Full text : Dudweiler Zeitung

*Gelsenkirchen, 8. Aug. BerunglückteBerg
eusfen) Auf Zeche „Wilhelmine“ wurden zwei Berg—
seute von hereinst irzenden Gesteinsma'sen erxhlagen, ein
zritter schwer verletzt.
*Kleve, 8. Aug. Kirche nraub.) In der Nacht
jum 3. Juni dss. Is. wurde in die Kirche zu Bedburg
hei Kleve eingebrochen und eine Monstranz und Kelche ge⸗
ohlen. Beim Roggenmaͤhen hat man jetzt auf einem
Felde bei Hasselt ein gold nes Kreuz und zwei silberne
Engelfiguren gefunden, die die alte Monstranz geziert ha—
den. Der Raub ist also dort yon den Räubern geteilt
worden.
⸗Hanau, 8. Aug. (Vom Auto überfahremn.
gestern Abend wurde auf der Chaufsee in der Nähe des
Zries Langenfelbold der 14jährige Johannes Mohn von
zem Automobil eines Hanauer Fabrikanten überfahren
mid schwer verletzt. Das linke Bein des Jungen isi
nehreremal gebrochen. Außerdem trug er Verletzungen im
Jesicht und an den Händen davon.
Aschaffenburg, 8. Aug. EEinbruchs⸗Dieb—
tbahl.) Eine in der Weißenburgerstraße wohnende Pri—
atiere fand bei ihrer Heimlehr vom Spaziergang ihre
mohnung erbrochen. Es waren 10 000 Mart in Wert—
apieren, sowie 200 Mark bar gestohlen. Von dem Ein—
recher fehlt jede Spur.
*Bergzabern, 8. Aug. EErscho ssen.) In dem
gebirgsdorf Dörrenbach wurde der Ackerer Silberg im
lebermut mit einem Revolver erschossen. Der Täter isi
xerhaftet worden.
Hochwasser.
Mainz, 8. Aug. Nach den Meldungen des Was—
erbauamts stieg der Rhein bei Mainz von 250 aus
265 Zentimeler, der Main bei Kostheim von 215 au
226 Zentimeter. Main und Nechar bringen laut tele
raphischer Meddena weiter aroße Wassermassen
Orkan. Aus Berlin wird gemeldet: Ein orkanarti—
zer Sturm, der in der Nacht zum Sonntag einsetzte und
vährend des ganzen Sonntags anhielt, hat sehr großen
Schaden und viel Unfälle, besonders auf dem Wasser, zur
Folge gehabt. Der Beginn der Flugwoche wurde durch
hjn vereitelt.
Unterschleife. Der frühere Geschäftsführer Hofsmann
hat seiner Firma, der Handorfschen Ziegelei in Baalberge
Anhalt) 125 000 Mark unterschlagen.
Autounfälle. Auf der Straße bei Babenhau—
den brach am Automobil des Professors Made-Mainz ein
Rab. Der Besitzer siarb nach zwei Stunden, seine Frau
wurde ins Krankenhaus verbracht. — Am Karellenberg
hei Schönburg im Vogtlande verunglückte das Auto—
mobil des Direktors einer Plauener Marhinensabrik, na—
mens Franck. Die Frau des Dirertors, sowie der Chauf—
seur sind tot. Die Tochter des Direktors, sowie zwei
derren, die an der Fahrt als Gäste teilnahmen, wurden
chwer verletzt. Der Direktor blieb underletzt.
Abgeftürzt. Beim Edelweißsuchen sind im Engadin
vier Personen abgestürzt. Nur eine wurde gerettet.
Dorfbrand. In Paris ist die Nachricht eingetros⸗
sen, daß die Ortschaft Toumouna in Senegal infolge ei
nes Blitzschlages durch Feuer vollständig vernichtet wurde
27 Personen, darunter drei Europäer, sind in den Flam
men umgekommen, 18 Personen, darunter 12 Europäer,
erlitten Brandwunden. Die Ueberlebenden haben sich nach
allen Richtungen zerstreut.
Zusammenstoßß. Auf der Straße Grenoble— Lyon
and bei dem Dorse Bron ein Zusammenstoß zwischen der
eleltrischen Straßenbahn und einem mit fünf Personen be
letzten Automobil statt, welch' letzteres zertrümmert wurde.
Lon den Insassen des Autos wurden drei sehr schwer
xerle tzt.
Zur Affäre Crippon. „Morningpost“ meldet aus
Quebeck: Das Einwanderungsbureau hat den Rücktrans⸗
zort Dr. Crippons und seiner Geliebten nach England
veschlossen, mit der Begründung, daß beide als flüchtige
berbrecher leinen Zutritt zu der Kolonie hätten. Damit
st auch der Protesi Crippons, er sei amerikanischer Staats⸗
vurger, wirkungslos geworden. — Gegen Miß Leneve ha—
»en sich übrigens die Verdachtsmomente sehr verstärkt. Die
Polizei hat ermittelt, daß sie bei dem Gifteinkauf Crip—
zons dessen Begleiterin war. A
Roosevelt über das Frauenstimmrecht. Wie wohl
hekannt ist, hat der Kampf für das Frauenstimmrecht jüngst
mich in den Vereinigten Staaten eingesetzt. Die norwe—
zischen Frauen, die ja jetzt fast ganz im Besitz des pol'ti—
chen Stimmrechtes sind, haben nun den amerikanischen
Expräsidenten gebeten, seinen Einfluß zugunsten der
Frauenstimmrechts sache in den Vereinigten Staaten geltend
zu machen, Roosevelt hat darauf in einem Briefe geant—
wortet, den „Nylaende“, das Organ der norwegischen
Frauenrechtlerinnen, mitieilt. Darin erklärt Roosevelt, daß
er und seine Frau stets für das Frauenstimmrecht gewe—
sen, aber nicht der Meinung seien, daß die Frage fün
AImerika gegenwärtig dringende praktische Bedeutung habe.
Zu solcher würde sie nach seiner Meinung erst gelangen,
venn die besten und ernstesten Frauen des Landes das
Bedürfnis nach dem Stimmrechte äußern sollten. Auch in
iesem Briese wiederholt Roosevelt seine bekannte Auf—
assung, daß die erste Pflicht der Durchschnittsfrau die sei,
zute Gattin und Mutter zu sein. Er fährt dann fort:
„Wenn einst diese guten Frauen, die überhaupt die wich—
sigsten Staatsbürger sind, empfinden, daß sie außer den
vitalen und anstrengenden Pflichten, die sie tatsächlich er—
üllen, mit Weisheit und Vorteil noch eine weitere Pfilicht,
nämlich die des Stimmrechtes ausüben können, dann
werde ich sehr erfreut sein, sie diese Pflicht übernehmen zu
sehen.“ Noosevelt will also nur sicher sein, daß es sich
bei dem Frauenstimmrechte nicht etwa um eine vorüber—
zehende Regung, um eine politische Mode handelt. Aber
elbst diese bescheidene Reserve hai ihm Gina Krog, die
Führerin der norwegischen Frauenbewegung, recht sehr
verübelt. Sie bemerkt zu dem Schreiben u. a., daß von
her „Weisheit“, die Roosevelt für die Betätigung in der
Politikt wünsche, das Schreiben jedenfalls einen sehr ge—
ingen Beweis erbringe. Das ist arob — aber es iit
eine Widerlegung.
Wo sind die meisten Eisenbahnen? In den Ver—
einigten Staaten von Amerika, sagt jeder. Denn Amerika
jat eine Schienenlänge von 376 567 Kilometer, wogegen
deutschland nur 58 034 Kilome'er, Rußland 58 843 usw.
iberhaupt ganz Europa nur 325 194 Kilometer hat. Und
doch sind diese Zahlen sehr irreführend. Denn daraus
kann es nicht ankommen, wie hoch die absoluten Zahlen
and, sondern einen Maßstab für das Verkehrswesen be—
sommt man nur dann, wenn man die Zahlenverhaltnisfe
mit den Größenverhältnissen und der Einwohnerzaähl des
Landes vergleicht. Da sieht das Bild aber schon anders
us. Im Verhältnis zum Flächeninhalt hat Belgien die
neisten Eisenbahnen, dort kommen nämlich auf 100 Qua—
ratlilometer 27,5 Kilometer Eisenbahnen. Dann komm
ẽ ngland mit Irland, wo 11,9 Kilometer auf dieselbe
xläche kommen, dann Deutschland und die Schweiz mit je
10,9 Kilometer. Von den deutschen Staaten steht obenan
»as Königreich Sachsen mit 20,6 Kilomeer, es folgt Ba—
en mit 14,7, Elsaß-Loihringen mit 14,9, Württemberg
mit 10,6, Preußen mit 10,4 und sodann Bayern mit 102
Lilometer Schienenlaͤnge auf‘ 100 Quadrattifometer Aus—
dehnung nur 4 Kilometer Schienenlänge. Im Vergleick
jur Zahl der Vevölkerung stehen die australischen Kolo—
nien obenan; in Queensland kommen auf 10 000 Ein
vohner 11518 stilometer Eisenbahn; in den Vereinigten
Staaten kommen auf 10 000 Einwohner 44 Kilomeier, in
Schweden 26,5, in Frankreich 12,4 in Belgien 12,1, in
Dtutschland 10.3 Kilometer. Saimtliche Eisenbahnen der
Welt hatten Einde 1908 eine Gesamtlänge von 8983 868
— Sie repräsentieren einen Wert von etwa 215
Villionen Mark. Bedeutend vergrößert sind im Laufe de—
da 1808 die Eisenbahnnetze in Ostasien, Kanada
Verits. Argentinien, Brafuten, Südafrita— unde von der
uropäischen Staaten: Deunchland ung Oesierreich-Ungarn

4Wie die alten Römer Zahnschmerzen behandel⸗
en. Im alten Rom gab es zwei Methoden, die Zahn
hmerzen zu vertreiben, einmal durch die Magier, ander—
eits durch Aerzte. Die Magier empfahlen als Mittel ge—
en die Zahnschmerzen, die Asche vom Kopfe eines an
Tollwut verendeten Hundes mit Olivenöl zu mischen und
ieses in das Ohr der schmerzenden Seite einzuträufeln.
der knöcherne Stachel einer Wasserschlange kann zum Ein—
chneiden des Zahnfleisches benutzt werden, vorausgesetzt,
zaß die Schlange männliches Geschlechtes ist und eine
veiße Haut hat, oder das Stirnbein einer Eidechse, der
s bei Vollmond herausgenommen wurde. Auch wurde
mpfohlen, in die hohlen Zähne einen Wurm zu legen,
»er sich von einem Kraut nährt. Zur Vorbeugung gegen
Zahuschmerzen solle man monatlich zwei Ratten essen.
Fon den Aerzien wurden gegen Zahnschmerzen die Wur—
eln des Wegerich und des Ysop zum Kauen oder zur
Abkochung empfohlen. Tischlerleim, Stiergalle oder Zie
genmilch werden als Elixiere empfohlen, als Zahnpulver
jebranntes Hirschhorn, Asche vom Kopfe eines Wolfes,
ines Hasen, einer Maus. Zum Einschneiden des Zahn—
leisches wird die Gräte des Meerdrachen empfohlen; sie
ann auch an den Kieser gehängt werden, dessen Krank—
zeit sie daun abzieht.
Wissensdrang. Ein Parvenü, bei dem das An
vachsen der Bildung nicht mit dem des Geldes gleichen
Zchritt gehalten, läßt sich, um das Versäumte nachzuho—
en, durch einen Lehrer Unterricht in den verschiedenen
Fächern des Wissens erteilen. Nachdem in der Geschichts—
sunde der Lehrer bereits dreiviertel Stunden Vortrag ge—
jalten hat, unterbricht ihn endlich der Schüler, der mit
ffenem Munde erstaunt zugehört hatte, mit den Worten:
Ja, hören Sie mal, jetzt erzählen Sie mir nun schon
dreiviertel Stunden immerwährend von, vor und nach
Thristi Geburt, aber Sie haben mir noch gar nicht ge—
aat. wann Christus eigentlich geboren worden ist.
Die älteste Frau der Welt. Vor einiger Ze
zing durch die Blaͤtter die Meldung, daß in Posen eine
Frau namens Dutkiewitz existiere, die den Anspruch er—
hebe, der aͤlteste lebende Mensch zu sein. Frau Dutkiewitz
zibt als ihr Geburtsdatum den 21. Februar 1785 an.
und ihre Hokumente lassen darauf schließen, daß dies
richtig sei und die Frau also gegenwärtig im 125. Le
»ensjahre stehe. Nun aber erfährt man, daß es eine Frau
zibt, die um zehn Monate älter ist als Frau Duttkiewitz
Zie heißt Baba Vasilika und lebt in dem kleinen bulga
cischen Dorf Pavelsko, wo sie im Mai des Jahres 1780
das Licht der Welt erblichte. Die unand über ihr
geburtsdatum sind in der Kirche des Pavelsko benachbar—
en griechisch orthodoxren Klosters anfbewahrt. Baba Va
ilka, so erzählt das „Neue Wiener Tageblatt“, ist die Toch
er eines bulgarischen Bauern und arbeitete selbst al⸗
zäuerin bis vor verhältnismäßig kurzer Frist. Mehr al⸗
hundert Jahre lang hat sie regelmäßig aus den Felderr
hrer Heimat gearbeitet, entsprechend der Gepflogenheit da
elbst, daß die Frauen alle Arten von Feldarbeit verrich
en. Besonders bemerkenswert erscheint es, daß sich di—
Breisin an die Begebenheiten ihres früheren Lebens, näm—
lich bis zum Alter von achtzig Jahren besser zu erinnern
nermag als an die Vorgänge in der späteren Zeit. Baba
Vasilka ist längst Witwe. In ihrer nächsten Umgebunç
befindet sich bloß ihr Sohn Theodor, welcher, der Fami
lientradition folgend, den Acker pflügt und gleich der Mut
er die ländliche Abgeschiedenheit seines Gehöftes nur sel—
en verläßt. Er war aber früher oft a's Soldat in Feld
ind nahm an manchen Aufständen in Bulgarien teil
kheodor Vasilka zählt fast hundert Jahre. Er ist nicht so
risch wie seine Mutter, doch immerhin noch in der Lage
ein Tagewerk zu vollbringen. Von Frau Vasilka wird
„ersichert, daß sie trotz ihres ungewöhnlich hohen Alters
ioch gut sieht, ebenso gut hört und auch noch kleine Spa
iergänge zu unternehmen vermag. Sie hat mehr als
undert Enkel, Urenkel und Ururenkel und ist in Bulga
ien in gewissem Sinne eine Berühmtheit, zu der von
veit und breit die Bevölkerung herbeiströmt, um sie zu
ehen und mit ihr, die fünfviertel Jahrhunderten so stand—
haft trotzt, einen Händedruck zu wechseln.
Neue Signale bei der Eisenbahn. Die in letzter
Zeit vorgekommenen Eisfenbahnunfälle, die zum Teil auf
leberfahren der Haltesignale zurückzuführen waren, haben
das Interesse am Eisenbahnsignalwesen wieder reger wer—
den lassen. Mit Rücksicht darauf findet eine neu geschaf—
fene Anlage besondere Beachtung. Neben den optischen
Signalen besteht bei dieser ein alustisches Signal. Es
ind dies drei Hupen, die an Telegraphenstangen ange—
racht sind und bei der Vorbeifahrt des Zuges auf elektri—
chem Wege zum Tönen gebracht werden. Auf diese Weise
wird der Lokomotivführer rechtzeitig auf das Haltesianal
wuufmerksam gemacht.
Kaiser und Photograph. Während seines letzten
Aufenthaltes in Swinemuünde wurde der Kaiser, so wird
dem „B. T.“ geschrieben, von einem allzu knipswütigen
Photographenlehrling belästigt. Als der Kaiser zwischen
1 und 12 Uhr vormittags, nur von einigen Beamten in
zivil unauffällig begleitet am Strande spazieren ging,
slellte sich einige Schritte vor ihm ein Photograph auf,
um ihn zu photographieren. Die erste Aufnahme ließ sich
»er Kaiser gefallen. Als aber der junge Mann es zum
weiten Male versuchte, eine Aufnahme zu machen, riej
er Kaiser den ihm folgenden Beamten zu: „Nehmen Sie
»em Manne die Platten weg!“ Der Uebereifrige wurde
ur Polizei sistiert, wo seine Versonaslien jestaestellt wor⸗
den sind.
Heiteres aus ernster Zeit. Gegen Ende August
870 ist es gewesen, als eines der mit Verwundeten be
adenen Schiffe von Mainz nach Düsseldorf abgehen sollte
veil am Mittelrhein und Main bereits alle Krankenzäuser
 überfüllt waren. War auch die Stimmung trotz
der herrlichen Siege naturgemäß eine gedrückte, so suchte
man doch die Leidenden auf alle mögliche Art aufzuhei
ern. Als das Schiff an ein Oertchen im Rheingau an
egte, um Wasser einzunehmen, baten die Bewohner das
Zchiff besteigen zu dürfen, um auch mal einen Türko zu
ehen. Dem Delegierten des Hilfskomitees, der an die—
em Tage gerade keinen Türko an Bord hatte, schoß ein
sßedanke durch den Kopf. Er gab den Bäuerlein zu ver
tehen, daß er gegen Ablieserung von Wein und Zigarren
einen Türko zur Ansicht und zwar einen der schönsten, den
es gäbe, ausstellen wolle. Schnell waren die Neugieri
gen verschwunden, um das Nötige zu besorgen. In de—
Zwischenzeit beh'ng man schnell einen leichtverwundeten,
vitzigen sächsischen Landwehrmann mit einigen weißen und
bunten Leintüchern, beschmierte ihm Gesicht und Hände
nit Stiefelwichse und plazierte ihn also zurechtgemacht an
den Radkasten. Die zurückgekehrten Landbewohner be—
ahen sich mit Verwunderung dieses Untier, das noch durck
urchtbares Grunzen seinen Unmut gegen allcs Deutsche
u erkennen gab und verließen das Schiff mit großer Be—
riedigung. Der Spaß hatte 45 Krüge Wein und 400
zigarren eingetragen. Einer von den „dunkelbraunen
kürkos, die in Frankfurt untergebracht waren, wurde von
inem Frankfurter Herren französisch angeredet, der „Türko“
iber erwiderte im reinsten schwäbischen Dialekt: „Oh i bi
roh, daßch i ausch der Sauerei fort bi.“ — Ein Baden
er äußerte bei Erbeuuung der Mac Mahonschen Pomade
vüchsen: Das muß mer sage, galant sein die Franzose
laum habe mern ihr Fett gegebe. liefere se ims die ser⸗
ige Pomade.“
Fruchtbarkeit des Karpfens. Von der Biologi—
schen Versuchsstation für Fischerei in München wurden durch
Staff Versuche zur Feststellung der Fruchtbarkeit des Karp—
sens unternommen. Der Karpfen gilt als ein ausnehmend
ruchtbarer Fisch, doch wird das Vermögen der Eierpro—
zuktion äußerst verschieden angegeben, bald auf 100000,
»ald auf 200 000, ja sogar auf 500 000 Eier. — Ein
stogner im Gewicht von rund 44 Kilogramm enthiel—
riicht weniger als 1662680 Stück. Auf 1 Kilogr. Kör—
»ergewicht klommen also 380 000 bis 400 000 Eier. Ver—
leichen wir diese Zahlen mit den bisher in der Litera—
ur anͥ—Jει Q qn bis 20O GOoGO pro AQAilo, io ieber

vir, daß die Fruchtbarkeit des Karpfsens noch wesentlich
zrößer ist, als wie man bisher ann in. Wenn man aber
»edenkt, welchen tausenderlei Gesahren gerade der harm
ose Karpfen ausgesettt ist, dann werden wir die Vor
orge der Natur für dessen Fortergaltung begreiflich finden
Aus der Witterungskunde unserer Vorfahren
in der Original-Orthographie). So die Wolcken rothlech—
ig⸗schwartz seynd, so drohen sie große Gefahr (bei Gewit—
ern). — Haben des Donners Wolcken eine Farbe, die da
st temperiert von schwartz, roth und grün, so ist sie an
efährlichsten mit fallendem Feuer, Donnerschlag und gräu
ichen Hagel. — Weiß und blanck Wetterleuchten mit Sil—
zerfarb, hat keine große Gesahr, dann es kan nicht seh
mzünden. — Sehr grüne Wolcken geben auch bißweilen
donner des Sommers, doch nicht hefftig, dann sie seynd
boll Wasser. — Ist dieselbe grüne Farbe in den Wolcken
mit rother oder schwarßer Farbe vermenget, so ist heffti
ger Donner zu besürchten. — Wann die Bohnen üuͤbermä
zig wohl wachsen, und die Eichendäume tragen unge
wöhnlich viel Frucht, so wird des andern Getraids we
niger, als sonst in vorigen Jahren. — Erdbeben pfleg
gemeinlich zu folgen nach großsen und langwährenden Co
neten, nach Ausweisung der Historien

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Lautzkirchen, 6. Aug. Der Leitungsdraht der Heinitzer
leberlandzentrale zerriß gestern vor der Wirtschaft Enge!
ndem Augenblick, als ein Metzgerbursche ein fettes Schwei
orbeitrieb. Das Schwein kam mit dem Drahte in Be—
ührung und wurde getötet. Ein in entgegengesetzter Rich
ung fahrendes Fuhrwerk aus Wimbach kain mit dem an—
eren Ende des Drahtes in Berührung, wodurch das Pferd
etötet wurde. Die Bealeiter kamen mit dem Sehrecken
avon.
Weißenburg, 6. Aug. Heute ist hier die 40jährige
Viederkehr des Schlachttages durch die Veteranen und
kriegervereine gefeiert worden, wozu auch Feldmarschal
zraf Haeseler erschienen war. Vormittags wurden Kränz
im Mayerndenkmal und nachmittags am Geisbergdenkma!
iedergelegt. Hierbei überbrachte Graf Haeseler die Grüß
es Kaisers und hielt eine zündende Ansprache. Danac
ourde auch am französischen Armee-Denfmal ein Kram;
iedergelegt.
Hagen, 8. Aug. Gestern starb hier der frühere Reichs—
agsabgeordnete und Herausgeber der „Westdeutschen Post—
‚eitung“ Fusangel.
Lichtenberg, 8. Aug. Heute morgen wurde ein gesterr
bend eingetroffener Kurgast, der pensionierte Werkführer
heorg Fischer aus Mainz, im Abort tot aufgefunden. Man
simmt an, daß er einen Schlaganfall erlitten hat.
München, 9. Aug. Bei Bayergrund im Isartal er—
iguete sich ein schweres Antomobilunglück. Der Chauffeur
iner Münchener Autodroschke verlor an einer abschüssiger
Vegestelle die Herrschaft über die Steuerung, wodurch das
Auto gegen eine Telegraphenstange fuhr, sich überschlug und
zie 5 Insassen unter sich bearnh. Alle 5 sind lebensge—
ährlich verletzt.
Reutlingen, 8. Aug. Volkschullehrer Schäfer von hien
sst am Freitag abend in Berlin, wo er auläßlich der Hoch—
eit seines Sohnes weilte, in der Havel ertrunken.
xMünchen, 8. Aug. Der' gestern morgen 8 Uhr auf
estiegene Freiballon Touring Club überflog den Watzmann
das Steinerne Meer, die hohe und die niedere Tauern und
erreichte eine höchste Höhe von 4300 Meter. Um 4.13
Uhr nachmittags ist der Ballon bei St. Johann im Pon—
jau glatt gelandet.
Königsberg, 8. Aug. Der Kronprinz wird am 23
Aug. von der hiesigen Universität feierlich zum Rektor
magn investiert und prollamiert werden.
Potsdam, 8. Aug. Der Posten am Puloerhaus des
Harde-Feldartillerie-Kegiments in der Nähe von Nedlih
vurde in der Nacht von drei Personen, die sich dem Pul—
»erhaus näherten, angeschossen. Die Verletzung ist nicht
schwer. Die Täter sind entkommen.
Dessau, 8. Aug. Der frühere Geschäftsführer Hoffmanr.
sjat seiner Firma, der Handorffchen Ziegelei in Baalberge
Anhalt), 125 000 Mk. unterschlagen. Er wurde verhaflet.
Norderney, 7. Auz. Ein Obermatrose von dem au
gzenblicklich hier liegendenden Torvedoboot Ges89 ist aesterr
ertrunken.
Lübeck, 7. Aug. Auf dem Hochofenwerk wurden 2 Ar—
deiter mit glühenden Schlacken überschüttet. Beide sind tot
Granada, 7. Aug. Eine im Bau begriffene Brücke in
der Ortschaft Rubite ist eingestürzt. Zwei Versonen wurden
zetötet und mehrere verletzt.
Brüssel, 8. Aug. Der internationale Bergarbeiter-Kon—
zreß wurde heute durch das britische Parlamentsmitglied
ẽdwards eröffnet. Vertreten sind Delegirte aus Deutsch—
and, Großbritannien, Frankreich und Belgien. In den Be—
zrüßungsansprachen traten die Redner sämtlich für die
Veltfriedens-ITdee ein, Namens der Deufchen sprach der
—DD—
Madrid, 9. Aug. Aus Malaga meldet ein Telegramm
aß in einer Fabrik bei Polotulze ein Kessel explodirt sei
oodurch 4 Arheiter getötet und 22 sechwer verlekt worder
eien.
Newyork, 7. Aug. In dem Seebade Narranganset
nuder Nähe von Newpark hat die Polizei gestern ein
zpielhölle aufgehoben. Die bei Hazardspiel überraschter
ind festgenommenen 30 Personen gehören durchweg ange
ehenen Familien an, die nach außen hin das Hazardspie—
energisch bekämpfen, in der Stelle aber zu den besten Ro—
uchern der Spielkb““- zählen
Bekanntmachung.
Die unter dem Pferdebestande des Pferdehändlers Ma»
Alkan, Mainzerstraße 2, Saarbrücken ausgebrochene Brust
euche ist erloschen.
dudweiler. 6. Aug. 1910.
Die Polizeiverwaltung:
FXROost Bürgermeister

v* *
Frkläret mir, Graf Oerindur
diesen Zwiespalt der Natur: Hochsommer; herrliches
Wetter; und bin doch erkältet wie im tiefsten Winter
WVas tut man da? — Einfach genug! Sommerka—
harre sind doch gar nichts seltenes. Hat man sie
uber, dann kauft man sich einfach eine Schachtel Fays
ächte Sodener Minerals Pastillen und jagt damit
den Katarrh zum Kuckuck. Fays ächte Sodener wir—
en sicher und angenehm, sie machen Schwitzkuren und
andere Unbequemlichkeiten unnötig, und dabei sind sie
hillig: 88 Pfg. die Schachtel, die man in jeder
Apotheke. Drogerie ader Minerolmossorhandlung be—
kam

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Mroph. TE,ν, Hautauaschlago,
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