Nummer 167.
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X causwãrtige 15 4
283. Jahrgang.
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* t eArmenuntersftrur wollte ursprungtich nach Berlin reisen, allein Kaifer Wil— respfichtigen verzeichnet ist, war der Prozentfatz bei eiwa Kaiser Nisolaus⸗-Automobilfahrt, deren Strece und Erges
Sinwirrung der * nun ur in deee d nd m gelegentlich 36 800 Fahnenflüchtigen fchon auf 714 Prozent gestiegen. nis vn⸗e — lich deswegen interessiert, weindi
auf öffentliche Nechte. seines Wiener Aufenthaltes in Schönbiunn zu empsangen. zm Jahre 1907 war das Aufgebot rund 1300 000 Mann dernt »den Löwenanteil der Preise
Der Reichstag hatte in seiner leßten Tagung durd Belgien. tark. die Zahl der Fahnenflüchtigen betrug rund 87 000 D—
tinen Beschluß den Reichskanzler ersucht, dahin zu wir * In ganz Belgien hat fich eine große Anzahl Da— Manun. 8 ist wieder nicht — absolutes An— JTor 7
sen, daß die Grundsätze, die für die Einwirkung der Ar nenkomistees gebildet, welche alle Belgier, nament Wne * vahnensmcnigen zu ree uen, — auch Aiset TFus Fap 4
neiumerstůhung auf die öffentlichen Rechte für die Reichs ich aber die Damen unrd Kinder dazu auffordern, der in vg— weg Aegern ie Po⸗ — —
Jese hgebung maßgebend sind, auch in den einzelnen Bun 24. Juli, den Geburtstag der Königin, zu feiern und I— en d ee u — ein. Ihre Zahl Wurrasn — gZenostrecke.
dessiaaten zur Geltung gelangen. Es ist daraufhin der »en Tag als Festtag der Kbönigin zu begehen Fahre 1905 40,8 Prozen der gesamten Fahnenflüch⸗ TT. Padpt lisen bahn.
Buͤndesregierungen zur Erwaͤgung anheimgesielit, inwie An diesem Tage soll zum Zeichen der Sympathie für di igen im russischen Heere. In den nächsten Jahren fiel —
veit die Grundfätze des Reichsgesetzes vom März voriger dönigin deren Lieblingsblume, die Rose, angesieckt wer »ie Bahl, erreichte im Jahre 1908 aber noch die beirächt. 7
Fahres in die Landesgesetzgebung eingesührt werden kö ent Die Königin hat nunmehr bestimnmt, daß der Er iche Höhe von 11,2 Prozent. pid eeeehe die Zahl )
en. Dabei handelt es sich um die Frage den Begris, ös der von den verschiedenen Damentomitees verkauften der Fahnenflüchtigen rein russischer Nationalität verhält *
der Armenunterstützung, deren Bezug von der Teilnahme tosen den Lungenheilanstalten zugute kommen soll nismäßig gering, wenn wir auch bei diesen Zahlen er— Boloꝗoje (320 0 x
Wahrecht ausschlleßt, fur die' Vahlen vuf Grund be Jumen zebliche Lorretturen der offiziellen Stat seiter anne hmen ενσ
Landesgese tzen ebenso festzulegen, wie für die Wahler * Mehrere tausend Suudenten der italienischen Hoch— üse J F
——— hulen haben eine Erklärung unterzeichnet und an die — —* 1507 d * en —32 und sueg — —8
nicht um den Erlaß von Landesgesetzen handeln, die dei sierreichische Regierung geschikt, worin sie prolestieren ge * 3 — oeg —
znhalt des Reichsgeseves einfach übernehmen. Denn di— zen die „neuen, ungerechtfertigten Verzögerungen, welche — n Wrvarns bneyx W
Jebiete, auf welche ein solches Gesetz in den Einzelstaa die österreichische Regierung dem Projekt der ital'enischen —A6 MOSWAU
en seine Wirkung ausüben würde, sind von außerordent — D — 2 9ska
licher Verschiedenheit. Für das Reich kommen neben dem edemet gleichsam ein an die genannte Regierung gerich 58380
eichstagswahlrecht nur noch vereinzelte andere gesetze etes Ultimanum, damit sosort in Triest die Rechtsfakul
iche Vorschriften für die Aenderung in Betracht. Ganz at geschassen werde. Dazu bemerlt der „Osservatore Ro Geg
anders in den Bundesstaaten. Hier handelt es sich in F nano“: „Diese leßte Verzögerung war so sehr unabhängicç 6 —222
ter Linie um die Landtagswahlgesetze, daneben um die vom Willen der österreichischen Regierung und kann ihr so —— —
dommumalverkassungsgesetze der Kommunalverbände aller venig aufgebürdet werden, daß die im österreichischen AAMae kmv »4
grade, von den Provpinzialordnungen bis zu den Landge⸗ — DD — — *
neindeordnungen. Diese Gesetze regein die Frage der Ar ien waren, welche die Loyalität und den guten Willer F — 7
menunterstütrung in sehr verschiedener Weise. und zwar er giegierung anerkannten, die alles getan habe, um de— re
nicht bloß in bezug auf das städtische Bürgerrecht oder soviel erörterien Frage eine soorlige Lösung zu gebon veles
andliche Gemeinderecht, sondern auch hinsichtlich der pas⸗ Ungerechtfertigt ist hingegen nur diese unopportune — —
iven Wahlfähigkeit und der Befähigung für Ehrenämter Znitiative der italienischen Studenten und die dadurch er —
in der Verwaltung der Kommunalverbände. Weiterhin egte Agitation, welche keine andere Wirlung haben kann, 7
ommen andere Korporationsverfassungen in Betracht, wie ng eine den Gegnern der projetlierten Lösung günftige URS
e de Nc d hictee ichhcinacccct vehe
gen, una“
inem solchen Gesetz berührt würden. Aus diesem Grun Svansien. —
pird die Regelung der gaunzen Frage für die, Bunte * Nach Mitteilungen qus offiziellen Kreisen, in denen
taaten weit schwieriger ud zeitraubender sein, als sie ine gewire Uuruhe geherrschi, zeigt die Suna'ien Reig—
s für das Reich gewesen: ng zur Besseung. Ueberail herrscht Ruhe, selbst in
TT zilLbao, wo der Ausstand der Bergarbeiter einen fried
Volitische Rundschau. wen Veriaut ninmi
Türkei.
*Der Großh Nunchee * —* den hat die staat— * 9 — — 9 J re
p, ser Großwesir die Oberleitung des Geheimkomitee
uce ¶ eman annn dn — ee eender en —BV———
Afinde ibrg Vn spce henhe haeeae dnunt n arrd 3—
ine philologisch-historische und eine mathematisch-natur Aen cuee dobe —2 nen Ve Mlichulvige
issenschaftliche Abteilung in eine philosophische (44 und enannt.
We Wgshenwmensehasiliche machemattsce 5) Fakultät ge *Es sind bislang in der alttürkischen Verschwör
Wt ingsaffäre über 252 Verhaftungen erfolgt. Die verhaf
—
Breslau (Zro 350 von 357 e Stimmen ewrre riegsgericht waa niwortet. Die tlnge len
zewählt. E Gegentandidar war nicht aufgesiellt — w dogprrat 9* it een e erwartgu. daß
* Trotz der Meldungen mancher Blätter, die letzte Sitz bende Ieduieie Aenh suenn eren i d
ing des preußischen Staatsministeriums habe sich nicht mit dewach
der preußischen Wahlrechtsvorsage be'aßt, steht es
ibsolut sefi, daß der erste Gegenstand der Beratungen des
Ztaatsministeriums die Frage der kommenden Wabhlrechtshorlage
gewesen ist.
* Die Beschraͤnsung in der Erteilung von Waunderge
verbescheinen bezweckt eine Vorlage, die gegenwärtig im
steichsamt des Innern vorbereitet wird. Die Anregung
dazu ging vom bayrischen Bundesstaat aus. Die Ette'l
ing des Scheines soll vom Nachweis des Bedürsjnisses
ibhänaiag gemacht werden.
Oesterreich-Ungarn.
* Kaiser Wilhelm wird, wie nunmehr best'mmt ver
autet, am 17., 18. und 19. Sepiember Jagdgast des Erz—
hderzogs Friedrich in Bellye sein und am 20. und 21.
September in Wien weilen, um den Kaiser Franz Joses
inläßlich dessen 80. Geburtstages persönlich zu beglück
vünschen. Während des Wiener Aufenthaltes wird Kai
ser Wilhelm eine Deputation des 7. Husaren Regiment«
mpfangen, die anläßlich des 25jährigen Inhaber⸗Jubi
läums dem deutschen Kaiser einen Ehtensäbel mit ent—
sprechender Inschrift üherreichen wird. Die Deputatior
—
adtαα
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*1 —— 7 * —
frritten. Die ersten drei Sieger waren deuische
ercedeswagen, Opel, Benz, Adler und andere waren dvie
eiteren. Alles in allem wurde die große Fahrt zu ei—
em vollen Triumpb der deutichen Automobilindusirien
Bermischtes.
Ein Schlauer und ein noch Schlauerer. Der
Schwarzwälder Bote“ erzählt folgendes nette Geschicht⸗
hen: Ein überaus schlauer Wirt auf einer Bodensee-In—
el und der ganz hervorragend kluge Vorstand der Kegel—
esellschaft, die in dem betreffenden Gasthaus allwöchent⸗
ich zu ihrem Unterhaltungsabend erscheint, besprachen neu⸗
ich die Aussichten der bevorstehenden Gemeinderatswahl.
dandidaten gab es genug, aber keiner von den beiden
genannten befand sich darunter. Trotzdem sagte der Ke—
elgesellschafts-Vorstand im Spaß zum Gastwirt: „Passen
zie auf, am Ende wählt man gar noch Sie!“ Das wäre
nun für die Gemeinde keine Unglück gewesen, weil der
virt nebenbei ein tüchtiger Mann ist, aber wie gesagt,
lussichten hatte er keine. Daher antwortete er auch:
Nein, gewählt werd' ich keinesfalls, das weiß ich; aber
»as sag' ich Ihnen, wenn ich nur eine Stimme kriege,
»ann halte ich unsere Kegelgesellschaft einen Abend lang
nit Essen und Trinken freil“ — Abgemacht! rief der
Lorstand, man gab sich die Hand darauf und verjsprach
ich hoch und heilig, die Sache bis nachher geheim zu hal—
en, damit es dabei ehrlich zugehe. Bald kam der Wahl—
ag, und als einer der ersten erschien der Kegelgesellschafis—
orstand im Wahllolal und gab feierlich seinen Stimm—
ettel ab. Es war darüber noch leine Viertelstunde ver—
trichen, so hatte der Wirt das schon erfahren, denn es
geschieht ja nichts auf zwei Stunden im Umkreis, was
o ein Wirt nicht alles zuerst weiß. „etzt ist es Zeit für
nich“, dachte er, setzte den Hut auf und ging auch seiner—
eits zum Wählen. Der Stimmzettel, den er abgeben
vollte, war schon hergerichtet und er sah noch einmal
iach, ob er auch den rechten habe. So war es auch. Ei⸗
t da!t o te e daraus aeürichen und dfüe
u voer aus ovem wenfser esprungen und * ur un⸗
enntlichleit zerschmettert war, da sie meine Spur zu ver—
vischen wünschte. Auf einem Karren schaffte sie mich eigen⸗
ändig über das Feld nach Vadelincourt, hier trugen mich
erschwiegene Männer zum Weinberg empor. Ich habe von
ieser Reise natürlich nichts gewußt, denn ich lag fast zwei
Nonate, ohne recht zur Besinnung zu kommen. Die umher⸗
treifenden Patrouillen und die preußischen Spione machten
3 nötig, daß ich mich ganz still verhielt. Jetzt aber, da
Zzie im Auftrage meines Vaters wahrscheinlich unser Au—
besen verkaufen wollen, mußte ich mich melden.“
„Der Verkauf wäre nicht zu stande gekommen“, belehrie
hn der Advokat. „Herr Bourlier weilt wahrscheinlich nicht
nehr unter den Lebenden.“
„Was sagen Sie?“
„Leidey muß ich Ihnen diese tran ige Botschaft über—⸗
ringen. Mein Freund ist verschollen. In Bordeaux depo—
aierte er Geld, dann verlieren sich seine Spuren. Ein Auf—⸗
ruf in den Zeitungen blieb ohne Erfolg.“
„Alfo wirklich tot“, sprach Olivier ernst, doch obne eine
zpur von Schmerzc..
„Nach allem menschlichen Ermessen, obwohl in dieser
zeit ein Irrtum nicht ausgeschlossen ist und man die Hoff—⸗
iung nicht verlieren soll. Denken Sie an sich selber. Ihre
rzeiche wurde im Fabrilhofe rekognosziert, qufgehoben, be⸗
rdigt und ruht auf dem Friedhofe St. Marguerite; es
vurden für Ihre arme Seele Totenmessen gelesen und
Trauer um Sie angelegt. Viele Tränen flossen Ihrem An—
enken und dennoch leben Sie.“
„Gottlob nickte Olivier. Ich lebe nicht nur, sondern
»enke sogar wieder ganz gesund zu werden und recht ver—
mügt daßzu.“
„Hoffen wiv es nach dieser schweren Zeit“, sagte De—
ereur. „Sie werden die guten Tage gebrauchen können.
Leider muß ich Ihnen heute noch eine Tranermär bringen.
Ihre Schwester —“
„Desiree hat sich mit dem Prussien verheiratet?“
„Nein, davon ist mir nichts bekannt. Auch sie ist nach
Bordeaux abgereist, wahrscheinlich um den Vater zu suchen
und gleichfalls verschollen
„Also auch tot“, sagte Olivier bedauernd und zerdrückte
etwas wie eine Träne in seinem linken Auge. „Schade um
das hübsche Schwesterchen, aber immer noch besser, als daß
te den Prussten geheiratet hätte. Doch das ist ein Unsinn,
ich habe ihn ja mit eigener Hand getötet.“
„Wen nurd“ fragte Devereux.
„Den früheren Verlobten Desirees, der mir in der
fabrik als Offizier entgegentrat. Durch und durch habe
6*8 ihn gvestoßen: wie ein Stück Holzn lag ep au meinen
Die Fahnenflucht im russischen Heere.
— Eine Statistik über die Fahnenflucht im russischen
deere, die der „Wojenny Sbornik“ veröffentlicht, zeigt, daß
ich die Zahl der Fahnenflüchtigen in den letzten vier Jah—
en beinahe verdoppelt hat. Es waren in den einzelnen
Jahren folgende Zahlen der Fahnenslüchtigen und des Ro—
rutenmangels zu vermerken:
Jahr Fahnen flüchtige Mangel an Rekruten
1903 47 171 3550
1906 76 819 21578
1907 87 292 19 575
1908 86 155 17 926
diese ungeheure Zahl der Fahnenflüchtigen läßt sich nur
urch das veraltete Wehrpflichtge erklären, das bereits
eit 36 Jahren in Anwendung e bisher die er—
orderliche Umarbeitung er ahren haben. Das allge—
neine Aufgebot betrug im Jahre 1903 1160 168 Mann.
Damals war also die Zahl der Fahnenflüchtigen rund 5
Zrozent aruß. Im Vahre 10046 das mit 1950 829 Hee—
Arbeitervewegung.
— Eisenbahnerstreif. Aus New-York wird berich—
et: Mehr als 16 000 Angestellte der Linie Grand Trunk
xisenbahn-Gesellschaft streiken. Man spricht von einer
zinigung, aber die Haltung der Ausständigen läßt wenig
»offnung dazu. Ein Vertreter der Ausständigen erklärte,
aß die Ausständigen die Absicht haben, bis zur vollen
zefriedigung ihrer Forderungen u streiken. Der Gü—
ertransport hat vollständig aufgehört und nur wenige
zersonenzüge verkehren.
— Streik in England. Der Streik auf der Nordost—
ahn in London hat sich nicht gemildert. Die Zahl der
lusständigen wird sehr verschieden geschätzt, da jede Sta⸗
stik, auch seitens der Bahnarbeitergewerkschafts fehlt. Die
ugaben schwanken »mischen 6000 und über 10000.
Zur Kaiser Nikolaus⸗Fahrt.
Wir bringen unsern Lesern ein Bild von der großes
—
prechen.“
„Heißt er Devereux?“ fragte die Frau.
„Ja, so heiße ichl“ rief der Advokat. „Devereur, No
tar der Republik.“
„Dann werde ich öffnen,“ sagte die Braune und
chloß die Klappe.
„Das ist Euer Glück“, meinte Piere Pie mürrisch. ,Wes—
halb glaubt Ihr wohl, daß ich diesen Prügel mitgenonimen
habe?“
a UImn Dich, darqauf zu stützen.“
—zFehlgeschlagen, um Euch damtt das Fell zu gerbe
venn ihr ein Shion gewesen wäüret, wie sie hier —*
iach versteckten Patrioten suchen und diese den Prussiens
erraten.“
„Dann danke ich Dir für die Begleitung“, sprach
Devereux unbehaglich. „Was bin ich Dir schuldigk
„Nicht einen Centime“, erwiderte der tückische Bursche.
„Daß ich Euch führte. aeschah der hübschen Madelon zu
Liebe —.. α “
Er polterte den Berg hinunter. Madelon, welche die
kür öffnete, rief ihm „Schön Dankl“ nach.
Devereux betrachtete die Person mit großem Interesse.
Zie war in der Tat eine hübsche Erscheinung. Er folgte
»er kokett hintänzelnden Frau. Gleich zur Rechten öffnete
e eine Tür. In der halbdurkklen Stube auf einem alten
rzehnstuhl, den rechten Arm in Bandagen saß Oliwier doer
Xleutnant Bourlier.
„Sie leben also wirklich, das ist wie ein Wunder!“
ief Devereux freudig aus. „Ich beglückwünsche Sie und
»rücke Ihnen meine herzliche Befriedigung aus. Aber sa—
en Sie nur, wie das geschehen konnte, trozdem man Sie —“
„Allgemein tot glaubte“, führte Olivier die Rede sei—
es Gastes fort, indem er ihn an seiner Seite zum Nieder⸗
etzen einlud. „Es geschah durch einen Irrtum, den meine
chlaue Madelon absichtlich erregte. Als die Preußen ab—
ogen, schlich sich dieses treue Wesen auf den Hof, um nach
nir zu forschen. Sie fand mich sehr bald, aber in wel—
hem Zustande! Die Schufte hatten mich aus dem dritten
Stockwerk hinausgestürzt und ich lag mit zerbrochenem
Zein und Arm, mit eingeknickten Rippen regungslos da;
iber ich lag auf einem Haufsen von Sammetlumpen, den
nan auf dem Hofe beim Aufräumen der Lagerkeller zu—
ammengeworfen hatte. Das war mein Glück gewesen, denn
ruf dem Pflaster des Hofes wäre ich gänzlich zerschmettert
vorden, auch schützten mich die weichen Hadern vor den
heschossen der Gewehre und die Kanonen bestrichen den Bo—
en nicht. So fand mich also Madelon, zog mir den Roch
us, um mich notdürftig zu verbinden, nahm mich dann
uf ihre starken Arme und trug mich vom Hofe. Meinen
tadn Scherne umd ανα lien sie hei einom armön Teufel
2—2— — 5
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
18. Fortsetzung.)
„Zey wirr ja atules uin, um das Fräulein zu retten“,
zersicherte die Josnes weinend.
„Pflegen Sie die Dame gut, verlassen Sie sie nicht“,
agte d'Alincourt. „Es soll der Kranken an nichts fehlen.
dier haben Sie Geld.“
Die Alte nahm die funkelnden Goldstücke, nur eins
zab sie zurück.
„Sie hat mir befohlen, ich soll den Louis zurückgeben“,
agte sie zögernd.
Der Graf achtete nicht auf ihre Rede. Sein Blichk
jaftete auf dem Brief, der am Spiegel lehnte.
„Ein Schreiben an mich?“ fragte er.
„Ja wohl, Herv Graf, ein Offizier brachte es, ein
chöner Mann, aber kurz angebunden. Ich habe den Em—⸗
»fang bestätigt.“
d'Alincourt öffnete den Brief.
„Befsehl des Generals Bourbaki, sofort zu seinem
Ztabe zu stoßen, dem Sie als Obersileutant aitachiert
ind. Wohl! Soumis hat Wort gehalten. So sei es denn.
Wir stehen am Vorabende großer Kämpfe, und hier“ —
r seufzte tief — „hier habe ich nichts mehr zu tun.“
Noch einmal blickte er mit innigen Bedauern auf das
eizende Wesen, welches mit den fieberglühenden Wangen
in Zerrbild der Gesundheit bot. Noch einmal ergriff er
eine heiße, weiße Hand und drückte einen Kuß darauf.
„Fahr wohl, Du schönes, süßes Weib! Ich werde
dich schwerlich wiedersehen, Dich, daß ich so geliebt habe,
und dem ich dennoch entsagen mußte. Fahr wohl und Gott
gebe, daß Dein tapferes Herz nicht zu schlagen aufhört
vevor Du dem wiedergegeben bist, der jetzt wohl in sernen
Ldanden mit Schmerzen und Sehnen Vein gedenkt. Mag
nich das Spiel des Krieges auch treiben, wohin es will,
mmer werde ich Dein dedenken, Du stolzes, tugendreines
Weib, Du e, Desiree.“
Er egleitet, aus dem Zimmer.
Als si chioß,schredte die Krunke
ma usbreitend:
—2B zapa gefunden. Komm, komm,
nun di A 83
eine Berechnungen und alle Muͤhe, die er sich um den
berkauf der Bazeiller Fabrik und der Villa gegeben hatte,
iber den Haufen warf. Durch das Ausbleiben der Briefe
yon Bordeaux hatte sich die Angelegenheit allerdings in
ie Länge gezogen, jetzt aber trat ein neuer Faltor zu Tage,
»er den Verkauf jener Grundstücke ohne neue Einwilligung
inmöglich machte. Der Erbe des verschollenen Boaurlier
neldete sich in dem Briefe, der in Vadelincourt aufgegeben
vorden war.
„Bemühen Sie sich gütigst zu mir, Herr Notar, da
ch außer stande bin, zu Ihnen zu kommen“, schrieb der
zriefsteller. „Ich erfahre, daß Sie Fabrik und Villa ver—
aufen wollen, die meinem Vater gehören. Gegen letzteres
rotestiere ich und muß sie bitten, sich darüber mit mir
ns Einvernehmen zu setzen. Sie finden mich, Weinbera Nr.
. Ihr ergebener Olivier Bourlier.“
Devereux nahm nochmals vas Billet vom Tisch und
„sielt es vor seine kurzsichtigen Augen.
Also Olivier lebte, Olivier der Totgeglaubte, der
kollkühne, der FranktireurOberft, der Patriot, um den
ich in Sedan ein förmlicher Sagenkreis gebildet hatte, und
ioch dazu in größter Nähe Sedans!
„Aber welch' entfetzliche Handschrift hat er sich im
*xril angewöhnt“, brummte der Advolkat, die Schriftzüge
etrachend, „sollte hier am Ende eine Täuschung vor—
iegen? Ich werde der Sache auf den Grund gehen. Ge—
ahr kann auf alle Fälle nicht dabei sein, und eine Fahrt
n der frischen Winterluft wird mir gut tun.“
Der alte Herr nahm einen Mietwagen und fuhr nach
Ladelincourt. Im Dorfe angekommen, stellte er sein Fuhr—⸗
verk beim Wirt zur Turteltaube ein und begab sich wohl—⸗
semut auf den Weinberg Nr. 3. Man zeigte ihm den Weg
iur mürrisch und mit argwöhnischem Gesicht. Endlich er—
ot sich ein junger Mensch in grünen Bluse, ihn zu führen
ind schritt, mit einem dicken Knüttel bewaffnet, voraus.
Es ging tüchtig bergan. Herr Devereux schnaufte ge⸗
valtig beim Steigen. Endlich kam das Ziel ihres Marsches
n Sicht, ein einsames Winzerhaus zwischen Trümmern und
daufen von Stecken. Die Hütte war sorgsam verschlossen,
ie Fensterläden zugezogen. Nur ein dünner Rauch, der
ius der Esse aufstieg, die gewissermaßen an das Häuschen
ingeklebt war, verriet, daß hier Menschen lebten.
Der Bursche pochte mit dem Knüttel an die Fenster⸗
aden.
Eine Klappe öffnete sich und ein Frauenkopf mit
rausem, schwarzen Haar und braunem Gesicht guckte
eraus.
„Was bringst Du, Piere Pie?“
Einen Herrn aus Sedan EEr wünscht den Mann z3p
derr ¶ wereur in Sedan befand sich in großer Auf⸗
egung. Mit der Morgenpoft war ein mit mnbehilflichen
Rchitahen geschriebener Bie an nel u