Full text : Dudweiler Zeitung

ger allslawische KFongreß in Sofia habe reinen polinischen
xharakter und keine Spitze gegen Oesterreich-Ungarn. Die
Zeziehungen zu Rumänien seien ausgezeichnet. Das Ver—
ältnis zwischen Sofia und Konstantinopel sei
orret. Den bulgarischen Staatslenkern liege die Absicht
ern, einer für die Türkei günstigen Ordnung der Kreta—
rage entgegenzuwirken. Bulgarien sei ein anerkanntes
tkriedensesement und wolle es bleiben.
Serbien.
* Meldungen serbischer Blätter zufolge scheint die ju—
Ritseindüche Bewegung in Bulgarien einen grö—
zeren Umfang annehmen zu wollen. Nach Gerüchten
uus Sofiar bereiten sich viele bulgarifsche Juden amilien
vr, aus Bulgarien auszuwandern und sich eventuell in
bien rzulolten.

——w8
Ein Vorschlag zur „Güte.“
Far die Eimverleibung Elsaße Lothringens in Preußen
MN einer Zuschrift au die „Grenzboten“ Graf Holben—
orff (Dresden) ein:
Ich erlaube mir, es als meine persönliche feste
Ueberzeugung auszusprechen, daß die Einverleibung der
durch den Frankfurter Frieden an Deutschland gekomme—
nen ee Landesteile in das Königreich Preu—
zen nicht bloß das beste, sondern das einzig richtige
Dittel sein dürfie, dem gegenwärtigen unerträglichen
dutande ein Ende zu machen. An Masßregeln und an
ittelwegen. die dem Eliabß⸗Lothringer den Bestitzuber—
gang genehm machen sollten, hat es nicht gefehlt, sie
„aben nicht den gewünschten Erfolg gehabt, weil mit
hüte und Rachgiebigkeit weder dem Elsaß-Lothringer,
aoch dem hinter ihm stehenden Franzosen beizukommen
ist. Wenn sich Preußen der in den ersten Jahren sicher—
lich nicht beneidenswerten Aufgabe unterziehen wollte,
die gegenwärtigen Reichslande zu einem integrierenden
Teile seiner Macht zu machen, so würde die Sache mit
einem Male wie von selbst gehen. Bayern und Würt—
emberg freilich, denen es auf eine möglichste Balance
wischen Nord⸗ und Süddeutschland ankommt, dürfte die
kinverleibung im ersten Augenblicke nicht genehm sein;
n den anderen deutschen Klein- und Mittelstaaten herrscht
diese Art der Eifersucht auf preußische Macht nicht, und
ch bin nmeerzeugt, daß man z. B. im RKönigreich Sach—
en kaum etwas einzuwenden haben würde. Unglücklich
»der unfrei wird das Land dadurch nicht werden, aber
deutsch, und das ist es gerade, was die Franzosen und
mit ihnen die Mächtigen im Lande gern verhiten möch—
den.“ (Gut gebrüllt, Löwe! D. Red

Von der Brüsseler Weltausstellung.
In der Weltausstellung wurde eine interessante Aus—
lellung für Heimarbeit und Arbeiterwoh—
rungen durch Bürgermeister Max eröffnet. Der Ar—
zeitsminister Hubert, der eine Rede hielt, und eine große
Anzahl von Abgeordneten waren anwesend. Die Aus—
tellung mit ihren schmucken Häuschen, von denen na—
nentlich die beiden deutschen durch ihre künstlerische Form
n ihrer Aufstellung auffallen, mitten zwischen den Bäu—
nen im Park, bieten einen hübschen Anblick. Bei nähe—
em Zusehen zeigen sie aber mitten in dem blendenden
krubel der Weltausitellung, in dem der Ausischwung
delgiens gezeigt wird, die Kehrseite der Medaille, indem
ie schonungslos in nmanchen erbärmlichen Betrieb hinein—
euchten. Arbeitslöhne von 6 bis 10 Centimes in der
Ztunde (für Hemdensabrikation) und selbst von 5 Centi—
nes pro Stunde werden vor der Welt aufgedeckt. In ein—
elnen genauen Nachahmungen werden die Häuser und die
Wohnungsverhältnisse einiger besonders übel dahinleben—
der Betriebe gezeigt und dann in idealen Arbeiterwoh—
mungen der Weg zur Besserung gewiesen. Die Ausstell—
ing ist der Initiatiwe des Generalsekretärs des internatio—
zalen sozialistischen Bureaus Abg. C. Huys man zu
zanken, der hierfür sofort die Unterstützuna der Stadt Brüj—
sel und anderer Behörden fand

Von der Luftschissahrt.
Die nationale Flugwoche in Berlin—
Fshannistal findet nunmehr bestimmt in der Zeit
»om 7. bis 13. August statt. Es sind bereits 50 000 M.
in Preisen ausgesetzt. Da die bedeutendsten deutschen
Flieger an der Konkurrenz teilnehmen, und außerdem ei—
zige neue Apparate herausgebracht werden sollen, ver—
pricht die Veranstaltung recht interessant zu werden.
*Abgestürzte Fliegerin. Baronin Delaroche
log in Betheny in einer Höhe von etwa 40 Meter,
ils plötzlich der Apparat herabstürzte und zerbrach. Die
lviatikerin brach den linken Arm, das rechte Bein und
vurde am Kopfe verletzt. Ihr Zustand ist hoffnungslos.
— Baronin de Laroche erlitt, wie die Abendblätter fest—
tellen, bei ihrem Sturz eine Fraktur des rechten Unter—
chenlels und eine doppelte Fraktur des rechten Arms. Sie
eschuldigt dem „Temps“ zufolge den deutschen Aviatiker
rindpaitner, der sich ihrem Apparat genähert und ihren
zturz veranlaßt habe. Mehrere Augenzeugen sagen da—
egen aus, daß die Baronin bei der Annäherung Lind—
aintners unnötiger Weise Furcht bekam und überstürz
ud ungeschickt landete.
*Mit dem Luftschiff über dan BRtlanti—
I —5 — — —27 — *

hei Saarbrucken; wie gebrochen sieyt er heute aus! Gelb,
rankhaft, in sich zusammengebrochen hing er auf seinem Gaul,
ils er gestern über die Esplanade ritt. Nur mit Widerwillen
onnte ich ihn betrachten. Ich wußte. daßk alles verloren
ei.“
„Was ist verloren? Vergessen Sie nicht, daß General
Wimpffen angelangt ist“, unterbrach ihn Prevendaux, den
stopf in den Nacken werfend. „Dieser Marschall, ist der
einzige ehrliche Offizier Frankreichs. Er ist nicht bestochen;
x wird das Vaterland retten. Unter uns gesagt, er soll zum
Stellvertreter Mace Mahons bestimmt sein ialls diesem et—
vas passieren sollte.“
„Eine halbe Maßregel, wie alles in diesem Kriege“,
seufzte Bourlier. IIch habe keine Hoffnung mehr.“
„Ich beklage Sie von ganzem Herzen, Wertgeschätzter,
Freilich sind in Bazeilles harte Kämpfe gewesen. General
Lebrun, der Kommandeur der Marinedivision, ist der Ueber—
macht des Feindes erst nach langem Widerstande gewichen
uind hat sich auf Balan zurückgezogen, wo jetzt noch der
tampf tobt. Die verwundeten Marinesoldaten erzählen, es
väre dort schrecklich zugegaugen. Taujende der wruifiens
wurden niedergemacht; aber immer neue Taufende tauchten
quf, unvertilgbar wie die Köpfe der Hydra.“
„Das ist die Handvoll Preuken, von der man anfangs
nieses Krieges faselte!“
„Eine Milliarde ist es“, meinte Prevendaux wichtig,
‚eine Zahl wie die der Sterne am Himmel, wie die Heu—
chrecken in Arabien. Gleich diesen Schwärmen sind sie in
inser Land gekommen. Wimpffen hat übrigens bereits einen
Vorstoß nach Süden versucht, um die Preußen, wie er
agt, in die Maas zu wersen und sich mit der Armee von
Metz zu verbinden. Aber es war ihm ummöglich, durch
iese lebendige Mauer ven Menschenleibern zu dringen.
Der ganze Weg bis nach Metz wäre ein einziges großes
Brab geworden.“
„Schrecklich, entsetzlichl“ stöhnte Bourlier, „und mein
Sohn mitten in dieser mordenden Menschenfluit. O, daß er
„ꝛeinem Willen gefolgt wäre!“
Ich meine, als umsichtsvoller Soldat wird Ihr Sohn
rüher den Rückzug angetreten haben, als die Bazeiller
Truppen sich auf Balan zurückzogen. Das lehrt doch der
einfache Verstand. Mit dreißig Leuten oder weniger konnte
er die Prussiens doch nicht aufhalten. Er wird sich in die
Stadt geflüchtet haben.“
„Möglich. Aber wo bleibt er? Warum kommt er
ucht hierher, da er doch weiß, daß man seinetwegen in
Sorge ist.“
„»Gedulden sie fich nur. Vielleicht bringe ich unseren
ungen SHelden soshst urr le Rch irséörsit in soiner

ammen mit dem „New-NYori Times“ einen Versuch, den
ltlantischen Ozean mit einem Luftschisf zu überfahren.
der Veriuch wiord von Walter Beellmeen und Mielvin
antnon unternommen, auf ihre eigene Verantwortung
er Start soll Ende August oder Anfsang September
on einer Basis in' der Nähe Rew-NYorls erfolgen, und
»omöglich soll die Reise in London enden. Das Luijt—
chiff ist der Motorballon „Amerika“, der für die Weil—
ianiche Polarerpedition gebaut wurde und zweimal den
rktischen Ozean nördiich von Spitzbergen überflogen hat.
das Vufischiss st fürzlich in Frankreich unmgebaut und
ergrößert worden 1n» ist 228 Fuß lang. Es klann eine
zesatzung von sechs Mann aufnehmen

rinnerungen an Kaiserin Elisabeth.
Memoiren eines Detektive
Ein Mann, der im Auftrage der sranzösischen Regie—
zung vieie Fahre jsein wachsames Auze auf die in Fraut
eich weilenden Zzürstiichkeilen zu richlent hatue, bden man den
Beschützer der dionige“ nannte, Xauter Saolt, der na—
nenttich an der Rwiera, auf tap St. Raciin die Ratje—
in auf auen ihren Schrinen, wenn auch in bescheidenet
nifernung, zu vegteilen haue, verofsennicht speben jfeine
Aentoiren. Darmm eiht es: „Der Tag der Ratserin ve
sann jehr fruh, im vinter wie im Sommer um 5 Usr
norgens. In einzachem schwarzen Kieide machte sie, wenn
ille Tamen von Welr noch lange schliesen, ihrten Spa—
iergang, von weilchem sie um 7 Uhr zurücklehrte, um ihr
zrühstuck einzunehmen, eine Tasse Tee mit einem Bisquit.
ann schrieb sie eifrig Briefe, täglich an den Kaiser. Das
diner bestand seltsanerweise nur aus einer Schale in Eis
ekühlter Milch, einigen rohen Eiern und einem Gias
okayer. In ihren Apartements, die sehr einfach und
escheiden eingerichet werden mußten, wurde an jedem
zonntag eine Andacht abgehalten, wozu der Billardsaal
anz besonders umgewandelt und mit heiligen Gefäßen
ersehen wurde. Jyre Mildtätigteit war ganz außeror
entlich. Ihre Wanderungen führten sie regelmäßig von
ztrande auf die Berge zu den einsamen Hütten der Klein
auern und Seeleute. Oefter trat sie ein, plauderte mit
en Bewohnern, nahm die Kinder auf den Schoß und
ieß stets eine reichliche Armenspende zurück. Mich, sagr
haoli, ängstigten diese Ausflüge in nicht geringem Maße,
ind ich bat die Kaiserin, die das Gefühl meiner Verant—
vortlichkeit würdigte, ihre Spaziergänge nicht so weit in
erlassene Gegenden auszudehnen. Es waren der Polizei
rohende Aeußerungen der Chausseearbeiter von Mentone
ekannt geworden. Lächelnd antwortete die Kaiserin:
beruhigen Sie sich, mein guter Paoli, mir wird nichts
schehen! „Was jsolite man auch einer armen Frau tun?
zudem, wir sind nicht mehr als das Blatt einer Mohn
lume oder eine sich räuselnde Welle auf dem Wasser.“
— Paoli hatte sie auch in Paris zu begleiten; zu seinem
eintsetzen ging sie spät abends zur Notre-Dame-Kirche, um
e im Mondlicht sehen zu können, und ging dann an den
dais entlang, mitten durch die flutende Menge nach
zause. Auf einer kleinen Station plauderte ihr Vorleser
lit dem Stationsvorstande; mit jener höflichen Liebens—
ürdigleit. die alle Welt bezauberte, bat sie den Beam
n, den Vorleser zu rufen. Dieser schrie über den Platz
Gehen Sie rasch, sonst wird Ihre Frau ohne Sie ab
ahren.“ Die Kaiserin lachte herzlich, wie man es nur
elten bemerken konnte. Als sich Paoli zum letzten Male
on der Kaiserin verabschiedete, war sie trauriger und nach—
enklicher als je; „Ich wünsche Ihnen und den Ihrigen
zlück und Gesundheit“, sagte sie, und fügte mit dem Aus—
ruck tiefster Melancholie hinzu: „Was mich betrifft, so
etze ich kein Vertrauen in die Zukunft.“ Sieben Monaie
päter erfuhr Paoli die Schreckenstat von Genf, soforit
ilte er hin, und die Gräfin Sztaray erzählte ihm die
xinzelheiten des Mordes. Paoli fügt hinzu: Die Kaiserin
xlisabeth hatte gewiß eine Vorahnung ihres Schicksals.
zhr hatte einst eine Zigeunerin in Wiesbaden und ein
Vahrsager in Korfu einen unnatürlichen und gewaltsamen
dod prophezeit. Am Abend ihrer Abreise von Genus
is ihr der Vorleser von den cchrecklichen Sitten der sizi
tanischen Maffia vor. Da kam ein Rabe, angezogen
son dem Dufte der Frucht, die sie aß, und kreiste lange
iber ihrem Haupte. Angstvoll und erschreckt blickte die
kaiserin empor und folgte dem Fluge des krächzenden
ZFogels. Am Morgen ihres Sterbetages hatte sie noch ein
ẽrlebnis, das sie mit Furcht erfüllte. „Ich erwachte mit—
en in der Nacht, lichte Mondstrahlen ließen meine Ge—
iächer glänzen und der Mond schien auf mein Bett —
nd hatte das Antlitz einer weinenden Frau. Ich weiß
licht, ob es eine Vorahnung ist, aber ich glaube, mir
vird ein Unglück zustoßen“ — sagte die Kaiserin zu ihrer
Umgebung. So diülster waren die Gedanken der unglück
ichen hohen Frau am Vorabende ihres tieibeklaaten Hin—
ritts “

Handel und Verkehr.
Nur ja keine Verbesseruugen. Unter der Ueber
hrift „Der Staat als Hemmschuh der Wirtschaftsentwicke
ung“ sehreibt die „Südwestdeutsche Wirtschaftskorrespon
enz“ aus Anlaß der Entscheidung des preußischen Ge
amtministeriums gegen die Mosel- und Saarkanalisier—
ug: Lange hat es in Preußen als Grundsatz gegolten, daf
as Vorhandensein schlechterer und feuerer Verkehrswege
in Grund soin iiete don n narea n*

Innao nesellenwohnung nachfragen lassen. Er liebt es, die
Seit:en zu überraschen. Denken Sie an den Verlobungsabend,
an welchem Herrn Tyrolt —“
„Reden Sie mir nicht von dem Feinde Frankreichs! Ge—
ben Sie mir Nachricht von meinem Sohn!“
Bourlier blieb in trübem Sinnen zurück. Zu der Angst
um das Schicksal seines Sohnes hatte Prevendaux auch den
Broll gegen Tyrolt in seinem Herzen geweckt.
Ein leiser Kuß auf Bourliers Scheitel, ein Hauch der
vie Frühlingsduft über ihn hinwehte, weckte ihn aus seinem
Zinnen. Fragend erhob er sein gefenktes Haupt und sah
eine Tochter vor sich.
„Du bist es, Desiree“, sprach er müde, „suchst Du Dei—
en einsamen Vater auf? Das ist nicht vorsichtig. Die ge—
völbten Hinterzimmer sind sicherer für Dich, während der
lufenthalt in der Maöke des Rorgartens durchaus nicht ge—
ahrlos ist.“
„Dann solltest auch Du nicht hierbleiben, Papa“, ent—
egnete sie, seine Wangen streichelnd, „aber ich fürchte mick
icht. Bisher ist in der Nachbarschaft noch kein Unglück ge—
chehen. Der Feind wird nicht so grausam sein, in die von
Nenschen überfüllte Stadt ziellos Geschosse zu wersen.“
„Er ist so grausam, vind, vieltleicht wird er noch
chlimmer hausen. O, wie unglücklich bin ich, daß ich nicht
narauf drang, Dich nach Belgien zu senden.“
„Nein, Papa, ich sollte Dich allein lassen, Dich, der Du
——
estorben.“
„Und jetzt stirbst Du vielleicht durch die Wafien der Bar—
aren, die unser Land zu einem Massengrabe machen.“
„Das ist nicht ihre Schuld, Papa. Sie ergriffen die
Wassen, weil wir sie dazu zwangen. Hätte Frankreich sie
ticht herausgefordert, so lebten sie heute ruhig als unsere
sachbarn.“
„Du sprichst, als ob Du ein Sachwalter des Undankba—
en wärst, der uns verließ, um sich in die feindlichen Reihen
u stellen.“
„Auch Waldemar handelte gezwungen, aber er han—
»elte als Mann von Ehre. Ich kann ihm nicht zürnen und
ete für ihn, als ob er bei den Unseren stände.“
„Du betest für ihn? Aber für den Bruder betest Du
nicht, der sich in größerer Gefahr befindet“, zürnte Bourlier.
„Doch, Papa, das tue ich wohl, um so mehr, als er sich
leichtsinnig in Gefahr begab. Mir bleibt nur das Eine, zu
beten, daß Olivier gerettet werde.“
Bourlier nickte trübe vor sich hinstarrend.
„Wo ist die Tante?“ fragte er.
„Sie stieg nach der Mansarde hinauf um ein wenia Um—.
22 ͤö

Jorerst die neueste ßreußische Finanzpolitit rechnet die⸗
en diatz zu den überwundenen Standpuntten Ver
ren Eisenbahnen vorhanden sind, wesche den Mas—.
enfraetehr zwischen MNiederrheinland-Westfalen und
Ziduthland Lurcinburg nur miit außerordentlich
ohenen und nur zu außerordentlich hohen Fracht
sätzen ermitteln imstande sind, deshalb, so erklärt amt—
lich esch uß des preufischen Gesamtministeriums, des—
halb bin beftrer und billigerer Verlehrsweg durch
die Ghalisiecung der Meset und SZaar nicht geschaf⸗
sen we obbwohl die wostdeuische Ertragswirtschaft
diese Wsslraße zu einer zeitgemäßen Entwickelung
braucht.3 Interesse einer siskalischen Einrichtung über
das Jit der nationasen Ertragswirischaft, über das
Intere sewichtigsten JIndustriegebiete im ganzen Deut—
⁊hen —B — das ist die Auschauung, die in
diesem rʒig fiskalisch bürolratischen Beschlusse zum
Anzdruckut
* Die fuhr von Bananen nimmt fortgesetzt au—
erordentrte zu, oswohl die Hochsatson in inländi—
chem Oar das Gereneil erwarlen lassen dürste. Die
hanane 50 auch bei uns so eingebürgert, daß sie
u alten Zzeiten regen Absatz findet. Im Monat
Nai kame 175 Dappel gen ner, während die Cin
uhr im Mug erst 8380 D.-Z. beiragen hatte. Ta
wert, der dai d.“ J. eingeftthrten Bananen belauf
ich quf 85 M. ge-?en 226000 M. im Mai 1909
Far die criuf Moͤnale zusaumen ergibt sich ene Ein
uhzrmenge z 780 D.3. Im Laufe der leßten Jahr
etrug die Rneinsuühr De'itschlands während der Mo
iate JIanuargat: 137: 13 625 D. Z., 1908: 21 865
D.-8., 1909571 D53.. 19102 73 780 552

Beleuchtuvon Luftschisffahrtstrecken.
Im Hinbif die großen Erfolge, welche die deut
chen Motorluß' erzielt haben, erscheint es nicht un
ngebracht, au Erfindung hinzuweisen, die sur di
zesamte internte Luitschifsahrt von größter Bedem
ng werden koaman beabsichiigt, so wird der „F.3.
geschrieben, seiten allen Ernftes, Luft chiffstraßen dn
ulegen und die bezeichnen. Der Verwarklichung die
er Idee stehen großen Schwierigkeiten entgegen, so
veit es sich unrten bei Tag handelt. Belanntlick
ber ist der Moschiger oft gezwungen, bei Nacht zi
ahren, bezw. ebise bei Nacht anzuireren, und ve
ersagen die jeiebräuchlichen Hilssmitiel (Schein
verfer, Fahren lder beleuchteten Bahnstrecke usw.
»oliständig, soba et eluttiet oder der Lufüchiffer in
olge widriger Snungen in den unteren Schichier
zezwungen ist, üb Wolten zu faͤtren, Nun ist neuer
ings eine Beleutart ersunden und patentiert wor
den, die berufen ait, der Regelung des Lufber.
ehrs der Zutunst ardemliche Diensie zu leisten. E.
otlen nämlich Leugns aus Gummi mit elellrischor
Iunenbeleuchung eines Drochens⸗ er eines Fef
elballons, der denngedraht srägt, ausgelaffen wer
den. Die Zceitschrifusch ffhalle“ scorelbt hierzu. „Dies—
rei dahinschwebende htballons ind Leuchttugeln vor
zroßem Lichtefsselt Arker Inlensität. Einzelne Far
ben entsprechen demt naturlich mehr als andere
je ermöglichen es, Leuchtballons auch in großen
Entfernung die Lustfen dem dahinsegelnden Motor
»allon erkenntlich zu .. Besonders geistreich ist aben
noch die Art und Wae der Erfinder mit feinem Ap.
barat feststellt, ob dehtballon die Nebelgrenze über
ichritten hat. Für ditall hängt unmittelbar umter
»em Fesselballon ein gkeitsmesser, der dazu dienen
oll, einem am Erdbaͤfindlichen Beobachtungsposter
urch elektrische Uebert' din Zeichen zu geben. Dief
VBorrichtung wirkt sicheunfehlbar: sie bietet hierdurd
ine wirkliche Gewöhr daß sich der Leuchtballor
nich wirklich oberhalb ebels befindet und von der
ouftschifsern aus geseheden kann. Durch die Zu
ammenstellung verfchiesiger Leuchtballons könner
rußerdem noch Warnunge vor drohendem Unwetter
»or herrschenden Boden, vor geährlichen Land
ingsstellen aufgelassen 7 Es st kaum anzuneh
nen, daß der Aus führuser Idee wesentliche tech
nische Hindernisse im Woen, dagegen würden di
dosten für die Anlage, Umnlerhaliung einer solchen
Streckenbeleuchtung“ nanzi sein, denn die „Leucht
örper dürsen, falls sie ihpeck erfülten follen. nich
n zu großer Entfernung qnander postiert fein. Au
ßerdem darf nicht vergessenen, daß Verlufte von sol
hen Ballons infelge moere Mer Einflũsse nicht 31
cermeiden sind. Es wird och eine geraume Zeit ver—
gehen, bis wir ein „Luftw haben,“ das be Nach
nit solchen farbigen Leudbtegelrechi markiert⸗ ist
ind für den Anfang wird Fdamu beantgen müs
en, größere Plätze mit ihm rünn
Lokales undmisschtes.
ꝛiler, den 10. Juli.
K. Der Kreiskriegerverbat zu Ehren der Ve
eranen für den 6. 7T., 8. Ause allgemeine Gedenk
eier veranstaltet. Am Samsen 6. August finde
bends 8 Uhr zur Begrüßung deranen im Saalba—
S α * 7—

„Wenn die Frau doch in ihre .4
Jagte der Vater ärgerlich. Naichnleben 5
rät, die mich selber nervös macht. n iste sie nur c
ach Brüssel rnp F
„Du weißt es, Papa, weil sie WP
unglück nicht trennen wune on mir in meinem
„Du bliebst, weil ich nicht mit
Du nicht kamst. Eins wollte das ndd irg
lich sitzen wir alle in der Falle. r enien
pringend, „wenn ich nicht bald Nachteln eilles
halte, werde ich ee 8Ns
Frau von Tarandal kam zittern — 53
war außer Atem und ließ sich in ein d — Sie
„Im Kloster der Dominikaner br e Rut
neuve gleichfalls. Vom Turm der Ahehne
eine Kuͤgel das halbe Dach jortgerisfer hen ense
gen sie nasse Matratzen aufs Dach. —6 fog
geht, sterbe ich noch vor Furcht.“
„Das fehlt mir“, brummie Bourlier. no ch der Jam
mer zu meinem Leid. daz Oe
„Beruhige Dich, Tante', bat Desireo, 24
richt werden. In wenigen Tagen wand decmn
ende sein; dann gehen wir nach der Vit ung v
zie Stille doppelt wohl n— —* u V
„Nach der Villa“, versetzte Bourlier,
dohn. „Sieh zu, ob dergleichen draußen iereten
Hruüssiens hinkommen, rauben, zerstören, ven si Ate
stauchende Trümmer und verwüsiete Felden e
Weg, den die Barbaren nehmen.“
„Hast Du keine Nachricht von meinem Olivier?
„Das ist es eben, was mich rasend — ader
nich nicht mehr hier, unbeschäftigt, hoffendd n
belnd dazusitzen. Ich werde versuchen. b Mort—
horzudringen.“
„Tue es nicht, Papa“, bat Desiree äng HSlivier
'ommt von selber hierher, sobald es ihm möog Vleib⸗
dei uns! Laß uns nicht schutzlos zurück.“
„Schließt die Tür hinter mir und laßt — ein
hinter der unscheinbaren Mauer scheint dieses Abe
vohnt. Ich kehre bald aurück aleichviel. ob ich. ureffe
oder nicht.“
„Und wenn Du zu Schaden kommst“, wo rtaly
wenn Du in dem Gewühl überfahren, zerne
virst? Was fangen wir armen Frauen an?⸗
IIch bin ein Mann und wehre mich meiner ant
horie le er eingensinnig. „Das sind alles Fafeleih⸗
oͤllen die Menschenmengen kommen? Die α
ußerhalb der Siadt, fsie verteidigen uns und ma —
anrsit Ausfelle. die dem Teinde hlbare Versarstit

AIugust, vormittags 8 80 Uhr eine Gedenkfeier am Fußt
»es Spichererberges statt. Am Montag vormittag 8.16
ihr Besuch des Schlachtfeldes. Den hiesigen Veteraner
leibt es überlassen, ob sie sich an dem Festkommers be—
eiligen wollen. Zu der Gedenkfeier entsenden die Vereine
Deputationen mit Fahne. Es ist des weiteren eine Ge—
denkfeier im hiesigen Orte geplant, zu der sämtlich«
Veteranen von Dudweiler, Jägersfreude und Herrensohr
eingeladen werden sollen. In den nächsten Tagen finde
zine Vorbesprechung der Vorstände der einzelnen Vereine
tatt. Welcher Art die Ehrung sein wird, hängt von den
Mitteln ab, die den Vereinen zur Verfügung stehen. Je—
denfalls gereicht es den Vereinen sowie der ganzen Bür—
gerschaft zur Ehre, wenn sie die alten Vaterlandskämpfer
die vor 40 und mehr Jahren hinausgezogen sind und
Leib und Leben eingesetzt haben fürs Vaterland, in ehren—
der Weise gedenken. Für viele Veteranen wird es wohr
zie letzte Ehrung sein, da nach 10 Jahren wohl die mei—
ten Kämpfer zur großen Armee versammelt werden sein
Ob sie im Felde ihr Leben gerettet,
Ob sie in fremder Erde gebettet,
Sie haben Deutschland, das große, geeint.
Drum unter Jubel, drum unter Tränen
Bieten wir Deutschlands wackeren Söhnen
Allen den Lorbeer, allen den Dank.

Die Sprache eingebüßt hat eine Frau von Riegels
berg. »Die Leute haben einen kleinen Kramladen. De
Mann war auf der Grube zur Naͤchtschicht beschäftigt. Ir
der Nacht vom Donnerstag vernahm die Frau, im Bette
liegend, ein Geräusch. Die Augen aufmachend, gewahrt«
sie vor ihrem Bette eine vermummte Männergestall. Si
sprang aus dem Bett an der Gestalt vorbei zum Fenster
zellende Hilferufe ausstoßend. Seit dieser Zeit hat die Frar
die Sprache vollständig eingebüßt und bis jetzt noch nicht
wieder erlangt. Die vermummte Gestalt, die es wahrschein—
lich auf Spitzbüberei abgesehen hatte, war spurlos ver—
schwunden, während die Frau um Hilfe rief.
Unfälle im Bergbau. Im Rechnungsjahr 1909 sind
iuf den Königlichen Saargruben 73 tötliche Unfälle vor—
zekommen und zwar: 6 bei der Schießarbeit, 29 durch
Ztein⸗ oder Kohlenfall, 10 in Bremsbergen, 15 in Schäch—
en, 2 bei der Streckenförderung, 7— auf andere Weise ir
der Grube und 4 über Tage.
Das Fremdenbuchk. Die abwechselungsreichste, wenn
auch nicht immer geistreichste Lektüre, bietet gewiß eir
Fremdenbuch. Zwischen vielen Klecksen und leeren Namer
findet man die verschiedensten Sentenzen in Reim und
Prosa, und, wenn's hoch kommt. eine mehr oder weniger
gelungene Bleistiftskizze. Wenn sich ein achtiähriger Knirvs
verewigt:
Der Hiemel is heider, das Wedder is schön,
Drum wollen wir ins Gepirge gehn —
so nimmt man Rücksicht auf die Jugend des Missetäters
Wenn aber eine höhere Tochter in Krähensüßen schreibt
Wunderfoll liegt mier zu Fühßen
Mancher schöne Waldesgrund
Und ich mecht dich innich grühßen —!
so können wir es dem Spötter nicht verargern, wenn e
der Verbrecherin einer solchen Orthograghie nachruft:
Liebes Kätchen, schleuß den Mund!
Schlimm ist es wird man beim Wandern von häßlichem
Zahnweh heimgesucht, wovon folgender Zweizeiler einet
Harzbesuchers Kunde gibt:
12 Uhr: — Mancherlei geseh'n.
Jedoch Zahnweh schon seit 10!
Ja, bei Zahnschmerzen ist einem an der schönsten Aussicht
weniger gelegen als an der kleinsten Einsicht des betreffen—
den! Doch hören wir den poetischen Erguß eines liebe
vollen Kaufmanns:
Bin Reisender in Spiritus
Und konstatier' mit Hochgenuß,
Daß heut' ein Herz ist explodiert,
Von meiner Liebe angerührt.
Der Knalleffekt? Ein heißer Kuß
Auf roten Mund! — Und damit Schluß.
Dagegen klingt der Zweizeiler:
Lieber Leser, magst es lesen,
Daß auch ich bin hier gewesen —
wirklich blöde genug, daß der Unterreim von fremder Hand
Lieber Leser, es ist wahr,
Dieses schrieb ein Dromedar —
u entschuldigen ist. Von den „großen Steenen, müden
Zeenen“ und ähnlichen geistigen Nippsachen brauchen wir
bohl nichts anzuführen; dagegen dürfte folgende Eintragun⸗
22 »srle — reιαααα —
— — ——— —— ü—
In der Stadt sind nur Verwundete, flüchtige Bauern, Kranke
und deren Pfleger. Sie füllen nicht die Straßen, und die
verirrten Geschosse bringen mir nicht mehr Gefahr als hier
im Hause.“
Trotz aller Einwendungen und Bitten ließ er sich nich
zurückhalten. Er eilte auf die Straße und Frau von Ta—
tandel schloß hinter ihm zitternd die Tür. Draußen schrie,
creischte, johlte es mit tausend Menschenstimmen, dazwischen
zrüllten die Rinder, blökten die Schafe, zeterten die Schweine,
welche man vorforglich in die Stadt getrieben hatte und für
die es kein Unterkommen gab. Unaufhörlich flutete die
Menge, Uniform an Uniform, keineswegs Verwundete und
deren Pfleger allein, die von Haus zu Haus zogen und si⸗
den Eingang mit Gewalt erzwangen.
Je näher Bourlier der Rue neuve kam, je mehr staute
sich der Menschenstrom. Die Läden und Weinkneipen waren
geschlossen, denn die verdursteten, gewalttätigen französischen
Soldaten nahmen, ohne zu zahlen, was sie fanden, sie raub—
ten, um Hunger und Durst zu stillen. Die Offiziere, welche
dem Unwesen steuern wollten, waren machtlos, sie wurden
verhöhnt, gestoßen und geschlagen, überall tönte ihnen das
Wort „Verräter“ entgegen; nannten doch die Offiziere ihre
Benerale auch nicht anders, Verrat war das Losungswort,
das von Mund zu Mund ging. Und weil sie verraten wor—
den waren, wollten die Opfer die kurzen Stunden bis zur
gänzlichen Vernichtung noch genießen. Sie tranlen, um zu
bergessen. Was nach dem Rausche geschah, kümmerte sie nicht
Darum hörte Bourlier in dem Soldatenschwarm nur tröh—
lichen Gesang, lallende Reden, Witzworte und Aufjauchzen
der Trunkenheit. Die Männer, welche in feiger Flucht sid
mit genauer Not vor den Geschossen und blanken Waffen de.
Deutfschen gerettet hatten, sprangen und tanzten, wo es der
Platz erlaubte, und küßten die Weiber, welche sich schamlos
zu ihnen gesellt. Alle Zucht war dahin. Die Verworfjenheit
jseierte Orgien, das Laster verlroch sich nicht mehr in die
dunklen Winkel, es brüstete sich in dem Lichte der Sonne
welche gedämpft durch die Nebel eines Weltbrandes aus d
unalückliche Stadt herniederleuchtete.
Entsetzt über die scheußlichen Scenen wollte Bourlier
von dannen fliehen; aber es gelang ihm nicht, in der ein—
geschlagenen Richtung weiter zu kommen. Ein Haus brannte
in allen Stockwerken. Niemand dachte daran, zu löschen,
niemand zu retten. Man ergötzte sich an dem Schauspiel und
freute sich, daß das Nebenhaus, eine bauföllige Baracke aleich
tasls Feuer zu fsangen beagann.

—ob———e V.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.