Full text : Dudweiler Zeitung

verließen den Mann die Kräfte und er versank in den Flu—
len. Hilfe war bald zur Sielle, doch konnte der Italiener
nur noch als Leiche aus dem Wasser gezogen weden.
Reden, 27. Juli. Das Verbandsfest der Bergbeamten⸗
Besangvereine des Saarreviers, welches am kommenden
Sonntag, den 21. d. M., auf dem Bergfestplatz in Reden
tattfinden sollte, findet eingetretener Umstönde halber nicht
statt.
Friedrichsthal, 26. Juli. Durch die in letzter Zeit
niedergegangenen Regengüsse hat das Wasser in hiesiger
Grube, besonders in denjenigen Abteilungen, die ziemlich
nahe unter der Erdoberfläche abbauen, w. z. A
und Franzschachtanlage, einen großen Umfang angenommen.
Alle Pumpen sind in lebhafter Tätigkeit, um des Wassers
wieder Herr zu werden. GSbr. Volksz.)
schwalbach, 26. Juli. Die Befürchtung vieler Land⸗
eute, daß das schlecht eingebrachte Heu eine große Feuers⸗
Jefahr bedeute, hat sich leider hier schon bewahrheitet. Das
daus des Bergmanns Pet. Mischo ist bis auf die Umfas⸗
sungsmauern niedergebrannt. Die Untersuchung ergab— daß
mit Sicherheit anzunehmen ist, daß das Feuer durch Selbsi⸗
entzündung des Heues zum Ausbruch kam. Mischo hat
glücklicher Weise versichert, wenn auch nicht so hoch, sodaß
der entstandene Schaden nicht allzugroß ist. (Sbr. Vlksz.)
Freimengen, 26. Juli. Auf Schacht b der Saar—
Moselberawerksgesellschaft stürzte gestern der Fahrsteiger
Martinelli aus 200 Meter Höhe in den Schacht hinab
Er konnte noch lebend zutage gefördert werden, starb aber
zleich darauf.
Heinitz, 26. Juli. Eine niederträchtige Tat wurde auf
der 4. Tiefbausohle der hiesigen Grube in Steigerabteilung
2 während der Mittagssehicht zur Ausführung gebracht.
Ein auswärtiger Bergmann, der am Samstag nach der
Hauptlohnung keine Gelegenheit mehr fand, seine Lohnung
die er soeben in Empfang genommen hatte, nach Hause zu
schicken, nahm dieselbe mit in die Grube zu seiner Arbeits—
tätte und verschloß das Geld, insgesamt 80 Mk., in die
Palverkiste. Als er bei Schluß der Schicht das Geld holen
wollte, war es gestohlen worden. Trot eifriger Nach—
forschung gelang es leider nicht, das Geld wieder zu er—
angen.
Zweibrücken, 26. Juli. Ein schreckliches Unglück er—
eignete sich gestern nachmittag an der hiesigen Schleuße.
kine Abteilung Soldaten des hiesigen 22. Infanterie-Re—
giments war oberhalb der Schleuße mit Brückenschlagen
beschäftigt. Die Überbrückung des Schwarzbachs, der an
der Unglücksstelle, der Schleuße, die als Badeplatz benutzt
wird, sehr breit und sehr tief ist, war bis zur Hälfte vollendet.
Verschiedene Infanteristen befanden sich arbeitend auf einem
Floß, das plötzlich umschlug, Die größere Anzahl der
Soldaten sprang sofort ab und retteten sich durch Schwim—
men, während zwei von ihnen, die des Schwimmens un—
kundig waren, sich an das Floß anklammerten und sich so
übea Wasser zu halten suchten. Ein dritter Soldat, der
wußte, daß seine Kameraden nicht schwimmen konnten, sprang
'ofort ins Wasser, um ihnen zu Hilfe zu kommen, doch
mußte er seinen Heldenmut wit dem Leben bezahlen; er
wurde von den beiden anderen derart krampfhaft umklammert,
daß er an jeder Bewegung gehindert war. Alle drei er—
tranken. Sofort, als das Unglück bekannt wurde, eilten
verschiedene Offiziere, darunter Generalmajor v. Schuchardt,
»er sich beim Jägerfest in der etwa 20 Minusen entfernten
Fasanerie befand, herbei. Sofort wurde die Schleuße ab—
gelassen. Erst nach zwei Stunden fand man die Ertrunke—
nen in enger Umschlingung im Geröll des Bachbettes.
ine größere Abteilung von Lagarettgehllfen des 22.
Infanterie-⸗Regiments bemühten sich, leider vergeblich, fast
zwei Stunden lang mit Wiederbelebungsversuchen um die
Bedauernswerten. Die Namen der Ertrunkenen sind: Ziel
von Stambach, 3. Kompagnie, Probst von Trippstadt, 4.
Kompagnie. Bößer vou Bruchsal, 7. Kompagnie. Von
diesen dienten Probst und Ziel im zweiten Jahre, während
Bößer erst im ersten Jahre diente. Der heldenmätige
Retter, der den beiden andern nachsprang, ist Probst ge⸗
vesen. Die Ertrunkenen gehörten den Pionierkursen aͤn,
eren einer in jeder Kompagnie vorhanden ist. Ein solcher
dursus besteht aus acht Mann und zwei Unteroffizieren
ie unter Leitung eines Leutnants stehen.
Idar, 25. Juli. Mit der Versorgung des Fürstentums
Birkenfeld mit elektrischer Energie durch die Bergwerks⸗
oirektion ist es nichts, denn wie soeben mitgeteilt wird
hat sich diese, nachdem die Firma Karl Simon Söhne in
kirn durch Vergrößerung ihrer eigenen Anlage mit einer
1000pfrd. Dampfturbine von der Lieferung von elektrischer
Energie durch die Bergwerksdirektion Libstand genommen
jat, entschlossen, ihre · Leitungen nicht übet Ste Wendel
sinaus zu verlegen.
Bochum, 17. Juli. Am hellichten Tage sind Einbre—
her in die Wohnung des Knappschaftsdirektors Heimann
ingedrungen uud haben Schmuckgegenstände sowie Gold—
ind Silbersachen im Werte von 3000 Mark entwendet.
Manuheim, 26. Juli. Auto unfall.) Auf der
Fahrt von Pannzeim nach Herrenalb stieß den Kommer—
zjienrat Leo Suunnes von hier ein Automobir,-uAn
 fall zu. Das Auto war, da der Sunnessche Chauf—
jeur beurlaubt war, samt einem Chaufseur von Liner hie—
sigen Fabrit zur Versügnng gestellt worden. Vei Neureuth
nahm der Chauffeur an einer Wegkreuzung die Kurve zu
urz. Das Automobil rannte gegen einen Baum und die
Insassen wurden herausgeschleudert. Wahrend Frau Stin
nes mit einer Schulterverrentung und Herr Stinnes mit
leichten Schür ungen davonkam, wurde? der Chauffeur
Walter schwer verletzt. Da ihm der Brustkorb eingedrückt
murde. dürite er kaum mit dem Leben d668

Ztudententumult an der Univerfität Straßburg.
In der Montag-⸗Vorlesung des Professors der Roma—
aischen Sprachen Cloetta ereigneten sich lebhafte Demon
strationen wegen des Verhaltens Cloettas im Doktorerxa⸗
men. Letzten Samstag janden mündliche Dotlorpruͤfungen
statt, in denen auch Prof. Cloelta zu prüfen hatte. Ent
gegen allem Erwarten ließ Prof. ECloeita einen der Kan
didaten durchfallen, ein anderer erhielt eine weit schlech
tere Note, als allgemein erwartet worden war. Dabe
iußerte noch Pitofessor Cloetta zu einem der Kandivaen
er sei als Elfaß-Lothringer unfähig, das Französische so
uszusprechen. daß er es unterrichten konnie, Die Stu
— —— — —— ——— —
Sltec( ein wenig erstaunt): „Du freust Oich wirklich da⸗
? Sieh, Mams schreibt mir, sie habe die Möbel so
lellt, wie wir es wuͤnschlen, und mi Blumentopfen hat
ae das Zimmer geschmuckt und den aroßen Spliegel fogar
* Epheu umrankt. Da werde ich wienm eined Laube
en.“
Er: „Und wenn ich dann heimkomme, finde ich mein
drauchen imr·n Gunene
Sie: ie behaglich wollen wir uns alles einrichten.
 Vor mein Mänanchen, bekommst Du Deine
Leibspeisen. t Dwüt
Er: „Der Enmel auf Grden auf dem direkten Wege
urch den Nagen! Ich weiß ja, Kind, wie Du kochsi
dehn zußs sonst nichts ware, du duͤrdest Dich bald n
nein Hetz hime mlogen.
er 35) Fede doch nicht so närrisch! Am Abend —
———— sitze ich siets bei dir. Ddas bdn
— mir e
—— holen, denn ein anderes schm
alaustet nd daum siten wir am Tusch und lachen und

entenschaft ist' bereits seit Wocheen über das ihrer Ansicht
ach zu rigorose Verhalten Cloe ttas während der Pruf
ngen aufgebracht. Das beweist die auf die Vorkomm
isse von Samstag so rasch fol gende, außerordentliche De
SOnstration in der letzten Vor lesung. Kaum hatte Prosf
Aoctia den Hörsaal betreten, als ein lang anhaltende?
zcharren, Pfeifen und Johlen ihn begrüßte. Prof. Cloett.
erließ ganz beiroßen sofort wieder den Saal. Unil(
Autem Hallo und erneutem Pfeifen folgten ihm die Sue—
»enten. Da sich unter den Demonstrauten auch Angehöriv
inderer Falultäten befanden, befürchtet man erneute und
veit hestigere Tumulte. Iorof. Cloetta ist geborener Ita⸗
iener und war früher in Breslau, von wo er als Nach
olger für Prof. Gröber uf den Lehrstuhl für romani—
che Philologie an die Straßburager Univerñtät berufen
vurde

— ⏑ü — —

Unterschleͤfe. Rach Umterschlagung echeblicher Sum
nen ist der Hilfslassierer Hes soziardendrratischen Wahl
ereins in Ridorf gesltüchtet. Er harte sich 800 M. an
zeeignet. Da er aber auch Bevorlmachtigter der freien
dülsskasse der Wagenbauer in Berun war, so nimmt man
in, daß er auch aus dieser Rasse Geld unterschlagen hat.
In einem an seine Frau ge—tichteten Briese erklärt er, daß
er sich das Leben nehmen wolle, da er einem Erpresser
in die Hände gejallen jei. Man alaubi jedoch nicht an
diese Erzählung.
Polizei und Publikume Zu einem schweren Zu—
ammenstoße zwischen Polizei und Publitum tam es in
Dresden auf einer Festlichteit der freien Gewertschaft, die
pon etwa 10 000 Personen vesucht war. Als beim Aus
oruch einer großen Schlägerei die Polizei erschien, wurde
ie von den Teilnehmern angegriffen und beschimpft. Vor
dem Lokal kam es, da der-Aufforderung, auseinander zu
jehen, nicht Folge geleistet wurde, zu einem Zusammen
toß. Auf die Beauteen wurden zahlreiche Sieine ge
chleudert und etwa hundert Revolverschüsse abgegeben.
Ib von den Festteilnehmern durch die Beamten, die in
olge der Angriffe von ihrer, Schußwafse Gebrauch mach
en, jemand verletzt worden ist, ist noch unbekannt.
Graäßlicher Unglücksjall. In vauchingen wurde die
Gbiährige Tochter des Hosvesitzets Staud vom Treibrie
nen an den Haaren erfaßt und vollständig stalpiert, da
ie Hilferufe des Mädchens nicht gehört wurden. Es
tarb unter den fürchterlichsten Schmerzen bald nach seiner
xinlieferung in das Ktrranlenhaus.
Eltern mörder. Am Sonntag wurde am Stirande
»on Scheveningen (Holland) ein Mann angeschwemmt,
»en man als den 28jährigen Studierenden der Rechte,
Jachrach, aus der kleinen holländischen Gemeinde Lochen
etognoszierte. Zum Bewußtsein gebracht, ertläͤrte Baͤch
ach unter dem Zeichen größter Aufregung, er habe seine
zltern ermordet und dann Selbstmord versucht. Miitler
veile war ein Telegramm des Burgermeisters von Lo—
yem eingelaufen, das von dem Leichenjsunde Kennin
ibt und um JFestnahme Bachrachs ersuchte. Bachrach er
ärte, er habe die Eltern, die nur ihr tnappes Auston
nen vesaßen, vor Armut bewahren wollen. Es schein
»aßs Bachrach, nachdem er in Amsterdam im Effektenhan
»el Entiauschungen erlitten hat, die Tat in geistiger Um
iachtung begangen hat.
Bestohlener Badegast. In der Badeanstalt in Saß
iitz wurden einem Herren 2700 Wart gestohlen. Er
satuue das Geld beim Badewärter abgegeben und dajfur
ine Marte erhalten. Diese wurde ihm, als er im Bade
var, aus der Tasche gestohlen.
Die französischen Eisenbahner. Die Ausstands
rohungen verlieren immer mehr an Stärte. Die Diret
ionen der Eisenbahngesellschaften haben die Aussperrung
llier an einem Streit teilnehmenden Eisenbahner für die
dauer von jsechs Wochen beschlossen, nahdem sich die Re—
zierung zur Stellung von militärischen Hilfsträften im
Falle eines Generalstreites bereit ertlärt hat.
Diebstahl? Bei einem Lumpensammler in Toulon
vurden Käüisten mit Pulvergefunden, wie es
ie Schiffsartillerie verwendet. Untersuchung ist eingeleiter.
Ein römischer „HPauptmann von Röpenidct“. Eine
zeschichte a ia Hauptmann von Köpenick jpielte sich in
»em sizilianischen Städtchen Rannacca ab. Vort erschien
in angebiicher Polizeikommissar aus Kapania, der eine
Irder des Präfetten vorwies, bei den umwohnenden rei—
hen Gutsbesitzern größere Geldveträge einzuziehen. An—
»er Spite eines Geijolges von sieben Polizisten durchzog
er Polizeikommissar zwei Tage lang die Gegend und er
ob mehrere tausend Franks. Dann gab er der Estkorte
»en Befehl, nach Ranuacca zurückzulehren und ihn am
lächsten Tage dort zu erwarten. Er selbst setzte sich in
zinen Wagen, den er selbst lentte, und verschwand mit
vem Gelde auf Nimmerwiedersehen.
Racheakt? In der Ortschaft Belhina (Kairo) sind
nfolge Genusses ver gifteten Haschissch 14 Per—
onen unter Vergiftungserscheinungen erkrankt und turz
arauf geest orben. Man führt die Vergiftung auf ei
isen Racheakt eines Verwandten zurück. Eine Unter⸗
uchung ist eingeleitet worden

4
Hochwañer und Unwetter

Bozen, 26. Juli. Aus ganz Südtirol kommen
inwetternachrichten. Im Ueberelsch- und Etschtal eniftand
roßer Schaden durch Hagelschlag. In Ciago wurde eine
rzrau vom Blitz erschlagen. Auf der elektrischen Bahn
Trient⸗VMale wurde die Stromleitung zerstört, so daß der
Lerkehr einen Tag stockte. Im Tiersertal beschädigte der
Zteinschlag die Straße, so daß ein Wagen abftürzie; die
zwei fremden Insassen wurden leicht. der Kutscher schwe—
nerletzt.
Graz, 26. Juli. In Steiermarkr—und Kärn
ben herrschen Gewittersstürme und Hagel, im
Hochgebirge liegt bis tief herab Reuschnec
—AARABBr— H——
Bertillon über die „Schwarze Hand“. Das Bom—
»enattentat in Lichtenrade gibt, wie der „Inf.“ aus Pa⸗
ris geschrieben wird, Gelegenheit, Aeußerungen wiederzu⸗
jeben, die Bertillon, der französische Altmeister der Kri
ninalwissenschaft, über jene Banden fällte, die unter den
zsemeinsamen Zeichen der „Schwarzen Hand“ zu operieren
flegen. Ich habe mich seinerzeit der Mühe unterzogenx
enerkte er, „die Frage zu studieren, ob die für manch
angstliche Natur fo schreckliche Signatur „Schwarze Hand⸗
von der Praxis in die Schuͤndliteratur übernommen wor
den ist, oder umgekehrt, die Schundliteratur dazu beige⸗
tragen hat, diese charakteristische Bezeichnung in Umlau'
zu setzen. Ich habe unzweifelhaft festgestellt, daß ein ita
ienischer Schriftsteller, natürlich Verfasser von Kriminal
omanen die zweiselhafte Ehre für fich in Anspruch neh
men darf, der Erfinder dieses Namens zu sein. Es if
ein Italiener namens d'Alconso, der in der Mitte de
oorigen Jahrhunderts in Neapel ein Buch veröffentlichte
das den Titel „Auf der Spur des Verbrechens“ trug unt
in dem zum ersten Mal eine Verbrechergesellschaft vor—
am, der er den Namen „Schwarze Hand“ beilegte. Bald
darauf nahm tatsächlich eine Erpressergesellschaft, die in
Züditalien ihr Unwesen trieb und zahllose Anhänger be—
aß, diesen Namen an. Einzelne von ihnen, die nack
Amerika flüchten mußten und dort unter dem gleichen Na⸗
nen weiter operierten, trugen diese Bezeichnung über den
zroßen Teich. Bald darauf wurden sie aber fast sämtlich
estigenonmen, und nun folgte ein ziemlich sensationellen
Prozeß, der meines Erachtens nun Couan Doyle beein
lußt haben dürfte, der unter dem Titel „Schwarze Hand
eine weitverbreitete Kriminalgeschichte schuf. Welchen un
seligen Einfluß derartige Machwerke auf jugendliche unt
unreise Köpfe ausgeübt haben, ist zur Genüge bekann
ind wird von den Staatsanwälten aller zivilisierten Län
»er täglich neu konstatiert. Namentlich die Bezeichnunc
Schwarze Hand“' ist stets geeignet gewesen, auf minder
hyertiage Entelligenzen ⸗inen dirett iasainierenhen Gindg

nuszuuben. Intelligente und geschulte Verbrecher haber
ängst aufgehört, sich dieser veralteten hochtönenden Sig
iatur zu bedienen. Aber geistesschwache Naturen, junge
zurch Lektüre verdorbene Burschen und zu Größenwahn
inn neigende Verbrechernaturen greifen noch heute mi
Porliebe darauf zurück. Auf diese Weise ermsglicht uns
chon die Unterschrift einen gewissen Rückschluß auf die
Jeistige Beschaffendeit des Täters. In vielen Fällen su—
hen derartige Existenzen das Schreckenerregende und Sug
zestive solcher Erpresserbriesfe noch dadurch zu erhöhen, daf
ie sich zur Unterzeichnung Menschenblutes bedienen. Glück
icherweise lassen sich heutzutage die Empfänger nicht mehr
allzusehr einschüchtern, sondern begeben sich nach Erhal
des Schreibens sofort zur Polizei, die dann die geeiane
en Schritte einleitet.“
Gerichtsferien. a
In allen Senaten
Ist Ruh.
Von ihrem Beraten
Zpürest du —————
seinen Hauch.
Die Roben ruhen im Schranle.
Bott sei Danke,
Ruhest du auch!
—— 32322 — XZB
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Trier, 27. Juli. Bei der Uberführung eines wegen
Nesserstecherei zu 2 Jahren Gefängnis verurteilten Kroater
iach dem Trierer Gefängnis ereignete sich im Eisenbahnzug
nif der Station Densborn ein aufregender Vorfall. De
vefesselte bat den Gensdarm, das Close aufsuchen zu
ȟrfen und sprang vor den Augen des Beamten aus denm
Fenster ins Freie. Der Gensdarm zog die Notbremse und
prang sofort nach — trotzdem der Kevate bei dem lebens—
efährlichen Sprung aus dem Fenster des in voller Ge—
chwindigkeit dahinsausenden Zuges die Arme gebrochen
atte, kam er dem Gensdarm ein großes Stück vor und
uchte sich in dem naheliegenden Waͤlde zu verstecken. Der
Vald wurde jedoch von Bauern umstellt, es gelang, den
Flüchtling festzunehmen und ihn nach dem Trierer Ge—
ingnis zurück zu bringen.
Straßburg, 26. Juli. Professor Cloetta, gegen den
ich die Studentendemonstrationen, richteten teilt durch An—
chlag am schwarzen Brett mit, daß er für dieses Semestern
seine Vorlesungen einstelle. Erneute Demonsirationen ka⸗
nen indessen nicht vor.
Frankfurt a. M., 27. Juli. Der nationalliberale
Zerein hat an Bassermann folgendes Telegramm gesandt
Der Gesamtausschuß des nationalliberalen Vereins Frank—
urt am Main ist der UAberzeugung, daß ihr Ausscheiden
ius dem Parlament und aus der Parteileitung die un—
zünstigsten Folgen für die nationalliberale Partei nach sich
iehen muß. Der Ausschuß verurteilt die maßlosen und
ingerechten Augriffe auf Ihre politische Tätigkeit und ver—
ichert ihnen, daß die Nationalliberalen in Frankfurt
nit vollem Vortrauen zu ihrer bewährien Parteiführung
reu auf ihrer Seite stehen.
Erkelenz, 26. Juli. Aus der Kapelle in der Ortschaft
levekoven wurden 2 wertvolle aus Holz geschnitzte Figuren
don Maria und Johannes gestohlen. die Figuren sind in
dem vom Konservator der Rheinprov. Dr. Cleinen verfaßten
Werk die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz abgebildet umd
eschrieben.
Dortmund, 26. Juli. Auf der Zeche Radbod wurden
eute wiederum 4 Leichen geborgen. Von den 300 Leichen,
iie sich bei der am 12. Nobember erfolgten Schließung des
zchachtes noch in der Grube befanden, sind jetzt 180 ge⸗
orgen, sodaß sich jetzt noch 120 Leichen in der Gruͤbe
efinden.
Dresden, 26. Juli. Der ljährig⸗freiwillige Marinear⸗
illerist Erich Levin aus Friedrichsort bei Kiel hat im Walde
ei Weissig unweit Dresden in der vorigen Nacht seine Ge—
ieble, ein Mädchen aus Charlottenburg, erschossen und sich
elbst schwer vermundeil.
Berlin, 26. Jul. Die Post schreibt: Gegenüber ver—
chiedenen widersprechenden Meldungen sind wir in der
zage festzustellen, daß tatsächlich an einer neuen Wahlrechts⸗
Zorlage im Ministerium des Innern gearbeitet wird. Es
ind bereits bestimmte Entwürfe ausgearbeitet, die zur Zeit
der Beratung der maßgebenden Stellen unterliegen. Wann
der Entwurf an den Landtag gebrachtnwerden soll, darübere
st noch keine Entscheidung gesallen.
Kiel, 27. Juli. Der Kreuzer „Blücher“, der mit der
hochseeflotte iv den norwegischen Gewässern Uebungen vor⸗
iahm, kehrte am Samstag allein nach Kiel zurück. Das
Schiff warf in der Wykler Bucht Anker, in seiner Nähe
iegt das Kriegsschiff „Prinz Adalbert“. Am Montag be—
nerkte man, daß etwa 60 Mann des „Blücher“ unter
arker Bedeckung an Bord gebracht wurden. Zuerst glaubte
nan nach der unvermuteten Rückkehr des Kreuzers nach
diel, der Kreuzer habe einen größeren Maschinendefekt er—
itten, jetzt melden einige Blätter, auf dem Schiffe sei eine
Meuterei ausgebrochen, weil das Essen schlecht gewesen sei
ind die Mannschaft dagegen Beschwerde eingelegt habe.
Nan will hier auch wissen, daß ein Offizier dieselbe Klage
eführt habe. Bestimmtes über den Vorfall, der die Heim—
ehr des Kreuzers aus dem Verbande der Hochseeflotte ver—
inlaßt hat, ist noch nicht bekannt gegeben.
Stettin, 27. Juli. Bom Turm der Friedenskirche Stet
in⸗Grabow stürzte gesteru nachmittag der Dachdecker Salo
non und sein Gehilfe herab. Salomon war sofort tot, sein
Behilfe war schwer verletzt.
Luxemburg, 26. Juhi. Bei der Arbeit in einem Gas
einiger auf dem Hüttenwerk von Le Galais Metz u. Co
n Esch sind heute früh drei Arbeiter erftikt. Vier wurder
»etäubt, davon zwei gefährlich.
Madrid, 26. Juli. Der Grubenarbeiterstreik in Bilbac
pitzt sich infolge der ablehnenden Haltung der Grubenbe—
itzer immer mehr zu. Diese nehnen jedes Entgegenkommen
ib und verweigern die geringsten Zugeständnisse, weshallb
die Arbeiter sehr gereizt sind. Der Premierminister Cana—
lejas, der heute fuͤr den Fall von Ueberraschungen nach
Madrid zurückkehrte, hat persönlich bei den Grubenbesitzer
von Bilbao Schritte unternommen, um diese nachgiebige
zu stimmen. — Die Nachrichten aus Barcelona werden hie
mit Spannung erwartet, da heute der Jahrestag der Juli—
Ereignisse ist. Umfassende Vorsichtsmaßregeln zur Aufrecht—⸗
erhaltung der Ordnung wurden getroffen.
Rotterdam, 26. Juli. OVer cholerakranke Matrose des
aus Petersburg in Delfzijl eingetroffenen Dampfers Irm—
jard Horn ist in der Baracke, wohin er gebracht worger
var, gestorben. Das Schiff bleibt in Quarantäne. Weitere
sKrankheitsfälle sind vorläufig nicht zu verzeichnen.
London, 26. Juli. Das Kilvin-Hotel in Belfast
purde heute früh ein Raub der Flammen. Drei Personei
sanden dabei ihren Tod und fünf wurden schwer verletzt.
Pest, 26. Juli. In Siebenbürgen sind in der Unge
»ung der Stadt Does infolde heffiger Stürme und Malken

rüche, die große Verheerungen anrichteten, 25 Mensch
imgekommen.
Newyork, 25. Juli. In Ridgway in Virginia ist d
Bürgermeister Bonseman durch eine Dyuanntbombe getö
vorden. Der Verbrecher wurde ebenfalls in Siücke geriss⸗
Der Grund zu der Tat ist unbekannt.
Newyork, 26. Juli. Die Blätter melden aus Bueno
lires: panumerikanische Kongreß beschloß die Einsetzung eine.
dommision zur Vorbereitung eines Defensiobündnisses sämt
icher amerikanischen Staaten. Der von den Delegierten
Brasiliens vorgelegte Entwurf überträgt die Leitung des
Bündnisses den vier Staaten: Nordamerikanische Republi
Nexiko, Brasilien und Argentinien, die damit als gleichbe
echtige amerikanische Großmächte anerkannt werden sollet
Newyork, 26. Juli. In Newyork sind gestern zwö
Todesfälle an Hitzschlag vorgekommen, in Pittsburg 6,
Philadelphia 4. su Voston und Baltimore je wei Tod⸗

Um die Kindersterblichkeit energisch zu bekämpfen
ist es unbedinat ersorgerlich die während der heißen Sonm
mermonate gefahrbringende frische Kuhmilch fortzulassen un—
an deren Stelle eine leichter verdauliche, gleichbleibende, kein
Verdauungsstörungen verursachende Nahrung zu gebe.
Diefen Auforderungen entspricht am besten das altbewährt
Nestle'sche Kindermehl, welches nur mit Wasser gekocht ein
»ollkonmene Nahrung ergibt, Brechdurchfall und Diarrhöhen
tot zed herett hestesonde Verdauugsstörungen beseitig
— —BRBee——————— ———— 2 L ä8Sdä8N
Wenn Zweie sich im Leben sinden
die erkäliet sin,, so ist gewiß einer darunter, der se.
nen kleinen Schazt mit sich führt: eine Schachtel Fay
achte Sodener Mineral-Pastillen. Seit nahezu 2
Jahren weiß man, daß Fays ächte Sodener keinen
Husten keine Heiserkeit dulden, daß sie jeder Ver
schleimung ein Ende machen und daber ausgezeichne!
auf den Gesamtorganismus einwirken. Fays So
dener kauft min in allen Abhotheken, Drogerie
und rinschlägigeu Handlungen für k5. Biac va
—

*

* * *
DuMonts Sorꝗqenbrecher
ein ꝗges under, vorzuüqlieher Rauchtaban
SGrobschnift in Blau- feinschnift in Braundruck
las Vertelpfundbealket 20 D50pes. gesch

Bekanntmachung.
Dem Bergmann Otto Weber zu Dudweiler, St. Ing
erterstraße 103 ist ein Hund (Farbe grau) zugelaufen
Der Eigentümer kann denselben gegen Erstattung der Futter
sten pp. bei dem p. Weber in Empfang nehmen.
Dudweiler. den 25. Juli 1910.
FJost, Bürgermeister.

Todesanzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere
liebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Tante
Schwester und Schwägerin
Frau Nikolaus Brill,
Maria geb. Maul

nach langem Krankenlager im Alter von 72
Jahren 5 Monaten und 20 Tagen heute morgen
um 4 Uhr zu sich zu nehmen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dudweiler, den 26. Juli 1910
Die Beerdigung findet am Donnerstag um 5
Uhr vom Sterbehaus Kirchenstraße 31 aus statt

— — —— — 6— —wñ” —
zaison-Theater im Nassauer Hof
— Direktor: Anton Bräuning. —
— —
Benefiz für Alexander Erbel.
Donnerstag, den 28. Juli 1910
olksstück in 6 Bildern mit freier Benutzung der Auerbach'sche
xrzählung: „Die Frau Professorin“ von Charlotte Birch Pfeiffer
Um aefällige Beachtung der heutigen Vorstellung ersucht
Hochachtungsvoll
J Alexander Erbe⸗
Neues erstes
ingetrofen. Bauerkraut
Tama Vonis Wwe., C. Troeger
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Tdie beste Kinderseife, da äußzerfi
eild und wohltuend für die empfind
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—— — —
            
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