mer Legion von Aviatikern spricht. Es mangelt vor al
em vollstaͤndig an kriegsmäßigen Versüchen. Es ist bis
eute noch kein Schuß von einem Aeroplan überhanpt ab—
egeben worden. Erst muß eine große Bnabt Offtziere
as Fliegen überhaupt gelernt haßen, ehe an eine Ver—
vendung des Aeroplans im Heere Überhaupt gedacht wer—
en kann. Wir haben dieselbe Entwicklung in Frank—
eich mit denseiben chauvinistischen Zuckungen bei der Er—
indung der Lenkballons und der Ündlerseeboote erkannt.
deutschland hat die Ruhe nie verloren, und es ist später
ind billiger zu genau denselben Resultaten gelangt. Von
»em Aeroplan, den man als kriegstüchtig bezeichnen
arüßte, sind wir noch weit entfernt. Erst die Erfindung,
ie den Flugapparat von Wind und Wetter unabhängig
nacht, die das Mitnehmen größerer Lasten gestattet und
zedienung und Form vereinfacht. würde einen kriefsfück
tgen Mernoplan liefern
„Passagierfahrten mit dem Zeppe
in⸗Luftschiff „. 3. 6“. Von BadenBadern
verden von Mitte August bis Ende September vorwie
end kleinere Fahrten von 12stündiger Dauer veranstal
et werden, die über die nähere Umgebung des schöner
)ostales gehen sollen. Längere Fahrten das Rheinta
uf und ab, nach Straßburg, Freiburg, Karlsruhe unt
ielleicht auch nach Stuttgart, sollen bei geeigneten Wind
nnd Wetterverhältnissen unternommen werden, wie auck
nter günstigen Umständen noch weitere Fernfahrten be
bsichtigt sind. Zer Preis der Fahrten wird je nach der
änge 100, 150, 200 M. und mehr betragen. Infolge
oraussichtlich starken Andranges ist tunlichst zeitige Vor—
uͤsbestellung von Plätzen empfehlenswert, und zwar sind
olche Anfragen an die Hamburg-Amerika⸗-Linie, Abteilung
uftschiffahrt, Baden-Baden 5, Sophienstraße, zu richten,
ie die Passagierannahme für die Fahrten der Zeppelin—
uftschiffe übernommen hat. Alle Agenten der Hamburg—⸗
merika⸗Linie sind ebenfalls in den Stand gesetzt. Be—
»llungen von Plätzen entgegenzunebmen
zum Brand der Brüsseler Ausstellung.
Brandftiftung als Ursache?
Die Untersuchung nach der Ursache des Brandes der
zeltausstellung hat schwerwiegende Verdachtsmomente fün
ne Brandstiftung ergeben. Es handelt sich zunächst um
rei angesehene belgische Aussteller, die sich verdächtig ge—
racht haben. Sie haben, wie ihnen nachgewiesen wurde,
m Tage vor dem Brande die kostbarsten Gegenstände
zrer Ausstellung beiseite geschafft. Die Untersuchung ge
en sie wird wegen betrügerischer Brandstiftunag ageführt
Die Wiederaufrichtung.
Die Wiederaufrichtung der Brüsseler Weltausstellung
im Gange; sie schreitet natürlich recht langsam voran.
s sei aus der spärlichen Zahl der Neuigkeiten nur der
orschlag mitgeteilt, eine provisorische Bank zu begrün—
en, die den geschädigten Ausstellern Darlehen ohne ge—
haftliche Nebeninteressen gewähren soll. Der Zinsfuß
ür diese Darlehen soll sehr herabgemindert werden und
3 sollen hierbei vor allem die kleinen Aussteller mit
zummen von tausend bis au dreitausend Franken Beach—
uing sinden.
Frankreich ließ den Generaldirektoren der Aus—
ellung mitteilen, daß der Aufbau der vernichteten Teile
er französischen Abteilung nur dann erfolge, wenn ein
esserer Loͤschdienst organisiert werde. Die Ausstellungs—
»mmission beschloß die Anschafsung einer Dampfspritze und
ie Errichtung eines Feuerwehrkorps von 60 Mann mit
Tag- und Nachtdienst. Am Freitag wurde mit dem Auf—
au der Fassade des Haupteingangs begonnen.
Die Frequenz der Ausstellung.
Her Besuch der Ausstellung ist nach wie
or ein außerordentlich starker. Die „Gazette“ macht mi
techt darauf aufmerksam, daß außer der glänzenden eng—
ischen Ausstellung eigentkich für den Besucher wenig ver—
oren sei, denn was die verbrannte belgifsche Abteilung
ot, könne man tagtäglich in den Auslagen der Fenster
ruf der Stroße sehen
- — e
Arbeiterbewegung.
— Die Werftarbeiterbewegung. Bis Dienstag abend
atten auf den deutschen Wersten im ganzen 32 640 An—
estellte die Arbeit eingeslellt. Keine der beiden Parieien
nachte bisher den Versuch zu einer Verständigung. —
— Bergarbeiterstreik. Die Bergleute der Kohlenwerke
on La Mure bei Grenoble (Frankreich) sind in den
cusstand getreten. Bisher ereigneten sich keine Zwischen⸗
älle. 48 Gendarmen sind dort eingetroffen.
— Straßenbahner-Streik. Die Angestellten der Stra—
enbahn⸗Gesellschaft von Columbus (Nord-Amerika) sind
a eine Streikbewegung eingetreten. Sie fordern Lohneröhung
und Verkürzung der Arbeitszeit. Die Bewegung
at einen sehr lebhaften Charakter. Die Polizei feuerte
nehrere blinde Schreckschüsse ab, um die Streikenden zu
zrstreuen. Diese griffen die Polizei daraufhin an, sodaß
ie Polizei schließlich vom Revolver Gebrauch machen
iußte, wobei einige Personen verwundet wurden. Der
Shunornour ortISrtte uch Korstande mit finer norinno
Men Mãnn I wãhlen, dabet aber die Tugenden de
derzens und Charakter des Freiers nicht zu prüfen.
Jedenfalls wußte Jutta von Helborn, daß ihre Freun—
din mit ihrem verstorbenen Gemahle, den Prunk und
Glanz, Sport und Spiel liebenden Rittmeister Baro
Sassen nicht glücklich verheiratet gewesen war, denn u
berechenbare Launen umd bostspielaͤge Pafsionen hatte
das Leben des Barons bis zu seinem unseligen Duell
mit dem Ungarn ausgefüllt und kein maßres Gheglüds
rufkommen lassen.
Vor einigen Wochen nun hatte JIutta von Helborn be'
iner Festlichkeit inn Hause der Frau Geheimrat Springer
»en ftattlichen Hauptmamm Lingen, ein VBrnder des
Majoct Lingen kennen gelernt, und dieser Offizier, der
n Bild männlicher Schönheit und ritterlichen. Weleus
var, hatte trotz seiner vurgerlichen Pertunitte und klangpsen
Namens einen so großen Eindrnuck auf Jutta's
herz gemacht, daß sie viellticht unter dem guten Einflusse
ʒer Baronin dieses Mal ihren innersten Empündungen
gefolgt und nun die Werbung des Hauptmauns »Lingen
ingenommen haben würde, wenn nicht erst vor wenigen
Tagen ein anderes Ereignis dazwischen getreten ware,
velches den alten Stolz Juttas wieder aufgestachelt hatte.
Kein Geringerer nähmlich als Graf Vomsdorf, edn
aoch stattlicher Herr zu Anfang der fünfziger Jahre, der
zor zwei Jahren seine Frau durch den Tod berloren,
jatte ein Augẽ auf Jutta von Helborn geworfen und ihr
gestern auf einem Ball bei dem Oberpräsidenten solche
unverkennbare Huldigung dargebracht, daß es wohl nur
noch einer koinen Ermmiterung von Seiten des Fräuleins
on Helborn dedurfte, um den Gen⸗ral 2u einer difiiel⸗
m ee erasen
Diese Sachlage hatte in Inttas Gemut, welches
hen Rang und stolze Titel so sehr empfaͤnglich u
nen schweren Konflikt. hervorgerufen, denn ihr irmerftet
erzenstrieb entschied sich wohl in erster Linie für den
auptmann Lingen, aber ihre maßlose Eitelkeit neigte sich
r dentlichen Werbung des Generals von Bomsdorf zu.
In dieser verzweifelten Lage hatte sich Jutta von
born brieflich an die Baronin von Sassen gewandt mud
ser on Whrn Deran anvertraut. Noch hente
rmittag wollte Jutta der undin einen
such machen und deren Reot 77 * Fre
holizei die Ordnung aufrecht' zu erhalten.“ Er verlangte
sie fsofortige Entsendung von Truppen. Eine Untersuch—
—
ängen trifft. Nach den letzten Meldungen wurden bei
em Zusammenstoß 75 Ausständige verwundet. darunter
35 schwer
Lokales und Vermischtes.
Die photographische Aufnahme der Veteranen durch
herrn Hugo Mertens ist als eine überaus gelungene zu be—
seichnen. Jeder einzelne der Veteranen kann mit Bestimmt—
seit bezeichnet werden. Die Gesichtszüge der einzelnen
Leteranen sind so scharf und deutlich, daß alle Photo—
zraphien gut erkennbar sind. Herr Mertens hat mit dieser
lufnahme wieder einen Beweis seines Könnens geliefert.
Wir wollen deshalb nicht unterlassen, darauf hinzuweisen,
»aß hier in Dudweiler eben so gute photographische Auf—
rahmen wie in der Großstadt Saarbrücken gemacht werden.
Amerikanische Berichterstattung. Ein Ausschnitt
ius der Newyorker Staatszeitung enthält untenstehende
dotiz, die sehr bezeichnend für die Naivetät mancher Leute
st. Interessant ist dabei auch noch, wie den amerikanischen
resern die Nachrichten zu Gesicht gebracht werden, weshall
vir die Notiz genau in der Form bringen. wie die New—
sorker Staatszeitung:
Wähnt, daß Gold hier
auf Straße liegt.
Heutscher Bergmann bittet um 70000
Mark.
Pastor Restin bedauert, daß er dem Manne
das gewünschte Haus in Hühnerfeld
nicht geben kann
Einen eigenartigen Bettelbrief hat Pastor
Kestin vom Lutherischen Pilgerhaus an Stiate
St. aus Deutschland erhalten. Das Schreiben
war nach Ellis Island adressiert.
Peter Vogel, der sfich als armer Bergmann
nit 11 Kindern schildert, richtet aus Hühnerfeld
»ei Sulzbach an der Saar an den Immigran—
ten⸗Missionar die bescheidene Bitte, ihm doch
genügend Geld zu schicken, damit er sich ein
eigenes Haus kaufen könne.
Vogel, verleiht der Ansicht Ausdruck, daß es
in Amerika, wo es so viel Geld giebt, sehr
leicht sein sollte. 60 bis 70 000 Mark zu ent
behren. Der Bittsteller erklärt, daß für diese
Summe ein recht hübsches Haus gekauft werden
önne.
Der recht ausführliche Brief tut dar, daß
alls ihm die 60 bis 70000 Mark geschickt
werden, er und seine Familie den freundlichen
seber immer im dankbarsten Andenken halten
verden.
Pastor Restin wird indeß auf die Dankbarkeit
wohl verzichten müssen, da er die ersten über—
üssigen 70 000 Mark oder ihr amerikanisches
equivalent für ein Haus für sich und die
Zeinen verwenden möchte.
Unglücksfall. Vergangene Nacht 11 Uhr verunglückte
uf Grube Dudweiler der 21 Jahre alte Schlepper Maul,
ohnhaft Tierbachstraße Dudweiler. Er wurde durch die
örderschale totgequetscht. Die Leiche wurde in das Lozarell
ach Sulzbach verbracht.
Saison⸗Theater. Am Sonntag geht die Posse „der
igeunerbaron“ oder „Der sanfte Heinrich“ über die Brelter.
)iese Posse hat eine große Menge Pointen, die mit ele—
ientarer Gewalt auf die Lachmuskeln einwirken. Wer
Iso einen lustigen Abend verbringen will. verfäume diefe
Korstellung nicht.
Die Entwickelung der deutschen Kriegervereine.
dus Anlaß des Todes des Generals der Infanterie v.
Zpitz, des verdienstvollen Führers der deutschen Kriegerver⸗
ine wird uns von besonderer Seite geschrieben: In dem
ahingegangenen General v. Spiz verliert das deutsche Krie⸗
ervereinswesen seinen hervorragensten Förderer. Seine
Verdienste in dieser Beziehung haben nicht nur die Aner—
ennung aller Kenner des Kriegervereinswesens sondern auch
die des Kaifers wiederholt gefunden. Gelegentlich des To—
des des verdienten Generals erscheint ein kurzer Ueberblick
iber die Entwicklung des deutschen Kriegervereinswesens
ingebracht. Die Vereine, die jetzt im nationalen Leben
Deutschlands eine so bedeutsame Rolle spielen, sind noch
richt so alt, wie man gemeinhin annimmt. In der ersten
Zeit ihrer Gründung haben sie nicht hoffen lassen, daß sie
päter einmal eine so große Bedeutung für das Volksleben
erringen würden. Wenn man von den „Vereinen der
kriegsteilnehmer“ absieht, die sich im Laufe des 18. Jahr
junderts bildeten, wird man den Anfang unseres Krieger⸗
dereinswesens in das erste Viertel des 19. Jahrhunderts
»erlegen müssen. Es waren damals lose Verbindungen von
beteranen, denen ein wirklich nationaler Charakter noch
ꝛicht aufgeprägt war. Ihr Zweck war zum Teil auch nur
ein geselliger Natur. Auch die Kabinettsorder vonn 28
februar 1842 über die Kriegervereine änderte hieran nichts,
»enn sich auch bereits mit ihr das rege Interesse des Kö—
nigs an den Bestrebungen bekundet. Die folgenden Jahre
assen dann eine gedeihliche Entwicklung des Kriegervereins⸗
wesens noch nicht erkennen. Erst mit dem Eintritt Bismarks
in die deutsche Geschichte trat das Kriegervereinswesen das
r außerordentlich förderte, in seine Blütezeit ein. Die drei
kriege und besonders der Krieg 1870 u. 1871 brachten mit
der Einigung der deutschen Gaͤue auch eine Vereinigung
aller Kriegsteilnehmer. Durch diese großen Kriege haͤtten
die Kriegervereine auch einem bedeutsamen Hintergrund
xhalten. Die Persönlichkeiten, die jeht in den Kriegerver⸗
inen zusammengekommen waren, waren Helden, welche an
er deutschen Einheit mitgearbeitet halten, und hatten schon
adurch eine ganz audere Bedeutung »wie vorher einige
uhmlose Beteiligte. Die Bedeutung der Schlachten klang
ann in den Vereinen wieder. Sie erhielten nach außen
in bedeutendes Ansehen und wurden von dem ganzen
zolke gebührend gewürdigt, da jeder wußle, daß hier di
eutschen Kämpfer vereinigt sind. Es war eine große Ehre
ier aufgenommen zu werden, und die ehemaligen Soldaten
rängten sich jetzt scharenweise zur Aufnahme in den Hel—
enbund. Es wurde jetzt durch die große Verbreitung not⸗
yendige Organisation geschaffen, die in der Gründung der
Landesverbände“ in den Jahren 1883 bis 1887 bestand.
zekrönt wurde die Organisation durch die Gründung des
Deutschen Kriegerbundes“, der im Jahre 1899 zustande
am und der einen Zusammenschluß der unter dem
stamen.„Kyffhäuserbund“. Ueber das Anwachsen der Krie
ervereine in dem letzten Jahrhundert geben folgende Zahlen
uskunft: Während im Jahre 1810 ungefähr 75 Krieger⸗
oreine vorhandon woron die somoeit wiß Upe apon voch
)eute ein Bild machen können, kaum 2000 Mitglieder ge⸗
yabt haben, bestanden im Jahre 1910 27577 Kriegerver—
ine die zusammen über eine Mitgliederzahl von rund 2500 000
Mann verfügen. Also ein sehr erfreuliches Wachstum!
Für schwächliche Kinder uud Magenleidende ist das
altbewährte Nestle'fchen Kindermehl eine leicht verdauliche,
vohlschmeckende und gern genommene Nahrung, welche die
Körperkräfte hebt und Verdauungsstörungen verhütet. Probe
ind illustrierte Broschüre kostenfrei durch Nestle's Kinder—
nehl⸗Gesellschaft, Berlin S. 42.
Zur Denkmals · Einweihung in Saarlouis treten die
eilnehmer morgens halb ß Uhr am Gasthaus Wunr.
früheren Eckbrunnen) an, Die Abfahrt vom Bahnho
dudweiler erfolgt um 9 Uhr.
Bergbau und Landwirtschaft. Wenn man die Ge—
chichte des niederrheinischen-westfaͤlischen Kohlenbergbaues
oon dessen ersten Anfängen bis in die Gegenwart verfolgi,
o findet man, daß der Bergbau viele Jahrzehnte hindurch
nit dem Widerstande der ackerbautreibenden VBevelkerung
gegen die Errichtung von Kohlenbergwerken zu kaͤmpfen ge⸗
habt hat. Dieser Widerstand war indes insofern nicht ganz
unbegründet, als durch den Bergbau oft Wasserläufe, die
um Bewössern der Wiesen dienten, verunreinigt wurden
ↄwie Wasserentziehungen und Bodensenkungen hervorge⸗
ufen wurden — alles Schaͤdigungen, unter welchen die
randwirtfchaft mehr oder minder schwer zu leiden halte.
MNit der forsschreitenden Erkenntnis aber daß der Wider—⸗
tand gegen Bergwerksanlagen vicht nur nutzlos, sondern
iuch keineswegs im Interesse der Landwirtschaft liegt, ins
em den Nachteilen Vorteile gegenüberstehen, haben die Land—
virte allrmählich sich daran gewöhnt, mit den Bergwerken
ich auf einen nachbarlich-freundlichen Fuß zu stellen, und
a wo sie glaüben, ihre Interessen durch diese verletzt zu
ehen, oder aber, wo dieses nicht möglich ist, den Rechts—
treit durch ünparteiische Richter entscheiden zu lassen. Auch
⸗on den Vergwerken kann man im allgemeinen sagen, daß
ie demüht sind, mit der Landwirtschaft der Nachbarschaft
in gutem Einvernehmen zu bleiben, zumal sie mit dieser
auch immer mehr als mit einer wichtigen Konsumentin
hrer Erzeugnisse zu rechnen haben. Dieses ist namentlich
er Fall, seildem die Kohlenbergwerke dazu übergegangen sind,
uf ihren Kokereien auch noch chemische Nebenprodukte zu
rzeugen, unter welchen das schwefelsaure Ammoniak die
exste Stellung einnimmt. Dieses Erzeugnis wird als ein
hewährtes, wirksames Dungmittel in den Handel gebrach
ind von der Landwirtschast in großen Mengen verwendet.
der den Bergwerken aus dem Verkauf dieses Produktes
erwachsende Gewinn ist sehr beträchtlich. Erzeugen doch
die für Ammoniakgewinnung] eingerichteten Kokereien im
Oberbergamtsbezirk Dortmund gegenwörtig jährlich rund
200 000 Tonnen oder etwa 600/, der Gesamterzeugung
des deutschen Reiches, während Gesamtverbrauch in diesem
ich auf rund 300 000 Tonnen beläuft. Aus diesen Zahlen
geht deutlich hervor, wie wichtig die Landwirtschaft als Ver—
zraucherin von chemischen Dungstoffen für den Steinkohlen⸗
hergbau ist.
Fischbach, 18. Aug. Das neue Knappschaftslazareti
wischen Fischbach und Quierschied ist in seinem Aeußeren
ertig und bietet nunmehr einen Anblick, wie er schöner und
vürdiger nicht sein kann. Fernab von geräuschvollem Ver—
ehr und dem Dunstkreis der Industrieorte, von allen Seiten
von ausgedehntem Buchenhochwald umgeben, wird es die
Vorteile einer Sommerfrische mit dem des Lazarettes ver—
»iriden. Das Hauptgebäude ist ein mächtiger Bau mit zahl—
reichen säulengetragenen Liegehallen nach der Sonnenseite
u versehen, die architektonifche Ausführung ist einfach, ge—
»iegen und harmonisch. Die Umzäunung nach der Straße
u ist in freundlichem Weiß gehalten, das den ernsten Cha—
rakter des ganzen Bildes mildert, und ein schöner und ein⸗
adender Gesamteindruck wird den Kranken oder Verletzter
empfangen, der in dem Hause Hilfe sucht.
Wer von Saarbrücken aus einen Ausflug in die Wälder
des Fischbachthales macht, kann leicht seinen Weg so ein⸗
ichten, daß er das Lazarett passiert. Von Fischbach, Quier⸗
hiod. Sola und GtzttoIhorn führen aute Waldstraßen dorthin.
(Sbr. Volksztg.)
Jägersfreude, 19. Aug. Der Bergmann Jakob Sauer
ius Saarbrücken. verunglückte gestern abend auf Grube
Jägersfreude, Demselben wurden durch niedergehende Ge—
teinsmassen der Brustkorb eingedrückt und die Arme ge—
»rochen, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. Sauer ist
31 Jahre alt und verheiratet. Die Leiche wurde in das
Zulzbacher Knappschaftslazarett verbracht.
Forbach, 17. Aug. Aof den abends 7,13 Uhr von
forbach nach Saarbrücken abgehenden Personenzug wurden
im Samstag zwischen Stieringen und Saarbrücken zwei
charfe Schüsse abgefeuert. Die Kugel zertrümmerte an
inem Abteil 3. Klasse die Fensterscheibe, deren Scherben
inem Soldaten des Trainbaraillons ins Gesicht flogen.
Louisenthal, 18. Aug. Herr Berg-Inspektor Fromme
on der hiesigen Berginspektion wird in nächster Zeit aus
er Staatsverwaltung austreten, um ein Direktorstelle bei
er Krupp'schen Aktien-Gesellschaft zu übernehmen.
Von der Saar. 18. Aug. Weiche Trauben werden
us den verschiedenen Lagen gemeldet. Im allgemeinen ist
ian mit dem jetzigen Stand der Weinberge zufrieden. Bei
ändig trockener Witterung wird der Souerwurmschaden
iicht zu groß werden.
Gelsenkirchen, 17. Aug. Auf furchtbare Weise hat
ie Frau des Arbeiters Braa ihrem Leben ein Ende ge—
nacht. Die lebensmüde Frau hatte anfangs vor, sich in
»er Emscher zu ertränken, wurde aber an der Ausführung
hres Planes gehindert. Sie kehrte nun in ihre Wohnung
urück, entledigte sich der Oberkleider und setzte dann die
Interkleider in Brand. Als Nachbarn auf das Schmerzensgjeschrei
der Unglücklichen hinzueilten, hatte die Frau schon
o schwere Brandwunden' erlitten, daß sie sofort dem Kran—
enhause zugeführt werden mußte. Dort ist sie ⸗inige
3tunden später gestorben.
2Roin, 19. Aug. Gnfsettenstiche. — Ber—
aftung der Mädchenhändler.) Heute haben
illein vier Personen, die von Insekten gestochen wurden
vegen Blutvergiftung das Bürgerhospital aufsuchen müssen
zu der Verhaftung der Mädchenhändler wird noch mitge
eilt, daß diese in einem Hause an der Agrippastraße en
zimmer gemietet hatten und durch Zeitungsinserate jumg
Nädchen suchten, die Talent und Lust hätten, sich einern
Zängergesellschaft anzuschlkeßen. Es meldeten sich auf die
snzeige etwa ein halbes Dutzend Mädchen aus Köln,
stippes und Mülheim-⸗Rhein. Die Burschen hatten bereits
‚wei Kontrakte mit 16—17jährigen Mädchen abgeschlossen,
als die Sittenpolizei sie wegen dringenden Verdachts des
Mädchenhandels und wegen Verschleppung verhaftete.
* Dortmund, 19. Aug. Zum Banftkrach), Die
Antersuchung hat den Verdaaot umfangreicher Depotunter—
chlagungen ergeben. Der Unksersuchungsrichter weigert sich,
die Geschäftsbücher dem Konkn rsverwalter auszuliefern.
* Karlsruhe, 19. Aug. (Bant?rmordz?) In Warm—
vach (Baden) fand man den Wahnwärter Mutterist im
Keller seines Hauses auf. Seine drei Kinder scheinen ver—
zaͤchtig, den Tod des Vaters vern'rsacht zu haben und sind
deshalb verhaftet worden.
* Bürchau (Baden), 19. Aug. „Mord.) Hier wurd—
ie alleinwohnende Witwe Bechiel rmordet aufgefunden
·* 11u—maßbliche FTeor urbdoe verhta
BGesunkenes Torpedeen Aus Wien wird gemer
det: Das gesunkene Torpedoboot „Z. 320 ist peer Seemen
en nordöstlich von Gabelsflach ausgesfunden worden. Beid
ßoote S. 33* und zG. 76 liegen so daß eine Heb
ing der Schiffe sehr wohl möglich ist. Die Marine un
erhandelt bereits mit dem Nordischen Bergungsverein ir
hamburg, der schon wiederholt gesunkene Torpedohooi
gehoben hat. Wenn die Verhandlungen wegen der ẽ8
oder Kosten nicht zum Abschluß kommen sollten, beabsich
tigt die Marine, das als Hebeschiff für Unterseeboote be
nutzte Dock „Vulkan“ zur Hebung der Boote heranzuziehen
Baronin Vaughan. Aus Paris wird gemelbet
die kirchliche Tranung der Batgnin Vaughtin, det Gatti
»es verstorbenen Königs —8 von Belgien, mit den
gutsverwalter Durieur hat inn der Kirche von Arionvils
lattgefunden. *
Rettungs-Apparat für Unterseebboote. Der „Ma
in“ meldet aus Cherbourg: Hier finden gegenwärtig vor
iner Saächverständigen-Kommission Versuche mit Rettungs
Apparaten für Untetseeboote statt, welche nach der Katä
trophe der „Pluviose“ den Behörden zur, Begütachtung
»orgelegt worden sind. Die, Versuche findeli im Böeiseit
hon Jngenieuren, Marine-Offlzieren, Arsenalarbeitern
tatt. Dié Apparate sind an den Unterseebooten ange
»racht und können in einem Unglücksfalle losgelöst wer
»en. Sie haben die Form von Rettungskammern. Ihrt
zchwimmfähigkeit ist dexart, daß sie einen menschlichen
dörper zut Oberfläche bringen. Auch Versuche mit unter
eeischen Telephon-Apparaten wurden gemacht, sie gestatte
en bisher eine telephonische Verständigung bis auf vie
Neilen Entfernung.
Die Cholera in Rußland. Seit dem Auftreten der
khölera in diesem Jahre sind im ganzen Reiche 112 98*
bersonen erkrankt, wovon 50 287 gestorben sind.
Ein verschwnndener Spiritist. Das Verschwinden
»es bekannten spiritistischen Schrifistellers Poopmore ha
roße Aufregung unter der gesamten Bevölkerung von Lon
on und namentlich im Distrikt von Malvern hervorgeru
n. Podmore hatte am Sonntagabend, nachdem et einen
zrief geschrieben hatte, seine Villa in Malvern verlässen
m einen Spaziergang mit einem Freunde, der ihn ab—
plte, zu unternehmen. Von diesem Spaziergange kehrte
zodmore niach kurzer Zeit zurück. Nach dem Abendesser
iachte er noch einen zweiten Ausgang, den er allein um
rnahm. Seitdem fehlt von Podmore jede Spur. Zahl
eiche Polizeiagenten sind ausgeschickt, um nach Podmoret
zu suchen. Alle Lokale und Grundstücke wurden abge—
sucht, doch bisher vergeblich. Man neigt der Annahme
u, daß Podmore einem Verbrechen zum Opfer ae
allen ist. 0
Die Cholera in Italien. Die Choléra wurde durd
zigeunerbanden aus Batum nach Trani eingeschleppt. In
ani ereigneten sich zwanzig Erkranlungen, indes kein
odesfälle. Die Stadt ist völlig isoliert und mit Chlor
alk überschwemmt worden. Todesfälle werden aus: Bi
onto, Barletta, Margherita, San Ferdinando gemeldeit
Bari ist durch einen Sanitätskordon isoliert. Allerorter
an den Eisenbahnen von den bedrohten Städten und vor
Bakri sind Quarantänestationen eingerichtet. Es ist zu
— daß die getroffenen Maßnahmen die Seuche schnel'
erfticken.
Ertrunken. Aus San Sebastian wird gemeldet: Ar
der Küste von Somorrostron in Biscaya wurden zwei
junge Mädchen und ihr Bruder beim Baden von einein
Welle fortgerissen. Ein Mann versuchte sie zu retten, fand
aber mit den beiden Mädchen den Tod, während der
Knabe gerettet werden konnte.
Explosion. Nach einer Nachricht aus Curligg im
Staate Terrenuova sind infolge einer Kessel-Erplosion an
Bord eines Motorbootes 6 Personen auf der Stelle ge—
tötet worden. 4 erlitten schwere, 2A leichtere Verletzun—
gen. Das Boot wurde vollständig zertrümmert.
Noch ein Ausstellungsbrand. Nach den in Ham—
zurg vorliegenden Kabelmeldungen aus Buenos-Aires ist
das in der dortigen Ausstellung befindliche Tiermuseum
von Hagenbeck niederagebrannt. Die Tiere murden ge
·eti·
Ein Selbstmörder als Brandstifter Unter eigen
artigen Begleitumständen verübte der Arbener G. Glänzer
n Berlin, Franseckistraße 12, Selbstmord. Anscheinend
nn einem Anfall von delirium tremens steckte er seine Woh—
iuung im vierten Stock des Quergebäudes in Brand und
rhängte sich dann an einem Garderobenhaken. Das Feuer
vurdes von Nachbarn bald entdeckt, so daß die Feuer
vehr, die sich gewaltsam Eintritt in die Wohnung ver—
chaffte, die Gefahr rechtzeitig beseitigen könnte. Da alle
Wiederbet gsversuche bei Glänzer erfolglos waren, iff
ein Arzt eigerufen worden, der den Tod feststellte
Die Leich, tam nach dem Schauhause. Glänzer war ver
seiratet und wohnte schon mehrere Jahre in dem Hause
Seine Frau trennte sich jedoch vor einiger Zeit von ihn
ind mietete sich mit ihren Kindern eine andere Wohnung
Rückkehr der Zeppelin-Expedition. Aus Tromso
wird gemeldet: Die auf dem Dampfer „Mainz“ von Spitz⸗
bergen in Tromsö eingetrofsene ZeppelinExpedition hal
außer wissenschaftlichen Untersuchungen, die Fragen üben
die Technik der Luftschiffahrt zum Gegenstand hatten, um—
fassende ozeanographische Untersuchungen vorgenommer
und durch zahlreiche Lotungen das Vorhandensein einen
zroßen Bank südlich vom König-Karls-Land sestgestellt
zur näheren Bestimmung des Golfstromlaufs wurden fer
ner zahlreiche Messungen der Wassertemperatur vorgenom
men. Man konstatierte eine Spaltung des Golfstromes
durch einen zwischen beiden Zweigen liegenden kaälteren
Strom, der vom Eismeer nach Süuͤden fließt.
Folgeuschwere Explosion. Freitag Vormittag 9
Uhr erfolgte in München in der Herzog-Spitalstraße im
inem Hause, in dem sich ein Kolonialwarengeschäft be
findet, eine hestige Benzinerplosion, bei der zwei Frauen
eine ältere und eine jüngere, getötet und sieben Personen
teils schwer, teils leicht verletzt wurden. Fast sämtliche
Fenster des Hauses und der nächften Nachbarschaft sind
ertr mort D ιννν« 8
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Mainz, 20. Aug. Der Inspekteur der 2. Pionierin—
pektion gibt folgende Darstellung über das Unglück im
Fort Heiligkreuz. Am Hechtheimer Berg werden gegen—
värtig Festungsmanöver im Nachtkampf vorgenommen.
Dabei wurde in einem unterirdischen Laufgang eine Mine
ur Explosion gebracht. Als ein Gefreiter, mit einer Rauch—
naske versehen, vorgeschickt, um sich über die Wirkung der
Minenexplosion zu überzeugen, wurden die Leute, die ihm
Luft zupumpten, bewußtlos. Infolgedessen stürzte auch der
Befreite nieder. Die Leute an der Pumpe wurden ins
Freie gebracht. Da es unmöglich war, in den Minenganç
zu gelangen, versuchte man den Gefreiten an einem Luft—
chlauch herauszuziehen. Der Luftschlauch zerriß. Inzwi—
schen war auch die alarmirte Feuerwehr erschienen. Mehrere
Mannschaften derselben mit dem Hauptmann Gehre von
2. Nassauischen Pionier-Bataillon schafften den Gefreiten
aus dem Laufgang heraus. Der Offizier wurde dabei be—
wußtlos, konnte aber wieder ins Leben zurückgerufen werden.
Der Gefreite Mickelmann von der 3. Kompagnie war tot
die dreistündigen Wiederbelebungsversuche sind erfolglos
geblieben. Das Unglück entstand dadurch, daß die Mine
explodierte, aber in ihrer Durchschlagskraft versagte; die
Base konnten daher nicht ahriehon⸗ und schlugen in dor
Gang zurück.
Berlin, 18. Aug. Heute nacht schoß auf dem Hansaplat
ein junges Mädchen ihrem Geliebten eine Kugel in den
dopf und verwundete ihn schwer. Darauf richtete sie den Re—
olver gegen sich selber und brachte sich eine lebensgefähr—
iche Verlezung bei. Ueber die Versönlichkeiten konnte nock
ichts fostgestelst werdon