Full text : Dudweiler Zeitung

atie. Das unerfahrene Mädchen hoffte, nach der Trau
ig die Verzeihnug ihrer Eltern zu sinden. Doch das
serliche Haus bl'ieb ihr verschlossen. In wenigen Jah—
in verbrauchte Martersteig ihr mütterliches Vermögen,
z5 sie dann mit zwei Kindern im Elend sitzen und ver—
pᷣwand nach Amerika. Bis dahin konnte sich die Frau
arch ihre Schauspielkunst noch notdürftig ernähren. Ein
seiner Betrugsfall hatte dann ihren Ausschluß aus der
henossen chaft Deutscher Bühnenangehöriger zur Folge, und
mußte ihren Beruf aufgeben. Damit hatte Frau Mar—
ersteig jeden Halt verloren, und sie wurde zur gewohn
eitsmäsigen Betrügerin. Sie reiste von Ort zu Ort, lo
ierte sich in Hotels ein und verschwand, ohne zu zahlen
zach langen Irrfahrten kam sie nach Wiesbaden, verübte
ieder einen Hotelbetrug und wurde verhaftet. Im Ge—
ingnis versuchte sie sich durch Oeffnen der Pulsadern zu
zten, wurde daran aber verhindert. Wegen mehrerer Be
rügereien im Rückfall stand Frau Martersteig vor den
g'iesbadener Gericht. Der Sachverständige schilderte sie als
iblich belastet, stark hysterisch und willensschwach. Frau
dZartersteig wurde wegen Betrugs in 14 Faällen zu an
erthalb Jahren Gefänanis verurtoit⸗

Lokales und Vermischtes.
Die Herren Wirte und sonstigen Inhaber von Wirt—
haften bitten wir, die Kirmesanzeigen uns rechtzeitig über—
nitteln zu wollen, damit die Aufnahme richtig erfolgen
ann. Gleichzeitig bemerken wir, daß wir auch die Uber—
nitlung von Anzeigen an alle Saarbrücker und andere
zeitungen übernehmen.
Brandmauern. Die Vorschrift des 8 1, Ziffer 2 der
ßolizeiverordnung vom 19. März 1910, ist so aufzufassen,
aß das Einlegen von Holz in Brandmauern gestattet ist,
venn hinter dem Holz noch eine Steinschicht von 0,13
Neter Stärke vorhanden ist. Das gilt auch für Dachlatten.
zine Auflagerung von Dachlatten auf die Brandmanern,
wie die Anbringung von Windleisten an den Dachseiten
hiernach nicht gestattet. Bei Ziegeldeckung sind die
iegei in Mörtel unmittelbar auf die Brandmauer zu legen.
Bersicherung gegen Bergschädenprozesse. Vor ein—
sen Wochen ist vom Verband der Haus⸗ und Grundbe—
chervereine im rheinisch⸗-westfälischen Kohlenrevier ein
bersicherungsverein der Haus- und Grundbesitzer auf
zegenseitigkeit ins Leben gerufen worden, der den Zweck
erfolgt, die Mitglieder gegen die hohen Kosten von
zergschädenprozessen zu versichern. Der Versicherungsver—
in hat seinen Hauptsitz in Gelsenkirchen, von wo aus die
zeschäfte geleitet werdeun. Wie wir hören, ist der Verein
or einigen Tagen endgültig vom Regierungspräsidenten
n Arnsberg genehmigt worden. Die Verwaltung rechnet
nit einer Gesamtversicherungssummen von 200 Millionen
Nark. Eine weitere Aufgabe des Versicherungsvereins
esteht in der Zentralisation der Bergschädenprozesse.
ternerhin ist beabsichtigt, mit den Bergwerksbesitzern im
Wege des Vergleichs eine Verständigung anzubahnen, um
oweit wie möglich Prozesse zu verhindern. Außerdem
jeht der Versicherungsverein mit der Absicht um die Ver—
icherung auf Haftpflicht, Mietverlust und sonstige Ver—
cherung auszudehnen.
Knappschaftliches. Vom Saarbrücker Knappschaftsrein
 wurde im Monat Juli an Krankengeld an die Mit—
eder des Steinkohlenberawerks gezahlt:
dronprinz. .. 3624,33 Mk.
ßzerhardt..... 0353,41
zon der Heydte. 2888,30
dudweiler . .. 3322,81
zulzbach .. 3458,76
deden. 985,22
deiniß... . 354,44
dönig..... . 301,738
— 580,60
Höttelborn.. . 2471,88
Lamphausen.. .. 1513,50
rürstenhausen..... 332,30
Faktorei, Hasen p.p..... 25,20
drafte und Wasserwerke... 100,30
Msam 472 *7 Mt

Was kosftet ein Sonderzug? Ein Leser macht da—
u folgende detaillierte Angaben: Als Gebühr fur einen
zonderzug werden von der Eisenbahnverwalaung für das
ariflilometer erhoben: 1. für Lokomorive 1.20 M.; 2.
ar jede Achse eines auf Verlangen gesteilten Perfonen
vagens 40 Pfg.; 3. für jede Achse eines auf Verlanger
estellten oder aus Beiriebsrücksichten erforderlichen ande
en Wagens 20 Pig., mindestens jedoch 4M. für das
'arifkilometer und J00 Mart im ganzen. Werden mehr
rokomotiven gestellt, so wird für jede weitere Lokomotive
er Betrag uner 1 erhoben. Ersolgt die Hin- und Rück
ahrt des Sonderzuges innerhalb 24 Stunden, so geiten
ür die Berechnung des Mindestbetrages beide Faährten
ls eine Fahrt. Wecrden Sonderzüge für die Nachtzei
uf Strecken bewilligt, auf denen mangels regelmäßigen
dachtdienstes keine Bewachung der Bahn stattfindet, so
verden überdies 2 Mark für den Tarifkilometer erhoben.
der Besteller erhält keine Fahrtarten, dondern einen Ab—
ertigungsschein der hei der Beendigqung der FWasirt ahzu
eben isi.
Eine friedliche Seele. Ein kaum glaublicher Vor—
all wird aus Emsdeiten gemerdet: Kommt da em biede—
er Bauer auf der Kreuzstraße mit seinem Pserde in das
sedränge det Marktbesucher und hat das Unglück, eincn
dann etwas anzusahren. Dieser ergreift entrüstet den Stoc
nnd zerschlägt ihn auf dem Rücken des Bauern, mit der
nverschaͤmten Aufforderung, ihm nun auch noch den Stock
u bezahlen. Und der Mann zieht seine Geldbörse, zab
und fährt friedlich von dannen.
Ein Lebensretter, der sich selbst belohnt. Ein
rolliges Vorkommnis hat sich dießer Tage, dem „Bayri—
hen Kurier“ zusolge, in Pasing bei Muͤnchen zugelragen.
zin ganze 154 Jahre altes Münchener Dienstmädchen
atte sich mit ihrem Liebhaber (einem Unteroffizier) zu
inent Rendezvous in den sogenannten Gatterburg-Anlagen
erabredet. Aus Kummer darüber, daß der Ersehnte aus—
lieb, sprang das Mädchen in die Wuürm, die zurzei!
ehr hoch geht. Ein an seine Arbeitssfielle eilender Mann
ntriß das bereits bewußtlose Mädchen den Fluten, ent—
ahm dem Rock desselben das Portemonnaie mit 3 Mart
als Rettungslohn! — und legte die Bewußtlose auf
en Rasen, wo sie zwei Stunden später von einem Schutz
ann aufgefunden wurde.
Hochgebirgskuren für Nervenkranke. Dr. Nold«
upfiehlt das Hochgebirge von 1300 Meler ab vor alleu.
ꝛi Neurasthenie. Die Dauer des Hochgebirgsaufenthaltes
toft langer als E6 Wochen auszudehnen oder die Ku—
it nochmals zu wiederholen, am besten in nicht zu lan
n Zwischenraumen und dann im Sommer und Winter
Prozent der Neurastheniker, die an Schlaflosigkeit lei
en schlafen im Hochgebirge besser als in der Ebene. Di
ingstzusiande und leichtere Fälle von Neurasthenie des
erzens und der Gefäße brauchen das Hochgebirge nich
u scheuen. Regeimaßig wiederholter Hochgebirgsaufent—
alt wirlt hemmend auf die Weilerentwicklung der Adern
Zaltung. Gute Erfoige zeigen sich bei Kopischmerzen
svenleiden nach Verletzungen, nervösem Asthma, Base.
owscher Krantheit. Fur ledlete empflehlt sich eine lan—
Ueberganga,dauer“ auf halber Höhe, die Kurdauer be—
J 224 Mona⸗e. Auch bei Erkrautungen an Schuͤttel—
mung bringt die Hochgebirasfur in der Mehrzahl der
uUle Nssfoerunt

„Dasselbe in Grün“ — ist nicht immer dasselbe?
as sollte ein Mitglied eines Frankfurter Männerchores
m Sonntag erfahren. Die fröhliche Sängerschaar hatte
ch am dortigen Bahnhof zu einem Nachmittagsausfluge
ufammengefunden und umdrängte den Billetschalter
Bitte, eins dritter nach Niedernhausen,“ verlangte der
erste und „Mir dasselbe in Grün,“ forderte der Zweite
vie erstaunt war er aber, als ihm der Beamte — eir
zillet zweiter Slasse aushändiatfe das er auch bezahlen
iuße.
Wer ist koketter? Die vielerörterte Frage, ob die
rauen oder die Männer koketter seien, hat ein englischer
chrifisteller auf eigenartige Weise zu lösen versucht. Er
ellt sich eines Tages in der vornehmsten Geschäftsgegend
er Regents Street in London, vor einem großen Mode—
nagazin auf, das mit schönen, klaren Spiegeln geschmück
dar, und beobachtete die Vorbeigehenden. „Wieviel Män—
ier werden sich innerhalb 5 Minuten in dieseun verführer—
schen Gläsern ihre Wohlgestalt beschauen, wieviel Frauen ?“
das war der Gesichtspunkt, unter dem er seine Beobachtungç
nachte. Das Notizbuch in der Hand, schaute er eifrig aus
ind notierte sorgfältig seine Ergebnisse. Was er feststellte
chien auf den ersten Blick sir die Männer günstig; vor
30 Angestellten des stärkeren Geschlechts, die in der kurzer
Zeit vorbeikamen, sahen sich nur 19 in den Spiegeln
bährend von 50 Frauen, die in acht Minuten vorbeieilten
2 ihr Spiegelbild betrachteten. Aber während nur die Frauer
inen Augenblick Halt machten, um durch einen flüchtiger
zlick den guten Sitz ihres Hutes und ihrer Toilette fest—
ustellen, schauten die Männer lange und eingehend au
hr Ebenbild, das sich in dem Glase zeigte und lächelten
nit befriedigter Miene. Die einen rückten an ihren Kra—
»atten herum und legten sie in schwungvolle Falten, die
ndern ftrichen sich durch die Haare, um ihnen einen schöner
jall zu verleihen, oder gaben dem Schnurrbart die richtige
rage. Das starke Geschlecht scheint also auch.in dieser bis
er den Frauen vorbehaltenen Eigenschaft sich auszuzeichnen
Zur Rechtschreibung der Vornamen. Der äallgemein«
deutsche Sprachbercin hat neuerdings ein auf wissenschaft—
icher Grundlage beruhendes, der amtlichen deutschen Recht
hreibung folgendes Verzeichnis der in Deutschland ge⸗·
räuchlichen Vornamen aufstellen lassen. Dieses Verzeichnis
rscheint geeignet, die wünschenswerte Durchsührung der
intlichen Rechtschreibung auch hinsichtlich der Schreibung
er Vornamen wirksam zu fördern. Ein Rundschreiben des
Ninisters des Innern empfiehlt infolgedessen den Standes—
eamten das Verzeichnis als Grundlage für die Praxis
Venn ein Zwang zur Annahme der in dem Verzeichnis
ingegebenen Schreibweise bei etwaigem Widerspruch der Be—
eiliglen seitens der Standesbeamten nicht ausgeübt werden
lann, so ist doch anzunehmen, daß bei richtiger Behandlung
s den Standesbeamten allmälig gelingen wird, eine cin—
seilliche und nach wissenschaftlichen Grunsätzen richlige Schreib.
veise der Vornamen auf Grund dieser Arbeit des Deutscher
Zprachvereins herbeizuführen und in der Revälforung durch—
usetzen.
(Soldatenpakete für Reservisten.) Mit Bezug au
zeren Nachsendung ins Manöver hat die Post schon sei—
nehreren Jahren die Einrichtung getroffen, daß solche
Zakete, die den Vermerk „Reservistenkleider“ tragen, nicht
ns Manbvergelände nachgesandt werden. Fehlt dieser
Zermerk, so muß die Post die Sendung bestellen. Wer
ilso Kleidungsstücke nach dem Manöver abgehenden Sol—
Jaten übermitteln will, merke sich, daß die Aufschrif
Reservistenkleider“ angebracht ist. — Das Kaiserabzeicher
ür die Infanterie hat, wie schon gemeldet, in diesen
Jahre im 8. Armeekorps die 1. Kompagnie des Inf.-Regts
Nr. 68 in Coblenz erhalten. Bekanntlich fällt diese Schieß—
auszeichnung in jedem Armeekorps nur einer Kompagnie
zu uͤnd zwar der, welche in einem Militärjahre sowoh
m Schulschießen wie beim Gefechtsschießon dio beston (orzebnisse
 erzielt.
Gie kennt ihn). Dieser Tage sollte eine Frau be
irer Behörde bei Ausfüllung eines Formulars den Berus
hres Mannes angeben. „Der hat kein' Beruf, der schafft
üx, der is'n Bummler!“ sagte sie. — „Ja, das geuüg
richt,“ wurde ihr erwidert, „irgend einen Beruf oder Erwerb
nuß er doch haben.“ — Und was sagte die Frau“
Schreiben Sie hinein: Vorarbeiter bei den Arbeitslosen!“
sSulzbach, 10. Sept. Den Eheleuten pensionierter
Naschinenführer Johann Groß und Elisabeth geb. Jung
ius Sulzbach ist aus Anlaß ihres b0jährigen Ehejübiläums
»om Kaiser ein Gnadengeschenk von k Moarf bewillia'
vorden.
Sulzbach, 12. Sept. Das 3 Jahre 6 Monate alte
öhnchen des Eisenbahnschlossers Wilhelm Unfried fiel am
zainstag nachmittag um 5 Uhr aus dem Fenster der im
.Stock bestndlichen Wohnung. Dabei erlitt es sehr schwere
zerleungen, von denen es Sonntag früh durch den ; Tod
clöst wurde.
Großblittersdorf, O. Sept. Dieser Tage wurde in
inem dem pens. Hüttenarbeiter Georg Hügel gehörigen
Viesengrundstück an der alten Forbacherstraße 11 schöne
nit Früchten beladene Zwetschenbäume adgesägt. Der
käter ist unbekannt. Der Besitzer hat auf die Ermittelung
es Rohlings 530 Mark Belohnung gesetzt.
Merchweiler, 9. Sept. An einem im hiesigen Walde
zeeren suichenden jungen Mädchen wurde ein Vergewaltig—
ingsversuch unternommen. Auf die Hilferufe des Mädchen?
sin flüchtete der Täter. Es gelang ihm, trotz sofort aufge—
iommener Verfolgung zu entkommen. Da man aber nach
»en Beschreibimgen des Mädchens verschiedene Anhalts—
unkte hat, die auf eine bestimmte Person schließen lassen
M

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Wipperfürth, 8. Sept. Ein bisher noch unbekannter
äter hat in einem Fischteich bei Egerpohl den ganzen
»ertwollen Fischbestand daderch vernichtet, daß er eine
Rynamitexplosion hervorrief. Anscheinend handelt ⸗s sig
im einen Racheakt.
Langendreer, 9. Sept. In der vergangenen Nacht
türzten beim Fahrtenklettern auf der Zeche Mansfeld ein
djähriger Bergmann in den Schachtsumpf hinab. Er
var sofort tot. Ein vor dem verunglückteun Knappen hoch—
letternder Bergmann hatte eine Sprosse der Fahrt durch
jetreten. Ehe er seinem Kollegen davon Mitteilung
nachen konnte, setzte dieser seinen Fuß aus die zerbrochen
5prosse, und das Unglück war geschehen.
Oberhausen, 9. Sept. Ein seit heute früh vermißter
zchneidermeister aus der Karlstraße wurde bei den sofori
ingestellten Nachforschungen gegen Mittag in einem 13m
iefen alten Brunnen hinter seinem Hause als Leiche auf—
gefunden. Wie der Mann in den Brunnen gestürzt ist,
onnte noch nicht aufgeklärt werden.
Biedenkopf, 10. Sept. Dem Müller Weigel aus
Nederhöchen wurde von einem Treihriemen der Kovf ahb—
zeschnitten.
Köln, 11. Sept. Nach einer Kirmes in dem hollän—
ischen Orte Oberlemeer fand man außerhalb des Ortes
im Wege die Leiche eines jungen Mannes namens Garten—
erg, nicht weit davon entfernt lag sein Bruder in den
ten Zügen. Nuch er wor., ohne das Bewußtffein woder

erlangt zu haben, gestorben. Die Polizei hat eine Unter—
uchung eingeleitet und glaubt, daß bei einem Streit während
der Kirmes die beiden Brüder erschlagen worden sind
Tangermünde, 2. Sept. Auf dem Krupp'schen Schieß—
olatze hat eine Geschützexplosion stattgesunden. Fünf Kano—
niere wurden getrossen. 2 deren schwer verletzt.
Breslau, 12. Sept. Im TIschechnitzer Walde, Kreis
Breslau, wurde die halbverwesie Leiche eines vor etwan?
Monaten ermordeten Mannes aufgefunden, bei welchen
300 M. deutsches und österreichisches Geld, aber keine Aus—
veispapiere gefunden wurden. Die Behörden suchen ver—
seblich Aufklärung dieser rätselhaften Mordtat.
Breslau, 10. Sept. In dem galizischen Grenzort
Zzieskowie wurde am Dienstag das Brennerei- und Brauerei—
veschäst des Kaufmannes Szmerr van Verbrechern über—
allen. Szmerr und seine beiden Söhne, die sich den Ver—
»rechern entgegen stellten, wurden erschossen. Zwei
rnechte erhielten ebenfalls schwere Verlezungen. 3wei
on den Banditen wurden später verhaftei.
Augsburg, 11. Sept. In Kreisen der hiesigen Metzger,
samentlich unter den Großfirmen, wird allen sErnstes die
— D
lissen nicht ratsamer erscheine, die Läden und Geschäft«
infach zu schließen. Einige Großfirmen berechnen bei der
etzigen Fleischeinkaufspreisen ihre Verluste auf monatlich
500 bis 600)M.. und ziehen daher den völligen Geschäfts—
chluß weitern erheblichen Einbußen vor. Die Errichtungç
ommunaler oder genossenschaftlicher Schlächtereien wird
inter den gegenwärtigen Verhältnissen als aussichtslos
ꝛezeichnet.
Saargemünd, 10. Sept. Zu der schon telegraphisch
emeldeten Spionageaffaire erfahren wir noch nachstehende
rinrelheiten: Der Verhaftete Geier ist von Beruf Melker
ind arbeitete seit einiger Zeit auf dem Fort bei Doman—
zeville, dessen Pläne er nach Frankreich verkauft hat
Bielen Hofpächtern an der französchen Grenze ist Geier
der aus Sülgen in Lothr. stammt, bekannt, so daß auch
ziese als Zeugen heute vernommen werden konnten. Die
zerhaftung Geiers erfolgte in Brülingen (bei St. Avold)
die Untersuchung soll boreits schwer belastendes Materia
u Tage gefördert haben.
Eschweiler, . Sept. Auf der Grube Reserve stürzt
in Reramann 50 Meter tief in den Aufzug und war sofor
ot.
Magdeburg, 10. Sept. Beim Spielen versteckten sick
wei neunjährige Knaben in einem Koffer, dessen Schlo'
inschnappte. Beide Knaben sind erstickt.
Bärenthal (Kanton Bitsch), 9. Sept. Eine schändliche
dierquälerei ließen sich zwei 10jährige Burschen zu Schul
den kommen, die ein Pferd aus dem Stall des Fuhrmann
Philipp Römer in die Schwemme trieben und es nicht
nehr herausließen, sondern mit Steinen warfen, und es
reizten, bis es versank. Leute, die es zufällig sahen, eilten
jerbei und brachten das Tier wohl noch ans Land, wo es
dald starb. Das Pferd hatte einen Wert von 650 Mark
vofür die Eltern der Jungen natürlich aufkommen müssen.
Wien, 9. Sept. Die Neue Freie Presse meldet aus
Innsbruck: Unbekannte Täter brachen in das militärische
Monturmagazin in Taufers im Binsgau ein und entwen—
deten aus der dort befindlichen Kompagniekasse 1600 Kroner
owie Schmuckgegenstände im Werte von 17000 Kronen
ie ein Hauptmann als Eigentum seiner Frau dort auf
ewahrt haite.
Innsbruck, 9. Sept. Von der Amthorspitze ist gestern
der Bahnsekretär Weininger-Dresden 200 Meter tief abge—
türzt. Er war sofort tot.
Paris, 12. Sept. „Matin“ meldet aus Rom: Wie
sier trotz der Dementis versichert wird, soll die Cholera
atsächlich in Neapel seit 8 Tagen ausgebrochen sein
ßestern sollen 12 neue Erkrankungen und 8 Todesfälle
estgestellt worden sein. Die Epidemie, die in Apulien in
bnehmen begriffen ist, wird dem „Matin“ zufolge alsc
iunmehr in Neapel neuerdings auftreten.
London, 2. Sept. Gestern früh brach in Brixtom Feuen
ius. Den Angestellten gelang es bis auf fünf sich zu retten
Von diesen sprang einer neben das Sprungtuch und wan
ofort tot. Die auderen erlitten schwere Brandwunden.
Der Schaden betrug 4 Millionen Mark.
Bilbao, 10. Sept. Die Arbeit ist in den Berawerken,
deren Besitzer eine Verkurzung des täglichen Arbeitszeit
um eine halbe Stunde bewilligt haben, wieder aufgenommen
vorden In den andoern Betrieben dauert der Misstand
fort.
Chikago, 9. Sept. Der Aufstand auf den Kohlen—
gruben in Illinois, der 73 Wochen gedauert hat, ist jetz
zurch Gewährung einer allgemeinen Lohnaufbesserung bei—
gelegt worden. 72000 Arbeiter werden am Samstaa die
Urhoit wieder anfnehmen

Dudweiler, 11. Sept. Verunglückter Radfahrer
Bestern Nachmittag gegen 35 Uhr verunglückte ein junger
Mensch im Alter von ca. 15 Jahren zwischen Rasitpfuhl
und Heinrichshaus bei Von der Heydt, der per Rad nach
der Riegelsberger Kirmes wollte, dadurch, daß er mit der
ztraßenbahn zusammenstieß. Der Radfahrer zog sich einer
Oberschenkelbruch zu und mußte bis zum Eintreffen des
serbeigerufenen Arztes notdürftig im Wald niedergelegt
verden. Gegen 5 Uhr traf der Arzt mittels Automobil
ein und ordnete, nachdem er den Verletzten verbunden
sjatte, dessen Ueberführung in das Krankenhaus auf dem
dastpfuhl an.
Selbsstmord, Der am 15. 7. 1847 geborenen Ge—
neindearbeiter Ludwig Staub aus Bildstock wurde gestern
Vormittag gegen 6 Uhr im Krankenhaus hierselbst, wo er sich
rankheitshalber in Behandlung befand, in veinem QAimmer
ꝛrhängt vorgefurd
— — — e r— — —
Die diesjährige Ernte hat von neuem den schlagen—
den Beweis dafür erbracht, daß günstige Witterung allein
noch nicht ausreicht, um reiche Ernte hervorzubringen.
Trotz der reichsten Niederschläge konnte man noch innnier
sier und da am dünnen Stand des Getreides und an den
kurzen leichten Ahren erkennen, daß es an der nötigen
Düngung gefehlt hatte. Bei kräftiger, sachgemäßer Düng—
ang war dagegen, besonders bei Weizen und Roggen, auch
auf leichteren Böden eine selten schöne Ernte gewachsen.
Viele Landwirte haben allerdings noch den Fehler begangen,
beiestark gedüngten Herbstsaaten dasselbe Saatquantum
heizubehalten, wie es schon zu Großvaters Zeiten verwen—
det wurde, als es noch keine Kunstdünger gab. Bei kräf—
tiger Düngung, besonders mit Thomasmehl (wenigstens
00 -600 Kilo pro Hettar), bestockt sich bekanntlich jedes
sSetceide viel stärker. Man kann daher ruhig einviertel bis
indrittel des früheren üblichen Saatquantums sparen und
vird doch einen besseren Körner- und Strohbestand erzielen,
hne dabei Lagerfrucht zu bekommen. Man beherzige also
ei der henorsftehenden Sorbstsagte Dütet at Aeei
ün

— — —— —— — — — cG — —
Die Verhütung von Darmgärungen ist ein Haupt—
ioment für das Wohlbefinden der Säuglinge und wird am
eichtesten dadurch bewirkt, daß man bei den ersten An—
eichen als Nahrung statt Kuhmilch einige Tage „Kufeke“
llein, ohne Zusatz von Milch gibt. Man verhütet auf
so Moiso soehr gft spere Dormkranfhboitoe

„Fürunsere Tochter nicht—
vesseres, als sie nach Favorit—
Schnitten schneidern lassen. Es
ist leicht, praktisch, sparsam und
dauernd wertvoll. Anleitung durch
das Favorit-Modenalbum (nur 60
Psg. . Jugend-Modenalbum nur 50
Pig. bei
Israel u. Comp., Warenhaus
NHNudweil⸗

Danksaguns.

Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme beim Hinscheiden meines
lieben Mannes, sowie für die zahlreichen
Kranzspenden sage ich innigen Dank.
Saarbrücken, den 1. Sept. 1910.
kKathartas Dachön geb. Hein

für Bandler und Wiederverkanfer
Prima Pfälzer Swie bel
in schöner blanker Ware
offerieren F
Gebr. ruchten.

Prima junge
0
Passauer Ganse
zirka Z—9 Pfund schwer, treffen für die Kirmeß
in. Vorausbestellunaen erbitte bis längstens
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Die Berliner Neuesten Nachrichten wenden sich an alle vaterländisch ge
nunten Kreife, welche keiner parteipolitischen Führung bedürfen und ein
hrer Bildung'nnd ihrem Stande angemesfene Zeituag zu lesen wünschen
Tuürchaus in'nationalem Sinne geleitet, im Streite der Meinungen stet
hornehm bieten sie sowohl dem Hausherrn wie auch den übrigen Familier
itglidern vielfeitigen, inkormierenden und unterhalten ι
Wir haben das Abdrucksrecht gewonnen für die
Reise-Berichte 8. h. des herzogs Adolf Friedrich zu Mecklen⸗
burg über seine Afrita-Durchguerung von Fran zoösisch: Kongo
und Kamerun bis zum oberen Nil. Die auf Iu Jahre an—
esekte Frnoditien berühert bisher von furanãern noch nie
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