Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 1. Juli.
personalnachrichten des Bergwerksdirektionsbe⸗
irks Saarbrücken. Dem Maschinenwerkmeister Knörzer
es Steinkohlenbergwerkes Von der Heydt ist ous Anlaß
eines Uebertrittes in den Ruhestand der Königl. Kronen—
erden 4. Klasse Allerhöchst verliehen worden.
Nachstehende Bergschüler sind vom 1. Juli d. J. ab bei
en in Klammern beigefügten Bergwerken zu Hilfssieigern
rnannt worden: Georg Zimmer, Friedrich Gräber, Peter
Meiser (GGerhard); Wilhelm Engelmann (Von der Heydt);
julius Werner, Friedr. Zimmermann, Wilhelm Wagnert
tarl Forst (Dudweiler); Albvert Andre, Fritz Giring (Re—
en): Matthias Müller (Heinitz); Hubert Scholl (König);
zriedrich Unschütz (Friedrichsthal); Friedrich Schurich (Camp⸗
ausen); Karl Engels bei der Verwaltung der Krafi- und
Vasser⸗-Werke und Karl Altmeyer, Georg Etscher (Fürsten—
ausen).
Der Hilfskohlenmesser Georg Keller des Bergwerks
dudweiler ist vom 1. Julind. J. ab zum Königl Kohlen⸗
iesser ernannt worden. (Bramsftid.)
Von den Saargruben. Durch Erelaß des Herrn Mii—
isters für Handel und Gewerde ist angeordnet worden, daß
ie an aus geschiedene Beamte u. innalide Bergleute des Berg⸗
verlsdirektionsbezirek Saarbrücken gezahlten Unterstützungen
»urch die Verghaupikasse Saarbrücken endgültig verrechnet
verden, was bisher durch die Oberbergamiskasse in Bonn
jeschehen ist. Etwaige Unterstützungsgesuche sind demnach
licht an das Oberbergamt zu Bonn, sondern an die Berg⸗
verksdirektion Saarbrücken zu richten.
Der Halley'sche Komet befindet sich zur Zeit in einer
xntfernung von mehr als 200 Millionen Kilometer von
er Erde. Er ist als Sternchen etwa der vierten Größen—
lasse nur noch mit scharfem Glase wahrnehmbar.
Roman. In der heutigen Nummer beginnen wir mit
nem neuen, hochinteressanten Roman „Unter Feinden“.
Das Verbandsfest der Bergbeamten-Gesangvereine im
zaarrevier, velches jedes Jahr auf einer der Gruben des
deviers gefeiert wird, und welches für dieses Jahr auf den
4. Juli auf dem Bergfestplaße der Grube Reden zu feiern
estgesetzt war, mußte auf den 31. Juli verschoben werden.
Abbruch. Nachdem die unweilt der Grubenanlage in
er Hirschbach über die Eisenbahn Dudweiler-Sulzbach neu—
rbaute Brücke nunmehr vollständig fertiggestellt ist, wird
nit dem Abbruch der etwa 200 Meter oberhalb befindlichen
ilten Brücke demnächst begonnen werden. Die Königliche
risenbahndirektion Saarbruͤcken hat am 28. Juni ds. Is.
iie alte Brücke abgesperrt und vom gleichen Zeitpunkte an
ie neu errichtete Brücke für den Personen- und Fuhrwerks—
erkehr freigegeben. (Brgmsfrd.)
Feierschichten. Im Monat Juli müssen auf den fis—
alischen Saargruben wegen Absatzmangels 2 Feierschichten
ingelegt werden, und zwar feiern sämtliche Gruben am
Montag, 11. Juli und Montag, 25. Juli, mit Ausnahine
er Grube Von der Heydt, welche anstatt am 11. Juli,
ereits am 4. Juli feiert, und Grube Schwalbach, die nur
inmal, und zwar am 4. Juli, feiert.
Vom belgischen Kohlenmarkt. Auf dem belgischen
dohlenmarkt haben jetzt die Erneuerungsabschlüsse für
koks und Kohlen für das zweilte Halbjahr eingesetzt. Man
emerkt wegen der beglischen Preiserhöhung sehr große
bschlußtätigkeit in deutschem Koks mit außersyndikatischen
zechen. In Kohlen beginnt neben den deutschen noch der
ranzösische Wettbewerb äußerst stark anzutreten.
Zur Vertilgung der Ameisen ist Hefe ein sicher wir—
endes Mittel. Man mischt dieselbe mit Honig, Sirup
der verdickter Zuckerlösung und stellt die Mischung in der
dähe auf, wo sich die Ameisen befinden. Diefe stürzen sich
ait Begier auf die ihnen gebotenen Leckerbissen. Ihrer
zchlemmerei folgt aber unfehlbar der Tod. Das hier
mpfohlene, so überaus leicht zu beschaffende Mittel ist
llen andern vorzuziehen.
Theater⸗saison. Die Theatergesellschaft Bräuning,
ie in Dudweiler in sehr gutem Rufe steht, beginnt ihre
iesjährige Saison am nächsten Sonntag im „Nassauer
»of“. Als erstes Stück wird „Carmen“ gegeben, ein
omantisches Schauspiel mit Gesang. Es ist ein ganz her⸗
orragendes Zugstück mit vielen lieblichen Melodien. Wir
ünschen der Gesellschaft besten Erfolg!
Thermometerstand: Heute früh 7 Uhr 12 Grad
Lelsius. Das Barometer ist seit gestern ein wenig geslie—
jen. Die Aussichten auf Besserung sind jedoch schlecht,—
enn es sieht draußen aus, als wolle es den ganzen Tag
bieder regnen. Voraussichtliche Witterung: Vorwiegend
ȟb, regnerisch.
Ost und Traubenkuren. Die Vexrordnung von Obst
ud Weintrauben in großen Mengen zur Beseitigung krank—
jafter Zustände geht auf ein hohes Alter zurüuͤck. Schon
er griechische Arzt Asklepiades, der zur Zeit in Rom lebte,
mpfahl den Genuß von Trauben und muß damit Schule
emacht haben, weil hundert Jahre später der alte Plinius
chon ganz ausführlich über derartige Kuren berichtete. Ihr
'ob zieht sich dann auch in den späteren Zeitaltern durch
ast alle Jahrhunderte hindurch. Manche Ärzte oder solche,
ie sich dafür ausgaben, priesen die Obftfäfte schlechthin als
dahre Verjüngungsmittel. Mit Apfeln wollte man das
hehirn besänftigen, mit Pflaumen die Nerven beruhigen.
die moderne Forschung hat diese überschwänglichen An—
chauungen über den Wert der Ob⸗ und Traubenkuren
oesentlich herabgemindert, und Vrofessor Kuttner faßt in
er Zeitschrift für Balneologie die heutige Meinung über
hren Nutzen dahin zusammen, daß sie zwar gelegentlich
on Vorteil sein können, aber den ihnen von den soge⸗
annten Naturärzten zugesprochenen Wert nicht in Anspruch
iehmen können. Nameuilich sollte inan nicht erwarten,
urch eine solche Kur allein eine Krankheit heilen zu können,
Ȋhrend sie wohl zuweilen bei der Heilung mitwirken kann,.
in gründlicher Untersuchungen der Wirkungen dieser
curen hat es die Wissenschaft nicht fehlen lassen. Alle
tögliche Krankheiten sind versuchsweise auf diese Art be—
andelt? worden, so z. B. Verdauungsstörungen, Leberkrank—
eiten, Gicht, Steinleiden, Gelenkrheumatismus, Zucker⸗
rankheiten usw. Bei all diesen Krankheiten sind zuweilen
ind teilweise Erfolge erzielt worden und berdienen in diesem
infange selbstverst indlich die Aufmerksamkeit der Aerzte.
bertreibungen aber können schädlich werden und nament—
ich auch die Anwendung wirksamer Mittel zum Schaden
es Kranken verzögern.
Die wirtschaftliche Lage des deutschen, englischen
ind amerikanischen Arbeiters. Eine englische Studrennmision
war im Auftrage der Tarifreformliga, der
)rganisation der Schutzzöllner, nach Deutschland gekommen,
mäzu prüfen ob auch die wirtschaftlichen und sozialen
erhältnisse des Arbeiters in einem Lande mit Schutz⸗
oͤllen den Vorzug verdienen. Dabei wurden nicht eitwa
aragierte Schutzzöllner allein zu dieser Kommission delegiert
»ndern die Kommission setzte sich ohne Unterschied des holl⸗
.neischen Glaubensbekenntnisses zusammen. Natürlich hackt
sozialdemokratische Presse hier ein und sucht das für
utschland geradezu glänzende Ergebnis der englischen
cudienkommission herabzuwürdigen. Das Gebahren der
»zialdemokratischen Presse nimmt aber für den objektiven
jeobachter den Ergebnissen der Studienreise durchaus nicht
yren Wert. So hat ein Mitglied der Kommission, der in
einer Heimat das Amt eines Stadtrates bekleidet, frisch
nd frei behauptet, er habe in seiner Heimatstadt mehr
lirnuut gesehen wie in ganz Deutschland. Ein anderes
Nitglied ist durch die Studienreise vom Freihändler zum
arifreformer bekehrt worden. Mit besonderem Nachdruck
dird in dem Bericht hervorgehoben, der derbe, gesunde
zinn des deutschen Arbeiters wäre allgemein aufgefallen
nan habe keine Leute gesehen, die wie in England sich an
»en Straßenecken arbeitslos heruntrieben, man habe auch
nicht ein einziges Kind gesehen, dem die Schuhe an den
Füßen gefehlt hälten. Das in England soviel verhöhnte
eutsche Schwarzbrot hat den Mitgliedern der Studienkom—
nission recht gut gemundet. Selbst das „Korrespondenzblatt
er Generalkommifsion der Gewerkschaften“, das offizielle
Irgan der sozialdemokratischen Gewerkschaften, muß in einer
zesprechung des Kommissionberichtes zugeben, durch die
euische Arbeiterversiherung werde die in England in den
Atraßen direkt rufdringliche Armut nicht nur beschränkt,
ondern auch der Oeffentlichkeit entzogen. Es muß hier auch
ugegeben werden, „daß der deutsche Arbeiter gerade in kul—
ireller Beziehung viele fremde Klassengenossen überragt.“
idan vergleiche einmal mit diesen im gewißen Sinne ehr⸗
chen Auslassungen des offiziellen Gewerkschaftsorgan. die
zehauptung des „Vorwärts“ und so mancher sozialdemo—
atischer Reichstagsabgeordneter im Reichstag und bei Agi—
itionsreden. Auch der bekannte englische Sozialist Webb
at in der letzten Zeit wiederholt der Wahrheit die Ehre
egeben und unumwunden ausgesprochen, daß es dem Deut⸗
hen Arbeiter im Durchschnitt besser gehe als dem englischen,
»as er zum größten Teil aus dem Bestehen einer plan—
näßigen Sozialpolitik erklärt. Die englischen Gewerkschaf—
en sind bekanntlich auf dem Gebiet des Unterstützungswesen
zielleicht die ersten der Welt und verwenden ihr Geld weit
veniger zu Streiks und Arbeitsstreitigkeiten als etwa die
eutschen Gewerkschaften, bei denen die Ausgaben für diese
zwecke den größten Drozentsatz in Anspruch nehmen. Dies
äßt sich daraus erklären, daß die deutschen Arbeiter ohne
sohe Beiträge aus der Arbeiterversicherung und aus den
ibrigen Zweigen der sozialpolitischen Gesetze all dasjenige
rhalten, was der englische Arbeiter sowie der Arbeiter an—
erer Länder sich erst aus eigenen Mitteln verschaffen muß.
Ddabei ist gerade die Elite der Arbeiterschaft d. h. die ge—
ernten Arbeiter in den Gewerkschaften organisiert, während
ie große Masse der ungelernten Arbeiter, die am meisten
interstützungsbedürftig wäre, einer Organisation und da—
nit auch eines systematischen Unterstützungswesens ent—
ehren.
Genau dasselbe gilt von den Versicherungen der Sozialde—
iokratie, daß die Lage des amerikanischen Arbeiters durch—
»eg besser als die des deutschen Arbeiters sei Da kommt
erade zur rechten Zeit die von Dr. Albert Südekum be—
orgte Uebersetzung des Werkes eines Amerikaners Hunter
ber „das Elend der neuen Welt“. Wir lernen hier in
er Lase der unteren Klassen ein Elend kennen, wie es für
Deutschland ganz unmöglich ist. Unter anderm wird in
em Werke angeführt, daß nach Schätzungen der Wohl—
ätigkeitsgesellschaft der Cityh von New Hork die Gesamt—
ahl der sogenannten Paupers noch im Jahre 1891 unge—
ähr 3 Mill. in den vereinigten Staaten betrug Dabei
eträgt die Zahl derjenigen, denen Mittel der öffentlichen
rmenpflege zugute kamen, zur Zeit nicht weniger als 4
Nillionen. In einem Jahre wurden in einem einzigen
ztadtteil von New-York 60 463 Familien aus ihren Woh—
ungen exmittierl. Hunter berechnet daß im Jahre 19803
00/, der Bevölkerung Bostons in Not war, für den Staat
dew⸗York stellt sich diese Zahl für das Jahr 1897 auf 1905
n folgenden Jahr ging der Prozentsatz auf 18 herab.
heradezu erschreckend ist das Bild, das Hunter über die
n Amerika herrschende Arbeitslosigkeit gibt. Nach dem
merikanischen Zensus hat die Arbeilslosigkeit in Amerika
edes Jahr eine Höhe erreicht, die man in Deutschland
iberhaupt nicht kennt. Von Notstandsarbeiten und sonstigen
Maßnahmen, die in Deutschland zu dem Zweck inszeniert
verden, die Arbeitslosigkeit zu mildern, ist in Amerika
iberhaupt keine Rede. Von der deutschen sozialdemokrati—
chen Presse wird mit Vorliebe der verhältnismäßig hohe
tohn, der drüben gezahlt werde ins Feld geführt. Indessen
»eweisen die absoluten Zahlenangaben hier überhaupt nichts.
zielmehr muß man den Lohn reduzieren auf die Kaufkraft
es Geldes. Tie trustmäßige Abschließung aller amerika—
lischen Industriezweige sowie die Ausartungen des Or—
Janisationsgedankens haben allmählich die Presse für Le—
ensmittel und für die tägliche Gebrauchsgegenstände sowie
ür die Wohnungen derartig in die Höhe geschraubt, daß
ie fast unerschwinglich erscheinen. Auf den lehßten Beratungen
iber die Erneuerung des amerikanischen Zolltarifes und von
eiten der amerikanischen beteiligten Industriellen immer,
vieder die „Pungerlöhne“, die in Deutschland gezahlt wer
en, in den Vordergrund gestellt worden. Wie es aber
amit bestellt ist, das wissen einsichtige und objektiv denkende
lmerikaner genau zu würdigen. Einzelne deutsche Indu—
riezweige sind durch die Erhöhung der amerikanischen Zoll—
itze ganz außerordentlich geschädigt worden, große Absatzebiete
sind einigen deutschen Industriezweigen entzogen
orden, sodaß viele deutsche Arbeiter sich mit dem Gedanken
ugen, nach Amerika auszuwandern, um dort ihre Arbeits⸗
raft zu verwerten. Trotz der „internationalen Solidarität
iußten selbst die deutschen Gewerkschaftsblätter an ihre
Nitglieder die Warnung ergehen lasfen, ja nicht leichtsinnig
ach Amerika auszuwandern. Da hört man auf einmai
ie Einwendung, drüben über dem großen Teich gäbe es
eine Arbeiterversicherung und keine Arbeilerschutzgeseßgebuug
uch die hohen Löhne seien nicht so zu werten wie in Veutsch—
and, da die Kaufkrast des Geldes eine geringere sei.
zo sehr die Ergebnisse der oben erwähnten englischen Stu—
ienreise für Deutschland erfreulich sind, so bedauerlich ist
s, daß erst das Ausland unseren deutschen sozialdemokra—
ischen Gewerkschaften einen Spiegel der Wahrheit vorhalten
iuß, und daß trotzdem die sozialdemokratische Presse nicht
ufhört, die Lage des deutschen Arbeiters als eine uͤberaus
hlechte darzustellen.
sulzbach, 30. Juni. Der Polizei ist es gelungen, die
dowdies, die des öftern den Gartenzaun um das Gruben—
elände am Schnappacherweg zerstörten und noch sonstige
zerwüstungen anrichteten zu erwischen. Es waren junge
zurschen von hier, denen ihre Zerstörungswut wohl eine
mpfindliche Strafe eintragen wird.
Büblingen, 29. Juni. Eine Wilderergeschichte wurde
ieser Tage aufgedeckt. In dem Kalksteinbruch der Bur—
»acherhütte wurde dieser Tage ein Reh ausgeweidet und
jann im Bruch versteckt. Ein Polizeihund entdeckte den lek—
eren Braten. Die Sache wird die Beteiligten teuer zu
tehen kommen. (Sbr. Vlksztg)
Enschede, (Niederl.), 29. Juni. Infolge des teilweisen
5treikes einer Fabrik beschloß die Vereinigung der Unter—
iehmer der Baumwollindustrie die Aussperrung für alle
jcbriken ab 1. Juli. Von diesem Tage an sind 8000 Ar—
eiter beschäftigungslos, und zwar in der ersten Woche
in zwei Tagen, in der zweiten Woche an drei Tagen und
» tort bis zur völligen Schließung der Fabriken.
MNarienwerder, 30. Juni. Wie die Neuen west—
Lußischen Mitteilungen melden, sind in Preußisch-Fried⸗
and drei in einer Sandgrube spielende Kinder durch herab—
ürzende Erdmassen getötet worden.
* Mainz, 30. Juni. (Die „schwarze Hande
Rünscht Schuhe.r) Eine hiesige Wirtin erhielt einen
inonhnen Brief, in dem verlangt wird, sie solle die be—
ten Schuhe ihrer Kellnerin zu einer bestimmten Zeit an
die Sier hanslirche stellen. Wenn sie dies me, bekomme
ie in deu nichsten Tagen 200 Mark. Weigere sie sich
aber, dem Wunsche zu entsprechen, dann salle sie nebst
hrein Kind der schwarzen Hand zum Opser. Zur ange—
ebenen Zeit wurde ein Paar Schuhe hingestellt, es kam
iber niemand, der sie abholen wollte. — Vielleicht ist
der Brief von einem Geisteskranken geschickt worden, viel—
leicht handelt es sich auch um einen dummen Bubenstreich
*Maunheim, 30. Juni. (Hoch wasser.) Rhein
ind Neckar sind auch in der verflossenen Nacht weiter
vestie gen. Der Rhein zeigte heute früh einen Stand
odu 681 Bim. gegen 664 gestern, der Neckar wuchs um
14 Ztm. von 657 auf 6714. Das Steigen hält an.
Zeppelin oder Parseval? Zu der Zerstörung des
Paa zierlustich fses „Deutschland“ erfährt man aus Ber—
in, daß die Lieserung weiterer Zeppelin-Luftschifsfe für
»en Porsenenverkehr in Frage gestellt ist. Es liegen be—
eiis von zuständiger Stelle in Berlin telegraphische An—
ratzeit über die eventuelle Lieferung von Personenluftschif⸗
en ver Systems Parseval vor.
Graf Zeppelin in Berlin. Graf Zeppelin ist in
Becuet eingetroffen. Er begab sich Donnerstag abend
iach Kici.
Brtrügerischer Schriftsteller. Der Schriftsteller O.
7. North wurde in Graz unter dem Verdacht, Betrüge—
eden verübt zu haben. verhaftet. North war zuletzt in
Nünchen ansässig.
Selbstmord. Die 23 Jahre alte Fabrikbesitzerin Pia
2Aoyd in Triest hat sich aus unbekannter Ursache vergiftet.
Pulver-⸗Explosion. Ein Gebäude der siaatlichen
Zulverfabrik in Sevan (Departement Oise) flog mit 2000
dilogramm Pulver in die Luft. Der einzige Arbeiter, der
m Augenblick der Eꝛplosion anwesend war, wurde schwer
erletzt.
Ausgebrochene Sträflinge. Aus Cherson wird
jemeldet: Acht zu Zwangsarbeit verurteilte Sträflinge
esselten im Gefängnis einen Aufseher und entflohen. Bei
hrer Verfolgung wurden ein Aufseher und sieben Flücht—⸗
inge getöotet.
Explosion. Auf dem engischen Boot „Krisia“ ereig—⸗
tete sich eine Explosion, bei der zwei Personen getö⸗—
rRet und zwei Mann der Besatzung schwer verletzt wur—⸗
den. Das ganze Hinterteil des Bootes wurde zertrüm—
nert.
Im Varlament gestorben. Aus Rom wird berich—
et: In der Sitzung der Kammer brach der Deputierte
iür Rom, Mazza, plötzlich mitten in seiner Rede zu—
ammen. Die unter den Deputierten anwesenden Aerzte,
zie sich sofort eifrig um ihn bemüht haäatten, konnten nur
ioch den insolge eines Schlagflusses eingetretenen Tod
eststellen. Die Sitzung wurde sofort aufgehoben.
Roosevelt der Schriftsteller. Roosevelt hat sich
entschlossen, ein Eindrücke in Europa, besonders die,
velche er von Ken europäi'schen Herrscherhäusern empfing,
neinem geschichtlichen Werk niederzulegen, um die Ueber—
egenheit (1) der amerikanischen Staatsverfassung gegen—
ber den europäischen darzulegen.
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Zell (Mosel), 30. Juni. In Grenderich betrat heute
iorgen ein junger Mann das Schlafzimmer seiner Elteru,
stete seine Mutter durch einen Revolverschuß und verletzte
en Vater durch zwei Schüsse am Kops. Der Sohn wurde
erhaftet.
Allenstein, 30. Juni. Das Befinden der Frau von
cchönebeck bleibt unverändert. Sie liegt in einem dunkleu
immer, unfähig, die Augen zu öffnen, die sie seit gestern
achmittag 3 Uhr geschlossen hat. Die medizinischen Sach
erständigen kommen von Zeit zu Zeit, um sie zu unter
uchen.
Danzig, 30. Juni. Anf der Schichau⸗Werft erfolgte
eute die Taufe des Linienschiffes Ersatz Fritjof, das den
damen Oldenburg erhielt.
Hamburg, 1. Juli. Der Streik auf der Zentralbahn
at gestern große Menschenmengen nach Ottenfen auf die
zeine gebracht. Die Altonger Polizei mußte scharf vor—
ehen. Es wurden 30 Verhaftungen vorgenommen, da—
unter mehrere Frauen. Ein Arbeiter, der eiserne Stoller
egen die Wagen schleuderte und viele Fenster zertrümmerte
urde ebenfalls verhaftet. Der Betrieb der Zentralbahn,
er nur mühsam aufrecht erhalten werden konnte, wurde
estern abend gegen 6 Uhr vollständig eingestellt. “
Klopzow i. M., 30. Juni. Beim Rudern auf dem
Rüritzsee ist der Direktor des Anorganischen Instituts an
er Technischen Hochschule in Charlottenburg, Geheimrar
Zrofessor Dr. Hugo Erdmann, ertrunken. Nach seiner Leiche
ird vergeblich gesucht.
Rom, 30. Juni. „Osservatore Romano“ veröffentlich—
ine Motu proprio des Papstes über den Eid derjenigen
ie zu Doktoren der Heiligen Schrift ernannt werden wollen
die Formel enthält das Versprechen, die Grundlehren und
ie von dem Apostolischen Stuhl, sowie die von der päpst—
ichen Bibelkommission erlafsenen oder noch zu erlassenden
dekrete als oberste Richtschnur und Regel für ihre Studien
zetreulich und unverfälscht zu bewahren und als unantast⸗
ar zu erachten und diese Grundlehren und Dekrete niemals
u widerlegen.
Rom, 1. Juli. Der italienische Botschafter Tittoni ist
ius Paris in Rom eingetroffen, um sich mit dem Minister
es Auswärtigen und der Finanzen über verschiedene wirt—
chaftliche und Handelsfragen zu beraten, weiche zwischen
Italien und Frankreich schweben.
Paris, 1. Juli. Der Mörder Liabeuf ist heute morger
ingerichtet worden. Um 3,48 Uhr wurden die weniger
Lersonen, welche mit einer speziellen Einladung verseher
varen, in das Gefängnis zugelassen, vor welchem die
dinrichtung stattfinden sollte. Die Volksmenge, welche
ängs den Mauern des Gefängnisses Aufstellung genom—
nen hatten, begannen lebhafte Kundgebungen dem Mörder
»arzubringen. Die Menge rief: „Es lebe Liabeuf“, wäh—
end die Munizipalgarde und die Polizei als Mörder be—
chimpft wurde. Plötzlich fiel ein Revolverschuß, worauf eir
urzes Kommando ertönte. Die Polizei und die Gardister
ingen mit blanker Waffe vor. Die Neugierigen, welch«
uf die Bäume gestiegen waren, wurden heruntergerissen.
die Polizei ging energisch vor und es kam zu bösen Zu—
ammenstößen. Viele erhielten Säbelhiebe. Ein Polizei—
zinspektor erhielt einen Revolverschuß, welcher ihm die
zurgel durchbohrte. Er wurde schwer verletzt zum Spitale
ebracht. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Schließlich
vurden die Kundgeber zerstreut. Um 3,50 Uhr öffneten sich
ie Tore des Gefängnisses und im Galopp wurden die
50 Meter, welche den Eingang zur Hinrichtungsstelle zu
ahren waren, zurückgelegt. Chne fremde Hilfe bestieg der
Nörder das Schaffott, scheinbar ohne jede Erregung. Er
ief: „Es ist eine Hinrichtung, welche aus mir einen Zu—
älter macht, nein kein Zuhälter bin ich“. Die Gehilfen
emächtigten sich nun seiner und in kurzer Zeit war der
erechtigkeit Genüge geschehen. Die Leiche wurde nach
—0
ieder hergestellt
Paris, 30. Juni. Nach einer Depesche aus Tanger
urden bei dem Brande bei Marakesch bisher 34 Personen
efunden, die erschlagen oder verbrannt unter den Trümmern
agen. In einem Hause ist eine alte Frau mit ihrer En—
elin, in einem anderen Gebäude sind zwei Familien um—
zekommen.
London, 30. Juni. Wie die „Daily Mail“ zu melden
veiß, wird die Firma Armstrong sofort mit dem Bau eines
Aber-Dreadnought für die chilenische Regierung beginnen,
der eine Wasserverdrängung von 32 000 Tonnen haben
wird. Die Kosten hierfür werden 3 Millionen Pfund be—
ragen.
London, 30. Juni. Die im nächsten Monat stattfin—
denden Flottenmanöver sollen sehr geheimnisvoll gehand—
yabt werden. Nach dem Beschluß der Admiralität wird
ein Journalist auf einem der Schiffe zugegen sein. Auch
ein Fahrzeng darf sich in die Zone hineinwagen, in der
die Flottenübungen abgehalten werden.
Madrid, 30. Juni. Im Laufe der Beratung über die
Anutwort auf die Thronrede versicherte der Ministerpräsident,
»ei der Demission des Kabinetts Moet sei die Krone voll—
ommen korrekt verfahren. Der Ministerpräsident erklärte
veiter, er sei entschlossen, die religiösse Frage auf geraden
Vegen und energisch zu lösen und sein Programm durch—
uführen, koste es, was es wolle; er habe keine Verpflich—
ung übernommen, außer gegenüber dem König, dem
zaterlande und der Mehrheit des Parlaments.
Madrid, 1. Juli. Im Laufe des gestrigen Minister—
ates hat Canalejas dem Könige Petitonen und Protest—
indgebungen für und gegen seine Politik eingereicht.
Petersburg, 30. Juni. Der Artillerie-Hauptmann
Nardwinow hat sich vergiftet. Er war in die Affäre Un—
ern⸗Sternberg verwickelt und sollte verhaftet werden.
—— —
naufft urschuss bingen a. Ru
—⸗ anerkhbannt vorzüßl. Ansbildung ———
—— Prospekto frei ——
X.OO — — — ———— —
* 1 3
Saison⸗Theater. im Nassauer⸗Hof
— — Direktor: Anton Bräuning. — — —
Sonntag, den 3. Juli 1910
Eröffnungs⸗Vorstellung
Ca
“* 84 —X
* —AII—
* —
die Zigeunerbraut.
jomantisches Schauspiel mit Gesang in 5 Akten von Gustav Vraun.
zu dieser Vorstellung ladet ergebenst ein
A. Bräuning, Direktor.
» xXXXXXX
*
Tanzkursus Wilhelm Lesch.
—
Am 12. Juli beginnt in dem Lokale Limburg⸗Poller
Tanzkursus.
Damen und Herren, welche geneigt sind an demselben
eil zu nehmen können sich bis zum 12. Juli in obigen
'okale sowie beim Tanzlehrer anmeldenu.
Hochachtungsvoll
Wil helm Lesch,
anz⸗ u. Anstandslehrer.
FEEXXXXXXXAMAVB: VXXXXxXx
J
Ehemalige Tanzschüler
des Tanzlehrers W. Lesch.
Um Mittwoch den 4. Juli abends 8 Uhr
Zusammenkunft
m Lokale Poller-Limburg.
Sämtliche ehm. Schüler sind hierzu srol. eingeladen.
— — — —
Zur Bausaison
empfiehlt sich in Ausführnng von
Hoch, Tief⸗ und .. ....
. .. .. .. .. Neubauten
sowie sämtliche in mein Fach einschlagende
t Reparaturen —
bei bil ligster Berechnung. Kostenanschläge
werden gratis angefertigt.
Rudolf Huß,
Bauunternehmer,
Provinzialstraße.
*
—
berafestturner
— der
deih n uhha u racn Inspektion Camphausen
4 Am nächsten Sonntag den 3.
Gesamtübung — es den
zer sämtlichen Löschzüge. Durchnahme der Uebungen
Es wird um zahlr. Erscheine auf dem Bergfestplatze daselbst.
jebeten. Ejqher.
2 schöne 2
Fimmer 5 Simmer u.
48
Küche
mn zweiten Stock sofort zu ver
ieten. ganz oder geteilt zu vermieten
Aug. Wunn, Johann Sinnweuũ.
m Marse Jafmen 17