*,Das Lufischis,ßzeppelin6“. „L. 3. 6*
t unter Leitung Des Obernsenieur Dürrer Sounntag srät
Uhr von Fruerrichrasen ach BadenBaden ge—
aAhren und dort nach guesteneger giänzend verlaufenöert
zahrt gelandet. Tas Lndiechiff wurde in der neuerbau
en Lustischishalle uüntergeernht, und wird in den näch—
en Tagen Valaaerianoen unrnehnen
*Opfer der FLugschisfahr t. Der Sensemann
at in den letzten Janren unter den Piobnieren der Flug—
hiffahrt eine gransize Eente gehalien. In der kurzen
zeit ihres Bestehens sinrd insgesantt 19 Flieger tödlich
erunglückt:
—VV
otor
Otto Lilienthal, 21. Sopteniber 1886; Sinclair
Zichler, 30. Ottober 1889;3 Maloney, 18. April
905.
Auf Apparaten mit Motor gingen zu Grunde:
reuinant Selfridge bei Fort Bwer am 17. Septem—
ber 19808;
LBefevre bei Judiin, 7. Septemßer 1909;
ẽͤnea Rossi ber Roum. 7. September 1909;
dapitän Fer ber bei Vonlogne s. M., 22. Sept. 1909;
fernandez bei Nizza, 6. Dezember 1909;
2eon Delagrange bei Bordeaur, 4. Jannar 1910;
Ze Bhlou bei St. Sebaluen, 2. April;
ßauvetteMichelin hei Lyon, 13. Mai 1910;
Zosely bei Budapeit, 2. Juni 1910:
Speyer bei Eau Franzisko, 17. Juni 1910;
Robl bei Stettin, 18. Juni 1310;
Vachter bei Reims, 3. Juli 1910; 2514
daniel Kinet bei Gand, 10. Juli 1910; in das
Rolls bei Bournemonth, 12. Juli 1310o3
sie. Kinet bei Brüssel, 3. August 19103;
Valden bei Minoea 3. August 1910. anh
Aus aller Welt.
Ausgehobenes Spielernest. Die Berliner Polizei
‚jat in der Wilhe!mistraste einen Spieltlub aufgehoben, der
ort seit mehreren Jahren unter der Leitung eines pri—
aten Versicherungsbeamten sein Wesen irieb. Es wurde
ort nur Roulette gespiert und die Teiinehmer waren in
er Form einer Akrtiengesellschaft organisiert. Das Spiel
mtwickelte sich in der Weise, daß vorerst eine Bank in der
döhe von 5—26000 Mark „gegründer“ wurde. Auf den
Betrag der Bank wurden Aktien im „Nomimnalwerte“ von
ünf Mark aufgenommen. Jeder Teilnehmer am Spiel,
er die Raume veirat, war, um zugelassen zu werden,
erpflichtet, mindestens eine Aktle zu erwerben. Von dem
zewinn, der oft 4 bis 5000 Mart an einem Abend be—
rug, behielt der Banthalter, jener Versicherungsbeamte,
der auch die meisten Ablien innehatte, einen größeten Be—
rag für Miete, Beleuchtung usw. ein, und der Rest ist
ls „Dividende“ ausgezahlt worden. Als die Polizei von
—
nen, spielten längere Zeit mit, und stellten daraui die
bersonalien der Teilnehmer fest.
Ertrunken. Beim Kentern eines Ruderbootes auf
er Havel in der Nähe von Schildhorn sind ein Herr,
wei Damen und zwei Kinder ertrunken, während drei
bersonen gerettet werden konnten. Auf der Spree in der
stähe von Treptow fielen zwei junge Kaufleute beim Bal—
hen aus dem Moilorboot ins Wasser und ertranken.
May rührt sich. Zum Prozeß Karl May veröffent—
ichen May und sein Rechtsanwalt Dierps im „Hohenstein
ernstthaler Tageblatt“ eine angeblich eidliche Aussage des
ürzlich von May verklagten Arbeiters Krügel und dessen
Frau, wonach Lebius dem Krügel vor der Verhandlung
2000 Markt für eine falsche Aussage geboten habe. Krügel
abe aber abgelehnt.
Großfener. In Thaͤlheim bei Tuttlingen sind in
der Nacht von Samstag auf Sonntag 10 Häuser nieder—
zebrannt. Ein zehnjähriger Knabe ist in den Flammen
imgekonmen. Die Entsiehungsursache des Feuers isi
noch nicht bekannt.
Kieler Werftdiebstähle. Die Untersuchung in der
Angelegenheit hat ergeßden, daß Beamte der Werft an
den neuerdings festgestellien Unterschlagungen nicht betei—
igt sind. Ein auswärtiger Großhündier hat eingestanden,
eine Angestelsten zu den Untoriechlagnngen angestiftet 2u
aben.
Spionitis. Auf Borkum wurde ein englischer Spfon
zerhastet und in das Emdener Gefängnis eingeliefert.
Diebstahl von Militärßapieren. Aus Rom wird
zemeldet: Diebe sind in das Fort Magdalena eingedrun—
zen und haben etne bedeutende Geldsumme, sowie Fest
ings- und Mobilisationspläne gesipblen. Eine sĩtrenge Un
ersuchung wurde eingeleitet.
Defraudauten. In Rew-York sind die beiden frü—
zeren Direktören der Ban'gesellschaft von Illinois wegen
Beruntrezmunng verhaftet worden, darunter der Sohn des
vedannten Finnizuannes Harrison. Die Unterschlagungen
helaufen sich auf angeblich 6 Millionen Mark.
Welbbrände. „Daily Chroniele“ berichiet über die
zroßen Watdbrände, welche seit einigen Tagen im Nord—
desten der Vereinigten Staalen wüten und große Flächen
tarken Waldes bereits in Asche gelegt haben. Die Wald—
„rände haben ihren Ursprung in der Nähe der kleinen
5tadt Wallace. Diess Stadt ist schwer bedroht. Seit drei
Fanen fehst * J ——— I Ve
Du morgen gehaugl oder gekboft werden solltest So wen
st es noch nicht mit uns.“
„Du solltest Deine chnischen Bemerkuͤngen ein für alle
Nale unterlassen, Durau,“ bemerkte der Maler jetzt zornig
ind seine Augen sprühten Blitze. „Ich habe noch einiges
Mitgefühl im Herzen und wenn in Deiner Brust noch
uicht alles Gefühl erstorben ist, so solltest Du meine Em—
findungen ein wenig achten.“
„Num, der Geizhals ist ja noch nicht tot, er wird viel⸗
nehr wie allgemein gesagt wird, mit dem Leben davon⸗
ommen, und sein Diener wird aus der starken Betäubung
ruch wieder aufwnachen. Warum machst Du Dir also
Sorgen!“
„Du Unmeusch, Du Scheusal!“ rief jetzt Matthey fast
iberlaut und mit zornig flammenden Augen vor Vuran
gintretend, „denkst Du denn gar nicht daran, daß Homberg
nein Onkel, mein Wohltäter ist, und ich nicht wünschte,
»aß Du ihm so übel mitspielen solltest.“
„Sein Ontkel und Wohltäter!“ lachte Duran in teufli—
her Weise. „Nun, warum hat der reiche Onlel Dir und
nir dann nicht geholfen? Er hätte uns ruhig in das
Zuchthans stecken lassen, wenn die Wechselfälschung an den
Tag gekommen wäre.“
Matthey wurde leichenblaß und eine furchthare Ver—
egenheit malte sich in seinen Gesichtszügen.
„Ja, ja, wir befanden uns in einer entsetzlichen Lage,“
lüsterte der Maler dann leise, „wir mußten entweder
Seld schaffen oder in's Zuchthaus wandern, und in der
Lerzweiflung kamen wir auf den unseligen Gedanken
neinen Onkel zu bestehlen.“
„Das ist der einsache Sachverhalt, der weiter keine
chlimmen Folgen gehabt hätte, wenn Homberg bei der
durchsuchung des Schrankes nicht plötzlich aus den:
Schlafe erwacht wäre. Da mußte ich mich doch verteidi—
ien und konnte mich von Deinem Onkel nicht als Dieb
estuebmen lassez.“ erwiderte Durau altblütig
4 „Die ganze Affäre lief eben auch wider meinen Willer
inglücklich aas, denn daß ich ihm am liebsten kein Fän
hen gekrünmit hätte, das brauche ich Dir wohl nicht ers
u versichern, Matthey.“
„Du haste in Deiner Weise ja immer Necht,“ antwor—
ete der Maler mit spöttischem Lächeln, „aber ich fühle die
irchtbare Mahrheit des Dichterworfes jzt yon Smse
k?inwohner. Da von allen Seiten das Feuer um vBle
tadt wütet, kann man nicht in die Stadt hinen und ist
hne jede Nachricht iber das Schicksal der Bewohner. Die
etzien Nachrichten aus der bedrohten Stadt besagen, daß
ie Stadt von allen Seiten volistoͤnd'g von einem Flam—
nengürtel umgeben sei, und daß keine Hosinung vorhan
»en sei, die Bewohner zu retten. Die Meldung fügt«
inzu, daß die Cinwohner verzweifelte Versuche machen
ch zu retten, indem sie der Eisenbahnlinie entlang lau—
en. Da jedoch die Eisenbahnbrücken im Osten und We
len der Stadt vollständig aus Holz sind, dem Feuer alse
einen Widerstand leisten, so fürchtet man, daß diese Brük—
en vom Feuer vernichtet worden sind und daß die Be—
vohner dadurch verbindert sind. die Flüsfie zu überschre
en und iüich au reiten
Saoeh kingt vas Lies vom braven Manune. Es
var feing Aunn, der die wackere Tat vaerachte, sondern
n dreizeznihtiger enabe.. . In Rünchen siel ein zehn—
aührlger Anabe in enen reiscnden Vach. Zuschauende
denner waßten es nicht, ihr Leben an die Rettung des
ist Ertrenkenden zu wagen. Ein dazukommender' Knabe
prang beherzt ins Wasser und holte den sonst verloren
erescnen brnaben heraus. In der tleinen Brust des
dre zehnjährigen leblen mehr Mut und Entschlossenheit,
als in den Herzen der Männer, die ratlos am Ufer des
Eisbaches standen und einen dem Ertrinkenden nahen
neaben treiben lietben, ohne ihm Hilse zu bringen. Der
3ube aber sprang seinem Spietkameraden enitschlossen nach
ind rettete ihn vor dem sicheren Tode. Beschämt standen
die „Munner“. Ernst von Possart hat nun dem
rauen Lebensretter Anton Hermann, München, Lerchen—
ꝛditraße 14. 10 Mark und jocgendes kleine Gedicht ge—
andt:
dem kleinen Lebensretter „Hermannks“.
„Hoch klingt das Lied vom braven jungen Mann
Der sich nicht lange erst besann,
Nein, der da sprang ins kalte Isarbette,
daß er den lieben Spielgenossen rette.
Wär' ich ein Fürst, mein kleiner tapfrer Mann,
Ich steckte Dir das Rettungszeichen an,
doch da ich nur ein einfach Menschenkind,
dem solche Rechte nicht verliehen sind,
So send ich braver deutscher Junge Dir
Mit schönstem Gruß die goldene Münze hier;
Nicht, um als äußere Zierde sie zu tragen,
dein, daß Du sie verwendest nach Behagen.
3war ist es nur ein sehr bescheid'ner Lohn
zür Deime Heldentat, Du waäckerer Sohn,
Ddoch blüüht Dir ja der Lohn, daß jedermann
dich schätzt und liebt, für das, was Du getan,
ind das ist mehr, mein Kind, als Dir im Leben
Sin sichtbar stolzes Ehrenktreuz kann geben. —
der gate Gott erhalte Dich in Gnaden
enchtend VBeispiel Denen Kameraden
nürchen. den 10 NAuguit 1910.
ürnisit v. Possart
Weinumsatz in der Bierstadt. Man sollte es nicht
zlauben, daß in einer ausgesprochenen BVierstadt ohneglei—
hein wie München, democh ein großer Weinkonsum mög—
ich wäre. Man lese nur: Der Umsatz allein im Münche—
ier Ratsseller im Jahre 19059 an Weinen betrug nach
»en vom städrischen Finanzreferat bearbceiteten Rechnungs—
rgebnissen (Bericht über den Stand der Gemeinde-Ange—
egenheiten, 2. Teil) 222,792 Flaschen Weiß- und Rot—
verne, Erlös 415,336 M. 23 Psg., 11821 ganze und
796 halbe Flaschen Schaumweine, Erlös 92 223 M. 533
bfge, und 925 Flaschen Medizinalweine und Spirituosen,
xrlös 1700 M., zusammen 509 259 M. 76 Pfg. An die
tädtischen Kransenhäufer und in sonstige städtische Anstal—
en wurde für 14 790 M. Wein abgegeben, Ehrenwein sür
597 M. Ab Oktober 1909 wurden auch die in den städ—
ischen Krankenanstalten benötigten Medizinalweine und
zpiriuuosen nicht mehr von den betr. Verwaltungen, son—
ern von der Weinlellerei angekauft und an die Anstalten
eliefert. Der Haustrunk berechnete sich auf 337 M. 64
—
der Verkauf von Ausichtspostkarten und Ratskellerbeschrei—
»ungen, die ebenfalls von der Gemeinde geliesert werden.
rachte 2750 M. ein
Das Eude des wüeerschaums. Die Zelt rüch her⸗
n, wo es kernen NMeerschaum mehr geben wird. Die Ver—
breitung dieses eigentumlichen Minerals ist zi. ar ziemlich
roß, aber neben den Ablagerungen in der asiatischen und
uropäischen Türkei kommen andere nicht in Betracht. Sein
Berbrauch ist frelich cuch nicht sehr geeß, ür Tabaks—
„jeifen und Zigarrenspitzen wird er jedoch noch andauernd
eschätzt und kein Wechsel der Mode hat ihzn zu verdräm
en vermocht. Da abax die natürlichen Vorräte ihrem
ende entgegengehen, isß es beruhigend, zu hören, daß jetzt
chon ein Ersatz vorhanden ist. Es liefern gewisse Kür—
ispflanzen in Südafrita einen Stoff, der dazu geeigneit
st, den Meerschaum vollkonimen zu ersetzen. Diefe Kür—
zispfeisen oder Ralabassenpfeifen, wie sie auch genannt
verden, sind von einer unvergleichlichen Leichtigkeit und
chon nach der natürlichen Form nicht zwei einander gleich.
zn der Farbe sind sie dem Meerschaum durchaus ähn—
ich. Ein Raucher, daer bisher vielleicht seine Familie
ernachlaässigte, um eine Meerschaumpfeise anzurauchen, isi
etzt der Beinhrung ausgesetzt, sich eine solche Pseife so—
* 2X167. ⸗ * J ——
n Siunde riehr, datz es A der yrÊt—
eugend Böses zu gebären.“
„Ans unferem frevelhaften Hazardspiele und leichtsin—
ideun. Lebens wandel entslanden uinere Schulden,“ iubr
er Maler alsdann fort, „aus den Schulden wuchsen die
ügen, aus den Lügen dieser Betrug mit den salschen
Wechseln, aus den falschen Wechseln der Diebstahl, aus
»em Diebstahl der — Mord. Großer Gott, es ist weit
nit uns in einem Jahre gekommen!“
„O, jetzt wirst Du sentimental und schwach,“ höhnte
durau, „anstatt mit festem eisernen Willen dem Unheile
u trotzen, welches noch von uns abgewandt werden kann.
Venn Dein Geist von dieser schwachen, schwankenden
lrt war, so höttest Du Dich mit mir in keine Compag—
ciegeschäste einlassen sollen.“
„Ja, verflucht sei auch die Stunde, wo ich Dein
Freund wurde, Durau,“ erklärte Matthey mit flammenden
ugen, „denn Du bist mein Verführer gewesen und hast
nach ins Unglück gestürzt.“ J
Ein teuflisches Lachen erschallte jetzt als Antwort aus
durau's Munde und er frug mit kaltem Hohne:
„Warst Du viclleicht ein unmündiges Kind, Maitheh,
aß Du nicht selbst Eutschlüsse fassen konntest, ob Du
eineu kostspieligen Passionen fröhnen oder entsagen
volltest? O, verschoue mich mit Teinen remmütigen Ein⸗
Tinduugen. dergleichen Ergüsse önd mir verhaßt. Ge—
„so gibe es ν, un —
adren zu entgehen, schleunige Flucht nach Afrika od
merika 8 ug Selbstmorb. Du mußt Dich aber bald
tscheiden, welches Mittel Du wählen willst, wenn Du
cinem Vorschlage nicht folgen willst, denn die Gefahr
im Vorzuge. Von den falschen Wechseln ist einer noch
bezahlt und spätestens in acht Tagen muß auch ⸗ev
sdadlich gemacht werden, sonst kommt es an den
3.der Maler Matthey, des Kommerzienrats Honiberg
deffe, falsche Wechsel auf seines Onkels. Namen gemacht
at und dieser Umstand wäͤre ein sehr fataler Fingerzeig
ur die Staatsauwaltschaft. den Raubmörder in Deiner
Jähe zu suchen.“
deWus verlangst Dr also noch von mir?“ frug nun
MNatthey in barschem Tone.
lae maulend Mark. men alles zu.!he⸗
nämlich ohne viele Mlege. Bisyher wachsen die Krürdise
lUlerdings nur in Südasrika, es ist aber schon der Ver
uch gemacht worden, sie in den Vereinigten Staaten an
upflanzen und ohne Zweifel werden sie auch in der
rändern der nördlichen gemäßigten Zone gedeihen.
Einbrecher, die sich avisieren! Daß Einbreche.
iach vollbrachter Arbeit am Tatorte eine „Visitenlarte*“ zu
ücklassen, kommt öfters vor und meistens führt diese
Braxis dann später zur Entdeckung der Täter. Eine neue
Methode, die eines humoristischen Beigeschmacks nicht ent
ehrt, haben, wie der „Fr. Gen.Anz.“ schreibt, die Ein
hrecher angewandt, die in der Nacht vom 6. zum 7. Au
Jgust einer Franksurter Firma einen Besuch abgestattet ha
»en. Einige Tage vor dem „Besuch“ erhielt die Firme
inen Brief, der im wesentlichen folgenden Inhalt hatte
Sehr geehrte Firma! Wir teilen Ihnen hierdurch höf
ichst mit, daß unsere Frauen nichts mehr anzuziehen ha
»en und wir deshalb uns erlauben werden, in nächste
zeit Ihnen einen Besuch abzustätten, um die entsprechen
den Kleider auszusuchen. Diesen Brief der Kriminalpoli
ei zu übergeben, ist vollständig zwecklos, da unsere Tricke
zerartig sind, daß sie unter allen Umständen zum Ersfol—
ühren. Freundlichen Gruß Karl.“ In der Nacht von
3. zum 7. August haben die Briefschreiber ihren angekün
ziglen Besuch bei der Firma in der Tat ausgeführt unt
ür zirka 800 Mark Kleider mitgenommen. In einem
achbargeschäft wurden in der gleichen Nacht und wahr
cheinlich von den nämlichen Dieben einige Dußend Kra—
jen und eine Anzahl Schirme gestohlen, während die Ein
zrecher das Wechselgeld in der Ladenkasse im Beirage vor
»O0 Mark unberührt ließen. Die Kriminalpolizei, die vor
zer bestohlenen Firma den Brief erhielt, hat die Täter
ioch nicht ermiitelt. Der Schaden iit durch Versichecuno
edecckt.
* Mantherm, J. Bug. (Der Hafenverkehr.
Zeit 1907 geht der Gesamthafenverkehr Mannheims zu
ück. Im Jahre 1909 betrug die Ziffer 5709 996 Ton
tien gegen 5958 037 Tonnen im Jahre 1908, was einer
Ubnahme von 248 041 Tonnen entspricht. Der Verkehr
m Rheinauhafen ist von 1851592 Tonnen auf 1668 1534
Tonnen, also um 183 438 Tonnen gesunken. Vie Ab—
iahme im Gesamtverkehr beider Häfen beträgt zusammer
131479,5 Tonnen oder 5,5 Prozent. Dagegen hat sich der
zerkehr im Hasen zu Ludwigsburg von 2156076 Ton
en auf 2440 891 Tonnen gehoben. Der wachsende Ver
ehr nach dem Oberrhein kann diese Abnahme nicht alleir
erursacht haben; denn die Zunahme der beiden Häfer
»on Karlsruhe und Straßburg mit 164 000 und 185 000
Tonnen ist geringer als die Abnahme von Mannheim
theinau. Auch Worms und Mainz haben Verkehrsabnah
nen zu verzeichnen, während die niederrheinischen Häfen
nsbesondere der Duisburg-Ruhrorter Hafenkomplex be
rächtliche Verkehrssteigerungen ausweisen. Inwieweit di
zerkehrsverschiebungen lediglich rechnerischer Natur, durch
die, am 1. Januar 1909 in Kraft getretene, neue Binnen
schiffahrtsstatistik veranlaßt sind, läßt sich, wie der Jahres
bericht der Handelskammer Mannheim (2. Teil) bemerkt
ioch nicht feststellen.
Krämpfe der Sänglinge. Krämpfe der Säuglinge
Eklampsie, Stimmritzenkrampf, Aufschreden im Schlafe und
zuckungen der Glieder) rühren häufig von alkoholhaltiger
Nutter- oder Kuhmilch her. Manche Mütter trinken bei
Ztillen alkoholische Getränke (Bier, Wern, Likör). Der
Alkohol geht rasch in die Körpersäfte und in die Mutter
nilch über. Der Säugling ist gegen die geringsten Men—
gen Alkohol äuserst empfindlich und erkrankt an Nerven
törungen. Entzieht man der Muiter die alkoholischen Ge
ränke, so hören die Nervenstörungen des Säuglings rasch
»on selbst auf. Manchmal entsteht der Alkohol im Magen
der Mutter durch Gärung des Mageninhalts ganz vor
elbst. Es steht fest, daß der reichliche Genuß von Most,
üßen Weinbeeren und saurem, ungenügend ausgebackenem
Brote eine Gärung des Mageninhalts herbeiführen kann
venn der Magen wenig ‚Verdauungskraft und Verdau
ingssaft besitzt. Daher bekommen viele Säuglinge Leib
chneiden, wenn die Mutter säuerliches Obst Geeren.
Veintrauben) genießt. Auch kann in der Kuhmilch Alko
ol vorhanden sein, wenn die Kühe mit Kartoffelschlempe
drebern, Rübenschnitzeln, Melasse und anderen Abfallpro—
ukten aus Brennereien, Brauereien, Zuckerfabriken und
asnmirtichefien defütfttert meorden
Die 25—Pfg.-⸗Stücke. Der Staatssekretär des Reichs—
chatzamtes hat nach der „Neuen polit. Korr.“ Erhebun
sen darüber veränlaßt, wie weit Aussicht vorhanden ist,
aß die neuen 25-Pfennig-Stücke vom Verkehr aufgenom—
nen werden. Bis jetzt ist die Ausprägung von nur fünf
Rillionen angeordnet worden. Weitere Ausprägungen sind
»avon abhängig gemacht worden, ob es der Münze ge
ingen wird, sich im Werkehr ärkoren singang 2u vor.
haffen.
Weibliches Kochpersonal ist andauernd stark ge
aAcht. Die Nachsrage geht im laufenden Jahre noch merk
sch über die vorjährige hinaus. Da aber auf der ande
en Seite das Angebot gestiegen ist, so hat die Knappheit
ch etwas, allerdings sehr wenig im Vergleich zum Vor—
ahre vermindert. Es meldeten sich im Juni d. J. auf je
00 offene Stellen für weibliches Kochperfanal durchschnitt—
ich 57,6 Arbeitsuchende gegen 56,2 im Vergleichsmonat
909. Fast in keinem Landesteil reicht das Angebot zur
deckung des Bedarfes aus; nur im Hamhburg geht es et—
6— — —2 —— — ——
grerchen,· erwderte Duron unnd seine Luchsangen glanze.
en unheimlich.
Rtoch zehutausend Mark,“ rief Matthey zurückweichend,
Ich denke, daß die Hälfte auch genügt. Wozu soll ich
dir noch fünftansend Mark mehr schaffen?“
„Nun, wie Du weißt, Matthey, braucht der Mensch
miner Geld und zwei waghalsige Männer wie wir, haben
as Geld erst recht nötig. Mir wird es auch offenbar
zu heiß hier im Lande. Ich bilde mir ein, daß man
üch beobachtet, mir schien es sogar, als weun ein Ge⸗
eimpolizist mich beobachtet hätte, als ich hier ins Haus
iurat. Schaffe also bald Geld, damit der Wechsel be—
zablt und mit der Weg ins Ausland geebnet wird. Willst
Du auch mit in die Ferne ziehen, so wäre mehr Geld
no iwendig, denn mit fünttaufend Mark kammt man nicht
Aber Mensch, wo soll ich solche Summen ct her
nehmen ? ESoll ich“ das Gold pielleicht aus der Erde
sampbfen? mrief Naithey in großer Erregnngg.
„Nun, das Geld wirst Du Dir von Deinem, lieben
IOnkel erbitten müssen, denn er ist ein Geldmann“ gab
durau kalt zurück.
„Jetzt unter diesen schrecklichen Umstaͤnden soll ich Geld
pon Hombery verlangen! Mensch, bist Du toll gewor⸗
en 2
„Noch nicht,“ erwiderte Durau mit unglaublicher Frech⸗
heit, „aber wir beide werden wohl noch toll darüber wer⸗
den, weun Du das Geld nicht schaffst.“
„O, wie soll ich dies jetzt anfangen, mein Onkel liegt
schwer krank darnieder. die Aerzte lassen mich nicht einmal
in sein Bett.“
DO, da sind ja die Umstände sehr günstig, um Herr
der Sitnation zu werden, Matthey,“ zischelte Durau. „Du
bist doch wohl der einzige nahe Verwandte Hombergs,
also auch jetzt sein Beistand, sein Erbe und der interessier⸗
este Mensch an Hombergs Schicksal. Du mußt zu ihm
ans menschlichen und, geschäftlichen Gründen und kein Arzt
Zarf es Dir verwehten. Du mußt Homberg tief be⸗
auern, Dich ihm ganz zur Verfügung stellen, fragen, ob
du nicht in seinen Geschäften, in seinen Fabriken ihn
ertreten kannst. Du mußt die Schlüssel zu Hombergs
heldschränken bekommen, ich glaube sogar, Hombergs
dassierer zahlt Dir, wenn Du Hlau bist, jetzt ohne Um⸗
iAaide ue rätkere Summe n Nire klug und bübn
zuter Arbeitskräfte auch jer. ur ungenüugend. Aeußen
tark bleibt in Hannover und Westfalen das Angebot hi
er der Nachfrage zurück, denn der Andrang von weil
ichem Kochpersonal stellt sich in Hannover nur auf 26,6
in Westfalen auf 28,6. In den anderen Landesteilen i⸗
der Mangel nicht so auffallend starkt. Immerhin weise
auch Hessen-Nassau und Württemberg noch sehr niedrig
Andrangsziffern auf. In Hessen-Nassau stellt sich der An
drang weiblichen Kochpersonals auf 37,0, in Württember«
auf 33,15. Baden weist noch einen Andrang von 40,3
auf, in den anderen Landesteilen geht der Andrang abe
iber den des Vorjahres hinaus. In Bayern stelit er sid
auf 63,24, im Rheinland auf 73,7, im Königreich Sach
en aufi 89.31 und in Berlin auf 93.1.
Automobil⸗zZusammenstotßz. Aus New-York wir—
gemeldet: Der Herzog Prinz Josef von Bayern erlitt er
nen Automobil⸗Unfall, der leicht die schwersien Folge
hätte haben können. In seinem Automobil befanden sie
wmßer ihm und einer jungen Dame noch Herr und Fra
Lougworth. Frau Longworth ist bekanntlich die Tocht.
des Präsidenten Roosevelt. Auf abschüssiger Chaussee kan
dem Automobil des Herzogs das Automobil des Millir
rärs Astor in schärfstem Tempo entgegen. Beide Autu
nobile ftießen zusammen, da auf der schlüpfrigen Strat
azß Automobil Aslor bnrlen geriet. Astors Au
oöabhit wurde zur Zeile hreuodert, dasjentße des Pr.
zen über'shhenges ) die In assen wurden herausgewt
en, indeien ant verletzt Astor blieb unverlestzt
— ⏑ ——
Gerichtszeitung.
J Freigesprochen. Der Schriftsteller A.
Weber, der Gemahl der Frau von Schönebeck, sta—
»or der Ferienstrafkammer in Berlin wegen Verbrer
ung unzüchtiger Schriften. Es handelte sich um die G
dichtsammlung „Ohne Feigenblatt“. Nach einer erregt«
Verhandlung und mehrfachen heftigen Zusammenstöß
wischen dem Staatsanwalt und dem Verteidiger wurde
ie Angeklagten Weber und sein Verleger freigesprocher
Die Beschlagnahnte wurde aufgehoben, da das Gerid
lichtzs Unzüchtiges in den Wodichten tond
Humoristische Ecke.
Kaiser Franz-Joseph-Anekdoten.
Die bekannte „Anekldotenbibliothek“ der Verlagsbucg
sandlung Robert Lust in Stuttgart hat einen Band vo
Habsburger-Anekdoren“ (2 M.) gebracht, der eine Füll⸗
leiner, charakteristischer Einzelzüge aus dem Leben der
Fürsten dieses Hauses enthült. Einen breiten Raum dar
in nehmen die Anetdoters über Kaiser Franz Joseph ein
von seiner frühesten Kinbheit an bis in die heut'gen Tag
tritt er in den einzelnen Geschichten als der gute, leu.
selige Herrscher auf, als der er von seinem Volke gelieb
und verehrt wird. Mit Erlaubnis der Verlagsbuchhand
lung drucken wir heute einige Anekdoten daraus ab:
Kurz nachdem der RKaiser den Thron bestiegen hatte
stand er einmal im Baegriff. ein Choleraspital zu besuchen
Auf dem Wege dahin redete er seinem Begleiter, der Fa
milienvater war, zu, das Krankenhaus nicht zu betreten
Der Herr erinnerte nun den Kaiser daras, daß er als Ve
ter von Millionen sich noch viel mehr vor Gejahren hi
en müsse. Aber der Kaiser entgegnete ernst: „Ich be
Landesvater für Gesunde und Kranke, drum zieht's mic
zu meinen kranken Kindern hin; wenn Ihre Kinder in
Spital weilten. würde ich Sie auch nicht hindern, sie
—XLX
Der Kaiser liebt es nicht, wenn die von ihm besue
ten Orte unter polizeiliche Bepachung gestellt werde
Als er in Eisenerz zur Jagd weilte und ein Bezirkshauf
nann ihm den Schutz der Sicherheitsorgane antrug, an
wortete Franz Joseph: „Ist gar nicht nötig, die Steire
ind brave Leute, die tun mir nichts.“ — Zum Prater
volksfest im Mai 1881 wollte man zur Aufrechterhaltun
der Ordnung die Hauptallee polizeilich absperren. Kaun
hatte der Kaiser von diesem Vorhaben gehört, als er er
klärte: „Der Prater darf nicht abgesperrt werden. — i—
vilis unter meinen Mienerr sfoin
Anläßlich einer Ausstellung in Budapest trug sich fo—
gendes Geschichtchen zu: Der Kaiser durchschritt eine de
Abteilungen und besichtigte mit gewohnter Gründlichke
die einzelnen Gegenstände. Der Abteilungsobmann, de
zie Ehre hatte, dem Kaiser die einzelnen Aussteller vo
zustellen, tat dies in seiner Verlegenheit in der Weisit
daß er bei jedem Herrn sagte: Herr X. — — Sein
Majestät.“ — „Herr Y. — — Seine Majestät.“ — Her
3. — — Seine Majestät.“ Der Kaiser hörte geduldig zu
indlich als die Reihe an den vierten kommen sollte, sagt
er lächelnd: „Nun, ich gaube, die übrigen Herren dürite
nich jetzt schon kennen. ααιαιιιι
Aus einem Gesellschafts⸗Bericht. Au
12. Januar wurde der langjährige Direktor uns'rer Gesell
schaft zur letzten Ruhe gebettet. In dem Trauerzuge we
ren vierhundertundfünfzigtausend Mark Altien vertreten
.*
Referenz. Erste Dame (zu ihrer Freundin)
Kannst Du mir Norderney empfehlen?“ — Zweite Damt
Gewiß, ich habe mich noch jedes Jahr dort verloabti⸗
— — — — —————
me Du sein, mein Freutd, vaonn wirst Du Alles*
reichen.“
„Du Teufel in Menschengeßalt!“ rief fast überlan
etzt der junge Maler aus. Dr rätst mir, an meinen
Onkel jeßt unter der Maske des Wohltäters den Dieb »
pielen.“
„Das ist nichts Neues. Matthen,“ entgegnete Durau,
denn auf diefe Weise sind iu alten Zeiten schon manch
jal ganze Länder gestohlen worden. —* Onkel ist jetzi
n dranker, schwacher Mann Rbdgr Deiner Hille, alle
ewähre sie ihm und uns ..
BDxnnge Malir Nef ace im Messer uf bd
v rief alsdann wie begeistert von einem rettenden E
unken:
„Ja, ja, der Plan ist gut, Duran, ganz vortrefflio
ind d werde den Versuch machen, uns gn dief⸗ ge
n rettken.
„Mein Onkel kann doch nicht allzu böse auf seine'
inzigen Neffen sein,“ fuhr Din nach einer kleine
banse fort, „wenn diefer ans des Onkels Kasse seir
—chulden bezahlt. Aber erwarte nicht zu viel von mi
duraun, denn über eine gewisse Grenze hinaus gehe i
n den Verfügungen über meines Onkels Geldbeutel nich
XR wenn er mir unheichrünftte Nolssmacht ortei
ollte.
„Schon wieder hast Du eine körichte Anwandlun—
Matthey,“ brummte Duran ärgerlich. „Du mußt doe
ie sich Dir bietende Gelegenheit, in Goldhaufen 3
‚ühlen, voll und ganz ausnützen. Mich dünkt auch gu
esten, daß wir eine plötzliche Reise nach Konstantinope!
mach Alexandrien oder nach einer anderen entlegenen
Zztadt des Orients im Auge behalten, denn irgend en
uuglücklicher Zufall kann auf die Entdeckung der wirklicher
irheber des Rerbrechens füühren und dann Und wir ve
ren.
„Schändlicher Kerl, Du redest immer, als wenn ie
reinen eigenen Onkel meuchlings niedergestochen häti
ad in jeder Hinsicht einen Ankteil an dem Verbreche
itte,“ erklärte jetzt Matthey entrüstet. „Du allein bi
doch gewesen, der den Plan ersonnen und ausgefüh
it, und Du allein warst es, der Homberg niederftac
uch hast Du mir damals wiederholt erklärt, daß *
ich bei der Affaire ganz und gar aus dem Spie
ssen wolsttest. Wie komnist Du vun dazu Du MNas