Full text : Dudweiler Zeitung

des Warenbejttzers n1uqhr gerocht. DVas Komitee
iordert alle Geschafte auf, die griechischen Angestellten zu
ntlassen.
Die griechische Regierung hat den Kretern
ibermals geraten, sich den Wünschen der Mächte zu
agen.

— —
Arbeiterbewegung.
Streiklustige Professoren. Die Mittelschul⸗Profes⸗
oren in ganz Ungarn beabsichtigen bei Beginn des neuen
zchuliahres im März in den Streik zu treten, falls bis
»ahin die Regierung eine Besserung ihrer materiellen Lage
nicht berbeiführt.
— Drohender Ausstand. Die „Liberte“ gt wissen,
aß der Staatsausschuß der Eisenbahner in Naris beab—
ichtige. den Befehl zum Ausstand in der Nacht vom
. zum 10. Juli zu erteilen. Den Angesliellten der Nord—
ahn soll der Streikbefehl angeblich mittels Brieftauben
ugestellt werden

Nachklänge zum Allensteiner Drama.
LTerr A. O. Weber, der Gatte der Frau von Schöne—
eck-Weber, schreibt einem Berliner Blatte: „Man macht
nir besonders den Vorwur“, das ich Frau von Schönec
»eck heiratete. obwohl das Verfahren noch schwebte. Ich
jabe mich seinerzeit mit dem Allensteiner Rechtsanwali
neiner Gattin. Herrn Dr. Salzmann, in Verbindung ge—
etzt, dieser erklärte mir im Dezember 1909: „Es ist abso—
ut ausgeschlossen, daß ein VNerfahren wegen Ans ftung
»der Beihilfe zZum Mord gegen Frau von Schönebeck er
oͤffnet werden kann. Der Herr Staatsanwaltichaftsrat
Poschmann, derselbe, der in der Verhandlung die öffent
iche Anklage vertrat, hat bereits mit mir die Paraara⸗
»hen des Gesetzes üher Entschädigung unschuldig Nerhaf—⸗
eter durchgesehen, und muß es demnächst zur Einstellung
des Verfahrens kommen!“ Moschmann hat dies in der
Verhandlung zugeben müssen. In den Migidovpers wr:
diese Tafsache entisprechend ausgenuszt worden. Wer nun
miere Behörden kennt, weiß, was in solchen Fällsen „dem⸗
iächst“ heißt. Zwei Dahre waren schon vergangen; bis
ur definitiven Enischeidung hätten noch zwei Jahre ver
iehen können Da ich nun auf Grund der Salzmannichen
lJusführungen und der zögernden Haltung der Stgatsan—
valtschast an die strafrechtliche Schuldlosigkeit der Frau
on Schönebeck glaubte und noch alaube und nicht wußte.
vie schwer hysterisch krank die sonst im Leben überaus
harmante Frau war und ist, und andererseits sah, wie
ihre Familte mit Ausnahme ihres Vruders. sie verständ⸗
nislos und leblos behandelte, wie sie, fast von allen ver—
lassen. schwer seelisch litt. ging ich mit der von mir ge⸗
iebten Frau die Ehe ein, nachdem ich sie vier Mongte
annte und sie sich einwandfrei benommen hafte. Ich be—
eue auch heute nicht, ich aglaube immer noch. daß die
Aermste allein durch das Ghesehen gesunden fann, denn
visber hat sie ein wirkliches Ehelseben nicht kennen ge—
ernt. Im Irrenhause würde sie geiftig völlig unte gehen.
So ist der Sachderhalt. Wer min noch Steine auf mich
oerfen will, mag es tum, ich werde mich zu wehren wis—
en.“ — Von einer dem verstorbenen Maior von Schöne—
eck nabestehenden Seite erhält die „Deutsche Zeitung“ eine
Zufchrift, die sich aegen die MAuffassung wendet, als habe
er verstorbene Maior von Nchönebeck in Dingen der Fa—
nilienebre eine andere als die in Offizierskreisen elbst⸗
herständliche Auffassung gehabt. Die Zuscchrift versichert,
vak Maior von Schönehbeck mehrere Offiziere seiner Gar—
nifon in der ühsichen Weise zur Rechenschaft zu ziehen
eabsichtiagte. weil diese angeblich der Ehre teiner TFrau
u nahe getreten waren, daß aber der Ehrenrat die For—
derungen nicht genehmigie

— De22222—
— 2
Spiel und Sport.
J Senley⸗Regatta. Auch der dritte Tag der Henley—
stoyal⸗Regatta brachte den Mainzer Ruderern große Er—
olge. Im Vierer konnte die Mannschaft mit drei Län—
jen sicher über die sehr favorisierten, berühmten de Am—
tel⸗Leute (Amsterdam) siegen und im Einer kam Lu—
as mit fünf Längen vor Edge ins Ziel, welch letzterer
n England als einer der sichersten Bewerber für die Dia—
nond Seulls angesehen wurde. Lucas hatte am
Dienstag mit 34 Längen über Mouiliin vom
ding College in Cambridge gesie gt. — Mittwoch
Nachmittag verhor Lukas im Entscheidungsrennen
zegen Kinnea 4

Von der Lujftschiffahrt.
*Deutsche MilitärFlugmaschinen. Auf
em Truppenübungsplatz Döberitz stieg am Mühlenberg
die Militär-⸗Flugmaschine unter Führung des Dr. Brüd
uuf, erreichte eine Hoͤhe von über 30 Metern und machte
en ersten Ueberlandflug in Döberitz. Sie flog von Müh—
enberg bis nach Alt-Döberitz, etwa 2500 Meter Luft⸗
inie, kehrte von dort in einer Schleise über dem Exer—
ierplatz zurück und landete genau an der Auffahrtsstelle
ei der Halle. Das Gelände war, wie bisher, militärisch
baeverri.

— — — —— — —
Allmählich kam Tyrolt zu sich. Er öffnete die Augen und
eckte durstig die bleichen Lippen.
„Trinken Sie, Herr Leutnant“, beeilte sich sein treuer
Zursche zu sagen und hielt ihm den Krug mit Milch hin.
Sie wird wohl ein bischen nach Rauch schmecken, aber besser
uUs Wasser ist das Getraͤnke doch.“
Tyrolt schlürfte in vollen Zügen und nickte dem Ge—
er freundlich und dankbar zu. Er lat es mit Recht, denn
Neumann hatte die Milch mit Gefahr seines Lebens aus
»em brennenden Hause herausgeholt.
„Ist meine Verletzung sehr schlimm?“ fragte der Ver—⸗
wundete, der nun seinen entblößten Arm bemerkte.
„Ich denke nicht, Herr Leutnant, es wird wohl besser
verden, wenn Sie sich recht still verhalten. Der Knochen hat.
wohl einen Knax. Am Ende werden Sie doch ins Feldlaza⸗
rett müssen.“
„Ins Lazarett? Nimmermehr, ich uß mit, vorwärts
ↄorwäris!
Nu wenn's geht, dann geht's. Endlich muß doch mal
o'n Pflasterkasten lommen.“
Tyrolt seufzte und horchte nach der Straße hinüber. Der
ritt festgeschlossener Infamerie liecß sich hören, dazu Trom—
nelschlag und Hornsignale.
„Das sind die Bahern“, meinte Neumann. „Deren Ele—
ohantenfüße kenne ich; wo die hintreten, wächst kein Gras.
Ku bleiben wir wohl ein bischen zuruck, die lösen unsere
wantgarde immer ab. Mehr konnen wir auch so nicht, Gott⸗
trammbach, wir hatten eine harte Nuß zu tnacken.“
Der Leumant nickte. Regungslos lag er da; er befand
ich wie im Halbschlafe. Fast gegen seinen Willen huschten
die Bilder der Vergangenheit, durch Pumarguets nöszliches
Erscheinen in die Erinnerung gerufen, an seiner Seeie vorbei.
Zwei Tage nach seiner Abreise von Bazeilles war er in
eichenbach eingetroffen. Dort fand er seine Gestellungsordre
ereits vor. Nur wenige Stunden konnie er bei seinem al⸗
en Vater, seiner teuren Mutter verleben, dann nahmen sie
unter Segenswünschen und Traänen neuen Abschied, und er
begab sich nach Dresden, wo er sich beum Konmnmel—
dete und sofortigen Marschbefehl empfing. Das Schuzenregi⸗
nent 108 befand sich bereits am Rhein. Am Vorabend der
Schlacht bei Weißenburg erreichte er seine Truppe und mar—⸗
chierte mit ihr gemeinsam über die französische Grenze. Erst
hei Beaumont erlitt das Regiment Einbuße an Offizieren
vie an Mannschaft. So war Tyroit trotz der anstreugenden
Närsche gesund geblieben; nur die Seele litt uner den Ein—
rücken, welche er bei seinem Abschied von Desiree mit sich
senommen. Mit dem Betreten des französischen Bodens war
t auf immer von der Geliebten geschieden, das wußte er,
a er Boͤurliers Charakter nur zu aut kannte. Er bate abes

*Aufstiegeines Zelllendrachen. Bei einem
Vind von 15 Setundenzrtern ea Leutnant B asseil
n Betheny mit seinen: uengeturpelten Zellen—
rachen 110 Meter auf und ieb 42 Minutden
er Höhe.
*Mißghlückte Flugverfsuche. In 5penha—
gjen machten der schwedische Aviatiker Baron derström
ind der dänische Aviatiker Svendseen den Versuch,
»om RKopenhaßgtner Flugplatz aus den Sund nat n
zu überfliegen Beide erreichten jedoch wegened
sen Windes nicht ihr Ziel. Baron Cederström
mus der In'e: Zaltholm; Svende flog nach dem —A
»agener Flugplatz zurück, wo er glatt landete.

Vermischtes.

„Eine geprete Regierungt: Vor einigen Jahren
rug sich in einem Dorf der Rheinpfalz ein heiteres Vor
ommnis zu. Seit WMienschengedenken besaß der Polizei—
»iener und Feldhüter das Privileg, im Bereich der gan—
en Gemarkung das „Schwarzwild“ zu jagen. Für jeden
;räsentierten Maulwurfschwanz zahlte ihm der Bürger—
neister 10 Pfennig. Auch das neue „Auge des Gesetzes⸗
ibte einige Jahre sein Jagdrecht mit Treue und Würde,
vie es sich für einen uniformierten „Anplogerten“ ge—
sört: Eines Tages aber reitet den Guten der Teufel,
der es packt ihn ein höheres wissenschaftliches Verständ⸗
is für die Bedeutung der Maulwürfe — gleichviel, er
aßt den Enischluß, die unmoralische Verfolgung der un—
huldigen Tiere aufzugeben und seinen Herrn und Gebie
er auf andere Weise zufrieden zu stellen. Die Maul—
ourfsschwänze machen eine Metamorphose; sie werden
on' Tag zu Tag dicker und eckiger“ DVer Bürgermeister
indet zunächst alles noch rund. Erst als die „Wildprä—
nie“ immer höher sieigt und trotzdem die Maulwurfshü—
jel auf den Wiesen täglich zahlreicher werden, schöpft das
vemeindehaupt Verdacht, und der ungetreue Maulwurfsaͤnger
 muß gestehen, daß er schon seit Monaten seine
ind seiner Buden alte Filzhüte zu Maulwurfsschwänzen
erarbeitet hat

Fluggefahren.
Als der siebenie „Zeppelin“ auf den Bäumen des
entoburger Waldes hing, liefen sich die fFranzösi—
chen Flugkünstler über die Lehren dieses Un
alls interoiewen. Sie erblickten in ihm eine eruneute Ver—
rteilurg des Ventballons und jedes Systems „leichter als
ie Vuft.“ Lauter als je verkündeten sie ihr Dogma, daß
iur das „plus lourd que l'air“ im Reich der Lüfte selbst—
eerlich regieren könnte. „Gebt uns die Geldmittel, große
lpparate für zehn Personen zu bauen“, sagte Bleriot,
und ihr werdet sehen, was wir leisten.“ Der Virtuos
ind Propagandist des Eindeckers ist leider rasch Lügen
estraft worden. Der Todessturz W achters in Reims
at bewiesen, daß die Flugmaschine so wenig vor meteo—
ologischen Ueberraschungen gesichert ist wie der Lenkbal—
on starren oder unstarren Systems. Noch sind die Ur—
ichen des Unglücks nicht genau ermittelt Hat Wachter
en Motor zu früh oder zu spät abgesiellt, ist er in einen
Lirbel oder einen senkrechten Luftstrom geraten, war der
ztoff des wiederholt durchnäßten und getrockneten Appa—
ates brüchig geworden? Der Unfall scheint jedenfalls der
ehrreichste von allen zu sein, welche die Fliegekunst bis
Jer zu verzeichnen hat. Vielleicht fördert die eingeleitete
intersuchung Lehren für die Zukunft zutage. Vorläufig
ieht es aus, als ob das Fliegen mit Aeroplaneneine
udividuelle Kunst bleiben soll. Ein Lentballon miag sich
llein bewegen, wenn seine Schrauben zu wirbeln begin⸗
isen. Ein Flugapparat bedarf der helfenden Geschicklich—
eit des Lenkers, der mit jedem Sinn und mit jedem
zliede angespannt arbeitet. Es gehört sogar ein sechster
zinn dazu, der Gleichgewichtssinn, oder doch eine Ver—
einerung des Gefühlsinnes, ähnlich der Verfeinerung des
Irtssinnes der Brieftauben. Gelinat es, das Gleichge⸗
icht selbsttätig herzusteilen, dann wird die Auigabe des
euters erleichtert. Aber ein rein umechanisches Fahren
»ird damit kaum erreicht sein. Solange die tückischen
uftströmungen urplötzlich eingreifen können, hängt das
ichicksal des Fliegers von seiner Geistesgegenwart, seiner
ugenblicklichen Entsehlußlraft ab. Die kann keine Wissen—
haft lehren, dazu gehört ein besonderes Talent wie zum
dalen oder zum Kriegfichren. Dieser persönliche Auteil
m Fliegen muß jedenfalls erheblich vermindert werden,
enn die Flngmaschine ein allgemein zugängliches Fahr—
eug werden soll. Und dieser technische Fortschritt darf
uch nicht mehr lange auf sich warten lasfen. Denn bis
etzt hat der Aeroplan viel mehr Menschenleben gefordert
1s das lenkbare Luftschiff. Das ist immer noch ein
zrund, dem „schwerer als die Luft⸗ nicht so rasch den
zorzug zu geben. — Ebenso steptisch hat sich E dison
egenüber dem technischen Mitarbeiter einer großen ameri—
mischen Zeitschrift über den heutigen Flugmaschinentypus
usgesprochen. „Die Flugmaschinen“, so äußerte sich der
erühmte Erfinder, „haben sich zu rasch und zu leicht ent—
vickelt. Ich bin überzeugt, daß sie bestimmt sind, unsere
berkehrsmittel völlig umzuwandeln, und ich glaube auch,
aß sie in zehn Jahren die Post und auch Passagiere be—
ördern werden. Aber das wird nicht jene Form von
5lugmaschinen sein, die wir heute bewundern. Der Aero—
lan von heute ist eine Sportmaschine. Der Flug ist zu
wei Dritteln Sache der Maschine und zu einem D——

46bu0offt, daß ihn vas Kriegsglück weitab von der Maas fuh⸗
en würde, und nun marschierten die Kolonnen geradewegs
uf Bazeilles, auf Sedan zu.
Während die Bayern an dem Pachthof vorüberzogen,
ammelte sich das ganze 108. Regiment auf dem Obstgarten—
errain, und mit dem ersten Baͤtaillon traf auch die Sa—
titätskolonne ein, während die Schützen mit Fleiß an die
Aufräumung der inzwischen abgebrannten Gebäude gingen.
Inter dem Schutte faud man keine Verwundeten, sondern nur
Dote. Der Stabsarzt, welcher sich einstellt, hatte genug mit
en Blessuren der Rämpfer zu tun. In einer Baracke hatte
r seine Klinik aufgeschlagen Auch Tyroli ließ sich dorthin
eleiten.
Doktor Reiter unterimte's die Schulter mit Aufmerk⸗
rnikeit.
„Hm, zerschlagen ist nichts“, sagte er gemütlich, „abe;
Zie müssen dennoch nieder »chtige Schmerzen ausgestander
aben. Da stecken Sie sich einmal einen Tabak an, damit
zie etwas zwischen den Zähnen zum Beißen haben. Ich
nuß die Schulter einrenken, und das wird einen tüchtigen
stuck geben.“
Tyrolt tat nach dem Willen des Arztes, obgleich er durch⸗
ius keinen Appetit zum Rauchen verspürte.
„Also ist keine Gefahr dabei?“ fragte er mit Ergeben⸗
seit.
„Vielleicht Gefahr infolge der Entzündung. Die Kugel
st ganz aus dem Gelenke: die Zerrung der Bänder bereitet
Ihnen kannibalische Schmerzen. Brennt die Zigarre?“
„Ich glaube ja“.
„Na denn, Sie Schützenjüngling, halten Sie dem Herrn
zeutnant mal dem Kopf“, wandie er sich an Neumann, nach—
em sich der Patient auf eine Kiste gesetzt hatte.
Ein Ruck — und das verletzte Glied war eingerenkt.
kyrolt hatte nicht mit der Wimper gezuckt, aber die Zi⸗
jzarre hatte er glatt durchgebissen.
„So, nun sahren Sie mit Kühlen fort“, ordnete der
Arzt an; „bis wir weiter marschieren, wird der Schmerz wohl
ufhören. Soll ich Sie krank melden?“
„Ich bitte, nein“, antwortete der Offizier eifrig, „ich
narschiere auf alle Fälle mit.“
„Habe nichts dagegen“, nickte der Stabsarzt und sah
ch nach weiteren Objelten seiner Kunst um. Leider war
aran kein Mangel. Tyrolt entfernte sich schnell. Er benei—
ete den Arzt nicht um sein Amt.
Eine halbe Stunde später — Neumann hatte gerade Zeit,
die Uniform seines Herrn oberflächlich zusammenzunähen —
etzte sich das Regiment wieder in Bewegung.
Hauptmann Bergetsiröm begrüßte seinen Offtzier mit ei—
em Haudschlag. Er mußte sich mit der Linken begnügen.

a e enschen. Aber das genugt richt. Die Flug—
taschine —— zn leiten sein daß jeder Mense
n Dneinlelligen ohne weiteres das Fliegen er
Inen larc gun auch daß die heute üblichen Ma—
hinen nen jalschen Prinzip gebaut fundeee kön⸗
Dreich, Llbftenhehen Man ist genötigt, sie
abQ; über Frdboeu rollen zu lassen, bis der W
stand dedes gegen ihre Flächen groß genug ist,
m die eap te zu lassen. Aber ich bin
er Ansicht, einigen Jahren ein Aeroplan gebaut
erden wiri ohne weitere Umstande sich von selbst
porhebt uu cn Witterungsvorhaͤttuffen sein
cteicht.“ F. 3.

D
Les und Vermischtes.
Dudweiler, den 8. Juli.
Eingesanduser Waffenbruder Verein hat dieser
dann 57
ge ueue Milvehre erhalten, während unser Krieger—
‚erein schon län, Besitze solcher Gewehre ist. Nun
durnte das gewurVereinsschießen der genannten Ver—
ins losgehen die beiden Vereine einen geeig—
zeten Schießstand . Die Schießstäude des Schützen⸗
en sollen fich t dazu eignen. Wie uns mitge—
ei t wurde— soll deger-Verein Sulzbach seinen Schieß—
en Naé z
tand den Nachbar⸗en zur Verfügung stellen. Aber
ves ic 33 5— F *
veshalb sollen die iler in die Ferne schweifen, der
d i j F 5 8..
ditlen liegt so nahe es denn nicht möglich sein, ne—
en d Schützenhauh dem Walde zu einen Schieß—
tand Jur die Kriegesine der Gemeinde anzulegen?
* * 52.
ẽs ire du wunschen. sich Freunde der guten Sache
arüber äußern würden Ein alter Dudweiler.
lonmiund stag, den 10. Juli, abends um
anr 8* itzersammlung beider Zahlstellen
ni eecreiee t Julius Krieger statt. Be—
vnders Lehrhauer Amd »pper sind dringend gebeten.
echt zahlreich zu erschein.
Je 40. Wiederkehrgages von Spichern wird
n ee eeree diesen Anlaß haben die
riene as andes eine besondere Feier
undener ee esch die sich uͤber den 67.
a ihegesew solies Feier ist vielleicht die
ee aunn er si dn ene Ere Anzahl Veteranen be—
cagen wir d vh Nuet man in Saarbrücken
iuf eine Feimahme wragg den Spichernstürmer aus
»em ganzen riseungen für ihre Ehrung.
Hersona ueicten des nach Sulzbach ver—
Doanhe en en — ZJist der Gend.-Wachtm.
Lalentin Dahm von Mülheim Ruhr nach hier versetzt
vorden.
arlepp augerein, ahst thvoch wird Herr Oko—
e urze gu enbaut einen Vortrag halten,
* —8 —F 99* J a— —*
—een n erit g etoch näher zu bezeich—
enden Garten die verschiedenen pulatiüen berdn
Ibstbaumzucht ad oculus vorneh Da der Herr Elso—
omierat ein sehr erfahrener Man, 4553
58 ine idiie dc 9 dem Gebiete des
zartenbauwesens ist, dürfte der Voe wele senen
inden.
x Reise naꝙ der — —— die diesjährige
deise der Mainzer nach der Wasser vom 20. bis 26
eranstaltet vor der Kreisgruppe des Deutschen
ftottenvereins, nach Bremen, Bremhen Helgoland
amburg und Kiel, worauf wir unscoer bereuͤs vo
urzem aufmerksam machten, findet, n hören, zufolge
er inzwischen bereits eingelaufenen Auingen 338
tatt und wer diese günstige Gelegen uch benuten
nöchte, um unsere aroßen Handelshäfen ihrem riefigen
berfeeischen Verkehr sowie unsere Kriegen —
IErt und Stelle für den außerordentlich ngen Preis von
Nk. 100 einschließlich Hotels, —— dur
dampferfahrten nebst Trinkgeldern kenner —— —
2* M 27 J
äume nicht, sich baldigst bei dem Reisebu Loffen—
op und Comp., G. m. b. H. Mainz, Korahe —
essen Händen auch diesmdl wieder die Arnents lie⸗
en, und wo auch das ausführliche Progr ahältlich
nzumelden, um sich die Beteiligung an der och zu
chern. Der Sonderzug hält zur Aufnahme Teilneh
ier aus Rheinland und Westfalen on den en Un—
rwegsstationen
Vom Ruhrkohlenmarkt. In Koks utt. nbsatz
a Juni als recht gut, die allgemeine Lage als lich be⸗
iedigend bezeichnet werden. Die Frage, od dvohlen⸗
yndikat am 1. Oktober eine Preiserhöhung in TIne
reten lassen wird, macht sich hierbei mit gelte wporm
iuch angesichts der allgemeinen Geschäflslage, die. *
usener Seite kürzlich als weder gut noch schlechteenn—
eichnet worden ist, niemand an eine Preiserhöhr —
volle 2 Mark für die Tonne glauben will. Daß 36
die sieforn Sa —D— —

n Arug ven rechten Arm in einer Binde.
ie Schmerzen nachgelassen hatten, war er außer staum
jend etwas zu fassen oder zu halten.
„Wir beide nehmen uns gut aus“, lachte Bergeth
auf seine Bandage am Bein zeigend. „Zwei Invalide
ꝛer Spitze der Kompagnie. Aber das tul nichtss Im K
ind Schönheit und Eleganz Nebensache“.
In langen Marschkolonnen rückten die Hundertachter
as Tal von Letanne. Die Bayern hatten tüchtig von
öhen hinabgepfeffert. Der ganze Berg und die angrenzend
zelder waren von gesallenen Franzosen dicht besäet — m
oter Mohn schimmerten überall die historischen Rothosen au
»em Grase und Getreide. Trümmer aller Art, Kadaver vo
zserden, Gepäckstücke, Leichen machten die Choausseen fast un
assierbar.
Leutnant Tyrolt marschierte unverzagt an der Spitze sei
ies Zuges. Als Befehl kam, das Dorf Villemortry zu neh—
nen, trat eine ernste Akllion ein. Von den Preußen war beim
zturm das 96., 86. und 71. Regiment beteiligt. Letzteren
iel die Aufgabe zu, die Franzosen aus dem unteren Dorfe
u vertreiben. Diese, insbesondere die Marinetruppen wehr—
en sich mit Löwenmut, und fingen erst an zu weichen, als
wei bayerische Batterien eine westlich gelegene Anhöhe be—
etzten und, Geschoß auf Geschoß in die Gehöfte schleudernd,
aus für Haus in Brand steckten. Mit klingendem Spiel rück—
en die Hundertachter in die Dorfstraße ein; doch bald muß⸗
en fie aufs neue zu den Waffen greifen. Während die fran—
ösischen Soldaten sich vor den nie fehlenden Zündnadeln und
en bayerischen Shrapnels flüchteten, schickten sich die Bauern
n, ihre Häuser zu verteidigen. Aus Fenstern und Lucken,
„on den Dächern und aus den Kellerlöchern schossen sie auf
ie vorbeiziehenden Sieger. Die Folgen dieser wahnsinnigen
dat blieben nicht aus. Die Franktireurs wurden niederge⸗
nacht, ihre Häuser eingeäschert. In Mouzon endlich wurde
mgesichts des Feindes Biwak bezogen.
Leutnant Tyrolt hatte nach langem Suchen in dem zu⸗
ammengeschossenen Schuthause einen Platz gefunden, um nach
sen Strapazen des Tages auszuruhen, so zu sagen unter
reiem Himmel, denn das Dach war zerstört und klaffte weit
useinander, dem feinen Sprühregen, der sich gegen Abend
ingestellt, freie Bahn lassend. Dennoch war dem Totmüden
er etwas abgelegene Ort hochwallommen. Nach dem an—
rengenden Marsche, den ausgestandenen Schmerzen, nach der
lufregung des Kampfes mit allen seinen Greueln und Schrek—
en fühlte er sich wie zerschlagen. Nur nach Ruhe lechzte er.
dur kurze Augenblicke wollte er normal denken, vielleicht
äumen. In der zerstörten Schule fand er den geeigneten
latz und bat Neumann dafür au sorgen, daß er allein
r44.

ei den nicht befriedigenden Ergebnissen der Zechen ein.
zreiserhöhung nicht gänzlich unterbleiben wird, ist wie
in Bericht der „Köln. Zig.“ ausführt, ja bestimmt zu er—
»arten, nur erscheint es nuwah scheinlich daß man im
rsten Jahre, in welchem, den früheren Wünschen der Ab—
sehmerkreise entsprechend, das Kohlensyndikat seine Preise
ür Koks nur für ein halbes Jahr festgesetzt hat, es für
as zweite halbe Jahr einen Aufschlag von Me5 für die
konne eintreten lassen wird. Eine nur mäßige Erhöhung
er Preise liegt, wie wir meinen, cuch durchaus im In—
eresse der Zechenverwaltungen selbst. Die Frage der
Preiserhöhung ist für den Handel von einschneidender Be—
»eutung. Die Maßnahmen die in der Juliversammlung
»er Syndikatszechen getroffen werden, sind wichtig auch für
die außersyndikatischen Zechen, die nach Möglichkeit über—
ill zu Jahresabschlüssen in Gießereikoks bereit sind, ohne
ine Preiserhöhung ab Oktober eintreten, zu lassen bezw.
in Aussicht zu stellen. Der Absatzmangel bei den nicht—
yndikatlichen Zechen hat auch im Juni bestanden und sich
n scharfer Form durch sehr billige Angebote, vor allem in
den Küstengebieten geäußert. Im Uebrigen ist es gar nicht
u verkennen, daß heute der Weltrrarkt in Kohlen aller—
eits als auf seinem niedrigsten Punkt angekoinmen betrachtet
vird. In der Meinung, daß man billiger nicht kaufen
önne, suchen sich die Abnehmer, besonders im Auslands—
jeschäft, mit langsichtigen mehrjährigen Verträgen einzu—
decken, soweit ihnen seitens des rheinisch-westtälischen Kohlen⸗
yndikats oder der englischen Gruben nach Gelegenheit dazu
neceben wird
Blutlaus. Auf Grund der Regierungs-Polizeiverordsung
 vom 8. September 1890 werden die Einwohner daran
rinnert, daß Jeder, der eigene oder fremde Obst- und
ndere Baumpflanzungen in Nutzen oder Verwaltung hat,
ie gedachten Holzgewächse in der Zeit bis November
»onatlich wenigstens einmal auf das Vorhandensein der
zlutlaus zu untersuchen und das Insekt, wo es sich findet,
u vertilgen hat; bei Säumigen können die erforderlichen
lrbeiten zwangsweise vorgenommen werden.
Erneuerung. Herr Parteisekretär Köster, der zuletzt
em nationalliberalen Parteibureau in Saarbrücken vorstand,
vurde zum Generalsekretär der nationalliberalen Partei für
das Staatsgebiet der freien Hansastadt Hamburg gewählt.
Die Reinigung eines Augiasstalls. Die Revision
die Senator Garin in der russischen Militär-Intendautur
vorgenommen hat, zeitigt immer neue Uebecraschungen
hanz Petersburg verfolgt mit größtem Interesse diese Ge—
ichtsverhendlungen, in deren Mittelpunkt jetzt der Kapitär
B. steht, der in den Jahren 1907 und 1908 die Verwal—
tung des Militär-Mehlmag azins geleitet hat. Es stellte sich
seraus, daß er für seine Privatoperationen fortwährend
fLisenbahnagenten in Anspruch nehmen mußte, die bestochen
»urden. Zunächst war es Usance geworden, von jeden
intrefsenden Waggon Roggen 2 bis 3 Pud beiseite zu—
u schaffen „für die Spesen.“ In 1u/, Jahren sind au
5609 Pud Mehl und Korn unterschlagen worden. Abe—
iuch andere Gebiete der Proviantvorräte blieben von ihm
icht verschont Für die Lazarette werden bekanntlich Ge—
rüsekonserven geliefert. Davon verwendete B. einen großen
keil für Beamte in Rjähsam, deren Dienste ihm notwendig
»aren und die er nicht mit barem Gelde honorieren wollte
zin ähnliches Systein verfolgte er bei der Lieserung von
chnischen Geräten für das Mühlenwesen. Er bezahlte
zegenstände mit Mehl, das der Rentei gehörte lleher—
saupt pflegte er die meisten Rechnungen mit ehl zu be—
leichen. Auch Quittungrn, welche seine Unterbeamten aus—
estellt haben, sind gefunden worden. Sie rühren vom Jahre
908 her, als der Hauptmann Merkarin die erste Unter—
ichung gegen B. einleitete und damals schon viele be—
astende Momente gegen ihn fand. Daraufhin beantragte
die Moskauer Kreisindentantur eine Haussuchung bei dem
dapitän B. und in der Staatsmühle. Am selben *bend
iber brannte diese total nieder und alle Beweise und Do—
mnente waren eingeäschert, mährend die Schuld der Brand—
tiftung dem Maschinisten Orejowitsch zugeschoben wurde.
Erbittert über diese Verleumdung, entdeckte er dem Gerichte
ine Reihe von Mißbräuchen, die der Verwalter der Mehl—
utendantur fortgesetzt ausgeführt hat.
Es sind aber noch andere Intendanten, und im ganzen
As nicht weriger 66 der frechsten Unterschlagungen verdäch—
ig. Darunter der Militärinspektor Strupniwko und der
INberst Paljakow und eine Reihe von Beamten und Offi—
ieren der Moskauer Kreis-Artilleries Verwaltung. Einige
»on ihnen haben ihr Vergehen ohne weiteres eingestanden,
das sind Leute, die mit der österreichischen Millionenfirma
dand in Hand gingen, die Stahl für das russische Heeres—
vesen liefert.
Jede neue Verhandlung eröffnet den Ausblick in
iinen neuen Abgrund von Betrug, der nicht nur innerhalb
der Intendantur, sondern in sämtlichen Abteilungen der
Ment ee iabrefang ungestraft ausgeübtt wurde
I — ö———⏑
„Sie sollen es genießen“, nickte der Bucrsche, seinem
Herrn die Lagerstätte auf einem Soldatenmantel, den Tor—
nister als Kopfkissen, bereitend. „Ich lege mich quer vor die
Tdüre und sage jedem: „Hier sind die Cholerablatternt“ De
aufen sie alle davon!“
Er ging auf seinen Posten. Waldemar streckte sich auf
ein hartes Bett nieder. Das herabwehende Naß störte ihn
icht; es kühlte seine Stirn; es mäßigte die Glut in seinem
Innern. Seine Gedanken weilten bei der Geliebten. Gott—
ob, Desiree war weit von dem Kriegsschauplatze entsfernt.
inter dem Schutze der gütigen Tante war sie nach Belgien
eflüchtet. Nur Olivier weilte in Bazeilles. Z3n welchem
zIwecke? Sollte er wirklich den wahnsinnigen Plan gefaßt
saben, den nachrückenden Deutschen Stand zu halten? Um
o schlimmer für ihn. — Dann gedachte Waldemar seiner
ẽltern in Reichenbach. Von ihren Segenswünschen beglei—
et, war er zur Verteidigung des Vaterlandes ausgezogen.
r sah die lieben Alten vor seinem inneren Auge, wie sie
ageduldig den Feldpostbrief aufbrachen, wie sie dicht an—
tander gedrängt, ihn gemeinschaftlich lasen und sich freu—
i, daß er wohl und guter Dinge sei. Guter Dinge? Mit
nb Gram um Desiree im Herzen? Doch gleichviel, sie kann—
ja den Grund seiner Trauer nicht. Wozu solite er sie
damit betrüben! Aber sie lobten ihn und den braven
nann, der ihn so ausopfernd pflegte und jetzt draußen
der Tür lag. Ein treues Herz! — Ob ihm auch Desiree
— bewahren wird, ob sie ihn noch liebt, ob sie seiner
kt?
Nit halbgeschlossenen Augen blickte er zu dem wollen—
Aien Nachthimmel empor. Kein Lichtstrahl weit und
»chl Dort gerade über ihm ein einzelner, schwach—
euader Slern aͤuftauchend, verschwindend. Ob auch De—
ireenige ihn in dieser Nacht sehen wird, ob dort sich ihre
edan treuzen — —
— den Strahl in sich auf in seliger Hoffnung; dann
lam ehse Todesmattigkeit über ihn. Stille ringsum; nur
der leissprühregen zischelte auf die Dachrümmer. Walde—
nar saun tiefen. erquickenden Schlaf.

curtiesinüd
            
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