Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 20. Juni.
Der Krieger⸗Verein Dudweiler beteiligt sich mi
usik und Fahne an dem am nächsten Sonntag in Neudorf
attfindenden Kreiskriegerverbandsfest. Zeit des Antretens
d Preis für die Fahrkarte wird noch näher mitgeteilt.
Belegschaftsversammlung. (Eingesandt). Am Mitt⸗
och den 22. Juni findet morgens um 9 Uhr im Lokale
teiter GBahnhofsstraße) und abends halb 7 Uhr im Lokale
aldes Gütte) eine Belegschaftsversammlung statt. Alle
ergarbeiter sind dringend dazu eingeladen (besonders aber
e jungen Kameraden). Schlepper, Lehrhauer und Pferde—
echte wollen vollzählig erscheinen.
Eingesandt. Am Sonntag den 19. ds. Mis. fand in
ußhütte Saarbrücken 2 das diesjährige Meisterschaftsringen
es Athletenbundes im Sulzbachtale statt. Hierbei errang
zusse Peter, Mitglied des Athletenklubs „Siegfried“ Dud—
zeiler, die Meisterschaft des Sulzbachtales. Es ist dies ein
hönes Zeichen und der deutlichste Beweis, daß sich der
zport im Club „Siegfried“ immer mehr ausbreitet, und
olz kann der Club auf diese Errungenschaft blicken, denn
ist das erste mal seit dem Bestehen desselben, daß eine
Neisterschaft errungen worden ist. Darum dem jungen
Neisterschaftsringer ein kräftiges Kraftheil. Möge es ihm
och lange Jahre vergönnt sein, dieselbe zu verteidigen.
s kann wohl mit Recht gerade dieser Sport unserer Ju—
nd empfohlen werden.
Feierschicht. Infolge des noch immer schlechten Koh—
ugeschäftes wird am Samstag den 25. Juni wiederum
ne Feierschicht eingelegt werden. Mit dieser eingelegten
eierschicht sind schon 6 (auf manchen Inspektionen schon 7)
eierschichten in diesem Jahre eingelegt worden. Da dieser
onat b Sonn⸗ und Feiertage bezw. Feierschichten zählt,
ukt die Zahl der Arbeitsschichten auf 235. Im vorigen
sonat aab es deren nur 22.
Kohlenhandel. Eine Anderung der Tendenz des süd—
utschen Kohlenmarktes konnte während der jüngsten Zeit
icht erfolgen. Der Verkehr trug deutlich das Zeichen der
rägheit, und es liegen vorderhand keine Anzeichen vor,
us denen man auf baldige Wendung im Geschäft schließen
vnnte. Der Markt ist eben nicht aufnahmefähig für die
roßen Massen verfügbarer Ware, für das Material, das
icht nur vom Kohlenkontor, sondern auch von den unab—
ängigen Firmen geliefert wird. Ein Stillstand im An⸗
zachsen der Vorräte ist nicht eingetreten. Fortgesetzt kommt
Naterial von der Ruhr bei, ständig auch englische Kohlen,
lles in Quantitäten, welche den momentanen Bedarf weit
berschreiten. Mithin muß der größte Teil der ankommenden
zosten jeweils aufgelagert werden. Wir finden angesichts
es Umstandes, daß die Kohlen begünstigt durch den hohen
vasserstand bis nach Straßburg transportiert werden können,
berall gut angefüllte Läger, überall eine große Auswahl
afast allen Sorten. Nur die Nachfrage will sich nicht regen,
uch der Bedarf der Industrie nicht, was aus den spär⸗
cch einlaufenden Abrufungen hervorgeht. Hausbrandkohlen
ind ganz vernachlässigt, wie immer in der heißen Jahres—
eit. Der Handel mit Gaskoks liegt ebenfalls sehr dar—
ieder. Der Verbrauch ist klein, trotzdem sich Offerten von
zariser Gaskoks vorfinden, die durch ihre Billigkeit auffallen.
n Brikettgeschäft herrschte auch Ruhe.
Die Zeit der Rosen. Nun ist die Zeit der höchsten
entfaltung gekommen, Blütenduft und Blumenglanz füllt
ie Erde. Langsam und sonnig dehnen sich die Tage. Das
oundersame Lied der Nachtigall ist noch immer nicht ver⸗
tummt. In allen Lüften flattert ein Hauch von Glück.
die Lebensfreude offenbart sich in jeglicher Kreatur, die sich
oillig dem rastlosen Genießen hingibt, uud diese Tage des
cheidenden Frühlings schlürft, wie man es mit einem guten
Vein zu tun pflegt. Tropfen um Tropfen langsam und be—
bächtig ... Das ist die Zeit der Rosen, die nun tausend—
ach blühen und glühen. Selbst das kleinste Bauernhaus
ind die niedrigste Hütte haben ein Stämmlein, das eine
Anzahl von Königinnen der Blumen trägt, in ihrem be—
heidenen Gärtlein gepflanzt. Hier und da klettern sogar
dosen die Hausmauer entlang. An dem Mieder frischer
Mädchengestalten prangt ihre reiche Pracht und der Bursch
sat sich ein Rosenknöspchen in das Knopfloch seines Rockes
»der an den Hut gesteckt. Ein lächelndes Leuchten hüllt
„ie Welt. Schon pochen die Tage der Reise an das Tor
der Zeit. Schon längst sind die ersten schimmernden
Blütenflocken gefallen und verweht. Aber die weißen
Zterne des Jasmisbusches wetteifern noch immer mit den
aromatischen Düften der Blumenkönigin. Vergessen sind
pie grauen Tage winterlicher Rauheit, vergessen die Stürme,
die dem Lenze voraustönten. Nun hat das Licht gesiegt.
Seine goldenen Pfeile haben die Mächte der Finsternis
ief in das innerste Herz getroffen. Die Tage der Rosen
achen und leuchten. Auf seines Lebens Höhe steht wieder
einmal das Jahr. Friede und Ruhe, Frohsinn und Heiter—
eit, Blühen und Reifen füllen die Welt. Und des Dichters
Vorte bewahrheiten sich von neuem, der da singt: Die
dage der Rosen sind die Tage des Glücks, — Sind Tage
„es lachenden Augenblicks! — So schlürft ihren Glanz
ind trinkt ihre Pracht — Noch duften die Rosen in
uunender Nacht.
Welche Zeit gebrauchen Speisen, ehe sie verdaut
ind? Aus einer von Dr. Klenke aufgestellten Tabelle ist
rsichtlich, welche Zeit manche Speisen gebrauchen, ehe sie
erdaut sind.
Als das schwerste Verdauliche ist zu nennen altes Pökeleisch
und gebratener fetter Aal. Die Verdauungszeit be—
rägt 6 Stunden.
Ferner gebrauchen:
1 Stunde: Gekochter Reis. Reis ist also diejenige
zahrung, die sich gekocht am leichtesten vertaut.
leinhalb Stunden: Geschlagene Eier, Gerstensuppe,
ebratenes Wildbrett, weichgekochte Apfel und Birnen,
zekochter Lachs und gekochte Forelle, Spinat, Spargel,
zellerie, durchgeriebener Erbsen⸗ Bohnen- und Gerstenbrei.
Adreiviertel Stunden: Gekochtes Hirn und gekochter
ago.
2 Stunden: Gekochte Milch, rohes Ei.
2Zeinviertel Stunden: Ungekochte Milch, gekochter Trut—
ahn.
Zeinhalb Stunden: Gebratene wilde Gans, gekochtes
ammfleisch, große Bohnen, Erbsen und Linsen.
2dreiviertel Stunden:“ Pudding von Eiern und Milch,
eröstetes zartes Rindfleisch, Austern Hühnerfrikassee.
3 Stunden: Weichgesottene Eier, geschmortes Hammel⸗
eisch, roher Schinken, Beefsteak, gebratenes mageres Rind⸗
reisch, gebratener Barsch, gebratene Steinbutte, Kuchen.
Zeinviertel Stunden: Ochsenbraten, Roastbeef, gekochte
dohrrüben, Salate, Kohl.
Zeinhalb Stunden: Gebratenes Schweinefleisch, frisch
ingesalzenes Schweinefleisch, Schmalz, hartgesottene Eier,
ilter Käse, frische Bratwurst, gekochtes Rindfleisch, einge—
alzenes Rindfleisch, gekochte Kartoffeln, gekochte weiße
düben, Hammelfleischsuppe, frisches Weizenbrot, gekochter
Neerrettich, gekochte Zwiebeln.
3dreiviertel Stunden: Gekochtes fettes Rindfleisch, But⸗
erbrot mit Kaffee.
4 Stunden: Gekochtes und gebratenes zahmes Geflügel,
„ammelbraten, Kalbsbraten, Rindfleischsuppe, gesalzter
achs, trockenes Brot mit Kaffee
zeinviertel Stunden: Wildes Geflügel, Schweinefleisch
nit Gemüse gekocht.
4einhalb Stunden: Gekochtes zartes Hammelfleisch,
risch gesalzenes Pökelfleisch und Sauerkraut.
5 Stunden: Hartgekochte Eier, zäher Kalbsbraten
lter Hammelbraten, Häute (Wurstpelle), Talg, Kirschen,
Iflaumen, Pilze, Nüsse, Schalen von Hülsefrüchten.
Es liegt auf der Hand, daß diese Verdauungszeiten
icht für jedermann maßgebend sind, denn ein und dieselbe
»peise wird von diesem und jenem Menschen in verschie—
ener Zeit verdaut werden. Im allgemeinen aber kann
aan sich natürlich nach dieser Tabelle richten, was bei der
luswahl der Speisen für das Wohlbefinden nicht ohne
zelang sein dürf
Wie mache ich mich auf der Elektrischen beliebt?
die Kunst, sich bei den Menschen beliebt zu machen, ist
eine so ganz leichte. Namentlich auf der Straßenbahn.
Nan beherzige den nachfolgenden Auszug aus einem soeben
rschienenen Knigge redivius für Passagiere der Elektrischen!
dort heißt es: Wenn du in den Wagen trittst, so sieh dich
icht um ob in deiner Nähe ein Platz frei ist Es empfiehlt
ch vielmehr, dich nach einem der anderen Eckplätze durchzu—
rbeiten, weil du dabei Gelegenheit hast, sämtlichen In⸗
assen auf die Füße zu treten. Bist du ein Herr, der einen
dragenmantel trägt, so versäume nicht, dich an den Schlingen
n der Wagendecke weiterzugreifen, weil du dann allen
damen naͤttels deiner Pelerine die Hüte vom Kopfe reißen
innst. Sie lieben das besonders, nicht bloß, weil der
Zzutz auf ihren Behauptungen dadurch leicht verdorben wird,
ondern weil es auch eine günstige Gelegenheit ist, mit zer⸗
auften Frisuren zu präsentieren. Hast du Platz genommen
o stecke dein Billet weg, ohne zu wissen wohin. Sollst du
s dann zeigen, so durchsuche deine sämtlichen Taschen, in—
em du mehr oder minder weiße Taschentücher Kalender
dotitzbücher. Bindfaden, Taschenkamm Stoffproben usw.
einem Nächsten zu halten gibst. Findest du es nicht, dann
rage deinen Nachbarn: „Sitzen Sie vielleicht drauf? und
zeiße sämtliche Insassen aufstehn du kannst ihnen auch mit
en Streichhöl zern zwischen den Beinen herumleuchten. Be—
agtes Streichhölzchen wirf dann glimmend fort. Versengt
icch eine Dame daran das Kleid, so wird sie entzückt
ein, sich ein neues kaufen zu können. Hast du einen kleinen
und bei dir, so laß ihn nur ruhig hinter der Elektrischen
reinlaufen, und sprich laut und befriedigt von der Zu—
räglichkeit der körperlichen Bewegung, besonders wenn du
Ibft einen recht bequemen Platz erwischt hast. Glaubst
u krank zu sein oder hast du einen Krankheitsfall in der
Familie, so erzählte möaglichst ausführlich davon. Es wird
ann immer einige Passagiere geben, denen übel wird und
ie auf der nächsten Haltestelle den Wagen verlassen, da—
urch mehr Raum für dich. Aus dem gleichen Grunde ist
s angebracht, wenn du in Begleitung bist, zwei entgegen⸗
esetzte Eckpläße einzunehmen und dann über den ganzer.
Vagen hinüber intime Familienverhälinisse zu besprechen.
zei den allzu eindeutigen Stellen könnt ihr euch anblinzeln
ind sagen: „Sie verstehen mich doch ?“ Interessiert dich dein
zegenüber, so starre es möglichst auffällig an und mache
benn angänig, laute Bemerkungen. Sieht es sehr gebildet
us, so bediene dich einer fremden Sprache. Du bist dann
venigstens sicher, daß es dein Französisch gewiß nicht ver⸗
teht. Bekommt der Wagen einen kleinen Stoß, so kreische
us Leibeskräften. Das ist sehr gesund für die Lungen
gist du falsch eingestiegen, so schimpfe wie ein Rohrspatz
iuf den Kondukteur, denn dieser hätte natuürlich als tüch—
iger Beamter selbstredend riechen müssen, wohin du willst.
Venn du absteigst, brauchst du notürlich nicht zu warten
is der Wagen hält, denn kein Mensch darf dir verbieten
ach verkehrler Seite hin abzuspringen und wenn du dir
abei die Knochen kaputschlägst, so will ich alle Gifte der
Velt darauf nehmen, daß du dabei nichts so sehr bedauerst
ls daß es nicht die meinigen gewesen sind.
saarbrücken, 20. Juni. Der Verband der christlichen
zewerkschaften von Saarbrücken und Umgegend beging
estern sein Kartellfest im Volksgarten in Saarbrücken.
zin Fesizug, un dem sich ungefähr 5—6000 Personen be⸗
eiligten, nahm nachmittags vom Marktplatz in Alt⸗Saar⸗
zrücken seinen Ausgang und ging unter Beteiligung von
Musikkapellen über die Schloßstraße, Bergstraße, alte
zrücke, Bahnhofstraße und Königin-Luisenstraße nach dem
bolksgarten. Hier entwickelte sich bald ein reges Leben
und Treiben. Für die Unterhaltung sorgten die verschie—
enen Musikkapellen, die abwechselnd Konzertstücke vortrugen,
owie der Eisenbahnergesangverein, der eine Anzahl hübscher
ind stimmungs-⸗voller Lieder zum Vortrag brachte. Der Vor⸗
tzende des Elberfelder Eisenbahnervereins, Herr Klein,
ielt die Begrüßungsansprache, in der er darauf hinwies
ie an dem Festzug die Angehörigen der verschiedensten
jerufe, der Eisenbahner, Berg- und Hüttenleute, Maurer,
nd der übrigen organisierten Berufe sich einträchtig be—
eiligt hätten. Er appellierte des weiteren an ihren stets
ewiesenen Opfermut und schloß mit einem begeistert auf—
enommenen Hoch auf den Kaiser. Herr Gewerkschafts⸗
zekretär Baltrusch betonte in seiner Ansprache die Not—⸗
vendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter, durch den
llein der Arbeiter seine wirtschaftliche Lage verbessern
önne. Herr Gewerkschaftssetretär Rauber warf einen
zückblick auf die Verhältnisse unter der Arbeiterschaft an
er Saar, bevor der Organisationsgedanke Wurzeln geschla—
en hatte und zeigte dann, was bisher durch die Organi—
ation erreicht worden sei. Das Fest nahm in allen Teilen
inen schönen Verlauf. (Sbr. Volksz.)
5saarbrücken, 20. Juni. Eine aufgeregte Szene spielte
ch am Samstag im hiesigen Rathause ab. Dort hatte
ich ein Unternehmer persönlich mit einem Gesuch an die
zauverwaltung gewandt. Da diesem Gesuch nicht statt⸗
egeben werde konnte, mußte er abgewiesen werden. Darüber
rregte sich der Mann derart, daß er einem Beamten zu
eibe ging. Nun wies man dem Mann energisch die Tür.
das erboste diesen derart, daß er sein Taschenmesser zog
nd die Beamten damit bedrohte. Bevor er aber größeres
nheil anrichtete, fiel ihm ein Beamter in die Arme, unter
eiterer Hilfe wurde er sodann der Polizei übergeben.
bie sich herausstellte, hat der Mann einen Tobsuchtsanfall
rlitten, sodaß er dem Spital überwiesen werden mußte.
Sulzbach, 20. Juni. In dem Geschäftshaus der
zirma Schopp und Söhne wurde heute nacht ein schwere!t
dinbruch verübt. Die Diebe schnitten aus dem Schaufenster
in großes Loch, durch welches man bequem ein⸗ und aus⸗
teigen konnte, und nahmen mit, was das diebische Herz
egehrte. Auf dem Platze vor dem Geschäft lagen Zigarren⸗
isten und lose Zigarren in Menge zerstreut. Was die
diebe alles gestohlen haben, ist noch nicht festgestellt. Nach
er vorhandenen Unordnung zu schließen, scheinen sie aber
ründlich gewirtschaftet zu haben. (S. G.⸗A.)
Völklingen, 19. Juni. In der letzten Nacht erschoß
ch hierselbst ein verheirateter Mann. Das Motiv der
lat ist unbekannt. Der Selbstmörder hatte vorher Lysol
etrunken.
Louisenthal, 20. Juni. In der verflossenen Nacht ist
em Maschinisten Hubig auf dem Richardschacht im Bade—
um sein noch fast neues Fahrrad im Werte von 160 M
stohlen. Vom Täter fehlt bis jetzt jede Spur.
Sbr. Volksztg.)
5t. Ingbert, 20. Juni. Der 20 Jahre alte Bergmann
o»mmer von hier verunglückte auf der Grube Sulzbach.
ichwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt, wurde er in
as Knappschaftslazarett daselbst verbracht.
Wallerfangen, 18 Juni. Vermißt wurde seit Sonn⸗
ag abend der 18jährige Nikolaus Harion von hier. Er
aite ein Mädchen nach Dillingen begleitet, von wo er
m halb 11 Uhr nachts wegging, um über Roden⸗-Saar—
ouis uach Hause zurückzukehren. Vorgestern früh wurde nun
er junge Mann als Leiche bei der Pachtener Fähre ge—
indet. Das Gesicht weist Verletzungen auf, doch ist nicht
stzustellen, ob sie von einem Verbrechen herrühren.
Saarlouis, 18. Juni. Vor einiger Zeit ist in einer
iesigen Wirtschaft eine 19 Jahre alte Kellnerin verhaftet
vorden unter dem Verdachte des Totschlages, begangen im
zpreewalde. Jetzt ist die Person, Johanna Breitgoff mit
damen, wegen Körperverletzung mit tötlichem Ausgange
ind Diebstahls zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und
Monaten Gefaͤngnis verurteilt worden. Sie hatte am
6. März zu Schönwald im Spreewald den Scherenschleifer
Friedrich Waldner alias Hoffmann, mit dem sie vagabunm—
ierend umherzog. durch Axthiebe getöte
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 21. Juni. Das Urteil gegen den zum
'ode verurteilten Italiener Gilardi wurde aufgehoben, weil
ie Beweisanträge und die Gerichtsbeschlüsse darüber nicht
bersetzt sind.
Forbach, 18. Juni. Ein kaum glaublicher Diebstahl
purde hier entdeckt. Auf unbefahrenen Geleisen stehen
hon einige Zeit mehrere Schnellzugslokomotiven, bis sie
mdem Schuppen Unterkunft finden können. Von diesen
bseits stehenden Maschinen wurden nun in großer Zahl
Nessingteile abgeschraubt und gestohlen, ohne daß man
ine Ahnung vom Täter hatte. Der herbeigeholte Hund
Rolf“, der einem Restaurateur gehört, roch an den zu—
ückgelassenen Teilen und lief unentwegt der Spur nach
Malstatt⸗Burbach nach, wo er einen Mann mitleren Alters
tellte. Dieser ging aber, nachdem er an die bestohlenen
Maschinen geführt wurde, wieder flüchtig, wurde aber von
zem Hunde bald darauf in der Adtstraße wieder gestell
und nun festgenommen. Offenbar hat der Hund den Rich
igen erwischt.
Düsseldorf, 20. Juni. Der b. internationale Kongreß
ür Bergbau und Hüttenwesen, angewandte Mechanik und
zraktische Geologie, wurde heute vormittag eröffnet. In
einer Begrüßungsansprache wies Bergrat Kleine darauf hin
naß 1762 Kongreßmitglieder, darunter 634 Ausländer, an⸗
vesend seien. 21 Kulturstaaten und 56 befreundete Kor—
‚orationen seien vertreten. Dieser Besuch sei unerwarteter
md übertreffe die vier früheren Kongresse bedeudent. Mi—
ister Sydow begrüßte den Kongreß namens der Staatsꝛgierung
Anwesend waren u. a. noch der Oberpräsiden!
on Westfalen und der zum Landwirtschaftsminister ernannt
)berpräsident v. Schorlemer.
Metz, 20. Juni. In einer hiesigen Konditorei gab
estern abend ein 20jähriger Bäckergeselle namens Doos
inen Revolverschuß auf ein 20jähriges junges Mädchen
b und verwundete es schwer. Darauf tötete er sich selbst
urch einen Schuß. Die Mutter des jungen Mannes lebt
ils Rentnerin in Nancy.
Berlin, 20. Juni. Die 15jährige Berliner Konloristin,
ie nach Unterschlagung von 4000 M. flüchtig ging, wurde
estern in Frankfurt a. O. verhaftet. Es wurden bei ihr
och 2000 M. gefunden.
Breslau, 20. Juni. In Breslauer Kreisen verlautet,
aß Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, der sich vor
urzem mit der Prinzessin Agathe von Ratibor vermählt
atte, zum Nachfolger v. Dallwitz, in Aussicht stehen,
Kiel, 20. Juni. Die Vorexpedition nach Spitzbergen,
ie den Auftrag hat, die Möglichkeit einer späteren arktischen
ẽxpedition für Zeppelin⸗Schiffe festzustellen, wird am 2.
juli d. J. Kiel mit dem Dampfer „Mainz“ vom Nord—⸗
eutschen Lloyd verlassen. Bei Spitzbergen liegt der große
orwegische Eisdampfer „Phönix“ bereit, auf welchem
zorstöße in die Eisregion gemacht werden sollen. An der
zorexpedition werden u. a. teilnehmen: Graf Zeppelin
owie die Professoren Hexgesell und Miethe.
Wolften, (Harz), 20. Juni. Das fünfjährige Söhnchen
ines Ziegeleiarbeiters, das sein 2 einhalb Jahre altes
Schwesterchen in einem Wagen mit sich führte, fuhr unter
er geschlofsenen Bahnbarriere hindurch. Im nächsten Au—
enblick brauste der fällige Personenzug heran erfaßte den
Vagen und zermalmte das Mäödchen, das sofort tot war.
der Knabe wurde zur Seite geschleudert und erlitt so schwere
Zerletzungen, daß er bald darauf starb.
Paris, 20. Juni. Der Stationsbeamte Paty von
zillepreux befand sich s. Zt. unter den ersten Löschmännernie
vor 16 Jahren in den brennenden Wohltätigkeitsbazar
n der Rue St. Goujon in Paris eingedrungen waren. Er
neint, so gräßlich auch die damaligen Eindrücke gewesen
eien, so überstiegen die vom 18. abends doch alle Phan—
asie. Er habe sieben Personen, die furchtbar verbrann.
varen, unter der Trümmern hervorgezogen. Ein Kind
»on 4 Jahren sei in seinen Armen gestorben. Die Verletz
en lechzten nach Wasser. Die Vorräte in der Station
varen nur gering. Unter den Personen, die er hervorge—
solt hatte, befand sich auch ein 30jähriger Mann mit zer—⸗
rümmertem Schädel, aus dem das Gehirn hervortrat. Der
lrm einer 2bjährigen Frau war durch einem Waggon vom
dumpfe getrennt und lag der Verletzen, die herzzerreißend
ammerte, zu Füßen.
Rom, 20. Juni. Infolge von Regengüssen ist der
zluß Orta in der Provinz Chieti aus den Ufern getreten
ind hat das Tal meilenweit überschwemmt. Das Wasser
rang auch in ein Bergwerk, wo 86 Leute ertrunken sind.
Im oberen Lauf riß die Orta viele Gehöfte weg. Viele
Nenschen sind umgekommen. Bis ijestt sind vier Leichen
zeborgen worden.
Salonik, 20. Juni. Der Marsch der Truppen in das
hebiet von Malecista ist auf Schwierigkeiten gestoßen, weil
ie Arnauten an mehreren Orten Widerstand leisteten. Die
Truppen verjagten schließlich die Arnauten und nahmen
ine Anzahl von ihnen fest. Es wurde damit begonnen,
„ie Bevölkerung zu entwaffnen. Die Truppen verloren
Offiziere und 16 Mann. Das Expeditionskorps besteht
us 27 Bataillonen.
London, 20. Juni. Gestern abend stieß inm irischen
danal der Dampfer Yews aus Newry, welcher eine La⸗
una aus Roheisen führte. mit dem Dampfer La Rochelle
nus Bayonne, der mit Eisenerz von Bilbao nach Working⸗
on ging, zusammen. Die La Rochelle ging in 5 Minuten
inter. Von ihrer Besatzung von 19 Mann ertranken 10
inschließlich des Kapitäns. Die übrigen retteten sich auf
en Yews. Eine Leiche wurde geborgen.
Rostov am Don, 20. Juni. Infolge der Hitze breitet
ich die Cholera bedenklich aus. Die Bevölkerung flüchtet.
In Poltawa sind plötzlich 77 Personen erkrankt, 25 sind
hereits gestorben.
gr.
Aufruf!
Von einer furchtbaren Katastrophe ist das
romantische Ahrtal heimgesucht worden Wolken—
zrüche wie sie in gleicher Heftigkeit seit einem
Jahrhundert nicht aufgetreten sind, haben die
onst so friedliche Ahr zu einem reißenden
ztrome anschwellen lassen, dessen dahinstürmende
bewässer allerorten gewaltige Verwüstungen
ingerichtet haben. Viele Menschen haben in
den Fluten ihr Grab gefunden. Der Schaden
der die schwer um ihr karges Brot ringende
leißige Bevölkerung an der Ahr betroffen
jat, ist noch nicht abzuschätzen. Er beträgt
icher viele Millionen.
Der schwere Notstand erheischt sofortige Hilfe.
PWir wenden uns an alle unsere Mitbürger
nit der Bitte, den schwer heimgesuchten Be—
vohnern im Ahrtal beizustehen. Die Opfer—
reudigkeit, die die Bevölkerung Dudweilers
chon bei so vielen ernsten Ereignissen gezeigt
sat, wird auch hier nicht versagen. Gaben
nimmt die Geschäftsstelle unseres Blattes ent—
jegen. Ueber das Ergebnis der Sammlung
vird Mitteilung gemacht werden.
Bekanntmachung.
herpachtung der Fischerei in dem Fischbach.
Die Fischerei in dem Fischach ist zum 1. Juli ds. Is.
ieu zu vergeben.
Der zu verpachtende Fischereibezirk beginnt 100 Meter
interhalb der Fischbachbrücke in Fischbach (Flur 3 Parzellen
ser. 917 /261 und endet an der Fischbachbrücke im Wege—
uge Rußhütte-Neuhaus. Der in diesem Teile des Fisch—
aches mündende Netzbach, gehört, soweit er nicht ausschließ—
ich im Königl. Forstareal liegt, zu dem zu verpachtenden
zischereibezirke, desgleichen gehört hierzu der in den oben—
enannten Teil des Fischbaches mündende Steinbach in
ainem gesamten Laufe.
Verschlossene Angebote mit entsprechender Aufschrift ver⸗
hen, sind bei mir bis
Dienstag, den 28. Juni ds. Is. nachm. 4 Uhr
inzureichen, bis zu welchem Zeitpunkte auch die näheren
zerpachtungsbedingungen auf dem Bürgermeisteramt hier
— Zimmer Nr. 8 — eingesehen werden können.
Zuschlagsfrist bleibt vorbehalten.
Dudweiler, 17. Juni 1910.
J'ost, Bürgermeister.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem so plötzlich
roßen Verluste unserer lieben guten Tochter, der uns betroffen hat,
prechen wir allen Beteiligten, sowie den verehrten Kranz- und
zlumenspendern, sowie der Fr. Lehrerin und ihrer Klasse für die große
zhre, die sie ihr und uns erwiesen haben unseren tiefgefühltesten
dank aus.
Die trauernde Familie
Joseph Christiany⸗Zimmer.
Aug. Louis, am MNarkt
empfiehlt
Rechen, Sensenwürfe
Korn- und Hafer⸗Rechen
Schippen, Kornbinder etc.
Manrer n. Zimmer
aglühntr Aapsarde
——
m
zine
Wohnung
3 Zimmer und Küche bis zumf
August oder sofort grsucht.
Offerten unter A. S. an di
xvped. dr. Zta.