Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 4. Juli.
xsonalnachrichten des Bergwerksdirektionsbe—
irlkz3 Saarbrüchen. Dem Berginspektor Marckhoff des
ic .ohlenbergwerks Sulzbach ist die nachgesuchte Entlas—
ung aus dem Staatsdienste vom 1. Juli 1910 ab erteilt
vorden. Der Kanzleiinspektor der Käniglichen Bergwerks⸗
zirektion, Wilhelm Maaß, ist am 28. Juni ds. Is. verstor⸗
en. Der Kohlenmesser Peter Portz des Bergwerks Kron⸗
rinz ist am 1. Juli d. J. seinem Antrag gemäß in den
tuhestand versetzt worden.
Der Knappsfchaftsvorstand hat in einer außerordent⸗
chen Sitzung den Sekundärarzt Dr. Lemmen zu Köln—
indenburg vom 1. Oktober ds. Is. ab zum leitenden
Irzt des Knappschafts-Krankenhauses zu Völklingen und
aum Revierarzt für den dortigen Kursprengel anstelle des
n das Fischbach-Krankenhaus versetzten bisherigen Chefarztes
r. Noetzel gewählt.
Kohlenhandel. Die Zugängeé zum süddeutschen Markte
armonierten nicht mit dent Abfluß von Ware. Die An—
rderungen, die von allen Seiten gestellt wurden, waren
hne Belang, ja sie hatten nicht einmal den Umfang, um
ie ankomnenden Mengen schlank absetzen zu können. Und
zes ist ja das Ungesunde an der Marktlage, daß die Vor—
ite statt abständig noch zunehmen, während sich eine
zesserung im Absatz kaum vollzieht. Es mag ja durch die
Liederaufnahme der Bautätigkeit der Kohlenverbrauch einiger
zudustrien günstig beeinflußt worden sein, aber das machte
ch nicht merklich wahrnehmbar. Englische Kohlen wurden
benfalls in wesentlichen Quantitäten beigeschafft. Der
imstand, daß die Händler diese Herkünfte schnell absetzen
vollen, veranlaßte oft allzu billige Offerten, die auf den
Rarlt ungemein drückten. Diejenigen Abnehmer, die außer
dontrakt sind, konnten ja andauernd sehr preiswürdige
dartien sich beschaffen und zogen so aus der Marktlage
utzen. Feinere Nußkohlen haben an Beachtung etwas
cwonnen. Das Interesse für Brechkoks war gleichfalls
in einigermaßen besseres.
Der Verband der Gemeindebeamten hielt am ge—
irigen Sonntage im Gasthof Ettgen zu Bettingen im
Zrimstale seine zweite diesjährige Bezirksversammlung ab.
lus der reichhaltigen Tagesordnung ist besonders hervor⸗
uheben der Vortrag des Herrn Rechtsanwaltes Margraf
us Sulzbach über einen Abschnitt des bürgerlichen Rechtes.
R. ssaisontheater. Bei gut besetztem Hause wuͤrde
un gestrigen Sonntag die Saison mit „Carmen“ eröffnet.
Lir können nur mit bestem Gewissen referieren, wenn wir
gen: die Bräuningsche Gesellschast weiß sich auf der
»öhe ihres Könnens zu erhalten. Ohne Bedenken dars
nan der Aufführung volles Lob spenden — das erschie—
ene Publikum war darin auch ohne Ausnahme einig, daß
ie Leistungen der Bräuninschen Gesellschaft weitaus den
anderen ähnlichen Unternehmungen „über“ sind. Man un—
erstütze daher das Unternehmen nach Kräften.
Ein Ferien-Sonderzug fährt am 1. August ab Sta—
ior Taarbrücken nach Verlin, und zwar über Trier, Ko—
lein Ems, Nordhausen, Brandenburg, Berlin. Fahrpreis
ur Hin- und Rückfahrt 2. Klasse Mark 55,40, 3. 35,40.
Uhpfahrt 1,39 Zhr mittags, Ankunft in Berlin 7,55 früh.
Hart bestrafter Vogelsteller. Eine exemlpanische Stra—
Wwurde durch das Amisgericht Landstuhl wegen Aushebens
on Vogelnestern über den 28 Jahre alten Dachdecker Peter
Nültler und den 21 Jahre alten Tagner Otto Müller, beide
on Hauptstuhl, verhängt. Ein jeder von ihnen wurde zu
iner Haftstrafe von 14 Tagen verurteilt. Es ist dies die
öchste Strafe, die für ein solches Roheitsdelikt verhängt
»erden kann. Möge dieser Fall daher zur Warnung dienen.
ari aber gerecht!
Kein rohes Fleisch für Soldaten. Mit Rücksichn auf
ie mit dem Genuß von rohem Fleisch Hackfleisch, Schabe—
leisch, Tartarbeesteak usw.) verbundeden Gefahren für die
Besundheit, hat das Kommando des 18. Armeekorps ver—
»oten, fortan solches Fleisch in den Truppenküchen zu ver⸗
venden. Ebenso wurden für die Kantinen solche Vor—
christen erlassen, bei der Verpachtung der Kantinen mit
en Pächtern eine Vereinbarung zu treffen, daß diese ro—
es Fleisch nicht mehr feilbieten.
Saarbrücken, 2. Juli. Gestern nachmittag zwischen
und 5 Uhr wollte der Schiffer Philipp Christoffel aus
Nolstatt mit seinem Schiffe „Tell“, welches hinter der
daiser Wilhelmbrücke hielt und mit Lette beladen war, sich
u Tale an die Ausladestelle der Zementfabrik sacken lassen.
Zei dieser Gelegenheit riß infolge der starken Stömung das
nbindetau entzwei, und das Schiff trieb zu Tal. Zwei
zersuche, wieder an das Land zu kommen, schlugen fehl,
enn jedes Mal riß das Seil entzwei. Ein Hüttenarbeiter
ief dem Schiffer zu, er möchte ein stärkeres Seil werfen.
der Schiffer erwiderte, das nütze nichts, das Schiff gehe
och unter. Mit Gewalt trieb nun das Schiff auf die
kisenbahnbrücke am Schanzenberg zu. Mittels des Steuers
uchte der Schiffer das Fahrzeug ungefährdet durch die
ßrücke zu steuern, allein, er haͤtte die Gewalt über dasselbe
erloren. Christoffel suchte sofort seine Familie, welche aus
Frau und 4 kleinen Kindern besteht, an Land zu bringen.
ßei der Rettung fiel ein Kind in die hochangeschwollene
Saar. Ein am Ufer weilender Hüttenarbeiter zog das
dind mit einem Stock ans Land. Das Schiff rannte gegen
inen Strompfeiler der Brücke und sank sofort. Der Schif⸗
er ertrank. Das Schiff hatte Christoffel erst vor drei Mo—
saten gekauft und ist noch ganz zu bezahlen.
Saarbrüchen, 2. Juli. Gestohlen wurden einem
—chn ermeister aus Burbach 2000 Mk. Die Polizei forscht
friz ach dem oder den Tätern. (Sbr. Volksztg.)
Sulzbach, 2. Juli. In großer Angst verbrachte die
Vwe. Hornberger von hier den letzten Montag. Ihr 9
sahre altes Töchterchen war an diesem Tage aus der
schule nicht zurückgekehrt. Es sollte in der Schule geäus⸗
ert haben, wenn die Lehrerin es schlage, würde es in den
„chlammweiher laufen. Da abends an dem Weiher der
-zchulranzen gefunden wurde, war man allgemein der An⸗
icht, das Kind habe sich ertränkt. Es war jedoch nach
Malstatt zu Verwandten gelaufen, die es der besorolen
MRutter wieder zuführten.
Itzenplitz. 2. Juli. Auf hiesiger Grube verunglückte
er Hauer Nikolaus Dörr aus Wemmetsweiler bei dem
Transport von Rohren so schwer, daß der Tod kurz nach
lebersührung in das Neunkircher Lazarett eintrat.
Clarenthal⸗Krughütte, 1. Juli.“ In der Kohlengrube
dleinrosseln ist der Mjährige Bergmann Zenner aus Nie—
erlosheim im Kreise Merzig infolge Steinfalles aus dem
angenden tödlich verunglückt.
Rockershausen, 1. Juli. Heute morgen 2 Uhr wurde
ndas Geschäft des Herrn Tschunky hier eingebrochen.
dachdem die Diebe den Rolladen in die Höhe gehoben hatten
erschlugen sie das Schaufenster und nahmen eine ganze
inzahl ausgelegte Tuchstücke im Werte von 300 Mart mit.
Trier, 2. Juli. Kürzlich stürzte in St. Varbara eine
rau aus dem Fenster und wurde schwer verletzt ins Hospital
ebracht. Jetzt ist auch der Mann der Verunglückten aus
em Fenster gefallen und verletzt in das Krankenhaus
ebracht worden.
Kreuznach, 1. Juli. Ein größerer Bergsturz ereignete
un Kauzenberg und gefährdelt die an denselben direkt

ngebauten Häuser der Mannheimerstraße. Die CErdmassen
oͤsten sich insolge der starken Niederschläge. — Eine Diebes—
rande, die fortgesetzt nachts die Fischerei in der Nahe aus—
bte, wurde, sechs Mann stark, diese Nacht bei Kirn über—
ascht und verhaftet.
Wittlich, 1. Juli. Gestern wurde die neue Teilstrecke
Vittlich-Manderscheid dem Verkehr übergeben. Damit ist
ie goanmze Strecke Wittlich-Daun geöffnet.
Fitten, 2. Juli. Im Alter von 84 Jahren verschied
estern hier der älteste Veteran des ganzen Soargebietes
»err Karl Mayer.
Bochum, 1. Juli. In der heutigen Generalversamm—
ing des Allgemeinen Knappschaftsvereins wurden, wie
orauszusehen war, die vom Alten Bergarbeiterverbande
npfohlenen Knappschaftsältesten in den Vorstand gewählt.
zämtliche Vorstandsmandate der Arbeitnehmer sind also
tzt in den Händen der Altverbändler. In den Satzungs—
nderungsanträgen, die von den Altesten des alten Ver—
andes und des Christlichen Gewerkvereins eingebracht
daren, teilte die Verwaltung mit, daß diese im ersten Falle
ine Mehrausgabe von 6 250 000 M., im letzten Falle eine
olche von 10 500 000 M. nötig machen würde. Die
Verkbesitzer gaben daraufhin eine Erklärung ab, die sich
nit Rücksicht auf die erst vor zwei Jahren vorgenommené
Neufassung der Satzungen und im Hinblick auf die zu er—
vartenden bedeutenden Mehrlasten gegen die Annahm—
er gemachten Vorschläge aussprach. Damit waren die
Zatzungsanträge gefallen. Die Erklärung der Werkbesitzer
vurde von den Altesten stellenweise mit Ohorufen und
delächter aufgenommen. Der Vertreter der christlichen
Altesten, Klein-Essen, bedauerte die Haltung der Werkbesitzer
ind betonte, daß sie nur Erbitterung in die Reihen der
zergarbeiter tragen werde. Die Bergarbeiter seien genötiar
ür die Zukunft zu rüsten.
Metz, 3.5Juli. Der Metzer Kristallpalast, der von dem
zauunternehmer Dietsch mit einem Kostenaufwand von 1/,
Nillion erbaut worden war und ein komfortables Schwimm—
jad nebst Restaurationsräumen enthält, wurde im Konkurs
»erfahren versteigert. Das Höchstgebot betrug nur 275000
Mark. Es ist aber fraglich, ob die Gläubiger den Zu—
chlag erteilen werden. Mit diesem Betrag die zweite Hy—
vothek (die erste besitzt die Stadt Metz für das Baugelände)
ücht vollgedeckt worden. Alle anderen Forderungen in
Hesamtbetrage von etwa einer Million würden ausfallen
* Köln, 30. Juni. GVerbrecherischer An—
schlag.) Auf das Stationsgebäude in Lünen wurde
in Attentat verübt. Ein undekannter Täter hatte eine
zokomotive im Lokomotivschuppen geheizt und sie unmit—
elbar an das Stationsgebäude gesahren, wo er see, nach—
em er die Bremse angezogen hatte und die Lolomotive
ur höchsten Dampfentwickelung gebracht halte, verließ.
rkine Explosion wäre unvermeidlich gewesen, wenn nicht
m le'ten Augenblick ein Maschenenführer die Gesahr be—
nertt hätte und das Unqzlück vergütee. Dem Täter glaubt
nan auf der Spur zu sein.
*Essen, 30. Jun. (Schtagende Wetter.) Auj
zohe „Prosper“ erfsolgte eine Erytosson schlagender Wet—
rwei Bereleute wurden qaetétet
F. B. Die christlichen Gewerkschaften
im Jahre 1909.
Die Jahre 19084v09 schlossen die letzte Wirtfchafts—
ise ab, eine Zeitperiode, die der Entwicklung den gewerk—
hyaftlichen Arbeiterorganisationen erfahrungsgemäß immer
ngünstig ist. In Zeiten rückwärtsgehender Konjunktur
nd sowohl der organisatorischen Initiative wie auͤch der
gitatorischen Stoßkraft der Arbeiterorganisationen natür—
che Schranken auferlegt.In der zweiten Hälfte von
909 ist wieder eine langsame Aufsvärtsbewequng des
eutschen Wirtschaftslebens eingetreten, und von demfelben
Zeitpunkt an können auch die deutschen Gewerkschaften,
untgegen dem Verlust der vorausgegangenen Periode, wie—
»er einen Mitgliedszuwachs feststellen.
Die dem Gesamtverbande der christlichen Gewerkschaften
ingeschlossenen 22 Einzelverbände verfügten Ende 19098 über
ine Mitgliederzahl von 280 061, gegen 260767 am Jah—
esschluß 1908, was einer Zunahme von 198294, d. i. 7,3
. H., entspricht. Auch im ersten Halbjahr 1910 ist eine
Nitgliedersteigerung von etwa 20000 festzustellen, sodaß
eute diezbetreffenden Verbände eine Gesamtmitgliederziffer
on 300 000 entfällt. Die einzelnen Verbände verfuͤgien
ende 1909 über Mitglieder:
Bergarbeiter 81 734,
Bauarbeiter 35 265,
Textilarbeiter 30451,
Zayrische Eisenbahner 28017
Metallarbeiter 24002,
Staats⸗, Gemeinde-, Verkehrs-ꝛc. Arbeiter 13 732,
Deutsche Eisenbahnhandwerker u. Arbeiter 11 640
dolzarbeiter 11312,
heimarbeiterinnen 6476,
Tabakarbeiter 6016,
deramarbeiter 5934,
dederarbeiter 4196,
Schneider 3466,
Telegraphenarbeiter 3414,
Maler 3306,
hutenbergbund 2931,
Württembergische Eisenbahner 1861,
Hraphische Gewerbe 1462,
drankenpfleger 1374,
Nahrungsmittel-Industrie-Arbeiter 1302
dellner 1220,
Härtner 738.
18 Verbände hatten im Berichtsjahre einen Mitglieder—
iwachs, während 4 einen Mitgliederverlust aufweisen.
er Mitgliederrückgang wurde indes im 3. Quartal 1909
nallen Verbänden zum Stillstand gebracht. Seit dieser
zeit befinden sich wieder alle Organisationen hinsichtlich
er Mitgliederbewegung in aufsteigender Richtung. Die
iußerhalb des Gesamtverbandes stehenden Verbände, die
rüher als christlich-nationale Berufsorganisationen ange—
prochen werden wollten und alljährlich über ihre Mitglie—
»erbewegung und Finanzgebahrung an das Generalsekre—
ariat des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften
erichteten, sind dieses Jahr erstmals von der Berichter—
tattung ausgeschlossen worden. Gegen verschiedene dieser
Arganisationen (preußische und württembergische Eisenbah—
jer) bildeten ssch in den letzten Jahren eigene Sonderver⸗
ände, die bereits ihren Anschluß an den Gesamtverband
er christlichen Gewerkschaften vollzogen haben.
Die christliche Gewerkschaftsbewegung marschiert vor—
bärts, trotz den Nachwirkungen der Krise. An dieser Auf—
värtsbewegung partizipiert auch in erheblichem Maße das
Zaarrevier und Südwestdeutschland.
Noch deutlicher als die Mitgliederbewegung zeigt die
Finanzgebahrung der christlichen Gewerkschaften. daß ihnen
ie letzte wirtschaftliche Niedergangsperiode nicht wesentlich
bbruch zu tun vermochte. Es lag die Befürchtung nahe,
aß die christlichen Gewerkschaften als jüngste der drei Or—
anisationsgruppen von der Krise härter betroffen werden
»ürde, als die sozialdemokratischen Gewerkschaften u. Hirsch—
unkerschen Gewerkvereine, die über einen weit groͤßeren
amm älterer Mitglieder verfügten. Diese Befürchtung

at sich indes nicht bestätigt. Während die Hirsch-Dunker—
hen Gewerkvereine in 1908 gegenüber dem Vorjahre eine
indereinnahme von 125 016 Mark zu verzeichnen hatte
ind die sozialdemokratischen Gewerkschaften in 1908 Mar'
2852388 weniger als in 1907 vereinnahmten, war be
en christlichen Gewerkschaften nicht nur kein Einnahmerück
jang, sondern eine stete Steigerung zu beobachten. Di
Finanzen ergeben folgendes Bild:
Jahr Einnahmen Ausgaben Kassenbestand
Mark Mark Mark
1909 4216920 3843 504 5365338
908 4394 745 3562 224 14513409
907 4311495 3193978 3487 735
906 3378833 2709 260 2370782
905 2443 122 2150 511 1249 408
Die Einnahmen stiegen somit in 1909 gegenüber den
Lorjahr von 4394 745 M. auf 4612 920 M., die Aus—
aben von 35656 224 auf 3843 504 M., während sich der
kassenbestand von 4513 409 M. auf 5365 338 M. oder
im 851 929 M. erhöhte.
Die Einnahmen setzten sich zusammen aus: Aufnahme—
ebühren 34817 M., Beiträge 4143 104 M., Extrabeiträge
3986 M., sonstige Einnahmen 397301 M. Verausgabt
vurden im einzelnen für: Verbandsorgane 404 050 M.,
Igitation 428 218 M., Streik und Gemaßregeltenunter—
tützung 489 023 M., Reise und Arbeitslosenunterstützung
195 536 M., Krankengeld 647 723 M., Sterbegeld 197 089
Mark, Rechtsschutz 146 497 M., sonstige Unterstützungen
27 605 M., Gehälter 117 059 M., Verwaltungsausgaben
198 452 M., Bibliothek und sonstige Bildungszwecke Mark
39 235, Beitrag an den Gesamtverband 532526 M., Anteil
»er Lokalkassen 717440 M., sonstige Ausgaben 150 150
Mark.
Während in den früheren Jahren innerhalb der christ—
ichen Gewerkschaften die Aufwendungen an Streikunter—
ützungen diejenige der übrigen Unterstützungsarten wesent—
ich übertrafen, ist in den letzten Jahren eine vollständige
Lerschiebung eingetreten, was aus folgender Zusammeuͤ—
tellung hervorgeht; es wurden verausgabt:
Insgesamt Streik und Sonstige
Gemaßregelten⸗ Unter⸗
unterstützung stüßzung
Jahr Mark Mark Mark
909 1703473 489 023 1214 4509
908 1401 385 424 922 9476 393
907 1451 740 743 270 708 478
906 1364 105 853 435 510670
905 1233 321 1000 320 233001
Während 1906 noch 853 435 M. für Streikunterstüßung
ind 510 670 M. für sonstige Unterstützungen verausgabi
vurden, betrugen die Ausgaben an sonstigen Unterstützungen
n 1909 1214 450 M. wohingegen die Aufwendungen für
5treik und Gemaßregeltenunterstützung nur den Betrag von
89 023 M. erforderten. Uber das Beitragswesen in den
hristlichen Gewerkschaften sei folgendes bemerkt: Einen
vöchentlichen Beitrag von 90 Pfg. und mehr zahlen heute
uund 7500 Mitglieder, zwischen 60 und 90 Pfg. etwa
O 000 Mitglieder, 60 Pfg. ca. 3500 und 40 Pfg. wöchent⸗
ich nahezn 110 000 Mitglieder. Diejenigen Mitglieder,
ie noch einen Beitrag von unter 40 Pfg. wöchentlich lei—
en, sind in der Hauptsache Arbeiterinnen und Staatsar—
eiter EEisenbahner, Telegraphenarbeiter usw.) Aus der
orstehenden Finanzgebahrung der christl. Gewerkschaften
eht überzeugend hervor, daß den Mitgliedern der christl.
dewerkschaften eine starke finanzielle Rückendeckung in allen
Lechsolftaällen des Lehens sicher*

steueste Nachrichten und Telegramme.
heidelberg, 3. Juli. Im Walde bei Mückenloch
vurden die Leichen eines 16jährigen Mädchens aus Loben—
eld und des Taglöhners Wieterbauer gefunden. Wieter—
auer hatte das Mädchen, das seine Liebesanträge abge—
viesen hatte, in den Wald gelockt und meuchlings erschossen.
dann hatte er sich selbst getötet.
Düsseldorf, 4. Juli. Die Ernennung des bisherigen
inanzministers v. Rheinbaben zum Oberpräsidenten der
theinprovinz ist gestern erfolgt.
M.Gladbach, 4. Juli. Wie seinerzeit gemeldet wurde
at am 6. Juni. in Mennrath bei Rheindahlen der Ackerer
schild den Landwirt Lenzen, mit dem er wegen eines Was—
erlaufes im Streit lag, erschossen, worauf der 16jährige
zohn des Erschossenen eine Sense ergriff und dem Mörder
eines Vaters den Kopf abschlug. Das Schwurgericht hat
‚eute den jungen Mann freigesprochen, da die Geschworenen
traflose Ueberschreitung der Notwehr in Beftürzung Furcht
der Schrecken als vorliegend erachteten.
Köln, 3. Juli. Der 30jährige Arbeiter Tauber ver—
boundete im Laufe eines häuslichen Streites seine Frau
urch 12 Stiche mit einem Dolchenesser so schwer, daß die
zrau nach wenigen Augenblicken starb. Der Mörder ergriff
iie Flucht, konnte aber bereits nach 2 Stunden in den
olländischen Grenzorte Loga verhaftet werden. Er beging
m Gefängnis Selbstmord durch Erhängen.
Hamburg, 3. Juli. Der Bankier Thalmessinger aus
Lilmersdorf hat in Gemeinschaft mit seiner Gattin in
inem hiesigen Hotel Selbstmord verübt. Thalmestfinger
var gestern aus Berlin in Hamburg eingetroffen, nachdem
r seine dortige Wohnung geschlossen hatte. Wie verlautet,
var Thalmessinger nicht in der Lage, Börsen-Differenzen,
sie infolge der ungünstigen Konjunktur bis 400 000 Mk
igewachsen waren, zu decken.
Muͤlheim, (Ruhr) 4. Juli. Durch herabstürzendes
Hestein wurden auf der Zeche Wiesche in Heißen a. d. Ruhr
in Hauer getötet und ein anderer schwer verletzt.
Schalksmühle, 4 Juli. Zwischen hier und Brügge
vurdeu drei italienische Arbeiter, die zur Abkürzung des
Beges das Geleise überschritten, von einem nach Hagen
ahrenden Zuge überfahren. Nach Berichten der Lokalblätter
uurde der eine sofort getötet: von den beiden andern wurde
iner schwer, der andere leicht verletzt.
Kiel, 4. Juli. In der vergangenen Nacht brannten
ie Anlagen und Werkstätten der Stadtmission im Westen
er Stadt nieder, wobei der Stadtmissionar Brockmann den
od fand.
München, 3. Juli. In dem heute früh 7.10 Uhr
on München nach Berlin abgegangenen D-Zug No. 125
t während der Fahrt in einem Abteil 1. éllasse Feuer
usgegrochen. Der Zug wurde bei Langenbech vor Lands—
ut gestellt und der in Brand geratene Wagen konnte noch
echtzeitig ausrangiert werden. Die Reisenden sind mit
em Schrecken davon gekommen.
Wien, 3. Juli. Der 49 Jahre alte Seidenfabrikant
arl Ludwig Trübel, der weit über die Grenzen seines
zaterlandes hinaus bekannt war, hat sich wegen sinanzieller
chwierigkeiten erhängt.
Wien, 2. Juli. Fürst Nikolaus von Montenegro hat
ber seine Absicht, am 13. August das Fürstentum zum
önigreich zu erheben, die Regierungen der drei Bumdes—
aaten verständigt, um fich wegen ihrer Stellungnahme zu
zrgewissern. Diese Regierungen würden keinen Einspruch
Heboen

Kom, 3. Juli. In einem in der Nähe von Rom ge
egenen Orte schnitt ein Gutspächter seinen drei Kinderr
im Alter von 4 bis 7 Jahren die Hälse durch. Er legi
dann die Leichen nebeneinander in den Garten und entfloh
Anscheinend handelt es sich um die Tat eines Wahnsinnigen
Paris, 3. Juli. In Lille erfolgte auf Verfügung des
veneral-Inspekteurs der Infanterie, der während der
SZchießübungen des 43. Linien-Regiments dessen Buchführung
»rüfte, die Verhaftung des Leutnants Parent, der die Re—
zsierungskasse führte, wegen großen Unregelenäßigkeiten
Der Offizier wurde dem Militär-Gefängnis überwiesen.
Paris, 4. Juli. Beim gestrigen 1. Tag der Flugwoche
türzte der Aviatiker Wächter aus einer Höhe von etwa 100
Neter mit seinem Apparat. Er war' sofort tot.
New-HYork, 4. Juli. Bei einer Negerhetze im Simpson
Hrafschaft Missouri sind 6 Neger getötet worden. Di
»etze dauert fort.
Newyork, 3. Juli. Infolge Hitzschlages sind gestern
n Philadelphia vier, in Pittsburg vier, in Chicago vier
ind in Tetroit ein Mann gestorben. Auch aus anderer
Iten werden Todösfälle infolge von Hitzschlägen gemeldet.
Winnhpeg, 3. Juli. Die amerikanisch-kanadische Grenze
hurde von großen Waldbränden heimgesucht, denen auch
nehrere Städtchen zum Opfer gefallen sind. Mehrere
hundert Ansiedler sollen verbrannt sei

Bekanntmachung.
Es wird hiermit im Einverständnis mit dem Gemeinde—
tat bestimmt, daß die Straßen des Distrikts „auf dem
digsel“ von heute ab folgende Namen führen:
1. Die von der Eisenbahn bis zum Wald parallel der
Fischbachstraße führende Straße „Kieselsstraße“,
2. die Straße zwischen der Kiesel- und Tierbachstraße
»arallel der Eisenbahn, „Sand straße“,
3. Die Straße zwischen der Fischbach- und Kieselstraße
Felsenstraße“,
4.Die von der Fischbachstraße über die Kieselstraße
„inaus nach der Tierbachstraße führende Straße „Acker-—
traß e“
5. Die Straße zwischen Fischbach- und Kieselstraße, sog.
Zunnftraße „Feldstwaß er.
Dudweiler, den 1. Juli 1910.
Jost, Bürgermeister.

⏑ — — —

Lodes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere
innigstgeliebte gute Tochter und Schwester
Elise
in der Nacht von Samstag sauf Sonntag plötzlich in—
folge' eines Blutsturzes im blühenden Alter von 20
Jahren zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen
Um stille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen
Ludwig Pitz und Kinder
Dudweiler, den 4. Juli 1910
Die Beerdigung findet morgen, Dienstag, nachmittags
Uhr vom Kloster aus staft

b——— — — 24
F
dudweiler bpar.u. Darlehus
ẽ 6
*
sassen-Verein
7Raiffeisend
Pele phon Nr. 1261 Telephon Nr. 1261
zerzinsteseinen Mitgliedern Spareinlagen zu 4einvierte
Cpt. Nichtmitglieder 4 pCt
Bewährt Dahrlehn se'nen Mitgliedern zu 5 pCt.
Der Vorstand.
— *8*
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