Full text : Dudweiler Zeitung

etroffen, aus sie die Kuhe vor dem Unwetter nach Haufe
reiben wollten. Zwei Kinder erholten sich bald wieder,
in drittes wurde gelähmt, während die erwachsene Toch—
er schwere Brandwunden am ganzen. Körper davontrug,
odaß man für die Erhaltung des Lebens fürchtet.
* Ahrweiler, 13. Juni. (Ein Wolkenbruch im
Uhrtal.) Infolge eines Wolkenbruches, von dem die
Ate Schuld und Antweiler betroffen wurden, ist Hoch—
vasser eingetreten. Die Ahr führt fortgerissene Brücken,
h»olzstege, Gebäudeteile und Viehleichen mit sich. In Ahr—
veiler und Neuenahr standen die Keller unter Wasser
ind die Feuerwehr ist in Tätigkeit. Durch das Hochwas—-⸗
er, das immer noch steigt, ist der Eisenbahnverkehr bei
Valporzheim unserbrochen. Die Verwüstungen sind furcht⸗
»ar. Elf Steinbrücken für den Fußverkehr sind bereits
ingestürzt.
* Hardt, 14. Juni. (Trauriges Ereignis.)
Im benachbarten Venn starb bei dem starken Gewitter eine
Frau aus Schrecken, als sie sah, daß die Regenmengen
n ihre Wohnstube eindrangen. — In der Gegend der
zchwalm hat das Unwetter ebenfalls außerordentlichen
zchade Schaden angerichtet. Die Gegend von Amern bis
Zrüggen glich einem förmlichen See.
* Aschaffenburg, 13. Juni. (Ueble Nachwe⸗
ein.) Zwischen Kabl sind Deitingen ereignete sich ein
edauernswerter Unfall. Das Gepäckautomobil der öster⸗
eichischen Daimlerwerke, das die Preise der Prinz Hein—
ich-Fahrt enthielt, stieß auf einer Straßenkreuzung mit
iner Lokomotive zusammen. Der Lenker und ein Mecha—
iler wurden samt ihren Sißen in großem Bogen her—
usgeschleudert, und erlitten icht merhebliche Verle vun⸗
sen, während das Automobil stark beschädigt und etwa
90 Meter weit geschleudert wurde. Die Kiste mit den
zreisen soll unversehrt geblieben sein
Aus aller Welt.
Ein folgenschwerer Blitzschlag. Aus Berlin
hird berichtet: Ein furchtbarer Blitzschlag, von dem 6
zersonen, eine Frau und 5 Männer getötet wurden, 17
zersonen schwere und 70 bis 80 leichtere Verletzungen er—
tten, ereitnete sich Sonntag abend 64 Uhr in der Jung⸗
rnhaide nirekt vor dem neuen Johannis-Kirchhof. Etwa
Vert dete wurden im Rudolf VirchoivoSrankenhaus
ntergebrachht. Einige konnten, nachdem sie sich erholt hat—
ein, wieder entlassen werden. Die Mehrzahr der von dem
zlitz getroffenen Personen brauchte ärziliche Hilse nicht
1 Anspruch zu nehmen. Das Virchow-Krankenhaus hatte
iehrere Aerzte an die Unfallstelle entsandt, die für den
ransport der Verwundeten sorgten. — Ueber die Kata—
rophe werden folgende Einzelheiten bekannt. Bei dem
lewitter fuhr ein Blitz, begleitet von einem furchtbaren
)onnerschlag, durch den Schornstein in das Schützenhaus.
zjim großen Saal fuhr er in den in der Mitte hängenden
roßen Kronleuchter, schlug von da wieder in die Erde
ind lief unterirdisch nach dem Zaune des Friedhofes, wo
wieder aus der Erde fuhr und an dem Stacheldraht⸗
aun entlang lief. Die Wirkung des Blitzes war furcht⸗
ar, denn laͤngs des Zaunes hatten sich mehr als tau—
end Menschen postiert. Mitten in diese Menschenmasse fuhr
un der Blitz und streckte 80 bis 100 Personen nieder.
im ersten Augenblick waren die Menschen erstarrt vor
Ichrecken. Als sie wieder zu sich kamen und den Schau—
latz der Katastrophe übersahen, war die Situation trau—
ig genug. Am Erdboden lagen vom Blitz getroffen, viele
Nenschen Einige gaben kein Lebenszeichen mehr von sich,
undere krümmten sich in den verschiedensten Stellungen.
leberall ertönte Wehgeschrei. In einer nahe gelegenen
fabrik, von der aus man den Blitz und seine schrecklichen
folgen beobachtet hatte, wurde die Dampf-Sirene in Be—
egung gesetzt. Ein Heilgehilse alarmierte sofort das
lächstgelegene Rudolf Virchow-Krankenhaus, das seiner⸗
eits den Verband für erste Hilfe benachrichtigte. Dieser
nitsandte sofort vier Krankenwagen nach der Unfallstelle,
vo inzwischen zahlreiche Menschen das Rettungswerk in
Ingriff genommen hatten. Bald trafen die vier Rett—
mgswagen an der Unfallstelle ein. Sie wurden rasch mit
en 6 Toten und zahlreichen Verwundeten beladen und
iach dem Krankenhause gebracht. Rasch wurden dort die
Wagen entleert und noch mehrmals nach der Unfallstelle
sesandt, von wo nach und nach sämtliche Verletzten nach
em Kran enhause gebracht wurden. An der Unfallstelle
vurde das Feld in weitem Umkreise abgesucht, da viel«
om Blitz Getroffene im ersten Schrecken noch eine Strecke
obeit liefen. Die große Mehrzahl der Verletzten konnten
ald aus dem Krankenhause wieder entlassen werden. Nur
7, deren Verletzungen sich als schwer erwiesen, mußten
ort verbleiben. Viele der Verunglückten wiesen schwere
zerbrennungen und Lähmungen auf, sodak die Aerzte für
zr Leben fürchten.
Kindesmörderin. Aus Berlin wird berichtet: Ein
kindesmord, der schon längere Zeit zurückliegt, wurde erst
etzt entdeckt. Die 25jährige Arbeiterin Tenser wurde nach
dem Polizei-Präsidium beordert, um über den Verbleil
hres vor 34 Jahren geborenen unehelichen Kindes
luskunft zu geben. Bei dem Verhör verwickelte sie sich
n Widersprüche und gestand schließlich ein, das Kind er—
nordet zu haben.
Automobilunglück. Auf der Fahrt von Stettin nach
gartz verunglückte ein Kraftwagen der Versuchsstation Ber—
in⸗Schöneberg, indem er in schnellster Fahrt auf einen
Zteinhaufen stieß. Das Automobil überschlug sich und isti
nehrere Meter weit auf einen Acker geschleudert worden.
die Fahrer Götz und Krieger erlitten schwere Verletzun
ien und wurden in das Krankenhaus zu Gartz überführt.
Auf tragische Weise den Tod gefunden. In
zommel ist ein Ehepaar mit zwei Kindern auf tragische
Leise ertrunken. Auf einem Teiche bei Lommel vergnüg—
en sich die vier Kinder des Ehepaares, indem sie auf ei—
lem Fluß au dem Teich herumsfuhren. Plötzlich kippte
as Floß um und die vier Kinder stürzten ins Wasser.
die Eltern eilten auf das Hilfegeschrei der Kinder herbei
ind es gelang ihnen auch, zwei Kinder aus dem ' isser
u ziehen. Bei dem Versuch, auch die beiden ande her—
uszuholen, gerieten sie selbst in eine Untiese und ran
en mit den beiden Kindern.
Hofrichter. Von autoritativer Seite erfährt die „V.
ztg.“) daß Oberleumant Hofrichter am Schluß der gegen
hhn geführten Gerichtsverhandlung vor dem Ober⸗Kriegs—
ericht sein Geständnis zurücknahm und nach den Bestim—
nungen des Militär-Strafgesetzbuches nicht zum Tode,
ondern nur zu 20 Jahren schweren Kerkers verurteilt
verden konnte. Das Militärobergericht dürfte das Urteil
n den nächsten Tagen bestätigen. — Dagegen wird von
uständiger Seite mitgeteilt, es können die neuerdings über
en Verlauf der kriegsgerichtlichen Verhandlung über das
irteil gegen Hofrichter verbreiteten Nachrichten wiederum
ur auf Kombinationen beruhen, da die nach der Straf—
rozeßordnung zu beobachtende Geheimhaltung ein Be—
anntwerden der Tatsachen vor der Urteilanerkündung aushließt.

land heiratet. Das Blatt „Petit bleu“ läßt sich
us Paris berichten, daß Briand sich demnächst verheira—
en wird. Seine Auserkorene ist eine junge Bretonin.
zriand ist bekanntlich auch aus der Bretagne gebürtig.
Die Leichen des „Pluviose.“ Die bisher von der
zesatzung des Pluviose geborgenen Leichen sind in einem
ibgetrennten Schuppen des Quai de Cologne unterge⸗
raͤcht worden. Dieser Schuppen ist in eine Trauer⸗ga⸗
elle umgewandelt worden. Die Wände sind mit schwar—
em Flor drapiert. In der Mitte gegenüber dem Ein—
zang ist das Kreuz errichtet auf einfachem Altar. Deir
janze Raum bietet in seinem Halbdunkel einen erschüt⸗
einden Anblick. In Reihen zu beiden Längsseiten des
zchuppens stehen die Särge mit den bereits geborgenen
reichen und für die noch zu bergenden Leichen. Soldaten
ailen außen und innen zu beiden Seiten der Särge die
otenwache. Die Aerzte erklären, daß der Oberboots⸗
lannsmaänt Lebreton erstickt ist, was darauf hindeutet,
R B —liche vie eigentliche rctbare Katafrovhe

»on Anfang bis Ende überlebt hat und erst später, als
die Lusi das Einatmen nicht mehr gestattete, eritickt ist.
Unglücksfall. In der kleinen Stadt Clasa ereignete
ich ein schwerer Unsall. Anläßlich eines Festes zog eine
irchliche Prozession durch die Straßen, als in der Haupt
raße plötzlich ein Balkon, auf dem etwa 200 Personen
ich befanden, in die Tiefe stürzte und zwar gerade in dem
Noment, als die Prozession vorbeizog. Eine große An—
ahl Menschen wurde unter den Trümmern begraben. 4
vurden getötet, 32 mehr oder weniger schwer verletzt.
Freches Räuberstück. Im Kreise Wetluga überfie
en Räuber ein Nonnenkloster und raubten 10 000 Rubel
Lier Räuber wurden später festgenommen. Man fand
ei ihnen das garaubte Geld wieder.
Neuester Kronprinzenbrief
Potsdam, 30. Mai.
VLieber Mucki
Denke Dir: Seitdem Papa von einem unverschämten
Insekt in die „gepanzerte Faust“ gestochen ist, unterzeichne
ch die Regierungsverfügungen, allein und selbständig und
nit einem kalligraphischen Fhwung, den Tu mir gai
icht zugetraut hättest! — Tus erste Mal glückte es mir
icht, weil mich meine Frau, als ich eine recht würdige
andesvatermiene aufsetzen wollte, mit einem Srrohhalm
nmnder Nase kitzelte. Ich machte einen fürchterlichen
lecks, worüber sie sich halbtotlachen wollte, der lange
zethmann aber sehr böse wurde. Der Pedant meinte
ämlich, als ich das schwarze Unglück mit dem Feder—
iesser fortkratzen wollte, daß bei der Herstellung von Al—
erhöchsiten Namenszügen unter ministeriellen Verfügungen
icht radiert werden dürftel Ueberhaupt, Mucki, diefer
zethmannl Nicht mal so eine blödsinnig einfache Wahl
ꝛchtsvorlage kann er durchbringen Aber etwas sfreut
tich dabei: wird er wenigsens nicht eyen Overn—
utnant als “Das geschieht ihm recht!
Entschuldige nmiith. ich habe keine Zeit, ich muß re—
ieren. Bis mittags um 2 Uhr müssen noch sechs Unter—
hriften fertig werden — und das alles bei einer Hitze
on 30 Grad im Schatten!

Au revoir
dein Fritze, Vize-Landesvater.
Aus dem „Kladderadatsch.“
Die Moresnet⸗Frage. Brüsseler Blätter spielen
mmer wieder darauf an, daß die Lösung der Moresnet,
frage unmittelbar bevorftehe, und fast scheint es, als ob
ian dem Besuche des belgischen Königspaares in Berlin
inen Einfluß zugunsten einer entscheidenden Erledigung
es alten Sireites zuschreiben wolle. Demgegenüber er—
ährt man von gut unterrichteter Seite, daß auch durch
iesen Besuch in der Moresnet-Frage keine Wendung her—
eigeführt worden ist und auch nicht herbeigeführt wer
en konnte, weil die Frage von den beteiligten Kabinet
en bereits seit langem als gelöst betrachtet wird. Die
raktischen Folgen dieser zwischen den Regierungen ge—
roffenen Vereinbarungen sind allerdings durch den Aus—
all der letzten belgischen Wahlen wieder hinausgeschoben
vorden, nachden ch an den Majoritätsverhältnissen der
dammer auch nichts geändert hat. Es ist bereits
viederholt von d.utscher Seite darauf hingewiesen und
von belgischer Seite durchaus nicht in Abrede gestellt wor⸗
»en, daß es sich bei der Abtretung oder Teilung von
Noresnet im wesentlichen um die Frage handelt, ob die
zewohner von Moresnet preußische Soldaten werden sol
en oder nicht. Die Majorität der belgischen Kammer
ie sich auch bei der letzten Beratung des Wehrgesetzes als
zegnerin der allgemeinen Wehrpflicht gezeigt hat, fürch—
et an Popularität einzubüßen, wenn sie die Moresnefe:
ozusagen auf Gnade und Ungnade dem preußischen Mi
itär ausliefert. Aus diesem Grunde wagt auch das Ka—
inett nicht, einen dahin zielenden Vertrag dem Parla
nente zur Sanktionierung vorzulegen. So lange also ir
en Mehrheitsverhältnissen der Kammer keine Veränderungç
ingetreten ist, muß die Moresnet-Frage als ungelöit zu
rückgestellt werden.
Seine Kollegen. Als König Viktor, begleitet vom
Minister Sacchi, auf seiner Fahrt durch das Gebiet des
üngsten Erdbebens in Calitri (Italien) mit den Jour—
ialisten zusammentraf, sagte er zu dem Minister: „Sehen
Zie unsere Kollegen; sie sind auch immer da, wo es bei
datastrophen Mitleid zu zeigen oder bei Festen Freude zu
zerbreiten gilt!“ Kollegen? Bisher hatte ein Kaiser die
Journalisten (in Amerika) nur zu kommandierenden Gene—
älen befördert.
Die „Reste“ von Echterdingen. Aus München wire
Jemeldet: Das Deutsche Museum hat in seiner Gruppe
Luftschiffahrt“ eine interessante Bereicherung aufzuweisen:
8 find die vom Grafen Zeppelin überwiesenen Instru
nente des bei Echterdingen verunglückten Luftschiffes „Z.
2“. Die Instrumente, die in der zweiten Gondel des
pzuftschiffes aufgestellt waren, haben durch die Exrplosion
es etwa 16000 Kubikmeter Wasserstoffgas enthaltenden
zallons sehr stark gelitten, ohne daß sie unmittelbar vom
zeuer berührt wurden. Der Holzkasten des Barographen
eigt eine starke Verkohlung, das Spiegelglas des Ane—
roids ist gesprungen, die Uhr, die im Moment der Kata—
trophe stehen geblieben ist, weist einen starken hlauen
Ansuf dor Stabsieite
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 14. Juni. Gestern kurz nach 12 Uhr
prang ein in den dreißiger Jahren stehender, gutgekleideter
Nann von der neuen Brücke ab in die Saar. Gegen 4
ühr wurde seine Leiche geländet. Die Leiche wurde als
in Bruder des Spediteurs Nuga. Schneider in Saarbrücken
erkannt.
Berlin, 13. Juni. 5 Personen wurden gestern beim
Zaden an verschiedenen Stellen vom Tode ereilt. In der
Oberspree ertrank ein 16jähriges Dienstmädchen, das mit
iner Freundin an einer verbotenen Stelle badete. — In
Tegel ertrank ein 24jähriger Mann, der sich aus einer
zchwimmanstalt in das offene Wasser hinaus gewagt hatte.
— In der Havel bei Hohen⸗-Neuendorf ertranken, zwei
Nechamker-Lehrlinge. Bei Erkner wurde ein Schwimmer
don einem Heẽrzschlage ereilt und ertrank. Auch mehrere
onstige Unfälle find zu verzeichnen, doch sind Versonen
»abei nicht umgekommen.
Berlin, 13. Juni. Das Militär-Luftschiff P. 2 unter—
ahm heute früh zur Fortsetzung der Versuche mit draht—
oser Telegraphie einen neuen Aufstieg. Es wurden wieder—
im drahtlose Verbindungen mit Nauen und Frankfurt a. O.
ergestellt. Nach einstündiger Fahrt erfolgte die Landung
uf dem Tegeler Schießplatz.
Berlin, 13. Juni. Das Abgeordnetenhaus genehmigte
eute die Sekundärbahn-Vorlage in dritter Lesung. Ein
zentrumsantrag auf Ausdehnung der gesetzlichen Vorschriften
iber die Bildung kommunaler Zweckverbände aller Provinzen
der Monarchie wurde angenonmen, während ein dazu
etellter freikonservativer Antrag auf Bildung eines Zweck—
serbandes Groß-Berlin der Gemeinde-Kommission über—
viesen wurde. Ein freisinniger Antrag betreffend gesetzliche
Neuregelung der Gleichstellung der Studierenden wurde
»instimmig angenommen. Morgen Petitionen.
Ahrweiler, 14. Juni. Das Hochwasser im Ahrtal
eimmt ungeheure Dimensionen an. Die Verwüstungen
ind furchtbar. Elf Steinbrücken für den Flußverkehr sind
ereits eingestürzt. Die Ahrtalbabn kann nicht mehr ver—
ehren, da die Eisenbahndämme unterspült sind und der
zinsturz weiterer Brücken zu befürchten ist. Das Tal
vischen Neuenahr und Neuwagen gleicht einem ungeheuren
zee. In Schuld sind mehrere Häuser wegageschwemm

vorden. Militär ist zur Hilfeleistung unterwegs. Weiter
chwere Regengüsse fallen beständig. Telegraph und Tele
hon in Walporzheim sind zerstört. Die Provinzialland
traßen im Ahrtal sind nicht mehr gangbar. Sie steher
in vielen Stellen bis zu einem Meter unter Wasser. De—
janze Kurpark bei Bad Neuenahr ist ebenfalls überschwemmi
Der Fuhrverkehr im Ahrtal wird auf Wochen hinaus un—
nöglich sein. Regierungspräsident Hövel-Koblenz ist in den
Ierschwemmuugsgebiet eingetroffen. Ob Verluste an
Menschenleben eingetreten sind, war bis jetzt nicht zu er
ahren. — Ein amtliches Telegramm aus Köln lautet dazu
Die Ahrtalbahn zwischen Walporzheim und Bümpelfeld is
eit heute früh 7 Uhr an mehreren Stellen infolge Hoch
dassers und Zerstörung einiger Bauwerke unterbrochen
die Aufrechterhaltung des Betriebs ist zur Zeit nur zwischer
deumagen und Walporzheim möglich. Die voraussichtlich
dauer der Sperrung ist uubestimmt.
Gelsenkirchen, 14. Juni. Die Zeche Konsoldation ha
viederuin infolge Einbruches eines Pfeilers ihre Opfe.
Jgefordert. Infolge Einbruchs eines Pfeiler stürzten Felsen—
nassen nieder, unter denen eine Anzahl Bergleute begraber
vurden. Den angestrengten Bergungsarbeiten der Rettungs—
nannschaften gelang es 2 lebend herauszubringen, von
enen einer schwer, der andere leicht verletzt ist. Drei
zergleute büßten das Leben ein.
Essen, 14. Juni. Auf der Zeche Emscher-Lippe wur—
»en 2 Bergleute verschüttet und getötet.
Breslau, 13. Juni. In dem D-Zug 101, der um
l Uhr 40 Min. in Breslau eintrifft, geriet am Sonnabend
wischen Sagan und Liegnitz bei der Station Modlau di
Decke in einem Nichtraucher-Koupee 2. Klasse in Brand
Der Zug wurde auf ein anderes Geleise übergesetzt und
zort das Feuer gelöscht. Mit einer Verspätung von 20
zis 35 Minuten konnte der Zug die Reise fortsetzen.
Berlin, 13. Juni. Aus dem Weg zum Rennplatz Hop—
egarten verlor gestern die dänische Gräfin Grothe eir
Diadem im Werle von 20000 Mark. — Eine 28 jährige
Arbeiteriu gestand, vor 3! /z Jahren ihr neugeborenes Kind
zleich nach der Geburt in grausamer Weise getötet zu haben
Berlin, 14. Juni. Dem „Berliner Tageblatt“ wird
herichtet: Die Zahl der im Ahrtal ertrunkenen Per—
onen wird auf 150 angegeben. 37 Leichen sind bereite
jelandet.
Berlin, 13. Juni. Die Vorexpedition nach Spitzbergen
»elche die Aufgabe hat, die Höflichkeit einer späteren ark
ischen Expedition mit Zeppelin Luftschiffen festzustellen
vird am 2. Juli d. Is. Kiel mit einem Dampfer verlassen
In Spitzbergen liegt der kleine holländische Eisdampfe—
Phönix“ zum Vorstoß in die Eisregion bereit. An diesen
vxpedition nehmen teil: Prinz Heinrich von Preußen, Gras
zeppelin, die Geheimräte Hergesell, Friedländer-Fuld, Le—
bdald und Miethe, die Professoren von Drygalsky, Reich
Hraf Zedtlitz-Trützschler, die Kapitänleutnants von Knesebec
und Hilners.
Berlin, 11 Juni. Gecch der argentenischen. sende.
jetzt auch die öresi danische Regierung Oifiziere zu ihren
Unterweisung bei dentschen Truppenteilen für eine Reih—
on Mona en nach Deutschiand. Es trefsen demnächst 26
brasilianische Ofsicicre hier ein, während Argentinien jähr
ich 15 sendet. Bei allen Offizieren wird großer Wer
auf die Kenn!nis der deutschen Sprache gelegt. Die Offi
ziere echalten vorher Unterr'cht in der genannten Sprache
müssen auch vorher hierrn eine Prüsung ablegen.
Fraukfurt, 13. Juni. Prinz Heinrich von Preuden
hat sür die nächstsen drei Jahre wiederum einen Preis
ir eine Tourenwagen-Kendurrenz gestiftet. De
Preis soll im nächsten Jahre zunächst in einer zwischt
dem Kaiserlichen Automobilklub und dem Royal Automo
bilklub zu veranstaltenden Konkurrenz bestritten werder
soll. Die Konlurrenz wird teils in Deutschland, teils in
England ausgefahren, und es soll sich daran jeder der
heiden Klubs mit 50 Wagen beteiligen. Eine Geschwin—
digkeitsprüfung findet nicht mehr statt. Der Preis fälli
nicht mehr an eine Person, sondern an einen der konkur—
rierenden Klubs
Friedrichshafen, 13. Juni. Der Kaiser vor
Oe sserre isch hat dem Grafen Zeppelin ein her;
iches Telegramm gesandt, in welchem der Monarch mit
eilt, daß Wien und seine Bewohner den Grasen nun
nehr im September zu bearüßen hoffen.
Homburg, 14. Juni. Bei der Prinz Heinrich-Fahri
un nächsten Jahr, die wie gemeldet, in England ender
oll, wird der Start in Homburg sein. Die Fahr
oll Anfangs Juni vor sich gehen, im Anschluß an die zr
dieser Zeit stattfindende Krönung des Könias von Eng
and.“
Biedenkopf, 13. Juni. Auf der Grube „Bruderbund
bei Siserfeld wurde der 18jährige Maurer Nischern vor
herabstürzendes Gestein erschlagen.
Paris, 14. Juni. In hiesigen diplomatishen Krei.
sen wird ernstlich von der Einberufung einer Londoner
Kreta⸗ßKonferenz gesprochen, um der drohenden
Gefahr eines türkisch-griechischen Konfliktes zu begegnen.
Paris, 14. Juni. Dem New-York Herald wird von
der Insel Rhodos gemeldet: Als in den letzten Tagen
ein Schiff der griechischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft
Pantaleone in Rhodos ankam und 1200 griechische und
talienische Flaggen ausschiffte, die bei Gelegenheit der
Ankunft des italienischen Geschwaders Verwendung fin—
den sollten, manifestierte die Bevölkerung von Samos.
Sie verlangte noch mehr griechische Flaggen und ferner,
unter die Souveränität von Griechenland gestellt und von
der türkischen Herrschaft befreit zu werden. Auf Ersuchen
des griechischen Kr'egsministers richtete der Gouverneur
der Insel eine Note an die ausländischen Konsuln au
Samos, in der erklärt wird, daß Samos aufhören wolle
eine Festung zu sein. Man hat die türkische Flagge vor
den Befestigungen eingezogen und die Artillerie nach Sa—
loniki zurückgeschick. Es ist eine Bürgergarde mob'lisiert
worden, welche im Falle eines Aufstandes oder eines be—
waffneten Eingreifens der Türkei die bedrohten Pimkte der
Insel besetzen wird.
Paris, 1. Juni. In Belfort wurden drei italieni—
sche Arbeiter, die seit einigen Monaten bei den Befestig—
ungsbauten beschäftigt waren, unter dem Verdacht der
Zpionage verhaftet. Man soill bei ihnen wichtige militä
rische Schriftstücke gefunden haben.
Romi, 14. Juni. Der „Osservatore Romano“ veröf—
entlicht folgende Note: Sobald der Heilige Stuhl die be—
timmie Nachricht von der bevorstehenden Veröffentlichung
ses in der „Gazetta de Madrid“ erschienenen königlichen
dekrets erhieit, eines Dekrets, das das Konkordat ver—
tzt, hat er nicht verfehlt, der spanischen Ręeiguv⸗ gnen
ormellen Protest zugehen zu lassen. ——
Wien, 13. Juni. Die Akten mit dem Urtei ge—
jsen Hofrichter sind, wie die Blätter melden, vom
dorpskommandanten dem Militärobergericht übermittel
vorden.
Sofia, 13. Juni. Der türkische Thronfol—
Jer ist hier eingetroffen. Spezielle politische Besprechun⸗
en sind im Programm nicht vorgesehen.
Montevideo, 13. Juni. Die Offiziere und Mann—
chaften, die den in Stettin gebauten Kreuzer „Uru—
uay“ nach Montevideso führen sollen. sind nach Europé
IN

Lissabon, 11. Juni „Seculo“ beschreibt in einem Tele—
zramm das schreckliche Schicksal von 17 Personen, die wäh
tend einer Fahrt auf dem Sambessi im portugiesischem
Bebiet von Haifischen aufgefressen wurden. Der Dampfer
„Duaro“ fuhr auf einen Felsen und füllte sich so schnell mit
Wasser, daß ie Besatzung, und die vier Passagiere, die sich
an VBord befanden, kaum Zeit hatten, sich zu retten. Si
sprangen in das einzige zur Verfügung stehende Boot, das
aber sofort kenterte. Sie sprangen daher alle ins Wasse
und versuchten schwimmend das Ufer zu erreichen Gleic
wurden sie von einer Menge Hayfische angegriffeu. Es
entstand ein furchtbarer Kampf in dem Wasser. Zivei por—
tugiesische Kanonenboote waren gleich zur Stelle aber auch
sie konnten nicht viel ausrichten, es gelang nur dem Kapi—
tän des Dampfers, einen Passagier und zwei Mann de—
Besatzung zu retten, die anderen siebzehn Personen wurden.
von Haifischen aufgefressen.
Lissabon, 13. Juni. In der Stadt GElasa slürzte eine
Terraffa ein, auf der 260 Personen Platz genommen hatten
als eine Prozession vorüberzog. Bisher sind 4 Tote und
32 mehr oder minder schwer Verletzte geborgen worden.
Paris, 14. Juni. Matin meldet aus Rom: Ueber die
Verhandlungen zwischen dem Vatikan und Deutschland be—
züglich der Enzyklika wird folgendes geweldet: Gestern
morgen gegen 11 Uhr wurde Graf Mühlberg vom Kardino
Merry del Val empfangen. Der Kardinalstaatssekretär ha—
»em preußischen Gesandten vorgeschlagen, um Deutschland
zenugtuung zu geben der Note des „Osservatore“ ein
iplomatische Form zu verleihen. Der preußische Gesandte
erklärte, daß seine Regierung sich mit einer solchen Lösunt
nicht zufrieden geben könne, da in der Note des „Osservatore
ein Bedauern ausgedrückt sei wegen des das protestantische
Deutschland beleidigenden Satzes. Die Note des „Osservatore
läßt im Gegenteil durchblicken, als habe Deutschland die
Enzyklika in falscher Weise aufgefaßt. Deutschland wünsche
daß in einem Wortlaut, welcher der augenblickliche Gegen⸗
stand der Beratungen bilde, der heilige Stuhl sein Bedauerr
ansdrücke. Herr von Mühlberg wurde gebeten, gesterr
gegen 6 Uhr wieder vorzusprechen, um eine Antwort des
heiligen Stuhles entgegenzunehmen. Die Antwort ist nur
bis morgen verschoben worden.
Calais, 14. Juni. Die angestellten Bergungsarbeiten
sind vergebens gewesen. Dr. Savidon, welcher in das
Unterseeboot gestiegen war, war sehr erstaunt festzustellen,
zaß die drei Leichen, welche er einige Stunden vorher ir
inem Ranme gesehen hatte, verschwunden waren. Mar
zlaubt, daß während der Flut die Leichen in einen anderr
Raum geschwemmt worden sind. Man prüft eingehend die
Frage, das Unterseeboot nach einem andern Teile des Ha—
fens zu schleppen, um eine Versandung zu verhindern.
Petersburg, 13. Juni. Ein hiesiges Blatt bringt die
Aufsehen erregende Meldung, daß der Fürst Chinsky, desser
Millisnen-Teflament der Garde-Kapitän Kolnjanljarskr
gefälscht hatte, nicht tot sei. Oginsky werde von seinen
Frau in einem Irrenhause versleckt gehalten. Die unten
dem Namen Oginsky beslattete Leiche foll jetzt exhumier
werden.
Newyork, 14. Juni. Auf dem Dache des „Metreo
Herald brach gestern ein riesiger Wasserbehälter durch und
durchschlug 4 Stockwerke des Gebändes. Viele Augestellter
wurden gelbtet sowie verletzt. Im Anschluß an den Durch
bruch brach ein Feuer aus. Die Zahl der Toten wird au
30 — 40 angegeben und die Zahl der Verletzten auf etwe
80 Personen. Durch das Niederstürzen des Wasserbehälters
und der Wassermassen durch die Stockwerke sind die Todes.
fälle und Verletzungen zurückzuführen nnd betrifft meis
Angestellte der Buchdruckerei und des Falzraumes.
Bekanntmachung.
Dem Heilgehilfen Fritz Franz, hier, Saarbrückerstr. 158
ist ein Hund (Farbe weiß mit schwarzen Flecken) zugelaufen
Der Eigentümer kann denselben gegen Erstattung der Futter—
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