Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 20. Juni.
Von der Ahr.
Fragt nicht, wie es gekommen war
Es war der Schreckenstag der Ahr. —
Wo sonst ein lieblich Tal sich zieh!,
Am Bergeshang die Rebe blüht,
der Fluß mit munterm Plätschern springt.
Manch frohes Wanderlied erklingt,
dort herrscht jetzt Trauer, bitt're Not,
ind Hilfe wird hier zum Gebot!
fragt nicht, wie es gekoinmen war.
es war der Schreckenstag der Ahr. —
—An
dat tosend seinen Weg gebahnt.
Das rasende Wasser riß stürmend fort
Die Häuser hier die Brücken dort,
Zerstörte den Damm und brachte den Tod.
Die Hilfe wird hier zum Gebot!
kragt nicht, wie es gekommen war.
ẽs war der Schreckenstag der Ahr. —
Die Ernte vernichtet, entblößt das Feld
zom fruchtbaren Boden und nirgends Geld,
die Straßen verwüstet, im Schlamm das Grab.
5o blickst du auf die Ahr hinab.
ind Trauer herrschet, bitt're Not.
lie Hilfe wird hier zum Gebot!
der Vorstand des Deutschen Kriegerbunds in Berlin
at für die Ueberschwemmten im Ahrtale auf dem Draht⸗
»ege vorläufig 2000 Mk. aus den Notstandsgeldern an—
ewiesen, die mit je 1000 Mk. Verteilung unter die be—
ürftigen Kameraden in den Kreisen Adenau und Ahrweiler
esandt worden sind.
Über den Nutzen der Lokalpresse hat sich der bis—
erige Oberbürgermeister vom Halberstadt in folgender Weise
eäußert: „Er verkenne die hohe Bedeutung der Lokal—
resse nicht, welche die Presse und besonders die Lokalpresse
eren Wirksamkeit vielfach unterschatzt werde, für die Ent—
oickelnng des Gemeindewesens habe. Es gäbe Zeiten, wo
ie Stadtverwallung den Mut haben müsse, auch einmal
jegen die Stimmen der Bürgerschaft zu handeln. Zur
tlarlegung solcher Meinungsverschiedenheiten und dann
um Ausgleich sei nichts besser, als eine gut geleitete kom—
nunale Presse. Deshalb habe er auch immer großen Wert
zuf ein gutes Einvernehmen mit der lokalen Presse gelegt.
er sei auch selbst ein fleißiger Mitarbeiter der Vresse ge—
vesen.
Ein Massenkampf gegen die Tuberkulose. In
meri?g wird eine der umfangreichsten Veröffentlichungen
urch Plakate geplant, die je zu einem Wohlfahrtszwecke
eranstaltet wurden. Die Vereinigung der amerikanischen
3ANakatherausgeber beschloß, der Nationalvereinigung gegen
ie Tuberkulose auf allen Anschlagtafeln in 3500 Städten
nd Dörfern der Vereinigten Staaten kostenlos zur Ver—
igung zu stellen. Als der Nationalvereinigung die Mittel
hlten, eine solche große Zahl von Plakaten zu schaffen,
rboten sich die Plakatdruckereien, alle Anschläge kostenlos
u drucken. Und Papierfabriken stellten so viel Papier
hne Entgelt zur Verfügung, daß zunächst 160 000 Plakate
ergestellt werden können. Im ganzen sollen eine Million
sergestellt werden. Hervorragende Künstler sind zur
schaffung von Entwürfen aufgefordert worden
Ein Mittel gegen die Müdigkeit. Interessante Ver—
uche über eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Mus—
ulatur durch Zuführung von Medikamenten hat jetzt Prov.
Dr. A. Loewy im Zuntzschen Laboratorium der Berliner
andwirtschaftlichen Hochschule angestellt. Sie ergaben, daß
s in der Tat möglich ist, die Ermüdungserscheinungen bei
Muskelarbeit rückgängig zu machen. Es handelt sich um
haswechselversuche an Hunden, die auf einer elektrisch an—
etriebenen Tretbahn lange Zeit bergauf laufen mußten,
is die Zeichen der Ermüdung direkt sichtbar wurden und
bjektiv imn Gaswechsel zutage traten. Bekanntlich bleibt
er zur Leistung einer bestimmten Arbeit erforderliche
xnergieverbrauch, wie er am Sauerstoffverbrauch und der
dohlensfäurebildung gemessen werden kann, bei trainierten
udividuen konstant, steigt jedoch bei Keintretender Er—
nüdung. Es galt nun, die die Ermüdung kennzeichnende
Steigerung des Sauerstoffverbrauchs durch sonsthjunschädliche
harmakologische Agenzien hinauszuschieben. Daher wurden
den ermüdeten Hunden größere Dosen von Spermin unter
dir Haut eingespritzt und diese dann weiter laufen gelassen.
Ulle drei Versuche ergaben nun, wie Prof. Loewy in der
Zerliner Klinischen Wochenschrift aussührt, daß der Stoff—
»erbrauch pro Tour und Meterkilogramm Steigarbeit nicht
iubeträchtlich vermindert war. Wie diese Wirkung des
Spermins zustande kommt, das bedarf noch weiterer Unter—
ichungen.
Saarbrücken. 18. Juni. Für die am 20. Juni be—
zjinnende Schwurgerichtszagung sind bis jetzt folgende Fälle
estgesezßt: Montag, 20. Juni: Johann Manderscheidt,
kagelöhner zu St. Wendel, Straßenraub. Dienstag, 21.
Juni: Ehefrau Mich. Nothdurft, Charlotte geb. Sornherger
u Saarbrücken, Meineid. Mittwoch, 22. Juni: Alfred
Müller, Ackerergehilfe aus Fürth, Notzuchtsversuch. Donners⸗
ag, 23. Juni: Heinrich Kurtz, Eisenbahngehilfe in Völk—
ingen, Unterschlagung im Amte. Freitag, 24. Juni:
eranz Buchner, Eisenbahntechniker zu Eiweiler, Mord.
(Sbr. Volksztg.)
Saarbrücken, 18. Juni. Wegen Mordes üt am 11.
April vom hiesigen Schwurgericht der Arbeiter Carlo
Bilardi zum Tode verurteilt worden. Weil er trotz Ge—
chworenenspruch nicht auch wegen Raub veruteilt worden
st, hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Der
Angeklagte selbst hatte auch Revision eingelegt. Das Reichs—
zericht verhandelte gestern in der Sache. vertagte aber das
üUrteil auf den 20. Juni.
Friedrichsthal, 15. Juni. Eine große Arbeiterkolonie
wird auf der Ostschachtanlage errichtet. Für die nächsten
Jahre ist die Errichtung einer großen Anzahl Arbeiter—
vohnungen und die Anlage von Straßen dortselbst geplant.
Altenwald, 15. Juni. Der Schlepper Fr. Schmidt
us Permeskeil erlitt heute bei Beginn der Schicht dadurch,
zaß er in einem Bremsschachte von einem Wagen erfaßt
ind gegen den Stoß gedrückt wurde, schwere innere Ver—
etzungen. Er wurde ins Knappschaftslazarett Sulzbach
erbracht. (Sbr. Volksztg.)
Haßloch, is. Juni. Ueber eine hier verübte rohe
fat, der ein Menschenleben zum Opfer fiel, wird berichtet:
n der Wirtschaft von Philipp Schuster saßen drei Leute
Johannes und Adam Steinmüller und Christof Keller und
zechten. Sie haben nach Schusters Aussage zünf, nach
hrer eigenen drei Liter Bier getrunken und begannen da—
aus Skandel zu machen. Schuster holte desholb einen Far—
enichwanz. Sobald die drei das sahen griffen sie sofort
zum Miesser und fielen über den Schuster her. Er erhielt
wei tödliche Stiche, von denen der eine direkt ins Herz
raf, der andere die Schlagader des Halses zerschnitit. Schu—
ler sprang schwer getroffen durch die Wirtschaft ins Nach—
arhaus, fiel dort auf einen Stuhl, brach aber sofort zu—
aminen und war tot. Die zwei sofort herbeigerusenen
lexzte konnten nur noch den Tod konstatieren. Der Stich
is verz soll bis aufs Rückgrat gegaugen sein. Wer die
ztlichen Stiche führte, ist noch nicht nachgewiesen. Die
rei Rohlinge wurden gestern abend noch verhaftet.
e Cleve, 18. Juni. (Flucht versuch eines zum
ode Verurteibten.) Der wegen Ermordung des
zagdaufsehers Ellmann zum Tode verurteilten Wilderer
oten versuchte aus dem Gefängnis zu entfliehen. Ein
lifseher seuerte mehrere Schüsse auf den Flüchtling ab,
zer tödlich verletzt zusammenbrach und ins Lagarett ge⸗
chafft werden mußte.
* Schlebusch (Rheinland), 183. Juni. Gur Pul—⸗
erexplosion.) Die Sprengstoff-Alktiengesellschaft Kar⸗
onit in Schlebusch hat der Bürgermeisterei Schlebusch bis
ur endgültigen Feststellung des bei der Erxplosion am 7.
zuni entstandenen Schadens zur Verteilung an unbemit
elte Geschädigte 10 000 M. zur Verfügung gestellt.
e Rolandseck, 13. Jun. (Ein Dentmal fñ
Freiligrath.) Hier fand die feierliche Grundstein
egung zu einem Freiligraih-⸗Denkmal statt. Der Dichten
valter Bloem (GBerlin), hielt die Festrede.
Aus aller Welt.
Selbstmord eines Kommandanten. Aus Lin;
bird gemeldet: Der Kommandant des Landwehr-Infante
ie-Regiments Nr. 20, Oberst Lernet hat sich erschossen
ngeblich aus Kränlung darüber, daß er in eine galizi
ye Garnison versetzt wurde.
Eine unterirdische Kasemattenanlage. Aus Brüs—
el wird gemeldet: Bei Bauarbeiten an dem früheren
festungswerk Charleroi stieß man auf eine völlig unve—
innte unterirdische Kasemattenanlage. Diese dürfte wohl
or etwa 100 Jahren im geheimen von den Holländern
ngelegt worden sein. Man hat eine ganze Flucht unter—⸗
discher Säle und Galerien entdeckt, von deren Existen;z
nan keine Ahnung hatte. Das tropfende kalkhaltige Was⸗
er hat in diesen Sälen ähnlich wie in Höhlen Tropf—
zeinbildungen erzeugt.
Reiche Belohnung. Tem Zollbeamten Rich. Parr,
er die Zollhinterziehungen des Zuckertrusts aufgedeckt hat,
vurde nach einer Meldung von der Regierung eine Be—
ohnung von 100 000 Dollars bewilligt.
Hochwasser und Unwetter.
Sinzig, 18. Juni. Der durch das Ahrhoch—
vasser verursachte Schaden wird hier auf 80 bis
00 000 Martk geschätzt.
Kempten, 18. Juni. Bei Peterstal wurde ein Wehr
er Greiffenmühle im Werte von 12 000 Mark, das an
er Vereinigung der Rottach und Aach in reißender Strö—
nung liegt, völlig zerstört. — In Steinebach ist beim
erausfischen von Holz der zwölfjährige Sohn des Oeblko—
somen Maurer ertrunsen. Es ist das zweite Menschen⸗
pfer der Hochwasserkatastrophe im Allgäu.
Wien, 18. Juni. Aus allen Landesteilen liefen
Neldungen ein, daß die schweren Unwetter verbunden mit
Volkenbrüchen fortdauern und großen Schaden an Saaten
ind Kulturen anrichten. Die Zahl der durch Blitzschlag
ind das Hogwasset umgekommenen Personen wächst fasi
ündlich.
Budapest, 18. Juni. Grauenhaft lauten die neue⸗
len Nachrichten über die Ueberschwemmung aus dem
üdöstlichen Ungarn. Die aus der Gegend zwischen Lu⸗
jos und Orsova eingetroffenen Nachrichten besagen, daß
jort in 20 Ortschaften mehr als 350 Menschen dem Hoch⸗
vasser zum Opfer gefallen sind. Die agenauen Verlustzif⸗
ern sind noch unhberkannt.
Innsbruck, 18. Juni. Die Hochwasser-Katastrophe
at weitere vier Todesopser gesordert. Im unteren Etsch
ale droht ebenfalls Hochwasser.
Zür iuch. 18. Juni. Obwuhl der Regen nachgelas—
en hat, trefsen fortgeseßt neue Unglücksnachrichten ein.
Furchtbar haust das Element im Kanton Graubünden.
gZäuser und viele Ställe mit Vieh sind in den Fluten
erschwunden. Au Rem Boden ee ist der Trajekt-Verkehr
ach Brezenz, Rormanshorn und die Dampfschiffahrt nach
zchaafshausen und Konsicn; eingestellt
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Metz, 18. Junt. Soeden traf hier eine Reihe von
deichstagsabgeordneten ein, an deren Spitze der nationalli—
erale Führer Basserma in Die Herren beabsichtigten, ei—
ige Tage in Lothringen zu bleiben, um die lothringischen
Jerhältniss,, besonder die mächtig emporblühende lothring'⸗
che Esenindustrie, aus eigener Anschauung kennen zu lernen
die lothringischen Abgeordneten, insbesondere die Herren
Ir. Gregoire und de Wendel, haben die Führung über—
ommen. Heute Samstag sollen die Hochöfen der Herren
e Wendel in Hayingen, die Hütte Friede in Aumetz und
ie Rombacher Hütte besichtigt werden Man hofft im
ande, daß die Herren Gelegenheit nehmen werden, die
zrage der Kanalisation der Mosel und Saar, die für eine
edeihliche und kräftige Entwicklung des ganzen Landes
ine Noiwendigkeit ist, eingehend an Ort und Stelle zu
rüfen.
Metz, 18. Juni. Nach Bekanntgabe des Militärwochen—
latts wurde der Kommandeur des Inf.-Regts. v. Stülp—
jagel (vom Brandenb. Regiment 48 v. Försler) zum Ge—
eralmajor unter Ernennung zum Kommandeur der 57.
infanterie-Brigade in Metz ernannt.
Düsseldorsf, 18. Juni. Die Provinzial⸗Feuerversiche—
ungs-Anstalt der Rheinprovinz hat zugunsten ihrer durch
ochwasser an der Ahr geschädigten Versicherten bis zu
0000 Miaufzuwenden beschlossen.
Bonn, 18. Juni. Nach den neuesten Ermittelungen
»erden in Ahrtal zahlreiche deutsche Bahnarbeiter vermißt.
ziele ausländische Bahnarbeiter beraubten die Leichen und
erschwanden.
Pachten, 17. Juni. Gestern nachmittag wurde an der
ähre eine Leiche geländet. Es war ein junger Arbeiter
us Wallerfangen, der bereits am Morgen von seinen An—
ehörigen vermißt wurde. Wie er den Tod im Wasser ge⸗
unden hat, ist noch nicht aufgeklärt. Währscheinlich kam
r zur Fähre von Wallerfangen, noch bevor der Fährdienst
röffnet war, und ist dann bei dem Versuche, sich selber
zinügerzufahren, in die Ilnten gestürzt.
Köln, 20. Juni. Dem Vorstand des abgebrannten
yrischen Waisenhauses in Jerusalem ist vom Kaiser für
as Waisenhaus ein Beldaeschenk von 3000 Mark bewilligt
vorden.
Dortmund, 20. Juni. Durch glühende Eisenmass
»urden auf dem Stahlwerk Hösch fünf Arbeiter überschüttet
nnd schwer verletzt. Einer ist bereits gestorben. Der Zu—
land der anderen ist bedenklich.
Marburg, 20. Juni. In diesem Sommer dürfte in
Narbnurg der Vorschlag, daß Studenten, während der gro—
en Ferien auf Gütern beschäftigt werden, zur Verwirklich⸗
ing gelangen. Die freie Studentenschaft hat zu diesem
wecke mit einer Reihe von Gutsbesitzern Verhandlungen
ingeknüpft.
Berlin, 20. Juni. Wie die „Tägliche Rundschau“ be—
chtet, soll eine planmäßige Uberwachung der evangelischen
ottesdienste durch katholische Vertrauensleute eingerichtet
erden, um festzustellen, ob und inwieweit die evangelischen
eistlichen trotz der Erklärung des Papstes zu der Enzyklika—
ingelegenheit von der Kanzel herab beleuchten und dabei
en Tatsachen nichtentsprechende Angaben machen. Das so
ꝛwonnene Material soll zau einem Vergehen gegen der
angelischen Bund dienen. In den katholischen Hand—
»erker- und anderen Versammlungen werden gegenwärtig
r diesen Aberwachungsdienst gewonnen. (Wir halten diesen
dachgriff für ein Phantasiegebilde. Red. der Dudweiler
eitung)
Berlin, 20. Juuni. Der Landwirtschaftsminister v.
lrnim und der Minister des Innern v. Moltke haben die
achgesuchte Entlassung aus ihren Amtern unter Verleihung
er Krone zum Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub
rhalten. Der Oberpräsident der Rheinprovinz. Kammer—
err Dr. Frhr. von Schorlemer wurde zum Staatsministen
ind Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten
ind der Oberpräsident der Provinz Schlesien, v. Dallwitz,
um Minister des Innern ernannt.
Berlin, 20. Juni. Das Oberverwaltungsgericht ent—
hied: Die Genehmigung zu einer Versammlung unter
reiem Himmel darf nur versagt werden, wenn konkrete
atsachen vorliegen, aus denen gefolgert werden kann, daß
ie öffentliche Sicherheit gefährdet werden dürfte.
Berlin, 20. Juni. Gestern nachmittag weilte der Ge—
eraloberarzt Dr. Olber im Neuen Palais, um die Ge—
taltung der Krankheit festzustellen, da die Kaiserin an den
damburger Rennen ihre Teilnahme von dem Wohlbefinden
es Kaifers abhängig machte. Erst nachdem von dem
Arzte wiederholt die Versicherung gegeben wurde, trat die
daiserin die Reise an. Bis gestern mittag weilte der
laiser, der sich auf Anordnung der Arzte zeitweise unbe—
ingte Ruhe auferlegen muß, allein im Kaiserschlosse
Nachmittags kamen Prinzessin Eitel Friedrich zu Besuch.
Rom, 20. Juni. Der Papst empfing heute eine spa
ische Pilgerschar und hielt eine Ansprache, worin er ihr
inen Dank für den Beweis ihrer Ergebenheit aussprach
ind hervorhob, das katholische Spanien stehe keiner Na—
jon nach.in der Anhänglichkeit und Liebe zum Heiligen
ztuhl und seinem Oberhaupt. Er könne den Pilgern nur
mpfehlen, die reichen Gaben der Frömmigkeit und des
dlaubens, die ihnen der Himmel zuteil werden ließ, zu
ewahren, und schloß mit der Ermahnung, zu wachen für
ie Verteidigung der Heiligen und religiösen Grundsätze
ind sich dem Unheil, das diesen köstlichen Schatz bedrohe
u widersetzen, wobei sie die Gewißheit hatten, auf diese
Veise nicht allein für ihr materielles Wohlergehen, sondern
uch für die Eintracht und den Frieden in der Familie und
ie wahre Wohlfahrt und den Ruhm der ganzen Nalior.
u wirken.
Wien, 20. Juni. Oberst Norbert Lerert, Kommandan
es 20. Landwehr⸗Infanterieregiments, hat sich in Linz
nus Kränkung über seine Versetzung nach Stanislaus in
halizien erschossen. Er war ein sehr beliebter Offizier
er fich in freien Stunden erfolgreich mit Radiumforschung
efaßt hat.
Pest, 18. Juni. Grauenhaft laulen die neuesten Nach—
ichten über die Ueberschwemmung aus dem südöstlichen
ingarn. In der Gegend von Lugos und Orsova sind 20
Irtschasten mit miehr als 360 Menschen dem Hochwasser
un Opfer gefallen. Genaue Verlustlisten sind aber
roch nicht bekannt und wahrscheinlich weit höher, da alle
zisenbahn⸗ und Straßenbahnverbindungen in dieser Gegend
sllig zerstört sind. Allein im Orte Berszascka sind 40
äuser und 100 Menschen von den Fluten weggeschwemmt
vorden.
Belgrad, 19. Inni. In Swilajnaz und Umgebung ist
er durch das Unwetter angerichtete Schaden so groß, daß
in großer Teil der Bevölkerung von allen Mitteln ent—
oAößt und auf staatliche Unterstützung angewiesen ist. Von
Jon 1000 Häusern in Swilajnaz ist nur ein kleiner Teil
inversehrt geblleben. Bis gestern abend wurden 62 Leichen
nufgefunden. In den Dörfern an der Resawa wurden viele
zäuser samt den Einwohnern fortgeschwemmt
Madrid, 19. Juni. Tie Regierung stellte dem Vati—
an ein Ultimatum. Die Note besag‘, daß der hl. Stuhl
fortsetzung der Verhandlungen das absolute Recht des
ztaates anerkennen müsse zur Erlassung der Verordnung
iber die Freiheit der Religionsübung anderer Kulte, wi⸗—
rigensalls sofortiger Abbruch erfolgen werde.
Paris, 20. Juni. Eine Sammlung zugunsten der
Rinterbliebenen der bei dem „Pluviose“ verung ückten
Mannschaften hat 1890 000 Franks ergeben.
Paris, 18. Juni. Hier lebende portugiesische Republi⸗
mer erhielten aus Lissabon Nachricht von anderen Agitations-⸗öntren,
daß die schon vor einigen Wochen angedeutete
sbsicht des Königs, dem Thron zu entsagen, sich schnell
erwirklichen werde. Werde die Krone an den Oheim des
königs, den Prinzen Alfonso von Braganza übergehen, se
vürden die Republikaner dieses mit großer Freude begrüßen,
a ein strengeres Regiment in der großen Masse des Volkes
ind dann auch in der Armee verbreitet würde.
Paris, 18. Inni. Der Erzbischof von Paris betont in
inem Schreiben an den Klerus seiner Diözese den großen
Vert der Borromäus-Enzyklika und fordert die Priester
uf, alle von der katholischen Kirche bezeichneten Lehren
honungslos zu fordern.
Paris, 20. Juni. Uber den Zugsammenstoß bei Sil⸗
epreux hat die Untersuchung ergeben, daß der Maschinisi
es Eilzuges die Signale und Warnungszeichen der letzten
Minuten unbeachtet ließ und in einer 102 Kilometer-Ge—
chwindigkeit statt 80 Kilometer heranbrauste. 6 von den
8 Toten sind bis jetzt erkannt worden. Die Gesichter der
inderen Toten sind vollständig verkohlt. Unter den Toten
„efindet sich auch ein Sohn des bekannten Sozialistenführers
karl Marx. Von den schwer Verletzten sind 25 geborgen.
Weitere Verunglückte werden unter den Trümmern vermißt.
hdestern sollte die Lokomotive nebst Waggontrümmern von
inem anderen Zuge weggebracht werden; jedoch entgleiste
iuch dieser Zug. Minister Milbrand stattete gestern den
zerletzten einen Besuch ab. Er war von dem Gesehenen
ief erschüttert.
Zürich, 18. Juni. Obwohl der Regen nachgelassen hat,
reffen fortgesetzt neue Unglücksnachrichten ein. In Stans
äuten die Sturmglocken jeden Morgen. Furchtbar haust
das Element im Kanton Graubünden. Gestern Vormittag
ind sechs Häuser und zahlreiche Ställe mit Vieh in den
Vellen verschwunden. Die Eisenbahn von Küblis nach
Nalans ist auf mehr als zwei Kilometer vollständig zerstört.
luf dam Bodensee sind der Traiaktverkehr nach Bregenz
nd Romanshorn und die Dampfschiffahrt nach Schaffhausen
ind Konstanz eingestellt. Zürich ist schon die zweite Nacht
ollständig in Dunkel gehüllt.
Bern, 18. Juni. Ein großer Teil der Stadt Luzern
leht unter Wasser und bietet das Bild einer Lagunenstadt.
der südliche Teil der Kastellbrücke gegen das Theater zu
st ernstlich bedroht. Die Bergung der alten historischen
Bildertafeln, die sich an der Brücke befinden, ist angeordnet
vorden. Die Kastellbrücke ist eine der ehrwürdigsten Bau—
verke der Stadt Luzern.
London, 20. Juni. Die Times meldet, daß New-VYork
»on einem heftigen Sturme heimgesucht worden ist, welcher
urz nach Ankunft des Präsidenten Roosevelt ausbrach und
zroße Verheerungen anrichtete. Durch den Blitz wurden
14 Personen getötet.
Bekanntmachung.
PVerpachtung der Fischerei in dem Fischbach.
Die Fischerei in dem Fischach ist zum 1. Juli ds. Is
ieun zu vergeben.
Der zu verpachtende Fischereibezirk beginnt 100 Meter
interhalb der Fischbachbrücke in Fischbach (Flur 3 Parzellen
air. 917,/261 und endet an der Fischbachbrücke im Wege—
uge Rußhütte-Neuhaus. Der in diesem Teile des Fisch—
aches mündende Netzbach, gehört, soweit er nicht ausschließ—
ich im Königl. Forstareal liegt, zu dem zu verpachtenden
Fischereibezirke, desgleichen gehört hierzu der in den oben—
enannten Teil des Fischbaches mündende Steinbach in
inem gesamten Laufe.
Verschlossene Angebote mit entsprechender Aufschrift ver⸗
ehen, sind bei mir bis
Dienstag, den 28. Juni ds. Is. nachm. 4 Uhr
inzureichen, bis zu welchem Zeitpunkte auch die näheren
zerpachtungsbedingungen auf dem Bürgermeisteramt hier
— Zimmer Nr. 8 — eingesehen werden können.
Zuschlagsfrist bleiht vorbehalten.
Dudweiler, 17. Juni 1910.
Jost, Bürgermeister.
4 v * —e e
ist die Yflicht
eder Mutter für die Gesundheit ihrer Kinder
u sorgen, darum ernährt die Kteinen mit
B. Stempfle's Kinderzwirback
pro Paket 55 Pig.
Stempfle's Kinderzwiebackmehl
pro 1 Pfund⸗-Dose Mark 1.20
aus der vorzüglichen Alpeukuhmilch her
gestellt. Erhältlich in den Apotheken, Drogerien
—9— und Kolonialwarengeschäften.
3. Stempfles Kinderzwieback und Zwiebackmehl, Oberstdorf
bayr. Alpen.
In Dudweiler zu haben bei Karl Auler, Adler⸗Drogerie.
— —
vreiban.
Zeute und morgen nachmittag wird
* — *
rohes Rindfleisech
as Pfund zu 385 Pfg. verkauft.
Die Schlachthosverwaltung.
— — miesens oha fttliohe — —
— —
S&lbst-Unterrichts-Werke
bund ⸗—
ethode Rustin ααι Fernunterrñicht.
Der vdnehatftlieh. Dae NMande —RXXE
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Dio Ohorrαlο-. 7 —
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—EEXEXI DSA/ goh IIdo to aufsm au
Nio Studienanatalt. Der militäaranwusartor
Das Lyzoun Der Bank hon mte-IEXIRBAI
s Lonservatorium.
Diese ausgereichneten Werke dedgeeken: 1. den Besueh
vissensehaftl. Lehrangs)xclten vollsständ zu ersetzen; 2. oine
unfassende gediegen& Bildung 2u vern In: 3. auf Examen
ubereiten. PyZwWeek vwird erroleht: dass der Unteær
ich ιαMαν Lehranstalten auft vVas Sorgfaltigste
achgeahmt wj⸗;: b) dass der Untæerrieht in einsacher und
nalieher Vsise erteilt wird. dass jeder den Nehretotf vertehen
musc) dass dureh dauernde — rtgesetate
Niederhy üngεν und atndige Uebungen das Erlernde dauernd
vefesti⸗ vird: d) dass be dem Fernunterrient auf ie Verο)
jedes Schülers besondere Rucksicht genomme ird
Sammilune von Denk- und —EEEEOO
cRiæine Tαν——neο . ansichtssendungen derei twilligst.
HAν.D, PorSDAnm. so.
— — — — — — —
F Alus dem Wege vons,Seit 3 Jahren litt ich an einen.
A Grube Hirschbach bisheftigen, häßlichen
chnappacher Weg wurde gestern G 2
esich ts⸗
r⸗
Handtäschen ausschlag
zchon nach 3täg, Gebrauch vo,
nit Inhaut verloren —— —————
Ubzugeben gegen Belohnun. eife war der Erfolg augenfällig
ei Die Pn trockneien ein und es
Frau Maschinenwerkmeister blldeten fich beine neuen mehr
dNoagep— igiag Verbrauch von 2 Stck. wan
— meine Haut vollsständig rein. Paul
Neuen in CErfeld.“ a Stck 50Pf.
herrensohr. 15igh u. 160 Mi. bohig
n neues starksie Form). Dazugehörige
Zuck⸗oh⸗Creme 75 Pf. u. 2M.
us ern. Fnckoeh ⸗Seife (mild) 50 Pl
a 4. 1.50 M. Echt bei Ernst Loerke
us eigener Hand preiswerte iinal⸗Zrogerie Dudweiler
erkaufen.
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Jeichküsen. Cier
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