Fohannistarer Fugwoche verungluctien Aviattters Henm
st zufriedenstel end. Genaue Untersuchungen haben erge
»en, daß doch keine inneren Verletzungen vorliegen. Vo
er leichten Gehirnerschutterung dürfle er in ein paar Ta
zen wieder hergestellt sein.
Ueberlandflug Frankfurt⸗Mainz⸗-Mannheim. Auf
»em Griesheimer Exerzierplatz bei Franksurt a. M. ist ein
leines Fliegerdorf entstanden. In der südwestlichen Ecke
»es großen Brachfeldes reiht sich Schuppen an Schuppen,
este Holzgebäude und luftige Segeltuchzelte. Den ganzen
Tag über ist es dort belebt. Hier werden neue Apparat
lonstruiert, dort rüstet man sich für den Ueberlandfluç
Frankfurt⸗Mainz-Mannheim. In einem Riesenzelt wiri
in einem Sechsdecker gebaut, ein Apparat, der wohl nad
Fertigstellung alle bisherigen Flieger an Größe übertref
sen wird. Sein Modeil war in der „Ila“ ausgestellt. In
einem anderen Bretterhaus arbeiten zwei Offenyacher Er
sjinder an einem Eindeclkler, dessen Flügel eine Spannweit
von dreizehn Meter haben. Beide Apparate sotlen au
dem Griesheimer Terrain ausprobiert werden. Ver
nut ich wird man schon vor dem eigentlichen Starttermi
im 16. August Pyobe⸗ Ueberlandjlüge erleben, denn di
biloten wollen nam̃entlich das Terrain bis zum Mainze
Zand kennen lernen, wo bekanntlich die Bewerber um
en Kaiserpreis landen sollen. Dieser Flug über die
kurze Strecke“ wird sich bedeutend schwieriger gestalten,
ils die große Luftreise nach Mannheim, die an kene be—
timmte Stunde gebunden ist. Da die Landung auf dem
MNainzer Sand bestimmungsgemäß zur Zeit der durch den
daiser abgenommenen Truppenschau ersolgen muß, so
verden die Aviatiker mit einem verhältnismäßig kleinen
staum fürlieb nehmen müßen. Außerdem ist es noch
ehr fraglich, ob die Windverhältnisse um die Aufstiegs—
nuinde — die Landung muß zwischen 11 und 12 Uhr
nittags erfolgen, die Fahrt also gegen 11 Uhr angetre—
en werden — überhaupt aeroplansicher sind. Der Flug
iach Mannheim datf dagegen schon von 5 Uhr früh ab
engetreten werden, wo fast Windstille zu herrschen pflegt
Natürlich wird man alles uum, um den Fliegern in
schweres Geschäft zu erleichtern. Während der Starttag
wird militärische Hilse zu Absperrungszwechken herangezo
den werden
⸗Ein Ueberlandflug von 14 Stunden
der Eulerpilot Erich Vochner, der bekanntlich au
Flug Franksuri⸗Adainz-Mannheim teilnehmen wird, har
am Freitag früh einen Ueberlandflug von 14 Stunden
ausgeführt und damit einen deutschen Rekord geschaffen
Der Aufftieg erfolgte um 5 Uhr 24 Min. vom Grieshei
mer Exerzierplatz aus und dehnte sich aus bis Rüssels
heim. Dann wandie sich der Flieger landeinwärts und
jog. fast immer in hundert Meier Höhe, den Main hin
auf nach Hause. Um 6.54 erfolgte die Landung diret
bor dem Schuppen, in dem der Eulerapparat untergebrach,
ist. Die anwesenden Zuschauer empfingen den Zurückle h
enden mit lautem Beifall.
*Ein Lenkballon für Amerika. Die Mi—
itaͤr⸗ Aommission des NRepräsentantenhauses und des Se
tais der Veteinigten Staaten bewilligte einen Kredit vor
175 000 Dollar für den Ankauf eines lenkbaren franzö
ichen Ballons nach dem Typ des Codiac.
Lokales und Vermischtes.
Ac; Der Festausschuß für die Veteranen⸗
jeier bittet die verehrte Einwohnerschaft Dud—
veilers, am nächsten Sonntag zu Ehren der
Veteranen ihre Häuser beflaggen zu wollen.
Civilstand der Bürgermeisterei Dudweiler vow 1. bis
10. August 1910. Geburten. Willy, S. v. August
Mildenberger, Bureaugeh. Malitta Pauline Frieda, T. v.
Wilh. Franle, Vizefeldwebel im Inf. Regt. 17, 11te Komp.
Rosa Luise, T. v. Friedrich Schid,e, Bgm. Adelheid, T.
». Aug. Hirschmann, Bgm., H. Wilh., S. v. Joh. Platz,
BZ8gm. Eugen, S. v. Heinrich Strauch, Bgm., J. Heinrich,
5. v. Joh. Thielen, Bahnarb. Maria Theresia, T. v.
Matth. Lauer, Bgin. Elfriede, T. v. Peter Johann 2.,
Bgm., J. Konrad Albert, S. v. Josef Zart, Bgm., J.
Peter Wilhelm, S. v. Peter Schneider, Postschaffner
Rudolf Aug. Otto, S. v. Kaspar Maas, Hilfswst. Rudolf,
5. v. Jakob Hübschen, Bgm. Emma Elise, T. v. Johann
kiefenbach, Bgm., J. Emilie Luise, T. v. Ernst Koch,
zergmusiker. Olga Regino, T. v. Peter Quinten. Bgm
Jakob, S. v. Nik. Bick 2. Bgm., H. Hedwig Margareta
. v. Heinrich Neu, Rangierer. Berta Luise, T. v. Karl
Metzger, Schreiner. Kath, T. v. Peter Hernig, Bgm.
Frika Elisabeth, T. v. Christian Frey, Eisenbahnschlosser,
F. Susanna Elisabeth, T. v. Jak. Montag, Bgm. Max
ßaul, S. v. Jak. Schönhard, Schreiner. Marta Kath.,
T. v. Michel Bouillon, Bgm. Aug. Josefine, T. v. Karl
MNarx, Schneider, J. Anna, T. v. Aug. Keller 2. Bgm.
hdeiraten. Robert Rosenkränzer, Gärtner, mit Elsriede
Schley. Hermann Blümer, Hilfsstgr, mit Anna Sofie,
zen. Paula Detemple. Friedrich Neu, Bgm., mit Marg.
Fuhrmann. Sterbefälle. Joch Wilh. Ehefrau, 78
J. Maria Jost, 25 J. Müller Matth. 26. Ehefrau, 49
J. Karl Ulrich, Kgl. Steiger, 29 J., Camphausen. Adols
Zübschen, 2 T. Karl Müller, 8 T. Hechler Alwin Ehefr.,
76 J. Herrmann Josef Witwe, 69 J. Schmidtberger
Matth. Witwe, 78 J., Saarbrücken. Henriette Luise gen.
Rath. Gins. 1J. Grust Hektar 2 M. Paul Gottschall—
7 W.
Straßenbahn. Da die Straßenbahn ihre Fahrzeiten
geär dert hatte, ohne davon die vorgeschriebenen Anzeigen
und Fahrplanpublikation bewerkstelligt zu haben, war Herr
Bürgermeister Jost bei der Straßenbahn schriftlich vorstellig
geworden. Auf dieses Schreiben hin ist seitens der Stra—
ßenbahngesellschaft des Saartales folgendes geantworte!
vorden:
Nach Verlegung bezw. Verlängerung einzelner
Weichen auf der Strecke nach Friedrichsthal ist im
Einvernehmen mit der Königlichen Eisenbahn⸗Di—
rektion die Einführung eines neuen Fahrplans mit
teilweise erhöhter Fahrgeschwindigkeit auf den un—
vebauten Strecken beabsichtigt.
Es wurden aus diesem Grunde Versuchsfahrten
vorgenommen, um etwa sich zeigende UÜbelstände
noch vor Einführung des Fahrplans beseitigen zu
können. Diese Versuchsfahrten sind von einem
der Betriebsbeamten infolge eines Mißverständnisses
auf die Früh- und Spätwagen ausgedehnt worden.
Es wird seit dem b. d. M. wieder nach dem
noch gültigen Fahrplan gefahren. Der neue Fahr—
»lan wird rechtzeitig imd ordnunasmäkig befannt
gemacht werden.
Keine Eptdemie. In auswärtigen Zeitungen waren
Nachrichten verbreitet, als herrsche in Dudweiler eine
Typhusepidemie. Daran ist kein wahres Wort. Es sind
einzelne Fälle vorgekommen, wie dies jahraus und jahrein
der Fall ist. Von einer Epidemie kann keine Rede sein.
Bedauerlich ist, daß solche Nachrichten verbreitet werden,
denn diese sind geeianet. aroße Reunruhigung hervorzu—
ufen.
Voraussichtliche Witterung: Gewitter, jedoch ohne
dauernde Verschlechterung der Wetterlage.
Veteranenfeier. Wie genugsam bekannt, werden die
Veteranen unserer Gemeinde morgen durch eine spezielle
Feier geehrt — die Veteranen, die vor vierzig Jahren die
ühne Grenzwacht so tapfer hielten und die glorreichen
Ziege so glänzend erfochten! Ihnen qgilt unser Danuf
Wir blicken leuchtenden Auges anf die heldenmütigen Kämp⸗
ser jener großen Zeit, die Schulter an Schulter in blutigem
kKingen gestritten, unser Vaterland hoch und hehr zu ge—
salten. Die glaubensvolle Rückschau auf jenen Höhepunkt
alionaler Begeisterung, opferwilligsten Einsetzens von Gut
ind Blut sichert uns auch jetzt einen zuversichtlkchen Aus—⸗
zlick in dte Zukunft deutschen Volkstums. Unseren tapferen
ieben und wackeren Kämpfern, unseren hochverehrten Ve⸗
eranen gilt diese EThrung. Möge es allen vergönnt seün
ioch viele, recht vieie Jahre und Taage des Glückes 31
ehen.
Unser Väter heißes Sehnen —
Deutschlands Einheit — ward ershritten.
Uns're Brüder haben freudig
Für das Reich den Tod erlitten.
knkel mögen krastvoll walten,
Schwer Errung'nes festzuhalten! —
Saison-Theater. Aus Anlaß der Veteranenfeier ver⸗
instaltei die Theatergesellschaft Bräuning am nächsten Scun⸗
ag eine patriotische Vorstelluug, und zwar das patriotische
zestspiel: „Deutschlands erster Kaiser“, hierauf das Tableaur
Germaniahuldigung“, ferner den militärischen Schwank
Unterm Soldatenstand' und zum Schluß das Tableau
„Der sterbende Krieger“. Wir wollen nicht verfehlen, auch
in dieser Stelle aus diese Vorstellung aufmerksam zu machen
Ein neues Gemüse für Verlin. Die Berliner städt⸗
che Güterverwaltung hat in den letzten Jahren Anbau
on korntragendem Mais ihre Aufmerksamkeit zugewendet,
beil diese Pflanze zu hohen Erträgen befähigt ist, und so
ie greßen Nährstoffmengen, die den Feldern um Berlin zu—
eführt werden, gut äusnützen kann. Nicht nur das reife
dorn ist zur Nahrung geeignet, sondern auch das soeben in
er Ausbildung begriffene oder halbreife Korn. Die Natur
chützt die in einem Kolben zusammenstehenden Maiskörner
»urch mehrfache Decken von Hüllblättern. Sind die Kölb—
hen nun noch ganz weich und die „Spindel“, d. h. die
kornträger in der Mitte des Kolbens ebenfalls, dann kann
das Ganze ohne die Hüllblätter wie Spargel zubereitet
verden. Dieses nahrhafte, leicht verdauliche und billige
Mais-Gemüse wird jetzt auf großen Flächen angebaut, und
oie Berliner Stadtverwaltung ist wohl die erste, die mit
dem feldmäßigen Anbau vorgeht, in der Hoffnung, daß
ihre Pächter auch diesem Versuchsanbau folgen werden,
un der Bevölkerung ein neues und autes Nabrunasmittel
u bieten.
Wie man sein Glück macht. (Erfolgreiche Erfinder.)
Den Seinen gibt's der Herr im Schlafe“. Ein großer Teil
»r Erfindungen, die ihrem Besitzer ein Vermögen eintrugen,
ind nicht die Frucht langjähriger Arbeit, sie sind das Er—
gebnis eines glücklichen Einfalls, einer Zufälligkeit, die ir—
nend ein lebendiger Geist sofort in ihrer praklischen Ver—
vendbarkeit erkannte und in die Tat umsetzte. Erst kürzlich
»rfahr man von einem neuen Schwimmgurtel aus einem
ndischen Baumwollstoff, der Kapok genannt wird und eine
erblüffende Schwimmfähigkeit hat. Der Kapok war schon
ange bekannt, aber der glückliche Gedanke, diesen merkwür—⸗
igen Stoff zu Schwimmgürteln und Rettungsgeräten zu
erarbeiten, erstand aus einem eigenartigen Zufall. Vor
iniger Zeit sandte ein Kaufmann ein Klavier über See.
das Schiff scheiterte. Man war nicht wenig erstaunt, als
nan am unächsten Tage auf der Meeresoberfläche eine rie—
ige Kiste schwimmen sah. Die Kiste wurde gelandet, man
zffnete sie und fand darin ein Klavier, iu Kapok verpakt.
Der Kaufmann hatte die sonst üblichen Holzspäne durch
dapokfasern ersetzt, ohne sich etwas Besonders dabei zu
denken. Aber die Schwimmfähigkeit dieser indischen Baum—
volle war entdeckt, und die Ausnutzung dieser Eigenschaft
iur noch eine Frage des Unternehmuͤngsgeistes. Eine fran⸗
ösische Zeitscbrift erzählt nun, wie wir den „L. N. N.“
entnehmen, eine Reihe ähnlicher Fälle, in denen ein fllüchtig
uuftauchender, doch sosort tatkräftig ergriffener Gedanke dem
Trfinder ohne Mühe ein Vermögen eingetragen hat. Der
Mann z. B, der zum erstenmal auf den Einfall kam, einer
leinen Radiergummi unmittelbar am Bleistift anzubringen
jat mit dieser Idee genau 320 000 M. verdient. Und ein
anderer, der sich darüder ärgerte, wie durch den Tabakrauch
die Decke seines Zimmers gebräunt wurde, und auf die
Idee kam, einen Rauchverzehrer zu konstruieren, wurde in
urzer Zeit ein mehrfacher Millionär. Länger mußte der
Mann warten, der die Rollschuhe erfand. Er war ein
leidenschaftlicher Schleitschuhläufer, er fann auf Mittel, auch
im Sommer laufen zu koͤnnen, und ver fiel sch'ießlich darauf,
tatt der Schlitischuhe kleine Rollen unter den Füßen zu
defestigen. Sein Gedanke wurde auch patentiert, aber Jahr⸗
ehnte belächelte man den Einfall, und kein Mensch beküm—
nerte sich um die Erfindung. Nur auf dem Varieie sah
nan bisweilen Rollschuhläufer. Kurz vor dem Erlöschen
das Patentes brachte aber plötzlich die Mode 400 000
Mark. Nicht weniger interessant ist die Geschichte des Holz⸗
papiers. Ein Dr. Hill, hörte wie die Papierfabrikanten
darüber jammerten, daß man Mühe habe, genügend Lumpen
usammenzubringen, das geeignete Fasern schwer aufzutreiben
eien und daß die Herstellung von Papier so teuer sei. Er
atte beobachtet, wenn die Wespen ihr Nest bauen. Eines
Tages erschien er beim Papierfabrikanten, zeigte ihm ein
Wespennest und meinte: „Warum folgen sie nicht dem Bei⸗
piel der Wespen, die bei Beginn ihres Nestbaues Holz
jerfasern und daraus einen Brei machen?“ Dieser Ein—
all machte erst die Herstellung des Holzpapiers möglich.
kinem Zufall verdanken auch die Konfeti ihre Entstehung
ene bunten, lustig wirbelnden Papierblättchen, von denen
n Europo in der Faschingszeit Millionen und Abermilli⸗
»nen verbraucht werden. Die „Erfindung“ wurde in Paris
emacht. In einer Buchdruckerei war man mit der Her—
tellung einen Almanachs beschäftigt, der dur chlöchert werden
nußte, um eine Schnur zum Aufhängen des Büchleins durch
»ie Blätter zu ziehen. Die kleinen runden Papierstückchen,
ie dabei abfielen, flatterten in der Werkstatt umher, im
zcherz packte einer der Arbeiter eine Handvoll diefer Ab—⸗
älle, schleuderte sie auf einen Kollegen, der antwortete mit
erselben Münze, und bald war eine lustige Konfetlischlacht
m Gange. Der Druckereibesitzer sah zu, ihm kam eine Er—
euchtung, und er erfand die Konfetti. Heute fabriziert er
dag für Tag einige Tonnen dieser Papierschnitzel, die ihm
ängst ein Vermögen eingebracht haben.
FischbachCamphausen, 18. Aug. Als gestern abend
n dem eingestellten Weiher einige Jungen badeten, kam ein
Junge aus Quierschied in den, den Weiher durchfließenden
Zach und verschwand. Der 17jährige Bergmann Jakob
draub von hier sprang dem Ertrinkenden nach und rettete
hn unter eigener Lebensgefahr.
Jägersfreude, 11. Aug. Die Neuanlagen der hiesi—
en Gruben haben bis jetzt einen Aufwand von 1,700,000
Nark verursacht. Für das laufende Etatsjahr sind aber—
nals 5340000 Mark bewilligt worden. Bis auf die Rätter—
ainlage sind sämtliche im Etat vorgesehenen Bauten fertig—
estellt. Die Belegschaft zählt gegenwärtig rund 700 Mann.
lm 1. April 1908 waren es rund 400 und am 1. April
909 rund 620 Mann. Die Jahresförderung ist auf 80 000
connen Kohlen gestiegen. Die oberhalb der Grube am
Waldrande gelegenen drei Doppelwohnungen für Werks—
»eamte sind gleichfalls schon fertiggestell. (Sbr. Volksz.)
Quierschied, 11. Aug. In der Angelegenheit des
urchaegaangenen Knechtes des Unternehmers S. Ackermann
»on hier sei folg endes erwähnt : Der Knecht heißt nicht
vie er angab, Grrünewich, sondern Schröder. Bereits gn.
Zonntag erbat er sich von seinem Herrn zwei Pferde
und einen Landauxr, angeblich, um seinen alten Vater,
inen Veteranen, vom Bahnhofe Saarbrücken nach dem
Spicherer Berg zu fahren, da derselbe schlecht gehen könne.
Dieses wurde ihm uber verweigert. Am Montag war er
den ganzen Tag fo rt. Dienstag morgen 5 Uhr spannte er
ohne Vorwissen seines Herrn die beiden besten Pferde
mit gutem Geschirr an einen gut erhaltenen Wagen, um,
wie er zu seinem Mitknecht sagte, neue Möbel nach Sulz—
bach holen zu fahren. Er lietz sich aber nicht mehr blicken.
Als er zu gemessener Zeit nicht zurückkehrte, wurden sofort
iberall Recherchen angestellt. Gestern fanden die Söhn
des Ackermann das Gefährt in den Stallungen des Pferde—
sändler Max Alfan zu Saarbrücken. Dieser hatte das Ge—
ährt, das einen wirklichen Wert von 2500 bis 3000 Mart
epräsentiert, zum Preise von 1000 Mark angekauft, ohne
edoch das Geld zu zahlen. Das beste Pferd war bereits
iach St. Ingbert verkauft. Dort steht es noch. Der
zäufer hatle bereits 200 Mark Anzahlung geleistet. Das
weite Pferd und den Wagen nahmen die Söhne mit. nach
dause. Von dem Knecht, der ein geriebener Hochstabler zu
ein scheint, fehlt jede Spur. (Sbr. Volksz.)
Altenwald, 11. Aug. Der Unternehmer Baum von
zier verunglückte dadurch, daß beim Transport eines
)mpfkessels eine Kette zersprang und das abspringende
Ziü'sck den Kopf traf. Die Schädeldecke wurde zertrümmert
der Rerletzte wurde in das Spital auf dein Revypersberg
ESaa'rbrücken verbracht.
Saar orücken, 12. Rug. In der Nacht zum Donnerstag
vurde ein Schutzmann aus der Eisenbcehnsttaße nach der
Zaar gerufen. In der Nähe der Kronprinzessinstraße hatte
in Mann seinern Rausch ausgeschlafen. Als der Schläfer
bon einem andere.n geweckt wurde, ging er statt nach der
Zladt der Saar zu, er polterte das Ufer herab und erkrank.
Seine Mühe, dieauf dem Raseu gelegen hatte, wurde als
die des Chauffeurs Sch. aus Alt⸗Saarbrücken, der bei einer
hortigen Großhandlung anyestellt war, ermittelt. Die Leiche
es Erirunkenen, der noch in. den besten Jahren stand und
oerheiratet war, ist noch nicht g funden worden.
AEmnmerich, 12. Aug. (Schw'erer Fuhrwerts
unfasi' Auf der Strafe von S. len nach Zevenger er—
Agneie sich ein schwerer Fuhrwertsung. ll. In der Näh
es hollandischen Foliamles bei Babber.bscheue durd
as Herannahen eines Aulomobils das Pfend emnes Fuhr
verks, auf dem sich der Mehlhändler Peter SAumm au
didam mit seinen drei Kindern befand. Das Gefähr
vurde über die ziemlich hohe Straßenoöschung hütau
issen. Durch den Sturz wurde Summ so schwer verletzt
»aß er kurz darauf an Ort und Stelle starb. Von der
drei Kindern erlitt eines erhebliche Verlezungen, die bei
den anderen Kinder kamen mit leichteren Wunden davon
* Kleve, 12. Aug. (n einem Fliegenstich
pestorben.) In RKeelen bei Kleve ist in der ver
zangenen Woche ein sieben Jahyre alter Knabe von eine
5üiege am Kopfe gestochen worden. Es trat Bluver
giftung ein, an deren Folgen der Knave trosß sosortige
arzteicher Hilse jetzt gestorben ist.
* Rheine i. W. 12. Aug Aufsehenerregend
Kßerhaftung.) Hier wurde der jruhere stadiische Eich
neister R. verhaftet, der im Verdacht sieht, wideriechilicik
zewichte geeicht zu haren, de er im ganzen Industreere
ziirt vertrieb. At. war bereits vor mehreren Monate!
estgenommen, doch wegen ungenugender Beweise wieo.
u freien Fuß gesetzt worden. Rachdem ihm aber all
aählich der Boden zu heiß geworden war, wollte er fluch
en; eine Fahrkarte nach Amerika wurde bei ihm vorge
unden.
*Trier, 12. Aug. (20 000 M. Unterschlagun—
zen.) . Die bisherigen Ermittuungen haen ergeben, daj
er Fehlbetrag vei der Kreistommungtkasse in St. Wen
»el sich auf 20 000 M. bezifssert. Die Unterschlagungen da
zeren bis zum Jayhre 1803 zurück und sind bisher trot
iller Revisionen nicht entdectt worden. Die Verhaftung
»es ungetreuen Beamten erfolgte vei seiner Rücktehr vor
iner Badereise auf dem Bahnhof St. Wendel.
* Ludwigshafen, 12. Aug. (Im Streit ersto
hgen.) Wie die „Pfälz. Presse“ schreibt, geriet der Schuster
zosef Veier in Gersvach mit anderen Gasten in Streit
nnd feuerte einen Schuz ab. Nun zogen die anderen die
esser und stachen solange auf Merer ein, bis er tot
usammenstürzte. Zwei Schuhmacher wurden verhaftet.
* Mannuheim, 12. Aug. (Ein netter Brauti—
am.) Der 23 Jahre alie Roman Grupp uniserhielt seit
anger Zeit mit der Näherin Gretchen Hoͤrnesff aus Lud—
digshafen ein Liebesverhältnis, und demnächst sollte die
»ochzeit stattfinden. Dieser Tage hatte Grupp seinem
zchwiegervater 60 Mark entwendet. Gestern morgen be—
ellte er nun seine Braut, um sie darüber zu befragen,
vie sich der Vater zu dem Diebstahl geäußert habe. Das
Nädchen teilte ihm mit, daß der Vater Anzeige erstatten
verde. Darüber wurde Grupp so aufgezegt, daß er ein
Desser ergriff und au das indehen losstach. Dann ver
Zbte er sich selbst so schwer, daß er 35— di zufar⸗
nenbrach. Das bedauernswerte Mädchen wurde in de
Krankenhaus gebracht.
Frau von Schönebeck. Ein Korrespondenzbureal
vill von sehr zuverlaͤssiger Seite erfahren haben, daß der
Ausenthalt der Frau von Schönebeck-Weber in Schlachten
ee bei Berlin sich zu einem neuen Skandal auswächst. Di
zeisteskranke Frau Weber unternimmt mit ihrem Gatten.
ohne jede ärztliche Aufsicht oder Begleiung Vergnügungs
ahrien nach Berlin. In Schlachtensee selbst fährt sie in
auffälliger Weise durch die Straßen, lachend und tollend
was t'efe Mißstimmung in der Bevölkerung hervorgeru
sen hat. U. a. saß sie am Mittwoch mit einem Herrn im
Wagen. Sie setzte in übermütiger Lustigkeit den Hut ih
res Begleiters auf und trieb allerhand derartige Kapriolen
Verhaftung eines Erpressers. Einer der reichsten
rẽinwohner der Stadt Gießen erhielt kürzlich einen Brief
n dem ein Bombenattentat angedroht wurde, wenn e
iicht an einer bestimmten Stelle des Bergwerkwaldes
200 000 Mark niederlegen würde. Der Bedrohte ignorierte
unichst den Drohörief, übergab ihn aber doch schließlich
„er Behörde, als ein zweiter Drohbrief an den Adressa
en gelangte, der von bluttriefenden Drohungen strotzte.
die Polizei ließ den Empfänger des Brieses in den Wald
ahren und dort ein Kuvert mit Papierschnitzeln neederle
en. Inzwischen legten sich mehrere Polizeibeamte in der
dähe auf die Lauer. Der Erpresser ging in die ihm ge—
ellte Falle urd wurde verhaftet. Es handert sich um den
rbeitslosen Schreinergesellen Hech aus Gießen, der bei
einer Vernehmung vor dem Staatsanwalt die Tat sofort
eingestand. Er gab an, daß es ihm tatsächlich um die
Frlangung der Geldsumme zu tun gewesen sei, erklärt
iber, daß er seine Drohungen nicht wahr gemacht hätte,
jie wären nur leere Drohungen geblieben, wenn er auch
ein Geld bekommen hätte. Auf de Frage, weshalb er
denn eine so große Summe verlangt habe, erwiderte Heck,
hei einem so reichen Manne seien doch 200 000 M. nur
eine Kleinigleit. Er wäre überdies auch mit der Hälite
ufrieden gewesen.
Autounfall. Der in der Färberstraße 18 in Leip—
ag wohnende Fabrikant G. Hartmann fuhr in der Nähe
des Dorfes Bürsten bei Weißenfels so unglücklich mit sei—
nem Automobil gegen einen Baum, daß er herausgewor—
sen und sofort getoötet wurde. Seine mitfahrende Gattir
blieb unverletzt.
Vom Zuge überfahren. Aus Gera wird gemeldet:
bei der Station Moßbach fuhr ein Erntewagen trotz
derannahen eines Personenzuges auf das Geleise. Der
VLagen wurde von der Lokomotive erfaßt und zertrüm—
iert. Die Gutsbesitzersfrau Staps und ihr Sohn wurden
etötet. eine andere Person verletßt.
Der Ronig von Belgien wird in den nichsten Ta
sen von Possenhosen am Staunberger See aus eine A.
amobilsahrt nach Südtirol antreken. Ansang Septembe
wird der König dem bulgartischen Königshof in Sofia
nen Besuch abstatten und voraussichtlich den Manoöver
der dritten und achten Truppendivision in Stara-Zagor
zeiwohnen. Die Königin bleibt vorläufig noch bei ihre
Mutter, der Herzogin-Witwe in Possenhosen.
Zug-Zusammenstoß. Insoige falscher Weichensten
ing sind bei der Station Mako (Ungarn) zwei Personen
üge zusammengestoßen. Eine Lokomotive wurde zertrüm
mert. Zwörf Pahagiere sollen angeblich leicht verlet
vorden sein. Der schuldige Beamte wurde verhaftet.
Vom König Ferdinand. Wie die Wiener bulga
rische Gesandtschaft! mitteilt, ist die Blättermeldung, daß
dönig Ferdinand von Bulgarien an Schwerhörigkeit leid—
ind sich einer Operation unterziehen müsse, aus
euft gegriffen.
„Zärtliche Verwaundte“. Die Pariser Morgenblät—
er meiden aus Brest: In einem Dorfer fand die Behörde
eine 36jährige Frau, welche von ihren Verwandien sei
inigen Jahren in einen Stall eingesperrt gehalten war
die Unglückliche verfügte, über eine Jahresrente von 8000
Franks. Der Schwager der Frau wurde in Untersuck
masbaft genommen.
——— — ⸗—— — — —
MWMarnung. Dem Berginspektor Schwehmann zu Alte
vald ist am 7. August 1910 auf der Jagd im Bann—
Kosenkopf ein glatter, fünfjähriger, mittelqgroßer, braunge
trichelter Hühnerhund entlaufeu, der nach Mitteilung de
Bezirkstierarzteszzu Homburg bo lUlwutverdächtigü.
Der Hund trägt ein Halsband, auf welchem der Rame un—
Wohnort des Eigentümers zu lesen ist. Um eine Weitle
»erbreitung der Krankheit, resp. eine Naertragung derselbe
u vermeiden, wird die Bevölkerung hiermit gewarnt, ihr
»unde frei umherlaufen zu lassen. Gleichzeitig wird 6.
Bekanntwerden des Aufenthalts des kranken Tieres sofe
ir — — MRolizeinerwmo uο —UV—— u mache.
steueste Nachrichten und Telegramme.
Koblenz, 12. Aug. Ein hier angesiellter Hotelporti⸗
rschien an patriotischen Festtagen stets mit Kriegsden
nünzen. Jetzt stellte es sich heraus, daß er niemals ge
»ient hat, aber jahrelang Beteranenunterstützung erhielt.
Gelsenkirchen, 12. Aug. Auf einer Wiesle bei der
düllermühle stolperte ein 14jähriger Junge und fiel dabei
iuf eine Sense, wobei ihm die scharfe Klinge tief in den
Leib drang. Der Tot trat alsbald ein.
Kreuznach, 12. Aug. In Neubamberg fand ein Ehe—
»aar, als es von einem Ausgang heimkehrte, sein 2 Jahre
iltes Kind tot vor. Das Kind war aus dem Beit gefallen
ind hatte das Genick gebrochen.
Maulbronn, 12. Aug. Gestern abend wurde bei einem
jeftigen Gewitter der 32jährige Tagelöhner König, der
rotz mehrerec Blitzschläge weiterarbeiten wollte, im Augen
lick, als er von einer Leiter stieg, von einem Blitzstrah
zetroffen und sofort getötet. Seinem Arbeitsgenosser
Iswald, der von demselben Blitzstrahl getroffen wurde
ind beide Arme gelähmt worden.
Heilbronn, 12. Augçg. Bei einem hefeigen Gewitte
chlug der Blitz bei Ochsenburg in einen Kirschbaum, unler
em eine Anzahl Personen vor dem Regen Schutz gesuchi
hjatte. Der Blitz tötete einen 31 jährigen Mann, einen 14
lährigen Knaben; außerdeut wurde die Wutter des Knaben
ind ein Bruder desselben schwer verwundet.
Dresden, 12. Aug. Auf der Skrecke Odenbach-Außio
vurden im Berliner Schnellzug einem Amerikaner oon einem
nternationalen Eisenbahndieb eine Ledertasche mit Schmuck
ind amerikanisches Golds und Silbergeld, sowie ein über
35 Pfund lautender Kreditbrief einer Londoner Bank ga⸗
tohlen.
Paris, 12. Aug. Die Morgenblätter melden aus Brest
In dem Dorse Cerglon-en-Saint Thoin fanden die Behör.
den eine 36 jährige Frau, welche von ihren Verwandten sei
inem Jahre in eünem Stalle eingesperrt gehalten worden
har. Die Unglückliche verfligte über eine Jahresrente von
3000 Frs. Der Schwager der Frau wurde in Untersuchun⸗ze
saft genommen.
Paris, 13. Aug. Der Vorschlag der „Straßburge
zost“, die französischen Aviatiker, die mit ihren Flugappa
aten die Grenze überfliegen und so Einblick in die deutscher
zefestigungen gewinnen könnten, mit Flintenschüssen und
danonenkugeln zu ernpfangen, hat die Pariser Presse seh
ufgeregt. Sie schreibt und höhnt über die Furcht des
zlattes in allen Tonarten und ergeht sich wieder einmal
uBeschimpfungen der Deutschen. Am ruhigsten schreibt
och der „Temps“, der Folgendes sagt: „Frankreich hal
ich niemals zu Feindseligkeiten hinreißen lassen, sooft deut
che Ballons, wenn auch ihre Insassen Offiziere waren, au
ranzösischem Boden landeten. Man überflog daher franzö
ische Festungswerbe, bewahrte aber auf französischer Seit
auch diesen Tatsachen gegenstber volle Ruhe. Wir glauben
daß man in Deutschland selbst die Anschauungen der „Straß
»urger Post“ verurteilen wird und zwar sowokl im Volk⸗
vie in der Presse.“
Brüssel, 13. Aug. Die „Gazette“ erfährt über den
Kaiserbesuch in Belbien, daß die belgische Diplomatie seh
eunruhigt ist, da wie es heißt, der deutsche Kaiser der
Wunsch geäußert haben soll, während seiner Anwesenhei
in Belgien auch das Schlachtfeld von Waterlo besichtige—
zu wollen. In hiesigen offiziellen Kreisen befürchtet man
daß dadurch die französische Gefühle verletzt werden. Das
Blatt glaubt übrigens, wenn der deutsche Kaiser tatsächlich
das Schlachtfeld besuchtn wollte, er auch Mittel und Wege
finden würde, die französische Tapferkeit zu verzeihen.
London, 10. Aug. Wie „Daily Cronicle“ meldet, geht
n New⸗Yorker Börsenkreisen das Gerücht, daß eine Gruppe
»edeutender New-Yorker Kapitalisten einen Plan ausgear⸗
»eitet habe zur Ausbeutung von Erzen und Petroleum i«
durdistan. Diesem Plane soll die türkische Regierung ai
ttig gegenüberstehen.
Bilbao, 12. Aug. Die Minenbesitzer kündigen an, da
ie die Minen morgen wieder öffnen werden, und kord⸗
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Evangelischer Gottesdienst.
12. Sonntag nach Trinitatis, den 14. August 1910.
dollekte für das Pfarrhaus in Kölln, Synode Sgarbrück—
Dudweiler.
8.— Uhr. Pfr. Trommershausen.
10.— Uhr. Pfr. Schmidt.
Herrensohr.
91/. Uhr.