Abgahen für dire Gemeindelasse, überhaupt an diese zu
jahlende Beiträge mittelst Zahlkarte, die unentgeltlich zu
saben sind, auf das Postscheckkonto der Gemeindekasse bei
en zunächst liegenden Postämtern oder Agenturen einge—
zjahlt werden können. Kosten entstehen dadurch nicht. Wir
nachen namentlich die Steuerzahler von den Außenbezirken
uuf die erleichterte Zahlungsmöglichkeit aufmerksam. Die—
enigen Firmen, welche mit der Röchling'schen Depositen—
asse in Verbindung stehen, können auch diese anweisen,
ie sälligen Steuern für sie zu entrichten.
Von der Straßenbahn. Die Arbeiten der Verlegung
er Weichen und Geleise am Hammersberg zu Sulzbach
nd jetzt beendet. Doch sind diese Arbeiten nicht zur Ein—
ührung des 7—Minutenverkehrs ausgeführt worden, sondern
ourden durch andere Ursachen bedingt. Der 7-Minuten—
»erkehr wird sich nach wie vor auf Tage mit besonders
tarkem Verkehr beschränken.
Deutschlands Fischkonsum scheint sich im laufenden
ahre merklich teurer gestalten zu mollen als im Vorjahr.
bwohl nämlich das Angebot sehr kräftig zugenommen hat,
ud die Fischpreise im allgemeinen doch in die Höhe ge—
zangen. Die Zunahme des Angebots zeigt sich deutlich an
)en Fangergebnissen der deutschen Seefischerei. Die Mehr—
infuhr hat einen Wert von 23,31 Millionen Mark, wäh—
end sie in Vorjahre 20,85 Millionen wertete. Der Wert
»er Versorgung betrug insgesamt 29,8) Millionen gegen
26,31 Millionen 1900. Der Zunahme der Menge um 8
Lrozent sieht demnach eine Steigerung des Wertes um 13
Zrozent gegenüber. Es ist somit zweifellos, daß das Preis—
iveau eine Erhöhung erfahren hat.
In der Einfuhr von frischen Apfeln machen sich im
aufenden Jahre starke Verschiebungen gegen 1909 bemerk—
»ar. Alle Länder, die im vorigen Jahre mit großen
Mengen an der deutschen Apfeleinfuhr beteiligt waren,
yjaben in diesem Jahre eine starke Abnahme aufzuweisen,
vährend die Länder, aus deuen 1909 nur geringe Mengen
amen, in der diesjährigen Einfuhr an erster Stelle stehen.
Insgesamt stellte sich die Einfuhr von frischen Apfeln im
rsten Quartal d. J. auf 101 3656 Doppelzentner gegen
48 296 Doppelzentner im selben Zeitraum 1909. Der
Vert beträgt 1.24 gegen 1,82 Millionen Mark im vorigen
ahre.
Saarbrücken, 15. Juni Gesucht wird seit vorgestern
in Schüler des Gymnasiums, dessen Eltern Hohenzollern—
raße 87 wohnen Derselbe versuchte vorher seine Bücher
u verkaufen und hat in einem hinterlassenen Brief über
ie Verwendung seiner Heste Bestimmung getroffen Es
st bisher nicht festaestellt, wohin sich der Knabe begeben
at.
Heinitz, 14. Juni, Die Firma Gebrüder Stumm in
deunkirchen geht mit den Gedanken um, die im Jahre
885 erbaute Drahtseilbahn von Dechen nach Heinitz ab—
uubrechen, da durch die stete Erweiterung der Heinitzer
kokerei mit Nebenproduktengewinnung der Grieskohlenver—
and von dieser Grube eine beträchtliche Einbuße erlitten
vat. Dagegen will die Firma Stumm ihren Vorratsbe—
älter bei Grube Dechen um 500 Tonnen Fassungsräume
ergrößeru und ihren annähernd ganzen Bedarf an Koks—
oh'en von dieser Grube beziehen.
Ensdorf, 14. Juni. Um Samstag nachmittag ertrank
nuder Saar der zwölfjährige Hermann Luxenburger, Sohn
es pen ionierteu Bergmanns Michael Luxenburger voun
sier. Der Junge war nach dem Mittagessen zur Saar
egangen, um zu baden, wobei er iedenfalls einen Herz—
chlag erlitt
St. Ingbert, 16. Juni. Gestern weilte hier der Un—
ersuchungsrichter in der Sache Kinser, der hier und in der
limgebung außer einer ganzen Reihe der verschiedensten
Zachen 17 Fahrräder stahl und zu Schleuderpreisen wieder
erkauste. Aus dem Schlachthaus zu Homburg stahl er
ein ganzes Schwein. Seine Taten gibt er zu, aber seine
»eiden Komplizen, die ihm beim Stehlen halfen. will er
nicht mehr kennen.
Trier, 14. Juni. Die Dompteuse Miß Charles iegte
nn der gestrigen Nachmittagsvorstellung im Zirkus Charles
vie gewöhnlich bei der Produktion wit ihren 14 dressirten
öwen ihren Kopf in den Rachen eines der Tiere. Die
zestie grub ihre Zähne tief in die Wangen der Dompteuse.
Dda diese aber den Mut hatte, die aufgeregten Tiere mit
Leitschenhieben und Revolverschüssen zurückzutreiben. konnte
ie aus dem Käfig gerettet werden.
Die Abnahme der Sterblichkeit im Deutschen
steich. Es dürste wohl allgemein bekannt sein, daß die
bnahme der Sterblichkeit im Deutschen Reiche innerhalb
der letzten 30 Jahre ständig zugenommen hat. Amiliches
tatistisches Material gibt hierüber nähere interessante Ruf—
rchlüsse. Im Jahre 1872 betrug die Sterblichkeit 306
auf 1000 Einwohner, im Jahre 1890 25,5 und im Jahre
1901 21,8. Aber nicht nur in Deutschland allein, son—
dern auch in vielen anderen Kulturstaaten hat sich inner—
halb der letzten Jahre eine erfreuliche Abnahme der Sterb—⸗
ichleit bemerkbar gemacht. Am auffallendsten ist die Tat—
ache in Ungarn, dort fiel die Sterblichkeit im letzten
Jahrzehnt von 35 Prozeut auf 25 Prozent. In England,
Frankreich, Schweiz, Holland, Belgien und in den nordi—
chen Staaten ist die Sterblichkeitsziffer überhaupt niedci—
zer als bei uns in Deutfschland. Wie groß der Gebur—
tenüberschuß über die Sterblichkeit im Deutschen Reiche
ist, läßt sich aus nachsolgenden Zahlen ersehen: In den
Jahren 1851 bis 1860 kamen auf 1000 Einwohner mehr
geborene als Gestorbene 9, für 1861 bis 1870 ist diese
zahl 10, für 1871 bis 1880 11,9, für 1881 bis 1890
11,7 und für 1891 bis 1900 13. Die Abnahme der Sterb—
ichkeit in Deutschland ist in der Hauptsache auf den ener—
zischen Kampf gegen die Tuberkulose zurüchkzuführen, ist
doch die Sterblichkeitsziffer hiern von 1875 bis 1901
von 3,1 auf 1,95 zurückgegangen. Aber auch die ande—
ten fortschreitenden hygienischen Verbesserungen sind von
veittragender Bedeutung für das Zahlenverhältnis der
Zterblichkeit in Deutschland geworden. Die Abnahme der
ZSterblichkeit hat natürlich auch ihre Grenzen. Wenn alle
Menschen das 70. Lebensjahr erreichen würden, so würde
die Sterblichkeitszifser etwa 14 betragen. Unter diese Zahl
vird sie kaum zurückgehen. In Dänemark und Schweden
zeträgt die Sterblichkeitsziffer 135, man kommt also in den
iordischen Ländern diesem günstigen Verhältnis bereits
ehr nahe. Natürlich profitieren die Versicherungsgesell—
chaften von diesem Rückgang der Sterblichkeit am meisten
uind es ist recht und billig, wenn immer wieder der
Wunsch nach Aenderung der Sterbetafel und Ermäßiouno
»er Prämien laut wird.
Der Birnbaum. In Velhagen u. Klasags Mo—
ratsheften veröffentlicht Karl Bulke folgende Parabel:
rennt jemand nicht die großen Duchesse-Birnen? Mäch—
ige, hellgelbe Früchte, zwei Fäuste groß. Am Tisch der
keichen eine erlesene Delikatesse. Es ist die schönste
Birne, die es gibt. — In einem großen Obsigarten sah
ch die Duchesse-Birnen. Der Gärtmer führte mich. Ueber
zer Erde, kaum einen Meter hoch, am Spalier zwischen
zunkelgrünen Blätter zurück und wies mir den nackten
Ztamm. Ein feiner, dünner Stamm, der über der Wur—
el, tiefe, grausame Narben zeigte, Narben. die noch nicht
erharscht waren. „Es geht nicht anders“, sagte der
zärtner. „Wenn der Stamm blüht, kerbt man mit sehr
Harfem Messer die Rinde über der Wurzel, so, daß de
iamm schwer verletzt wird. Nur dann schießt der Saft
lit solcher Krafst in die Frucht. Wenn ch jetzt die Früchte
bnehme, so geht der Stamm ein. Doch wir haben die
A4n— öott ist ein groser Gürtnor
Ueberraunter Dampfer. Der Kieler Dampfer „Ha
assa“ wurde nach einer Meldung aus Kiel im Waiser
zilhelm-Kanal bei Kilometer 11 vom Stettiner Dampfer
Breif“ in Grund gebohrt. Die Kanalpassage war einig«
ztunden gesperrt.
Selbstmord. Wegen verfehlter Börsen Spektulationen
zat sich in Graz der ehemalige, in Stuttgart ansässig ge
desene Ingenieur und Hausbesitzer, Ferdinand Raith samt
einer Frau zu vergiften versucht Raith dürste kaum mit
»em Leben davon kommen. Seine Frau ist außer Le—
ensgefahr.
In der Donau ertrunken. Sechs Soldaten, welche
u Graz die Donau übersetzen wollten, sind infolge eige
ier Unvorsichtigkeit ertrunken.
Russische Beamte. Aus Warschau wird berichtet:
yeneral Laba und Oberst Tszhischkan wurden nach einer
porgenommenen Haussuchung wegen jahrelanger Milio—
ien-Unterschlagungen verhaftet.
Die Brandkatastroßhße in Montreal. Das Feuer
im Gebäude des „Montrea: Harald“ hat nach einer Mel—
ung aus New-York insgesamt 44 Tote und 134 Verletzte
zefordert. Zwanzig Leichen wurden bislang völlig ver—
ohlt geborgen. Die Anzeichen mehren sich, daß man es
nit einem verbrecherischen Anschlag zu tun hat. Die Di—
ektoren des „Harald“ erhielten seit Wochen Drohbriefe
der „Schwarzen Hand“.
Ein Dampfer gesunken. Aus Willemstad (Cura—
ao) wird gemeldet: Der Regierungsschoner „van Herat“
st gestrandet. Kapitän, Mannschaft und Passagiere, mit
lusnahme von 5 Personen, sind ertrunken. Unter den
ertrunlenen befindet sich der Gouverneur von Buenos—
sires
seueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 14. Juni. Uber den Verlaus und das Er—
ebnis der diplomatischen Aklion, die in der Sache der
zorromäus-Enzyklika eingeleitet worden ist, macht die Nord—
eutsche Allgemeine Zeitung fsolgende Mitteilung: Am s 6.
Juni war dem preußischen Gesandten beim Vatikan tele—
zraphisch die Weisung erteilt, dem Kardinalstaatssekretär
iine Note zu überreichen, in der die preußische Staatsregierung
ius den in der Erklärung des Ministerprasidenten namhafl
semachten Gründen gegen die auch an den preußischen
vPpiskopat gerichteten Kundgebungen der Enzyklika Ver—
vahrung einlegt. Zugleich weist die Staatsregierung daraus
sin, daß die Verantwortung für die Störungen des kon—
essionellen Friedens, welche eine Folge des Rundschreibens
ind, allein diejenige Stelle trifft, von der sie ausgegangen
ind. Dies glaubt die preußische Regierung, die beim
postolischen Stuhle im Interesse guter Beziehung zwischer
ztaat und Kirche eine diplomatische Vertretung unterhält
urch ihren Vertreter mit umso größerer Berechtigung aus—
rechen zu können, als sie ihrerseits treu ihren verfassungs—
iäßigen Aufgaben bestrebt ist, mit allem Ernst und allen
Nitteln die Wahrung und Festigung des Friedens zwischen
er evangelischen und katholischen Bevölkerung des Staates
u fördern. Der Gesandte führte den Auftrag am 8. Juni
us und sprach dabei, der ihm erteilten Instruktion gemäß
ie bestimmte Erwartung aus, daß die päpstliche Kurie
Nittel und Wege finden würde, die geeignet seien, die aus
er Veröffentlichung der Enzyklika sich ergebenden Schäden
ach Möglichkeit zu beseitigen. Insbesondere müßten wir
rwarten, daß die Enzyklika in den deutschen Diözesen
»eder von der Kanzel verkündei, noch in den bischöflicher
Lerordnungsblättern veröffentlich würde. Am 11. d. Ms
i dem Gesandten amtlich erklärt, daß der Papst bereits
»en deutschen Bischöfen Befehl gegeben habe, eine solche
Verkündigung oder Veröffentlichung zu unterlassen. Am 13.
d. M. hat die Kurie dem Gesandten eine vom Kardinal—
aatssekretär unterzeichnete Nole behändigt, in der es im
dinblick auf die Erregung der preußisehen Bevölkerung heißt:
der Heilige Stuhl glaubt, daß der Ursprung dieser Erreg—
ing darauf zurückzuführen ist, daß der Zweck nicht richtig
rkannt ist, worauf die Enzyklika gerichtet war, daß daher
inige ihrer Sätze in einem Sinne ausgelegt sind, der den
bsichten des Heiligen Vaters pöllig fremd ist. Es lieg
aher dem unterzeichneten Kardinal daran, zu erklären, daß
zeine Heiligkeit mit wahrem Bedauern die Nachricht von
iner solchen Erregung bernommen hat, da, wie schon öffent—
ich und formell erklärt ist, irgend welche Absicht, die Nicht—
atholiken Deutschlands oder dessen Fürsten zu kränken,
einer Seele ganz und gar fern lag. Der Heilige Vater
at übrigens niemals die Gelegenheit vorbeigehen lassen,
unm eine aufrichtige Achtung und Sympathie für die
cutsche Nation und ihre Fürsten zu bekunden. Er hat
ioch kürzlich bei einer Gelegenheit die Freude gehabt, diese
eine Gefühle zu wiederholen.
Berlin, 15. Juni. In der gestrigen Generalversanun—
ung des evangelischen Kirchenbauvereins teilte laut „B
Lok.⸗“Anz.“ der Oberhofmeifter der Kaiserin, Frhr. v. Mir—
ach, imit, daß vor wenigen Stunden dem Kaiser ein Telc—
ramm zugegangen sei, demzusolge in Jerusalem das „Sy—
ische Waisenhaus“ ein Raub der Flammen geworden ist.
leber tausend Waisenkinder sind einstweilen in den Räu—
nen des Kaiserin Augusta Vikltoria Stifts untergebracht.
Berlin, 15. Juni. Das Herrenhaus erledigte heute
eine Reihe von Rechnungssachen, dann Etat-Ubersichten
hne DTebatte. Auch die beiden Gesetzentwürfe betreffend
krhöhung der Zivilliste wurden ohne jede Diskussion au—
senommen. Es folgte die Beratung über das Gerichtskosten—
seseßz und die Abänderung der Gebühren-Ordnung für
dotare. Nach einer sehr eingehenden Berichterstattung durch
)r. Hamm begründete der Justizminister beide Vorlagen.
diese wurden dann nach kurzer Debatte en bloc angenommen.
der Gesetzentwurf über die Wohnungsgeldzuschüsse wurde
iach einer kurzen Aussprache in der Fassung des Abgeord—
etenhauses genehmigt. — Das Abgeordnetenhaus erledigte
seute außer dem Hochwasserantrage Petitionen, ferner wurde
in Zentrums-Antrag angenommen, die statistischen Nach—
»eise über die Löhne der Staatsarbeiter neu zu regeln. —
zmm Herrenhause stehen morgen Petitionen, die Sekundärbahn—
Lorlage und andere Vorlagen auf der Tagesordnung.
Kassel, 15. Juni. In einem Abteil 3. Klasse de—s
chnellzuges 78 Hannover-Kassel-Frauksurt fand ein Ge—
häftsreisender im Klosettraum die Leiche eines neugeborener
tindes. In Eichenberg wurde die Leiche aus dem Zug
zenommen. Eine gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet
München, 15. Juni. Durch das Hochwaiser sind über
00 Fremde in Oberammergau festgehalten. Fast alle
däuser der Bahnhofsstraße sind durch das Hochwasser für
zas Fremden-Publikum unbewohnbar geworden. Im Gras—
vangtal, von wo das Hochwasser zumeist herkam, ist die
anze Ernte vernichtet. Die Festspiele in Oberammergau
ind bis nächsten Sonntag verschoben. Die Kochel über
satet jeßkt ollenthkalben das Ufergesäönde Dio Kochel-— ums
Valchenstraße ist durch die Murr teilweise zerstört. Jt
ayerischen Oberland macht sich bereits Mangel an Nah
ungsmitteln geltend. Die Brücken, die noch verschont ge
„lieben sind, werden ebenfalls abgebrochen. Der Meteoro
oge auf der Zugspitze meldet auch das Eintreten der Schnee
chmelze in den höchsten Regionen, sodaß weitere Kata—
trophen zu befürchten sind. Die soeben mit großen Kosten
ien erbaute Straße nach Murna ist ruiniert, ebenso die
ilte Kesselbergstraße am Kochelsee. Auch im Gebiete der
Iller an der Nord-Süd-Grenze zwischen Württemberg und
Züdbayern herrscht gewaltiges Hochwasser, ebenso im Allgär
ind bei Hohenschwangau. In Garmisch wurden sämtliche
Brücken weggerissen. Pioniere mußten aus München re—
juiriert werden. Der Ort steht 80 cm unter Wasser. Das
Denkmal König Ludwig 2. ist vollständig zerstört und fort—
gjerissen worden. Die Bewohner sind vollständig vom Ver—
ehr abgeschnitten worden und leiden Mangel an Nahrungs—
nitteln.
Feldkirch, 15. Juni. Seit gestern regnet es hier un—
interbrochen. Der größteTeil der Stadt steht unter Wasser.
Die Kaiser Franz Josef-Brücke ist überflutet, eine andere
Brücke wurde weggerissen. Das Elektrizitätswerk in Feld—
kirch ist infolge Eindringens von Wasser außer Betrieb.
Dresden, 15. Juni. In der heutigen Sitzung des
Schiedsgerichtes fir das Baugewerbe wurde zunächft dic
— D
inden sei, um auf Grund einiger typischer Fälle eine
Sinigung herbeizuführen. Dieser Modus wurde zwar ge
unden, er fand aber nicht den Beifall der Arbeitgeber
Nach stürmischen Szenen begaben sich diese aus dem Ver
»andlungssaal nach einem andern Lokal, um über ih—
»eiteres Verhalten zu beraten. Da hier keine Einigun,
ustande kam, verkündete schließlich das unparteiische Mit
zlied Prenner folgenden Schiedsspruch: Das Schiedsgerich
intscheidet, daß in allen Orten, welche nach der letzter
Volkszählung über 5000 Cinwohner haben, eine Erhöhungç
»es Stundenlohnes um 5 Pfg. und allen Orten unten
5000 Einwohnern eine solche von 4 Pfg. einzutreten hat
Bei der Erhöhung um 5 Pfg. wird 1Pfg. sofort gewährt
e 2Pfg. vom 1. April 1911 und vom 1. April 1912 ab
Bei der Erhöhung um 1 Pfg. beträgt die Quote 1 Pfg
Pfg. und 1Pfg. Der Schiedsspruch gilt für die Daue'
on 3 Jahren.
Frankfurt, 16. Juni. Die Erdbebenwarten von Frank
urt und Jugenheim registrierten gestern abend ein mittel
jarkes Fernbeben, dessen Vorläufer um 8.55 Uhr einsetzte
Das Hauptbeben begann um 9.03 Uhr.
Augsburg, 15. Juui. Hier haben über Nacht gewal—
ige Ueberschwemmungen großen Schaden angerichtet. Der
ech gleicht einem reißenden Strom und führt Bäume
Zrückenteile und Bauschwellen mit sich. Von Schongar
vird gemeldet, daß mehrere Personen ertrunken sind.
Hagenau, 14. Juni. Leutnant Preußer vom Dragoner—
Regiment Nr. 15. stürzte in Hannover mit dem Pferde
kr erlitt einen Schädelbruch, der seinen Tod zur Folg
satte. Leutnant Preußer, der mit dem Patent vom 27
Januar 1903 Offizier ist und der 1. Schwadron angehörte
var zur Reitschule nach Hannover abkommandiert.
Zürich, 15. Juni. In den Cantonen, Cap Graubün—
»en ut. Zürich ist der angerichtete Schaden unberechenbar
die Felsen stürzten in furchtbaren Massen von den Bergei
erab und richteten großen Schaden an.
Zürich, 168. Juni. Die Gotthardbahn bei Erstfeld
S„chwyz und Zug steht unter Wasser. Der Betrieb wurd«
ingestellt. In der Umgebung von Zürich sind eine ganze
Anzahl Ortschaften überschwemmt. Bei Landquardt hai
»as Landwasser die Eisenbahnbrücke weggerissen.
Zürich, 16. Juni. Die Wasserkatafstrophe ninunt ein«
mmer bedenklichere Form an. Im Kanton Glarus wurden
eine ganze Anzahl Brücken fortgeschwemmt. Bei Schwy,
st ein ganz neues Haus im Wasser verschwunden. Vor
»en Bewohnern desselben hat man noch keine weitere Nach—
icht erhalten. Mehrere Häuser sind eingestürzt. Der Schader
»eträgt etwa 7 Millionen. Im unteren Teile der Stad
Bern ist gleichfalls eine Ueberschwemmung.
Bern, 15. Juni. In Bern ist heute die Aar über dit
Ufer getreten. Die ganze Unterstadt steht unter Wasser
anderte von Wohnungen mußten geräumt werden. Die
Nlar ist noch im Steigen begriffen. Viele Fabriken haber
zen Betrieb eingestellt.
Luzern, 16. Juni. Die Ueberschwemmungen des Vier—
valdstädter-Sees tragen einen ernsten Charakter. De
Dampferverkehr ist teilweise eingestellt. Das ganze Reuß—
al ist ein See. Das Hochwasser der Limmat hat die
Haswerke außer Betrieb gesetzt. Auch die Hochwasser de
Aar, des Rheins und der Reuß drohen ieden Angenblic
»ie Dämme zu durchbrechen.
Luzern, 15. Juni. Ein Erdrutsch zerstörte um Mitter.
iacht in Altdorf das Haus des Briefträgers Ziegler. Elj
Personen sind tat, drei wurden lebensgefährlich verletzt au
»en Trümmern hervorgezogen.
Wien, 15. Juni. Bei dem furchtbaren Unwetter. das
zestern zwischen halb 6G und 9 Uhr in Wien tobte, wurder
vährend dieser kurzen Zeit 2400 elektrische Entladunger
zezählt. Die Temperatur fiel rapid um 14 Grad Celsius
Die Straßen glichen Strömen.
Bregenz, 15. Juni. Infolge des anhaltenden Regens
ühren alle Wassecläufe Hochwasser. Mehrere Bruͤcken
vurden von den Fluten zerstört. Die Eisenbahn-Verbin
»ung mit Innsbruck und Lindau ist unterbrochen.
Rom, 16. Juni. Der „Osservatoro Romano“ ver
zffentlicht eine Note an leitender Stelle und fügt hinzu
Der preußische Gesandte von Mühlberg habe im Auftrage
»es Reichskanzlers dem Papste den aufrichtigsten Dan
ür seine nunmehrige Haltung in der Borromäus-Enzyklik
rusgesprochen. Er betrachtet diese Haltung als eine kostbar
Harantie für die Fortsezung der freundschaftlichen Beziehun
gen des heiligen Stuhles zur preußischen Regierung. De
„Osservatoro“ dementiert gleichzeitig die Behauptung gewisse
Blätter, der Papst habe die Enzyklika zurückgezogen. Viel
mehr sei die Bulle durch das Amtsblatt in allen Blätterr
»ekannt gemacht worden. Im Hinblick auf das Rund—
chreiben von Deutschland habe der heilige Stuhl die Ver—
inlassung getroffen, daß die Enzyklika nicht weiter in der
dirche und in den Diözesanblättern Deutschlands bekanm
gegeben werde. Dies sei Herrn von Mühlberg am Ahen?
des 11. Juni mitgeteilt worden.
Mailand, 16. Juni. Das Blatt „Stampa“ erfährt,
daß die Enzyklika des Papstes über den heiligen Borromäus
»as Werk des Kaidinals Terrarc, Erzbischof von Mailand
velcher als ein Intrawizent bekannt ist, sei.
London, 16. Juni. Aus Ontavio wird berichtet: Die
Flektrizitätswerke der Canarien-Powel-Depelyment-Company
u Fallsview wurden durch ein Feuer zerstört. 12 Aus—
änder sind bei dem Brande unigekommen.
London, 16. Juni. Der Kreuzer „Minerva“ vom
unglischen Mittelmeergeschwader ist von der Inse'
Nalta nach der Sudabay beordert worden und wird un—
erzüalich dahin abgehen. Diee ist iin vovn Enoland do
die Schützenmächte gemachter Vorschlag, daß jede der Schutz
mächte während der kretischen Frage ein Kriegsschiff nach
—D—
— — —
Berlin, 16. Juni. Wie wir hören, hat der Kaiser
einen Erguß in das rechte Knie erlitten, der durch
die letzten Ritte, die der Kaiser unternommen hat
verursacht worden ist. Der Erguß steht nicht im
Zusammenhang mit der letzten Erkrankung des Kaisers.
Die beabsichtigten Reisen nach Hannover, Hamburq
und der Kieler Woche unterbleiben.
urch ↄas urleu des Kgl. Schöffengerichts Saarbrücken
vom 28. Mai 1910 ist der Bergmann Fritz Minke in
Dudweiler wegen öffentlicher Beleidigung des Gastwirtes
Josef Lauer in Saarbrücken zu 25 Mark Geldstrafe ver—
urteilt worden.
Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft.
Hiermit bhringen wir zur Kenntnis, daß wir unsere bis—
her von Herrn Emil Kronenberger geführte Agentur Dud—
weiler für die Feuer- und Einbruchsdiebstahlversicherung
Herrn Johann Berq in Dudweiler, Saarb.⸗Str. 237
übertragen habe.
Köhn, den 11. Juni 1910.
Die General⸗Agentur:
Klein.
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