Full text : Dudweiler Zeitung

Nummer 172. —
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zaglich mit Ausnahme der Sonn⸗ und A —124 A 4J— 9 M 4 —8 3 — d r —52 —2 * —* slen * pr hetitzelle
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— 3 B irat für die J. vãhlten werden von mir zu Mitgkiedern der Kommisston von Iswolski mekt dem neuernannten deutschen Staats— ooseveilt besprochen. Das Blatt schreibt, das Prolel
Ein wirtschaftlicher eira u eꝛrnannt werden. Ich habe mich mit der Bitte um Be— sektretär des Aeußeren, Herrn von Kiderlen⸗Wäch— etze lediglich ein Bau-Minimum fest; dies sei in hohen
dol ialverw altung tennung von Vertretern noch an die Handelskaͤmmern in der ist an Berliner zuständiger Stelle bisher nichts be Brade praltisch. Die „Tribuna“ bemerkt dazu, die Ent—
Kolonialver t dörn (1), Chemnitz (1), Nurnberg (1), Breien (9), annt. rüllung könnte nicht dementiert werden.
Der Staatssekretär des Reichskoloniglamts hat. wie Pannheim (1), und Hambura (2) gewandt.“ * Gegenüber verschiedenen widersprechenden Meldungen Nicaragua
ie Verliner Handelskammer miitteilt, beschlossen, eine stän⸗ »dn Lindequist. ann die „Post“ feststellen, daß tatsächlich an einer neuen * Nachrichten aus Nicaragua zufolge hat General Ma—
ige Kommission zur Unterstützung der aneive Waede — — reußischen Wahlrechts vorlage im Ministerium —R drigz der Vesehl gegeben halte, 200 Gesangene —8
n Mchen Feghen Vuhehe ieree e Das Hotel ohne Trinkgelder. — i * 8 eeeee —— 83 ich der Amerikaner hinzurichten, die Ausführung des Be—⸗
F der Handelskammer mit Befriedigung begrüßt Die Koblenzer Handelskammer verössentlicht einen in⸗ ebenden Stellen unterliegen. Wann der Entwurf an der nee nn Saqngenen iollen zunachst vor ein
das an sie gerichtete Schreiben des Staatssekretärs lautet eressanten Beitrag zur Trintgelderfrage. Ein rheinischer zandtag gebracht werden soll, darüber ist noch keine En g g
Die große Anzahl wirtschaftlicher Fragen und Auf Birt machte in seinem Hause einen Versuch mit der Ab heidung getroffen.
zaben, die von der Kolonialverwaltung auf dem Gebiet chaffung des Trinkgeldes und berichtet über die von ihn, * Im Reichsgesundheitsamt sind die weitausgedehnter
zes Handels und der Industrie zu issen sind, läßt e— erbei, gemachten Erfahrungen. Er erzählt: „Um ein lrbeilen, durch welche die Beziehungen zwischen mensch
nir erwünscht erscheinen, in steter Fühlung mit Männern — schaffen, —A ich mich bei den ver ither vV erischer Tubertniose fesgeseite den
es prattischen wirtschaftlichen Lebens zu sein, welche hiedenen Angestellten nach ihrem Saisonverdienst. Au em Abschluß nahe. Die Arbeiten haben vor 10 Jahrer
esondere Sachkenninis in ihrem Fache mit weitem Blic vrund die ses Ergebnisses wurde den Angestellten monat egonnen und dürften einen Kostenaufwand von 1 250000
ã 8 inigen. Das Zusammen ich die doppelte Besoldung bezahlt. Diese Besoldung g *
ür das Wohl des Ganzen vereinigen eeer e a H Nart erfordert haben. In den ersten 5 Jahren wurden
irbeilen mur solchen berufenen Vertretern der wirtschaft. allte den Angestellten ohne Rüclsicht auf den Ausfall der in in o do . ebruchtn swlerene ane,
ichen Prarxis erscheint mir der beste Weg, um die Ent ZSaison gezahlt werden. Den Gästen des Hauses wurde oo act s
victiung unserer Kolonien zu fördern und ihre eigener non dem Vorhaben mit der Bitte um dessen Unterstütung 8
virischaftlichen Interessen mit den Bedürfnissen der hei⸗ »ie Mitteilung gemacht. Für Trinkgelder wurden 5 v In GroßBerlin fanden am Dienstag zehn Ver⸗
nischen Voltswittschasi in Einklang zu bringen. Gewiß ). der Wochenrechnung in Ansatz gebracht. Am Schlusse immlungen der sozialdemokratischen Wahlvereine zur Be—
ilt der Pripauinitiative, dem Fleiße, der, Tuüchtigkeit und er Saison sollten die auf diese Weife eingegangenen altung des Magdeburger Parteitags-Pro gramms stait.
zer Kapitaälkraft des einzelnen Siedlers, Kaufmanns und Trinkgelder als Grati silation verteilt werden, abzuͤglich die Versammlunaslokale waren alle überfüllt. ZRu einer
flanzers die Hauptaufgabe zu, und nichts liegt mir »er Zahlungen, welche in Form von Gehalt schon verab⸗ ndgültigen Beschlußfassung über die zu stellenden An
Aner als eine Bevormundung der wirtschaftlichen Tatig- olgt waren. Die Schwierigkeiten begannen mit dem En- räge und die Wahl der Delegierten kam es aber noc.
eit in unseren Kolonien. Aber dieser letzteren sind sei— agement der Angestellten: ich konnte trotz der hohen nicht, weil die Budgetbewilligung durch die badiiche so
ens der Verwaltung in den der Kultur wenig erschlosse— BShne leine bekommen. Die Leute wollen lieber ohne ialdemotkratische Landtagsfraktion den ganzen Abend aus
sen kolonialen Gebieten in viel höheren Maße als in zehalt arbeiten und das Risito einer schlechten Saison ullte. In verschiedenen Versammlungen versuchten Revi—
alten Kulturstaaten noch die Wege zu ebnen. ragen, als jestes und gesichertes Einkoinmen haben. End ionisten, die Haliung der Badenser verständlich zu machen
Die von der Verwaltung zu schaffenden Grundlagen ich hatte ich mit unendlicher Mühe meine Angestellten zu anden aber in keiner Versammlung Beifall. Aule Redne
für die wirtschaftliche Betätigung, wie beispielsweise Aus⸗ ammen. Am Saisonschluß war keiner der Angestellten zu perlangten den Ausschluß der Badenser für den Fall, daf
hau von Verkehrsstraßen aller Art, Ausdehnung der Geld— rieden, jeder behauptete, daß diese oder jene JFamili die Budgetbewilliger nicht zugäben, einen schweren Feh—
wirtschaft, eine für die Schutzgebiete geeignete Regelung hn persönlich gut bezahlt haben würde, hätte er Trink⸗ er begangen zu haben und nicht noch einmal für ein
und Organisation des Kreditwesens, Nutzbarmachung der Jelder annehmen dürfen, oder er hätte seine Zimmer oder Budget stimmen würden. Eine dahingehende Resolution
Eingeborenen für die wirtschaftliche und kulturelle Arbeit, Etage besser besethzt gehabt als ein anderer und darum vurde in allen Versammlungen mit großer Mehrheit an—
Organisation des Arbeitsmarktes, sind noch nicht vollen— much Anspruch auf eine höhere Gratifilation. Am schlimm zenommen.
det, wenn auch bereits beachtenswerte Fortschritte erziel ten war jedoch das Verhalten eines Teils der Gäste * Eine halbamtliche Mitteilung besagt: „Verschiedene
vurden. Aber auch über diese grundlegenden Aufgaben Zo dankbar und entgegenkommend sich verschiedene Gäsi glätter haben die Nachricht einer Korrespondenz, der „P
sinaus hat die Kolonialverwaltung noch weitere für die iber diese Art der Trinkgeldverteilung äußerten, so ta stundsch.“, wiedergegeben, daß Se. Etrzellenz der Staats
Zolonialwirtschaft zu erfüllen. Die Produktion selbst, die delnswert wurde von anderen gehandelt. Nur einige Bei ekretär des Reichsniarineamts Admiral von Tirpitz sei
nentwickelteren Ländern in der Regel ihre eignen Wegt Ppiele: Ein Gast will die Trintgelder selbst geben, wei! ien Abschiedeingereicht habe, und daran ihrer—
zeht, ist zunächst noch mit Rat und Tat zu unterstützen er befürchtet, schlechter bedient zu werden. Nach seiner eits eine Reihe von Kombinationen über die möglichen
urch Einrichtungen, welche die Kräfte des einzelnen über »igenen Erklärungen ist er gewohnt, die Angestellten schor gründe des Abschiedsgesuches geknüpft. Die Nachricht der
teigen. Die Verwaltung wird hier zunächst richtungge ei der Ankunft mit Trinkgeldern zu bedenken. Bei guter Pol. Rundsch.“ ist frei erfunden.
»end sein müssen, und dies umsomehr, wenn sie die be ßzedienung wird dann für die Abreise noch ein ordentli * Der Staatsselretär von Kiderlen-Wächter, der am
eichnete Aufgabe, die Kolonien in Uebereinstimmung mi hes Trinkgeld in Aussicht gestellt. Diese Art Gäste ist Nittwoch in Marienbad eingetroffen ist, stattete dem Mi—
hen Bedürfnissen der deutschen Volkswirtschaft zu enm ich gewiß nicht darüber klar, daß ihre Handlungsweise uister des Aeußeren, Grafen Aehrenthal, in der
vickeln, erfüllen will. Es sei hier nur an die Produk den Angestellten gar leicht zu einer Unredlichkeit seinen zilla Hubertus einen Besuch ab. Der Aufenthalt von
ion der Kolonialwaren und der für die deutsche Indu Brinzipal gegenüber verleitet. Ein anderer Gast finde diderlens in Marienbad wird als Höflichkeits- und als
trie notwendigen Rohstoffse, wie Wolle, Baumwolle usw debervorteilung in der Rechnung und meint, die Kellne Freundschastsakt bezeichnet.
rinnert, bezüglich deren auch weiter auf die parallen ießen nicht nur jede Kleinigkeit im Bureau verrechnen * Das „Militärwochenblatt“ meldet: von Hofacker, bis—
aufende Tätigkeit des verdienstvollen Kolonialwirtschaft ondern gäben auch mehr an, als verabfolgt worden sei zer Kommandeur des Ulanen-Regiments Nr. 20, wurde
chaftlichen Komitees gerechnet wird. Dazu kommen fer im möglichst hohe Prozente herauszuwirtschaften. Ein »em Generalstabe der Armee überwiesen und zum Chef
er Fragen des Finanz- und Zollwesens. Bei der Lösunc dritter befürchtet schlechte Bedienung, und wenn er doch »es Generallsabes des 18. Armeekorps ernannt
ieser Aufgaben können sachverständige Fachleute aus * dduche ut ee werden sei, * müßte e sich schä Rußland
zraktischen wirtschastlichen Leben mit reichen Kenntnisser men, ohne besondere Vergütung abzureisen. Einem vier— 742 reenvso
ind e nh in ee Geschäfisbereiche die Kolonial. len endlich sind die in Rechnung gefsebten 5 v. H. noch de itesichen ee abrziten⸗ —8 wer
»erwaltung in hohem Maße unterstützen. zu hoch. Einige Damen fragten, ob sie auch ungehinder et, daß de ege a38 h Agaꝑ n eche erane vBa
Aus vorftehenden Erwägungen beabsichtige ich, eine breisen könnten. Aber das Schönste wurde geleistet, in vm — —9* — siar en ha e, d —* suͤsier
tãndige Kommisston zur Unterftützung der Kolonialver dem Zweifel geäußert wurden, ob auch wirklich die auf p anegan u —8 ichische nn unne —
valtung in wirtschaftlichen Fragen der gekennzeichneten geschriebenen Trinkgelder den Angestellten zugute kämer 4 en Aei en vnsous e e 9 anene een
irt zu schaffen. Es ift beabsichgt, die Kommission von und nicht vielmehr zu einer Bereicherung des Wirtes ver. diß Jesterrei n
Zeit zu Zeit zu gemeinsamen Sitzungen unter dem Vor vendet würden. Man scheute sich dann auch nicht, der Vn
itz des Staatssekretärs einzuberufen, auch in einzelner dausdienern vorzurechnen, wie hoch ihr gezahlter Antei!
Fällen Gutachten von den Mitgliedern zu erbitten. Für in der Trinkgeldkasse sei, und verlangte, der Hausbursche
die geographische Erschließung wirkt in ähnlicher Weise olle ihnen später schreiben, ob er auch richtig seinen Au
hereits seit Jahren mit gutem Erfolge die landeskundlich— eil erhalten habe. Und aus welchem Grunde alles dies?
sommission, während für die rein landwirtschaftlichen Fra Im ja die Angestellten zu willfährigen Bedienten zu ha—
gen mit dem Deutschen Landwirtschaftsrat und der Deut »en. Das Ende vom Liede war, daß der Portier heim—
schen Landwirtschaftsgesellschaft, insbesondere derer vor ich die Rechnungen und Bücher auf die Gesamteinnahmen
Jahresfrist gegründeten Kolonialabteilung, engere Fühl zurchsah, wobei er diese um 50 000 Mark überschätzte.“ —
uing genommen worden ist, die sich als sehr nüßtzlich er Dder Bericht ermutigt gerade nicht dazu, das Exrperiment
wiesen hat. u wiederholen!
Der Handelskammer wäre ich zu Dank verpflichtet 3 7
venn sie aus ihrer Mitte oder ihrem Bezirke * zwe Bolitische Rundschau.
sür die „ständige wirtschaftliche Kommission der Koloniol Deutsches Reich.
erwaltung“ geeignete Herren wählen und mit der Er. ⸗»Die „Tägliche Rundschau“ schreibt: Von der nach Pe
lärung, daß sie die Wahl angenommen haben, gefälligst ersburger Meldungen angeblich für September geplanten
dald henennen würrde Di⸗e von der Sandelgtammer zusammen?unft des russischen Ministers des Aeußeen Hrn
—
Fä 1— —F voen Zerister ves erssen Tiooo qu tyren amen. V
bine erso greiche konjulta son. n ¶ scee e
— Waurufen, Sophie solle noch einmal heraufkommen. —
b Sophie eilte die Treppe hinauf und erhielt den ge—
Nachdrudk verbolen. messenen Befehl, nicht für sechzig, londern für siebzig Plem
„Wie lange dauert denn heute wieder das Abstäuben nige Pflaumenluchen zu holen... —
Bringen Sie mir jetzt meine Medizin!“ Atemlos kehrte sie nach einiger Zeia zurüd und war
Die Frau Geheime Regierungsrätin erhob sich ein sehr verwundert, nicht wie sonst ausgescholsen zu werden.
— von den Diwan, auf dem sie ruhte und nahm eincn Vielmehr plauderte die Frau Geheimrätin, während su
L 8 Iea ai ee * F 8e gebracht. den Kuchen mit Behagen verzehrte, in der heitersten Weife
„Ste schmedt zu fade“, sagte sie darauf; „ich glaube flaumenku⸗
Doltor Rulf versteht nichis n Sie a punt* die e ete eee gee *
hauchte sie dann und las einige Seiten in dem Romane lett uber den Gaumen hincheugeuen, denn ver 7*
—A wrinn Stunde begonnen. Ueber das erste Ka Ahrende Anhanglichteid en den Dagen —*
itel war die Frau Geheimrätin allerdings nicht hinaus —
gekommen. Mußte sie ihre Lektüre X,— unter· Kein Wunder war es daher, daß die gnädige Frau
brechen, um ihr Stubenmadchen zu — derbeseene KNad inen ihrer lustigsten Scherze mit dem Bemerken umter
einer Viertelsftunde warf ste das Buch — es war da— rach, sie habe wieder ihre Migtäne.
neueste Meisterwer? eines unserer größten Romonschrift— Mit den Armen wild herumfahrend, ging sie schnell
steller — zu Boden und fällte das gediegene Urteil: C m Zimmer auf und ab.
Bott, wie ennudant! Dieser veraltete Idealismus Und Ssoll ich vielleicht einen kalten Umschlag machend
nicht eine einzige Toilette deschriehen! Lächerlichl“ vagte Sophie in sanftem Tone zu fragen. —5*
3Bringen Sie mir die Zeitungen!“ herrschte sise dann Die „Gnädige“ antwortete nicht.
1 Sophie 3. gehorchte. DOder wollen gnä' Frau nicht etwas ruhen, wie es
Sophie war wirklich erst die Dritte ihres Namens, er Herr Doktor geraten?“ —
welche die angenehme Stellung eines Stubenmädchens bei „Ach was, mit Ihrem Her wWenn ich ruhen
der Frau Geheimrätin betleidete. Sie folgie auf Marie 4. und Umschläge machen will, brauche⸗xch keinen Heren Dot.
und deren Vorgängerin war Anna 6. gewesen. or. Ich will leben, wie es mir paßt.“
Sophie, eines der lammfrommsten Mädchen ihres Einige Pillen, ein Gläschen Likor und ein paar Ner
Zeitalters, war übrigens bereits drei Wochen bei der »enplätzchen, die jetzt verschluckt wurden, hatten den Er—
gnädigen Frau“ und daubte in hoffnungsverblendeten olg, daß die Kranke noch ungeberdiger wurde. Dann
Aug nblicen, es wirklich noch die gleiche Zeit aushalten robierte sie einen Löffel ihrer Medizin, sprudelte diese
zu konnen. v edoch mit einer höchst ortginellen Gesichtsverzerrung, wie—
Nach ein gem Hin- und Herblättern bemerkte die Frau er herauusgs. — *
Seheimtatin e Vaderin der Poisdamer Siraße mache Dieser Doktor versteht doch gar nichts“, rief sie
nacn —A⏑⏑⏑—— prais 77 ut nun schon der zweite Löffel, den ich
Sagen — der üd sechzi Raute nehme, und es hilft nicht das geringste. Sophie, so⸗
pfennige holen!“ sNochin, sie sole mu sfur secheio kort gießen Sie die Medizin wegl oerimai phie.
* r — hat gerade den Braten über dem Feuer'“, Ass das geduldige Mädchen zurückehrte, war ihre Her—
chtete Sophie zurü ctehrend rin bereits in das Stadium der nervösen Zuclungen ge—
*— „So gehen Sie selbsir“ sagte die gnädige Frau in aten.
»— ** Tone „Aber nicht ĩd lanasam wie ge⸗ —58 8s88* mein Mann“, rief die würdige
ame aus, „daß ich mir meine Krankhei de
— Aoa Auf dan —X& atra⸗Ianat Bärt- KRae z8 ist dack arüttsich monn ⸗1 Manr e vr 835

Donnerstaq, den 28. Juli 190.

23. Jahrgang.
Postschließfach Nr. 14.

tußland als Schiedsrichter zwischen Deutschland
und Eunsgland.
Dieser jedenfalls neue und eigenartige Gedanke fin—
et sich in der „NNowoje Wremja“. Das Blatt stellt Be—
rachtungen an über die Gefahr, die Englands Weltmacht-⸗
ijellung durch das Wachsen der deutschen Flotte droht.
zierbei läuft dem Blatt wieder einmal der hundertfach
oiderlegte Irrtum unter, daß unsere Flotte mit der Er—
üllung des Flottengesetzes eine der englischen nahezu
zleiche Stärke erreicht haben würde — 21 deutsche Dread
oughts gegen 25 englische. Um die Wende der Jahre
9131914 würde also eine kritische Zeit für die deutsch
nglischen Beziehungen eintreten. Eine gewisse Hoffnung
aß es in dieser Zeit nicht zum Ausbruch eines Krieges
wischen den beiden Ländern kommen wird, sieht die „No
ooje Wremja“ allein in der großen Vorsicht Kaiser Wil
elms. Aber jedenfalls würden beide Länder Milliarden
ir ihre Rüstungen aufwenden. „Und dieses Wettrüster
wischen Deutschland und England — so sagt das Pe—
rsburger Blatt — ist vom Standpunkt der Menschlich
it ein unbeschreiblicher Wahnsinn, da sich die beider
sten Völker Europas in einem zwecklosen Konkurrenz
mpf erschöpfen. Rußland steht nur in historisch⸗gutnach
arlichen Beziehungen zu Deutschland und in einem enger
invernehmen zu England. Das Schauspiel der deutsch
iglischen Feindschaft, die nur mit schönen Redensarter
erhülit wird, ader schwer auf beiden Nationen lastet
twfür uns daher doppelt schmerzlich. Rußland kann alst
nter diesen Umständen wohl eines Tages berufen sein
as Amt eines Schiedsrichters zwischen den beider Kon
irrenten zu übernehmen.
Von der Luftschiffahrt.
*zDie Luftschiff-Manöver bei Mentzz. Da
der starke Wind der letzten Tage nachgelassen hat, ist das
Luftschiff „8. 1“ Mittwoch vormittag 9.20 Uhr aufgestie—
jsen und mandvrierte Uuber Metz und Umgebung. Es lan—
dete um 10.35 Uhr glatt wieder vor der Halle. Um 10.14
Uhr stieg auch „M. 3* auf, der kurze Zeit über dem
PRjten der Stadt Metz kroitzito

Beteiligung der Damen am Luftsport. Vor
urzer Zeit wurde in deutschen Blättern die Nachricht ver⸗
breitet, daß die Französinnen sich weit mehr dem Luft⸗
port widmen als unsere deutschen Damen, daß es so—
jar einen besonderen Luftschifferinnen-Klub in Frankreich
zäbe, der den Namen „Stella“ führt, und dessen Mitglie—
der Wettfahrten einrichteten, genau wie die Herren⸗-Klubs
iunmd qanolegentlich dieser Weottfabrten die Ballons selbstän—

An
es lieber gesehen, wenn er dyr eimge imnteressante Neuigte'ten
 aufgetischt hätte.
„Also, gnädige Frau, klagen über Appeiitlosiakeit?
zaben Sie vielleicht etwas Außergewöhnliches genossen?“
„Nicht das geringste.“
Des Pflaumenluchens tat die Patientin, wahrscheinlich
us Bescheidenheit, keine Erwähnung. ..
„Was haben gnädige Frau gestern Abend gespeist?e“
HKleiniakeiten/“ erwiderte die Gnädige etwas indig⸗

„Was, wenn ich bitten darf
„Hummer und Aalpastete.“ *
AXRbber das isn ja das Schwerverdaulichste, was es
ibt! Haben Sie viel davon gegessen?“ —8
„Aber Herr Doltor, ich habe so selten Appetit; soll
ch ihm denn wehren, wenn er sich einmal einfindet?“
„Gnädige Frau, alles mit Maß! Wie ist Ihnen die
Redizin boökommen?“ ——
„Ich habe nicht geraͤe viel Wirkung verspürt.“
Rulf war etwas verwundert hierüber. Er wäre dies
elleicht wentger gewesen, wenn er gewußzt hatte, daß kei
anderer als der Rinnstein die Arznei eingenommen.
„Wann gingen Ste zu Bett ee5
Wie gewöhnlich, um ein Uhr.
Ich muß nochmals mit Entschiedenheit darauf dringen,
madige Frau, daß Sie fich eher schlafen legen. Dieses
Vachbleiben macht nerbößs — ˖—
„Aber, Herr Doltor, das muß ich doch am besten
ius Erfahrung wissen, was mir nützlich ist. Gerade in
»en späten Abendstunden fühle ich mich am wohlsten. —
datten Sie die Güte, Herrn Geheimen Sanitätsrat Berg
oth um eine Konsultation zu bitten?“ — — ——
„Zu dienen, gnädige Frau! Der Herr Geheimtal
vird sich die Ehre geben, noch heute Vormittag vorzuspre⸗
hen. Es ist jetzt zwölj Uhr; er kann jeden Augenblid
ommen.“ — — —E ——— —
Kaum hatte die Patientin erfahren, daß der berühmte
Mann sich auf heute bei ihr angemeldet, als sie sichtlich
natter und geknickter wurde. Nach Verlauf von zehn Mi—
iuten hatte sich ihr Zustand bereits derart verschlimmert,
»aß ein Uneingeweihter, der etwa dabei gewesen wäre,
die Wahrscheinlichkeit vorausgesehen hätte, nach weiteren
ehn Minuten einer Leiche voefcenüberzusißzen
            
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