23. Jahrgan
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Postschlietzach Ne. 14 — * a Postschließfach Nr. 14.
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Erscheint UIi —7 Anzeigen
raglich mit Ausnahme der Sonn⸗ und 34 FF 44 nosten 10 3 pro 6spaltig Petitzeile
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Amssiches Publikanonsorgan c MNt zwei Beilagen: Anamen
Abbanenentspreis für die Bürgermeisterei Dudweiler: Sonntagsblatt und heitere Blãtter. a0 4 pro Alpaltige Pebitzelle
nonatlich 70 ⸗ srei ius Haus «
debracht, —
bei der Post bestellt & 2.28 vierteljaͤhrlich. Fernsprech ⸗ Auschluß Saarbrückken Nr 60 259. 2680 1. 1261. * Redaktion, Druch uno? Berrag von J Anterneuer⸗Vudweller. Bei Jahres⸗Abonnement höchster Rabaul
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8 datholiten und Rarionauisen in Bilbao, weicye de u veriauter, ars mußige Fomor comer
Herr von Kiderlen⸗Wächter d der ——— beharren, ———— 8 iawe dere zu Ag daß Plauter
je Fiensigeschäfte als Staatssekretär des Auswärtü atholische Kundgebung am 7. dss. zu organisieren. Die daln tzide Venehungen ruühsnen könnent, wor cur
8 — degierung sei jest entschlossen, nicht Wae und die im —— Mitteilungen uͤber den Entwurf ge—
einen Amtsantritt hat er eine sehr gute Presse. Nsdagebung zu Nerhindern Gs, sind dieseiden Kathotten. Ihtnhehen uthprhe n egrzen den ewaß ht“hd
nulseten nesdet mean Vertrouen, nicht bloß auf feinen veiche vor“ 1d Tagen an Canglejas ein Telegramm gerich. Zechen berens udet zg r Der e ee
ien Willen, sondern auch auf sein Können. Die am— et haben, dessen Wortlaut von den Blattern wiedergege Fie in a g 8 Woer, ist, darum auch der Statt
i e ede, die er gis Aushelfer in den trüben Ro— Ren und lebhaft tommentzert wird . Diese Katholiten riche grerree rage nde und va wergen auasgeschatet
In ethoe im Rechslage hielt, hat man ihm ver— en an Mierreh dee Vai ein Telegramm,auf wei. Id ushereine te dae Ersetzt. die zur Hälfte
en Die damalige Aufzählung der im Auswärtigen hes dieser sofort antwortete. Die Regierung, welche den ne F pe gur — iu om en Anmepesretgen er⸗
Imie erledigten Akltennummern zeugte freilich von einer Vortlaut dieses Telegrammes kennt, legt diesem eine sehr utt ir m ist v chit, das dieser Ent⸗
gen Verkennung des Schwerpunktes der Frage und der roße Bedeuiung bei. Die große Wichugkeit des Tele— * re vu nan a eichstagswahl. einge⸗
amnung ves Reichstages; aber wer kann sagen, daß zramms soll darin liegen, daß der Kardinalsiaatssekretär Mant 33 si ne — dahren zwei,
m mu n“ gderten die verfehlte diede —aus eigenem en jebigen Augenblick Iwar ais umbeftiedigend vezeichnet. lishreide iit — y urch Forderung
AIutrieb gehalten habe, und wer kann die Möglichkeit be die Katholiken aber auffordert, in ihrer Haltung ganz ig iger ässigkeit. fiele also der Proporz gan;
lreiten, daß er aus dieser ersten herben Erfahrung etwas ntschieden zu beharren nwen
gelernt habe, wie schon manch anderer parlamentarischer * Der spanische Gesandte beim Heiligen Stuhle ist
Neuling von der verunglückten Jungfernrede zur Meister⸗ von Rom ab gere isst und der Vatikan hat dem
chaft sich hinaufzuarbeiten verstand. Jedenfalls bringt päpstlichen Nuntius in Madrid Weisung gege—
derr von Kiderlen für sein neues Amt ein doppeltes mit: ben. Spanien zu verlassen.
ne reiche Erfahrung im diea en Fer und die Poriugal
BHerufung durch Herrn von Bethmann-Hollweg. *5N
u⸗ Zusammenarbeiten des Reichskanzlers, der die nich d —— asenean Sie emn
deramwortuiche Oberleitung der ganzen inneren und aus— edehnt worden VDie Regierung hat die
waͤrtigen Politik hat und behält, mit dem geschästsführen. rie bedeutend verstartt E⸗ herrscht im ganzen Lande
den Siaatssekretär des Auswärtigen Amtes wird gewiß außerliche Ruhe sodaß niemand über di dan
ie kommenden
rleichtert durch den Umstand, daß der neue Verweser des xreianisse etwas voraussagen kann
Auswärtigen Amtes von Herrn von Bethmann selbst aus— g
emahlt worden ist. Bei der Ueberlastung des Reichs- Persien.
ußlers umd Wiinisterpräsidenten hat die Persönlichkeit des Die Minister legten dem Parlament das Programm
Slaalsfekretaͤrs eine größere Bedeutung, als wie es nach des neuen Kabinetts vor, das folgende Punkte
Fer formellen Unterordnung des Amtes unter dem allein enthält: Herbeiziehung von Ratgebern der fremden
eramwortlichen Reichskanzier scheinen könnte. Aber man Ztaaten, Schaffung einer starken Heeresabteilung in der
zaͤrf auch in den festlichen Antrittsartikeln die Bedeutung »auptstadt, um nötigenfalls Truppen in die Provinz sen
des Staatssekretariats nicht so übertreiben, als ob nun en zu können, Resorm der Gerichte und Schaffung eine⸗
zie hohe Politit Deutschlands von Herrn von gKiderlen kassationsgerichtshofes. Auf eine Anfrage über die An
gemacht würde, während der Reichskanzler sich mit der vesenheit fremder Truppen im Lande erklärte der Mini
Repräfentation begnuüge. Herr von Bethmann ist freilich ter des Aeußern Nawab, die russischen Truppen würden
aus dem inneren Staatsdienst hervorgegangen, aber nach »ald das Land verlassen. Er selbst werde mit der russi
se ner Charalteranlage und nach allen bisherigen Anzei chen Gesandtschaft die Nerhandlungen führen
chen ist zu etwarten, daß er die Oberlestung der auswär—
tigen Politik in seiner Hand behalten will, und daß in
alien wichtigen Fragen der Staatssekretär erst mit ihm
Rücksprache nehmen wird. Wir halten es z. B. für ganz
ausgeschlossen, daß Herr von Bethmann unter ein Manu—
tript von Kaiserreden seine Druckerlaubnis setzt, ohne ei—
jen Blick in das Schriftstück geworfen zu haben.
Herr von Kiderlen hat unmittelbar vor seinem Amts—
mtritt mit dem Leiter der in- und auswärtigen Politik
Desterreich-Ungarns sich besprochen. Möge durch diesen
Umstand aufs neue bekundet und gewährleistet werden
daß die Solidarität der beiden mitteleuropäischen Kaiser
reiche den Grund- und Eckstein unserer ganzen auswärti
gen Politik bildet. Nach der glücklichen Erledigung der
„os nisch-herzegowinischen Krisis steht diese Solidarität se—
ter und ruhmvoller da, wie je zuvor.
Auch in den Beziehungen Deutschlands zu den übri
gen Mächten findet Herr von Kiderlen bei seinem Amts
intritt eine erfreuliche Korrektheit und einen leidlich be—
friedigenden Ruhstand. Die Nachwehen der marokkanischen
Zwistigkeiten hat sein Vorgänger Herr von Schön noch
ausgeräumt durch eine Verständigung mit Frankreich, und
wie man auch im einzelnen über die Wellenbewegung un—
serer Marokkopolitik zu Bülows Zeiten urteilen mag, so
ist doch anzuerkennen, daß die erzielte „Abspannung“ dem
europäischen Frieden große Dienste erwiesen hat. Das be
friedigte Frankreich hat sich in der bosnisch-herzegowini
ichen Krisis tadellos gehalien und ist auch nachher de—
freundlichen und ruhigen Politik gegenüber Deutschland
und Oesterreich treu geblieben. Ebenso beruhigend wirkt
trotz der letzten Pressehetze die Abspannung der englischen
Politik seit dem Tode des Königs Edward. Ohne eine
gewisse Unsicherheit geht es freilich in Europa niemals
rb. Der gegenwärtige Sitz des Unrubebazillus ist der
iah- Orient und die russische Politik. Gerade in Sachen
der Nartkanpolitik wird Herr von Kiderlen auf Grund sei—
ner Er ahrung ein guter Ratgeber und Mitarbeiter sein.
Er sei wilssonmmen und zeige, was er kann
— AßZE2OC
Die beiden deutschen Panzer haben eine Wasserver—⸗
rängung von je 10 060 To. Sie wurden in den Jahren
1890—4894 gebaut, der eine auf der Vulkanwerft, der
indere auf der kaiserlichen Werit Wilhelmshaven. Ihre
Schnelligkeit beträgt 16,3 bezw. 17,0 Seemeilen. Sie
ühren je 6 28 Zim Geschütze, 8 10,5 Ztm.⸗Geschütze und
z8,8 Z3tm.Geschütze. Die Panzerstärke beträgt in der
Lasserlinie im Maximum 40 Z3tm. Die Schiffe haben eine
zänge von 108 Meter und eine Breite von 19,5 Meter.
der Tiefgang beträgt 7,4 Meter. Sie führen im ganzen
79 Mann Besatzung. Ein Kaufpreis von 9,228 Millio—
en Mart ( VWiill. türk. Pfund) für jedes Schiff
züßte als recht qünstig bezeichnet werden.
Der Kanzler und Bassermann.
Der dem Abgeordneten Bassermann nahestehende
Mannh. Gen.Anz.“ kommt in einem längeren Artikel auf
ie bekannte Unterhaltung des Reichskanzlers mit Basser—
nann zurück und erklärt:
„Schon die Logik der inneren Situation führe dazu,
nzunehmen, daß es sich dabei um eine unverbindliche
lussprache zwischen dem Reichskanzler und Bassermann
ehandelt habe. „Der Reichskanzler hat Bassermann seine
Unsichten dargelegt, die Zwecke des Revirements u. dgl.,
hne sich etwa über eine Wahlparole auszulassen oder den
Führer der Nationalliberalen im Sinne einer solchen be—
influssen zu wollen und Bassermann wird den Reichs—
anzler darüber unterrichtet haben, daß die nationallibe—
ale Politik weiterhin nationale und liberale Politik trei—
»en wird, ohne das Bedürfnis einer Anlehnung an die
zozialdemokratie oder an die Koalition von Zentrum und
ronservativen zu empfinden.“ Das Blatt erklärt, im
egenwärtigen Augenblick sei für die nationalliberale Par—
ei und ihre Führer nicht der mindeste Antrieb gegeben,
ι;ον νοιαααν edοr üherhaftotor Sorge di⸗
——— — — ——
„Ade entgegenstregend. Ven kuckischen Blicg, den dessen
lugen aber während des lehlen Teiles der Mitteilung
ngenommen halten, konnte er nicht bemerken, da er—
ich für ihn hinter den goldaefaßten Brillenaläsern ver⸗
arg.
2 Ihr Vertrauen ehrk mich, Herr Buchheim; wenn sich
er junge Herr meinem Einfluß zugängig erweist, so
oill ich Ihrem Wunsch gemäß handeln,“ erwiderte mil
ellsamer Betonung Erich Häuslinger. „Es wird aber
ut sein, wenn Sie ihn von vornherein von unserer
eutigen Unkerredung in Kenntnis setzen, damit er meine
Inweisungen nicht etwa als Anmaßung befrachtet. Wann
ehrt er denn zurück?“
Ich erwarle ihn stündlich; ich habe bisher immer
ezögert mit dem, was ich Ihnen soeb en mitgekeilt habe.
er kommt direkt von London, hier dieser Brief zeigt
anir seine Ankunft an. Ich habe augenblicklich keine
zeit, für meine Tochter aber soll seine Ankunfk eine
berraschung sein, es wäre mir daher sehr lieb, wenn
zie ihn abholen wuͤrden, ich dispensiere Sie heute für
en ganzen Tag.“
Die Hand des Buchhallers zitterte leicht, als er nach
em Briefe griff, um sich von der Zeit der Ankunft des
ungen Buchheim zu überzeugen.
„Sehr gerne, da habe ich aber nicht viel Zeit mehr
u verlieren, und werde ich mich sofort an die Bahn
egeben.“
„Gewiß werde ich den Lehrmeister spielen, damit er
ich später in das warme Nest setzen kann,“ sprach Erich
zäuslinger ingrimmig vor sich hin. als er sich auf den
Weg zur Bahn begab.
Fast um dieselbe Zeit war der Buchhalter an einem
anderen Orke der Gegenstand einer sehr erregten Auseinandersetzung
— in der Wohnung der Witwe Krekfsch—
nann. Mit rotgeweinten Augen saß Elfriede am Fen—
ster und schaute auf das unten wogende Gewühl der
s5traßze hinab, während ihre Mutkler nervös mit dem
5Strickstrumpf hantierke.
„Ich verslehe es wirklich nicht, Elfriede, wie Du Herrn
zäuslinger nur immer so abstoßend behandeln kannst,“
uhr die Wittwe sork. Er ist ein so zuvorkommender,
zlider uüßger Mann wis⸗ wonisjae seinesraloen Und
Spanien.
* Im letzten Ministerrat machte der Minisierpräsiden
Tanalejas Mitteilung von der Note, die er in
-krwiderung auf die Note des Vatikans dem spanischen
zotschafter de Ojeda telegraphierte. Mit Rücksicht auf
ie fruchtlosen Bemühungen, zu einem Uebereinkommen
u gelangen, werde er de Ojeda zur Entgegennahme der
znstruktionen iach Spanien berufen und den Botschaftsrat
als Geschäftsträger beim päpstlichen Stuhl abbre
ditieren.
* Der „Matin“ meldet aus Madrid: Die Frage, welche
— —— Mů M——;—
Zur Verfassungẽefrage im Reichslande.
In den letzten Wochen scheint hinter den Kulissen sehr
ege gearbeitet worden zu sein. In Berlin wurden die
zertreter der verschiedenen Parteien über die Verfassungs.
rage in uimverbindlicher Weise gehört. Das gleiche ge—
hah auch in Straßburg, wo der Staatssekretär „Infor—
tationsreisen“ in der Sache unternehmen soll; taisächlick
ü Herr von Bulach dieser Tage in Mes beim Aba. Dr
ßregoire abgestiegen, nachdem er schon wochenlang vorhe
en Abg. Delsor-Wolsheim zu Tisch gebeten hatte. Ein
antliche Auslassung über den kommenden Entwurf lieg
igz 218 Sundee nicht vare man kännto Nemnoh «*
hi
Der falsche Freund.
Oriainal⸗-Roman von Gustav Lange.
(4. Fortsetzung.)
Nehmen Sie Plätz, Herr Häuslinger, was ich Ihnen
zu sagen habe, ist nicht in ein, zwei Minuten erledigt,“
agte der Fabrikbesitzer, rückte einen Stuhl neben seinen
Platz und als der junge Mann dieser Aufforderung
iachgekommen war fuhr er fort: „Ich brauche nicht
erst zu wiederholen, daß ich es nicht zu bereuen habe,
die seinerzeit in mein Geschäft aufgenommen zu haben,
ondern mich glücklich schätze in meiner Wahl, einen
tuͤchtigen Mitarbeiter gewonnen zu haben.“
Einen Augenblick hielt der Fabrikbesitzer wieder inne
ind fuhr mit der Hand über die hohe Stirne, während
das Gesicht des Buchbalters die gröftte Snannung ver—
riet
Ich will Sie nicht lange auf die Folter spannen,“
ahm Buchheim wieder das Wort. „Was ich jetzt von
Ihnen verlange, ist ein Freundschaftsdienst, das verlange
qh nicht als Cyef. sondern als Vater und werde ich
Ihnen es nie vergessen, wenn Sie meine Bille erfüllen.
In den nächsten Tagen kommt mein Sohn nach Hause
— Zie rnen den elben nur flüchtig gus der ersten
ihres Hierseins, ehe er zu seiner welteren Äusbild-Ang
nach England ging. Es wird Ihnen wohl bekannl
an daß ich nicht an allen meinen Kindern Freude er⸗
le, wenn nicht, so hade ich auch keinen Geund Ihnen
Ursache zu derschweigen“ Mein aitestet Sohn wal
n Tunichtgut, nach Verlbung mancherlei Hlechtet
ree ging er nach Südafrika, ich habe nie wieder
9 * von ihm gehört, er ist verschollen — wahrschein⸗
— zweite wurde Offizier — die näheren
* an eEntziehen sich meiner Kenninis, ich habe auch
niht. weiter geforscht, da es mir zu schmerzlich war —
urzum, eines Tages fiel er in einem Dueln. Nun be—
ibe ich nur noch meine Tochter, an der ich bis jetzt
pe etlebt habe und dann meinen jüngsten Sohn.
An offe, Arthur ist ein tüchtiger Mensch geworden und
nir ges die Last des Geschaͤftes abnehmen. Ich
—B en Sie mit der Bitte, ihm ein
u sein, i it Ih ichen
enntnisien 2uf —RX * — 78 Aren 8
ind wiro stch doaher Iynen willig unterordnen. B
ollen ihn also zunächst in alle geschäftliche Verhältnisse
ꝛinweihen, durch ihren Einfluß soll er sich zu einem
üchtigen Geschäflsmann heranbilden, damit daun später
inter seinen Händen weiker blüht und gedeiht, was ich
jepflanzit, was ich geschaffen habe. Ich habe unbeding—
es Verlrauen zu Ihrfen und ich hege nicht einen Augenlick
Zweifel, daß Ihnen die keines wegs leichte Aufgabe
zelingen wird. Nun. Ihr Manneswort darauf. wollen
ie ?*
Der Fabrikherr hakte sich bei den letzlen Worken er⸗
joben und trat auf seinen Buchhalker zu, ihm beide
hände entgegenstreckend. Den tückischen Blick, den dessen
Uugen aber während des letzten Teiles der Mitteilung
ingenommen halten, konnke er nicht bemerken, da er
ich für ihn hinker den goldaefaßten Rrillengläsern ver—
arg.
12 Ihr Verlkrauen ehrk mich, Herr Buchheim; wenn sich
er junge Herr meinem Einfluß zugängig erweist, so
vill ich Ihrem Wunsch gemäß handein,“ erwiderte mit
jeltsamer Betonung Erich Häuslinger. „Es wird aber
jut sein, wenn Sie ihn von vornherein von unserer
eutigen Unkerredung in Kenntnis sehhen, damit er meine
Anweisungen nicht eswa als Anmaßung betrachtet. Wann
ehrt er denn zurück?“
Ich erwarie ihn stündlich; ich habe bisher immer
zezoͤgert mit dem, was ich Ihnen soeb en mitgeleilt habe.
kr kommt direkt von London, hier dieser Brief zeigt
uir seine Ankunft an. Ich habe augenblicklich keine
jeit, für meine Tochter aber soll seine Ankunft eine
Werraschung sein, es wäre mir daher sehr lieb, wenn
die ihn abholen würden, ich dispensiere Sie heute für
sen ganzen Tag.“
Die Hand des Buchhallers zitterke leicht, als er nach
)em Briefe griff, um sich von der Zeit der Ankunft des
ungen Buchheim zu überzeugen.
Sehr gerne, da habe ich aber nicht viel Zeit mehr
zu verlieren, und werde ich mich sofort an die Babn
ꝛegeben.*
„Gewiß werde ich den Lehrmeister spielen, damit er
ich spaäͤter in das warme Nest setzen kaun,“ sprach Erich
jäuslinger ingrimmig vor sich hin. als er sich auf den
Des zur Bahn beoas——
Jast um die eibe Zeit war der Bushhaller an einem
anderen Orle der Gegenstand einer sehr erregken Auseinandersetzung
— in der Wehnung der Witwe Kretschnann.
Mit rotgeweinten Augen saß Elfriede am Fen—
ker und schaute auf das unten wogende Gewühl der
ztraßßze hinab, während ihre Mulker nervös mif dem
Strickstrumpf hantierte.
„Ich verstehe es wirklich nicht, Elfriede, wie Du Herrn
zäuslinger nur immer js abstaßend behandeln kannst,“
uhr die Wittwe fort. Er ist ein so zuvorkommender
olider junger Mann. wie wenige seinesgleichen. Und
wie enlain, er wird es gen »al zu ekwas
zeit ihres Hierseins, ehe er zu seiner weiteren Ausbilduing
nach England ging. Es wird Ihnen wohl bekannf
ein, daß ich nicht an allen meinen Kindern Freude er—
seble, wenn nicht, so habe ich auch keinen Grund Ihnen
die Ursache zu verschweigen. Mein ältester Sohn war
ein Tunichtguk, nach Beräbung mancherlei schlechter
streiche ging er nach Südafrika, ich habe nie wieden
efwas von ihm gehört, er ist verschollen — wahr'chein—
lich gestorben. Der zweite wurde Offizier — die näheren
Amstände entziehen sich meiner Kenninis, ich habe auch
aicht weiter geforscht, da es mir zu schmerzlich war —
kurzum, eines Tages fiel er in einem Duell. Nun be—
iitze ich nur noch meine Tochter, an der ich bis jetz
nur Freude erlebt habe und dann meinen jüngsten Sohn.
Ich hoffe, Arthur ist ein tüchtiger Mensch geworden und
lann mir einst die Last des Geschäftes abnehmen. Ich
wende mich daher jetzt an Sie mit der Bitke, ihm ein
Freund. ein Berater zu sein, ihm mit Ihren reichen
fennknissen zur Seite zu stehen. Er ist juünger als Sie
und wird sich daher Ihnen willig unkerordnen. Sie
ollen ihn also zunächst in alle geschäftliche Verhältniss⸗
einweihen, durch ihren Einfluß soll er sich zu einem
üchtigen Geschäftsmann heranbiiden, damit daun später
iler seinen Händen weiker blüht und gedeiht, was ich
Jepflanzt, was ich geschaffen habe. Ich habe unbedinges
Voerkrauen zu Ihnen und ich hege nicht einen Augenolick
Zweifel, daß Ihnen die keineswegs leichte Aufgabe
esngen wird. Nun. Ihr Mannosmwarf darquf. möllen
die ?*
Der Fabrikherr hatke sich bei den lehten Worken er⸗
nhen und frat auf seinon Bucbbolker azu. ihm beide