Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 9. Juni.
Die Sozialdemokratie macht bereits für die kommen—
n Reichstägswahlen mobil, und natürltch bildet die Wahl—
ichtsreform in Preußen ein Hauptstück in der wüsten
igitation. Ein neuer Aufruf ist an die Arbeiter und
zärteigenossen unter dem heutigen Tage erschienen, der an
Lildheit der Sprache alles übertrifft, und das will viel
gen, was die sozialdemokratische Parteileitung bis jetzt
eistet hat. Die größeren Städte mit industrieller und
enstiger Arbeiterbebölkerung glaubt die Sozialdemokratie
cher für sich zu haben, und so geht jetzt erneut ein drin—
euder Apell an die Agitatoren, die bezahlten und unbe—
chlten, sich auf das platte Land zu werfen. Es heißt da:
Heht hinaus aufs Land und werbt in Häusern und
ütten, unter den Männern und Frauen neue Kämpfer,
icht nur für die Eroberung des Allgemeinen, gleichen, ge—
eimen und direkten Wahlrechts für alle über 20 Jahre
lten Staatsbürger und Staatsbürgerinnen, sondern auch
ir unser großes Ziel: die Befreiung der Menschheit aus
xlend und Not, aus politischer und geistiger Knechischafte!“
die politisch gereiften Führer, die derartiges schreiben,
bissen ganz genau, daß es selbst in einenm sozialdemokra—
ischen Staate unerfüllbare Forderungen sind, die sie in
ezug auf das Wahlrecht stellen, wie sie auch genau wissen
aß es Lug und Trug ist, wenn sie von einer „Befreiung
er Menschheit“ durch die Sozialdemokratie reden und
hreiben. Die Führer kennen die unreifen Elemente, die
icht zu zügeln, aber am schnellsten zu verhetzen und zu
nbedachten Handlungen zu reizen sind. Man muß sich
ur fragen, wie lange die Geduld der bürgerlichen Par⸗
eien währen wird! Was die sozialdemokratifchen Führer
inter „Befreiung“ verstehen, das erlebt man täglich tausend—
ach in der Terrorisierung und dem ungeheuren Zwange,
er gegenüber den Arbeitern, den organisierten wie nicht⸗
xganisierten, ausgeübt wird. Da gibt es keine freie
degung, keine freie Handlung; nur das darf geschehen,
oas die Parteihäupter wollen. Aber die große Masse
ermag sich kein klares Bild von dieser Wahrheit zu machen,
ind diejenigen, die berufen wären, mitzuwirken au der auf⸗
lärenden Arbeit unter den Massen, bekämpfen sich unter—
inander um ein Linsengericht und lassen den gemeinsamen
zeind bis ins Riesenhafte anwachsen.
über unsere gewaltigen sozialpolitischen Leistungen
itnehmen wir dem Geschäflsberichte des Reichsversicherungs—
mtes für das Jahr 1909 folgendes: Zurzeit sind gegen
infall versichert über 27 Millionen Personen. Im Betriebs—
ahre belief sich die Zahl aller angemeldeten Unfälle auf
553 000, die der erstmalig Entschädigten auf 136 000.
henten wurden gezahlt über 162 Millionen M. Die Ent—
chädigung aus der Invalidenversicherung im Jahre 1909,
iuschueßlich des Reichszuschusses sind auf etwa 190 Mill.
Nark zu schätzen. In den ersten 18 Jahren des Bestehens
er Versicherung überhaupt sind Entschädigungen im Be—
rage von mehr als Jeinhalb Milliarden gezahlt worden.
der unbestreitbare Rückgang nicht nur der Sterblichkeit an
cuberkulose, sondern auch der Verbreitung dieser Seuche
it zum großen Teil auf die Heilstättenbehandlung zurück—
ufuͤhren. Der Gesamtertrag, der von den Versicherungs⸗
räägern bis zum 31. Dezember 1909 für gemeinnütze Zwecke
ufgewandten Mittel beläuft sich auf rund 829 Millionen
Nark gegen 729 Ende 1908, also im Jahre 1909 100
Nillionen mehr. Die Zahlen zeigen die gewaltige Be—
eutung unserer Volksversicherung.
Die Fördermaschinisten beim Handelsminister. Dem
zördermäschinistenverein ist die Audierz, welche vom Vor—
jand des Vereins nachgesucht wurde, vom Herrn Minister
ür Handel und Gewerbs Erzellenz Dr. Sydow, genehmigt
vorden und zwar für Donnerstag, 16. Juni, vormittags
O Uhr. Es fahren dazu hin der Vorsitzende Weiß und
er Schriftführer des Vereins, P. Schneider.
Der 11. Allgemeine deutsche Bergmannstag in
lachen findet am 1., 2., und 3. September statt. Als
Nitglied an dem Deutschen Bergmannstage teilzunehmen
t berechtigt, wer im Deutschen Reiche sich wissenschaftlich
der ausübend mit dem Berg- und Hüttenwesen beschästigt.
Veteranen-Beihilfen. Wie in parlamentarischen Krei⸗
en verlautet, beabsichtigt die Regierung, dem Reichstag im
ommenden Herbst einen neuen Gesetzentwurf vorzulegen,
er allen Kriegsveteranen, die das Alter von 65 Jahren
rreicht haben und nicht mehr als 900 Mark jährlich Ein⸗
ommen beziehen, eine Jahresbeihilfe von 120 Mark ge—
vähren will. Der Entwurf soll aber nur dann eingebracht
verden, wenn das Wertzuwachssteuergesetz in einer einiger—
iaßen befriedigenden Form zur Erledigung gelangt. Die
Kehrsteuer lehnt die Regierung nach wie vor ab
Zum Kampf im Baugewerbe. Die Aussperrung
auert zwar vorläufig fort; in Arbeitgeberkreisen wird je⸗
och angenomnmen, daß die nunmehr beginnenden örtlichen
Zerhandlungen keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bieten
ind zu einem raschen Abschluß gelangen werden. Die
Zauarbeiter haben infolge der Ausfperrung bis jetzt einen
ohnausfall von 30 bis 33 Millionen Mark gehabt, wovon
twa 22 bis 24 Millionen auf die Organisierten entfallen.
der Kampffonds der Arbeiterorganisationen belief sich ein—
chließlich der während der Aussperrung eingegangenen
ẽxtrabeilräge und Sammelgelder auf höchstens 8 bis 9
Millionen Mark, während an Streikunterstützungen etwa
d Millionen Mark aufzubringen waren. Wenn also die
Interstützungen unverküürzt ausbezahlt wurden, muß nach
Ansicht der Arbeitgeber der Kampffonds vollständig erschöpft
ind außerdem noch mit erheblichen Passiven belastet sein.
Trotzdem ist im Arbeitgeberverband die Absicht vorhanden,
iese Situation nicht auszunützen, sondern im Interefse eines
»auernden Friedens billigen Forderungen der Arheiter ge—
echt zu werden.
Einen Ausflug veranstaltet der Jungliberale Verein
Zaarbrucken unter Beteilgung der Vereine Dudweiler, Hüh—
ierfeld, Neunkirchen, Wiebelskirchen, Scheidt und St. Ing—
ert ain Sonntag den 12. Juni nach Schnappach. Sam—
nelpunkt Sulzbach, von wo Abmarsch 3.10 Uhr nach
z„chnappach erfolgt. Dortselbst gemütliches Zusammensein
n Buchenwalde bei der Wirtschaft Oswald.
Ensemble Bräuning. Wie uns soeben mitgeteilt wird,
offnet Herr Theaterdirektor Bräuning seine Theatersaison
mehiesigen Platze am 1. Juli. In dem Spielplan sind
olgende Novitäten aufgenommen: „Die Dollarprinzessin“
— „Standesehre“ — „Der große Komet“ und „Der
doppelmensch“. Wir wünschen dem tadellosen Unter—
ehmen den bestmöglichsten Erfolg und gehen wohl nicht
ehl, wenn wir der Hoffnung hiermit Ausdruck verleihen,
as die vielen Freunde und Bekannien des alten, beliebten
Theaterdirektors sich sämtlich vereinigen werden, um das
luͤternehmen nach Kräften zu unterstützen.
Sadarbrücken, 8. Juni. Der berüchtigte Einbrecher
dannegießer wieder entkommen. Vor 14 Tagen meldeten
dir, daß der Kriminalbeamte Heß den seit langer Zeit
esuchten Einbrecher Kannegießer auf der Straße erkannte
ind ihn verhaften konnte. Kannegießer wurde inzwischen
ach Köln und Metz überführt, wo er vegen verübter
ever Einbrüche zu mehreren Jahren Ruchthaus verur—
lt wurde. Gestern wurde er auch hier zu 8 Jahren
zuchthaus verurteilt. Als er dann nach beendeter Ge—
chtsverhandlung gegen 5 Uhr von der Gerichtsverhandlung im
zefangenenwagen vom Gerichtsgebäude ins Gefängnis zu—
icktrausportiert werden sollte, fand K. Gelegenheit zu
utkommen. Als draußen der Regen schwer klatschend auf
ie Straßen überflutet und hoch droben der Donner rollte,
eückte Kannegießer in der Mezerstraße die Decke des Ge—
angenenwagens ein, zog sich an der Seitenwand empor
d kletterte auf das Dach. Mit einem flinken Satze muß
r dann aus die Straße gesprungen sein, denn es ist beinahe
ätselhast, daß seine Flucht ganz unbegchtet blieb. Sa hat
ie „Gerechtigkeit“ wohl wieder das Nachsehen. (Sbr. Lklanz.)
Saarbrücken, 6. Juni. Wegen Totschlages verurteilte
m 4. April d. Is. das Schwurgericht Saarbrücken den
zchmied Peter Ludwig aus Büren zu 10 Jahren Zucht⸗
aus. Dieses Urteil wurde aber vom Reichsgericht, zu
eipzig in der heutigen Revisionsverhandlung wegen eines
»rinalen Verstoßes aufgehoben. Als der Geschworenen—
»ruch verkündet worden war, zeigte es sich, daß versehntlich
ie Stimmenzahl nicht angegeben worden war. Es tra
eshalb das Berichtigungsverfahren ein und die Geschwor—
nen mußten nochmals beraten. Bei der zweiten Verkün—
zung des Geschworenenspruchs wurde nun vergessen die
Vorte „auf Ehre und Gewissfen“ mit zu verlesen. Das
kKeichsgericht erblickte hierin einen wesenttichen Mangel und
sob auf die Revision des Angeklagten das Urteil auf.
Saarbrücken, 8. Juni. Durchgegangen ist am Montag
»er Frseurlehrling Christian R. Der Lehrling wurde mor—
ensum 10 Uhr don seinem Lehrherrn Peter Feuersteir
mit dem Possbach und 145 Mark zur Post gesandt, um
das Geltd einzuzahlen; er lieferte das Geld nicht ab
ondern hat mit dein Geld das Weite gesucht. Diesen Plar
nuß er schon lange mit sich getragen haben, denn er hatte
chon einige Tge vorher den Fahrplan eisrig sludiert, um
ei Belegenheit sein Vorhaben zur Ausführung zu bringen.
der Leheherr wurde schon öfter an Geld und Weren be⸗
lohlen, ohne jedoch seinen Lehrling im Verdachte zu haben.
der Lehrling ist aus Bitsch gebürtia und hatte noch bis
lugust zu lernen.
Friedrichsthal, 8. Juni. Die 15jährige Tochter einer
diesigen Bergmannsfamilie begab sich am Montag morgen
nii ihrem 6jährigen Brüderchen in den Wald bei Erkers—
„öhe um Gras zu holen. Plötzlich wurde das ahnungslose
Nädchen im Walde von einem Wegelagerer rücklings über⸗
allen und zu Boden gerissen, worauf der Unmensch an
em armen Wesen unfittliche Handlungen begehen wollte.
Auf das Hilsegeschrei des Mädchens ließ der Wegelagerer
zon seinem Opfer ab und verschwand wieder unerkannt im
Walde. (Fr. B. Anz.)
pPüttlingen, 7. Juni. Am Sonntag abend gegen 8
Uhr schlug der Blitz in ein Haus hierselbst. Es war ein
alter Schlag, der nur geringen Schaden anrichtete. In
)em Haufe lag eine Leiche und viele Nachbarn waren her⸗
»eigeeilt, um für die Seelenruhe der Verstorbenen zu beten.
Zon dem Luftdruck, der bei dem Einschlagen entstand,
hurden die meisten zu Boden geworfen, sonst kamen alle
nit dem Schrecken davon. (Sbr. Vlksztg.)
Heusweiler, 6. Juni. Von schwerem Unglück betrof—
en Purde am Samstag das drei Jahre alte Mädchen einer
iesigen Bergmannsfamilie. Das Kind war von seiner
hebuͤrt an auf dem rechten Auge erblindet. Am genannten
Tage fiel das Kind nun mit dem Kopfe so unglücklich in
hHlaͤsscherben, daß das bisher gesunde Auge so schwer ver—
etzt wurde, daß vollständige Erblindung eintrat. Das be—
quernswerte Wesen wurde nach Saarbrücken in die
lugenklinik gebracht. (Sbr. Ztg.)
Klein⸗Rosseln, 7. Juni. Heute nacht 1 Uhr entstand
zroßfeuer in dem Konfektionsgeschäst Max Baum an der
auptstraße. Das Feuer entstand im hinteren Laden und
rannie fich rasch durch und in kürzester Zeit stand das
anze obere Stockwerk in Flammen. Aus dem Vorder—
den konuten viele Waren geretlet werden. Der Feuer—
ehr gelang es, mit der neuen Wasserleitung nach einstün—
iger Arbeit sich des Feuers zu bemächtigen. (Sbr. Vlksz.)
Elberfeld, 8. Juni. Bei der Aushebung stellte sich
ier ein Frifeurgehilfe, der das Herz auf der rechten Seite
atte. Da er vollständig gesund und diensttanglich war
hurde er trotzdem zur Infanterie ausgehoben.
Biedenkopf, 8 Juni. Auf der Grube bei Gosenbach
ürzlen gestern vier Arbeiter von einem Gerüst ab. Während
rei sich oben fesiklammern konnten und nur geringe Ver—
etzungen erlitten, verschwand der 22 Jahre alte Arbeiter
gumdler aus Oberschelden in dem 800 Meter tiefen Schacht
Man fand feine Leiche als formlose Masse.
* Köln, 8. Juni. EExplosion, In der zwischen
zchlebusch und Dinnwald gelegenen Carbonid⸗Fabrik er⸗
olgte eine Erplosion: Die darch die Explosion bewirkte
zerheerung ist schrecklich. Das RKasino der Fabrik wurde
om Erdboden wegrasiert. Die Riembahn⸗-Zeutrale ist zer—
Zri. Die Häuser von Schlebusch und der Rolonie Dünn—
vald sind alle mehr oder weniger schwer beschädigt. Die
Dächer wurden weggerissen, Fensterscheiben zertrümmert
rinige Häuser weisen Risse auf. Etwa 20 Personen sind
erlezt worden. Tote wurden bis jetzt nicht festgestellt
hon der Fabrik sind die Filtrier— und die Laug- und
Zaschanstalt abgebrannt. Die durch die Explosion hervor—
zerufene Erschütterung wurde vielfach für eine Erderschüt—
erung gehalten. Die Bewohner Koͤlns wurden plößlich
zurch einen Stoß und Schwanken von Luft und Erde er—
chreckt. Am Neußer Plaͤtz sprangen in zwei gegenüber
iegenden Häusern riesige Schaufenster aus dein Rahmen
md gingen in Tausend Stüche. Auch ungezählte andere
Fensterscheiben zerbrachen. Die Bewohner stürzten er—
Hredteauf die Straße. Am heftigsten war der Stoß in
doln⸗Nippes, aber auch im südlichen Stadtteil wurde die
erschütterung wahrgenommen. Mehrere alte Häuser dro—
jen einzustürzen. Infolge der Erschütterung wurde die
roße Uhr an der Haupt⸗Markthalle vollständig zerrüm⸗
eri. Die Fabrik bei Schlebusch gehört der Svrenastoii—
ituen⸗Gesellschaft Carbonid Hamburg.
* Wickrath, 8. Juni. Doppelter Mord.) In
er benachbarien Ortschaft Benuraͤth gerieten zwei Land—
dirte in Sireit. Der 34 Jahre alte, unter Polizeiauf⸗
icht stehende Ackerer Schild lauerte mit einem Jagdgewehr
inen Nachbar Lenzen auf der Straße auf. Die beiden
dachbarn lagen seit langer Zeit in Familienstreitigkeiten.
lls7C voruͤber kam, gab Sch. einen Schuß ab. Die Ku—
el drang L. unter dem Herzen in den Leib, so daß er
iedersank und einige NMinuten spaͤter starb. Der älteste
Zohn des L., ein junger Mann von 19 Jahren, lief
ierauf in das Haus und holte eine Sense, womit er
em Mörder seines Vaters den Kopf nahezu abischlug.
Zch. flarb alsbald. Der Sohn iñ verhaitet.
— — 77
Aus aller Welt.
Opfer des Meeres. Ein Ausflugsdampfer mit
zandelsangestellten an Bord, ist bei der Insel Inpak ge—
Hhoiteri, 32 Personen sind ertrunken.
Der Arzt als Giftmörder. Aus Petersburg wird
emeldei: Der Giftmörder Dr. Pischenis hat bisher 32
Norde eingestanden. Die Verbrechen erstrecken sich auf ei⸗—
len Zeitraum von 18 Jahren. Die ersten beiden Morde
erübie Dr. P. in Tiflis an seinen Schwiegereltern. Der
srzi hat sich durch die berussmäßige Ausübung seiner grau⸗
igen Tätigkeit ein Vermögen von 15 Millionen Rube
ben, das in Petersburaer und anderen usichen Bon
In deponiert ikt. αα
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Trier, 8. Juni. Bei dem heute mittag niedergegangenen
zewitter schlug der Blitz in eine Wirtschaft in Himmerode
ind traf dort den dienstlich anwesenden Landrat Semper
ind den Bürgermeister Lorch. Beide wurden schwer betäubt
onnten sich aber nach Binsfeld begeben, wo sie sich nach
inigen Stunden erholten.
Odernheim, 7. Juni. Eine vom Schicksal verfolgte
Famulie scheiut die von Joh. Michel hier zu sein. Vor
Anen vier Kindern wurde das älteste, ein Sohn von 17
Jahren, erschossen; das zweite, ein Mädchen von 11 Jahren,
rlag einen Hitzschlag; das dritte, ein Sohn von 14 Jahren,
ertraͤnk iri Glan beim Baden und soeben irifft die Nachricht
in, daß der letzte Sohn, 20 Jahre alt, im Bergwerk Ham⸗
orn bei Düsseldorf zu Tod verunglückte Derselbe solli—
is Herbst zum Militär einrücken
MGladbach, 7. Juni. In Rheindahlen erschoß au'
er Straße der Landwirt Schild seinen Nachbar Lenßen
dorauf der Sohn des Erschossenen die Sense holte und
Zchild den Kopf abschlug.
Köln, 8 Juni. Bei der gestrigen Explosion in der
Larbonid-Fabrit von Schlebusch sind insgesamt 90 Per—
onen verletzt worden.
Homburg v. d. H. 8. Juni. Die ersten Wagen der
Lrinz Heinrich-Fahrt trafen fast zwei Stunden später am
ziele ein, als man sie erwartet hatte. Zwischen Montabaur
ind Limburg wurden die Fahrer von einem schweren Ge—
vitter überrascht, das eine unliebsame Verzögerung brachte
Am 4 Uhr 15 kam der Wagen der Oberleitung in Sich
ind dicht dahinter der Wagen des Prinzen Heinrich vor
Preußen, der selber am Steuer saß. Regierungspräsiden
Zon Meister aus Wiesbaden, der Oberbürgermeister vor
domburg, Luebke, und die Herren vom Zielrichteramt be
Früßten den Prinzen, der nach kurzem Aufenthalt die Fahr
Srtfetzte, um die rasch hintereinander ankonimenden Wage
»as Ziel passieren zu lassen. Als erster ging durchs Zie
der Wagen No. 1.
Metz, 8. Juni. Generalmajor Rummelspacher, der
Tommandeur der 67. Infanterie-Brigade, ist bei einer Be—
ichtigung auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn von dem
Pferde gestürzt. Er wurde mit schweren Unterleibs-Ver—
etzungen nach seiner Wohuung gebracht und ist noch gesterr
Jestorben.
Berlin, 8. Juni. Wie man hört, hat der Unteraus—
chuß der Immediatkommission zur Beratung der preußischen
Verwaltungsreform einen Antrag angenommen, wonach die
Steuerverwaltung von den Landratsämtern getrennt und
zu einer selbständigen Behörde ausgestaltet werden soll
Der Finanzminister soll diesem Beschluß bereits zugestimm
haben. Trifft die Meldung zu, dann hat die Verwaltungs—
eform tatsächlich einen sehr beherzigenswerten Schritt unter
winmen: denn die Verquickung der Steuerverwaltung mi'
en preußischen Landratsämtern hat sich längst als große
ind bedenklicher Uebelstand erwiesen, da die Steuerver—
valtung völlig der Gewalt des Landrates unterstand und
inter diesen Umständen von einer unabhängigen Handhabe
eine Rede sein konnte.
Berlin, 8. Juni. In feierlicher Weise fand heute in
Neuen Palais zu Potsdam die Vermählung des Prinzer
Friedrich Wilhelm von Preußen (Prinz Wilhelm ist der
ungste Sohn des verst. Prinzen Albrecht von Preußen, Regen
hon Braunschweig) mit der Prinzessin Agatha von Ratibo
ind Corvy statt. Im Apollo-Saal erfolgte die Unterzeich
iung der Eheakte und durch den Minister des königlichen
zaufes Grafen Eulenburg die standesamtliche Trauung
die kirchliche Trauung vollzog der Oberhofprediger Dryan—
er. (Der Kronprinz hatte an den Einholungsfeierlichkeiten
ingeblich einer Gesichtsschwellung wegen nicht teilnehmen
önnen.)
Berlin, 9. Juni. Die Budgetkommission des Abgeord⸗
etenhauses hat heute vormittag die Vorlage über die Er—
söhung der Civilliste beraten und erledigt. Die Erhöhung
»hurde in dem von der Regierung vorgeschlagenen Aus—
raaße von Zeinhalb Millionen einstimmig bewilligt. Für
»ie Erhöhung stimmten auch die Polen. Allerdings haben
ie einen prinzipiellen Protest gegen die preußische Polen—
»olitik bei dieser Gelegenheit zu Protokoll geben lassen.
Berlin, 9. Juni. Aus London wird gemeldet: Wen
icht alle Anzeichen trügen, ist hierzulande eine neue Panit
m Anzug, die sich aber von der vorjährigen in manchen
Punkten unkerscheidet. Während die vorjährige Panik mehr
Dreadnoughts verlangte — Balfour hatte im Brustton der
Aberzeug erklärt, daß nicht weniger als 8 Riesenschiff
ährlich zum Schutz des Inselreichs gebaut werden sollter
— haben jetzt Oberst Repington und der bekannte Militär
chriftsteller Arnold White, der seinerzeit große Schlacht
chiffe forderte, die betrübende Entdeckung gemacht, daß ir
einem Kriegsfalle diese Riesenschiffe in der ersten und zweiten
Etappe an der Küste der Nordsee nutzlos sind. Obers
Reppington erklärte in dürren Worten: Ich glaube, das
die großen Schiffe, für die wir jedes Jahr so viel Gel
ausgeben, innerhalb einer beschränkten Zeitfrist nutzlos wer
den für kriegerische Operation, deren Schauplatz die Nord
see oder der Armelkanal ist. An einer andern Stelle de—
zurzeit vielgenannten Aufsatzes heißt es wörtlich: Unser—
großen teuren Schlachtschiffe und Kreuzer müssen im Kriegs
alle in irgend einem entfernten sicheren und abgelegener
Ankerplatz in Sicherheit gebracht werden. Eine Erklärun
dieses etwas geheimnisvollen Satzes findet sich in dem Au
satze von Arnold White „Nutzlose Dreadnoughts“ im Wochen
hlatt „Nation“: Ist es wahr, daß die britische Admiralité
richt die Absicht hat, Schlachtschiffe in den eriten Tagen
eines Krieges zu verwenden, sondern unsere sehr kostbaren
Dreadnoughts in einen Hafen cinschließen wird, bis die
yewässer von Minen, Unterseeboten, Torpedofahrzeugen
jesäubert sind? Ist es wahr, daß weder die Nordsee noch
»er Armelkanal von Dreadnoughts befahren werden kann
zis die kleinen feindlichen Boote in den Grund gebohrt u
die schwimmenden Minen entfernt sind?
Berlin, “). Juni. Gegen den Nordpolforscher Pearu
der gestern von Hamburg hier eingetroffen ist, ist einc
Zchadenersatzklage in Höhe von 20 000 Mark angestreng
vorden und zwar von einem Rudolf Franke, der der einzis
weiße Begleiter Dr. Coots nach dem Nordpol war. &
gibt an, von Peary um Pelze und Walroßzähne im Weru
don 40 000 Mark gebracht worden zu sein, die Frank im
Auftrage von Tr. Cook, während dessen Nordpolfahrt ein—
gehandelt habe und von den ihm die Hälfte als Geminn
Anteil zustehen sollte.
Berlin, 9. Juni. Gestern sind Nachrichten von der
vewitler über Todesfälle nicht ausgeblieben. Aus Olden
zurg wird berichtet, daß der Blitz in die Druckerei de—
—sefdinate Boten in Barosal eingeschlagen hat. Die Drufk
kerei und das Wohnhausgebäude gerieten in Braud un
vurden eingeäschert. In Brignigk in Lausitz ist eine Frau
welche mit ihrem Kinde unter einen Pappelbaum flüchtete
vom Blitz getötet worden, während die Kinder unverletz
blieben.
Stendal, 7. Juni. In Langensalzwedel bei Travemünde
ertranken gestern Nachmittag beim Baden im Vorfteiche ein
12jöhriger Knabe und ein 13fähriges Mädchen aus Tra—
obcnünde. Ter Knabe hatte ein anderes Mädchen, das in
Lebensgefahr schwebte, gerettet und ging bei dem Versuche
das zweite zu retten, unter.
Wien, 8. Juni. Nachdem die offizielle Meldung, das
Graf Zeppelin nicht nach Wien komme, hier eine wirkliche
Bestürzung hervorgerufen hat, wurde zum erstenmal die
Telephonverbindung zwischen Wien und Friedrichshafer
benutzt, die gestern eröffnet worden war. Graf Zeppeli
selbst teilte der Redaktion der Neuen Freien Presse mit
daß ein Motor des Luftschiffes nicht einwandfrei funklioniere
ind daß er daher die Reise nicht unternehmen könne, de
er für den Erfolg nicht einstehen könne. Vor dem Spät
herbst könne er jedenfalls nicht daran denken, die Reis—
nach Wien anzusetzen.
Laureneo Marques, 8. Juni. Ein Ausflugsdampfe
nit Angestellten an Vord ist bei der Insel Iniak geschei
ert. 32 Personen sind ertrunken.
Größer,
*
lockerer, leichter verdanlich
werden Kuchen und Mehlspeisen mit Dr. Oetker'⸗
Backpuler. Man versuche solgendes Rezept.
Dr. Oetker's Püfferchen.
Zutaten; 3—4 Eßlbifel (100 g) Zucker, 4 Eier,
500g Mehl, 1 Päckchen Dr. Oetke's Backpuler, ! Lite
Milch. 1/, Pfd. Rosinen oder Korinthen.
Zubereitung: Man nimmt 1Pfund Mehl, misch
dieses mit dem Backpulver, fügt Eier, Zucker, Milch und
Rosinen oder Korinthen hinzu und rührt, bis man einen
glatten Teig erhält. Hiervon formt man kleine Püfferchen
die man in Nierenfett, Butter oder Palmin hellgelb bäckt
Diese Püfferchen kann man warm essen oder auch kal—
mit Zucker bestreut, zum Kaffee geben.
Ein sehr wohlschmeckendes, leicht herzustellendes und
zilliges Gebäck.
1 *
J
National- dJugend
— a
e *
liberalerx Verein.
Zu dem am Sonntag, den 12. Juni stattfindenden
—0
„Sommerfest
der Jungliberalen Vereine Saarbrücken, Hühnerfeld, Reunkirchen
Wiebelshirchen. St. Ingbert, Scheidt und Dudweiler
Ausflite S
usflug nach Schnappa
tritt der Vereit um 1.45 Uhr im Vereinslokal Zum Krokodil“ an
markt anm Abmarsch mit Musik punkt 2z Uhr.
Gemutliehes Zusammensein
im Gasthaus Oswald, bei schönem Wetter in herrlichen Buchen
wald, bei Regen im Saale mit
„KRonzert und Tanz“.
Jür Kaffe und Kuchen ist gesorg Grohes Glas Bier 10 Vg
Alle Mitglieder unseres Vereins mit ihren Angebörigen sowi
die Mitglieder der Nationalliberalen Wahloereine Dudweilen
Herrensohr und Jägersfreude, sowie alle Freunde der National
eralen Sache sind mit ihren Angehörigen freundlichst eingeladen
Der Vorstand.
* Curner⸗ s 48
85 * —
räunin
4132
Dudweiler. sen ab 1. Juli, passende möpi
Heute abend von 7.30 Uhr ab 8 1
im Vereinslokale. Offerten an die Expd. d. 8tg
Der Vorstand. α —
— *
4 1 Astaů efri
dud Jd stürkt und erfrischt wunder
bar der echte
Fin schönes einstöchiges Tiroler Enzianbrantwein
Ein köstliches Hausmittel zu
Wohn haus Staärkung der Sehkraft.
nit 8 Wohnräumen nebst Bade— . Inmk
inrichtung und Garten. — 4 Fl. —
Auskunft erteilt die Erpedition. — Loerke, Drogerie
3 3 * *
Zutngenenleigerung. Zohnen augern
Am Montag, den 10. Juni, vor l
miltags 10einhalb Uhr, soll auf
dem Marktplatze zu Dudweiler hat abzugeben
1PVerkikom IJ. Fouis
is leich ba l 301 de
zwangsweise gegen glei are va,
Zahlung öffentlich versteigertwerde Schlosserei Litzenburge.
Hansen, *
Gerichtsvollzieher
A ,— 268
lange sofort Deutschlauds MAcuetss
VUsEahzanost. Berlin 0. 24 —
—
einfter
Emmenthaler Käse
Franzosischer Rahmkäse
echte Nainzer Handkäle
Limburger Käle
pho angeteen fFranuz Leuis Wive
I Tyrhoeqger.
33463*
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