Full text : Dudweiler Zeitung

Nummer 1809— J 23. Jahraang.
— Pogstschliehfach Nr. 14. —— —— — a — s4 Postschließfach Nr. 14.
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nonatlich 70 — frei in's Haus für die Bürgermeisterei Dudweiler
Vebracht,
bei der Post bestellt & 2,25 vierteljährlich.

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Müt zwei Beilagen: Akam en
sonntadsblatt und heitere Blättfet. 80 4 pro Aspaltige Pelitzeile.

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Fernsprech⸗ Anschluß Saarbrücken Nrßzo, 259. 268 4. 1261 Redaktion, Druck uno Veriag von J UAnterkneller⸗Pudweiler.
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—— bei der Nürnberger Lebensversicherunasbank in Nürnb rschert. Zeder Unfall i binnen einer intri Niüj Lebenshersicherungs⸗ t nei æ faß ürztli un ü ü
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 Moen⸗Vund'hau Deutichlaud, wo er ich an'chetnend recht wohr fürhlt, Ume en besagen, daß eine in verschiedenen Gegenden des Xan—
Wochen⸗Vundschart. schau. Er kann sich nicht genng inn im Bewundern der des sich bemerkbar machende revolutionäre Bewegung
Der Kaiser ist von seiner diesjähertunen Nordlandreise een besdere der die Reglerung beunruhige. Die italienische Flagge des
zurücekehrt und hat agleich nach seiner An unst in Zwine⸗ in 3 aß ad e ennhhe donsulate gebaudes in der Haupistadt wurde von der
aüͤnde den Vorttag des Reichskanzlers entgegengenonimen Zoer 9 ecce ereee n don r Renge heoruntergerissen und heschmuszt. Der itatienische
d Tußeidem machte der Nachfolger Schön s, Herr von 2 anee e — e In onsul verlangte von seiner Regierung telegraphisch die
iderlen Waͤchter seinem kaiserlichen Herrn den Antritts⸗ den. ibiche Runde uß man sich warm halten. Aosendung nn riegsschises nach Honduras. Die Ame⸗
aeneie die das Gras wachfen hören, sahen schon J 57 7, W rn sih in das Ron alat der Veremigten Staa⸗
wieder verschiedene Minisier eifrig die Rosser packen Na Ablitische Rutdichau. en geflüchtet. Der Chef der revolutionren Truphen. Ge⸗
türlich war dem nicht so, weil schon in oriet in zkunttw AAsaae ii neral Dsir ada, hat seine Armee geteilt. Die eine
Revrirement des Guten genug geschehen ist. Wir glauben, Deutsche Reich. V ufte beobachret die Saupistadt Managua, während er die
daß für absehbare Zeit Ministerwechsel nicht mehr notig * Das Ergebnis der A ud ienz des R e i hstanz nerd le nach Grauagda— dem Huupihafen des Sees
sein werden, höchsteus könnte sich im Reichsmarineamte ers beim Raiser in Stolncünde ist, wie qus zu dun Nenragun, der 75 Kilomeler von Managua entiernt
noch eine Aenderung vollziehen, weil Herr von Tirpitz erlaͤssiger Quelle verlauiet. derartig, duß weitere Ber⸗ ient. aesaudt ba
schon längst amtsmüde ist und sein Abschiedsgesuch einge⸗ inderungen unter den leitenden Persönlichkeiten der
reicht hat. Die Unterredung des Kanzlers mit dem Koi teichsänmter wie auch im preußischen Staatsministecium
ser wird wohl nicht allzu heiter gewesen sein. Herr von n absehbarer Zeit nischt eintreten sollen. Die Re⸗
Bethmann mußte seinem kaiserlichen Herrn sagen, daß so⸗ ierung des Reiches und Preußens euispricht vie mehr in
eben in Württemberg der 50. Sezialdemokrat —JJ hrer jetzigen Zusammensehung durchaus den Wünschen des
Reichstag gewählt worden ist, und daß die Aussichter RKanzlers zur Durchfährung der bevorstehenden Gesetzent
fur die nächsten Wahlen infolge der nach deim Zusammen. vürse. Der Kanzler wird niinmehr ungehend in Ron
bruch des Blockes anhaltenden Befehdung der burgerli erenz miit den Parieiführern einreten. um die von ihn.
Hhen Parteien untereinander recht trübe seien. Zweijel beabsichtigte „mittlere Linienpolitit“ für die kommende
los wird die „rote Flut“ bei den nächsten Reichstagswah Session zur Durchführung zu bringen.
len machtig einporschäumen und der lange Bethman *Es wird jetzt bestätigt, daß zwei deutsche Linien—
wird sich dann nolens volens in der Rolle des betrüb schiffse der Brandenburgllasse, die im nächsten Jahre die
ten Lohgerbers sehen, dem die Felle davongeschwommen zesetzmäßige Lebensdauer von 20 Jahren vollendet ha
iind. Kein Wunder, daß ob dieser unerquicklichen Vor ben, und für die im nächsten Etat entsprechend dem Flot—
zussicht den Kanzler ernste Sorgen drücken. Einem er engesetz Ersatzbauten gesordert werden, an die Türkei
solgreichen Kanzler wird stets die Gnadensonne des Kai herkauft worden sind. Diese Schiffe scheiden mit der An—
sers, an der sie doch alle sich zu wärmen bestrebt sind sorderung der Ersatzbauten gesetzmäßig aus der Schlachtdie
 an der Regierungskrippe sitzen, freundlich scheinen flotte aus. Sie sind von starter Gefechtskraft, stehen aber
Wenn's aber schief geßt? Wenn in der „roten Flut“ auch in der Geschwindigkeit hinter den anderen Schiffen des
die schönsten politischen Sammelpläne Bethuianns elent Geschwaderverbandes zurück. Außerdem fa noch über
ersäufen? Ja, dann wird wohl bald der sech ste deut den Verkauf von zwei anderen Schiffen Brandenburg—
sche Reichsstanzler kommen! Sicherlich werden diese oden klasse verhandelt werden. Der „Vorwes“ meint, der
ähnliche Kombinationen und Befurchtungen * e Zertauf dieser Schifse werde den Anlaß zu neuen zů;
schäüflige Ir e n ie iommeriiche Groy iardernunen hiote. —— V —— U
Oesterreichs Thron olger, oton — A ie Landtaasseion
wird auch in diesem Jahre der Einladung des deutscher
aisers a den sKaisermanövern Folge leisten und Gas
des Kaisers sein. Wir dürsen uns der wachfsenden Inti
mität zwischen unserm Herrscher und dem präsumtiver
Kaiser der Donaumonarchie nur freuen, als einer Bürg
schaft für den Fortbestand des Bruderbundes Deutsch
lands und Oesterreichs auch über die Lehenseit des arei
sen Kaisers Franz Josef
Das russische Kaiserpaar wird in den nächsten Tager
als Gast des ihm verwandten hessiscehen Großherzogpaars
6b—8 Wochen in Deutschland verbringen. Zueist ist eir
mehrwöchiger Aufenthalt in Bad Nauheun vorgesehen
worauf das Kaiserpaar noch einige Wochen auf Schloj
Wolfsgarten verbringen wird. Wenn der Besuch auch als
rein privat anzusehen ist, so begrüßen wir doch den Zarer
aller Reußen, der sich bisher, trotz aller Machenschaften
seiner Ratgeber, als ein Freund Deutschlands und seines
Kaisers erwiesen hat, aufs herzlichste und wünschen der
russischen Kaiserin aus hessisch-deutschem Geblüt eine gründ—
liche Besserung ihres Nervenleidens, das sie sich auf dem
unterminierten, gefahrbedrohten Thron der Romanows
zugezogen hat. Nun, in ihrer deutschen Heimat darf die
sympathische Herrscherin und auch ihr kaiserlicher Gemahl
sich sicher und geborgen fühlen. ücherer e Mu z⸗
ano.
In England und in Frankreich herrscht eine wohl⸗
ätige, politische Ruhe, wie ja jetzt auch bei uns. Die
Sauregurkenzeit“ legt sich bleiern auf die Gemüter und
oie fashionable Welt flüchtet in die eleganten Bäder und
in die Berge, wohin auch die Mehrzahl der Minister sich
zurückgezogen hat. Es ist eine wohltuende Erschiaffung,
die nach einer ereignis- und konfsliktreichen Zeit die maß—
gebenden Faktoren überkommen hat. Der ebenfalls som—
mermüde Leser begrüßt diese Periode des Waffenstillstan—
des und or freut sich, wenn er aus dem dürstigen Zei—
tungsstoffmaterial die Tatsache resumiert, daß in dem
ewigen Heuchel- und Intrigenspiel der Diplomaten einmal
eiine Ruhepause, eine Periode des Nichtssuns. der
Ehrlichteit, platzgegrissen hat.
NArafilieine fisftinoee ä hä 2

Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
* Emmerich, 5. Aug. (Hoch wasserschäden
Die aus 14 Familien bestehenden Bewohner der Rhein
insel Grietherort sind bei der Regierung um Nachlaß der
Pachten eingekommen, da das Hochwasser ihre Ernten ver—
nichtet habe. Infolgedessen ist eine Kommission zur Ab—
schätzung dieses Schadens eingetrofsen. Der Schaden wirt
auf 30 000 Mark angegeben.
* Pirmasens, 5. Aug. Bismarckdenkmal.'
Bei dem Wettbewerb um die Ausführung eines Bismarck
Den'mals in Pirmasens wurde der erste Preis dem Bild
hauer Huber in Dresden zuerkannt. Für die Kosten
Ausführung sind 30 000 Mark vorgesehen.
*Aus der Pfalz, 5. Aug. GGisenbahnwese—
Die in der Presse aufgetauchten verschiedenen Eisenbanun
projekte in der Pfalz, wie die Linien Bad Dürkeim-Fran—
renstein, Eisenberg-Enkenbach beruhen, wie von gut unter—
coichteter Seite verlautet, lediglich auf Kombination. Den
maßgebenden Kreisen ist weder von diesen Projekten, noch
don einer „Vollbahn“ Bad Dürkheim-Frankenstein Etwas
dekannt, ebensowenig von einer geplanten Umleitung ver
Züge von der Rhein-Nahe-Bahn über Worms-Bad Dürk
eim⸗Ludwigshafen-Saarbrücken. — Von einem Kenner der
orderpfälzischen Verkehrsverhältnisse wird noch dazu ge
chrieben: Für den Bau einer Vollbahn Bad Dürkheim
Frankenstein oder Eisenberg-Enkenbach dürfte in erster
inie die Rentabilität der Strecken ausschlaggebend sein
Iim Grünstadt-Hettenledelheim-Eisenberger Bezirk befinde
ich eine wichtige Stein-- Ton- und Klebsandindustrie mi
inem Jahresversand von etwa 30 000 D.⸗W., von dem
in großer Teil nach der Saargegend verfrachtet wird
Sin Blick auf die Karte genügt zur Demonstrierung des
Imweges, den die Güter über Neustadt machen müssen
Solange die Pfalzbahn Privatbesitz war, konnte man es
herste,en, wenn sie darauf bedacht war, einen langen
dilometerweg zu wählen. Seitdem sie jedoch verstaatlich
ist, kommen allgemeine Interessen in Frage. Die ganze
Listalgegend hat ein Lebensinteresse daran, daß die Bahr
Fisenberg Ensenbach — zirka 14 Kilometer — gebau
wird, damit die schwer darnieder liegende Industrie kon
urrenzfähiger an der Saar ꝛc. auftreten kann. Durch der
Bau der Linie Bad Dürkheim-Fran'enstein wäre für diest
werktätige Gegend nichts gewounnen. Andererseits faller
die wenigen Güter der Strecke Bad Därkheim-Frankensteir
gar nicht ins Gewicht bei der geringen Entfernung vor
Reustedt. De Haupistrecke Ludwigshafen-Neustadt-Kaisers
lausern würde erft recht durch eine Linie Frankental-Ei
5 ITte no—

Amerika.
* Wie das „Reutersche Bureau“ erfährt, nehmen die Ver—
jandlungen zwischen dem Gesandten Liberias und dem
imerikanischen Botschafter über die Einzelheiten der An—
eihe für Liberia ihren Fortgang. Gleichzeitig verhan⸗
elt der liberische Gesandte mit der englischen und der
ranzösischen Regierung über die Frage des amerikanischen
zorschlags im allgeneinen. Das englische Auswärtige
init sprach seine volle Zufriedenheit mit dem Plane der
ßereinegten Staaten zur Beseitjaung der schwierigen Lao⸗
n Liberia aus
us Buerto — fone
— ⏑
nend etwas vetruntene Nachtwandier mit schwerer
Stimme und suchte sich aus dem Arme seines Begleikers
zu befreien. „Ich weiß heuke noch nicht, wie ich in
diesen Sumpf hineingeraten bin, nur soviel ist mir
nunmehr klar, daß Sie es waren, der mich auf den
Weg gebracht hat und jetzt, wo ich nun keinen Ausweg
mehr weiß, da lassen sie mich im Stiche. zucken nur
mitleidig mit den Achseln.“
„Sie sind etwas erhitzt, Herr Buchheim, haben ek
was zu viel gelrunken, darum will ich Ihre Wortke
auch nicht so scharf nehmen, morgen, wenn Sie erstk
ausgeschlafen haben, denken Sie sicher anders.“
„Jawohl, nun bin ich bekrunken, aber Sie irren sich,
wenn Sie glauben, ich sei nicht mehr klar bei Verstande.
Ich weiß sehr gut, was ich sage und ia wiederholo ich
— Sie sind ein Teufel!“
„Kören Sie, Herr Buchheim, solche Titel verbitke
ich mir, ich bin weder ein Engel noch ein Teufel, son⸗
dern ein ganz gewöhnliches Menschenkind von Fleisch
und Blut,“ enkgegnete der andere spötlisch.
„Und doch sind Sie der Dämon gewesen, der mich
verführt hat, dies sehe ich jetzt ein — ijekt, wo es leider
zu spät ist, denn ich bin ruinirt.“
„Ich verstehe Sie nicht, ich bin es doch nicht gewesen,
der Sie verleitet hat, so unsinnig hoch zu spielen; haben
Sie denn nicht au mir ein Beispiel gehabt, wie man
mit ganz lleinen Bekrägen zum Zeitvertreib ein Spielhen
 machen kann, seine hüäbsche Unterhalkung dabei hat.
ohne jich dabei zu ruiniren.“
„Oh, Sie neunmal Scheinheiliger — warum mußter
die mich überhaupt in diese Gesellschaft schleppen, ich
zabe krüher überhaupt nie eine Karke angerührt, kannke
)as Spiei nur dem Namen nach. War des denn ein
Wunder, daß ich von den schweren Gekränken berausch
vurde, weil ich des Trinkens ungewohnt war und in
der Trunkenheit mich zu den hohen Einsätzen verleiten
ießz und regelmäßig verlor — was ist aus mir geworen!
 Weng das mein Vater wüßte!“
7 TDas ist denn mit cluemn Nase so Schrechhiches ge⸗
chehen, sodaß Sie gauz aus dem Häuschen geraten sind
ch verstehe ihre konfusen Reden nicht. „Sie habe..
chulden, gut, Sie werden Ihre Schuidner zu krösten
uchen. dies ist doch nicht so scbliuine

— 4—*

Der falsche Freund.
Orioinal-Roman von Gustav Langae
(8. Fortsetzung.)
sichtsreich, wie Du es immer Dir ausgedacht. it die
Maschine doch nicht. Ich habe mit verschiedetren Fachleuten
 darüber Rücksprache genommen, alle loben Peigen
Cifer. aber die Sochen noch zu unvollkommen nd
dürfle es auch bleiben, wenn sich nicht ein anderer der—
selben annimmt.
18 Trotzdem kann ich Dir eine recht erfreuliche Mitteil—
ung machen, indem ein angesehener Maschinenfabrikant
die Sache in die Hand nehmen und Dir mit einer Summe
alle Rechte abkaufen will.“
„Wirklich!‘“ rief der Kranke und richtete sich von
einem Lager halb auf, aber er war ja nicht mehr im
ztande, deim Freunde ins Gesicht zu sehen.
„Jawohl, wenn Du mir die hierzu erforderliche
Bollmacht erkeilen willst, so will ich für Dich die Sache
abschliehen. Mit den Zinsen des Kapitals, es wird
leider nicht so hoch sein, wie Du immer gehofft, aber
es wird hinreichen, mit der lebensläuglichen ,Rente,
welche Dir Herr Buchheim ausgesehzt hat' Dich in Iu
kunft vor Not zu schuͤtzen.“
Ich verlraue voillständig auf Dich, mach was Du
willst, ich bin ein elender Maunn, der eigeutlich nicht—
mehr auf dieser Welt nüthe ist.
Nun kröste Dich nur, Du hast eine Mutter, welche
Dich pflegt, eine Shwester und Freume, dh Dich sicher
auch nicht verlassen,“ fagke der Buchhaiter.
n Ia, das isi noch ein Glück, sonst wäre mein Ungluck
 noch größer,“ enkgegnete Kretschmann mit Bitkerkeit.
 „Und'doth weiß ich nicht, womit ich es verdienf
habe, jo schwer gestraft zu werden.“
PBiele Stunden pler'in dre Nacht, wo am Abend
eher FretsHmann den Freunde unt' dem Verkauf dei
I belraut hatte, der Morgen graͤute schon fast,
Nnshritten durch die menschenleete Strage zwel Naͤnner,
hon denen der eine etigas unsicher auf den Beinen zu
sein schien —RX daher von dem andorn unkor dem Arme
gefaßt worden war.
Sie siud „in Teufel. Häuslinder. saate der anscheie

e in e e uÊÑ
der Sohn des Fabrikbestzers Buchheim, der jetzt um
diese Zeit mit dem ihm von seinem Vater als sändigen
zegleiler beigegebenen Buchhalker nach einer durch—
chwärmlen Nacht nach Hause zuräckkehrle. Von diesem
debenswandel halte der Fabrikbesitzer nakürlihh keine
shnung, er veriraute blindüngs seinem Buchhalter „Ja—
ch habe Schulden — aber in einer schwachen Stunde,
ils ich mir keinen Rak mehr wußke, um meine Spiel—
schulden zu decken, da setzte ich den Namen meines Va—
kers auf einen Wechsel —“
„IAlile Weller! Falscher Wechsel, das ist eine falale
GBeschichte, da haben Sie sehr unklug gehandelt, unter—
brach ihn scheinbar erstaunt Erich Häuslinger.
„Nennen Sie es nicht unklug, nein, schlecht, gemein,
aiederkrächtig. Ach, kein Ausdruck die er Art ist bezeich—
nend genüg für meine Handlungsweise. Begreifen Sie
nun, in welcher Lage ich mich befinde? Übermorgen isl
»er Wechsel fälli — ⸗nkweder ich schaffe die Summe
»der —“
„Oder wandern ins Gefängnis, die ganz nakürliche
Folge,“ sagte der Buchhalter mit empoͤrender Gleichzültigkeit
 und eisiger Ruhe und in einem Tone der Ar—
hur Buchheim zur Verzweiflung bringen konnte. „So
weit darf es aber doch nicht kommen.“
Dann bleibt mir nur noch eine Wahl — fork aus
zieser Welt — die Bürde abgestreift, denn ich bin doch
rzicht werk, noch länger zu leben.“
19 „Sie sind noch zu jung und das Leben zu schön, von
dem Sie eigenklich auch noch zu wenig genossen haben,“
—
Arthur Buchheim horchte freudig auf, er war mit
einem Male ziemlich nüchkern geivorden bei der Wendung,
 welche das Gespräch genommen, Haltte er sich
virtlich in dem Buchhalter geirrt, hatke er ihm Unrecht
gekan, als er ihn innerlich aͤls seinen Verführer beschul—
igte, der ihn nun hilflos sitzen ließ?
. Dann können Sie mir wohl einen besseren Rak ge—
hen, oder wohl gar die Summe leihen?“ fragke Arthur
Zuchheim zögernd und blieb einen Augendlick stehen,
einen Beglenͤer am Arme festhaltend. „Es ist eine
ohe Summe, kaum wage ich Sie auszusprechen —
infzehntausend *
Inuban Sio- denun 2 ist l α—

— — — — — — — —
Feit, auf der Straße stehen zu bleiben,“ ermahnte häus
singer. „Wo sollte ich eine solche Summe hernehmen
Nein, ich rake Ihnen, Sie beichten gleich morgen Ihren
Vater — Sie haben leichtsinnig gehandelt, wie viel—
andere junge Leute — er wird schließlich ein Einseher
haben und nach einer gehörigen Strafpredigt Ihnen
herzeihen. Die Summe fällt bei seinem großen Reichtum
zarnicht ins Gewicht. Sie versprechen Buße und da—
satale Ereigniß ist aus der Welt geschafft.“
„Ha, ha, da kennen Sie noch nicht, von welcher
Xhrbegriffen mein Vater durchdrungen ist; ich darf ihn
nicht wieder unter die Augen kreken,“ enktgegnete de
unge Mann, noch niedergeschlagener als zuvor, als e
er nun erkannke, daß er von Hänslinger keine Hilfe
erwarken haktke.
„Ich will es ihm morgen früh schonend beibringen,
erbotk sich Erich Häuslinger. „Hat mancher schon einen
diel schlechteren Steich gemacht und ist ihm verziehor
worden.“
„Meiter können Sie mir keinen Rat geben?“ fragke
Arthur Buchheim mit bebender Stimme. Dann
nein Urtkeil schon gesprochen.“
Die beiden jungen Männer waren inzwischen vor
einem stattlichen Gebäude angekommen, dem Wohnhaus
— DV0
vohnte und in dessen unkeren Räumen sich die Santor—
befanden.
„Zu Hause,“ unkerbrach Arthur Buchheim das Schwei
jen, welches auf dem letzten Teil des Weges einge
relen war. „Gut, ich erwarke Sie morgen früh; id
vperde meinem Vater nicht eher wledor unker die Ange
reken.“
Mit einem kurzen Gruß verschwand er dann in der
Jause, wo alles voch im kiefsten Schlummer lag.
„Alles geht nach Muusch, famos.“ lachle Erich Häus
inger vor sich hin, als er sich alleine auf der Straß
»efand. „Sich das Leben nehmen,. das wird er hübse
»leiben lassen. Eine an“öndige Summe mag ihm der
Ulke noch auszablen — die Melt ist aroß und mit Gel—
ebt sich öbercsl ant. Ich mußke anch mik den wenige
Zroschen in der Tasche in die Welt hinaus und — na
Hahabhe das Glück nerfenfolft karrigieren müssen. mont
            
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