daß die Zahl der nützlichen Tiere die Zahl der Menschen
bei weitem überteifft. Allein die Schafe könnlen ein Heer
son 500 Millionen Köpfen bilden und ganz China um
100 Millionen damit überflugeln. Die Reittiere würder
in Heer von 95 Millionen Pferden bilden, von 7 Mil
ionen Mauleseln und 9 Millionen Esen. 100 Millionen
ziegen könnten den Kämpfenden Milch und Wolle liefern
21 Milltionen Büffel würden ganz Spanien im Kampf
on Büffel gegen Mann erobern. In Asien und in Nord
srika würden dem Feldherrn der Tierarmee 2 Millionen
damele zur Verfügung stehen und im Norden Europas
nnd Amerikas gegen 900 000 Renntiere. Allein die Ver—
einigten Staaten zählen 50 Millionen Schweine, Austra
ien 88 Millionen Schafe, Europäisch-Rußland und die
Lereinigten Staaten ie 25 Mill. Pferde,
Das Glück des Militärvereins. Der Vorsitzend
des Schkölener Militärvereins (Schkölen ist eine klein:
Stadt im Regierungsbezirk Merseburg) hat kürzlich, wie
„Die Zeit am Montag“ mitteilt, durch Herausgabe eine
ẽxtranummer der an seinem Wohnort erscheinenden Zeit
ung einen großen Lacherfolg erzielt. Das besagte Extra
blaͤtt enthielt zwar nur einen einzigen Artikel; der abe
hatte es in sich. Er lautete nämlich:
Achtungl Achtungl
Hocherfreut und mit beglücktem Herzen teile ich hier
durch meinen lieben Kameraden des Militär-Vereins
mit, daß sich der Verein der besonders hohen Achtuncç
und Ehre dadurch zu erfreuen hat, indem Herr Leut
nant Siegfried von Tellemann, Sohn des Königlicher
Dekonomierats Herrn Rittmeister von Tellemann und
Ehrenvorsitzenden des Vereins, mit dem heutigen Tag
dem Militär⸗Verein als
EhrenMitglied
bheigetreten ist.
Im Namen des Vereins halte ich es für meine
pPflicht, für die hohe Ehre und Würde, die dem Ver—
in dadurch zuteil geworden ist, hiermit meinen wärm
sten und aufrichtigssten Dank aussprechen zu dürfen.
Mit ausgezeichneter Hochachtung und Ergebenhel
inter kameradschastlichem Gruß
Karl Paul, Vorsitzender.
Herr Karl Paul ist offenbar ein Mann, der in seine
zeit paßt. Er weiß die hohe Bedeutung des Leumants
u würdigen und wird sicher niemals unter die „Um—
türzler“ gehen, denen nicht einmal ein leibhaftiger Gene—
al zu imponieren vermag
Zur österreichischen Bierpreis⸗Erhöhung. Irn
aft allen Wirtschaften des Unterinntals ist seit kurzem
Das glänzende Fest hatte inzwischen im Schlosse seinen
Anfang und Fortgang genommen. Bei den rauschenden
Klungen einer entzückenden Musik und glänzendster Pracht
entfaliung mußte wohl ein jeder Teilnehmer sich voll und
zanz der Freude hingeben, konnten unmöglich Sorgen
ind Leid aufkommen, wo solche auch im Hintergrunde
sauern mochten. Und doch war es, als wenn seit jenem
Augenblick, wo er den Schrei eines Weibes vernommen
jatte, der wohl von allen anderen nur als der Ausbruch
rgend einer Wahnsinnigen gehalten worden und dem
aeine Bedeutung beizumessen war, eine leichte Wolke die
hohe weiße Stirne König Ludwigs beschatte.
„Endlich, Graf!“ flüsterte König Ludwig, als er ei—
nige Stunden später in den festlich geschmückten Sälen
des ungarischen Grafen Hippolyt von Kall, jenes Offiziers,
Hen er mit einem heimlichen Befehl von dem Altan des
Zchlosses fortgesandt hatte, ansichtig wurde, auf den er
chon jo lange gewartet und dem er sich mit Vorsicht ge⸗
nähert. „Ihr waret sehr lange!“
Majestat,“ entgegnete mit derselben gedämpften
Ztimme sich tief verneigend der Angeredete. Ich konnte
ucht früher, ich mußte alles versuchen, dem Befehl Euer
Majestät nachzukommen — dennoch — — —“
8 INemocht Soll das heißen, daß es vergebens war?
raf!
„Majestät, Leider!“
Gut, lieber Graf, nicht jetzt, aber heute Abend sollt
Ihr“ mir noch alles erzählen Wenn das Fest vorüber
It, laßt Euch durch Baudreur melden.“ Mit scheinbar
zalter hösfticher Handbewegung den Grafen grüßend, ging
König Ludwig an dem Grafen vorüber, ohne an diesem
Abende noch ein einziges Wort oder einen Blick ihm zu—
zuwenden.
J 2. Kapitel. — —
Mitiernacht tönte in dumpfen Schlägen von der Kathe
rale herab.“ Noch tobten draußen Sturm und Wetter,
Agender Anschlag in den Wirtsstuben angebracht:
„Lieber Gast!
Wenn dir zu hoch die Bier- und Weinpreis' scheinen,
Darfst du's dem Wirt nicht übel meinen:
Denn siatt mit diesem dich zu zanken,
Magst du beim Landtag dich bedanken:
lud statt zu grollen und zu zetern,
Beschwer' dich bei den Volksvertretern,
Ddie du voll Weisheit und Verstand
Im Jahr 1907 hast nach Innsbruck gesandt.
Deum trag' die neue Steuer hei er
Ind sei ein andermal aescheiter!“
*Instruktionsunterricht. Leutnant: „Auf
»em Schlachtfelde wird enn tapferer Soldat die Kugeln
nicht schelen. Er wird immer da zu finden sein, wo sie
im dichtesten sind. Rekrut Bender, wo werden Sie also
zuf dem Schlachtselde zu finden sein?“ — Rekrut: „Zu
besehl, Herr Leutnant, im Munitionswagen!“
*3Zwiegespräch: „Ich werde nie einen Mann hei—
a'en, dessen Vermögensziffer nicht mindestens fünf Nullen
at.“ — „O, meine Gnädige, dann müßten Sie mich er—
ören. Mein Vermögen besteht nur aus Nullen!“
*98here Töchter: „Mehr als 5000 Elefanten
verden alljährlich zur Herstellung unserer Klaviertasten be—
iötigt“, bemerkte bei Tisch ein Student, der eine Statistik
arüber gelesen hatte. Seine Tischnachbarin war aufẽ
ußerste erstaunt. „Nein, das ist doch aber wunderbar
vozu man heutzutage alles die Tiere abzurichten vermagl!“
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Rohrbach, 6. April. Der 10jährige Sohn des Schmie⸗
es Peler Klaus starb infolge Blutvergiftung, die durch eine
inbeachtet gebliebene Fubwunde entstanden war.
München, 6. April. In Niederbayern ist, wie schorn.
erichtet. ein Bierkrieg in voller Heftigkeit entbrannt. Im
dorfe Alburg bei Straubing sind von den Ortsbürgern
10000 Mark zur Errichtung einergrößeren Genossen—
chaftsbrauerei gezeichnet und es wurde beschlossen, auch die
zürger der umliegenden Orte zur Zeichnung zu veranlassen
die Errichtung einer Brauerei wird dort um deswillen so
etrieben, us ein günstiges Absatzgebiet für die heimische
Berste zu sichern. — In Mietroching bei Deggendor'
vurde ein Anti-Bierverein gegründet, dessen Mitglieder
ich verpflichten, zwei Monate kein Bier zu trinken, wenn
ich der Preis auf mehr als 22 Pfg. erhöht. Ahnliches
vird aus Michaelsbach berichtet. Eine Versammlung von
3 Wirten in Eggenfelden beschlotz, entgegen dem Verlan
Jen der Brauereien unter keinen Umständen eine Bierpreis
rhöhung eintreten zu lassen. In Passau hat eine soziald
Lersammlung beschlossen, den Kampf gegen die Bierpreis—
rhöhung durch möglichste Beschränkung des Konsums durch—
uführen. In Göttersdorf werden die Gasthäuser, die um
bheren Preis verkaufen, streng gemieden, während die
Virtschaften mit 20 Pfg-Bier ein Bombengeschäft machen
In Straubing beschloß eine große Versammlung möglichst
zurückhaltung im Bierkonsum und Vermeidung der Gast
auser, die mehr als 20 Pfg. pro Liter verlangen, event
oll die Errichtung einer Genossenschaftsbrauerei ins Auge
efaßt werden. Ähnliche Beschlüsse wurden in einer ganzen
deihe von andern Ortschaften gefaßt. An den Bahnhöfen
n Straubing sind Leute aufgestellt mit großen Plakaten:
Trinken Sie in Straubing kein Bier sondern Limonade
te.“ In Oberschneiding hat ein wohlmeinender Wirt fol—⸗
gendes Plakat im Gastzimmer aufgehängt: „Lieber Gast!
Wegen der Bierpreiserhöhung wende dich an den Reichstag.“
Berlin, 7. April. Aus Rom wird gemeldet: Der
dölner Mannergesangverein war am gestrigen Tage einer
Finladung nach der Villa Malta gefolgt, wo er mehrere
ꝛieder vor dem Fürsten Bülow sang, der in recht herzlicher
Weise seine Bewunderung für die Kunst der Kölnerdkund
gab. Die Absicht des Vereins, auch den Papst mit seinem
zesange zu erfreuen, wird nicht zur Durchführung gelangeu
»eil man es im Vatikan übel genommen hat, daß der
Nännergesangperein zuerst dem Könige seine Huldigung ge—
racht hat.
Berlin, 7. April. Aus Anlaß der neuen behdoͤrdlichen
Berfügung, die die Veranstaltung einer Versammlung un—
er freiem Himmel im Humboldthain untersagte, sind für
»en kommenden Sonniag große sozialdemokrati—
che Versammlungen geplant.
Bremen, 7. April. Unter Hinweis auf das Reichs—
ereinsgesetz hat die Polizei alle Bersammlungen
anter freiem Himmel, sowie Umzüge auf den Straßen und
öffentlichen Plätzen, für die keine polizeiliche Genehmig
ung vorliegt, verboten.
Budapest, 7. April. In der Begründung der Kaß
ation des Urteils im Agramer Hochverratsprozeß wird
ausgeführt, daß ein Beweis für das Vorliegen hochver
räterischer Umtriebe und Aufreizung zum Aufstand be
den einzelnen Angeklagten nicht in einer jeden Zweife
usschließenden Weise geführt worden, und daß bezüglich
sener Tatsachen, welche die Glaubwürdigleit der Belast
mgszeugen erschüttern konnten, den Anträgen der Ver
eidiger nicht stattgegeben worden sei.
New-NYork, 7. April. Aus Washington wird berich—
et, Ecuador sei geneigt, mit Peru in Washington
u verhandeln. Die Antwort von Peru steht noch aus
vährend im Schlosse die Festlichkeit zu Ende war. In
hrem Boudoir, das müde Haupt in die Hand gestützt
haltend, saß Hortensie, die Koͤnigin von Holland. Ihr
Zusen hob und senkte sich stürmisch, als ob eine innere
Unruhe ihn bewege, die vergebens danach strebte, sich ei⸗
nen Ausgang zu verschaffen.
„Bist Du noch nicht müde, Hortensie ?“ fragte Diana
on“ KTadoyere die Ehrendame und innige Vertraute der
Königin. „Es ist schon sehr spät — Mitternacht, wie so⸗
eben die Glocken verkündei haben. Du bist solche auf⸗
ibende Festtishkeiten nicht gewöhnt.“
„Diana, wähnst Du mich wirklich glücklich? Glaubst
du, daß all der Glanz und die Pracht, welche mich jetzt
imgeben, mich befriedigen und ich danach verlange, vo⸗
Festen zu Fesien wie dem heutigen zu schreiten 7
„Hortenfie, welche Frage? Wohl glaube ich gerne,
daßes noch zu überraschend, zu neu, zu ungewohnt für
dich ist, aber Du mußt doch dem Schicksal danken, wel⸗
chhes Dich auf diese ungeahnte Höhe emporgehoben hat
ind soiltest nicht darüber nachgruͤbeln, welche Loose die
Zzukunft in ihrem Schoße birgt. Ich wünsche von ganzem
derzen, daß es nur heitere sein mögen!“ entgegnete die
threndame.
„Sieh hinaus in den Sturm dieser Racht, der einem
o herrlichen Tag gefolgt ist, so kommt mir auch mit einem
Naͤle mein Leben vor — auch ich fürchte, daß diese schö⸗
ien Tage in einem Sturm enden können. Noch blüht mir
der Frühling meines Lebens, noch schmachte ich nach sei⸗
ren Gütern und doch werde ich ein seltsames, banges Ge⸗
ühl nicht los.“
Die Vertraute beugte sich zu der Königin herab und
chlang ihre Arme liebevoll um sie. Wie ein Geschwister⸗
„äar glichen die beiden schönen Frauen, die in gleichem
Alter waren, einander, da sie auch troßz des Rangunter—⸗
chiedes fast gleiche Kleider trugen und nur das funkelnde
diadem die Königin unterschied.
Berlin, 7. April. Gestern sind in selbstmörderischer
lbsicht zwei jungge Mädchen im Alter von 15 und 16
Jahren in den Teltewer Kanal gesprungen und haben in
en Wellen ihren Tod gesunden. Tie Mädchen waren in
„er Sonntagsnacht nicht nach Hause gekommen und dort
erst am Montag erschienen. Die von den Eltern darüber
ersaltene Vorwürfte glaubten sie nicht überleben zu dürfen.
Stettin, 7. April. Drei städtische Arbeiter begaben sich
neinem Boot über den Tammasch-See nach dem Dorfe
Lübzin, um dort am Nachmittag an einer Kontrollpersamm—
lune teilzunehmen. Unterwegs kenterte das Book, alle drei
Insassen ertranken, die Leichen konnten noch nicht geborgen
verden.
Beuthen, 6. April. Auf der Tecklenburg-Hütte stürzte
seute ein Baugerüst ein. 5 Maurer wurden uuter den
Frümmern begraben. Zwei sind tot, drei schwer verletzt.
Saloniki, 7. April. Bom Aufstand in Albanien ist
heute früh folgendes Telegramm hier eingetroffen: Gestern
am es zwischen Arnauten und einer größeren kürkischen
Truppenabteilung zu einem heftigen Kampfe. Die Uber—
nacht der Arnauten warf die tapfer kämpfenden Türken
infänglich zurück, die sogar 5 Geschütze in den Händen
hrer Feinde lassen mußten. Später gingen die Türken
vieder vor und eroberten 4 Geschütze zurück. Der Kampf
ürfte heute fortgesetzt werden.
New-York, 7. April. Bei einem Stiergefecht in Za—
atecas, der Hauptstadt des gleichnamigen Staates in Me—
riko, sprang ein Stier über die Barriere zum Zuschauerraum,
vodurch eine Panik entstand. Es wurden 12 Personen
»abei getötet und 17 mehr oder weniger verletzt.
Newyork, 7. April. Die Bundesregierung hat aus
elegraphische Anordnung von Washington die Verhaftung
»on über 30 Schwindelbankiers in' Boston, Newvork, Jer—
ey, City, Baltimore, Pitsbura, Eincinati, Chicago und
S5t. Louisangeordnet. Die Mehrzahl dieser Bankiers ver—
nittelt tatsächlich eigentlich nur Wettaufträge für die Börse,
iur um bei ihren Transaktionen mühelos einen Gewinn
»on 1 Prozent einzustreichen. Die?meisten Firmen haben
einen? direkten Expreßdrahtsvon ihren Burcaus zur Börse
und erhalten daher ungefähr eine Viertelstunde früher als
»as allgemeine? Publitum die Informationen über den
zang der Börse. Es war diesen Bankiers bisher schwer
»eizukommen. Aber der General-Staatsanwalt bediente sieh
run der Akte von 1909, die im Staate Columbien ein
Verbot gegen derartige Firmen ausspricht. Er war dazn
nmder Lage, da alle diese Firmen über 250 Filialen tn
llen Staaten des Landes besaßen.“ Es sverlautet, daß der
—B0
ind daß sich in Newyork?und anderen großen amerika—
ischen Städten gegen diese Schwindelbankirrs planmätzig
orgegangen werden soll. Fünf dieser Bankiers sind mehr—
ache Millionäre.
âαι]
—
78 ——
J
Dumonts Sorgenbrecher
A
Grobschnitt in Blad- feinschnift in Braundruck
s Verlelpfundoslbket 20 Pt
Spielplan
des
M 3
gtodttheater Ensemble Judweiler
im Saaue
„Naßauer Hof“ (Inh.: K. 8cilag).
Einmalige Aufführung.
Donnerstag, den 7. April aben?s 8.15 Uhr
„Das Gänsegrekel von Fesstingen“
oder: Der letzte Fürst von Waarbrücken.
Historisches Lustspiel in 4 Akten von Walburg.
Alles näãhere durch die Tageszettel.
I 9 24 J
Ua seuhrüßtt-Atttin
unturtdüttzuttt
Dudweiler.
Am nächsten Sonntag den 10. April nachmittags 3.30 Uhr findet
n Vereinslokale (Gasthaus zur Post)
General⸗Versammlung
tatt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben
Um zahlreiche Veteiligung bittet
der Vorstand.
— ⏑⏑⏑
Frbanl.
Freitag und Samstag nachm. wird Rindsfsleiseh
das Pfund zu 30 und 45 Pfg. verkauft.
Die Schlachthofverwaltung.
Freiwilliges Heute eintreffend. — 7*
⸗
—— —XR
denerwer Schellfische
X * Korps per Pfd. 184. 2 Pfd. 304
Dudweiler. Herres, Bruckenst. I1.
— 8 .II. J
Montag den 19. April abends ehö
38 uag e — mit Zubehor.
Appell ilter Stadtweg 12
ämtli Ausrüstungsstücken .). ZT
ho tden guetununeunn223 Simmer
lanes fur 1010. 4 und Kämmerchen
eDeishundigungen sind moͤglichst sofort zu vermieten.
Kerger, Branddirektor Eisenbahnstr. 19.
9 * d Die Aussage, welche ich gegen
9 b —F Frau Schöler gemacht habe
nehme ich hiermit zurück und be—
daure dieselbe gemacht zu haben
bestes Frau Harig.
Reformfutter 54
58 — — 39
in Körnerform für alle nlu —X' pmüd —
Aquarienfiscie welches Waschen kann und mit
u haben bei kindern umzugehen versteht per
Karl Ammon Lort gesucht
Saarbrückerstr. 277 —A
—— ——ö 2 Treppen hoch, rechts
Dienstmaãdchen In selbiger Wohnung
esuchi möbl. Simmer
Frau Wwe. Pitz. zum 185. April oder später zu ver
Gastwirtschaft. mieten.