Full text : Dudweiler Zeitung

Nummer 179. 23. Jahrgang.
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Postschließfach Nr. 14 * — —— 2 —XE—
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Ersheint — — * 7*— Anzeigen
taglich mit Ausnahme der Sonn⸗ und 3. * * * kosten 10 4 pro Gspaltig Petitzeile
Feiertage. F 2 auswãrtige 15 4
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Amssiches Publlkanonsorgan —*— Mit zwei Behlagen: Aalamen
2138 ⸗ * —F für die Bürgermeisterei Dudweiler Sonntadsblatt und Beitere Bldtter. a0 pro aspaltige Pelitzelle
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bei der Post bestellt A 226 vierteljährlich. Fernsprech⸗ Auschluß Saarbrücken Nr. o, 280 208 3. 1261. Redaktion, Drucꝛ uno Veriag von J Anternener⸗Vudweller.
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Zie türkischen Resormen. ralanzeiger⸗ als a us der un ιr be⸗ dee —— — ——— a n
GEin ortespondent des „Daily Te!?egraph“ hat ein eichnet. nach einiger Zeit auͤgeholt. In RNürnberg 3 San
Inter ew mit Graf Ostrotog gehabt. dent gugenbuin * Die Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin und Meck verhafiet und sitzt seit dem 10. Januar 1910 in Unier—
ich in Begleitung des seen. — n r enburg⸗Strelitz haben ihre Regierungen beaustragt, die uchungshaft. Seiner Schwester Adelheid Schmid gelan«
Bei in Eng'and aufhält Graf eeneg hae ie Zouet. necklen burgische Verfassungsfrage erneut den Ständen 8, zu entlommen. Bei dem Schmuggel sind wahrscheie.
Jesebe in der Ti n 8 quime 5 e e der Großherzogtumer vorzulegen. Die Großherzöge sollen ich noch andere Personen beteiligt gewesen. Schmid isn
verden nach dem Vert. de enndiee andn id 9 entschlossen sein, die bereits einmal an dem Widerstande huldig besunden worden: sechs Vergehen gegen das Süß
n Feneheden. —— inrihe den Dae »er Ritterschast gescheiterte Versaung ediot mit allen toffgesetz und gegen das Vollvereinsgesetz, außerdem dre—
— — — 538 Slenern und Iölle abschaf r uns zu Gebote stehenden Mitteln zum Abschluß zergehen gegen die Aus führung des mit Oesterreich Un
en. Wir babren schon mit der Abschaffing der Inland— * mingen. n Abaelchlossenen ———— vom 3 Januar 1895
sse ur Riesehde d Waren den Ansang gemacht Auch *Zu dem Verkauf deutscher Ireg entsse— die dem⸗ 7chmid wde demgemaß zu fogeuden Strafen verurieit
tte iuesot veschaen werden“ VDiete vird tächst aus dem altiven Bestand unserer Flotte auszuschei⸗ Wegen des Nürnberger Falles zu 15 Jahren Gefängnis
nich die Ausländer einbegressen, und ihretwegen sind wir en haben. an die Türtei erjoet man noch, daß es sich on welcher Stꝛase p7* Monate Untersuchungshaft ab
Weshandingen mit den Mächten. Sobaid ein Ein dierbet um die Linienjchiffe Weißenbung“ und Wörtn ehen, und zu 20. Mart Geldouße, wegen der andere,
Aersandnig erzlen ifn wind ein Gesetz darüber vor vdas andelt. Der Verkauf der „Weißenburg ist bereits per— väl'e, für die österreichisches Recht maßgebend ist, 1. 3*
hallament gebracht werden. Die matelallerlichen Gesebe, elt, der des Panzers „Wörth“ steht kurz vor dem Ab— 26 Mark Geldbuße, eventuell 35 Tagen Gefängnis, 2
ie den Fauf und Verlauf von Grundsfiden befleuern, sol— chluß. Daß die Turle inzwischen auch über den Antau 2657 Mark Geldbufe even uell 175 Tagen Gefängnis un⸗
en modernisiert werden. Dank der guten Zollverwaltung weier weiterer Vin enschiffe, und 3war des gturfür⸗ 3. zu AS? Mark Geldbuße eventuell 6 Monaten Gefäng
es verrnCrawsord sind die gZolleinnahmen um 10 Friedrich Wilhelm⸗ und der „Brandenourg, in Verhand us. Außerdem wurde die Einziehung des in Nurnvbere
NAslionen Fraͤn's deftiehen. Die Tuͤrtei will sich eben ungen getreten ist, wird nicht in Abrede gestellt · — Meh ind Basel beschlagnahm“n Züßstoffes ausgesprochen.
inanziell selbständig machen. Von den seit der Revolu— ere englische Blätter geben heute ihrem Unwillen dar Lokaes ITVEA F i
ion im Zahre 1908 helnehenen 11 Malibnen gzfund hat über Ausdruck. daß Engltand seine ausrangierten ariegs ermischtes.
ie Tuͤrten 6 Milnonen urüchzahlen können, und ohne Gcisse als altes Eisen zu verkaufen plege Pugrend da⸗ onner nn das sch lechte Wetter? Fur die Ur
ie Schuidenlase des Landes u erhöhen, find wichtige ie- Ruusche dieich 500 000 Pfund (sind 10 Will. Wart) per wpre am hlechten Wetters versucht, Camille Flamma
ormen ausgeführt worden. Eine 25 bis 30 Prozent hö— Ztück dafür erhalte. Die beiden Schiffe, die Deucschland 4 —9* eetzan eine Erklärung. Er — weis
ere Suneals sruͤher ist fuͤr den Umerticht ausgewoör. er Türlei für 1 000 000 Pfund verkauft habe, seien klei ceherordeme ichen Regenmengen hin, die im Jun
sen worden 23 Millionen Frankts wurden auf Straßen-⸗ ier und sicher nicht besser als die beiden im letzien Mo. Wp i des Jahres 1909 nie dergingen und die eine
hauten verwandi. Diese Summe soll während der näch— iat auf Abbruch verlauften britischen Kriegsschifse „Cen r e oeenona ungewöhnlich miedere Teinpera
sen acht Jaͤhre alljährlich ausgegeben werden, denn wir nrian und „Bardeur“, die zusammen teine 50 000 Pfd mit sich brachten. Bemerlenswert ist, daß diesen tüh⸗
sind im Beariff. zwölftausend Sisameter neue Straßen zu ingebracht hätten. Die deutsche Regierung habe ein vor en Hochsommermonaten in den letzten Jahren fast im
auen. ügliches Geschäsft gemacht; denn sie habe die Hälfte der qe ein schöner warmer Seprember und Oktober solgte
Wir haben in der Türkei nach allen Richtungen Re Koösten eines neuen Dreadnoughts für die alten Schiffe d 388 sucht nach Ertiärung für diee ungetwöhn
sormen auf sozialen und ökonomischen Gebieten auszufüh- Ixrhalten. pr M An die. — x Gründe wer⸗
ren; dies zu tun ist unmöglich ohne eine starke Armee, * Bei der Anwesenheit des Reichskanzlers beim Kaiser fenn T ndas Ppaneman zu deuten. Man denk
die den Frieden im Innern hält und auch für Frieden n Dw Armünde hat die neue Militärvorlage die Zu vöͤhnlich, daß alie ei dine paat dabei ge
mit den auswärtigen Mächten bürgt. Ich weiß, daß ininitiiig des Kaisers gefunden. Die Vorlage wird dem ogut Ve Europa edai p merita eben
die Militärattachees erstaunt sind über die Fortschritte, die Nundes⸗ und Reichstag unmittelbar nach dem Wiederzu— aisweisen muͤhen wenn der a ineengrerener
unsere Armee schon in den leßten zwei Jahren gemacht cainneniriie zugehen. Eine offizielle Bekanntgabe soll ind und auf ven x — ewret auf de Wollenbird⸗
hat. Aber wir werden weiter arbeiten, denn bei der un— och vor der Annahme der Vorlage im Bundesrat uuch die Sonnenslecten —— n abai ne Pet
zeheuren Ausdehnung der fkürkischen Grenjen und den rfolaen. u erwidern, daß au den Somnenfleden' in diesem Jahr—⸗
—8X i ede Volternammen n ihren Geb'eten berhaupt nichts Bemerkenswertes zu beachten ist. Dod
———— vrimnen emiten nn nn Wre uen
der Marine; er aaubie man würde sie einmal gegen hantaflis⸗ ne ee erungene zu ertläten.
eine Regierung verwenden konnen Die neue türkische indet se nsamn e ee es moag bep
Regierunß denkt anders und besland seinerzeit auf Ent— Hertz' schen — Wenitideheg apii de
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nächten in Konkurrenz treten, sondern nur ihre Küsten Problem viel einfacher zu Fsed iee dy
schützen. Friedlive Resormen können nur in einem be— ten Staaten, insbesondere in den östlichen —2—
ruhigten ottomanischen Reiche ausgesührt werden. Unter hat man unter großen Hitzwellen zu leiden gehab
e onen S5 — vegien Duueen Ausstände an allen und leidet neuerdings wieder. Die Temperatur ist bi—
Scken des Reiches auszubrechen. iesen werden wir ein u i i sich
Ende machen, sonst sind Reformen unmög'ich. Ohne An— —255 Diß Fgeten geshegen rdpdheh deh
sehen der Religion oder Rasse wird die Tuͤrkei jeden Auf— en zwei Monaten sehr starke westliche Winde zu verzeich
stand wie den n Albanien niederkämpfsen. Es ist sehr ien. Die Hitzwelle aus Amerika bildet große —
bedauerlich. daß Berichte über Greueltaten unserer Trup— nengen, die durch die Winde über den Aftanti!
ven me'st aus blgarischer Quetle veröffenlicht werden. schen Ozean nach Osten geführt werden. Wenn di s
Wir bedienen uis nicht mehr der Mit'et eines Abdul Ddämpfe dann an der Grenze des europaischen ad
damid; wir wolen Ocdnung in unseren Finanzen, in ients, sei es an der französischen Küste oder an den
anserer Ziril⸗ und Justizverwaltung schafsen. Dazu ist lischen Inseln, ankommen, sloßen fie auf eine kühle b8
Frieden im Lande die erite Notwendiakeit lige Atmosphaͤre. Jeder Shonnenschein befoördert die ver
— 2— — — anrng er ee es eren Wollken, die zu Regen
2414444 J verden. ie westlichen Winde beschleunigen und versiär
Politische Rundschau. en nun diesen Prozeß und bce— 8 —
Deutsches Reich dontinent die angesammelten Regenmengen niedergehen
*Aus Gmunden tommi die noch der Bestätigung das kann sich nur ändern, wenn in Amerika die Hiße ver⸗
bedürfende Meldung, daß geleerrilich des Bejuches Kar— chwindet oder die Richtung des Windes umschlägt. Dann
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eNMAn nung de aisers
Wilhelm mit dem KerzogErust von Cum. i ri 23 bei
berland erfolgen 3 sorl durch pe n 8 — Dorrreren 8 nit v eien
einen Telegrrumm⸗Wechsel zwischen dem Kaiser und deni wischen zwei s ed is ein ua 7 reite fin
Herzog angebahnt werden und die definiure Aussöhnung dr tii wy Io ee ircher e
in Wien bei der Kaiser-Begegnung erfolgen. vm XS eeiee — 2 de e
Die VRachricht der „Neuen Badischen Landeszeitung das ist unrichtig. gvi⸗ 3 ———— e
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ꝛ g ilalich der Glittauαν inosa Perkauis keinerslei Mirkuna.
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„Ihr macht Euch selbst unglücklich, Frau Kretschmann,
uchten Erich Häͤuslinger und die anderen Naͤnner, dig
den armen Obermeister in die Wohnung gekragen, die
erzweifelte Mulker zuruckzuhalken.
„Was liegt an mir!“ schrie sie wie rasend. „Mein
zohn. mein armer Sohn, wer hat Dir das gelan!“
8. Kapitel. F
Das Schreckliche war zur Talsache geworden, nich
uur sein Gesicht war durch die aätzende Flüfsigkeit ent
ellt worden, der Obermeister halle auch das Augen⸗
icht auf beiden Seiten durch diesen Schurkenstreich ver—
oren. Bechstein, der gleich nach der Tat spurlos ver⸗
chwunden war, als die Polizei nach ihm fahndele, halte
s eigentlich auf Erich Häuslinger abgesehen, der nuf
vie durch ein Wunder dem Verderben entgangen way
Her Attentäter, der den beiden Männern heimlich
jolgt war, halie sich wohl vorher Gewißheit
nuf welcher Seite der Buchhaller sich befand, hatte abet
dann in der Dunkelheit nicht wieder bemerkt, wie ganz
zufällig ein Wechsel statkgefunden und hatte nun au
krnst Ar etschmann das Verbrechen vollführt.
Der Krankheitsprozeß und die Heilung nahmen einen
zerhältnismäßig langen Verlauf. Der Fabrikbesihzer
iieß seinen Obermeisler durch die geschicktesten Arzle be
handeln, aber ihre Bemühungen erwiesen sich als ver—
geblich, das Augenlicht blieb verloren. Erich Häuslingeß
esuchte in der ersten Zeit den unglücklichen Freund
iffters und suchke ihn zu trösten. Freilich, die Ergebung
st eine Blüte von langsamen Wuchs und bedarf zur
Jefruchtung des Wassers der Tränen, zur Enffallung
hrer zarten Blätter des Lichts der Religion. Es ging
haher auch langsam, bis der arme Obermeister geduldig
in sein Loos sich fügen lernte, welches ihm, da es
ihn zur Unkätigkeit verdammte, kast ebenso sshlimm als
der Tod schien. — — —
„Was soll aus mir werden!“ jammerke er eines
Tages, als Erich Häuslinger wieder kurz bei ihm vor;
prach und neben seinem Krankenlager Platz nahm.
‚Nun habe ich mich abgemüht und versucht, aus nichts
elwas zu schaffen und jetzt liege ich hier, wie ein hilf—
oses Kind.“ „Du malst Dir die Zukunft zu schwarz
aus,“ tröstete ihn der Buchhalter. „Rch habe mich nach
werschiedenen Seifen hin umgefan. alslerdinae q vus

Freitag, den 5. Auqust 1910.

——

Aennd noch finsterer ais geiublh u e—sε
)er Nähe einer Lakerne waren die wenigen Passanken
iwas näher zu erkennen.
Plõtzlich kam hinter den beiden Maäͤnnern Jemand
mit eiligen Schrilken hergelaufen, es war eine in einen
Mankel gehüllte Männergestall, welche den Hut tief in
die Stirne hereingezogen halte, sodaß von dem Gesichte
rur wenig zu erkennen war. Als er an den beiden
yreunden vorbeikam, stieß er ziemlich unsanft an den
echts gehenden Obermeister an und wußle es dabei so
einzurichten, daß er den beiden in das Gesicht sehen
donnke, dann hufschte er weiter, ohne auf die nicht ge⸗
ade schmeichelhaften Bemerkungen zu achten, die ihm
nachgesandt wurden.
Ich welle hundert gegen eins, daß es dieser Bech⸗
steln aus unserem Hause war,“ sagke der Obermeister
m Weiterschreiten.
Kann fein, doch was kümmerk uns dieser unge⸗
chliffene Bursche,“ enkgegnete Erich Häuslinger verächt⸗
sch.Eigentlich hälkle er für seine große Flegelei eine
jJüchtigung verdient.“
Mir kommt mit einem Male so eine eigenkuͤmliche
Ahnung, als ob uns derselbe absichtlich gefolgt ist, ich
raue demselben alles Schlechte zu und neulich, bei dem
Werfall auf Elfriede hat er ganz abscheuliche Drohungen
jegen Dich ausgestoßen.“
Ah, bah, wir zwei werden uns doch nicht vor einem
inzelnen Mann fuͤrchten und sollte er wirklich etwas
im Schilde führen, so bekommt er eine küchtige Trachl
Irugei, wie sie ihm gehört,“ suchte der Buchhalkei
selnen Freund zu beruhigen, der recht nachdenklich ge⸗
vorden war.
17 Wir wollen uns aber vorsehen, ich krau nun ein⸗
nal diesem Menschen alles Möͤgliche zu,““ enlgegnele
der Obermeister und blieb nach einigen Minuten stehen,
am ruckwaͤrts zu schauen, ob nicht elwa von hinl⸗n eine
Unannehmlichkeit drohe.
„Komm nur und sei nicht so ängstlich,“ forderke ihn
Erich Häuslinger auf und er folgie dieiem Ruf, als er
aber wieder an die Seite seines Freundes schritt, war
es linkss, waährend er vorher an dessen rechte Seite sich
efunden hatte, ein Zufall nur, der dadurch gekommer
nar. daß der Buchhalter sich mehr an dio rechts stehe
            
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