Lindequist Dernburgs Erbe.
OHer nunmehrige Staatsselretär des Kolonialamtes v.
LZindequinsi ist, wie bereits erwähnt, am 3. Septem—
er 1862 geboten; er trat 1892 als Assessor in die Dienste
—AVVD
—Staqalssektetair v indedui
1bteilung und ging 1894 nach Windhuk, wo er ein Jahr
päter zum Stellvertreter des Landeshauptmanns ernannt
vurde. Im Mai 1907 wurde er als Unterstaatssekretär
n das s. Zt. neue begründete Kolonialamt berufen.
ααOO
Die Verhandlung im Baugewerbe.
die örtlichen Verhandlungen im Baugewerbe scheincn
n zahlreichen Städten erfolglos zu verlaufen; das im
Finigungsvertrag vorgesehene Schiedsgericht wird daher
oraus sichtlich stark in Anspruch genommen sein. — In
Ztraßburg sind die Verhandlungen an der Lohn—
uind Arbeitszeitirgae gescheitert, n Heilbronn an der
dohnfrage. Für die pfäszischen Lezirse Pirmasens,
zt. Ingbert und Zweibrücken ist in allen
zunkten mit Ausnahme der Lohnfrage eine Einigung
rzielt worden. In Köln ist über einen Vertrag, der für
ie Bezirke Köln, Bonn. Aachen, Düren, Sie—
erland und Gummersbach gelten soll, verhan—
elt worden; die Verhandlungen sollen am yntag fort—
efetzt werden; die Differenzen beziehen sis) hier eben—
alls auf die Lohnfrage.
αι ιMMPNP-2-2
Auf Vorposten gesallen.
Es ist ein undankbares Amt, das des Journalisten.
)as es oft auch gefährlich ist, und die kühnen Vorkcunper
der Kultur im Kampse ihr Leben lassen müssen, zeigt
ie folgende Nachricht aus Konstantinopel:
Das Blatt „Sedai Millet“ hat zu erscheinen aufge—
ört. Sein ermordeter Chefredakteur hat in einem hinter—
issenen Briese den Sachverhalt der an ihn ergangenen
Rrohung mit Tod einzehend geschildert und alle Anord—
ungen getroffen. Die Polizei verlangte von den Ange—
örigen die Herausgabe des Leichnams. Da diese abge—
ehnt wurde, nahm die Polizei mit Brachialgewalt da—
on Besitz. Gegen 150 Gendarmen wurden aufgeboten.
s lam hierbei zu erschütternden Szenen. Die Gendar—
ien bestatteten den Ermordeten auf kaiserlichen Befehl in
er Moschee des Sultans Mohammed; es sollten Kund—
ebungen ähnlich den vorjährigen bei der Leichenfeier des
thefredalteurs des „Serbesti“ vermieden werden.
Konstantinopel, 13. Juni. Der Mord an dem
hefredakteur Achmed Simon ruft ungeheuere Erregung
ervor, wie sie seit der Absetzung Abdul Hamids nicht
tehr wahrgenommen wurde. Die Junglürken siellen die
leilnahme an dem Verbrechen entschieden in Abrede. Der
ermordete war ein fanatischer Freund cines Bündnisses
er Türkei mit England, haßte jedoch die deutschfreund—
ichen Bestrebungen der Jungtürken. Die demokratische
zartei hat 53000 Frants Belohnung auf die Ergreifung
es Mörders ausgesetzt.
e ι
Unwetter.
In den letzten Tagen sind im In- wie Auslande
hwere Gewitter niedergegangen, wornder die Zeitungen
ast täglich berichten. Die heutigen vorhegenden Meldun—
en besagen folgendes:
* Elberfeld, 11. Juni. Schadengewitter.) Ein
ang aunhaltendes Gewitter mit wallnuzgroßen Hagelkör—
iern hat im Wippertal die Ernte schwer geschädigt. In
er Umgegend wurden mehrere Personen vom Blitz er—
hlagen.
*Bielefeld, 11. Juni. (Durch den Blitz getö—
et.) In Schröttinghausen wurden zwei Landleute auf
»em Felde vom Blitz erschlagen.
* Kempten, 11. Juni. (Wohbkenbruch.) Ein hef—
iger Wolkenbruch richtere bei Atusried großen Schaden
in. Einige Brücien wurden weggerissen vng weite Fel—
L überschwemm
„Dle GeFeder?“ rief der Sekretär.
„Ja, diese hier“, sagte der Assessor Herber und
jahm ein paar Federn aus einem Buͤchschen, das er in
er Tasche trug. „Und dann — es ist komisch — habe ich
noch eine Ihrer Gewohnheiten als sehr praktisch erkannt:
vas Schreiben mit dicken Rohrbaltern. Sehen Sie, solche
halter!“
Dabei griff er in die Brusttasche und holte einen
veraus. „Mit solchen schreiben Sie doch auch?“
„Allerdings, Herr Assessor!“ sagte der Sekretär, aber
s klang ganz anders als vorhin, viel weicher und freund⸗
1
Aes Dind Ste heute damit versehen oder darsf ich Iynen
aushelfen?“
Der Sekretär zögerte, seine W.nd: dem zurückgewiese—
ien Freier gegenüber stand auf dem Spiele, aber sen
Zlick war auf die G⸗Federn und auf den dicken Rohr—
halter gebannt.
„Sie sind sehr liebenswürdig“, sagte er. IIch habe
Federn und Halter nicht bei mir. Leider fehlt mir nun
uuch noch meine Brille; ich muß zusehen, ob ich hier im
Orte eine passende finde.“
„Eine Brille, hm!“ machte der Assessor. „Nun, es wäre
»in merlkwürdiger Zufall. Drüben in meinem Bureau liegt
naämlich eine die einer meiner Vorgänger liegen gelassen
—BR
„Ach“, rief der Selretär, „ich brauche eine ganz be—
sondere, nämlich konvere Brille, auf dem rechten Auge
Nummer 20, auf dem linken Nummer 24.“
Der Assessor entfernte sich sofort und kehrte gleich
darauf mit der Brille zurüch.
Der Sekretär probierte, was den Kassierer wieder zu
inigen krampfartigen Windungen veranlaßte.
„Nun, es ist nicht ganz genau meine Nummer, aber
s macht sich“, sagte Klattermann dann gut gelaunt; gleich
»arauf besann er sich aber und sagte etwas kühl: „Ich sage
zhnen meinen verbindlichsten Dank, Herr Assessorl“
Mit einer unnachahmlich feierlichen Amtsiniene be—
zjzann er darauf die Repision. während sich der Assessor
ntfernte.
Indessen sah der Amtsgerichtsrat in feinem Geschäfts—
immer eine Anzahl Kassenordres durch, die ihm der As—
essor Herber soeben überreicht hatte und die der Sekretär
benfalls revidieren sollte. Plötzlich stutzte er, und seine
nony Miaen 85 freumdlich Som rathnenn N
»Hannover, 11. Junt. Schweres Gewirrert
in überaus schweres Gewitter mit wolkenbruchartigem
tdegen und zeitweise Hagel entlud sich über die Stadt und
lmgebung. Da die Absflüsse die Regenmassen nicht auf
iehmen konnten, wurden die Straßen und Höse über
hwemmt. Das Wasser drang vielfach in die Keller und
Vohnhäuser. — Bei dem Gewitter schlug der Blitz ir
das Wohnhaus des Gärtners Fischer in Langenhagen
das gänzlich niederbrannte. Ein Knecht wurde vom Blit
rschlagen
Paris, 11. Juni. Infolge des heftigen Gewitter
egens ist der Vertehr auf der Eisendahnlinie bei Vallon
n⸗Sully (Dep. Allier) unterbrochen. Ein Zug enigleiste
drei Personen wurden getötet, mehrere andere wurder
»erletzt. — Im Departement Pas de Calais tötete eir
Zlitzstrahl fünf Personen.
*Moulin (Dep. Algier), 114. Juni. Ein furqchibaren
zewittersturm hat die Umgebung von Moulin heimge
ucht und große Verheerungen im ganzen Gebiet angerich
et. Viele Flüsse und Bäche sind aus den Usern getreten
ind haben die Keller der Häuser unter Wasser gesest.
zine über den Kanal von Berry führende eiserne Brücke
vurde von den Fluten weggerissen und der Kanal selbs'
st infolge des Bruches eines Wasserwehres überschwemmt.
die niedriger gelegenen Teile der Ortschaft Neris les
zZains stehen unter Wasser. Aus Mont Lucon sind Trup—
en zur Hilfeleistung eingetroffen
—WBkeéAßhecäWeà,“fftht—
der neue Rettungshelm für englische
Unterseeboot Mannschaften.
Der Apparat besteht aus einer Art Taucherausrüst—
ing von sehr geringem Gewicht. Es ist ein Helm, dem
ch nur eine wasserdichte Bluse anschließt, sodaß die
Nannschaften imsiande sind, sich schneili und ohne jede
deitere Hilfe damit zu betleiden. Eine Blechbüchse, die
ine Substanz „Oxrilit'“ genannt, liefert in den Apparat
ingeschlossenen Matrosen während einer Stunde atmungs—
ihige Lust. Mit diesen Hermen ausgerüstet, kann die
RNannschaft eines gesunkenen Bootes die nach außen füh—
ende Klappe öffnen, und nachdem sich das Boot mit
Kasser gefiillt hat. den NAusgang suchen, von wo aus
bu
a
J ν αιαιινι
,)» α ——
»dermann mittels der in dem Apparat befindlichen Lust
»ie ein Korken an die Nieeresoberfläche befördert wird.
zetzt kann er die Luft in die Bluse zurückdrängen und
en Verbindungsschlauch zwischen Bluse und Helm schlie—
en. Die Bluse bildet dann einen Rettungsgürtel und
te Glaskappe an dem Helm kann geöffnet werden, um
Schiffhrüchigen ein freieres Aftmien zu gdestatten
Sozialpolitische Rundschau.
Ferien für die Arbeitnehmer! Professor Mosse
zat, wie er in der „Halbmonatsschrift für soziale Hygiene
ind Medizin“ (Berlin) mitteilt, eine Untersuchung über
iie Erfahrungen beim Sommerurlaub der Arbeiter ange—
eilt, aus deren Ergebnissen wir mitteilen:
Daß den Arbeitern eine richtig angewendete Erhol—
ingspause in sanitärer Beziehung förderlich ist und ihre
:4higfeit hebt. dürfte ausker Frage stehen Mi⸗
s heraus schauten, durchflogen ein rofafarbtnes Papier,
das sich unter den anderen befand. Es war ein Brieichen
d lIloufete;
„Liebster Arthur!
Morgen revidiert Papa dort. Ich packe aus Ver—
ehen (Du verstehst wohl?) seine Schreibmaterialien und
ßrille nicht in de Reisetasche. Versieh Dich daher mit
-Federn und einem dicken Rohrhalter, auch für eine
zrille Nummer 24 kannst Du sorgen. Vielleicht machst
zu Dich bei ihm beltebt, wenn Du ihm aus der Ver—
»genheit hilsst.
In Eile mit tausend Küssen Deine Beriha.
Nachschrift. Papa braucht zwar 20 und 24, aber es
zarf nicht zu sehr auffallen.“
Schmunzelnd hielt der Amtsgerichtsrat das zarte
Iriefchen in der Hand und sprach vor sich: „Habe
sir schon immer so etwas gedacht, na warte!“ Hietauf
rhob er sich. 2
„Herr Assessor, darf ich einen Augenblick bitten?“
Hier unter diesen Papleden“, begann dir Amtsge—
ichtsrat ernst, „finde ich ein Schriststüch von demokratisch—
otem Papier, dessen Inhalt auf geheime Verbindungen
inweist und also geaen 8 128 des Strafgesekbuches per⸗
tößt.“ —
Der Assessor sah den Brief und wurde dunkelrot. Er
nachte den Versuch, sich zu entschuldigen, doch der Radt
interbrach ihn. „Bitte, machen Sie sich keine Schwiertg⸗
eiten!“ sagte er freundlich. „Ich sehe schon, wie der Hase
äuft. Wenn es Ihnen nicht unlieb ist, will ich mit met
ier schwachen Kraft auch dazu beitragen, den Herrn Sek—
etär umzustimmen. Was hat er denn übrigens, wenn die
Frage gestattet ist, gegen diese Verbindung?“
„Er fürchtet, daß er einmal in die Lage kommen
ünnte, mich als seinen Vorgesetzten ansehen zu müssen;
in diese Idee hat er sich förmlich verrannt.“
„Sie ist also gewissermaßen sein geistiges Hühnerauge,
uf das man nicht treten darf“, lächelte der Gerichtsrat.“
ich bitte Sie heute zu Tische, Herr Assessor, der gestrenge
derr Sekretär kommt auch, Eine Wahrheit kann ich übri—
zens nicht unterdrücken; wenn die jungen Mödchen alle
»ie Tausende von Küssen, die sie in ihren Briefen zu ver⸗
enden pflegen, praktisch verwirklichen sollten, dann wär—
er Nippentrampf ein sehr yerhreitetcs Leiken
aAtgeteilt wird, ift es jedoch bisweilen nicht die wun—
henswerte Ausspannung, worauf es den Arbeitein an—
amint; es sind Fälle bekannt gewworden, wo die Arbeiter
ur aufs die Aus;zahlung des ihnen ohne Arbeit gewähr
zm Lohnes Wert gelegt, auf den Urlaub selbst aber ver
ichtet und gegen besondere Lohnzahlung weiter gearbei—
et haben. Ueber die hisherige Wirkung der Urlanbsge
dährung auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und
nehmer sind nach den uns gewordenen Mitteilungen in
en einzelnen Betrieben verschiedene Ersahrungen gemacht
vworden. Auf der einen Seite wird die Auffassung ver—
reten, daß das Interesse, welches die Arbeitgeber durc
ßewährung des Urlaubs den Arbeitern gegenüber ge
zeiat haben, in keiner Weise eine freundlichere Stimmuß,
bei den Arbeitern erzengt, auch nicht die Schroffheit ihres
Auftretens bei Forderungen von Lohnerhöhungen gemil—
»ert habe. Auf der anderen Seite findet sich dagegen die
Ansicht, daß das Entgegenkommen der Arbeitgeber von
»en Arbeitnehmern doch wohl gewürdigt werde. Das Ver—
»alten der Arbeiter gegenüber den Arbeitgebern sei das
zrodukt einer Fülle von Ursachen. Daher lasse sich na—
irgemäß die Art der Einwirkung einer einzigen Ursache
die der Sommerurlaub, nicht mit Sicherheit feststellen
zeimmerhin könnte man nicht daran zweifeln, daß der
zommerurlaub eine wohltätige Wirkung ausübe, und
»aß er, auch unter dem Gesichtspunkt des Arbeitgebervor—
eils betrachtet. kein vergebliches Opfier bedeute
Das Allensteiner Drama.
Die Verteidigung beantragt, den Psychiater Dr. von
Schrenck Notziing aus Muünchen zu laden, der mil
der Erteilung eines Gutachtens über den Geisteszustand
dauptmanns von Göben betraut war und dem dieser ei—
ien tiefen Einblick in sein SeeLenleben gewährt habe. Das
Sericht beschließt demgemäß.
Es wird sodann die VBernehmung der An—
Jeklagten fortgesetzt. Vors.: Nun ist Göben wieder
im 1. Januar vernommen worden. Es war das eine
ehr eingehende Vernehmung. — Auf Antrag wird dieses
Lrotokoll verleken. in dem Herr von Göben angibt, Frap
on Schoͤnebeck habe von dem Mord gewußt, er habe ihr
ie Absicht vorher mitgeteilt, und zwar habe er es ihr
inter dem Tannenbaum gelobt. Deshalb habe er die Ta
usgeführt. — Vors.: Göben behauptet also, die Tat se
eplant gewesen. — Angekl.: Ich bestreite das. — Vors.
zöben sagt, ich habe den Enischluß selbst gefaßt, aber ich
iin zu dem Entschluß gekommen durch die Klagen vor
zrau von Schönebeck. — Angekl.: Göben fängt hier an
ich auszureden und alles auf mich zu schieben. Das
nuß man deutlich herauslesen. Er will sich decken und
nich hineinbringen. — Vors.: Dann sagt er, Sie hätten
hm Beihilfe geleistet dadurch, daß Sie den Hund mi
tach oben genommen hätten. — Angekl.: Der ander
dund, der unten war, war doch viel gefährlicher. — Ver
eidiger: Weshalb hat denn Göben den Major v. Schöne—
beck nicht auf der Jagd getötet? Diese Jagd war doch
verabredet. Er hat ja auch den Major am nächsten Mor⸗
gen zur Jagd abholen wollen. — Vors.: Meiner Mein
ung nach hatte er es deshalb nicht getan, weil man dann
die Leiche im Walde gefunden hätte und der Verdacht so—
fort auf Göben gefallen wäre. — Angekl.: Göben wider—
pricht sich ja immerzu. — Vors.: Gewiß, aber versetzen
Sie sich auch in die Lage des Mannes. Er hatte in
Ehren die Uniform getragen und saß wegen dieser Tal
im Gefängnis. Da ist man auch Stimmungen unterwor—
sen. Selbstverständlich ersaßt einen da Depression. —
Verteidiger: Es war aber doch nicht anständig, die Frau
zu belasten. — Vors.: Wir wollen nicht über ihn rich
len; das Spiel war verloren. für ihn, die Karten waren
ihm aus der Hand geschlagen. Er hätte ja wissen müs
sen, was er zu tun hatte, aber wir haben über sein Ver
sJalten nicht zu richten. Ein Zusammientrefsen auf der
Jagd wurde ja durch die Lügen der Angeklagten ständig
Atertrieben. — Angetl.: Das ist richtig. Ich sagte, mein
Uaun war nicht allein auf der Jagd, trotzdem er wie—
derholt allein war.
α
Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 13. Juni.
Personalnachrichten. Die Schulamtsbewerberin Frl
Bernardi ist an eine im Gemeindeschulbereich von Dudwei—
ser offene Lehrerinnenstelle berufen worden.
Vom Wetter. Nach dem wir Ende Mai und Anfaug
Juni schönes Wetter gehabt, scheint uns jetzt eine Regen—
periode beschieden zu sein.“ In den Wiesen liegt viel Fulter,
das nicht eingebracht werden kann, wenn die liebe Sonne
nicht bald ein Einsehen hat. Samstag und Sonntag regnete
s fast immer — heute scheint es üherhaupt nicht aufhören
u wollen!
Civilstand der Bürgermeisterei Dudweiler vom 1. bis
10. Juni 1919. Geburten. Karl Paul, S. v. Matth.
Flesch, Hüttenarb. Kath., T. v. Adolf Zimmer, Bgm., H.
LChristian, S. v. Christian Reichelt, Fabrikarb. Hermann
Heinrtch, S. v. Franz Hahn, Bgm. Kath., T. v. Jatobh
Butz 2. Bgm., H. Adolf Heinrich, S. v. Ludwig Roth
Bgin. Ernst, S. v. Matth. Hektor, Bgm. Maria Kath
T. v. Joh. Meier 3. Bgim. Anna Elisabeth, T. v. Jot
Meber, Kaufnen Mirt Lnise T. v. Karl Giefer Na—
An der gastlichen Tafel des Gerichtsrats trasen,
die Parteien. Der Assessor war die Liebenswürdigkett und
Zudorkommenheit selbst, der Gastgeber zog alle Saiten sei—
ter Jovialität auf, und selbst seine inzwifchen eingeweiht«
Battin arbeitete mit so klugem Takte an dem reservierter
Wesen des pedantischen alten Herrn, daß er all seine Zu
eknöpftheit ganz vergaß, und als nun der Herr Rat einen
Toast auf das „Was wir lieben!“ ausbrachte, da wurde
zer letzte Rest von Widerstand des Herrn Klattermann
iberwunden und der entzüdte Assessor als beängstigter Be—
verber um das hübsche Bertchen jubelnd prollamiert.
Später, als Herr Klattermann in animierter Laund
mit der Gattin des Gerichtsrats plauderte, nahm der Wir!
des Hauses den Assessor in ein Nebenzimmer.
„Nochmals wünsche ich Ihnen Glüd“', sagte er. „Der
Alte war ja ein bischen zähe, aber wie es scheint, hatten
Sie schon gut vorgearbeitet mit der G-Feder —“
„Und dem dicken Rohrhalter“. füate Herber lächelnd
dinzu. — —
„Aber nichts geht doch über Weiberlist!“ fuhr der
Amtsgerichtsrat fort. Der alte Ordnungsfanatiker würde
übrigens kein übles Gesicht gemacht haben, wenn er das
rosa Brieflein unter den Ka 3 gefunden hätte.“
Meine Aufregung —“ fic. er ein.
Leicht begreiflicht Aber dies Versehen wärei.
Sie vielleicht noch nicht so schnell zum Ziele gekommen
trotz der G-Feder und des dicken Rohrhalters!“
Humoristische Ecke
*Unter Freundinnen. „Denke Dir nur, auf
dem Wege hierher hat mich ein Herr fortwährend ver—
folgt!“ — „Das ist bei der mangelhaften Beleuchtuna die
ser Gegend begreiflich.“
*Im Hausflur. „DSie gnädige Frau läßt Ihner
‚agen, sie sei nicht zu Hause.“ — „Und ich lasse der gnä
digen Frau sagen, ich sei gar nicht hier gewesen.“
*—Moderne Verkehrsmittel. „Habt Ihr
heuer schon Fremde?“ — „Ja, und alle nobel!“ — „San
s' mit'm Auto kemma?“ — „No' nobler, de san vom Bal
lon abig'fallen!“
*O wehl Vater (zur Wirtin seines Musik sindieren
sen Sohnes): „Sagen Sie mal, spielt denn mein Sohr
uch fleißig?“ — Wirtin: „Na, und ob — er ist bloß eir
dechhoogel — —«»r vorsiert meiftense!“
J. Alopysius, S. v. Jak. Jank, Bgim. Paul, S. v. Jat
Woll, Bahnarb., J. Maria Kath., T. v. Johann Wirth
Bgm. Friedrich, S. v. Aug. Hepp, Grubenklempner, H
Heinrich, S. v. Josef Schell, Bgem. Ewald, S. v. Edmun
Reichrath, Bgm. Gustav Heinrich Franz Ferdinand Artur
S. v. Gustav Schaumann, Kaufmann, Homberg-Baden
Johaun, S. v. Philipp Faul, Bgm. Karl, S. v. Jako
Kraft, Bgm. Wilhelm und Josef, Zwillinge von Wilh
Flesch, Bgm., F. Felix Peter, S. v. Johann Kasper 4.
Bgm. Heiraten. Jakob Büch, Bgm., mit Elis—
Krämer. Rudolf Heidt, Schlosser, mit Kath. Birk. Johanr
Serf, Bgm., mit Maria Kasper. August Holzer Bgm., mi
Magdalena Meisberger. Nikol. Augustin, Bgm., mi
Marg. Jost, Näherin. Simon Prowileitis, Bgm., mit Ann«
Brzenk. Sterbefälle. Else Boost, 4 M. a. Paulin
Griß, 3 Wochen a. Heinrich Schug, Bgim., 14 J. alt, F
Flach Johann Ehefrau, 62 J. a., H. Otto Stragand,
J. a., F. August Thirry, 8 W. a., H. Heinrich Nenu,
J. a. Jakob Staub, ps. Bam., v6b J. a. Frieda Paulus
12 J. a., H.
Arbeitsnachweis im Ruhrrevier. Der im Verbi
1909 beschlossene Arbeitsnachweis des Zechenverbandes
gegen den in einem Teile der Presse seinerzeit so vielfach
mit einseitigen und folschen Nachrichten operiert und de—
als die unerhörteste Gewalttat, als Verbrechen, Tyranne
und ähnliches verschrien wurde, hat, wie der Bericht des
Verbandes konstatiert, seit seinem Inkrafttreten regelmäßig
und ruhig funktioniert. Nach wie vor ist der Zechenver
band grundsätzlich der Aberzeugung, mit diesem Arbeits
weis den Weg beschritten zu haben, der der beste ist für
die gemeinsamen Interessen von Arbeitgebern und Arbeit—
nehmern. Er sagte in seinem Bericht: „Wir sind über—
zeugt, daß wir mit einem paritätischen Arbeitsnachweis
noch weit bösere Erfahrungen machen werden, als wir sie
bereits mit andern bei uns bestehenden paritätischen Insti—
tutionen, der Knappschaft, der Berggewerbgerichten und den
Arbeiterausschüssen, gemacht werden. Ebensowenig wi—
vor den Toren dieser partiätischen Institutionen der politisch
dampf und der ständige Konkurrenzkampf zwischen den
„Christlichen“ und dem sozialdemokratischen „Alten Verband“
Zalt gemacht hat, ebensowenig wird er nach unserer fester
Uberzcugung Halt machen vor den Toren eines paritätischen
Arbeitsnachweises.“ Sehr bezeichnend ist jedenfalls, daf
die bei der Eröfsnung des Arbeitsnachweises betrieben
überaus gehässige und leidenschaftliche Agitation; seithe
fast völlig verschwunden ist. Das ist wohl der beste Be
weis, daß diesem Arbeitsnachweis die Mängel und Schäden
nicht anhaften, die ihm in der sozialdemokratischen Presse
nachgesagt werden, daß er vielmehr, hierin eine Zweckbe—
stimmung durchaus erflillend, das geeignete Mittel ist, in
dem Arbeitsverhältnis zwischen Unternehmertum und Ar—
beiterschast den beiderseitigen Bedürfnissen und Interesse,
gerecht zu werden.
Wie soll man im Sommer trinken? Meistens trink
man Selterswasser oder andere stark kohlensäurehaltige
Getränke und glaubt, daß man dadurch erfrischt und ge—
stärkt werde. Das ist nur scheinbar der Fall, denn ge—
wöhnlich tritt einige Zeit nach dem Genusse die Erschlaffung
wieder ein. Die Schuld daran trägt die Kohlensäure des
Getränkes. Denn Kohlensäure ist ein Stoff, den der
menschliche Körper durch die Atmung sa schnell als möglich
los zu werden suchen muß, da sie ein Gift für ihn ist. Mar
sollte die Kohlensäure nicht noch künstlich dem Blute zu
führen. Sportsleute vermeiden daher auch den Gebrauch
von kohlensäurehaltigen Getränken bei ihren UÜbungen.
Was soll man denn aber trinken? Von Alsers her
erfreuen sich die Limonaden großer Beliebtheit, nur war
darin die Answahl eine geringe und die Selbstherstellung
der Limonade-Sirupe war' zeitraubend und umständlich
Hierin ist Wandel geschehen durch die Dr. Mellinghoff—
Limonade-Sirup-Essenzen der durch ihre beliebten Cognac—
u. Likör-Essenzenfabrik Dr. Millinghoff u. Co. zu Bückeburg
Man kann damit einfach und schnell blitzblanke Limonaden
Sirupe selbst herstellen, mit Ananas, Citronen, Apfelsinen
Erdbeer, Himbeer, Kirsch, Honig, Ingwer, Pomeranzen
Waldmeister ꝛc. Geschmack, die reinste Wein- und Frucht—
fäuren enthalten und in jeder Beziehung wohlbekömmlick
und erfrischend sind. Ein Pfund Limonade⸗Sirup stellt sich
auf 40 bis 60 Pfg. und reicht für ca. 30 Gläser Limonade
Saarbrücken, 12. Juni. Herr Oberleutnant Fischer
der Kommandeur des Landwehr-Bezirkskommandos Saar
hrücken, hat infolge andauernder Krankheit seinen Abschie
eingereicht. Herr Hauptmann Heß wird denselben vertreten
Saarbrücken, 11. Inni. Der Ein- und Ausbreche“
Kannengießer, der am Dienstag nachmittag während de—
schweren Gewitters durch Eindrücken des Daches vom Ge—
ängniswagen entflohen ist, hat sich nicht lange der Frei—
zeit erfreuen können. Der Flüchtling wurde am Donners—
ag gegen Abend am Gersweiler Walde von dem Gendarmer
»on Gersweiler erkannt und festgenommen. Er trug noe
no Stratunaskleidung. K. wurde am selben Abend
zuunder miu — —— dein a
mein Junge?“ — „Mein Papa? — RechtßZanwalt.“ —
Herr: „Weißt du dann auch, was das ist, ein Rechtsan
walt?“ — O ia — der gibt Verhrechern recht.“
Gugend.)
„Wahre Geschichten.“ Die Elst er ließ allt
Singvbögel des Waldes zu sich kommen und lehrte sie das
sympathische Lied: „Ueb' immer Treu und Redlichkeit.“
—Der Laubfrosch saß betrübt am Rande des
Sumpfes und beklagte sich bitter über die unausstehlick
lästige Mückenplage.
Der Fuchs versammelte alle Raubtiere um sich und
dredigte ihnen, daß die vegetarische Lebensweise die ein—
zig richtige sei.
Auf der zweiten Friedenskonferenz im Haeg beantregi
England, daß alle Nöltker ihre Flotten acruͤsten sollen
Im zoologischern Garten. Aufseher: Hier
meine Herrschaften, sehen Sie den Clesarden, seine Weg
hat in Indien gestanden! — Herr: Um Gotces wilen
was muß das 'n Kasten gewesen se'n!
Stoßseufzer. Ich lebse so behaglich, und nun
muß mir diese fatale Familiengeschichte dazwischen som
men!“ — „Was denn für eine saale Familiengeschichte?
— Na, meine Hochzeit!“
Von einem zum andern. Nachtwächter
„Wissen Sie denn überhaupt, wo Sie wohnen?“ — Be
trunkener (lallend): „Lassens mich nur; noch vier Later
nenpfähl' — dann bin ich zu Haus!“
(Lustige Blätter.)
Am Stammtisch. Huber: „Ich ärgere mic
scheußlich über meine rote Nase, sie wird von Jahr z3
Jahr schlimmer.“ — Müller: „Ja, ja, mein Lieber —
es heißt eben jetzt so nach und nach Farbe bekennen.“
Moralische Verpflichtung. ‚„Warum be
hältst du denn dein neues Mädchen, wenn es so unge
schicht ist?“ — „Aus Dankbarkei, ... es hat mir vorig
Woche auf mein unmodernes Kleid die aganze Sauce ge—
schüttet.“
—NHMebhlnerlogik, Oberkellner: „Der Gast hat ent—
schieden zuviel Bier, also darf ich ihm aana aut etwos
aupiel aufrechnen?