elben Serfe, wo vereits in letzter Zeit Belästigungen von
Aetomobilen an der Tagesordnung waren.
Von seinen Arbeitern erschossen. Der Direltor
deleniewirz von den Eisenerzwerken Graux in Czenstochau
vurde von aufrührerischen Arbeitern seiner Fabrik er—
Dossen.
Ein Dorfbrand. In der Ortschaft Hladovka im Ko—
nitat Arwa (Ungarn) wület ein verheecender Brand. Der
roßte Teil der Orischaft ist bereits niedergebrannt. Zwei
zrauen sind in den Flammen umgekommen.
Hitz schläge. Aus Prag wird gemeldet: Bei einer
Marschübung der Infanterie Regiment Nr. 11, 28 und 73
varden 30 Mann von Sonkknstich und Hitzschlag besallen.
Nussisches. Der ehemalige Chef der General-Inten
dantur Stabsoberst Grinewitsch ist geslüchtet. Man bringt
ies mit den Unregelmäßigkeiien des Senators Garin in
zerbindung.
Vom Zuge überfahren. Aus Nancy wird gemel—⸗
et: Der Exrpreßzug Paris-Avricourt suhr bei Fontenar
ir Mosse'“le in eine auf der Strecke beschäftigte Arbeiter—
cupre. Ein Arbeiter wurde getötet, ein anderer schwer
ervundet.
Die Hebnug des „Pluviose“. Das Unferseeboot
Pluviose“ ist, soweit vom Meeresboden gehoben, daß mit
em Trausport nach der Küste begonnen werden lonnte
„Farbige“ Heiraten. Tie „japanische Ausstellung?,
die zurzeit in London stattfindet, hat einer doriihen Ta—
eszeitung Veranlassung gegeben, die juugen Englanderin
ten vor einem Flirt mit einem der zahllosen, insolge der
lusstellung in London anwesenden Japaner zu warnen.
die Warnung ist nur zu vberechtigt. Es fällt in England
inem jungen Mädchen eben o schiver enen Mann zu be—
ommen, wie auf dem Kontinent, und die Vorbedingnu—
jen für den Ehestand werden immer schwieriger, nicht zuui
nindesten dadurch, daß viele junge Mädchen einen Beruj
rlernen und dadurch so und so vielen jungen Männern
as Brot wegnehmen und dabei noch die Gehälter drücken.
dein Wunder, daß die Töchter Albions vielfach in der
Vahl ihrer Männer nicht sehr penibel sind, und daß sie
jt genug mit einem „Farbigen“ fürlieb nehmen. Wenn
nan manches junge Paar sieht, sollte man meinen, daß
ie Britin ihre Abneigung gegen die andere Hautfarbe völ—
ig verloren habe. Leider gibt es keine Statistiken über
ie farbigen Heiraten; die Ziffern würden sonist sicherlich
ztaunen erwecken. Die Zahl der in LVondon lebenden
Indier, Malayen, Japaner und Chinesen ist außerordent⸗
ich groß. Gelegenheit einen Farbigen zu heiraten, bieitet
ich den Töchtern Albions also sehr häufig. Und die klei—
ien dunkelfarbigen Japaner und Koreaner machen gar kei—
ien so üblen Eindruck, wenn sie in Frack und in weißer
binde in den Sälen des Luzushotels promenieren. Kann
nan es einer Britin übel nehmen, wenn sie an solch ei—
ien hübschen gelben Jungen ihr Herz verliert? Kommit
s zur Heirat, so besteht der Bräutigam meistens auf ei—
ier Ziviltrauung. Wehe der jungen Frau aber, die den
zIndier oder dem Japoner dann in seine Heimat solgt
ẽs sind aus Anlaß von Prozessen, die vor dem Londo—
ier Ehescheidungs-Gerichtshofe spielten, grelle Schlaglicher
auf solche Ehen geworsen worden; junge Frauen, die
hren indischen Ehemännern gesolgt waren, haiten in In.
ien eine Behandlung erfahren, die kaum menschenwürdig
var; die Verwandten betrachteten oft genug die Ehe über—
saupt nicht als gültig. Der Mann hatte sehr ost, von
iner Sippe aufgehetzt, sich gar nicht mehr um die ihm
ingetraute Lebensgefährtin belümmert, so daß diese dem
zlend verfiel und vielsach mit Unterstützung seitens der
degierung nach England zurückkehrte, um vor dem Lon—
oner Gericht die unwürdigen Bande zu lösen. Die Hei—
aten zwischen Engländerinnen und Chinesen bilden ein
esonderes, sehr dunkles Kapitel. Eine Europäerin, die
inen Chinesen heiratet, braucht diesem nicht einmal in
zie Heimat zu folgen, sie braucht nur in einem Chinesen
iertel Londons, Liverppools oder New-Yorks zu wohnen,
m zum Tier herabzusinken. Der große Rat Chinas hat
or turzem eine Verordnung erlassen, derzufolge kein chi—
esischer Diplomat, Flotten- oder Heereskommissar einen
zeiratskontrakt mit einer ausländischen Frau abschließen
„arf. Eigentlich sollte eine solche Verordnung unnötig
ein: eine weiße Frau sollte soviel Selbstachtung haben,
daß sie keinem Chinesen die Hand bietet; aber da das
zesetz keinem Staatsbürger verbieten kann, seinen Körpe!
u ruinieren, so muß man eigentlich dem chinesischen Rat—
ür seinen Erlaß noch dankbar sein und nur bedauern, daß
r nicht auch seinen Kaufleuten und Handwerkern dasselbe
Zerbot auferlegt.
Ueber das Taschentuch schreibt Dr. Thom in den
Blättern für Volksgesundheitspfleger zum Schutz gegen
iie Erreger der Tuberlulose: „Das Taschentuch von heut⸗
utage hält einer kritischen Betrachung sihlecht stand. Das
duch können wir allenfalls durch fleißiges Wechseln rein
rhalten, aber wie steht es mit der Tasche, in die es im—
ner wieder hineingestopft wird? Schon bei einer harm—
osen Erkältung wie Schnupfen! Die Tasche wird nur
n einem Waschkleid oder Waschanzug der wohltätigen
neinigung teilhaftig. Wer ein Wohltäter der Menschheit
verden will, der führe in die Bekleidungsbranche aus—
vechselbare und doch handliche Taccheneinsätze ein, um dem
einen Tuch auch einen reinen Ort zu geben. Entbehren
inn es der Hustiende nicht. Denn trockener Husten ist durch
in vor den Mund gehaltenes Taschentuch ungleich richti—
er gedeckt, als durch die Hand, die vielleicht in dersfelben
sinute dem Freunde zum Gruße gereicht wird. Das Ta—⸗
hentuch muß allerdings drei Voraussetzungen erfüllen:
z8 sei erstens weiß, damit es gekocht werden kann, zwei—⸗
ens klein, damit es nicht viele Stoffteilchen aufwirbelt,
rittens reichlich vorhanden, damit häufiger Wechsel leicht
aöglich ist. Eher Verschwendung als Sparsamkeit miit
Laschentüchern für jeden mit Katarrhen der Atmungsor⸗
estgestellt sind, so gebührt solchen Kranlen ferner ein ei—
ane Behafteten! Wenn Tuberkelbazillen im Auswurfe
ener Taschtuchbeutel, um vor der Wäsche eine Hantierung
nrit den Tüchern auszuschließen und gleich den ganzen
zeutel samt Inhalt kochen zu lassen. Bunte Taschentü⸗
her, besonders von solchen Ausdehnunzen, daß sie gleich—
eitig als Rucksack benutzt werden können gehören auf
en Aussterbeetat.“
Hofrichter macht Schule. Zu einem gewiß eigen⸗
rtigen Vorgehen sind gerichtliche Kanzlei-Assistenten von
zayern in jüngster Zeit gekommen. Um die Vorrückung
nubie Stellen von Kanzleiexpeditoren bald zu erreichen,
sjat ein „geheimes Komitee“ den älteren Beamten jener
klasse schrifiliche Aufforderungen zugehen lassen, baldigst
yre Gesuͤche um Versetzung in den Ruhestand einzurei—
jen. Im Weigerungsfalle ist mit Maßregeln gedroht,
urch welche die Pensionierung erzwungen würde. Die
zeitung des Vereins der Kanzleibeamten rügt nun scharj
eses Vorgehen der — allerdinas sehr mager aestellten ——
IJsiste nten.
Einen wertvollen Fund hat bei seinen Forschun—
en über die deutschen Ritter in Italien der Historilen
Ir. K. Heinrich Schäfer in Rom gemacht. Es ist eine
rergamennururkunde größten Umfangs aus dem Jahre
361, die von 91 teils norddeutschen, teils süddeutscher
Ritiern besiegelt ist. Die einzigartige Bedeutung diesen
urtkunde besteht darin, daß die Ritter neben ihren Namen
hre Wappen hahen einmalen lassen. Dadurch ist 'die Ur—
uͤnde ein außerordentliches Dokument für die deutsche He—
aldik, wie es außer der „Züricher Rolle“ und dem „Wap—
enbuch von den Ersten“ bisher nicht bekannt war.
Krankheit mit Faulheit verwechselt Wenn die
dinder in der Schule nur schwer ihre Pflicht erfüllen
venn der Junge oder das kleine Mädchen zu Hause lie—
»er fatenlos dasitzen und dem Fluge einer Stubenfliege
achstarren, als ihre Aufgaben erledigen, dann schließen
de Eliern in der Regel auf Faulheit, und sorgenvoll grei—
n sie zu Zwangsmaßregeln, um die kleinen Nichtstuer
u ihren Büchern und Heften zu treiben. Aber in der
Zchar dieser kleinen Faulpelze ist die Zahl derer, die an
rer Träaheit unschuldia sind. viel arößer. als man ae—
põhauch annimmt. Ver französische Arzt Vr. Laumonie⸗
at sich in einer Reihe langwieriger Studien und Erperi
sente, deren Ergebnis in der „Nature“ gewürdigt wird
it dem Problem und den Ursachen der kindlichen Faul
eit beschäftigt. Er hat dabei festgestellt, daß die Faul
eit bei einem großen Teil der tirägen Schüler krankhaf
en Ursprung ist. ja, die Mehrzahl der kleinen Faulpelz
ind in Wirklichteit Kranke, die auch als solche behandel
verden müssen. Die Untersuchungen haben gezeigt, das
er Gesundheitszustand der Eltern und der Vorfahren
uicht nur für die Gesundheit der Kinder, sondern indirek:
nich für deren geistige Regsamkeit von einschneidender Be
euiung ist. Dr. Laumonier hat bei 27 faulen Schülerr
nit großer Sorgfalt den Stammbaum geprüft und dabe
zesunden. daß bei nicht weniger als 22, also bei 80 vor
00, die Eltern um die Zeit der Geburt ihrer Kinder lei
end waren; Fettleibigkeit, Gicht, diabetische Krankheiten,
Ddernverkalkung und viele andere Krankheiten, insbeson
ere nervöse Leiden, üben auf den Gesundheitszustand der
Nachkommenschaft entscheidenden Einfluß aus. Die Kinder
ind nicht faul, sie sind einfach krank und bedürfen sorg
amer Pflege, körperlicher Vewegung und frischer Luft,
mm die ererhten Schwächen zu überwinden und dann
benso leistungsfähig zu werden, wie ihre glücklicheren
dameraden. In vielen Fällen konnte man den ursächli—
hen Zusammenhang zwischen der kindlichen Trägheit und
der unrationellen Ernährung feststellen. Genau wie er—
vachsene starke Esser, die gewöhnlich auch sehr schnell es—
en, unmittelbar nach den Mahlzeiten von einer gewissen
Nüdigkeit und Trägheit befallen werden, so leiden auch
ie Kinder, die Neigung zum schnellen Essen hahen, in
er Regel an verminderter Leistungsfähigkeit und an
leberernährung. Die Störungen und die Schwierigkeit
er Verdauungstätigkeit wirken auf das Allgemeinbefin—
en, und es ist ein Fehler, die entstehende Trägheit auf
ösen Willen zurückzuführen. Dazu kommen die Behinde—
ungen der Atemtältigkeit bei vielen Kindern. Man hail
eobachtet, daß Kinder, die nachts schnarchen und unruhig
chlafen. fast immer träge und faul sind. Gewöhnlich sind
a krankhafte Verenagungen der Atemwege die Ursache
ie Erfahrungen haben gezeigt, daß solche Kinder nach
ntsprechender ärztlicher Behandlung in kurzer Zeit so—
vohl körperlich wie auch geistig die natürliche Regsamkeit
viederfinden und ihre Kameraden wieder einholen. Ers
ann, wenn die Eltern den Gesundheitszustand ihrer Kin
er genau beobachtet haben, wenn Atemorgane und Ver—
auung vollkommen in Ordnung sind. erst dann wird man
an eine wirkliche Faulheit glauben dürfen, die pädagogi—
sche Zwangsmaßrege'n rechtfertigt.
Die Sherlock⸗-Holmes⸗-⸗Geschichten. In England
ft ein Streit darüber entbrannt, ob Erzählungen a la
Zherlock-Holmes sich im Leben überhaupt abspielen kön—
tien. Zu dieser Sache hat nun auch Mr. Melville, einer
er hervorragendsten englischen Detektivs, das Wort er—⸗—
zriffen. Die Verfasser der Kriminalgeschichten, sagte er,
»auen die verbrecherische Handlung ihrer Geschichten auf
zie andere Leute ein Kegelspiel aufstellen, und ganz nach
zelieben lassen sie in ihrer Phantasie die eine oder an—
ere Person „umkommen“. Weder die Verbrechen noch
ie Verbrecher, die in den Detektivromanen eine so große
tolle spielen, habe er in seiner langen Erfahrung kennen
elernt. Alles was in diesen Büchern steht, ist, mit der
Lirklichkeit verglichen, sehr simpel und nainv. Das Ge—
häft all dieser eleganten Diebe, an denen sich die krimi—
alistischen Schriftsteller von heute berauschen, ist blanker
insinn. Er habe noch nie ein Verbrechen kennen gelernt,
as nicht schmutzig und höchst unappetitlich wäre. Wenn
tan so etwas wie Romantik mit den Verbrechern von
eute verbände, so sei das für ihn etwas Unbegreifliches.
der Verschwörer, wie er in der Phantasie unsrer Schrift⸗
eller spukt, hat keine Aehnlichkeit mit seinem Bruder im
zirklichen Leben. So urteilt ein großer englischer Detek⸗
v über diese Kriminalgeschichten, die also mit der Wirk—
chkeit nichts gemein haben, sondern nur Phantasiegebilde
ener Leute sind, die auf die Dummheit derienigen sveku—⸗
eren die *287 werden
eueste bachrichten und Telegramme.
Berlin, 5. Juni. Seitens der konservativen Partei des
lbgeordnetenhauses ist eine Interpellation eingegangen:
—
die preußische Gesandschaft am Vatikan oder auf anderem
Wege solchen Beschimpfungen der evangelischen Kirche, wie
ie in der Enzyklika des Papstes vom 26. Mai enthalten
ind, die den konfessionellen Frieden ernstlich gefährden,
virksam entgegenzutreten.“ Die nationalliberale Partei hat
olgende Interpellation eingebracht: „Die im Osservatore
domano Nr. 146 verössentlichte Borromäus-Enzyklika ent—
sält Schmähungen der evangelischen Kirche, ihrer Reforma—
oren, der der Reformation zugetanen deutschen Fürsten und
zölker. Welche Maßregeln gedenkt die Staatsregierung zu
vgreifen, um den durch die Enzyklika bedrohten konfessio—
lellen Frieden in Preußen zu sichern.“
Berlin, 4. Juni. Das Abgeordnetenhaus erledigte
seute das Gesetß über-die Schul-Versäumnisse in Vor—
»ommern und Rügen in dritter Lesung. Ein konservativer
Antrag auf Beseitigung der besonderen Abgaben von Be—
inten u. s. w. in den Sozietäts-Schulbezirken gelangte zur
Innahme, ebenso ein konservativer Antrag auf Beschränk
ing der Gefängnisarbeit. Der von freisinniger Seite ge
tellte Antrag auf Zulassung der fakultativen Feuerbestattungç
a Preußen wird gegen Konservative und Zentrum ange—
sommen. Montag Ansiedelungsgesetz und Petitionen.
Berlin, 6. Juni. Außer der nationalliberalen und
»nservativen Partei haben nunmehr auch die Frei-Konser—
ativen eine Interpellation im Abgeordnetenhause eingebracht
nelche die Enzyklika des Papstes behandeln wird.
Kreuznach, 5 Juni. Zu dem Turnfeste des Kreises
Nittelrhein, das hier stattfindet, hat sich auch eine Turnriege
rus Paris angemeldet, die am Wetturnen teilniment. Fü—
»as Turnfest sind schon mehrere tausend Turner angemeldet.
Rodenkirchen, 4. Juni. Gistern abend entluden sich
egen 61/, Urr üder unserm Orte mehrere starke Sewitter,
egleitet von wolkenbruchartigem Regen. Auf einer am
5chillingsrotterwege gelegenen Ziegelei von Gebr. Sie er
jatten mehrere Arbeiter in einer Holzbude Schutz vor dem
Unwetter gesucht. Plötzlich schlug der Blitz in die Bude,
»erschlug einen sechszehnjährigen Arbeiter und setzte die
Bude in Brand.
Köln, b. Juni. Im Orte Lindlar griff ein in der
Vohnung eines Postschaffners ausgebrochener Brand der—
rt schnell um sich, daß nur mit Mühe und Gefahr die 5
inder des Postschaffners gerettet werden konnten. Die
Nutter derselben, die glaubte, daß die Kinder sich noch im
)aus befinden, stürzte sich in die Flammen und wurde buch—
säblich verbrannt. Eine Verson erlitt schwere Kopfver'en—
ingen.
Köln, 5. Juni. Laut „Rheinisch-Westfälischer Zeitung“
»eschloß die Vereinigung der Grubenholzhändler des nord—
vestlichen Deutschlands in Essen, zum 30 September d. J
die vorzeitige Auflösung des Verbandes.
Hamm i. Vz., 4. Juni Nach einem Wortwechsel erschoß
in der vergangenen Nacht auf Haus Osthof der Hauptmann
i. D. Möllenhoss den Wächter Jürging. Er war sofor
ot. Der Bruder des getöteten Jürging wurde durch mehrer
Schüsse schwer verletzt und mußte ins Krankenhaus geschaf
»erden. Möllenhoff wurde verhaftet.
Münchon 4 Quni Die Stadiegommandanftur hatte ar
ämtliche Regimenter der Garnison die Aufforderung ergehen
assen, daß alle katholischen Offiziere an der Fronleichnams
rozession teilzunehmen haben. Eine Reihe von Offiziere
lieb dennoch der Prozession fern, worauf Recherchen an
gestellt wurden. Gestern erhielten nun diese Offiziere di
Aufforderung, sich wegen ihres Fernbleibens zu rechtferligen
Friedrichshafen, 4. Juni.“ Der Aussichtsrat der
Luftschiffahrts-Gesellschaft beschloß heute die Erbauung
einer Halle in Hamburg und die Bestellung eines Luft—
chiffes für 600 000 M.
Kurxhafen, 6. Juni. Der Turbinendampfer „Kaiser“
yon den See-Bädern der Hamburg-Amerika-Linie, der mi
1200 Mann des Clubes „Thalia“ in der Sonnabend nacht
1 Uhr Hamburg nach Sylk verlassen hatte, kollidierte
jestern um 2 Uhr bei dem Elb-Leuchtschiff mit dem vom
zchlepppampfer „Herkules“ gezogenen Dreimaster Seeleuchter
Gegenwart“, welcher auf der Fahrt nach Antwerpen war
Folgende Personen des Seeleuchters sind ertrunken: Ulots
Volle, Kokoliski, Dasel. Gerettet wurden der Kapitän und
er Maschinist. Sie sagen aus, daß die „Gegenwart“ in
orschriftsmäßigem Fahrwasser fuhr, als der „Kaiser“ von
er Nordseite herkommend, zwischen Schlepper und „Gegen—
hart“ durchfuhr und die Steuerseite der „Gegenwart“ traf
der „Kaiser“ setzte sofort Rettungsboote aus, die der
kapitän und den Maschinisten, welche verzweifelt im Wassern
ämpften, retteten. Von den Passagieren des Dampfers
sat fast niemand etwas von dem Unfalle bemerkt. Tie
heretteten wurden vom „Herkules“ nach Hamburg verbracht
Der „Kaiser“ setzte seine Reise fort und traf wohlbehalter
n Sylk an.
Prag, 5. Juni. Bei einer Marschübung der Prager
Regimenter 11, 18 und 73 erkrankten 30 Mann in Son—
nenstich und Hitzschlag.
Paris, 4. Juni. Inmitten eines aus zwei Bataillonen
gebildeten Quarrees wurde heute mittag der Soldat Michel,
der kürzlich zu 20 Jahren Bagno verurteilte Mörder der
Wittwe Gouin in der Pariser Tourelles Kaserne degradiert
Michel war kreidebleich und mußte gestüßzt werden. Das
Publikum rief: Zum Tode, zur Guillotine.
Paris, 6. Juni. Der römische Korrespondent des Ma
tin, bringt eine Mitteilung, wonach der italienische sozial
Abgeordnete Ferri erklärte: „Ich glaube, daß der Augen—
zlick für die italienischen Sozialisten gekommen ist, die
Staatsgewalt zu übernehmen und die Stunde gekommen ist
wo es möglich ist die notwendige Regierung zu schaffen.
Athen, b. Juni. Nach einer Meldung der „Frkf. Ztg.
berast die Regierung mit fünftätiger Gestellungsfrist die
zur Disposition entlassenen Reservisten aller Waffengattungen
des Jahrganges 1968, rund 8000 Mann, ein. Als Grund
dient die vermehrte Erfordernis zur Aufrechterhaltung der
Ordnung während der bevorstehenden Wahlen zur National—-oersammlung,
für die indessen der Wahltag noch nicht fest⸗—
zesetzt ist. Die vor einigen Tagen zu einer Gwöchigen Ue—
hung Eingezogenen der vom Militärdienst Befreiten machen
eund 7000 Mann aus.
Montreal, 4. Juni. Bei Jerowe feierte eine reiche
Familie mit großem Pomp die Taufe eines Kindes. Etwa
in Dutzend Personen hatten auf dem Balkon Platz genom—
nen und warfen Bonbons und Knupfermünzen unter die
zugend. Plötzlich löste sich der Balkon von dem Stockwert
ind stürzte in die Tiefe. 10 Personen wurden schwer
erletzt, davon vier hoffnungslos.
Calais, 4. Juni. Das Unterseeboot „Pluviose“ wurde
zegen 10 Uhr vormittags bis an 1300 Meter an die Mole
„erangeschleppt, womit drei Meter Höhe gewonnen sind
Nan glaubt, die „Pluviose“ bis morgen Vormittag oder
Mittag in den Hafen zu bringen.
London, 6. Juni. Aus Dover wird gemeldet: Die
Ploviose riß von dem Schlepper los und trieb nach Wester
zu und liegt dreiviertel Meilen von Calais entfernt.
Peking, 6. Juni. Täglich kommen Nachrichten über
»evorstehende Regierungs- und dynaftiefeindlichen Unruhen.
In Jangtse und den Provinzen erhalten die Gesandten
Briefe worin ein Vorgehen gegen die Fremden angedroh
vird, falls sie der Regierung und Mandschu's zu Hilf—
eilen. Die Lage im Süden ist sehr unsicher im Norden
hingegen ziemlich ruhig. In Peking werden keinerle?
Störungz erwartet.
NeweYork, 6. Juni. Der 28jährige Millionär George
Morgan wurde in seiner Wohnung im New-Yorker Westen
erschossen aufgefunden. Er hat Selbstmord begangen.
Morgan, eine in Sportskreisen wohlbekannte Persönlichkeit
satte den Tao nach in vergnügter Gesellschaft zugebracht
Humoristische Ecke.
— *Im Zweifel. Fremder: „... Sie kommen mir
übrigens bekannt vor. Haben Sie nicht jahrelang bei mir
die Nummer 8 gehabt?“ — Gauner (für sich): „Donner—
vetter, jetzt weiß ich wirklich nicht: ist der Kerl Zigarren—
jändler oder Gefängnisverwalter?!“
— GBin Schlaumeiet. „Du Hans, warum gibft
hbu denn heut deiner Sau gar nix z'fress'n?“ — „Ja, weißt,
Zteffel, dös hat sein' eig'na Grund: Mei' Sau kriegt
mmer an ein'm Tag garnix z' fressen, und am andern,
vas nur g'rad ins Vieh 'neingeht... weißt', damit i
a schön's durchwachsen's Fleisch krieg: immer a biss'l fett
ind nachher wieder a biss'l mager!“ eot pc
Der kluge Hund. „Ist der Dackel auch ge
cheit?“ — „Gescheit ist gar kein Wort. Gestern will ich
mit ihm ausgehn. Auf der Straße bleibe ich plötzlich
kehen und sage: „Possel, etwas haben wir zu Hause ver
gessen, aber was?!“ Setzt sich der Pudel nieder und krathz
sich den Kopf, um heraus zu kriegen, was wir veraesser
haben.“
Kalauin Bremen. „Da machen die Leute jetz
ein Aufhebens von dem elektrischen Licht, das hat mei
Großvater in Kirchpuchtigen schon vor hundert Jahren
im Haus gehabt.“ — „Aber, erlauben Sie, das ist dod
zar nicht denkbav. Damals dachte ja noch niemand dar
an. Wie ist denn das möglich?““ — „Sehr einfach —
der Blitz schlug bei ihm ein!“ — E — — Auei
Aus der Instruktionsstunde. Unferof
izier: „Wozu ist die Artillerie? Maier!“ — Maier: „Zur
Eröffnung des Gefechtes.“ — Unteroffizier: „Falsch! Nun
Schulze!“ — Schulze: „Zur Beschießung des Feindes aus
weite Entfernungen.“ — Unteroffizier: „Falschl Müller!“
— Müller: „Zur Zerstörung von FJestungswerken.“ —
Anteroffizier: Falsch!l Nein Kerie, seid Ihr dämlich. Ich
werd's Euch sagen: Die Artillerie ist teils au Fuß, teils
zu Pferde.“ — whe
Der ewig Gleiche. „Ist der Herr Professon
ioch immer so zerstreut und vergeßlich?“ — „Noch viel
chlimmer! Er muß jeden Tag, wenn er aus dem Kol⸗
eg nach Hause gehen wilb, im Adreßbuch nachsehen, wo
r wohnt.“ * J e
Zu starke Versuchung. „Wie konnten Si
nir Ibe Huheree Dienstmädchen nur als ein Jo ebrlich
Person empfehlen; um es zu prufen, legte ich gesterr
Morgen ein Zwanzigmarkstück duf den Tisch, eine Stunde
später war's verschwundenl“
Gemütlich. A.: „Können Sie mir vielleicht 10
Mark pumpen?“ — B.: „Aber, mein Verehrtester, win
stehen doch nicht so miteinander, daß wir uns gegenseiti—
Geld borgen.“ — A.: „Nein, Sie sollen ja auch nu'
mir borgen!“
Fatal. A.: „Warum ist denn die Verlobung des
Professors zurückgegangen?“ — B.: Nur wegen eine
schrecklichen Zerstreutheit.“ Will er da seiner Braut ein
Schachtel mit einem schönen Rosenbukett senden, vergiß—
er aber schließlich das Bukett hineinzulegen und schic
blos die leere Schachtel mit der Inschrift: „Dein Eben
bild!““ —
Aus Hemelinger Jagdgründen. Sonn
tagsjäger (in der Kneipe erzählend): „Heute glaubte ich
schon, meinen Jagdhund verloren zu haben, auf den
Heimwege stellte er sich aber doch wieder ein.“ — „Ei
wird sich versteckt haben, wie Sie — zu schießer
anfingen“.“ J
Zwei Kinder gerettet!
Anbei das Bild eines Kind eines Geschwister
paares, die mit ihrem vorzüglichen Fabriko
genährt werden, nachdem beide, in Folge Magen
und Darmkatarrh ganz abgezehrt, keine ander
Nahrung mehr verlragen konnten. Es sind die
die Kinder des Herrn P. Sch. Kaufmann iß
Aschaffenburg. Das größe zählt 2einhalb Jahr
das kleine JJahr 4 Monate. Ersteres bekan
das Kindermehl i. Jahr, letzteres 9 Monate
Gewitz der schönste Beweis von dem ganz be—
sondern Nährwerte Ihres hochzuschätzenden un
empfehlenswerten Fabrikates umsomehr als e
»om schwächsten Ragen vertragen und von den Kindern mit Vo
zebhe genommen wird.
Hochachtungsvoll B. Eckert, Hebamme,
Vorsihende des Hebammenvereins Aschaffenburg.
G. Stempfles Kinderzwieback und Zwiebackmehl, Oberstdor
bayr. Alpen.
In Dudweiler zu haben bei Karl Auler, Adler-Drogeri
—Be,M——————— VtCFC?ct ——————————
Evangelischer Kirchench
bdangelischer Firchenchot
Dudweiler.
Dienstag abend
Probe.
—88 Besprechuna des Ausflugs wird um —28
National- Jugend.
liboeraler Vorein.
Heute abend 8 Uhr
Vorstands⸗-Sitzung.
Tages⸗Ordnung:
Sommerfest.
L. Bößmann, Vorsitzender.
Ladenlokal
in bester Lage Dudweilers per sofort z3—
vermieten. Näheres zu erfragen in der Exp
Zwei schöne große S
Mansarden⸗ Q.
——
OImmer Heute abend keine Vrobeé
an der Saarbrückerstr. gelegen sinð
eee I anandin
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xped. sagt wo.
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Sanatorium
Saarbr. St. en Marktplat 8 — m
geöffnet —
Sonuntag von 6—MUhr Un 4a
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