—95 .April. (Die Kolner Suüppruade.
r 5 * Uhr passierte der erste Güterzug gre
euerrichteie Koͤlner Südbrücke. Die Brücke liegt vier Mi—
ru en rheinaufwärts von dem im äußersten Süden gele—
Jenen neuen Gebaͤude der Handelshoch chule und über—
Pannt in drei gewaltigen Bogen den Rhein. Sie güg
dem Bild des südlichen Stadtteils, der in den letzten Jah—
winischastlichet uad architettonischer Bezietnmng sw
emalisch bevorzugt worden ist, einen neuen Reiz hinzu
die Brücke wurde mit einem Kostenauswand von *Mil—
Jenen Mart hergestellt.
Dusseldorf, 8. April. Im Raussche) RVachts
purden aus dem Lagerbestande des auf der Kölnerstraße
vohnenden Bildhauers Kropp 15 Grabdentmäler mit ei⸗—
em schweren Hammer zertrümmert. Der Täter, ein ver—
heirateter Arbeiler aus der Andreasftraße, der die Tat in
nlofer Trunenteit verübt haben will, wurde verhaftet.
dem Bildhauer ist ein Schaden von 6000 M. entstanden.
*Landau, 5. April. (Familiendrama.) Der
26 Jahre alie Schneider Jalob Hernn kam gestern betrun⸗
dn Don der Komrollpersammlung nach Hause und schoß
hne Grund auf serne Frau. Der Schuß ging fehl; daun
chiete Hein die Wafse gegen sich seibst und schoß sich in
die Schlaͤse. Er wurde lebensgefährlich verlezt in das
kenhaus gebracht.
aran enan eler Brand rief die gesamte Charlot
enbucger Feuerwehr in die Technische Hochschule zu Char—
ottenburg. deren großer Hörsaal von den Flammen ver—
a.chtet wurde. Uevber die Ursache des Brandes herrscht
soch Untlarheit, doch igt man der Annahme zu, daß
in“ Kurzschluß in der eilung des elettrischen Projektions—
ipparates die Ursach i.
Erdbeben. In grambach uand Falkenstein in Vogt⸗
and wurde Monlag Nachmittag ein Erdbeben wahrge⸗
en.
omm Whher Sturm. Ein heftiger Sturm richtete im Rie⸗
jengebirge an Forsten, Häusern uab Gärten großen Scha—
en an. Auf dem Wege zur Prinz Heinrich-Baude ist ein
ͤhmischer Arbeiter im Schneesturm umgekommen.
Rache aus verschmähter Liebe. In Saa Michele
hei Trient hat ein jungee Mann namens Zamboni gegen
in junges Mädchen, das seine Liebesanträge zurückwies,
einen Mordanschlag verübt. Bei einem Spaziergange bot
r dem Mädchen Bonbons an, die dieses auch aß. Bald
zarauf wurde sie von Schmerzen gepeinigt und starb in
er Wohnung der Eltern, wohin sie verbracht worden war.
Auch der junge Mann aß von den vergifteten Bonbons
zs gelang aber, ihn zu retien. Er wurde verhaftet.
Frau Toselli. Tie Gerüchte, weiche bereits seit län—
gerer Zeit wissen wollten, Frau Toselli, die ehemalige
prinzeffin Luise von Toscana habe in ihrer Ehe mit dem
bianisten Toselli das ersehnte Glück nicht gesfunden, be—
jätigen sich. Die „Tribuna“ erfährt hierzu aus Florenz,
ie frühere Prinze sin Luise habe bei Nacht und Nebel
nit ihrem Kind und zwei Dienstboten Florenz verlassen
ind scheine nach der Schweiz geslohen zu sern, um sich
or ihrem Manne in Sicherheit zu bringen und die Ehe—
cheidung zu betreiben. — Frau Toselli lebte schon seit
ängerer Zeit auch aus finanzierlen Gründen mit ihrem
Nanne in Unfrieden. Sie sagte ihm vor ihrer Abreise,
ie wolle nach Rapallo zur Erholung fahren. Sie fuhr
aber mit ihrem Sohne und den beiden Dienstboten, nach—
dem sie sich mit ihrer Freundin beraten hatte, nach Mon—
treur, von wo sie Ehescheidungsllage einbringen will. Sie
hat den schweizerischen Gesandten in Rom ersucht, ihr den
Zchutz der schweizerischen Behörden gegen etwaige Ver—
olgungen ihres Mannes zu sichern.
Schiffs-BZusammenstofz. Aus Falmouth wird ge—
neldet: Der hier eingetroffene belgische Schleppdampfer
John Bull“ berichtet, daß das von ihm geschleppte vier—
nastige englische Segelschiff Käthe Thomas“ auf der Höhe
von Antwerpen von einem unbekannten Dampfer in den
Brund gebohrt worden ist. Es sank innerhalb 10 Minu—
en. Nur ein Schiffsjunge konnte gerettet werden. Alle
inderen an Bord befindlichen 19 Personen sind ertrunlen.
Der bei dem Zusammenstoß gerettete Schiffsjunge, der
einzige Ueberlebende der „Käthe Thomas“ erzählt folgen—
»es: „Ich lag in meiner Kabine, es war gegen 4 Uhr
morgens, als ich einen Stoß verspürte. Ich lief an Dech
und sah die Lichter eines Dampfers, der zurückging. Der
dapitän unseres Schifss und der erste Offigier, deren
Frauen, sowie die Mannschaft, alle waren an den Pum—
den, trotzdem kippte aber die Barke allmählich um. Ich
ergriff einen Retuungsgürtel und versuchte mich durch
Schwimmen aus dem Bereich des versinkenden Schiffes zu
zringen, um nicht in den Strudel gezogen zu werden. Im
wasser sah ich den dritten Ofsizier, der Wasserstiefel trug.
Ich versuchte vergebens, sie ihm auszuziehen. Er sank
autlos unter. Nach zwanzig Minucen nahm mich der
Schlepper auf, der noch stundentang die Unfallstelle ab—
uchte, doch wurden weitere Schiffbrüchige nicht gesfunden.“
Vom Aetna. Aus Rom wird berichtet: Tie Nach—
ichten vom Aetna lauten wieder beunruhigender. Er
virft wieder größere Lavamassen aus. Der Haupistrom
liimmt seinen Vormarsch mit einer Breite von 200 Me—
ern und einer Höhe von 6 Metern.
Lawinensturz. Aus Madrid wird berichtet: In Bu—
tong (Prov. Leone) wurde durch eine Lawine das Haus
eines Bahnwärters verschüttet. Die sechs Kinder des
bahnwärters wurden getötet, während er selbst und seine
drau Verwundungen erlitten.
—ES.ine humorvolle Erinnerung an König Albert,
die unlängst in einer Gesellschaft in Chemnitz der Ver
gessenheit entzogen wurde, verdient festgehalten zu werden
der „Allgemeinen Ztg.“ zufolge hat der Erzähler das rei
jzende Geschichtchen selbst aus dem Munde des seligen Kö—
nigs Albert bei einer Hoftafel in Pillnitz vernommen
Bei Gelegenheit wohl eines Schützenfestes besuchten Königç
Johann und der damalige Kronprinz Albert die Stad
Pirna. Es findet die übliche Festtafel statt. Nachdem man
auf den König gesprochen, erhebt sich ein biederer Stadt—
ater, um auch auf den Kronprinzen einen Trinkspruch
uszubringen. In wohlgesetzten, trefflich eingelernten Wor—
en feiert er den Fürstensohn und versteigt sich endlich in
einer festlichen Begeisterung am Ende seiner Rede zu dem
Wunsche: „Möge Se. Königl. Hoheit recht bald den Thron
einer Väter besteigen.“ Der Redner aber hebt sein Glas
Ulein, alles starrt ihn entsetzt an und sein Nachbar gibt
hm einen wahrscheinlich nicht gelinden Rippenstoß, in
dem er ihm zuraunt: „Esel, Majestät ist ja anwesend.“
Blitzichnell erkeant der unglückliche Festredner die volle
Bröße des von ihm angerichteten Unheils, und um es
zinigermaßen wieder gut zu machen, erhebt er nochmals
das Glas und ruft mit Stentorstimme: „Nein, was ich
agen wollte: Möge Se. Königl. Hoheit niemals den
khron besteigen!“ — Tableau!“ — Mit viel Behagen sol⸗
dönig Albert das lustige Geschichtchen zum Besten gege
en und daran schmunzelnd die Bemerkung geknüpft ha
en: „Es hat dem Herrn aber sein frommer Wunsch nicht
zenützt, Sie sehen, meine Herren, ich bin doch zur Re
jierung gekommen.“
Die sprechende Uhr. Eine Schweizer Firma bring.
teuerdings eigenartige Stand- und Wanduhren auf der
Markt: sie sind nicht mit Zeigern versehen, sondern mi
einem Mechanismus, durch den ein Phonograph mit ei
nem Druck auf einen Knopf in Bewegung gesetzt wird
vorauf der Apparat zu jeder Stunde und Minute de—
Tages und der Nacht mit lauter Stimme die Zeit an
agt. Auf Wunsch fabriziert die Fabrik die Uhren ir
allen Sprachen“.
Eine grobe Kirchenschändung wird von Dartford
erichtet. In die Kapelle der Ursulinen-Klosterschule drang
ine bisher noch nicht ermittelte Person in die Kapelle
er Ursulinen-Klosterschule und richtete dort umsangreichen
Schaden an. Die Tür des Tabernakels war erbrochen, die
bonstranz auf dem Allar war in Stcke geschlagen und
die Hostien auf dem Boden umhergestreut. Zwei Kruzi—
—8 Altarleuchter und Vasen waren ebenfalls zerschmet—
ert. und die Altardecke war in Fehen zerrißen. Spater
and man alle aus der Kapeue geraudien Gwegenstände,
nit Ausnahme eines Schleiers in einem Misthaufen in
»er Nähe des Klosters vergraben. Die Polizei sucht nach
inem Manne, der sich am Abend zuvor nach der Lage
zer Polizeistation und der Kirchen in Dartford erskundig.
ratte. Man glaubt, daß es sich um einen Geistesgestörten
zandelt. Das Merkwuürdigste an der ganzen Angeegen
seit ist, daß die Klosterkapelle nur in einer Eutfjernung
on wenigen Schritten von der Polizeistation liegt, und
aß man dort ke ner verdächtigen Lärm gehört bat.
Die Verminderung der Zahl der Pferde in ganz
Frankreich und besonders in Paris tritt in solgenden Zif—
sern hervor: Von 1905 bis 1907 ist die Zahl in ganz
Frankreich von 3170 000 auf 3 160 000 und in Paris
son 84 000 auf 70 000 zurückgegangen. Das übt eine
r ungünstige Rüdwirkung auf die großen Gemüsekultu—
en in der Umgegend von Paris aus, die jährlich unge
ähr zwei Millionen Tonnen Dünger nötig haben, vor
enen die Hälfte schon seit langer Zeit eingeführt wer—
en muß. Das allmähliche Verschwinden der Pferde wird
omit eine völlige Abänderung der Kulturmethoden für
ie intensive Hervorbringung von Früchten, Gemüsen und
Frühprodullen zur Folge haben.
RArigeneller Geiz.
Ein bejahrter Musiker, der bisweilen Spuren von
geistesabwesenheit zeigte und fich überhaupt wie ein
Mensch benahm, in dessen Kopfe es nicht ganz richtig
st, ließ sich in einem kleinen Dorfe nieder, wo er alsbald
zurch fein seltsames, auffallendes Benehmen den Bewoh
iern feinen Zustand verriet und das Augenmerk allen
ward. Eines Morgens trat der Alte in den Laden
rines Seilers und suchte sich einen Strick aus von etwo
ehn Fuß Länge, um ihn zu kaufen. Der Seller fordert«
»afür 1 Fr. 50 Cent., ein Preis, welcher dem Mufiler
bertrieben hoch erschien. Er bot dem Seiler 1 Iv. 25
Lent., dieser weigerte sich, den Strick dafür zu lassen, und
a man sich nicht einigen konnte, entfernte sich end!'ich der
alb wahnsinnige Alte brummend. Am nächsten Morgen
enau um dieselbe Stunde stellte er sich wieder bei dem
zeiler ein, machte dasselbe Angebot auf den nämlichen
Zztrick und erhielt abermals abschlägliche Antwort. Dies
igensinnige Feilschen um den geringfügigen Gegenstand
oiederholte sich stets mit gleichem Erfolge von jetzt an
inen vollen Monat Tag für Tag. Endlich, an einem
Zonntage, glückte es dem hartnäckigen und seltsamen gei—
igen Musiker, im Laden des Seilers nur einen Lehrling
otzufinden. „Wollt Ihr, zum Teufel, mir denn endlich
inmal den Strick für 1 Fr. 25 Cent. lassen?“ schrie der
tbitterte Musiker, die Tür des Ladens öffnend. Ded Lehr—
ing, unbekannt mit dem früher Geschehenen, nahm dem
Sttich, rollte ihn zusammen und gab ihn dem Käufer.
rine Stunde darauf fand man den Alten an einem
Zgaume erhenkt. Er hatte sich mit demselben Stricke er⸗
osselt, um den er einen ganzen Monat lang feilschte,
im 25 Centimes daran zu ersparen. J—
Dieungenannte Tugend
Als Gott der Herr die Tugenden erschuf
Aus seines eig'nen Wesens Teilen,
Da stellt' er sie au seines Thrones Säulen,
Und alle Cherubim versammelte sein Ruf,
Dden Neugeschaffenen nun Namen zu erteilen. “
„Wer seid ihr?“ frug sie Gott. Und alsobald erkannken
die Triebe sie, die in den Herzen brannten,
Ich bin die Stärke“. Ich bin die Wahrhaftigkeit.“
Ich das Vertrauen“, „Ich die Milde.“ J
Die Liebe ich.“ „Ich die Beständigkeit“
50 traten sie vor Gott in ihrer Lieblichkeit.
uv Eine blieb zurück. Wie hinter einem Schilde
garg sie an ihrer Säule sich.
Zanft sprach der Herr: „Wie nennest Du denn dich?“
Zie trat hervor rt hold verschämtem Beben,
And wagt errötend nicht, das Auge zu erheben,
E8 schaute sie der Engel Schar mit Lust.
Und wieder sprach nun Gott: „Willst du dich uns
nicht nennen?“
„Ach Herr, verzeih, ich bin mir keines Werts bewußt.“
So sank sie an den Thron — „ich kann mich nicht er⸗
kennen.“ —
MNit Freundlichkeit, nachdem sie dies gesagt,
Rief ihr Jehova zu: „Zieh hin, du reine Magd!
Ich selbst will dir den Namen: Demut geben,
Doch deine Schüchternheit wagt nirgend sich allein —
Begleiterin sollst du denn deinen Schwestern sein;
Nur die mit dir erscheint, wird wahrer Ruhm um—
geben, 0
Und einst werd' ich dir selbst den schönsten Kranz
verleih'n.“ —E
*;Gemütliches von deutschen Eisenbah
en. In Bayern. Reisender: „Sie, Herr Zugführer
»ann sind wir denn in Huzelhofen?“ — Zugführer: „Wie
oll ich Ihna dös jetzt sag'n. Der Mensch soll halt doch
let lüg'n!“ — — In Sachsen: Reisender: „Warum
im Himmels willen fährt denn der Zug fast nach jeder
Ztation wieder eine Strecke zurück?“ — Schaffner: „Ei
nei Kutester, warum soll er Se denn nich zurückfahren
»enn er Se doch halt was vergessen hat!“ — In Würt
emberg: Portier (der vergessen hat, die Züge abzu—
ufen, die Tür des Wartesaales aufreißend): „Is hier
—A
bfohre“. — — In Preußen: Zugführer (die Wagen
ir zuweriend): „Fertig!“ — Vater (neben dem bereit
»rei Kinder stehn): „Um Gottes willen, Mann, macher
Zie noch einmal auf, mein Kind ist noch drin, meir
dleinstes!“ — Zugführer: „Kind nächste Station in Em
ofang nehmen. — Abfahren!“
*?Kindlich. Die kleine Lotte: „Tante, wie muß
nan denn sein, wenn man einen Mann kriegen will?“ —
Tante: „Nun, da mußt Du entweder sehr gut oder sehn
chön sein, oder Du mußt viel Geld haben.“ — Lott
nach einigem Nachdenken): „Sag einmal, wieviel hast Di
enn für den Ontel bezahlt?“
*)Ueberraschender Erfolg. „Hat dem Herrr
köhler das Mittel gegen Schlaflosigkeit, das ihm sein Che
ingeraien hat, geholfen?“ — „O ja, ausgezeichnet! — Ei
st heute schon um eine halbe Stunde zu spät ins Bu
ceau gekommen!“
*)Aus dem Gerichtssaal. Richter: „Sie ha—
en da einen falschen Wechsel ausgestellt auf 5300 Mark —
warum taten Sie das?“ — Angeklagter: „Ich brauchte das
Geld notwendig zur Begleichung einer Ehrenschuld.
*Dringender Fall. Wachtmeister (sehr wütend
um Polizisten): „Was soll das heißen; wie können Sie
ich unterstehen, die beiden Leute passieren zu lassen?“ —
Polizist: „Dringender Fall, Herr Wachtmeister .... Der
herr bringt seitte Schwiegermutter zur Bahn!“
*Gelungen. Schulze (zum Polizisten, der einen
nermeintlichen Hochstapler eingesperrt hat?: „Schaut er
denn auch genau so aus, wie im Steckbriese steht?“ —
Polizist: „Na .... genau so grad net.... aber er ließe
ich so zusammenrichten!“
*Erschwerend: „Der Angeklagte hat Ihnen also
»as Buch „Sphärenklänge“ an den Kopf geworfen?!“ —
Ja! ... Und als straferschwerend bitte ich zu berück—
ichtigen, daß es die dritte, stark vermehrte Auflage war!“
*zNutzanwendung: Kassierer: „Wie der Sturm
raußen heult und an den Fensterladen rüttelt — es kann
inem angst und bange werden!“ — Chef: „Ja, und nun
»enken Sie sich erst so ein Unwetter auf hoher See —
eindringlich) bleiben Sie ehrlich, Müller!“
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Metz, 51. April. Zu Ehren der in Mülheim verun—
lückten Soldaten des Infanterieregimments Nr. 130 wurd
ine ergreifende Trauerfeier im Hofe der Kaiser Wilhelm—
aserne abgehalten. Die Regimentskapelle intonierte einen
Lhoral und der Vertreter des Regimentskommandeurs hielt
eine Ansprache. Der Regimentskommandeur selbst war
zur Beisetzung der Toten nach Mülheim gereist.
Wiebelskirchen, 4. April. Am Sonntag nachmittag
wurde aus der Oster der 4jährige Knabe Pulvermüller von
gdier als Leiche geländet. Auf welche Weise das Kind den
Tod im Wasser gefunden hat ist noch nicht festgestellt.
Oberhausen, 5. April. Aus Anlaß des 100jährigen
Bestehens der „Gutehoffnungshütte“ schenkte diese der Stadt
Oberhausen 100000 M., den Gemeinden Osterfeld und
Sterkerade je 30 000 M., der Gemeinde Hiesfeld 20 000
M. und der Gemeinde Holten 10000 M.
Mülhausen, 5. April. Die seit Ende Februar ver—
schwundene Cecilie Stark sollte bei Saarbrücken iu einer
Zigeunerbande aufgefunden wordeu sein. Nähere Erkun⸗—
digungen ergaben jedoch die Unrichtigkeit des in der Stadt
berbreiteten Gerüchts.
Kassel,'s6. April. Bei Weidenhausen hat der Iturmwind
mehrere Maste der Starkstromleitung umgeweht, wodurch
ie Drähte zerrissen. Diese berührten einen auf dem Felde
irbeitenden Landwirt, der nebst seinen beiden Zugochsen
zurch den Strom getötei wurde.
Nierenhof, 2. April. Auf Zeche Viktoria fand der
erheiratete Bergmann Dorschel durch Sturz in den Schacht
einen Tod.
Berlin, 6. April. In der gestrigen Versammlung des
zemeinsamen Verbandstages der Maurer und Bauhilfsar—
zeiter ist die Entscheidung in der Bewegung im deutschen
zaugewerbe gefallen. Sämtliche Redner, die noch zum
Worte kamen, sprachen im Sinne des Referenten, des
keichssstagsabgeordneten Brömelburg, der in einem Schluß—
vort die Einmütigkeit der Maurer und Bauhilfsarbeiter
tellte. Weiter teilte er mit, daß am 25. April in Berlin
ꝛin außerordentlicher Gewerkschaftskongreß tagen werde, der
ich auch mit der Reichsversicherungsordnung beschäftigen
olle und eine klare Stellung dazu nehmen werde. Es er—
olgte sodann die einmütige Annahme der Resolution Brö—
nelburgs, die das Vertragsmuster des Deutschen Arbeit
geberbundes im deutschen Baugewerbe nicht gutheißt. Eir
Beamter des Manrerverbandes gab darauf noch die Erklä
rung ab, daß er im Auftrage von sämtlichen Angestellter
aller in Frage kommenden Verbände sprechen und sagte
alle hätten einstimmig beschlossen, für die ersten 14 Tage
ein halbes Monatsgehalt, für die übribe Zeit des Kampfes
m Baugewerbe 25 Prozent des Gehalts an die Streikkasse
ibzuführen. Einstimmig angenommen wurden dann noch
ie außerordentlichen Maßnahmen der Verbände für die
ommende Lohnbewegung. Danach müssen sich alle
erpflichten, die während der Kampfzeit noch im Bauge—
— D
rage und dem örtlichen Zuschlage einen besonderen Streik—
eitrag zu leisten. Der Streikbeitrag soll pro Tag geleiste
»erden und zwar für jeden vollen und halben Arbeitstag
die Streikunterstützung wird den Arbeitern nicht gewähr
»erden, die erst während der Kampfzeit der Organisation
eitreten. Die Wartezeit zum Bezug der Streikunterstützung
dird auf 14 Tage festgesetzt. Dieser Beschluß wurde eben—
alls einstimmig angenommen. — Der Verbandstag der
zimmer hat auch einstimmig das Vertragsmuster des
eutschen Arbeitgeberbundes ver worfeu. Es wurde
ach einem Vortrage des Vorsitzenden Schrader einmütig
ine Resolution gefaßt, die das Ansinnen des Arbeitgeber—
undes im Baugewerbe verwirft und zwar rundweg ablehnt.
luch der Verbandstag der christlichen Bauarbeiter beschloß
inhellig die Ablehnung des Vertragsmuster des Arbeit—
eberbundes und will zur Führung des Kampfes ähnliche
Naßregeln ergreifen, wie die Maurer
— —
E Berlin, 6. April. Ebenso wie für Bayern ist jet
mich für Preußen eine Ministerialversügung vom 26. Ja
nuar dieses Jahres ergangen, wonach eine Stempelpflich
jon Quittungen über Abhebung von Sparkassenguthaben
mr dann begründet ist, wenn es sich um ein Sparkassen
zuthaben handelt, über das der Scheckverkehr eröffnet ist
Breslau, 6. April. Zur Entlastung des seit langen
ränklichen Weihbischof Marrx ernannte der Papst der
zreslauer Ehrendomherrn Carl Augustin zum zweiter
VBeihbischof der Diözese Breslau. Augustin ist 1847
seboren und war lange Kurator der Kongregation de
zrauen Schwestern und Generalvilariatsamtaärat.
Schwerin, 6. April. Konservative Blätter wissen
zu berichten, daß am 15. April im Rostocker Ständehaus
eine abermalige Besprechung zwischen führenden Herren
der ritterschaftlichen Majorität und den dissentierenden Mit
zliedern der Landschaft beabsichtigt sei, wobei ein neuer
aus diesen Kreisen stammender Veriassunasentwurf bera—
en werden soll.
New⸗York, 6. April. Noah Barnes wurde in
dem Hochberg-Prozeß des Großdiebstahls
ür schuldig erkannt.
Kopenhagen, 51. April. Eine blutige Liebes-Tragödie
jat sich zwischen zwei Kopenhagener Schulkindern abgespielt.
Der 18jaͤhrige Knabe Johann Hansen, Sohn eines Uhr—
nachers, unterhielt seit einiger Zeit mit dem in demselben
dause wohnenden gleichalterigen Mädchen Ingebord Cold—
trup, der Tochter eines Petroleumarbeiters, ein Liebesver—
zältnis. Aus Furcht vor Entdeckung faßten die Beiden den
kntschluß, gemeinsam zu sterben. Sie begaben sich am
Abend in den Keller eines benachbarten Hauses und war
eten dort ab, bis die Bewohner zur Ruhe gegangen waren
Dann gab der Knabe zuerst einen Schuß auf das Mädchen
b und versuchte sich nachher selbst zu erschießen. Heut«
rüh wurden die Beiden im Keller zusammengeschnürt auf
sefunden. Der Knabe hatte das Mädchen durch einen Schuf
n die Schläfe tötlich verletzt. Es lebte zwar noch, starl
iber bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Auch
der Knabe lebt noch, doch ist sein Zustand hoffnungslos.
Paris, 5. April. Der Matin veröffentlicht gestern einen
ängeren mit sensationellen Bildern versehenen Artikel über
die Anwesenheit ausländischer und namentlich dentscher
Iffiziere auf den französischen Flugfeldern. Das Blatt
chreibt: Wir müssen die Franzosen darauf aufmerksam
nachen, daß auf einem Gebiet, welches ausschließlich der
ranzöfischen Militär-Behörde gehört, deutsche Ofsiziere die
ẽrbauung und den Bau von Aeroplanen erlernen. Wir
rüssen dem sranzösischen Volke zeigen, welche Gefahr fün
ranzösische Erfindungen und französische Technik darin lieg
aß deutsche Offiziere sie studiren. Unsere Untersuchungen
ie wir in Mourmelon eröffnet haben, hat uns über diese
Tatsache vollständig aufgeklärt.
Französisch Buchholz, 5. April. Hier erschoß sich heut:
norgen der 15jährige Knabe Krenwald, der gestern einem
indern Knaben ins Bein geschossen hatte, aus Furcht vor
ztrafe.
Innsbruck, 56. April. Der Monteur Genuin ist gestern
»eim Primelnsuchen am Hessenberg abgestürzt und war so—
ort tot.
London, 5. April. Am Sonntag abend ging ein
unges Liebespaar Mr. Kibblewickle und Miß Grandawen
in der felsischen Küste von Glamorganshire spazieren. In
einem Gespräch vertieft, schritten die beiden, als es schon
zunkelte, weiter über die Felsen und stürzten 80 Fuß tief
dinab. Der Mann blieb mit zerschmetterten Gliedern tot
iegen, die junge Dame wurde am nächsten Tage noch bei
Besinnung schwer verletzt anfgefubden.
Mailand, 6. April. “Courriere della Fera“ veröffent—
icht aus Rom ein Telegramm, worin sein Korrespondent
uitteilt er habe aus autoritatiner Quelle erkahren, daß der
deutsche Reichskanzler und der Minister des Auswärtigen
dern Ginlierno während ihrer Unterreeung in Florenz ver—
inbart haben, daß Kaiser Wilhelm im Jahre 1911 anläß—
ich der Einweihung des Denkmals für König vViktor
xmanuel nach Bonn kommen werde und daß der Kaiser
auch, die Ausstellung in Turin besuchen werde.
—*8 6. April. Ein Krieg zwischen Chile, Ecua—
dor und Columbia einerseits und der Republik Peru ander—
eits, dessen Armee bereits mobil gemacht wird, ist sehr
vahrscheinlich geworden. In Washington erwartet man in
den nächsten Tagen der Feindseligkeiten. Die Ursache des
rrieges sind Grenzstreitigkeiten, die schon längere Zeit dauern.
Saloniki, b. April. Die Vorgänge in Rstalbanien und
in Aufstand in der Gegend von Prischtina veranlaßten die
Regierung, weitere sechs Bataillone dorthin zu entsenden.
-„chefket hat den Befehl übernommen und griff die Alba—
nier mit einer Gebirgsbatterie bereits an, um sich zu ver⸗
indern, die Straßen zu sperren. Diese seßten sich in ihren
efestigten Türmen und im günstigen Gelände fest. Man
efürchtet, daß ihre Unterwerfung große Opfer fvrdern wird.
Glückliches Leben.
Gib Liebe mir und einen frohen Mund,
daß ich dich, Herr der Erde, tue kund.
Gesundheit gib bei sorgenfreiem Gut,
Fin frommes Herz und einen festen Mut;
Gib Kinder mir, die aller Mühe wert,
Verscheuch' die Feinde gaon dem trauten Herd;:
dib Hügel, Land im lieben Vaterland,
die Flügel schenk' dem abschiedsschweren Geist
Daß eer sich leicht der schönen Welt entreißt!
Bollmehl per Ctr. von 7 Mk. an
— F
Futterkalk
Fr
Hühnerfutter gule Qualität
mpfiehlt
Paul Jennewein
—— —
Achtung 1
— *
Bürger Dudweilers!
das zur Zeit hier im „Nassauer Hof“
gastierende Stadttheater Ensemble steht
o auf der Höhe der Zeit, daß von
zeiten der Dudweiler Bürger ein
zesserer Besuch sehr am Platze wäre,
enn ein gutes Theater ist eine Quelle
der Erholung, trägt zur Erweiterung
des Wissens, der Verfeinerung der
zitten und zur Volksbildung bei.
deshalb wollen wir das Unternehmen
durch zahlreichen Besuch noch ein paar
Wochen festhalten.
Mehrere Anhänger für
——
zwangsversteigernug. u idt
Am Freitag, den 7. ds— 5 Diedrichs Hamburg 33.
ormütags 10 UÜhr werde ich auf. „Lange Jahre litt ich au einem
em Marktpiatze zu Dudweilerartnäckigen
Vertikow lautausschlagq
Sofa eez
Tisch mit Decke endn
Spiegel —
„ffentlich meistbietend gegen Va Latte großartigen Erfolg. M.
ahlung versteigern. e 3* 7i g0 nn
Aietmann a o ue
Gerichtsvollzieher. Zudoeb SGreme 75 Pf. u. 2 M.
—ceern. Zu geor Eeife (mild) 50 Pf.
M an sard en⸗ aae —A——
u. Karl Auler, Litier Zrogerie
wohnung ge
‚assend für alleinstehende Person — Meider·, Blusen⸗,
u vermieten. Näheres bei? brlumeStotte ete,, sSowie hHerronstotte.
nigsts Proiss. Jedes Mass. NMuster frei.
tcarl Illig, uhrnaher Res te
Sudstr. 10. —
—
Onn.
*
Bau-Saison
mpsehle mich bei Bedarf zur Aus—
ührung
—B
ganzer Bauten,
Fertigstellung des Rohbaues
owohl wie auch schlusselfertige
zerstellung.
Ferner übernehme alle sonftige
zauarbeiten, wie auch
Reparaturen.
Kostenanschlaͤge fertige bereit⸗
villigst an
e
Fritz hild,
Bauunternehmer Dudweiler.