konnte keinen der am Handel beteiligten auch nur einigermaßen
befriedigen. Vor allem fällt es auf, daß die süddeutsche
Induftrie ihre Bezüge gar nicht erhöhen will oder kann
Fies läßt einem wenig günstigen Rückschluß auf die Lage
er Industrie im allgemeinen zu. Im Geschäft mit Haus—
zrandkohlen bessern sich die Verhältnisse nach und nach
Der Begehr darnach steigt, weil die Abnehmer allmählich
eginnen, sich Vorräte hinzulegen. Von einem lebhafter
Verkehr kann inimer noch keine Rede sein, ein solcher kann
iber auch um diese Zeit in Hausbrandkohlen? nicht erwartet
derden. Von den Ruhrhäfen kommen ununterbrochen
Zufuhren bei. Auch die, Beifuhr englischer Kohlen blieb
n regelmäßigem Gang, obgleich die Unterbringung große
Schwierigkeiten verursacht. Deshalb war auch das Be⸗
treben der Händler mit englischem Material darauf ge—
cichtet, die Ware schon vor der Ankunft abzusetzen. Um
dies zu ermöglichen, wurden in den meisten Fällen sehr
niedrige Offerten herausgegeben. In Mannheim, Karls—
uhe und Straßburg sind die Vorräte an Brennstoffen aller
Art sehr erheblich. Die Außenseiter haben insofern das
deft in der Hand, als sie in den Preisen Konzessionen
nachen und so viele Aufträge an sich ziehen können. Das
dohlenkontor wird dadurch unverkennbar geschädigt, macht
iber durchaus keine Anstrengungen, dieser Konkurrenz auch
ur einigermaßen zu steuern. Knappe Vorräte sind eigent—
ich nur in Aussiebgries vorhanden, welcher von den Zement—
verken und den Ziegeleien stark begehrt wurde. Das
Interesse für Brechkoks ist im Wachsen begriffen. Von
Haskoks kommen immer noch sehr billige Angebote aus
—A
Hausinschriften aus dem Badischen Oberland.
Aus den Beantwortungen der Fragebogen des Badischen
Vereins für Volkskunde teilt Dr. O. Haffner in Freiburg
in „Alemannia, Zeitschrift für alemannische und fränkische
Volkskunde, Geschichte, Kunst und Sprache“ eine Anzahl
dausinschriften aus dem Badischen Oberlande mit, von
denen die charakteristischen hier wiedergegeben seien
Dies Haus war mein in Gottes Hand,
Und dennoch ist es abgebrannt.
Jetzt hab' ich's wieder aufgebaut
Und dem heiligen Florian anvertraut.
Lenakirch. Neustadt.
Im Nameu Jesu gehe ein und aus,
Bewahr, o Herr, mein ganzes Haus,
Meine Hausfran und meine Kinder,
Laß dir empfohlen sein uns arme Sünder.
Was Gott mir aibt. das soll man mir lassen.
Aselfingen, Bonndorf
Das Bauen ist eine Lust.
Was mich' gekost' hat,
Hab ich nicht gewußt.
pätt' ich's zuvor gerechnet aus,
So wär' ich geblieben im alten Haus.
Altenschmand, Säöckingen
Als es mir gut ging auf Erden,
Wollten alle meine Freunde werden;
Als ich aber kam in Not,
Woren alle meine Freunde tot.
Unterschwandorf. Stockach.
O weh mir armen Tropf,
Hier nahm man mich am Schopf,
dierher ich entronnen war,
Bin doch nicht kommen aus Gefahr.
Haus. in dem Hußß gefangen wurde in Konstanz
Elversberg, 22. Juli. Die Diebstähle in unserer Ko
onie nehmen in letzter Zeit in ganz erschreckender Weise zu
sicht allein die Gartenfrüchte werden gestohlen, ja sogan
zie ganze Wäsche einer armen Bergmannsfamilie, die üben
Nacht in einem abgeschlossenen Garten zum Trocknen hing,
vurde dieser Tage von Dieben milgenommen, ohne daß es
gzelungen wäre, ihrer habhaft zu werden.
Heinitz, 26. Jul. Heute morgen unternahmen unter
JFührung der Herren Berginspektor Böhm und Bergassessor
Meyer 12 Studierende des Schweizerischen Polytechnikums
ju Zürich mit ihrem Lehrer Herrn PVrofessor Boßhardt
eine Grubenfahrt; hieran schloß sich die Besichtigung der
fokereien mit Nebenproduktengewinnung sowie der mächti—
gen elektr. Kraftversorgungs-Zentrale an.
Illingen, 26. Juli. Als am Sonntaa der Jagdpächter
R. in seinem Revier im Walde zwischen Kaisen und Lum—
nerschied auf Wildtauben pirschte, hörte er plötzlich in
urzer Entfernung einen Schuß fallen. Er wollte nach dem
unberechtigten Schützen forschen und sah sich zwei mit Flin⸗
en bewaffneten Wilderern gegenüber, von denen der eine
iuf R. anlegte und eineu Schrotschuß abgabe, der aber sein
Ziel versehlte. R. schoß nun auf die beiden Wilderer, die
Reißaus nahmen. Dem Polizeihund des Polizeisergeanten
Bach aus Neunkirchen, der am nächsten Morgen in das
etr. Revier gebracht wurde, gelang es, die Spur aufzu⸗
iehmen, die nach Lummerschied führte, wo die beiden Wil—
»erer ermittelt wurden. Es sind iwei verheirgteto Kera—
en:i
Duisburg, 20. Juli. Gugendliche Verbre
her.) Vor der hiesigen Strastaͤmmer standen3 Schul
naben im Alter von 10213 Jahren aus Sierlrade we
jen vorsaäslicher Gefährdung eines Eisenbahnzuges. Di
tnaben legten Schrauben uͤnd Steine auf die Gleise der
wischen Sterkrade und Neumühl vertehrenden Züge. Daßp
»en Knaben die Gefaährlichteit ihrer Fandlungsweise be⸗
vußt war, ging daraus hervor, daß sie die Eijsenstücke
ind größeren Steine wieder entfernten, weil sie einc
Zugentgleisung befürchteten. Der Führer des von Siert
ade abgelassenen Zuges Nr. 1736 wurde jedoch auf di
Steine aufmertsam und brachte den Zug zum Stillstand
Die Straftammer verurteilte die drei Jungen, dem An
trage des Staatsanwaltes enisprechend, auf Grund des 8
315 des Str.G.B. zu je 1 Jahr Gefangnis, doch soi—
en sie aus die Begnadigungsliste geseßt werden.
*Bingen, 27. Juli. (Uunglücksfall) Ein sehr
chwerer Unglücksfall ist heute Morgen auf vdem großen
bolzlagerplatz der Firma Himmelsbach bei Gau⸗ Al ges⸗
eim vorgekommen. Der 30jährige Arbeiter Bernhard
Duch aus Kempten geriet beim Holzsetzen unter einen sehr
chweren Baumstamm und wurde derart gequetscht, vaß a
hwer verletzt aufjgehoben wurde. Der Stamm war vdem
Nanne auf den Ruͤcken gestürzt. Der Verunglückte wurde
ns hiesige Spital gebracht; er dürite kaum min dem Ke
ben davonkommen.
Straßburg, 27. Juli. (Selbstmord.) Hier jagte
ich im Lose einer Wirischaft der 19 Jahre alie Rober
Reininger, nachdem er versucht hatte, seine frühere Ge
iiebte und deren Mutter in deren Wohnung zu erschie
zen, eine Kugel in den Kopf; er starb furz nach seine;
Sinlieserung ins Hospital. ⸗
*Mannheim, 27. Juli. Ungrücksfall?) Bei
)er Rücktehr ‚von einem Dampfer-Ausfiug nach Oppenheim
vurde ein Mitglied des Gesangvereins Sängerbund von
Schwetzingenvorstadt, der Kesselschmied Josef Kugel, ver
nißt. Der Kapitän des Dampfers und Lin Junge hatter
eobachtet, wie in der Nähe des Frankenthaler Kanalt
Jegen 310 Uhr Abends ein Mann ven Radkasten übei
Rord iiel und in Tey Wollen vorichmen
en Kugels wollen an einen Selbstmord micht glauben, da
eder Anlaß dazu sehle.
* Friedrichshafen, 27. Juli. (Die arbtische Zep—
BRelinExrpedition.) Die arktische Zeppelin-Expedi—
on wird, da man auf Spitzbergen keinen Ankerplatz ge—
unden hat, voraussichtlich auf ein ganzes Jahr versch
»xIn werden. Nach Rückkehr der Vorexpedition wird ein
„enauer Bericht über die Durchführbarkeit einer Zeppelin
ben Volarexpedition publiziert werden.
Zeppelins Reise nach Wien. Auf Anfrage
Friedrichshafen teilt die Zeppelin-Luftjschiffahrt-Gesellschaf
mit, daß Graf Zeppelin mit seinem Lenkballon in der
ietzten Augustwoche zum Besuch Kaiser Franz Josefs in
Ischl eintrefsen wird.
Meuterei deutscher Matrosen? Der große Kreu
zer „Blücher“ befand sich mit der Hochsceflotte in den nor—
vegischen Gewässern, kehrte jedoch am Samstag allein
iach Kiel zurück und machte an einer Boje im Kriegs—
safen sest. Der „Blücher“ mußte bald darauf unter Be—
zleitung des Kreuzers „Prinz Albert“ nach der Wiken
Bucht fahren und ging dort außerhalb des Kriegshafens
»or Anker. Am Abend beobachteten nun Arbeiter, das
30 bis 80 Mann der Besatzung des „Blücher“ in de
Wiker Bucht, wo die großen Kasernements liegen, unter
tarker Bewachung an Vand gesetzt wurden. Auf dem
Blücher“ soll eine Meuterei stattgefunden haben, deren
Anlaß in erster Linie das schlechte Essen gewesen seir
'oll. Selbst ein Ofsizier soll sich beschwert haben. Di—
kdieler Bevölkerung ist wegen der Behandlung der Matro
en sehr erregt und wartet auf Aufklärung von der Ma
inebehörde. — Das amtliche Wolffsche Telegraphen-Bu—
eau meldet: Durch einen Teil der Presse geht die Nach—
icht, daß vor einigen Tagen auf der Kieler Föhrde an
zord des großen Kreuzers-,Blücher“ eine Meuterei
tatigefunden habe. Die Nachricht ist erfun den. Das
Zzchiff verließ am 12. Juli Kiel und befindet sich z. Zt.
m Verbande der Hochseeflotte in den norwegischen Ge
vässern.
Erpresser. Am 2. November 1908 wurde in Leip
ig das Ehepaar Friedrich ermordet. Jetzt endlich glaub
nan, die Mörder in zwei Brüdern, dem 29 Jahre alten
karl Friedrich Koppius und dem 22 Jahre alten Frit
doppius gefaßt zu haben. Schon im Dezember 1906
ind im Februar 1909 wandte sich ein Erpresser an di
Firma Weber, Herausgeber der Illustrierten Zeitung“
der Briefschreiber verriet eine genaue Kenntnis der Mord
aten, so wußte er z. B., wo der Mörder die Schlüsse
ur Wohnung des Ehepaares versteckt hatte. Ganz Leip—
ig war damals in Aufregung versetzt. Vor wenigen Ta
sen wurden nun wieder und offenbar von dem früherer
Briefschreiber Erpressungsversuche gegenüber der Firme
Veber gemacht. Diesmal aber konnten die Erpresser ve r
aftet werden.
Bum Secyictrsal Johann Orths. Das Wiener Ober
jofmarschallamt erklärt zu den in letzter Zeit immer auf
teue auftauchenden Nachrichten über Johann Orth, dal
alle die Meldungen, wonach Orth noch am Leben sei,
dem Oberhofmarschallamt bereits seit zwei Jahren be—
'annt seien, und daß die Nachprüfung in allen Fällen
die absolute Haltlosiagkeit dieser Nachrichten
xgeben habe.
Das Unterseeboot „Pluvioset.. Aus Cherbourg
vird gemeldet: Das Unterseeboot „Pluviose“ soll im Laufe
zer nächsten Woche von Calais nach Cherbourg geschleppt
werden, wo es vollständig wieder hergestellt werden soll,
um dann wieder in die Flotte eingereiht zu werden.
Munitions⸗-Explosion. Im Hafen von Brooklyn
st ein Boot, welches Munition für die Kriegsmarine
ransportierte, infolge eines an Bord ausgebrochenen
zeuers in die Luft geflogen. Auf dem Boot befanden sich
500 achtzöllige Granaten. Ein unbedeutender Brand, der
in Bord ausgebrochen war, brachte zunächst eine Gra
iate zur Explosion, worauf ein wahrer Hagel von Gra
iaten und Schrapnells von dem Boot losging. Nach lan
zen vorsichtigen Löschversuchen gelang es schließlich, das
Feuer zu löschen. Wunderbarer Weise ist niemand um⸗
reben gekommen.
Cholera⸗Erkrankungen in Petersburg. Die Cho—
era greift in Petersburg in besorgniserregender Weise um
ich. Es erkrankten wiederum 58 Personen, von denen 16
gestorben sind. Die Zahl der Erkrankten beträgt jetzt 280
personen. Die Cholera brach auch im Krankenhause für
charlachkranke Kinder aus.
Blitz schlag. Aus St. Gallen wird berichtet: Wäh—
end eines heftigen Gewitters schlug der Blitz in die
Zchutzzyütte des Schweizer Alpenklubs Alvier 2300 Meter
joch in dem St. Gallener Oberlande. Die vier Insassen
vurden mehr oder weniger schwer verletzt. Einem Berg—
ührer verbrannten die Kleider auf dem Leibe, sodaß er
zußerst schmerzhafte Brandwunden erlitt.
Piraten. Die Portugiesen nahmen bisher 14 Pira
en gefangen und befreiten fünf Frauen und drei Kinder
zie auf der Insel Colowan qeiangen gebalten wor
en waren.
Waldbrand. Ein großer Waldbrand, der beden
ende Verkuste verursacht, wütet auf dem Gebiet der Ge
neinde Pandel (Dep. Var) an der Küste. Die Seeprä
eltur schickte Truppenabteilungen zur Hilse, doch konnt
»as Feuer infolge des starken Windes noch nicht gelösch.
verden. Die Ausdehnung des Brandes beirägt über zwe
dilometer. Auch bei Marseille ist in den Waldungen von
Larry und Saurset ein bedeutender Waldbrand ausgebro
sen der sich über etp tbirndort Gottar —trect⸗—
—A———
Arbeiterbewegung.
— Straßenbahner⸗-Ausstand. Das dem Transport
arbeiterverband angeschlossene Personal der Hanaue
leltrischen Straßenbahn und das Personal der Werkstät
ten der Straßenbahn ist infolge Differenzen mit der Be
triebsleitung in den Ausstand getreten. Es verkehren nur
drei Wagen. Der Verkehr nach Groß⸗Steinheim ist voll
taͤndia eingestellt. Verhandlungen sind eingeleiten
Luftverkehr.
Der LuftschifssSchaffner: Also, mein Herr,
Zie haben Ihre Karte für zweihundert Mark gelöst?
Der Passagier: Ja, hier ist sie. Bitte, erster
dajüte Berlin — Hannover.
Der Schaffner: Sehr wohl. Das heißt: ob
vir gerade nach Hannover kommen, das garautiert die
Sesellschaft nicht. Bei der letzten Fahrt nach Hannover
sind wir hinter Schöneberg in die Laubenkolonie gekom⸗
men. Und bei der vorletzten nach Pasewalk.
Der Passagier: So, so. Weiter nach Hanno⸗
ver zu sind Sie noch nie gekommen?
Der Schaffner: O doch. Der „L. 27* hat zwei
Ztunden nach der Abfahrt sogar in der Ostsee gelegen.
Der Passagier: Woas Sie nicht all sagen ....
Ich bitte mir zu sagen, wenn es etwa gefährlich wird.
Der Schaffner: Sehr gern. Das kann ich ihnen
gleich sagen: so bald es losgehit, wird's gefähr⸗
lich. Später hätte ich vielleicht auch keine Gelegenheit
mehr dazu. Denn wenn wir beide an zwei voneinander
entiernten Stellen auf dem Bauche liegen sollten, so ...
Der Passagier: Auf dem Bauche? ....
Der Schaffner: Wenn wir vorn oder hinten
plõtzlich Ballaft brauchen, so werden wir eben dahin kom—
mandiert — Pardon, es wird Zeit einzusteigen. Da ha—
ben Sie Ihre Nummer.
Der Passagier: Nummer? Wozu?
Der Schaffner: Ei, das Blechplättchen müssen
Sie um den Hals hängen. Es ist bloß Sie sind un—
er dieser Nummer in die Passagierliste eingetragen. Und
sür den Fall, daß man Sie nachher nicht mehr erkennt.
»a schaut man bloß im Register die Nummet nach.
Der Passagier: Bloß im Register .....
Der Schaffnore Ja, das ist eine sebt quie Fin
richtung. Vonner, ja, eines hätt' ich beinay noch verges
sen. Ich muß noch um Ihren Namen bitten und Adresse
Der Passagier: Meyer. Grüner Weg 19. Erste
Stage. Aber warum ...
Der Schaffner: Es ist nur, damit wir Ihrer
Frau Witwe telegraphieren können.
Der Pafsagier: Meiner Witwe?
(Es läutet.)
Der Schaffner: Ein—steigen in der Richtung
Spandau—Stendal —Braunschweig —Hannover.
Der Passagier: Ich hab' was vergessen. Ich
nuß noch mal wWg nach Hause ....
Der Schaffner: Aber wir können nicht warten.
Der Passagier: (aus der Entfernung)!: Gott
oll mich behüten, daß ich Ihnen Ungelegenheiten mache.
Ich fahre dann mit dem D-Zug. GutLuft!
LDiae⸗utt WINüuüstige RI.)
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Kreuznach, 27. Juli. Nach Vorhaltungen im Eltern⸗
saus wegen einer geringfügigen Sache ging die 18jährige
Tochter eines hiesigen Zahntechnikers ins Wasser und er—
rank.
Köln, 26. Juli Auf dem Exerzierplatz Elsenborn schlug
der Blitz in ein Bataillon; der Oberstabsarzt wurde schwer
perletzt, während zwei weitere Offiziere leichte Verletzungen
erlitten.
Dortmund, 27. Juli. Der Direktor Ohm von der
Niederdeutschen Bank ist heute Mittag leinhalb Uhr auf
Leranlassung des Untersuchungsrichters verhaftet und nach
dem Untersuchungsgefängnis überführt worden.
Landau, 27. Juli. Der Dienstknecht Daibeck wurd
bei Arnsdorf von einem Metzger überfallen and durch Vef
terstiche so schwer verletzt, daß er verstarb. Der Täter wurd
oerhaftet. Er beruft sich auf Notwehr.
Oberhausen, 28. Juli. Gestern nachmittag erschoß sich
der Beschäftsführer der Oberhausener Grundstückverwaltungs—
Besellschaft und Inhaber der Eiswerke, Kaufmann und
Oberleutnant d. R. Knigge. Zuerst hatte er seinen acht—
ährigdn Sohn erschossen. Der Grund zu der Tat ist in
inanziellen Zerüttungen zu suchen.
Aschaffenburg, 28. Juli. In Büschelberg bei Aschaffen—
zurg, wo bereits vor 7 Jahren ein bisher unaufgeklärter
Raubmord an einem Mädchen begangen rvurde ist gestern
ein neuer Mord an einer Frau verübt worden.
Berlin, 29. Juli. Heute Nacht um 1 Uhr ist auf dem
Tegeler Schießplatz der M. 3 aufgestiegen. Die Leitung
hat Major Groß. Der Ballon wird, wenn die Witterung
zünstig ist, Gotha zu erreichen suchen.
Berlin, 28. Juli. Der Präsident Madriz von Nicara—
zua hat eine Cirkularnote an Deutschland, Frankreich, Eng⸗
land, Spanien und Italien gesandt. In diesem Schrift
tück wird auf die unberechtigte Einmischung der Veneinig
ten Staaten in die inneren Angelegenheiten Nicaraguas
singewiesen und die Mächte gebeten, in dieser Frage im
Interesse der Freiheit Nicaraguas eine freundschaftliche
Intervention in Washington zu veranlassen.
Mannheim, 28. Inli. Die „Volksstimme“ erklär;
ie Vtitteilung eines Telegraphenbureaus, die sozialdemo
ratische Zentralleitung habe erneute Vorstellungen an die
adischen Genossen gerichtet, um eine Aenderung in der
daltung der badischen Sozialdemokraten im Interesse der
Sesamtpartei herbeizuführen, für eine freie Erfin
dung.
Peris, 28. Juli. Aus Fez wird über Tangen
semeldet: E1l Mokri wurde zum Minister des
lLeußern ernannt anstelle von Si Aisa Ben Omar;
Finanz minister wird der Sohn von El Molri
Zi Abebb.
New-York, 28. Juli. Die Unruhen in Kuba
cheinen ernster als die bisherigen zu sein. General Parra
brachte eine Expedition von Mexiko. Au ständische: sind
in Pinar und Santiago aufgeiaucht.
Tauger, 28. Jul. Der deutsche Gesande Rosen
it abaereist.
Posen, 28. Juli. Auf der Eisenbahnstrecke Görwchen
Tarolinenthal überfuhr heute ein Zug das Gefährt eines
Landwirts. Der Wagen wurde zertrümmert und die beiden
Insassen schwer verletzt.
Allersdorf, 27. Juli Eine Schauspielertruppe is
niach dem Genuß von Pilzen erkrankt. Eine Frau ist ge—
torben. Die anderen konnten gerettet werden.
Breslau, 27. Juli. Nach dem Genuß von Pilzen is
zie Familie des Eisenhoblers Klunke erkrankt. Zwei Kinde
ind bereits gestorben. An dem Aufkommen der Eheleut
owie die andern zwei Kinder wird gezweifelt.
Erfurt, 27. Juli. In dem benachbarten Osthause
rschoß ein Dienstknecht mit einem Jagdgewehr aus Un
vorsichtigkeit den 16jährigen Otto Schumann und dessen 2
jährigen Bruder.
Budapest, 27. Juli. Die Berichte aus den Komita
Szolnak und Doboka lassen die Wetter-Katastrophe immen
zrößer erscheinen. In Nagy Debrek sind 31 Personen ge—
ötet worden, 21 Leichen wurden bereits geborgen und
eerdigt. 6 Kinder wurden von den Fluten weggerissen
Bei Ispanmezoe ertranken 9 Kinder. Drei große und fün
leine Brücken wurden fortgerissen, die Straßen wegge
chweinmt. In Nagy Debrek sind 11 Häuser eingestürzt
13 arg beschädigt. In einem der eingestürzten Häuser fand
eine Familie von 7 Mitgliedern den Tod. Besonders g'of
st der an den Kulturen angerichtete Schaden. Die Halm
rüchte sind in der ganzen Gegend vernichtet Tas Wasse
pielt Steingeröll und Schlamm auf die Felder. Der Scha
en ist gleich fühlbar für die großen wie kleinen Grundbe
itzer. Die Behörden haben zwar ihre Hilfe zugesagt, doch
vird sie kanm im Stande sein. das schreckiche Elend z31w
nildern.
—AID
ers schlug der Blitz in die Schutzhütte des Glockners, 2300
Mtr. hoch, und verletzte vier Infassen mehr oder wenig
Finem Bergsührer verbrannten die Kleider auf dem Leibe
so daß er schwere Brandwunden erlitt.
Paris, 27. Juli. Aus Sens wird gemeldet: Di
gzestern in Streik getretenen Bergleute der Grube von Lie
din durchschnititen die Telephon- und Telegraphendrähte de
Hrube sowie die Signaldrähte der Grubenbahn. Es wurd.
»eschlossen, mit der Grubenleitung nur dann in Verhand—
ungen zu treten, wenn zwei vorher entlossene Arheite
vieder eingestellt werden.
Barcelona, 26. Juli. Der heutige Jahrestag der
-„chreckenswoche ist troh schlimmer Befürchtuugen ruhig ver—
aufen. Wegen des angekündigten Ausstandes waren
Nilitär- und Polizeitruppen bereit gehalten und über die
anze Stadt verteilt worden. Die Kohlen-Entlader feiern
inmütig; fünf Dampfer liegen ungelöscht. Die Lager
nthalten nur für acht Tage genügenden Kohlenvorrat
Morgen solleu geworbene Ersatzarbeiter antreete.
Petersburq. 26. Juli. Die Direktoren des Gefängnis—
s in Jekaterinoslaw wurden gestern verbaftet: sie soller
eine Syviolhölle unterhalten haben
*7 J 0 Wer schnelt u. ohne Operation
von diesem Leiden befreit sein
will, lasse sich vertrau- 4
Gallegzteine casron mein Nittel für M. 25.
per Nachn. schicken. — Erfol,
garan tiert. Unbemittelte Rabati
M— S οlunarfahron AAMin Kasheratragen 7
A⸗MMÆs⸗s⸗ỹ⸗—
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