uurn. Hierbei habe Dörr auch seine Frau mißhandelt.
Vorsitzende bemerkte hierauf zur Orientierung der
en Geschworenen, daß bei einer nach dem Morde vor—
amenen Haussuchung in der Wohnung des Dörr 4
e Zement und Dielen gefunden wurden. Der Ange—
te gibt zu, siebenmal des Nachts gemeinsam mit Dörr
bruchsdiebstähle ausgeführt zu haben. Ausführlich ent—
rft hierauf der Angeklagte ein Bild, wie ein Einbruchs—
bstahl ca. 10 -14 Tagen vor dem Morde in die Zement—
de in Eiweiler durch Dörr ausgeführt wurde. Hierbei
l der Angeklagte nur Schmiere gestanden haben. Dörr
»e dort unter großer Kraftanstrengungen mit Beil und
emmeisen sich Einlaß verschafft. Mehrere Säcke Zement
. Dielen habe er ca. 30 Meter weit in eine Wiese ver—
cht, von dort aus hatten beide dann die gestohlenen
genstände nach der Wohnung des Dörr verbracht. Bei
mm Einbruchsdiebstahl sei Dörr über einen Drahtzaun,
in er wegen der Dunkelheit nicht gesehen habe, zu
zgekommen. Eine schwere Verletzung habe er sich
nicht zugezogen.
dierauf wurde das Verhältnis des Angeklagten zur
rau des Ermordeten erörtert. Auf Antrag des Herrn
nn Staatsanwaltes wurde hierbei um ONreiviertel Uhr
)effentlichkeit bis 12.20 Uhr ausgeschlossen.
die Vernehmung des Angeklagten ging zum größten
hinter geschlossenen Türen vor sich. Dem Zuhörer
es daher unmöglich, sich ein Bild von den Gescheh—
a bei der Ausführung der Tat zu machen. Erst die
führungen des Staatsanwalts nach Schluß der Beweis—
nahme brachten einige Klarheit. Danach hat Dörr am
rgen des 20 April den Buchner aufgesordert, mitzu—
nen, um aus der Zementbude Zement zu holen. Dörr
tete sich zu diesem Zwecke mit einein Meisel aus. Buch—
trug ein Beil bei sich. An der Zementbude lud Buch—
dem Dörr einen Sack Zement auf und wollte gehen.
3 Dörr merkte, daß Buchner sich weigerte, auch einen
aick zu nehmen, schalt er ihn einen Faullenzer. Damit
r der Streit eingeleitet. Die Auseinandersetzungen ende—
damit, daß der Buchner dem Dörr mehrere Schläge
den Kopf versetzte. Buchner ging nun in das Dörr'—
e Haus zurück. Er klopfte an und fragte: Lies, darf
kommen? Der Hannes kommt nicht mehr. Der ist
geschlagen. Die Frau fragte, wer ihn denn totgeschlagen
bve. Buchner sagte, daß er es gewesen sei. Buchner
rde eingelassen, und nun berieten die beiden, was zu
chen sei. Buchner soll bei dieser Gelegenheit nach der
wenvollen Tat sich nicht gescheut haben, der Ehefrau
rr unsittliche Anträge zu machen.
Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit erläuterte der
sihende die Ortsverhältnisse an einem Situationsplan,
auf eine Tafel gezeichnet war. Der Angeklagte zeigte,
der Ermordete nach der Tat zusammengesunken ist: er
kudanach zuerst in die Knie und fiel dann seitlich zur
»e. Den Geschworenen wurde die Photographie des
ortes mit der Lage der Leiche vorgezeigt.
Der als Sachverständiger und Zeuge vernommen Knapp-—
iftsarzt von Heusweiler macht Angaben über den Ge—
adheitszustand des Getöteten. Dörr litt an Rheumatis—
s und hatte dabei ein Herzleiden. Anfangs wurde er
Lazarett behandelt, später blieb er im Revier. Die
ige, ob Dörr fähig gewesen sei, einen Zentnersack zu
en, beantwortete der Sachverständige dahin, daß das
t so leicht zu entscheiden sei.
Der Kreisassistenzarzt Vr. Klare, der die Leiche untersucht
„erstattete sein Sachverständigen-Gutachten dahin, daß
czweifellos infolge der durch die Beilhiebe beigebrach—
topfverletzungen gestorben sei.
damit wurde die Zeugenvernehmung geschlossen und
Fragen an die Geschworenen formuliert.
ierauf erhielt der Staatsanwalt das Wort. Er wies auf
abscheuliche Verhalten des Angeklagten hin und be—
ptete, der Angeklagte habe die Gelegenheit des Dieb—
is benützen wollen, um den Ddrr, der seinen Plänen
Wege stand, aus dem Wege zu räumen. Der Ver—
er der Angeklagte hielt eine vorsätzliche Tötung mit
erlegung für vorliegend.
Der Verteidiger Herr Rechtsanwalt Steegmann führte
Momente an, welche dafür sprächen, daß der Angekl.
t die Absicht gehabt habe zu töten. Den Angaben der
frau Dörr sei unter keinen Umständen Glauben beizu—
en. Nach Lage der Sache habe der Angeklagte in der
vehr gehandelt. Den Angaben des Angeklagten müsse
Glauben schenken, welche dahin gingen, daß es bei
Einbruchsdiebstahle zwischen dem Angeklagten und
Getöteten zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen
Bei dieser Gelegenheit habe Dörr den Angeklagten
zt, worauf der Angeklagte sich zur Wehr gesetzt habe.
seien keinerlei Tatsachen in der Verhandlung vorge—
qt worden, welche auf Mord mit Ueberlegung schließen
ꝛn. Kein Zeuge habe den Beweis dafür erbringen
en, daß der Angeklagte das Beil bei dem Diebstahle
sich geführt habe. Kein einziges Moment spreche dafür
der Angeklagte mit einem wohlüberberlegten Plane
Werk herangetreten fei.
Der Verteidiger bat zum Schlusse die Frage nach Mord
zu bejahen. Im höchsten Falle könnte eine über—
cene Notwehr erkannt werden.
zn einer Replik wandte sich der Vertreter der Anklage
entschieden gegen die Auffassung der Verteidigung,
Notwehr vorgelegen habe.
zn längeren Ausführungen trat der Verteidiger diesen
ührungen nochmals entgegen.
der Wahrspruch der Herren Geschworenen lautete: Der
klagte Buchner ist schuldig, zu Eiweiler den Bergmann
in Dörr vorsätzlich, aber nicht mit Uberlegung getötet
D.
er Vertreter der Anklage beantragte hierauf die höchst
* —— von 15 Jahren und 10 Jahren
rlust.
inalog dem Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der
klagte in Anbetracht der großen Rohheit, mit welcher
e Tat ausgeführt hatte, zu 15 Jahren Zuchthaus und
(ahren Ehrverlust verurteilt. Vom Vorsißenden befragt,
sein Urteil anerkennen wolle, erkärte der Angeklagte
olle sich dieses noch überlegen. Schluß der Verhand—
3.50 Uhr.
ouisenthal, 258. Juni. Heute morgen in aller Frühe
chten zwei noch jugendliche Burschen von Altenkessel
er Grubenbetriebskasse zu Louisenthal einen Einbruch.
iensttuende Grubenwächter ertappte die Burschen und
»Nsie in sicheren Gewahrsam. (Sbr. Volksztg.)
sRainz, 25. FJunt. GQtegimentsjubiläum.)
Magdeburgische Dragoner-Regiment Nr. 6, das in
z3 seine Garnison hat, wird am 29. Juni und 1.
durch Reiterfeste sein 50jähriges Jubilaäum feiern.
estellt wird ein „Einzug des Mainzer Erzbischofs“ in
Bätte des 18. Jahrhunderts, „samt allen hierbey ge—
eren Freuden-Festen, Turnieren und Spielen, so im
»des neuen Churfürstlichen Residenzschlosses gehalten
den seynd.“ Am 27. Juni ist Generalprobe.
Veinheim (Baden), 25. Juni. (Ed le Stiftun—
Der dieser Tage verstorbene Generalkonsul Ehrhard
iger hinterließ verschiedene gemeinsinnige Legate, so
Ztadt Weinheim zur Errichtung eines Schwimmba—
D 000 Mark, dem Gemeinnützigen Verein und dem
umsvnerein jze 10 000 Mark
* Düsseldorf, 285. Juni. (Opfer dier Trunt⸗—
aAchst.) Der 56jährige Maurer Tillmann PVestieg im an—
etrunkenen Zustande eine Dampfwalze. Er stürztesab und
zurde überfahren und so schwer verletzt, daß er vald
arauf starb.
* Krefeld, 25. Juni. Tödlicher Hufschlag.)
zin Diener wurde bei der Pflege eines Pferdes durch
inen Husschlag so heftig vor den Leib getroffen, daß er
hwere innere Verletzungen davontrug. Er ist daran nach
»enigen Stunden gestorben.
* Bochum, 25. Juni. (Todes sturz.) Auf der
zeche „Friederika“ stürzte der Bergmann Peter Hoffmann
niit seinem Wagen 90 Meter tief in den Schacht. Die
isenteile des Wagens drangen ihm durch den Körper.
* Altenhundem, 26. Juni. EErsschlagen.) Auf der
zrube „Sizilia“ wurde der Bergmann Plugge aus Frede—⸗
urg durch herabfallende Gesteinsmassen getötet.
* Dingden, 25. Juni. (Das ist nichts für die
kinder!) Infolge Schädelbruchs, den er beim Fahren
nit einem Motorrad gegen einen Baum erlitten hatte,
arb hier ein 13jähriger Schüler. Er hatte die Führung
ber das Rad verloren gehabt.
—ADDDDDD—
wvn Döring in Labes, Rittmeister d. L. erschoß sich in
einer Dienstwohnung. Das Motiv ist Krantkheit.
Hofrichter. Kaiser Franz Josef befindet sich z.
u Budapest. Dort wurden ihm die Akten über die I
ichter⸗ AAngelegenheit vorgelegt Wie es heißt, lautet das
irteil, das der Kaiser unterzeichnete und das sehr bald
ubliziert wird, auf 20 Jahre schweren Kerker ohne An
echmung der Untersuchung, Ausstoßung aus der Armee«
nd Verluft des militärischen Ranges, sowie auf Unfähig—
eit zur Wiedererlangung eines militärischen Ehrenranges
der einer Staatsstelumg. Als Milderungsgrund wurde
ugeführt die durch die Aerzte erwiesene geistige Minder.
xertiglett.
Frau Hofrichter. Aus Wien wird berichtet: Frau
lung Hofrichter ist seit acht Tagen von Verfolgungsideen
efallen Sie wird auf Veraulassung ihrer Familie pfy⸗
natriich beobachtet. —— — —
Verbrechen. In Latille (Dep. Vienne) erfchoß der
zteuerbeamte Robin die Tochter des Steuereinnehmers
»'Auzay, verwundete dessen Frau schwer und entleibte sich
odann. Die Beweggründe des Verbrechens sind bisher
ibekannt.
Dampfer-Uuglück. Der spanische Dampfer „Febrönro“
st an der französischen Küste mit der gesamten Besatzung
on 25 Mann und 2 Passagieren gestrandet und unterge—
angen. Der Kapitän des Schiffes hatte erst kürzlich eine
zZelobigung erhalten wegen Rettung der Besatzung eines
eutschen Dampfers, der an der italienischen Küste ge—
trandet war. Der „Febrönro“ hatte Bilbao am 18. Juni
nit der Bestimmung nach Newport verlassen.
Große Hitze. Die in den Vereinigten Staaten herr—⸗
hende enorme Hitze hat in den ärmeren Vierteln der
roßen Städte viel Unglück angerichtet. Tausende schla—
en in offenen Parks. Die Hospitäler sind von Kranken,
ie der Hitze erlagen, überfüllt. In New-York sind 8,
ne Philadelphia 15, Baltimore 5, Pittsburg 8 Personen
m Hitzschlag gestorben.
Erdbeben. In Algier und im ganzen Wesitien des
departements wurden hestige Erdstöße verspürt. In meh—
eren Städten entstanden Risse an den Häusern; Möbel
ourden vom Platze gerückt. In Aumale sind mehrere Häu—⸗
er eingestürzt. Menschen sind nicht umgekommen.
Verbotener Maiumzug. Der Polizeipräsident von
zreslau hatte seinerzeit den Maiumzug der Sozialdemo—
raten in Breslau verboten. Die Beschwerde wurde vom
degierungspräsidenten zurückgewiesen. Dasselbe hat jetzt
uch der zum Minister des Innern ernaunte
Oberpräsident vo n Dallwitz getan, mit der Begründ—⸗
ing, daß die öffentliche Sicherheit gefährdet werden könne.
Gerüfteinsturz. In Rirdorf stürzte das Gerüst eines
seubaues zusammen und riß zwei Arbeiter, Vater und
Sohn, mit sich in die Tiefe. Der Vater wurde getötes
nd der Sohn schwer verletzt.
Schwerer Einbruchdiebstahl. Bei der Kleiderstoff-Firma
Heymann, Walter u. Co. in Berlin sind von ei—
ier Einbrecherbande aus den Kassen- und Kontorräumen
15 000 Mark gestohlen worden. Der Geldschrank ist mit
einem Sauerstoffapparat aufgelötet worden. Man vermu—
et in den Tätern frühere Angestellte der Firma.
Petuintichutz. RUs Remagen wird ver« : Der
Lorstand des Vereins zur Erhaltung der Erpen« SZey hat
inen Bericht über seine bisherige Tätigkeit erstattet. Es
st im Vorjahre gelungen, mit dem Kirchspiele Erpel, dem
zesitzer des großten Teiles der Erpeler Ley, einen Ver—
rag abzuschliezen, wonach — allerdings zunächst nur
achtweise, — nicht nur die ganze große Tafelfläche auf
em Gipfel der Erpeler Ley, sondern auch deren nach dem
theine zu abfallende Basaltfelsmassen und Steinbrüche in
en Besitz des Vereins gelangt sind. Damit ist der wei—
eren Verunstaltung des Berges Einhalt geboten und der
rste Schritt zu seiner dauernden Erhaltung getan. Der
zerein besigt das Ankaufsrecht für den ganzen Berg, wo
ei die Kaufsumme auf 100 000 Mark festgesetzt worden
st. Diesen Antauf so bald wie möglich durchzuführen
vird als das nächste Ziel des Vereins bezeichnet, um
‚ann den Berg zu einem wirklichen Naturdenkmal zu ge—
talten
Das Friedberger Attentat.
Der Polizei ist in der Angelegenheit des Bombenat-⸗
entats ein Beweisstück in die Hände gefallen, das ihr bei
er Verfolgung der Täter möglicherweise wichtige Dienste
isten kann. Auf der Handgepäcksabgabe im Friedberger
zahnhof wurde eine braune Pappschachtel beschlagnahmt.
x8 ift zweifelsfrei festgestellt, daß dieser Karton, welcher
dleidungsftücke und andere für die Entdeckung des Täters
oichtige Gegenstände enthielt, von einem der noch leben⸗
en Täter dort deponiert worden ist. Auch nach diesem
zaket weist die Spur nach Frankfurt, wo die Verbrecher
hren Sitz gehabt haben müssen.
Der Bankräuber, der sich nach dem Bombenanschlag
mf das Rathaus und dem Ueberfall auf den Vorsteher
der Reichsbanknebenstelle in Friedberg erschossen hat, ist
ls der am 24. September 1889 in Leipzig geborene
dommis Otto Winges festgestellt worden. Winges ist be—
zeits im Mai 1906 in München als Bankräuber fsestge—
zommen und far den GErkennungedient owesien worden
——
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 24. Juni. Die Polizei hob eine Nacktloge in
zerlin auf. Unerwartet erschien ein Kriminalkommissar im
zersammlungslokal und machte der Sitzung ein schnelles
ende, indem er Männer und Weiber sich schleunigst ankleiden
ieß und die Loge für aufgelöst erklärte. Die Personalien
imtlicher Anwesenden wurden festgestellt.
Berlin, 25. Inni. Heute nacht stürzte vom Turme der
Larochialkirche einer der dort angebrachten vier großen in
zlei getriebenen, mit Kupfer überzogenen Löwen auf die
Itraße. Die Figur wog etwa vier Zentner.
Berlin, 25. Juni. In dem Geschäftshaus der Firma
eymann, Velten u. Komp., an der Schieuse, erbrachen
rinbrecher nachts einen Geldschrank und entwendeten 50 000
Nk. Bargeld. Wertpapiere und wichtige Geschäftspapiere
eßen sie liegen. Nach anderen Meldungen betrug das
gargeld 15,000 M.
Berlin, 25. Juni. Die „Zukunft“ ist heute konfisziert
hvorden. Die Konfiskation erfolgte auf Antrag des Anmits-—
erichts Berlin 1 auf Grund des 8 104,1 Str. G.«B. und
dar wegen eines Artikels, in welchem das Verhältnis des
untmanns von Göben mit Frau von Schönebeck in einer
iach Auffassuug des Gerichts die Sittlichkeit verletzenden
Weise besprochen wird.
Dresden, 25. Juni. Frau v. Schönebeck ließ eine
Zilla in Niederlößnitz mieten. In dem Nachbarort Rade—
eul wohnten schon ihre Schwiegereltern.
Leipzig, 25. Juni. Heute morgen wurde im Hofe des
seuen Landgerichtsgebäudes der Zimmergeselle Hermann
dobert Georgi, der am 4. August den Oberregierungsrat
»on Wöhrmann in Prödel ermordet hatte, durch den Scharf—
ichter Brand hingerichtet.
Barr, 23. Juni. Bei einem hier heute Morgen ganz
nerwartet ausgebrochenen Gewitter schlug ein Blitz wahr—
cheinlich in die Telephon- oder Telegraphenleitung des
iesigen Postamtes. Davon erhielt der in der Telegraphen—
bteilung hier beschäftigte Postassistent L. einen Schlag, der
hn bewußtlos und auf einer Körperseite ganz gelähmt zu
zoden warf. Der Zustand hat sich seither etwas gebessert.
Brüssel, 26. Juni. Vierhundert Mitglieder des Kon—
resses für Bergbau- und Hüttenwesen sind heute nachmittag
on Düsseldorf in zwei Extrazügen zum Besuch der Welt—
usstellung angekommen. Abends findet im deutschen
»ause ein Empfang des Kongresses in Anwesenheit des
Ztaatssekretärs Delbrück und des Handelsministers v. Sy—
ow statt.
Brüssel, 27. Juni. In dem Großen Metropol-Restau—
ant der Weltausstellung brach gestern ein größeres Feuer aus
»as das in der Nähe liegende Ausstellungsgebäude des Pa—
illons des Fürsten von Monacco bedrohte, desgleichen die
heutsche Abteilung stark gefährdete. Die Brüsseler Feuer—
vehr war schnell zur Stelle, sodaß die deutsche Aussiellung
jerettet werden konnte, während der schöne Pavillon des
fürsten niederbrannte. Das Restaurant mußte seinem
ZZchicksale überlassen bleiben und brannte vollständig ab.
Paris, 25. Juni. In Toulon wurden zwei Leute ver—
aftet, die in dem Verdachte stehen, vor kurzem auf dem
»rasilianischen Kriegsschiff „Venjamin Constauntin“ einen
kinbruch verübt und aus einem eisernen Schrank 275000
Franes gestohlen zu haben.
Chamonix, 26. Juni. Der Geheime Oberregierungs—
at D. Hermann Dungs, vortragender Rat im Reichsjustizimt,
der vor kurzer Zeit mit seiner hochbetagten Mutter,
er verwitweten Frau Justizrat Dr. Händly im benachbar—
en Zinnatal Wohnung genommen hatte, unternahm einen
Ausflug nach der Zinnal-Spitze, von dem er nicht mehr
urückkehren sollte. Geheimrat Dungs ist, wie ein Tele—
zramm an die Familie besagt, tötlich abgestürzt. Er stand
rst im 55. Lebensjahre. Er war im Reichsjustizamt lange
zahre Dezernent in Urheberrechtsachen und beteiligte sich
einer Zeit auch an der Haager Friedenskonferenz.
Algerien, 25. Juni. Durch das Erdbeben sind dem
ßernehmen nach in Aumale vierzehn Eingeborene ums
reben gekommen. *
London, 25. Juni. Der Madrider Korespondent der
Daily News“ erfährt, daß die Verhandlungen zwischen dem
zatikan und der spanischen Regierung abgebrochen worden
ind, ist aber gleichzeiig der Meinung, daß das Kabinett
Lanaleas darüber fallen werde. Es sei überhaupt viel
u schwach, um die Feindschaft des Vatikans aushalten zu
önnen. Hinter diesem stehen nicht nur die einflußreichsten
Nänner, sondern überhaupt der einflußreichste Teil der Be—
ölkerung Spaniens.
Baku, 25. Juni. Der Millionär Babajew wurde ver—
aftet, weil er große Mengen Naphtha aus den Anlagen
»on Konkurrenten entwendet haben soll.
Konstautinopel, 27. Juni. Die Schutzmächte haben
jestern der Pforte eine Note überreicht, worin dargelegt
vird, daß wenn die Kreta den mohamedanischen Aemten
Schwierigkeiten bereiten, die Mächte fest entschlossen seien,
inzugreifen, um die türkische Nationalität zu wahren. Die
ntgültige Regelung der Kreta-Frage kann nur durch Be—
atung aller Signaturmächte erfolgen. Gestern beschloß die
ürkische Regierung völlig den in der Note der Schutzmächte
um Ausdruck kommenden Gedanken zur Beruhigung der
ürkischen Ereignisse anzuwenden, zumal da die wirtfchaft—
che Schädigung der Türkei dadurch bedroht ist.
La Crosse, 27. Juni. Beim Brand eines Missippi—
ampers entstand eine Panik. Vier Versonen wurden ge—
ötet, 12 verletzt.
Konstantinopel, 27. Juni. Die Pforte hat das be—
hlagnahmte Vermögen des Ex-Sultans Abdul-Hamid 4
Nillionen Pfund (81 Millionen Mark) für Kriegsfonds für
inen eventuellen Krieg mit Griechenland zur Verfügung
esten
Eingesandt. Die Saarbrücker Zeitung schreibt in
hren Abonnentseinladungen für Dudweiler, Sulzach
usw., sie hätte den Abonnementspreis für Ab⸗
iehmer auf 50 Pfg. festgesetzt, für Leute, welche ihre
zeitung wie bisher gebracht erhielten, auf 60 Pfg.
dabei verweist sie auf die Einladung in ihrem Haupt:⸗
latte. Besieht man sich nun die Einladung im Haupt
latte, dann heißt es: die Saarbrücker Zeitung er⸗
cheint in zwei Ausgaben: Ausgabe A mit Sonntagslatt
60 Pfg, Misgabe Bohne Sonntagsblatt 50
yfennig. Bezieher für den billigen Preis erhalten
ilso kein sSonntagsblatt. Lassen sich die Bezieher
ie Zeitung in's Haus bringen, so erhöht sich der Preis
im monatlich 10 Pfg. Die Bezieher erhalten also für
en jetzigen Preis von 60 Pfg. die Zeitung in's Haus
jebracht — jedoch ohne Sonntagsblatt. Will ein
zbezieher die Zeitung wie bisher mit Sonntagsblatt
n's Haus gebracht haben, so erhöht sich der Preis
um 10 pfg.! Was ist da nun billiger geworden?
Man denkt hierbei an — Großstadtluft!
Das eine Zirkular zum Abonnentenfang genügt
ver sSaarbrücker Zeitung jedoch noch nicht — sie hat
riuch noch ein zweites Zirkular herausgegeben, in
velchem sie sich als wirksamstes Insertionsorgan
sinstellt. Großstadt und Bescheidenheit sind zwei Be—
zrriffe, die nicht zu einander passen! In der Stadt
verden die Geschäftsleute damit geködert, daß die
zaarbrücker Zeitung die weitverbreiteste im ganzen
dande ist, deshalb ihre Zeitung das wirksamste
Insertionsorgan für Firmen sei! Auf dem Lande ver
ucht man nun denselben Köder. Eins paßt aber nicht
ür alle! Zuerst geht man auf Abonnentenfang, um
ie Saarbrücker Geschäftsreklame an den Mann zu
ringen, dann sollen auch noch die Geschäftsleute hel—
en, der Saarbrücker Zeitung den großen Geldsäckel
üllen. — Die 150 Jahre scheinen alt aber nicht witzig
gsemacht zu haben!
Einer vom Dorf.
Dom Herfasser von „Jettchen Gebert“
eorg Herrmann, dessen Werke, nach der letzten Statistik
or deutschen Leihbihliotheken. z2u den hegehrtesten unser—e
zeit gehören, erscheint Anfang Juli im Feuilleton des
Berliner Tageblattes“ ein moderner Liebes-Roman aus
zerlin Wemit dem Titel „Kubinke“. Das „Berliner Ta—
eblatt“ hat sich durch seinen gediegenen und vielseitigen
znhalt große Beliebtheit, namentlich in den bessersituierten
dreisen erworben. Zu dieser Beliebtheit und umfassenden
Lerbreitung haben die 6 wertvollen Wochenschristen mit
eigetragen, die jeder Abonnent mit dem B. T. gratis er—
yjält, und zwar an jedem Montag: „Der Zeitgeift“, wissen—⸗
chaftliche und feuilletonistische Zeitschrift, jeden Mittwoch:
Technische Rundschau“, illustrierte polytechnische Fachzeit—
chrift, jeden Donnerstag und Sonntag: „Der Welt-Spiegel“,
llustrierte Halbwochen⸗Chronik, an jedem Freitag: „Uülk“,
arbig illustriertes, satirisch-politisches Witzblatt, jeden
zonnabend: „Haus Hof Garten“, illustrierte Wochenschrift
ür Garten und Hauswirtschaft. Das „Berliner Tageblatt“
ist unstreitig die gelesenste der politischen deutschen Zeitun—
zen. Seine Leitartickel finden im In⸗ und Auslande
außerordentliche Beachtung. Durch Spezialkorrespondenten
ist es an allen Plätzen der Welt vertreten, und unübertroffen
ist es an der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit der Berichterstattung.
Die sorgfältig redigierte vollständige „Handels—
Zeitung“ des B. T. erfreut sich wegen ihrer unbeeinflußten
daltung in kaufmännischen und industriellen Kreisen eines
»orzüglichen Rufes und wird wegen ihrer Unadhängigkeit
als zudverlässiger Wegweiser auch von Privat-Kapitalisten
geschätzt. Das „Berliner Tageblatt“ erscheint täglich 2mal,
nuch Montags, in einer Morgen- und Abendausgabe, im
ganzen 13mal wöchentlich Abonnenieentspreis für alle 7
Vlätter zusammen bei allen Postanstalten des deutschen
Reiches 2,00 Mark für den Monat oder 6 Mark für das
Vierteljahr. Dieser Betrag ist in Verhältnis zu dem über—
nus reichen Inhalt des Blattes und der obengenannten
gzediegenen sechs Wochenschriften ein sehr mäßiger. Annon—
en im „B. T.“ finden namentlich in den gebildeten und
vohlhahenden Kreisen die erfolgreichste Verbreituna.
»eimnis für Nütter
st es nicht, sondern weltbekannt ist die vorzüg⸗
iche Alpenmilch, darum ernährt Eure Kinder
mit
G. Stempfles Kinderzwieback und
Kinderzwiebackmehl,
essen Hauptbestandteil sie bildgt.
Erhältlich in Apotheken, Drogerien und
Kolonialwarengeschäften.
z. Stempfles Kinderzwieback und Zwiebackmehl, Oberstdorf
bayr. Alpen.
In Dudweiler zu haben bei Karl Auler, Adler-ODrogerie.
Tochnikor- Vorein
Dud weiler
Nacheuf.
Am 26. d.s Mts. verschied nach
curzem schweren Leiden unser lang.
ahriger Kassierer
der Kgl. Bausteiger
Korl Kwoer.
Wir bedauern in dem Verschiedenen
zinen lieben Kollegen, welchem wir
zin ehrendes Andenken in unserem
vVerein bewahren werden.
Der vorstand:
I. A.: Wasmuth.
Dudweiler, den 27. Juni 1910
400pflaàauseée
riit Rrut aers chwinden über Nacht mit Loeres
Goldgeist“ Flasche 50 Pfg. Nur erbaltlich
Medizinal Germania-Drogeris,
JSaarhr üokersalr. 221 — Ecke Brücekenstr.
Ich litt sei Z. Jahren an gelbl. Die von Herrn Ponmei⸗Sergeam
lusschlag mit furchbrtem 1Flegel innegehabte
Wol
autjucken Wohnungs
este i .Kü
us ich noch Int. Z Hate Ihte Handttd au ßnn Mieduche
zucker's Patent-Medizinal⸗Seife 63
ufgebracht hatte, war der Aus er Stadtweg 72.
chlag mit dem Jucken vollständig 3
esentigt. H.8. Poltzei⸗Serg in d. — 25 rote Betten —
Stück 50 enni — In i. y prima Inlett je
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Form). Dazugehörige Bocbe BB3
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