Nummer 170.
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Dienstaq, den 26. Juli 1910.
23. Jahrgang.
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Postschließfach Nr. 14.
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— . 23 — — — dem Unfall in ärgliche Behandlung begeben. Todesfälle müssen sofort
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ua 7 antzung des Argenteriscwen Zin erstes Quar⸗ jederzeit in der Vust in drei selbständige Luftschisse zerret⸗ sit h inn 1 — 5——
Der Geheimbund der Verschwörer. 7 nne de e ee FJ aslemn len tann. Der Gejamtballon hat eine Länge von 120 Ire naenen einen bebördlichen Luftichiff-ZIn
einer amtlichen Mitteilung der türkischen ind an dieser Wertsteigerung Textil- und Eisenindustrie, Peenn 3 30 Meter), der Durchmesser beträgt 13,8 fahrtinspekto laud
—8 uͤber den Geheimbund heißt es: sowie der Import von Baumaterialien beteiligt. Import- Mege er Mallonimdalt 13 8oh Rom. gre Amnlrriedkraf * Die Antwort der 3 Regierun d
Jedes Zweigtomitee bestand aus sechs Mitgliedern, irtiket in denen gerade Deutschland sehr start ist. αν α isch⸗ * an We Ie eien ahh dene
vährend das Zentraltomitee deren neun zählte, Die Ge— Ein harter Kampf steht aber dem deutschen Handel Welche Vortcile erwachsen durch die neuartige Kon. isch japanischen riree te — cq
—— aasolde den Zweck, eine Revdlusti on her— bevor, wenn er diese günftige Position behaupten will, trukttion in Bezug auf die militärische Verwendbarkeit? —A verschieden ien Die Nowoje Wremja
n eee idige Mitzueder des Kabinetts sowie mih— umal nach den neuesten Meldungen die seit 1907 in Der Rumpfballon bieibt stets in der Wagerech-stellung; — De ö eeee ÿ— ore Be⸗
n ie eedeehu söten nd EIn aus Wiitgliedern der BSuenos-Aires tagende Zollrevisions kommission ihre Ar- don ihm aus taun Kets sicher veobachtet, photographieri urtei Pos es nde i en e — iderstan e ge
5— ostudn zusammengesehtes Kabinett zu bilden. Es sollte eiten soweit vollendet hat, daß noch voraussichtlich in elegraphiert und unter Umständen geschossen werden. Die We v vidi — Venen Ir
Ane Reuwahl zum Parlamente stattfinden und der Be— hieser Session die Novelle dem Parlament zugeben wird. Treun ingsmoöglichkeit in der Luft in drei Einzelmotorluft⸗ er Buͤscheloa Wiedompfue sareibre Die Mz1
lagerungszustand aufgehoben werden. Die entlassenen Be— Wahrscheinlich dürite alsdann die Annahme en bloc er chiffe gestattet eine dreimal sichere Ueberbringung der en D J orte
ez —— ihre Stellungen wieder erhalten. Das Ko— olgen. Photographien und Rettung der Mannschaft. Das Koni— d hnes schon Reternng iaen ue F —
nilee nug den Ramen „Reorganisation von Grund auf.“ Auf Altiftahl im allgemeinen, Lokomotiven und Sä— nando Klar zur Ablrennung des Vorderballonletaeann ZSpiel.“ Der „St, Petersburger Herold“ erklärt: „Die Ant
die Leitung ruhte in den Handen des früheren Gesand— nereien, die nach dem bisherigen Zolltarif frei eingeführt n zwei Miainuten ausgeführt sein. Der Vorderballon sährt wort der e en e im Grunde n förm⸗
d dheinn Sscherin Pasch a, der nach Paris verden konnten, sind durch die Novelle seht empfindliche Ofort ailein zum Heere zurück. Dar elhe tann mit deu⸗ icher Protest und eine scharfe Rechtsverwahrung.
eflüchtet ist. Bei einem gewissen Kemal Bej in Kadiköj Zölle gelegt worden, der asoro, die Werteinschätzung, von dinterschiff geschehen. Das Mittelschiff kann bleiben und England.
wurden zahlreiche kompromittierende Schriften aufgefun⸗ Baumwollstoffen mit Spitzen durchbrochen oder mit Re— durch Hinabjchleudern von Munition den Kampf mi * Die Heimatflotte, die Mittelmeerflotte und die atlan—
den. Kemal Bej war nach geme des — Ieiar ist * * Vent eet, —RAV 3 nen Trphen misnemen. Iane verdene ische Firtne * Wsee 8* zu ihren Stand—
— * a na aris gegangen. es Eisen in Platten oder öcken wird ni ehr wie ie drei Batlonkörper zu neuer Fahrt. Von größter Be— Aätzen znurückbegeben wollten, haben auf Weisung des
e c86 8 tu Aq —— —— sher nach dem alten Tarif nach dem RNetto, sondern eutung ist die Teilbarkeit des Kriegsluftschiffes, wenn es dönigs Ordre erhalten, sich nach der Bucht von Torbay
mee gedient hat, dann Gendarm in Ireneee der onehe⸗ nach dem wegewiceee ger urh enetohe Dnne nne werden und die VIdee u begeben 8 Vakf
ießlich unter dem Ex-Sultan dur ermittelun veiteren ist noch eine große Reihe von Erhöhunge e en“ (Vorder⸗ u Hinterballon haben je 4, der Mitte om Balkan.
nd, nnedirn Mehmed e Gidische Aghassi) in —* Aforos und der Zollbelastung vorgesehen. Diese Zollän— allon 10 Schotten) teilweise vom Gase entleert werden *Die krettische Regierung übergab den Kon—
tantinopel zum „hafie“ des Ex-Sultans ernannt wurde. »erungen treffen den deutschen Export nach Argentinien ollten. In diesem Falle gibt der Führer den verletzten uln der Schusmächte in Kanea die Protest—
Er bezog 1500 Piaster von der Generaldirektion der Zölle ehr empfindlich. Während von den konkurrierenden In— deil preis und überniumt die Mannschaft und Munitior note dagegen, daß die Schutzmächte im Widerspruch zu
n seiner Eigenschaft als erster Buchhalter. Nach Einfüh— ustriestaaten (so besonders von Nordamerika und Eng— inter Ballastaus gabe auf den unverletzten Ballonteil. In hren früheren Eröffnungen in ihrer letzten Note an die
ung der Versassung wurde er entlassen. Sein wahrer and) der Kommission Eingaben zur Berücksichtigung der olge der voliständigen Zerlegbarkeit des Holzgerippes der Türkei dem Sultan nicht die Hoheitsrechte, sondern die
Name ist Ahmed Fehm; er erhielt aber durch kaiser— peziellen Interessen der Petenten üherreicht wurden, ist rei Einzelballons endlich ist das ganze Luftschiff leicht ZzZouveränitätsrechte über Kreta zuerkannten.
n ügde de Enduon. idn deden seinen igrigen zg r darter Fuin ducs hacht cesc henhen Wutehentan ce ecepee Dee Waß Waeeg
en. Im Januar d. J. begann er na ück da ie ei y v olzgerippe
Ri— gnn Vaec Paschas Iheherne atietech. eziete gur VSentschlang Ieree baben dam bebeitenn⸗ von s uwietern aus emander nethmen, isi“ dehn
An zahlreichen Orten wurden Büros gebildet. Viele An Zollerböhungen vorfiat⸗ »arer wie Metall, bricht nicht so leicht wie das Alumi—
änger' waren mit der heimlichen Verteilung der verbote um und kann bei Verletzungen vom eigenen Personal
en Zeitung „Meschrutient“ beschäftigt. Der „Meschrutiet“ hnell repariert werden. Bei einer erzwungenen Land—
vuͤrde in Flaschen verborgen eingefuͤhrt. Die Proklama mg im Sturm lann das Schiff in seine drei Teile zer—
ionen forderten unter anderem die nach Albanien gesen— egt und jedes für sich verankert werden, falls die gänzhelen
Soldaten zum Aufruhr und zum Norgehen Segen iche Zerlegung unerwünscht ist. Für das Zornsche Kriegs⸗
die Regierung auf. αα Rird ein ebenfalls ganz neuer deutscher Motor
Gegen den verhafteten Abgeordneten für Seope, Dr. erwendet. — —
—— waren, wie der Osmanische Ltoad“ mit Politische Rundschau.
eilt, schon seit einiger Zeit Verdachtsmomente aufgetaucht.
die Verhafiung ist erst erfolgt, nachdem man sichere Be— Deutsches Reich.
veise in den Händen hatte. Tr. Risa Nur gehörte zu * Der Minister des russischen Auswärtigen Amtes, Is—
dem Komitee der „Islahat“ ien Oberbauvt Schoris volski, wird im September mit dem' deutschen Staats—
bascha ist. ekretär des Auswärtigen Amtes zusammentreffen. Es gilt
Dem „Tanin“ zufolge hatte es die Gesellschat zunächst n Petersburg für möglich, daß zu der gleichen Zeit auch
auf Brussa abgesehen. Auf die ent'ernteren Wilajets hatte die Zusammenkunft des Zaren mit Kaiser Wilhelm statt⸗
die Bewegung noch nicht übergegrifsen. Ueber Kemal inden dürfte, von der in russischen Hostreisen immer be—
zej, dessen Frau in Kadiköj fesigenommen wurde, teilt timmter gesprochen wird, obgleich der Ort der Zusammen—
as genannte Blatt mit, daß er, aus dem Dienft der unft noch nicht genannt wurde.
Zollverwaltung entlassen wurde, sich in der Welt herum * Gegenüber der andauernden sozialistischen Propagauda
rieb, und sogar nach Athen ging, wo er aus eigennützi vegen der Erhöhung der preußäischen Zivilliste be—
gen Motiven Christ wurde. Kürzlich unternahm er eine reitet die preußische Regierung für die Herbstiagung des
steise nach Paris, die wie sich aus den aufgesundenen Landtages eine ausführliche Beweisführung darüber vor,
bapieren ergab, keinen anderen Zweck hatte, als den einer »aß die Kosten des Privathaushaltes des Kaiserpaares
Besprechung mit Scherif Pascha, von dem er das Revo— unr gering gestiegen sind und daß von der vom Landtag
utionsprogramm in Empfang nahm. Die Nachricht, daß ewilligten Mehrerhöhnng der Zivilliste über 92 Prozeni
auch Frauen bei der Verschwörung beteiligt waren, is msschließlich jür Beamtengehälter, Pensionen und derglei—
crotz aller Uebertreibungen, die sich daran anknüpften, nicht hen nichtpersönliche Aufwendungen verausgabt werden.
n npic W echehher A * Gleich nach der Leichlinger Luftschiffkatastrophe wurde
re AV — h on verschiedennen Seiten eine Aufsichtsbehörde für die
Sattin Scherif Paschas, eine ägyptische Prinzessin. 2575 5575 Sch laã 28
Die Person die dei der Bidung der gehelmen Ge— —
— vurde darauf ausmerksam gemacht, daß ein Reichsamt für
idlge Muftate Ait bri di Hande der ⸗ Zujn Luftschiffahrt unbedingt nach Analogie eines Seeamtes in
zefallen ist. Mustafa Namu war unter dem alten Resime ie hen gerusen werden tse— Fer vF sentgen
Brigadegeneral. Er mußte diesen Rang in Gemäßheit des Nensagiß min in * de nen Ans ieß inberaisen.
Zesetzes über die Berichtigung der militärischen Grad der zu dieser Frage Stellung nehmen soll. Die verschie⸗
igeben und wurde un Sberiten dearnen uat densten Behörden werden hieran beteiligt sein, sowie sol⸗
e ae ee , he Fachleute, die bei keinem luftschifferischen Unternehmen
beteiligt sind. Man will auf diese Weise den Schein der
Parteilichkeit vermeiden. Die deutsche Luftschiffahrt ist in
ein Stadium gelangt, in dem Erwerbsgesellschaften zu
Erwerbszwecken, Passagiersfahrten mit Luftschiffen veran—
taltet. Die Dinge liegen also in der Luftschiffahrt heute
enau so wie bei der Wasserschiffahrt. Infolgedessen ist
zie Forderung, daß ein Reichsamt für Luftschiffahrt nack
Art des Seeamtes eingerichtet werde, durchaus berechtigt
Vor mehreren Jahren tagen die Dinge noch anders. da
tutforn aen —» 6iffsfor Balirtoen 5 222* ab
—
Müt zwei Beilagen: —
Sonntagsblatt und heitere Blätter. 80 4 pro Aspaltige VPabitzelle
Spanien.
*?In Barzelona wurde auf den früheren spani—
WMinisterpräsidenten Maura ein Rev olverat⸗
t at verübt. Der Angreifer Mauras, Roca, ein 18—
Heiger Bursche, wurde verhaftet. Sein Vater und sein
Eruder wurden gleichfalls verhaftet. Die Polizei nahm
eine Haussuchung vor, die ergebnislos verlief. Anläßlich
der Ankunft Mauras waren von der Polizei strenge Maß—
egeln getroffen, besonders der Bahnhof wurde scharj
iberwacht. Der Angriff erfolgte aber in so überraschender
Weise, daß ihn niemand hindern konnte. Der Arzt, der
»ie Wunden am rechten Bein und linken Arm untersuch
e, stellte fest, daß es nur leichte sind. Im Revolver Ro—
eas fanden sich noch 4 nichtverfeuerte Patronen. Roca
erklärte, es sei nicht seine Absicht gewesen. Maura au
treffen.
* Zu dem Attentat auf den früheren Ministerpräsiden⸗
ten Maura meldet eine Privatdepesche aus Barcelona:
Während des Verhörs durch den Untersuchungsrichter hat
der Attentäter Rosc'a einen Selbstmordversuch gemacht;
r ergriff eine auf dem Tisch des Untersuchungsrichters
iegende Schere und brachte sich einen Stich in die Kehle
»ei. Als er an der Wand des Zimmers ein Bild des
önigs Alfons erblickte, rief er aus: „An allen Ereignis—
en sind die schlechten Ratgeber des Königs schuld; Al—
sons 13. ist unschuldig.“ — Dem Matin“ zufolge tele—
zraphierte der Sekretär Mauras nach Madrid, daß die
berwundungen Mauras so geringfügig seien, daß er in
»rei bis vier Tagen vollständig wieder hergestellt sein
verde. — Der Angreifer des früheren Ministerpräsidenten
MNaura erklärt, er habe aus eigenem Autriebe
zehandelt, habe keine Mitschuldigen und gehöre keiner ge—
zeimen Gesellschaft der Organisation an
deutschlands „Zukunftsluftschiff“?
Durch die Presse geht die Meldung, das preußische
driegsministerium habe neuerdings großes Intecesse an
iner gänzlich neuartigen Ballonart, nämlich dreigliedri—
ger, starrer, und rasch zerlegbarer Kriegsmotorlufftschiffe,
zystem Zorn. Hierüber bringen die „Danz. N. N.“
von unterrichteter Seite“ ausführliche Mitteilungen. die
mmerhin von Interesse sind:
„Die deutsche Heeresverwaltung stellt an die Motor—
uftschiffe folgende Bedingungen: Erstens leichte Manöv—
ierfähigkeit und Lenkbarteit. Zweitens große Beweglich
eit in der Höhenänderung, um seindlichen Angriffen aus
veichen zu können. Drittens gefahrlose Verwendung des
Funkenspruches. Viertens Unempfindlichkeit gegen Teilver
vundungen. Fünftens leichte Zerlegbarkeit und Trans
ortfähigkeit Uüber Land. Sechstens unter Umständen be
reits die Verwendbarkeit zum Werfen von Sprenggeschos
en. Und endlich einen zuverlässigen Motor.
Diesen Bedingungen soll das neue Versuchsluftschiff
n besonderem Maße entsprechen. Der Zorn-Ballon — so
zenannt nach der Fabrik Zorn und Hense in Krefeld, die
den Bau übernimmt — trägt ein Gerippe aus Kiefern
solz (Gitterträger), das durch geschultes militärisches Lujst⸗
chifferpersonal leicht und rasch ohne jede Zerstörung zer—
egbar ist und für die Fernfunkeneinrichtung keine Ge—
ahr bietet. Dieser zerlegbare Motorholzballon stellt sich
iach außen als ein starres Luftschiff dar, besteht aber in
virtlichkeit, verdeckt durch die Außenhülle, aus drei an—
inandergekoppelten Einzelballons. Schon Zeppelin sprach
zon einem „Bahnzug in der Luft“, verstand aber darun
ter eine „Lokomotive“ (Motorluftschiff) mit angehängten
Freiballons. Hier handelt es sich aber um drei selbstün
dige und selbsttätige Motorballons, von deren jeder mit
iner Gondel und einer Propellermaschine ausgestattet ist.
der Mittelballon bleibt stets in wagerechter Lage. Der
order- und Hinterballon bewegen sich wie Kopf- und
Z„chwanzflosse beim Fisch, so daß eine all- oder auch eine
vurmartige Bewegung erzielt wird. Der Zorn-Ballon
at daher auch in eingeweihten Fachkreisen den Spitzna—
nen „Wurmluftschiff“ erhalten. Der „Luftwurm“ soll sich
n feinem Element bewegen wie — der „Fisch im Wa,
er“. Davon erwartet man eine bisher unerreichte Beweg
ichkeit „in sich‘“ und infolgedessen eine besonders leichte
Nanövrierfahigkeit und Lenkbarkeit. Schier unglaublich
ind doch durchaus den Tatsachen entsprechend ist es, wenn
i —rre Grie 4 ifti
Handel und Verkehr.
Konkurrenzklausel. Der Preußische Staatsminister
für Handel und Gewerbe hat die Handelsvertretungen
ind, durch die Regierungspräsidenten und den Oberprasi—
denien in Potsdam, die Kaufmannsgerichte aufgefordert,
die dem Ministerium unterbreiteten Vorschläge über Neu—⸗
regelung der Bestimmungen betr. die Konkurrenzklausel ei—
nier eingehenden Prüfung zu unterziehen. Nach diesen
Vorschlägen soll dem Angestellten für die Beschränkungen,
vie ihm das Konkurrenzverbot auferlegt, ein Anspruch
ruf Entschädigung gewährt werden. Auf jede Rate der
5ntschädigung ist anzurechnen, was der Angestellte wäh—
tend des Zeitraums, für welchen die Rate gezahlt wird,
urch seine gewerbliche Tätigkeit anderweit erwirbt oder
u erwerben böswillig unterläßt. Für das erste und das
a oke son viese nrechnitna niur insoweit stattfin
Deutsche Einfuhr nach Argentinien.
Bei der Einfuhr im ersten Vierteljahr 1910 nach Ar—
gentinien hat das Deutsche Reich einen Rekord errungen.
dinter dem Deutschen Reich mit einer Zunahme pro Quar—
tal von 4,9 Millionen Pesos Gold (J Goldpeso ist nach
deutschem Gelde ca. 4,05 M.) folgt England mit 3,8
Vtillionen und Amerika mit 3,2 Mill. Ueberhaupt weist
die Importitatistie üheraus aünstige LNBahlen auf: die ⸗—
J
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
9. Fortsetzung.)
Bourlier war in seiner Nähe, etn Gefangener freilich,
aber heil und lebend. Nun konnte er sich vor ihm recht—
fertigen, den alten Freund durch die Botschaft, daß sein
Sohn lebe, aufrichten. Freilich, Desiree — Also Olivier
und Bourlier waren gerettet worden. In diesem Augen—
olid wurde es ihm fast zur Gewißheit, daß seine Braut
nicht tot sei. Die Blume Hoffnung hatte plötzlich einen
ruchtbaren Boden gefunden um iüppide Riuütoen woibon zu
lönnen.
Vor allem hieß es, die Wahrheit der Meldung Pumar—
quets festzustellen. Tyrolt ließ fich die Gefangenenlisten
vorloegen und fand nach kurzem Suchen den Namen Jean
Bourlier, aber ohne Charge. Der Feldwebel, der die Auf⸗
sicht in dem betreffenden Stockwerk hatte, meldete:
„Bourlier ist ein stiller, wie es scheint, gebildeter
Mann. Vergrämt, durch eine Wunde belästigt, verkehrt er
mit niemandem, hockt zumeist tiessinnig in einer Ecke der
mit zehn Mann belegten Stube, die er sast nie verläßt, auch
nicht, wenn alle seine Kameraden auf den Korridor oder in
den Hof gehen, um sich Beweaung au machen und zu plau—
dern.“
Waldemar nickte befriediat Das foam seiner MAhbsicht
u statten.
„Lassen Sie die Leute von Nr. 15 heraustreten, stören
Zie aber den Bourlier nicht, wenn er zurückleiben will.
Ich wimsche den Mann ohne Zeugen zu fprechens, fagte er.
Der Befehl wurde ausgefuͤhrt. Pumarquet machte ein
ehr verschmitztes Gesicht, als der Kommandeur des Arrefi—
hauses bei der im Korridor versammelten Belegschefr von
at. 18 vorbeischritt. Aber er verriet nichts. Er wunschte,
aß sein ehemaliger Herr das Zinmmer verlassen solte, denn
wie leicht konnte der verraten, dahß Pumarquet qaar nicht Soldat
gewesen sei.
. Als Waldemav in die Stube eintrat, benahm ihm die
übelriechende Luft fast den Alem. Zuvorderst öffnete er ein
Fenster, daß die frische Winlerluft Eingang erhielt. Bour—
lier, der in der Ecke neben dem Ofen faß, schien weder
den Temperaturwechsel noch die Anmpfenheit des Offiziers
u spüren.
Dieser betrachtete ihn mit mitleidigen Blicken. Wie
lend, wie gebrochen, sah der Aermsie aus? die Haare
varen dünn und weiß geworden, der Bart wirr und grau,
ie Wangen und die Schläfen eingegllen die Stirne vottor
— — — —
Herr Bourlier“, sprach Tyrolt auf ihn zutretend mit
veicher Stimme, „lieber Herr Bourlier. kennen Sie mich
nicht mehr?“
Der Angeredete zuckte zusammen. Langsam erhob er
sein gramdurchfurchtes Gesicht, das einen finsteren, menschen⸗
seindlichen Ausdruck zeigte. Die linke Hand legte er grüßend
an das Käppi, die Rechte hing in einer Binde.
„Zu Befehl, Herr Leutnant Tyrolt. Sie sind der
dommandeur dieses französischen Massengrabes. Ich habe
die Ehre, Ihnen mein pfrüchtschuldiges Honneur zu machen.
Zo hat Pumarquet also doch geplaudert? Und ich vorbot
s ihm ausdrücklich. Entschulsigen Sie, daß ich Sie sitzend
mpfange. Seit den Kämpfen von Orleans plaqgt mit ein
Rheumatismus.“
„Sie wußten, daß ich hier kommandiere, und ver—
den es, mich zu treffen?“ sagte der Offizier mit leichtem
Vorwurj,
vRrw Wlauben Sie, daß mir JIhr Anblick Freude bereltet?“
jragte der Alte sarkastisch dagegen. „Was hätte unsere Be—
gegnung wohl für einen Zweck gehabt?“
„Ich bin bemüht, einem jeden sein Recht zu ver—
schaffen. Und wie vielmehr meinem früheren Freund —
und Vater!“
„Welches Recht?“ meinte Bourlier, ohne auf den Schluß—⸗
satz einzugehen.
„Sie sind Offizier, Sie haben ein besseres Unterkommen
m beanspruchen.“
„Man hat es mir verweigert, als ich meine Ansprüche
geltend machte, jetzt habe ich mich eingewöhnt. Es ist ohne⸗
hin gleichgziltig, ob es hier odet anderweitig zu Ende geht.“
„Sie sind krank? Sie tragen den Arm in der Binde?“
„Nicht der Rede wert. Eine Wunde, die nicht heilen
will. Ich mochte nicht länger im Lazarett bleiben, und als
mein Kopfhieb sich einigermaßen geschlossen batte, mesdete
ich mich gesund.“
„Man durfte Sie nicht fortlassen, bevor Sie vollklommen
genesen waren.“
„Das werde ich überhaupt nicht mehr. Doch weshalb
oarüber sprechen? Ich beklage mich nicht, und täte ich es,
ver kümmert sich darum?“
„Ich, Herr Bourlier, ich, der ich Sie noch immer
iebe und verehre!“ rief Waldemar mit Wärme. Ich halte
s für meine Pflicht, nun da ich Sie gefunden, alles für
Zie zu tun, um Ihnen eine angenehme Existenz auch im
Feindeslande zu verschaffen, und ich preise den Zufall. daß
ch dazu im stande bin.“
„Aber ich nehme es nicht von Ihnen an, mein Herr?,
agte Bourlier, sich trotzig erhebend. „Sie vergessen, daß
oir geschiedene Leute sind, geschieden für immer. Der Mör
ar meines Gohnos fkann nie moin Mobltäüter foin«
„Sälten Sle ein, Serr — sprechen Sie nicht weiter4
Wie töricht Ihre Worte sind, mögen Sie aus der Mit—
eilung ersehen, die ich Ihnen vor allem zu machen ge—
ommen war, eine Mitteilung, die mich glänzend recht⸗
ertigt. Ihr Sohn Olivier lebt. Ich selbst habe ihn vor
venigen Tagen gesprochen. Ich wollte, es wäre nicht ge—
chehen“, setzte er seufzend hinzu.
Bourlier prallte zurück und sah den Sprecher mit
veit aufgerissenen Augen an. Dann schüttelte er unaläubig
den Kopf.
„Diese Lüge sieht Ihnen ähnlich“, sagte er hart.
„Sie beleidigen mich ohne Grund“, antwortete Wal—
zemar, dem es schwer wurde, seine Empörung niederzu⸗
ämpfen. „Halten Sie mich für einen Barbaren, der im
tande ist, mit dem Vaterherzen ein irevlerisches Spiel au
reiben?“
Olivier lebt wirklich?“ fragte der Alte ganz ver—
wirrt. „Nein, das ist ja ganz unmöglich. Ich habe ihn
selbst im Fabrikhofe aufgesunden, habe ihn eingesargt und
egraben.“
„Haben Sie das Antlitz des Toten genau gesehen,
können Sie die Identität der Leiche beschwören?“
„Das Gesicht war entstellt, aber die Gestalt, die Uni—
form, die Mütze, der Degen.“
Eine absichtliche Tauschung, um die Feinde irre zu
führen. Fragen Sie Ihren Sohn selbst, er wird Ihnen
das Rätsel aufklären. So viel steht fest, er lebt, wie ich
mich leider zu spät überzeugte, ein sehr bewegtes Leben,
das er mis Madelon teilt.“ ——*
„Madelon Pumarquet?“ — *
Ganz recht. Doch ich glaube, Sie werden gut tun,
wenn Sie diesen Umstand vor Ihrem Stubennachbar ge—
deim halten.“
„So ist Ollivier wohlbehalten in Bazeilles?
Und ich nicht der Mörder Ihres Sohnes. Diesen
Vorwurf werden Sie mir sortan nicht mehr machen
önnen.“
„Die Absicht, ihn zu töten, haben Sie gehabt“, sagte
der unpersöhnliche Mann harinäckig; „auch neuerdings.
Doch nur die Absicht, Rache an Olivier zu nehmen, brachte
Sie nach Sedan. Leugnen Sie das?“
„Allerdings, Herr Bourlier. Mich führte ein anderer
Zweck dorthin, ich suchte Defsiree bei ihrem Bruder.“
„Desiree“, sagte Bourlier verächtlich. „Lief sie Ihnen
denn davon? Geiliel es ihr nicht mokr hei der nachsichtigen
Tante?“
„Wie Unrecht tun Sie uns doch allen und besonders
hrem Kinde. Ich wollte Sie schonen, Herr Bourlier, aber
Aonühon Ashr Nrlb ⏑2, 4 ⸗
— — —ä —⏑⏑⏑—⏑ —— ⏑ —— 7üůü
ree. So verneymen Sie venn vaß meine Braur mkch
erließ und mit Frau von Tarandal nach Antwerpen ging,
ls das Lazarett in Bazeilles aufgelöst wurde und ich
ach Deutschland ziehen mußte. Das arme Mädchen ver—
ehrte sich in Sehnsucht nach dem Vater. Desiree verließ
Frau von Tarandal und schiffte sich nach Bordeaux ein,
im Ihren Spusen zu solgen.“
„Nun, und — und — sprechen Sie, geben Sie wur
en Todesstoß.“ ν Xσ ——⏑ ———
„Desiree ift verschollen. Wir haben nichts mehr von
y9r gehört“, sagte Waldemar tonlos.
„Meinetwegen also hätte sie sich in Gefahr begeben?“
chrie der Alte, um seine Gewissensbisse zu betäuben. „O,
ie tat es wohl um Ihretwegen, um die Heirat möglich zu
nachen.“
„Daran dachte Desiree nicht. Wenn sie in der Gefahr
des Krieges unterging, tragen Sie allein die Schuld; wes⸗
alb schrieben Sie nicht?“ 9
„Mein Arm“, sagte Bourlier trotzig, „ich konnte nicht
chreiben. Ich wollte auch nicht, ich wollte verloren gehen,
»a sich alles von mir losgelöst hatte. Man spottete meiner
SZchmerzen und hatte keine Nachsicht mit meiner Reizbartkeit,
ie doch so natürlich war. Ich wurde Soldat, um nicht zweck⸗
os zu sterben. Daß mein Kind noch Liebe für mich hegte,
sabe ich nicht erwartet. Nun bringt mir diese Liebe nun
Jammepr, statt der Freude. Und wieder kommt dev Schlag,
zer gegen meine mühsam erkämpfte Ruhe gerichtet ist, von
zhnen, dem Dämon meines Lebens. Verlassen Sie mich,
derr Leutnant, ich hasse Sie mehr als je. O mein armes
dind, meine teure Desiree, mein Wildfang, meine süße
Lochter; Du bist tot, tot! Ich werde Dich niemals wieder⸗
ehen!“
Er brach in Tränen aus. Alles Zureden Tyrolts
var vergeblich. Er schluchzte nur und schien nichts zu
ören.
Ich werde Sie also nach den Offiziersstuben versetzen
* sagte der immer noch mitleidige Waldemar, als er
chied.
Da trocknete der alte Siarrklopf seine Tränen und
blickte trotzig auf.
Zu welchem Zwecke geben Sie sich diese Mühe mit
mir?“ fragte er mit harter Stimme. Mein Schwiegersohn
können Sie ja doch nicht werden — Desiree ist tot — totl
Er brach in neue Klagen aus.
Waldemar verlteß ihn verstimmt, da er einsah, daß
er gegen den verschrobenen Eigensinn des Alten so schneli
nichts ausrichten würde.
„Die Zeit muß es bringen und damit die abschwäͤchende
un des Ghmeraee hachte ⸗s-ß aber e sich