en, denn diese Erkenntnis führt leicht zu Verdrossenhei
ind unsruchtbarer Kritit. Vielmehr sehnen wir uns nach
zetonung unseres deutschnationalen Volkstums im Ge
ensatz zu den internationalisierenden Bestrebungen, welche
nsere gesunde völkische Eigenart zu verwischen drohen.
zeren Sie versichert, daß ich jederzeit die Entwickelung der
dniversität mit größtem Interesse versolgen und gern An—
eil nehmen werde an ihrem Gedeihen, dessen sie sich, F
offe und wünsche ich in Zuversicht, zum Segen des Va—
erlandes und insbesondere seiner Ostmark bis in die
erne Zeit erfreuen möge. Diesem Wunsche bitte ich mit
nir Ausdruck zu geben, indem Sie sich mit mir zu dem
Freifachen Rufe vereinen: Die Alma mater Albertina, diese
Zierde im Kranze der vreußischen Universitäten. sie lebe
hoch, hoch, hoch'“
Arbeiterbewegung.
— Zum Werftäarbeiterstreik. Am Mittwoch sind wel—
tere etwa 250 Mann in den Ausstand getreten und zwar
vei der Werst von Jensen, der Fabrik von Georg Nie—
mneyer und den Ottensener Eisenwerden Akt.“Ges. In al—
lsen Fällen handelt es sich darum, daß von den Arvreteen
vie Verrichtung von Schiffbauarbeiten verlangt wurde.
öA
Von der Lußtschisfahrt.
*Ueberlandflug Frankfurt-Mainz-NRannheim.
Gegen die Entscheidung des Preisgerich—
es soll ein Protest des zweiten Preisträgers Vosch—
uerr eingereicht worden sein. Der Protest wird damit
ꝛegründet, daß Jeannin, dem der erste Preis zuer—
annt wurde, die vorgeschriebene geschlossene Schleife über
»em Mainzer Sand nicht geflogen und damit den Be—
timmungen nicht genügt habe.
*Passagierfahrten des „8. 6“. Mittwoch
Vormittag um 3410 Uhr überflog „Z. 6“ von Baden Ba—
zen kommend in schönem sicheren Flug Straßburg. Er
nachte um den Münsterturm eine Schieise und uhr dann
zegen Norden zurück. Die Gondel war dicht mit Passa—
lieren besetzt.
Der 57. Katholikentag.
DOritter Tag.)
Vormittags fand zunächst die Generalversammlungç
es Volksvpereins für das katholische Deutschland
tatt. Der Vorsitende, Fabrikant Brandits-M.⸗Glad
ach, erstattete den Geschästsbericht. Bavern hat dem Ver
in im verflossenen Jahre allein einen Zuwachs von etw
4 000 Migliedern gebracht. Der Volisverein blickt ir
iesem Jahre auf eine Tätigleit von zwei Jahrzehnten
urück. Der Rückblick zeigt im ersten Jahrzehnt eine lang
ame Steigerung der Mitgliederzahl von 108 000 au
48 000, im zwelten eine rasche und siarke von Jahr z1
Fahr wachsende Mitgliederzahl bis auf die heutige Rak
on mehr als 650 000.
Gleichzeitig tagte eine zweite geschlosssene Ver
ammlung' des Katholikentages, die sich mit den
Nissionswesen befaßte. Es wurde ein anderer Zusam
ienschluß aller Vereine und Orden, die sich mit der Mis
son widmen, beschlossen. Pater Acher aus Deutsch
stafrka rühmte die Mustergültigkeit der protestantische
Mtissions tätigkeit. Reichstagsabgeordneter Bachem wie—s
uuf das Wicken der Jesuiten in Ostasien hin. Reichstags
ibgeordneter Erzberger räumt in der Nolonialpoli
ik'der Missionsfrade den Vorrang vor allen andern Fra
on ein.
Die Versammsung beschloß sodann, den Katholiken
ag im nächsien Jahre in Mainz abzuhalten.
In der zweiten zffenthichen BVoltsver«
a m mlung, de bem Missionswesen gewidme;
bar, führte Fürst Schönburg⸗Glauchau den Vor.
itz. Er verlas das Antworttelegramm des Kaisers
s von der Versammlung mit einem dreifachen Hock
ufgenoninien wurde Das Teltecranim bot é“»ladender
vortlaut:
Ich spreche den dort versammeltien deutschen Katho
iken für das sreundliche Gedentlen und die Versicherung
uer Ergebenheit meine:: Dauk aus.
gez. Wilhelm J. R.
Sodann überbrachte der Erzbischof von Mil
»autkee die Grüße der katholischen Föderg ion alle!
merikanischen Nationen. ANach ein tesegraphischer Gru
er katholischen Deutschen zu RNocdamerita bar einaetroß
en und wmurs heratzgnt cisgenomer—
KEEEEEEEBVL
2 2 9
Landwirtschaftliches.
Zur Aufbewahrung des Winteroblites.
dr. Paul Sorauer ist durch seine vielseitig angestellten
Gersuche bei der Aufbewahrung des Winterobstes zu dem
Schlusse gelangt, daß feuchte Luft im Aufbewahrungsor!
zur dann einen schädlichen Einfluß auf das Obst ausüot,
Jenn dasselbe an der Schale verletzt ist. Feuchte Lufi
e wesentlich dazu bei. die Frische des Obstes zu erha
en, da die Wasserabgabe der Früchte in feuchter Luft eine
janz geringe sei oder bei Aufbewahrung im feuchten Sand
ogar eine Wasserzunahme stattfinde. Ist daher die Schale
»es Obstes bei Lagern in trocknen Orten durch Verdunsten
rn Wastor inι—“minit molt enrden — ẽĩo fkann —
ich gewesen, denn derselbe wußte seine Pantpnen memr
m Gerinsten zu beherrschen.“
„Ich kann es mir denken,“ bemerkte der Kommerzien⸗
at. „Du kannst die Baronin auf alle Fälle von mir
rüßen und ihr sagen, daß ich ihr nicht zürne. falls Dn
e wieder sehen solltest.“
Herziich verabschiedete sich zder sunge Maler von dem
ranken Onkel und schritt in gehobener Stimmung seiner
Lohnung zu. Noch etirmal schien ihm eine schöne Hoff—
iung zu winken und seine Rettung vom schaͤudlichen Un—
ergange möglich zu sein. Die Gunst des »bien Homberg
Jalte sich noch nicht von ihm abgewandt und Matthey
konnte auch den letzten der gefälschten Bechsel decken und
unschädlich machen. Zudem hatte er die Freuudschaft
einer edlen Dame gewonnen, die sein Herz mit hohen Ide—
alen erfüllen und ihn aus dem Banne finsterer Weiden—
chhaften befreien helfen sollte.
Freudig wie noch nie betrat Matthey sein Atelier und
ach Einnahme eines kleinen Frühstücks begann er so—
zleich seine Arbeit, die Vollendung des Portraits der
leinen Baroneß Erna von Sassen.
Noch keine Stunde hatte Matthey bei seiner Arbeit
zerweilt, da kam auch die Baronin von Sassen und deren
Töchterchen selbit zu dem verabredeten Besuche.
Nach freundlicher Begrükßung saate die Barostin mit
euchtenden Augen:
„Ich bin wirklich ganz erstaunt, Herr Matthey, Sie
chon bei der Arbeit und heute so fröhlich zu sehen!“
„Ich habe auch allen Grund dazu, fröhlich und arbeits—
ustig zu sein,“ erwiderte der Maler und schob der Baro—
nin einen Stuhl zu, „denn hente Morgen ist eine Cent—
nerlast von Sorge und Qual von meinem Herzen genom—
nen. Komnierzienrai Homberg, mein guter Onkel, ist
aach schwerer Nacht fiebersrei und anf dem Wege der
Zessernug, und der edle Mann, dessen Güte ich leichtsin—
ua mißhrauchte hat sich mieder mit mir ausgesöhnt.
— — — — —— 52 —
1 „Dazn Ihre hochherzige Freundschaft gerechnet, gnãdige
zraul“ Soll ich mich da nicht irenen und ein neues
'eben anfangen!“ F
„Sehr brav, Herr Matthey, sehr brav,“ entgegnete die
dame, „ich freue mich außerordentlich über die große Ver⸗
nverumg in Ihrer Gemütsstimmung. und ebeuso bin ich
äν sae r Sor Onkesnuf dem Mogo
elde durch längeres Einbetten im seuchten Sande wieder
u ihrer früheren Spannung gebracht werden. Die Ge⸗
dichtzzunahme in feuchtem Sonde, sowie die Gewichtsab—
ahme in trockener Luft, hängt unter allen Umständen von
er Indiridualität der Sorte ab. Die Verdansiung und
Passeraufnahme durch die Schale wird um sc geringer sein,
e dicker die über die Schale gelagerte Bachsschichte ist,
ber um so größer, wo z. B. wie bei den Lederüpfeln
der sonjt rauhschaligen Repfeln diele Wachs schichte sehlt;
aher verlangen letztere insbesondere einen nicht zu trok⸗
men Auf ewahrungsert. Sorauer besbachtete eine Wasser⸗
bnahme bis zu 108 bei Lederämeln, die auf Stetlagen im
„fler auufthbewährt wurde
Aus aller Wolt.
Die Affäre von Gagern. In der Angelegenheit
des Generais von Gagern hat der Kaiser persönlich in
hie Untersuchung eingegriffen. Das Rabinett ist beauf—
ragt, die Prozeßakten des Generals zur Vorlegung ein—
ufordern. In unterrichteien Kreisen erwartet man nach
en Erfahrungen in fruheren Fällen eine außerordentlich
charfe Kabineltsordre.
Kampf mit Wilderern. Der Jagdpächter Klemens
nuf Gleiwitz traf in seinem Revier drei Wilddiebe, die
nuf ihn schossen. Als er sie aussorderte, ihre Gewehre
tiederzülegen, und sie dies nicht taten, erschoß Klemens
inen der Wilddiebe.
Großfenuer. Eine gewaltige Feuersbrunst hat einen
roßen Teil der Stadt Altstrelitz in Schutt und Asche ge—
egt. Insgesamt sind 59 Gebäude zerstört und 60 bis 70
zamilien obdachlos geworden. Das Feuer brach gegen
bend aus. Die Situation war sehr vedrohlich, da es
n Wasser mangelte Personen sind nicht zu Schaden ge—
zömmen. Der Brandschaden ist bedeutend und nur teil
veise durch Versicherung gedeckt.
Hundert Militärpferde in Fenersgesahr. In der
dacht brach auf der Besitzung des Gutspächters Hillebrecht
n Heins bei Ahlseld ein großes Feuer aus, das drei
Ztallgebäude vernschtete. In den Stäallgebäuden waren
undert Pserde zweier Eskadrons des Jägerregiments zu
bserde Nr. 2 aus Langensalza, das bei Alsseld manöv—
ierte, eingestellt. Bei dem Brande sind neun Pferde um—
ekommen. Eine grose Anzahl anderer Pierde ist verletzt
ind wird wahrschenlich getöret werden müssen. Bei den
tdettungsarbeiten st der Sohldat Helm des Regi—
nents Jäger zu Pferde verbrannt. Durch die Un—
vorsichtigkeit eines Soldaten fiel in der Scheune, in der
die Pserde sianden, eine Laterne un und entzündete das
zerumliegende Sexoh und Hen. In kurzer Zeit stand die
zanze Scheune n Flammen, und de wiid gewordenen
Pfierde, die sich zum Teil lossgerihen hatten, stürmten im
jalopp über die Felder. Die sofort alarmierteu Mann
chaften drangen in die brennende Scheune, um die Pferde
zu retten, die sich noch im Inneirn besanden. Dabei isl
der Gesreite Helm durch herabstürzende Gebälke tödlich
nerletzt. Die Scheune brannte bis auf den Boden mieder.
Der russische Staatsbahnsumpf. Die Revision der
Zibirischer Bahn durch den Senator Graf Medem ist erst
zei einigen wenigen Stationen durchgeführt, hat aber be—
eits Unterschleife im Umsange von 23 Millionen Rubel
ufgedeckt. Außerordentlich aroß waren die Unterschlag—
ingen beim Bau des Viadukts in der Nähe von Omst.
Bielfach wurde die Erhebung von Geldern auf gefälschte
Frachtbriefe festgestellt. Unterschlagungen der Beanten und
alsche Buchungen kamen in großer Zahl vor. Ganz be—
onders ausgezeichnet durch große Unterschlagungen sind
ie Stationen Omsk, Nowo-Nikol“ajewsk, Araßnojarsk, In—
iokentjeskaja. Vier Betriebschefs sind bereits verhaften
ind dem Gericht übergeben worden.
Die englischen Spione. Nach den inzwischen ge—
nachten Feststellungen haben die zwei verhafteten Englänu
»er von Hamburg, wo sie sich trafen, mehrere Nordsee
znseln besucht. Mittels eines vorzüglichen Apparates ha—
en sie Aufnahmen gemacht. Im Besitz der Verhafteten
efand sich sogar ein Buch zur Anwendung telegraphischer
zeheimschrift. Die Verhafteten gaben an, daß die ge—
machten Aufnahmen und sonstigen Aufzeichnungen für
ine englische illustrierte Zeitschrift bestimmt gewesen sei
Erdbeben. In Almeria (Spanien) wurde ein leich—
es Erdbeben verspürt. Die Bevölkerung flüchtete entsetzt
ns Freie. Die Aufregung ist sehr groß. Personet wur—⸗
en nicht verletzt, dagegen sind mehrere Häufer kinge—
ürzt. Einzelheiten fehlen noch
Verständigung unter Tauben. In der Monats—-hrift
„dosmos“ teilt Karl Bartes (Schöslschitz) folgende
zeobachtung aus dem Tierleben mit: „Ich lag noch im
zett und hing meinen Morgengedanken nach, als mich ein
zeräusch durch das ge'schlossene Eckfenster der Schlafsiube
licken ließ. Zwei Tauben gingen anf der Erde des Blu
enkasten hin und her und pickten geschäfiig die erst vor
irzem eingesetzten Blumensamen heraus. Ansangs wollte
bh sie verfscheuchen, suchte jedoch bald durch täuschende
dachahmung des Tanbergirrens ihr Verhalten zu diesem
on zu erfahren. Erst hielten sie inne, dann reckten sie
ch empor, streckten die Hälse, gingen unruhig hin und
er, und als mein Locken und Gurren nicht lassen wollte
ind immer heftiger wurde, fingen sie einen kurzen Tanz
n und flogen schließlich erschreckt davon. Ich legte mich
uss andere Ohr und spann meine Gedanken weiter, als
.. —2äια α Scharren und Mochen aun 8
)er Besserung, ist und von den schrecklichen Folgen des
nörderischen Überfalls verschont bleibt.“
„Ja, Gott sei Dank, scheint mein guter Onkel gerettet
n sein!“ rief Matthey und in seinem Herzen stritten sich
ie Gefühle der Freude oder Schuld. „Ich betrachte über—
aupt das ganze Unglück als wunderbare Fügung des all—
nächtigen und allweisen Gottes, damit die geprüsten
menschen zu einem höheren und reinern Gliüsck gelaugen.
üch hat das Unglück wenigstens aufgerüttelt aus meinem
eben der Torbkeit des Leichtsinnes, und ich habe auch
n weinem Onkel, der unschuldig so viel leiden muß und
och kein Wort der Klage über seine Lippen kommen
eß, sondern geneigt ist, ebenfalls in dem Unglück ein
zührung zum Besseren zu erblicken, die wahren Güter
es Lebens schätzen gelernt. Hie heißen Pflichtgefühl,
hotthbertrauen und ein die Erbaͤrmlichkeit dieser Welt
erachtender Idealismus. Ich bitte Gott um weiter nichts,
ls um die Kraft, die Wege hinfort u gehen melche ick
ür gut erkannt habe.“
Mit wadsendem Staunen blickte die Baronin auf
en jungen Maler, der ihr hente so ganz auders vorkam,
Natthey beachtete diese Verwunderung der Dame indessen
— 000
intlitze der jungen Baroneß zu, deren Portrait er zu
ollenden hatte. Mit scharfen Blicken verglich er das noch
mfertige Bild mit den lieblichen Zügen des Kindes, und
ann fuhr er ernst und schwetgend mit seiner Arveit sort.
zrft als die Geduld der auf einem Stuhle vor dem
Naler fitzenden Erna erschöpft zu sein schien. machte er
ine Pause.
‚Fꝙ bin heute ein gutes Stück mit meiner Arbeit
vorwärts gekoinmen,“ sagte er dann lächelnd, „und ich
laube, guaͤdige Frau, daß das Rild schon moraen fer—
ia werden wird.
„ESchon morgen?“ frug die Barynin ungläuhig.
Sagen Sie lieber „erst morgen“ denn das Bild hätte
a schondängit fertig sein müssen, wenn ich früher so
leißig daran gearbeitet hätte, als heute. Und morgen
herde ich so zeitig mit der Arbeit beginnen, daß ich Ihnen,
denn Sie gegen elf Uhr kommen, wahrscheinlich schon das
ertige Bild üͤberreichen kann.“
Morgen werde ich aber zu meinem Bedauern aber
ahrscheinlich nicht das Vergnügen haben können, Sie zu
. tt e Mary 8 hin sheufto 20 Nire
ensterscheibe meine Blicke neuerdings zum Fenster lenkle
)a stand kampfbereit ein mächtiger Tauber draußen und
egehrte mit energischer Geberde, unter kurz hervorgesto
enen Lauten Einlaß. Er mußte eben angeflogen sein
das seltsame Gebaren des Vogels war mir anfangs un
erständlich. Ich verhielt mich völlig still und war übri
ens in dem dämmerigen Zimmer zu verborgen, als dal
nich der Tauber hätie irgendwie wahrnehmen können.
Zein Benehmen jedoch zeigte mir deutlich an, daß er in
er Stube den Nebenbuhler suche, mit dem er ein Sträuß—
hen wagen müsse. Als ich nun menerseits auch der Zu—
ückhalummng heraustrat und mich dem Gegner, allerdings
ioch unsichtbar, zur Verfügung stellte, leidenschaftlich und
ann wieder mit un erdrückter Wut zu girren anfing, da
geriet mein Tauber so außer Rand und Band, daß ich
ernstlich um das Schicksal der großen Spiegelscheibe be—
orgt wurde, rasch zum Fenster sprang und den mutigen
Vogel verscheuchte Wer hat nun den Tauber auf mich
rufmerksam gemacht? Wer hat ihm den Ort gewiesen und
»en Weg dahin? Wer sagte ihm: Du, dort ist ein ver—
luchter Kerl von Nebenbuhler, schaff' Ordnung? Er selbst
onnte mich nicht wahrgenommen haben, denn wie ich mich
päter unzweideutig überzeugte, hatten ihn die Tauben
uus dem Koppel des Nachbarhofes erst geholt.“
Das Erwachen des Vulkans Hekla. Nach einer
an die „Tidens Tegn“ aus Reykjavik eingegangenen Mel—
dung befürch et man auf Island einen Ausbruch des Vul—
kans Hekla. Die Isländer haben während des vergange
nen Sommers konstatiert, daß der Schnee auf dem Berge
Aötzlich zu verscehwinden angefangen hat. Stellen, welche
hiele Jahre hindurch immer von Schnee bedeckt gewesen
ind, liegen jetzt ganz nackt. Da der Sommer kalt gewe—
en ist, muß das Schneeschmelzen auf die innere Wärme
des Berges zurückzeführt werden. Das Schmelzen de—s
Z„chnees war von jeher das sichere Anzeichen eines vul
anischen Ausbruchs, und die Bauern, die unterhalb des
berges Heksla wohnen, befinden sich deshalb in sehr gro
jer Beforgnis. Es agibt aber' noch andere bedentliche An
eichen für den bevorstebhenden Ausbruch des Vultans. Der
—DDD0
ius der Krateröffnung empor, und ab und zu sind grö
zere und kleinere Erderschütterungen wahrgenoimen wor
O» Wie kann der Zeitungsleser mitarbeiten?
zine Zeinng reichhaltig und inte essant zu gestalten, ist
eine so leichte Sache. Tenn erstens passiert nicht stündlich
iwas für die Zeitunz Bemerlenswerltes, und zweitens
ommen wichlige Vorkommnisse osut nicht rechtzeitig oder
jar nicht zur Kenninis der Redaltion. Viel!e glauben, der
n der Redaktion weiß alles, was Wich!iges in der Stadt
vezw. im Orte vorgeht. Ist z. B. in einem Hause ein
Unglücksfall passiert, dann bäicken die Hausbewohner am
leichen Tage noch in die Zeitung, um zu lesen, was sie
denn darüber schreibt. Doch enttäuscht legen sie das Blatt
zur Seite, es ist nichts davon zu kajen. Verwundert sragt
sich mancher, wie das mögich ist! Die meisten denken
aber nicht daran, daß sie einen Teil der Schuld mittra
gen, weit sie es unterlassen haben, der Redakt'on von
dem Vorkonmsmutis Mitteilung zu machen. Jeder kann met
ellen, wenn er unserer Redaktion wichtige Vorkommnisse
asch und wahrheitsgemäß entweder persönlich, schriftlich
der tesephonisch mitteilt. Natirlich soll man nicht jede
leinliche Vorlommuis mitteien, auch nicht Angaben ma
hen, die für andere eine Beleidigung enthalten. Allge
nein interefsterende Milteilungen sind dagegen ste's will
ommen und werden auf Anorderung enisprechend hono
iert VBei Nachrichten tatsächlicher Nanur verlangen wir
uücht eiwa stilgerecht abgefaßte Mitteilungen, sondern es
enügt, wenn der Sachverhalt kurz und wahrheitsgemäf
iedergeschrieben wird. Berichte über in Aussicht genom
nene Versammlungen der in unserem Blatte inserierenden
Vereine ꝛc., sowie solche über stattgehabte Veranstaltungen
iller Art werden bestmöglichst im redattionetlen Teil ver—
verlet. Solche müssen aber in tnapper Form ohne jeden
Ballast abbgefaßt sein und so schnell als möglich einge
andt werden. Wir bitten dringend, jeweils nur eine
Zeite des Manustripts beschreiben zu wollen. Jede Lese
in und jeder Leser sollte Mitarbeiter unserer Redaktion
ein, die dann die Wünsche des GEinzelnen eher herücksich
ingen kann
—AJAJAEccZ——„—«
Humoristische Ecke.
*Sieg der Vernunft. Schuldner: „Im ersten
Augenblick war ich über den Mahnbrief so empört, daf
ich das Geld in ein Kuvert steckte und zur Post rannie;
aber unterwegs siegte die ruhigere Ueberlegung — ich
hab's wieder mit nach Hause genommen.
*] das Erbstück. „Aber, Michl, seit acht Tag' gehj
Du mit der großen blauen Brill'n — sag' mir nur, wie
hast Du Dir denn Deine Augen so ruiniert?“ — ‚Gar ne
g'erbt hab' ich s.“
*Nobel. „Neilich jehe ick zu menem guten Freind
Zchulze und sage: „Willem, Du kannst mir wott nen
Ddahler pumpen!“ Was meenst De — holt er 'n Sach m.
dahler und schüttet se u'sn Disch und sagt: „Da Fritz
uche Dir eenen 'raus!“ ... So 'n Protz!“
*Im Frauenklub. Vorsitzende Machdem sie sick
uurch achtmaliges Klinzeln endlich Gehör verschafft hat.
Meilne Damen stautenmäßig sollen vor Ansang der Sitz
. — rar2— nordon Qch ichinnno vwar
Soire bei Frau Geheimrat Springer geladen, und ig
fürchte, daß ich wider meinen Willen länger dort verwei⸗
len muß, als sonst meine Gewsohnheit ist.“
„Ja, ja, ich verstehe vollkommen, gnädige Frau. An
die Soire wird sich vermutlich ein Ball anschließen, und
der kann bis tief in die Nacht hinein dauern.“
„Der Ball hat keinen Reiz für mich,“ entgegnete die
Baronin und aus ihren schönen Augen blitzte es fast un⸗
villig nach dem Maler hinüber. „Ich werde heute Abend
icher nicht tanzen, aber einer lieben Freundin, die weder
Bater noch Mutter hat, und von Fretern umschwärmt
wird, will ich beistehen. dek sie nicht den Unrechten
wählt.“
„Wie edel von Ihnen, gnädige Frau!“ rief Matthey
in seiner Verlegenheit. „Wie konntt ich nur auf den Ge⸗
danken koummen, daß ein Ball noc, grohen Reiz auf Sit
haben konnte. Verzeihen Sie pir gariit.“
Sehr gern,“ erwiderte die Baronin lachend, und ern⸗
Ler fuhr ste fort: „Aber dreierlel müssen Sie mir d
speen. Soerr Masthey. menn ich Ihnen ganz verzeib
u
„Gewiß, gewiß, gnädige Frau! versicherte der Ma
„Nun erstens müssen Sie sich geloben, von einer Da
nie kleinlich zu denken, denn dies ist ein großer Feh
ieler Herren, zweitens müssen Sie mir versprechen, di
zuten Vorsatz, das Bisd Ernas bis morgen Mittag z3.
zollenden, auch wirklich auszuführen, und drittens bitt,
ich darum, daß Sie mir morgen durch eine kurze brief
uihe Fitteilung wissen lassen, wie es Ihrem Herrn On
el geht.
Fast unwillkürlich war der schönen Witwe bei de
etzten Worten eine Blutwelle ins Antlitz gestiegen, un
ie stand einige Augenblicke verlegen da, denn sie fühlt
—E 0
aten hatte.
„Ich gebe Ihnen Inein Wort, alle drei Wünsche 3
rfüllen,“ autwortete“ Matthey, dem die Seelenbewegun
er Baronin sast ganz entgangen war, mit einer tief«
zerbengung. „Gern werde ich Ihnen auch über das B
inden meines Onkels berichten, der Sie übrigens, gn
ige Fran, grüßen und durch mich wissen läßt, daßee
hnen nichts zu verzeihen hat. da er Ihnen niemals «
rnut hat
diesen Paragraphen zu ändern ... pie nucht reden du
en, müssen ausgelost werden!“
mMißverständnis. Bauer (nach einem ho
iber ihm schwebenden Ballon blickend, als eine tüchtig
Portion Sand vom Ballast ihm ins Gesicht gefloge
ommt): „So a neidisches Stadtvolk.... net a mal le
en's een 'naufschaun!“
*Auch etwas. Kommis (zum NRleiderhändler,
„Sie wollen mir für diesen Anzug nur acht Mark gebent
Nleiderhändler: „JJa, dafür werden Se aber auch mo
gen in der Zeitung lesen, daß ich hab' zu verkauien
von Herrschaften abgelegte Kleider
Ein Kenner. Der kleine Franz (durch ein Par
errefenster blichend, in dem sich ein Redaltionsbureau be
indet, zu seinem Vater): „Papa, wacum machen die Hei
en da drinnen lauter so traurige Gesichter?“ — Mein
nebes Kind, die prüfen die ihnen eingesandten Aneldot
ür ihr Wißkhsaett!
—
us einem Theaterverein. Dilettaun
errezt aus der Kulsse stürzend, zum Kommandanten,
„Brüht die Zicken auf, der König naht!“ EStatt: „Zien
die Brücken auf, der König naht!“
eiun Bardnuer. »aun bouet Kachin, die nag
einem Streit mit der Lerrichase ihrer Fraun getündigt,
bau: „WMas füllt Ihnen ein desweçen zu kundigen, seher
Ste denn, daß ich immer gleick und gel“
*
Wöelsst ol z. Agent: „Frau Gräfin, hier hött' ir
einen großariigen Blutreinigunge!ce“ — „Grasin: „Ur
berschänethe.tl Das Blut duen von Hochheim ist ßets ren
gecwesen!“
Gerechter Abscheu Ladnerin: „Wünschen S
bielleicht die Strümp'ie fleischsarken?“ — Kouser: Neir
nein! Ich bin Vegetarianer!“
n
Einemittleidige Seele Mutter: „Du bi.
gestern abend in der Vorstadt mit einem jungen Semn
gesehen worden.“ — Tochter: „Ach, der arme Teenlch fürd
tete sich in der einsamen Gegend so sebrr
w
Ein Feigling. Ftäulein: „Was ist das do
für ein junger Mensch, der immer Relßaus rimmt, wen
wir ihm auf der Promenade begegnen?“ — Freundin
‚Ach, der hat mir mal vor mehreren Jahren das Lehe,
gerettet!“
*
Dem Verdienste seine Krone „Dounel
wetter, Herr Kamerad, haben eicnes Bild belr? uzt?“
Auch hervorraßende Veranlassun. Jestern im Kasin⸗
fünshundertite Ananas-Bowle jebraut!“
— — 53
Jeffersons zehn Lebensregeln.
Die folgenden Regeln für das praktische Leben gat
der 1826 verstorbene, ehemalige Präsident der Vereinigter
Staaten in einem Briefe seinem Namensvetter Thoma⸗
Jefferson Smith:
1. Nie verschiebe auf morgen, was du heute tun kannß
2. Nie bemühe andere mit dem. was Du selbst tun
kannst.
Verschwende nie dein Geld, ehe du es hast.
Nie kaufe unnütze Sachen, weil sie billig sind.
Hochmut kostet mehr, denn Hunger, Durst und Kält
Wir bereuen nie, daß wir zu wenig gegessen habe
7. Nichts ist mühsam, wenn wir es willig tum
8. Wie oft haben jene Uebel und Schmerz verursad
welche nie eintraten.
9. Betrachte alles von der gu'en Seite.
Wenn du zornig bist, zähle Fehn, ehe du sprid
hist du aber sehr zornig, so zähle hundert,
ur
6
Splitter.
Nichts läst sich im Oesen 5rer tragen als —
eichtes Vortemonnaue J
Wer daheim säet, wird auf dem Markt ernten.
Große Höhe, — viel Wehe.
Nicht alle, die dreschen, haben Stroh im sKopfh
Wo eine Null steht, hätte eine Neun auch Platz.
Hochmut bettelt zudringlicher als Armut. J
Wo nur Eigennusz düngt, ist die Ernte Frevel.
Gekreuzigte Tugend steht nach drei Tagen wieder
Wem man oft schenkt, der lernt sordern.
Auch den stärtsten Grund zerstert maench Aber und U
Besser das Joch der Pflicht, als die Kette der 8
ierde.
Wer nach jeder Pfeife tanzt hat bald mude Beine
In 830 Dummheit schlagen auch Gesteshiße nicht ein
— M—
„Fur diese Mitteilung bin ich Ihnen außerordentlie
ankbar,“ entgegnete die Baronin errötend, „denn ich haf
s immer als eine Schuld empfunden, einst den Komme
zienrat schwer beleidigt zu haben. Es ist wohl nic
nötig, daß ich Ihnen ein Geständnis meiner Schuld mach
Ihr Herr Onkel wird Ihnen wohl einige aufklären'
Vorte gesagt haben.“
Matthey nickte zustimmend und sagte: „Es ist Alle
erziehen und vergessen!“
Dann verließ die Baronin mit ihrem Töchterchen da
ltelier des Malers.
—A00
ummten ihr noch lange die Worte in den Ohren: „G
alles verziehen und vergessen!“ — Wie konute, e
uch anders sein, nach so langen Jahren, wo die Leiden
Faft nicht mehr das Herz Hombergs beherrschte, urd
o sie ganz genau wußte, daß er einen edlen Charakter
esaß. Freilich das Wort „vergessen“ klang nicht so an
enehm wie „verziehen“, denn diese Erklärung Maithey⸗
rien darauf hinzudenten, daß der Kommerzienrat di
er zensgeschichte jseiner Ingend als tot und nichtig be
chtete. Und gerade jetzt, wo Homberg sich auf's ucun
⸗edler Charakter zeigte, und wie ein Märtyrer aui se
in Schmerzenslager ausharrte, erweckte der einst gelieb
dann die arößite Tenahmne im Herzen der Raraninev
assen.
„Wenn ich ihn doch sehen, wenn ich doch aus seinen
Nuude die Verzeihung hören könnte.“ dachte ie unnde
»arz schlug lebhafter.
Za.“ die für fiolz und unnahbar geltende verwitwen
ardnin Hilda von Sassen, geborene' von Hausen, liebt
eder den Mann ihrer Jugendliebe, weil er ihre böchl
chtung und ibre lebhafte Anteilnahme besaß, und wer
von Mojor Lingen anch erfahren hatte, daß Honbg
lotz seiner vorzüglichen Eigenschaften und seines Reid—
ims ein einsamer Mann geblieben sei.
Sollie die einstige Liebe Hombergs des edlen Patt
jersohnes, zu dem damaligen armen adeligen Fraͤute
on Hausen sein Herz so sehr erfüllt haben. daß er a
ANeren Heiratspläne aufgegeben?!