Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 23. Juni.
Eine neue Zeitung in Saarbrücken. Wie wir hören,
oll in Saarbrücken demnächst ein General-Anzeiger, wie
olche in allen größeren Städten existieren, herausgegeben
verden. Das Gruudstück ist schon angekauft, auf dem die
Hebäulichkeiten für die Druckerei errichtet werden sollen. —
Man merkt an der Saarbrücker Zeitung, daß ihr Konkur—
ænz droht: sie geht auf's Land! In einer Einladung an
die Bewohner von Dudweiler erklärt sie, mehr Lesestoff
ieten zu können, wie eine Ortszeitung. Tas war nicht
iötig, den Leuten zu erklären, da sie dies selbst wußten.
Wenn eine Ortszeitung wit so großer Abonnentenzahl und
o vielen überaus teuer bezahlten Anzeigen rechnen könnte,
vie die Saarbrücker Zeilung, dann wäre es eine Kleinig—
eit, den Lesern das zu bielen, was die Saarbrücker Zei⸗
ung bietet
kK. Am kommenden Sonntag, den 26. d. Me doll
gelegentlich des Kreiskriegerverbandsfestes in Neudorf nach
Lintresfsen des Festzuges auf dem Festplatze im Anschluß
in die Ansprache des Verbandsvorfitzenden eine photographische
lufnahme der Veteratten stattfinden, welche als Schmuek
ür die zur August-Gedenkseier erscheinenden Festfsehrift be—
siimuit ist. Es wird gewünscht, daß alle Veteranen an
iesem Tage auf dem Verbandsseste erscheinen, damit die
lufnahme ein möglichst vollständiges Bild unseres stattlichen
zeteranenkorps gibt.
Sedanfeier in den Volksschulen. Bisher mußte pach
iner Verfügung der Königl. Regierung aus dem Jahre
307 die Sedanfeier am ersten Schultag nach den Ferien
ogehalten werden, wenn ihre Feier am 2. September wegen;
er Ferien nicht möglich war. Jetzt ist diese Bestimmung
ufgehoben und dafür angeordnet worden, daß die Feier
m Vormittage des vorletzten Unterrichtstages vor den
zerien stattfinden soll. Gleichzeitig werden die Lehrer auf—
efordert, es nicht bei dieser Schulfeier bewenden zu lassen,
ondern an dem Nachmittage Turn- und Spielfeste »der
Vandernngen zu veranstalten.
Civilstand der Bürgermeisterei Dudweiler vom 11. bis
O. Juni 1910. Geburtken. Luise, T. v. Wilhelm
—„chminke, Grbschl. Anna, T. v. Nik. Hoffmann, Bam., H
Zaul Johann, S. v. Paul Fremgen, Fabrikschl. Franz
daver, S. v. Ludwig Böckler, Bgm. Marta Helene Anna,
v. Michel Bouillon 3. Bgm. Ludwig, S. v. Ludwig
Nathieu, Bgmm. Leo Peter, S. v. Johann Weigand, Bam.
ẽlisabeth Kath. Josefine, T. v. Friedrich Braun 2., Bgam.
dobert August, S. v. August Schwarz, Bgmu. Anna Sofie,
. v. Karl Jung 7., Bgm., F. Maria Henriette, T. v.
rriedrich Lochner 2., Bgm. Emma, T. v. Nik. Wilhelm
„Bgm. Klara Elfriede, T. v. Rudolf Jost, Grubenschl.,
F. Josef, S. v. Karl Kannegießer, Eisenbaͤhnwerkstättenarb.
deinrich, S. v. Johann Poller 4. Bgm. Frieda Margareta—
. v. Ludwig Baldauf, Bgm. Johann, S. v. Johann
Ister 2, Bgm. Heiraten. Wilh. Pitz, Bgm,mit
uise Lorenz. Sterbefälle. Georg Müller, 14 J.
J. Mathilde Christiany, 12 J. a. Johann Peter
Vwe., 74 J. a. Wilh. Stragand, pens. Bam, 353 J a.
Nünch Kaspar Wwe, 74 2
ssommeranfang und Sommerzeit. Lanasam und. ste—
ig ist die Sonne höher und höher am Himmel emporstiegen
is sie gestern bei ihrer senkrechten Stellung über dem
Vendekreis des Krebses ihren höchsten Stand erreicht hat
ind sich von nun an wieder rückwärts wendet. Heute ha—
en wir den längsten Tag zu verzeichnen, an dem die Sonne
beinhalb Stunden lang zu sehen ist. Da Abend- und
Norgendämmerung fast ineinander übergehen, werden die
sdächte kaum dunkel. Im hohen Norden fallen die Licht—
trahlen über den Pol hinaus, so daß hier wochenlang die
Sonne nicht untergeht, während auf der füdlichen Halb—
ugel der tiefste Sonnenstand vorherrscht und die Lichtgrenze
nur bis an den südlichen Polarkreis heranreicht.
Der Frühling, der jetzt im Zeitenlaufe dahingeschwunden
it, kehrte zunächst mit strahlender Pracht gleich einem Göt—
ersohne bei uns ein, dem seine Herolde längst vorausge—
ilt waren. Dann offenbarte er seine wetterwendischen
aunen, brachte kühle unfreundliche Tage und sengende
Juniglut. Die letzten Wochen mit ihren zahlreichen Ge—
pittern und verheerenden Unwettern, wie wir sie noch nie
rlebt haben, sind noch frisch in unserm Gedächtnis. Der
Zommer ist doch die Hoffnung des Landmannes und Gärt—
iers Er soll mit sengender Sonnenglut das zur Reife
»ringen, was der Frühling mit seiner Blütenpracht so schön
»ntfaltet hat. Da sehen wir in den Gärten und Obsthai—
ijen statt der Blütenfülle die reifen und reifenden Früchte.
sdote, weiße und schwarze Kirschen schauen verlockend aus
em dunkeln Grün hervor, während die reifen Erdbeeren
nit ihrem würzigen Aroma die Luft erfüllen. Sie bilden
orläufig noch den Haupthandelsgegenstand unter den Obst—
rüchten unserer Heimat. Stachel- und Johannisbeeren,
LKfirsiche, Aprikosen, Birnen und Aepfel müssen noch viele
Zonnenenergie in sich aufnebmen, ehe sie riif sind. Tie Ro—
en stehen augenblicklich in ihrer schönsten Pracht; die Lin—
denblüten öffnen ihre Knopsen und füllen die Luft mit sü—
zem Tuft. Bis zum Abend hin vernimmt man in ihrer
drone das leise Summen der emsigen Bienen. Und welch
ine Pracht stellt uns der Hollunder, der heilige Baum der
ilten Deutschen, vor Augen! — Auf dem Felde, wo die
Zaaten durchweg einen guten Stand aufweisen, falls sie
inter dem Unwetter nicht gelitten haben, färbt sich schon
er Roggen, während die blauen Kornblumen, die roten
datschrosen und die bunten Kornraden um so herrlicher
trahlen. Wenn die Witterung gündstig bleidt, so darf der
landmann auf einen guten Lohn seiver anstrengenden Jä—
igkeit hoffen.
Die geschichtliche Entwichelung des Knappfchaftsvbesens.
 Bei der Einweihung des neuen Heims der Knapp—
chaft in Bochum gab Herr Knappschaftsdireklor Köhne
men fesselnden ÜUberblick auf die geschichtlliche Enkwicklung
es Knappschaftswesens, den wir hier in kurzen Zügen
olgen lassen. Sie lauten: bis in die Zeit Friedrichs des
ssroßen, des Begründers der Märkischen Knappschaftstasse,
eichen die Anfänge der Knappschaft zurück. Einer Gesamt—
innahme von Sddreivtertel Millionen und eine Mitglieder—
ahl von 348 000,7 welche das Jahr 1909 aufweist, fteht
egenüber der erste Etat, den die Knapbpschaft im Jahre
770 mit einer Einnahme von 1565 Talern und einer
Nitgliederzahl von 760 Knappen aufstellte. Der Redner
bürdigte die verschiedenen damoligen Knappschaftsstatute
ind Aufwendungen derselben und gedachte der Tätigkeit des
Freiherrn von Stein in der Leitung des Bergamtes Wetter
uud schließlich der Verleihungen der Fahnen an den Essener
ind Märkischen Knappschaftsverein, die nunmehr den Sitzingssaal
 des neuen Gebäudes schmücken. Er streifte ferner
sie Gründung des Essen-Werdenschen Knapopschaftspercins
mn Jahre 1807, des Mülheimer Knappichaftsvereins am
?6. Oktober 1842, und wies auf die Knappschaftsgesege
on 1854 bis auf die jüngste Zeit hin. Am 17. Dezember
856 trat im Märkischen Knappschaftsverein der neugebildete
zorstand zu seiner ersten Sihung zusammen. Auffallend
der Widerstand der Bergleute gegen diese Neueriung, der

9 insbesondere in lebhasten Protesten gegen die Selbst—
erwaltung richtete. Der Märkische Knappschaftsverein
baute im Jahre 1859 das heute verlassene alte Knapp—
haftsgebäude mit einem Aufwand von 28800 Talern.
ie Gesetzgebung der 50 Jahre, welche den Bergbau von
en Fesseln der staatlichen Vormundschaft befreite, hatte
ne glänzende Entwickelung des Bergbaues im hiesigen
zezirk zur Folge. Die Belegschaft stieg in den acht Jah—
en von 1858 bis 1866 auf 32656 Mann, mit einer
zörderung von vier Millionen Tonnen. Die Steigerung
ielt an bis 1874 (84000. Mann), fiel aber von da an
ändig und erreichte erst im Jahre 1882 die alte Höhe
on 824 300 wieder. Die Steigerung beeinflußte denn auch
»as Knappschaflswesen. Im Jahre 1885 mußten die
Seiträge um 39 Prozent erhöht werden, 1888 erfolgte eine
bermalige Steigerung der Beiträge.
Die Verschmelzung der drei Knappschaftsvereine un
Jahre 1890 erfolgte mit einem versicherungstechnischen
Desiztt von 320 Millionen Mark. Die Aenderungen des
dahres 1899 im Knappschaftswesen brachten eine Steiger—
ing der Ausgaben in der Pensionskasse von 6975 000 M.
in Jahre 1898, auf 9 299 0600. M. im Jahre 1900, und
ie Gesamtausgaben des Vereins stiegen in dieser Zeit
»on 12 7806000 M. im Jahre 1898 auf 18 000 000 im
Jahre 1900, also um Zeinviertel Millionen Mark. Sie
irgen im Jahre 1905 auf 25 787 000 M. Das Gesamt—
ermögen des Vereins beläuft sich Ende 1909 auf 150
Rillionen Mark. Direktor Köhne schloß seine Rede mit
em Wunsche, daß von den neuen Räumen ein unversieg—
icher Strom werktätiger Hülfe ausgehen möge auf die in
trankheit und Not geratene bergmännische Bevölkerung,
ind daß diese Fürsorge immer mehr unter den Mitgliedern
»as Bewußtsein befestigen möge, daß nur in gemeinsamer
»ositiver Arbeit zwischen allen beteiligten Faktoren das
vahre Heil nicht nur des Knappschaftswesens, sondern des
gesamten Bergbaues dauernd zu gründen sei.
Fischhach, 23. Juni. Gestern abend entstand in der
Virtschaft Henz dahier zwischen Kroaten und Italienern
ine große Schlägerei. Von Dudweiler mußte Polizei
equiriert werdenr. Es bedurfte eines ganz energifchen
xinschreitens seitens der Polizeiorgane, um die Ruhe wieder
crzustellen. An einem Hause hatten die Streithähne
ämtliche Fensterscheiben eingeschlagen.
Saarbrücken, 21. Juni. Schwurgericht. Auf der
Zank der Angeklagten befindet sich die aus der Haft vor—
eführte Ehefrau des Arbeiters Michael Notdurft, Charlotte
veborene Sornberger aus Saarbrücken, 1888 dortselbst ge—
oren. Dieselbe ist je einmal vorbestraft wegen Unter—
chlagung und Hehlerei, sowie einmal wegen Sittenpolizei
tebertretungen. Die Angeklagte steht unter der Anklage,
im 1. März 1910 vor dem Landgericht Saarbrücken als
zeugin in dem gegen den Monteur Rudolph Ringle wegen
Zuhälterei eröffneten Berfahren wissentlich den von ihr ge—
eisteten Eid durch ein falsches Zeugnis verletzt zn haben
Auf Antrag des Staatsanwaltes wurden alle Turen während
der Verhandlungen geschlossen. In dem Termine vom 1.
März stellte die Angeklagte ganz entschieden in Abrede in
einem zuhälterischen Verhältnis gestanden zu haben. Die
Heschworenen bejahen die Schuldfrage wegen Meineids im
Zinne des 8 154 St.G.«B danehen jedoch auch die Frage
semäß 8 157 J, — (konnte die Angabe der Wahrheit für
ie AÄngeklagte selbst eine strafrechtliche Verfolgung noch sich
iehen). — Vom Staatsanwalt wird Zuchthausstrafe von?
dahren, sowie Ehrverlust auf die gleiche Dauer beantragt.
Das Urteil des Gerichtshofes ergeht auf 1Jahr Zuchthaus
ind 3 Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Zwei
Nonate Untersuchunasbhaft wurden der Angeklagte ange—
echnet. (Sbr. Vlksztg.)
Saarbrücken, 22. Juni. Wie bercits berichtet wurde,
sat man gestern in der Schlackenmühle in Burbach eine
veibliche Leiche aus der Saar gezogen. Wie nunmehr
eststeht, handelt es sich um die Witwe Finger aus Bur—
ach Sie war 64 Jahre alt Sie führte ihren Haushalt
ait ihrein jüngsten Sohne, der ihre Stütze war. Drei mal
har dieser Sohn auf ihre Reklamation hin vom Militär—
ienste befreit worden, um die Matter in ihren alten Ta—
en unterstützen zu können. Das scheint den jungen Bur—
hen übermütig gemacht zu haben. Eines Tages verließ
r seine betagte Multer und begab sich ins Auslaud. Dieser
zchmerz ging der Mutter, die ihrem Jüngsten sehr zugetan
dar, sehr nahe. Mehrere male äußerte sie zu ihrer Um—
gebung, in die Saar gehen zu wollen. Den Entschluß
ührte sie gestern morgen aus. Zwei Schlosser, die an der
Brücke beschäftigt waren, bemerkten, wie sie ihren Ueber—
ock auszog und in die Saar sprang. Die beiden Männer
iefen gleich herbei und zogen die Frau aus dem Wasser;
s wurden sofort Wiederlebungsversuche angestellt, aber
s war vergebens. Nußer dem Mißratenen hatte die Frau
och vier Söhne. die schon verheiratet sino.
(Sbr. Volksztg.)
Sulzbach, 21. Juni. Tas Wiesental zwischen der hie—
gen Hauptftraße und dem Bahnkörper hat sich in der Nähe
es Gammersberges wieder ganz erheblich gesenkt. Die
aar Gebäude, die am Gammersberg von der ehemals
ichtbebauten Straße noch übrig geblieben sind, slehen in
etzter Zeit etwas ruhig, so daß sie voraussichtlich erhalten
leiben können. Die Häuser sind fast alle im Besitz der
zrubenbehörde.
Aus Hessen. Ju Offenbach hat sich die 22 Jahre alte
Ztieftochter des Vergolders Gretzschall im Mainhafen er—
ränkt. Ferner hat sich die 19 Jahre alte Dora Werger
eim dortigen Gaswerk in den Main gestürzt und ist er—
runken. Auf gleiche Weise hat der 27 Jahre alte Jakob
zilz dortselbst beim städt. Badweiher seinem Leben ein
zude gemacht, während sich der 19 Jahre alte Arbeiter
dam Schauly erschoß. Alle diese Taten geschahen inner—
alb der letzten drei Tage.
Oldenburg, 22. Juni. Der 20jährige Buchdrucker—
ehrling Denker ist heute mittag vom Schwurgerichte wegen
vrmordung seines Bruders zum Tode und wegen Tötung
iner Eltern zu je lebenslänglicher Zuchthausstrafe verur—
eilt worden. Von den Geschworenen wurde die Frage nach
er Ermordung des Bruders bejaht, dagegen die Frage nach
er Ermordung der Eltern verneint, die nach Tötung von
zerwandten in aufsteigender“Linie bejaht infolge Störung
ei Beachung des Verbrechens.
* Köln, 22. Juni. (Erplos,ton auf dem
3chiff.) Durch die Explosion des Rheindampfers „Rhein
aͤnpe, der zwischen Köln und Bonn fährt, ist ein Passa—
ier getötet und ein anderer verletzt worden.
Hannuheim, 22. Juni. GGifersuchtsdram,a.)
yn einem Hause in der Nãhe des Allgemeinen Kranten⸗
uses spielte sich ein blutiges Eifersuchtsdrama ab. Der
5 Jahre alle Kaufmann Wilhelm Wernz überfiel die im
leichen Hause wohnende 16 Jahre alte Artistin Elsa
chmidt qus Mainz im Bette und stach mit einem Mes⸗
er wahnsinnig auf sie ein. Mit zahlreichen Stichwunden
us Krantenhaus gebracht, starb das Opfer dort unter
»en Händen der Aerzte. Der Täter, an dem die Menge
eynchsustiz üben wollte, wurde verhaftet, Es ist ein ver—
ruͤppelter Mensch, der in weiten Kreisen deshalb belannt
it, weil er trotz seines steifen Beines mit einem für ihn
edonders tontruterten Zucirad viel unterwegs war.
deggendorf, 22. Juni. Im Hochwasser bei Schaching
ifken ein 1316hriger und ein Rähriger Knabe

steueste Nachrichten und Telegramme.
ZBerlin, 22. Juni. Wie aus Zentrumskreisen mitge—
eilt wird, kam am letzten Samstag bei den Beratunger
in Reichsschatzamt über die Veteranenbeihilfe ein positives
krgebnis noch nicht zu stande. Die verschiedenen Vor—
chläge auf Einführung einer Wehrsteuer wurden allesamt
urchgesprochen. Nicht weniger wie neun Vorschläge wur—
en gemacht. Bei der Beratung zeigte sich bald, daß gegen
ene unüberwindliche Schwierigkeiten bestanden, sodaß die
eilnehmer der Kommission sich von der Undurchführbarkeit
er Wehrsteuer überzeugen mußten.
Berlin, 22. Juni. Ein choleraverdächtiger Fall wurde
eute Nachmittag polizeilich auf dem Auswanderer-Bahnhofe
duhleben gemeldet. Es handelt sich um einen russischen
luswanderer, der infolge der verdächtigen Erkrankung zurück—
ehalten worden ist.
Berlin, 22. Juni. Nach der „Voss. z3tg.“ haben die
iplomatischen Vertreter Chinas im Auslande den Auftrag
rhalten, den in Amerika und Europa studierendenschinesischen
ztudenten mitzuteilen, daß das Ministerium für Erziehungs—
»esen ein Verbot erließ, das den Studenten untersagt, die
ẽhe mit einer Ausländerin einzugehen.
Algenrodt (bei Oberstein), 21. Juni. Auf Anfrage
ves hiesigen Gemeinderates bei der Bergwerksdirektion
b die geplante elektrische Starkstromleitung von Grube
deiniß demnächst in die hiesige Gegend ausgedehnt werde
vurde ihr der Bescheid zuteil, daß bis spätestens Herbst
rächsten Jahres die Leitung bis hierher gelegt sein werde.
Lorgesehen sind verschiedene Hauptleitungsstränge, deren
iner an der Nahebahn, ein anderer an der Hunsrückbahn
utlang führt. Zum Betrieb werden die Gase, die bei der
dokserzeugung nutzlos entweichen, verwendet, sodaß die
Zetriebskosten sehr wenig ausmachen. Der Preis des
lektrischen Stromes dürfte daher etwa 6 Pfg die Kilowatt
tunde betragen.
Trier, 23. Juni. Unter dem Protektorat des Kaiserl
leroklubs zu Berlin wird Ende September eine Aviatiker—
(ugwoche zwischen Trier u. Metz veranstaltet werden. 30 000
Nark sind dazu erforderlich. Metz hatte die Hälfte der
zumme bereits gezeichnet, während Trier die finanzielle
zarantie geleistet hat. 8000 Mk. sind bereits aus freiwil
gen Spenden hervorgegangen.
Düsseldorf, 22. Juni. Am Tage nach dem Eintreffer
n Düsseldorf findet kein Aufstieg statt. Wenn es die Wet—
erlage erlaubt, erfolgen am nächsten Tage Rundfahrten
u 200 Mark.
Düsseldorf, 238. Juni. Die Fahrt Friedrichshafen—
düsseldorf galt bekanntlich als Abnahmefahrt und ist zur
ufriedeuheit aller Beteiligten ausgefallen, sodaß die ,Delag“
es Schiffes sofort nach seiner Ankunft in Düsseldorf ab
ahm. Dadurch ist das Fahrzeug in den Besitz der „Delag“
bergegangen. Graf Zeppesin reist heute wieder nackh
Ztuttgart zurück.
Düsseldorf, 23. Juni. In seinem Absteige-Quartier
Larkhotel trafen die Vertreter der Stadt einer Industrie
nit dem Grafen zusammen. Vor dem Hotel hatten sich
Tausende Menschen versammelt, um den Grafen zu begrü—
zen. Um 7 Uhr erschien Zeppelin am offenen Fenster.
dem Grafen wurde eine überwältigende begeisternde Ovation
argebracht; unter fortwährendem Danken desselben. — Ober—
igenieur Dürr, der einige Tage außerhalb Friedrichshafens
eilte, wird die kommenden Fahrten und Proben leiten
»eute ist Ruhetag und morgen Freitag gedenkt man die
zassagierfahrten aufzunehmen, und zwar in der Weise,
aß an jedem Tage vier Fahrten von je zwei Stunden nach
dindverhältnissen nach den benachbarten Industrieorten
Iberfeld, Essen uswp. gemacht werden. Bestimmte Abmachun—
en für den Besuch einzelner Industrieorte sind nicht gemacht.
Friedberg i. H., 22. Juni. Heute mittag wurde das
dathaus durch eine gewaltige Explosion bis auf die Um—
assungsmauern vernichtet. Während des Gedränges drang
in Verbrecher in die Reichsbanknebenstelle und feuerte auf
en Beamten einen Schuß ab. Er entfloh und erschoß sich
ei der Verfolgung. Auf seiner Flucht hatte er einem
Zjährigen Taubstummen in den Unterleib geschossen, sodaß
ieser starb. Des weiteren verletzte er noch zwei Bauern.
8 handelt sich um den Chauffeur Barkenstein-Halle. Er
atte 4700 Mark in Papier und 100 Mark in Geld bei
ich — Der Täter hatte sich vor 8 Tagen im hiesigen
zarkhotel unter der Angabe Reisender zu sein, eingetragen
ind hatte einen Koffer bei sich, den er vorsichtig zu behandeln
»efahl — Die sogleich eingeleitete Revision ergab, daß die
dasse bis auf den Pfennig genan stimmte. Die bei dem
Räuber vorgefundene Summe rührt wahrscheinlich von
inem anderen Einbruche her. — Die Explosion im Rat—
sause ist durch eine Bombe erfolgt, die der Chauffeur wohl
zelegt hat, um große Verwirrung zu erzeugen und dann
»inen Raub ausführen zu können.
Hamburg, 23. Juni. Der Kaiser ist gestern hier ein—
getroffen und fuhr in Begleitung des Grafen Götzen im
Auto zum Generaldirektor Ballin. In der Hand trug der
daiser einen Stock, stützte sich jedoch nicht darauf. Bei dem
Heneraldirektor wurde das Frühstück eingenommen. Der
zaiser überreichte dem Generaldirektor als Geschenk seine
zronce-Büste mit prächtigem Sockel.
Hamburg, 23. Juni Der Paketfahrt-Dampfer Prinz
Iskar ist auf der Fahrt von Montrient nach Rotterdam
ei Belle-Isle gestrandet. Der Dampfer hatte 20 Passagiere
in Bord, die auf einem holländischen Dampfer die Reise
ortseßzten. Schiffe zur Hilfe sind bereits zur Stelle. —
ym Hafen rannte ein Dampfer ein Boot nit zwei Insassen
im. Beide sind ertrunken.
Vreslau, 22. Juni. Die russische Gouvernementsstadt
zetrikan und Umgebung wurde von einem furchtbaren Un—
netter heimgesucht. Unter den Trümmern mehrerer Scheu—
en wurden 6 Personen begraben. Beim Einsturz eines
zauses sand eine Witwe mit 4 Kindern den Tod. In
3borow zerstörte ein durch Blitzschlag entstandener Brand
34 Wohnhäuser.
Passau, 22. Juni. Im Eisenbahnzug Ried-Passau ver—
uchte ein Reisender im Streit einen andern zu erschießen;
er verletzte sich dann durch zwei Schüsse tödlich und starb
m Krankenhaus.
Wien, 22. Juni. Der Assistent im chemischen Univer—
itäts-Laboratorium, Dr. Emil Ritter von Hardt-Stremayr,
»er Sohn des pensionierten Sektionschefs Dr. von Hardt
ind ein Enkel Stremayrs hat heute Selbstmord durch
Lergiften begangen. Das Motiv der Tat ist unbekannt.
d)r. Hardt ist ein Kusin der Frau v. Schönebeck.
Wien, 22. Juni. Der unter Führung Bröckelmanns
ifgestiegene Ballon „Lilienthal“ wurde in Rakonis von
schechen beschossen. Drei Schüsse wurden abgegebeu, de
zallon gber nicht getroff⸗

Grenoble, 21. Juni. Aus La Grave (Hautes Alpes,
»ird gemeldet, daß ein deutfscher Professor, der eine Be—
eigung des Gletschers La Meije in Begleitung des 15jährigen
Sohnes eines Führers unternahm, mit diesem aus einer:
höhe von 300 m abgestürzt ist. Alle beide erlitten Schädel—
zruch und waren sofort tot. Die Leichen wurden nach
a Grave gebracht. Der Professor heißt Kuhn und stammt
us Elberfeld.
Newyork, 22. Juni. Newyork und die Oststgaten der
lnion sind von einer Hitzwelle überflutet. Nachdem die
cesten Tage des Monats eine beträchtliche Kälte gehracht
ind nachdem am Tage der Heimkehr Roosevells ein Z3y
on die amerikanische Metropole heimgesucht und mit Was
ermassen überflutet hatte, ist gestern die Temperatur im
z5chatten auf 30 Grad Celsius gestiegen. Die plötzlich ein—
etretene Hitze soll nach Anscht der Meteorlogen längere
eit anhalten..
* London, 23. Juni. Kabelmeldungen Zusorge Vat die
evolutionäre Bewegung unter den chinesischen Truppen
n Schanghai und Nanking zugenommen. In Schangha
vurden vor einem öffentlichen Hause zwei Polizisten er—
chosen. p”uagn
Dijon, 23. Juni. Die Rigierung ordnete die
Zchließung der sieben Schulen der Brüder der
hrifllichen Lehre an; die Schuten sind feit dem Jahre
1900 in Asturien gegründet.
Tokio, 23. Juni. Die Einverleibung Koreas in Ja—
an steht unmiltelbar bevor. Dem japanischen Reichstag
t eine Vorlage zur Abänderung des Wahlrechts zuge—
angen, dergestalt, daß die Anzahl der Abgeordneten um
4 vermehrt wird, welche aus der Proviuz diorca für
as japanische Parlament zu wůhlen sind. Es kommen
iur solche Kokeaner in Berracht, die der japanischen Spra—
he in Wort und Schrift mächtig sind.
New-York, 23. Junt. Roosevelt hat die ihm
ingebotene, mit einer halben Miltion Dollars dotierte
ztellung eines Präsidenten des nadonaen Arbeiterbundes
bgelehnt. —
Santiago de Chile, 23. Juni. Der oberste Ge—⸗
ichtshof bestatigte das Todes urteil gegen den frü⸗
eren Kanzlisten der deutschen Gesandtschaft, Becker,
riegen Brandstistung und Raubmordes.
Bekanntmachung.
Der Schornsteinfegermeister Rudolf Günther hierselbst
st für die Zeit vom 23. ds. Mts. bis 1. er. beurlaubt.
Seine Vertretung hat der Schornsteinfegermeister Weis
nüller zu Sulzbach.
Indweiler, 22. Juni 1910.
Jost, Bürgermeister.
Bekanntmachung.
Am 19. 6. er. ist dem Kassengeh. Heinr. Paul ein
hdund (Dobermann) zugelaufen.
Der Eigentümer kann denselben innerhalb 8 Tagen
hei dem p. Paul gegen Erstattung der Futlterkosten p.“
ne Empfang nehmen.
dudweiler. den 22. Juni 1910.
Die Polizei-Verwaltung.
Der Bürgermeister: Jost.
Heute abend 8 Uhr
13726.
Nissionsstunde
n.
frisehenn gekochtemn Gbit
eingemachten Früchten,
Belee und Marmelade,
fruchtsäften aller Art
schmeckt
Dr. Oetker's Pudding vorzüglich.
dr. Getker's Puddingpalver erhält einen
Zusatz von phosphorsaurem Kalk und wird da—
urch ein hervorragendes knochenbildendes Nahr
ingsmittel für Kinder.
—— N 2
Spratts Geslügelfutter
*
Spratls Kückenfult
Spratts Kückenfutter
Spratts Hundelnchen
Spratts Hundelkuchen
a 9 t
— * * 32
Seekrebse Austernschalen
v *
Hirsen
franz Lotis Wwe.
C. Thwoeger.
— 777
4
zu bermieken:
chöne Wohnung
74 8
Ansern lieben Freunden * gimmer und Küche
joh. kasper u mit Garten.
Frau Schichtm. Röme
Joh. Maul Nuisensiraße 35.
(Brůckenstraße) — —
u ihr i Wer Stellung sueht ver
en morgigen Namenstage lange sofort deulschland⸗ euete⸗
* — — Vrkanzapast, Berlin O. 34
Blück- u. Segenswünsche—
Gewidmet von A. P. J. Qu ι
d i t lt 8 —
VHershiedene gut erhaltene ttärkt und erfrischt wunder
420 bar der echte
n8 67 Tiroler Enzianbrantwein
Ein köstliches Hausmittel zur
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Paul Jennewein 3SIMi.
Saarbrücherie 32Erunit Loerke Drogerie
39 eh⸗ 2
Kaufbuarpf 6

iür nachmittags gesucht.
Ernit Coerke, Germania⸗Drogerie
            
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