ser Faifser den Zug bestieg, Meß er sich ven Weommor
»on London vorstellen und drückte diesem seine hohe Be—
riedigung darüber aus, daß er, wenn auch bei recht trau
iger Gelegenheit, wieder einmal ein paar Tage in Lon
don habe weilen können. Der Kaiser dankte dem Lord
nayor für den freundlichen Empfang in der Hauptstadt.
die Herzlichkeit der Begrüßung der englischen Bevölkerung
beziehe er nicht nur auf sich, sondern auf das gesamte
eutsche Volk überhaupyt. Der Lordmayor versicherte dem
daiser, daß dies tatsächlich die aufrichtigen Gefühle der
ztadt London seien.
London, 24. Mei Der Erxtrazug min rper
raf gestern Nachmittag 4 Uhr 50 Win. in Port Victoria
ein. Der Höchstkommandierende des Nordsee-Geschwaders,
Admiral Dery und die übrigen hohen Flotten-Offiziere
empfingen den Kaiser. Die englischen Kriegsschiffe feuer—
en Salut. Der Kaiser schritt die vom Cornwall⸗Regi⸗
ment gestellte Ehrenwache ab und begab sich dann mit
dem deutschen Botschafter, Lord Robert und der Suite an
Bord der „Hohenzollern“. Die „Hohenzollern“ erhieli Be—
sehl, die Nacht in Port Victoria zu bleiben und nicht
tach Sherneß zu gehen
Der Kampf im Baugewerbe.
Einigungs-Verhaudlungen
Zu den erneuten, bereits gemeldeten, Vermittelungs—
»ersuchen des Reichsamts des Innern im Lohnkampf des
Baugewerbes hört man, daß zunachst der Arbeitgeberbund
ür das deutsche Baugewerbe auf eine Ansrage sich bereit
rklärt hat, in erneute Verhandlungen mi den Arbeiter—
»erbänden unter amtlicher Mitwirkung einzutreten. Dar—
aufhin haben am Sanistag Besprechungen zwischen einem
bertreter des Reichsamts des Innern und den Vertretern
der Zentralverbände der Maurer, Zimmerer, Bauhilfsar⸗
eiter und der christlichen Bauarbeiter Deutschlands statt⸗
lefunden. Die Einigungsverhandlungen liegen wieder in
den Händen des Geheimen Regierungsrats Dr. Wiedfeldt
om Reichsamt des Innern, da Staatssekretär Telbrück
u der Zeit, in der die Einigungsverhandlungen stattfin
den, werden, dienstlich von Berlin abwesend sein wird.
Goraussichtlich am Freitag, den 27. d. M. werden unter
dem Vorsitz des Geheimrats Wiedfeldt Verhandlungen
wischen den Vertretern des Arbeitgeberbundes und der
Arbeiterverbände stattfinden. Es düuͤrfte wiederum, wie
ꝛei dem ersten Einigungsversuch am 8. April, die Wahl
»on Unparteiischen zur Führung der Verhandlungen vom
Bertreter des Reichsamtes des Innern in Vorschlag ge—⸗
Fracht werden. Und man darf annehmen, daß diesmal
bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gelegenheit vorhan—
den ist, dem Vorschlag zuzustimmen.
Gerichtszeitung.
Prozeß Hofrichter. Vor dem Kriegsgericht in
Vien begann die Verhandlung gegen Oberleutnant Ho f—
ichter. Der Angeklagte wurde in Unisorm ohne Waffe
in den Gerichtssaal gesührt. Er sah bleich und verstört
rus und zitterte am ganzen Körper. Der Gerichtshof be—
teht aus je zwei Leutnants, Oberleutnants und Haupt—
euten und einem Major als Vorsitzenden. Auf die An—
rage, ob Hofrichter gegen die Zusammensetzung des Ge—
ichtshofes eine Einwendung habe, antwortete er mit lei—
em Nein. Sodann wurde das Protokoll über die Ver—
mtwortung des Angeklagten verlesen, worauf der Ange—
lagte aus dem Verhandlungssaale geführt wurde. Hier—
uuf begann der Hauptmann-Auditor mit der Verlesung des
Zchlußvortrages, der 100 Seiten umfaßt und eine ein—
jehende Schilderung des Falles, sowie die Zusammenfas⸗
ung aller Schuldbeweise enthält. Dem Abzuurteilenden
vurde sodann das Verbrechen, dessen er sich schuldig ge—
nacht hat, vorgehalten und befragt, ob er sein Geständnis
frecht erhalte, was Hofrichter bejahte. Hierauf wurde
rentlassen und abgeführt. Weiter ist, wie verlautet, die
berhandlung am Montag nicht gediehen. Aus guter und
em Prozeß nahestehender Quelle verlautet, daß das
eue psychiatrische Gutachten erst am Samstag Abend spät
rstattet wurde, und daß dieses Gutachten die volle Ver—
mtwortlichkeit Hofrichters in Zweifel zieht, nicht nur auf
Brund seiner mehrfach erwähnten Broschüre, sondern
»ielmehr noch auf Grund von Recherchen, die man nach
Angaben der Frau Hofrichter über sein Sexualleben an—
gestellt hat. Man glaubt, daß auf Grund dieses Gutach—
ens ein Todesurteil nicht gefällt werden wird. — Das
kriegsgericht gegen Oberleuimant Hofrichter setzte Dienstag
n Abwesenheit des Angeklagten die Verhandlungen fort.
Als Vorsitzender⸗ fungiert der Oberstleuinant des 24. In—
anterie⸗Regiments Vidulowitsch. Der Hauptmann Audi⸗
or Kunz fetzte die Vorlesung seines Informationsberichts
sort, wobei er auch die psychiatrischen Gutachten des Ober—
tabsarztes Drastich Mattauschel mitteilt, wonach Hofrich—
ter als geistig minderwertig, jedoch strafrechtlich vollkom—
men verantwortlich bezeichnet wird. Der Schluß des Vor—
rags des Auditors enthält folgende vier Anklagepuntte:
vegen Meuchelmordes an dem Hauptmann Mader, wegen
»ersuchten Meuchelmordes an den übrigen elf Empfängern
der Giftbriefe, wegen Verleitung zum Mißbrauchder
limtsgewalt (Fall Tuttmann) und wegen Fälschung von
olumenten (Marschrouten) *
Von der Luftschiffahrt.
*Ein neuer Varsevarfür das Hee—r. Wi—
— —
WBo bleibst Du zartes Wesen, wo bleibst Du entzũk⸗
ende Fee aus Sonnenstaub und Blumenduft gewoben,
ie Du neckisch den Wanderer grüßest, als er Dein Reich
etratz Soll ich Dich rufen? — Nein, still, mäuschen—
till will ich mich verhalten, dem Nymphen und Alraunen
erscheucht die Menschenstimmel — Sieh da, — da naht
ie schon, — leicht aufgeschürzt im hellen Sommerkleide,
en Strohhut in der Hand, den Fuß umspannt mit einem
Zztiefelchen der ersten Qualität, so recht wie ich ihn
iebe, das Haupt ungelockt von blonder Strähnenfülle, ein
Blätterkranz darauf, der Rosen Rot auf zarten Wangen,
has Ganze von dem Glanz der Jugendfrische übergossen,
- so übersprang sie leicht den Bach und plötzlich stanß
ie vor mir.
Rehaugen blickten mich an, ein leiser Ausruf des
Schrechens entfuhr den kleinen üppigen Purpurlippen, —
ann drehte sie sich um, beinahe klang es jetzt, als rufe
ie nach Hilfe. — „Hierher, hier bin ich!“ ließ sie durch
den Wald erschallen, das Echo gab die Glockentöne viel—
ach zurück.
O weh, — die Reizende war nicht allein, sie hatte
icherlich nicht ohne Schutz ihr märchenhaftes Reich verlas⸗
en, sie brachte einen Hüter mit in Gestalt eines recht
ehäbig und wohllaunig aussehenden Alten. Dies männ—
iche Individuum sah äußerst menschlich aus, — trug
Zarzergebirgstracht, graue Gamaschen, graue kurze Pam
alons, eine Jägerjoppe und einen Weidmannshut. Sein
küceen war beschwert mit einer Tasche und einem bunten
Z—chal, der sicherlich der zarten Fee gehörte.
Dort hinter jenem Tannendunkel verschwanden sie,
ie Fee samt ihrem Führer — und ich, ich blieb allein,
ven Glanz der wonnigen Erscheinung in meinem Herzen.
Was machen? kSollte ich ihr folgen? Doch was war
as? Horch, weit hinten in den Waldesgründen, Rufen,
rohes Lachen vieler Mädchenstimmen und dann wieder
illes ruhig, stille wie vorher. — Ich saß noch immer
inter dem Eichenbaum, — da knackte es in den Zweigen,
nuf ungebahnten Wegen erschien der Alte wieder, der rote
„chal fehlte, er trug nur noch die lederne Vorratstasche.
„Morgen!“ — sagte er zu miv.
„Morgen!“ — entgegnete ich. — Der Mann schritt
en, berggewohnten Schrittes weiter.
Sie. alter FTreund und Gönner!“ — riet ich ihm
ine Berliner Korrespondenz mitteillt, haben die Verhand—
ungen der Heeresverwaltung mit der Luftfahrzeugbau⸗Ge—
lUlschaft zu Bitterseld wegen Lieferung eines neuen Lenk
allons für militärische Zwecke zum Abschluß geführt. Be—
ierlenswert ist, daß der zu bauende Lenkballoͤn nach dem
zystem Parseval einen Rauminhalt von nur rund 58700
rubikmetern besitzen soll, während der zuletzt von der
ßesellschaft abgenommene Militärballon rund 1000 Kubitk
neter Inhalt faßt, alfo 6700 Kubitmeter groß ist. Dic
deeresverwaltung hat sich alio diesmal für einen kleineren
renkballon entichieden und legt im übrigen größtes Ge—
vicht auf eine möglichst große Eigengeschwindigkeit des
Luftfahrzeuges.
*Ein Abflugturm. In Holten in Westfsalen ist
*ꝛÚxy erste deutsche Abflugturm, Eigentum des wesi—
deutschen Vereins für Flugsegler, eingeweiht. Der Feien
vohnten mehrere Vertreter der Regierung bei. Noch in
Laufe dieser Woche werden Uebungen von dem Turm und
utf dem Fluggelände beginnen. Das erste große Schau—
liegen, an dem namhafte deutsche Flieger teilnehmen, ist
ur Anfang Juli in Aussicht genommen.
*Einkühner Flug. Auf dem Flugplatze Johan—
isthal bei Berlin stieg der Aviatiker Frey zu einem
Veit- und Höhenflug auf. Er überfuhr den Westen Ber—
Iins ungefähr in der Richtung der Linden in stiolzem
zfluge in einer Höhe von mehr als 100 Meter so schnell,
aß man ihn von erhöhtem Standpunkt aus nur wenig
dinuten verfolgen konnte, bis er am östlichen Horizon
en Blicken entschwand. Nach einer anderen Meldung lan—
ete Frey nach 37 Minuten, wobei er eine Höhe von 400
is 500 Metern erreichte, glatt wieder in Johannisthal.
)er Flüg führte von Johannisthal über das Tempelho—
er Feld, den Tiergarten, die Linden entlang, über das
önigliche Schloß und dann die Spree entlang nach Jo—
annistal zurück, wo Frey auf dem Flugfelde noch zwei
tunden ausführte.
Vom Halleyschen Kometen.
Bei der Beobachtung des Halleyschen Kometen kam
»as große Publilum zum ersten Male auf die Kosten.
der Halley hat sich allmählich so weit von der Sonne
Her aneys n lamet.ges. amAbend des
72. Mai 90hr 3Min. H J
ntfernt, daß er fast drei Stunden nach Sonnen-Un. Agan
inter dem Horizont verschwand. Der Halley erschien wir
in heller Nebelflech, den man erst mühsam suchen mußte
*Die Sternwarte in Aabo (Finnland) hat den
halleyschen Kometen gesichtet. Die Sternwarte erklärte in
lebereinftimmung mit den meisten italienischen Sternwar.
in und im Gegensatz zu den Veobachtungen der mittel—
uropäischen Observatorien, daß die Erde überhaupt nicht
urch den Kometenichweif gegangen sei
— AÆEküöMD —
Handel und Verkehr.
Deutschlands Außenhandel im April. Nach den
ionatlichen Nachweisen über den auswärtigen Handel
)eutschlauds betrug im April 1910:
Die Einfuhr 5504049 Tonnen, ferner 13 112
ztück, worunter 13 022 Pferde, gegen 5008 001 Tonnen
ind einige Tausend Stück im April v. Is., die Aus
uhr 4435 196 Tonnen, ferner 512 Stück, worunter 44
zferde, gegen 3 786 203 Tonnen usw. im April vk I8
die Einsfuhr erreichte in den vier ersten Monaten d. Is
7904 806 Tonnen, außerdem 57 863 Stück, woruntel
„7669 Pferde, gegen 16 965 031 Tonnen und 470771
Ztück (46 930 Pferde) im gleichen Abschnitte des Vor
ahres. 18 von den 19 Tarifabschnitten ersuhren Ein
ahrsteigerungen, namentlich Erzeugnisse der Land- und
jorstwirtschazt uswp. (4. 508 881 Tonnen), mineralisch
ind fossile Rohstosse, Mineralöle (4. 228 492 Tonnen)
hemische und pharmazeutische Erzeugnisse, unedle Metall
ind Waren daraus, Waren aus Steinen uswp. Die Ge—
amtausfuhr belief sich in den vier ersten Monaten au
6094 762 Tonnen und 2613 Stück (2423 Pferde) geger
4358 235 Tonnen und 2422 Stück (2301 Pferde) in
zorjahre. An der Zunahme der Ausfuhr sind 18 Tarif
bschnitte beteiligt, zumeist mineralische und fossile Roh
offe uswp. mit rund 800 000 Tonnen, chemische usw
rzeugnisse mit 49 350 303 Tonnen, unedle Metalle un
Varen daraus mit — 319 771 Tonnen (vorab Eisen 4
10 18332. — Der Wert der Ginfuhr betrug in
ach. — Wohin so schnell, und jetzt allein?“ De. Nann
drehte sich um.
„Will nun mein Glüdk allein versuchen, man muß den
Norgen nützen.“
„Nun und die junge Dame, das reizende Feenlind,
;»as Sie vorher begleiteten?“
„Das junge Voll hat sich zusammengefunden, die fin⸗
en ihren Weg schon alleine.“ — —
Darf ich mich Ihnen anschließbe ⸗
„Nur immer zu.“ ee,
Wir gingen ein Stückchen zusammen. ——
„Wie geht das Geschäft in diesem Jahredß
Er schien meine Frage überhört zu haben
„Ach, es ist doch wahrhaftig eine Wonne, wenn tnan
inmal an einem dienstfreien Sonntaasmorgen so recht die
atur genießen kann!“
Mein Führer drehte sich um, — sah mich einen Au—
enblick fragend an. „Was haben Sie denn für Dienst?“
„Den allertollsten, den man sich nur denken kann, als
injähriger Rekrut. Ich sage Jhnen, alter Freund, eine
Drillerei, wahrhaftig nicht zu ertragen “
So, so“, — knurrte der Alte.
„Ach, mein Plaid können Sie wohl nehmen, ich zahle
»asselbe, was jeder andere Fremde zahlt.
Der Mann schien sich zu wundern, daß ein so junger
Nensch sich sein geringes Gepäck tragen ließ.
„Geben Ste her.“ — Er warf das Tuch über seine
vreiten Schultern.
„Sagen Sie mir doch, werter Freund, Sie führten
a da vorhin ein allerliebstes Mädchen, ich würde gern
iäheres über die iunge Dame erfahren. Wie heißt der
Enael?⸗
Der alte Harzer schmunzelte.
„So? gefällt sie Ihnen? kann mir's denken, muß
wohl aus der Stadt sein, habe so aus den Gesprächen
der jungen Mädchen erfahren.“
„Wer so viele Fremden führt, wie Sie, kann natürlich
nicht alle bei Namen wissen!“ — fiel ich ein.
„Leider nein, aber ein wenig Neugierde hat man am
Ende doch auch. Ich weiß gern, mit wem ich zu tun
habe, nach Jahren erinnert man sich dessen, — sehen Sie,
—er zog dabei ein Notizbuch heraus, — „ich bin so um
— führe, zum
Inhdonkon ihren Namon qufaischreihen, 209 House tlebe 14
Lpril dss. Is. ohne Edelmetalle und Wertpaptere 740,
htillionen Mark, in den vier ersien Monaten dss. J
849,1 Millionen Mart gegen 2723,9 Millionen Mark ir
Lorjahre, der Wert der Ausfuhr im April dss. Js
30,0 Millionen Mark, in den vier ersten Monaten d.—
355,6 gegen 2019,2 Millionen Mark im Vorjahre. &
Ausfuhr hat hiernach weit stärker zugenommen als d
Sinfuhr. In letzterer zeigen 17 Abschnitte eine Wertste
gerung, in ersterer 18.
König Edward als Weltreisender.
Unser Bild gibt einen genauen Ueberblick über dis
steisen, welche der verstorbene englische Monarch als Kö—
tig und als Kronprinz unternommen hat. Seine erste
steise als Kronprinz führte ihn 1830 556 nach Königs—
4
winter, um in Bonn zu studieren. Während er als Kron—
zrinz fast jährlich Berlin besuchte, kam er als König nu
inmal und zwar im Jahre 1909 in die Reichshaupistadt,
die meisten Reisen führten König Edward nach Marien.
ad, woselbst er sich zur Kur aufhielt.
— ———— —— — — — —
Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 24. Mai.
Des Fronleichnamstages wegen erscheint morgen keir
zeitung. Die nächste Nummer erfcheint am Freitag.
Sicherheitsmänner und Grubenausschlußmitglieder
die Namen der bei den Berginspektionen 4 und 11 ge
Ȋhlten Arbeitervertreter sind sdie mit [Stern] versehener
Bergleute sind die Sicherheitsmänners: Berginspektion 4
Nikol. Schuh 7., *Math. Scheidt, »NAugust Kullmann
Math. Staudt, »August Kraushaar, Math. Hauck 3., *Wil—
helm Tiefensee 2.. Johann Treib, *Peter Pirro. »Wilheln
Dörr, *Peter Dewes 2., *Peter Scherrmann. Nikolaus
Herrmann 5., Pet. Becker 22., »Peter Schuh 6.. »Math.
Braun 6., Phil. Prauß, »Joh. Lauere, Theodor Feth,
Matth. Kockler, Karl Pfeiffer, Ludwig Lorenz 2., Heinrich
Paulus 3., *Friedr. Schmidt 2., *Johann Fischer 3., Michel
Fontaine, Phil. Platz, 2., Jul. Fries. Berginspektion 11:
Wilh. Gapp, Peter Wolf, »Georg Quirin, Michel Bautz
Karl Nikolaus, »Jak. Dörr, »Joh. Paul 7., Georg Rupp 2.
Nikol. Frank, Jos. Buchheit, Johann Friedrich, Konrad
Schwindling, Matth. Wilhelm 7., »Johann Weber 3.,
Jak. Weber 3., *Christ. Flamman, »Math. Schmidt 1.
Friedr. Müller, Georg Burgardt.
Lieb' Vaterland magst ruhig sein. Das dreizehnte
lind hat die Ehefrau Nifol. Wolter' 4. hier am 14. Mai
zeboren. Alle dreizehn sind am Leben.
Große Eier hat der Vollziehungsbeawte Herr Weyand
»on einem Huhn erhalten. Ein uns vorgezeigtes Ei wog
6 Gramm. Gewiß ein sehr schönes Gewicht für ein Hüh
ꝛerei.
Ausgestellt sind die Preise, welche der Gesangvereir
Thalia“ beim Vfingstwettstreit in Saarbekon ornα
sie dann in ein Buch, — Sie glauben nicht, was mär
das für Spaß macht.“
— „Her damit!“ Ich ergriff das Buch und schrieb
hinein: „Bernhard von Rautenstein, Referendar und Ein—
ijährig-Freiwilliger im 20. Regiment.“
etzen Sie doch noch die Kompanie dazu.“
„Gut, hier, 10. Kompanie, und wenn Sie nach der
Stadt kommen, so besuchen Sie mich. Nicht wahr, Sie
persprechen es mir, Sie erkundigen sich nach der Dame?
Ich muß sie kennen lernen.“
„Hier meine Hand darauf.“ —
„Am liebsten wäre es mir, wenn es noch heute ge
chehen könnte.“ —
„Wenn es sich macht, gewiß.“
„Na, Sie sind ein verständiger, alter Knabe, woh'
nuch so manchen tollen Streich gemacht, was?“
„Nun — nun —, wenn's gerade paßte.“
uns vergehen die tollen Streiche jetzt eigentlich ein
wenig. In nächster Woche Besichtigung vor dem Obersten,
foll ein höllischer Grobsack sein, die Unteroffiziere erzäh⸗
len Wunderdinge.“ — Ich erleichterte mein gepreßtes Frei⸗
willigenherz. Ach, mir war's so wohl zu Muͤte, einmal so
recht frisch von der Leber weg raisonnieren zu könmnen.
„Na, wenn das der Alte wüßte, daß ich ohne Urlaub
hier bin, es gäbe ein Unglück.“
„Das glaube ich auch!“ erwiderte er.
Mein Freund Bertrazn rief meinen Namen. — —
„Gleich, gleich!“ — antworrete ich und wandte mich zum
Gehen. Er brauchte mein kleines Abenteuer nicht zu er⸗
fahren, er war ein gefährlicher Kondarrent.
„Na, Alter, ein Wort ein Mann, hier das Geld.“ —
Er lehnte es entschieden ab, es sei ihm ein viel zr
großes Vergnügen gewesen, mich kennen gelernt zu haben
„Na, dann aber noch einen Extratabak, Habann—
füngster Ernte, rauchen Sie sie mit Verstandi—
„Werde es versuchen!“
Damit trennten wir uns, ich war einstlbig, Bertram
schalt auf mich, sagte, ich hätte einen tollen Katzenjam⸗
mer, ich ließ ihn dabei und war ganz froh, wie er sich
einigen anderen Bekannten anschloß und mit ihnen eine
Harztour machte. Hatte ich doch so Keit, meine schöne
Inbekannte ungestört zu suchen.
Dask Müben war vergeblich. e war wie nem de—
und zwar im Schaufenster des Herrn Chr. Faus.
Vogelschutz während des Nistens. „Alle Vögel sun
schon da, alle Vögel, alle.“ So schallt das alte, liebe Lu
aus vielen Schulen zum offenen Fenster hinaus in de
Frühlingswelt. Im Landgebiet beginnt das schier end
lose Konzert der gefiederten Sänger. Tausend und abe—
tausend Vogelstimmen begleiten einander, lösen sich ab, e
gänzen sich zu einem großen Lied der Frühlingsfreude
Kindergesang und Vogelgesang feiern die wieder auferstar
dene Welt. Und nachmittags ziehen hunderte von Kinder
ins Feld und suchen die Nester derselben Vögel. Siche
sie freuen sich des Familienlebens der kleinen Sänger. Ab
es kann nirgend ein Familienleben gedeihen, wenn anda
ernd neugierige Störenfriede hineindringen in den Fried
der Vogelfamilie. Zum Nest ist bald ein breiter Weg
treten; jeder Vorbergehende findet, was die Spuren ve
raten. Tolpatschige Hände betasten die Eier und zerdrück
die dünne Eischale; die kleinen und dicken Menschen,
nicht klettern können, zerren den Zweig herunter und lasse
beim Zurückschnellen die Eier zum Neste herausschleuder
Am meisten leiden die niedlichen Erdbrüter. Ist ihr Ne
einmal auf der Erde gefunden, so wird es sicher zerstör
Und zu den Unvorsichtigen treten die Rohlinge mit ihr«
Lust am Zerstören von Glück und Kunstwerk. Wenn]
ein Zaunkönigsnest oder ein Rotschwanznest gefunden haber
so wird es mitgenommen, weggeworfen, zertreten, die kleine
Lögel gemartert, zerrissen. Abgerissene Vogelköpfe sin—
Zeugen der verwerflichen Rohtak. Nichts besser find di
Sammler von Eiern und Vogelnestern.
Ihr Eltern und Lehrer! Erzieher und Wächter —
Jugend! Bekämpft die Unsitte des Vogelnestsuchens! 6
ist eine Versündigung gegen die Vogelwelt. Wenn es au—.
nicht in böser Absicht geschieht, geschadet und vernichte
wird dadurch ungeheuer viel. Mancher Rohling sucht se
zrevelhaftes Tun zu entschuldigen, indem er vorgibt, nu
Nester schädlicher Vögel zerstört zu haben. Wir und vo
allem die Jugend haben aber nicht das Recht, über da
Leben von vermeintlich schädlichen Tieren zu verfügen; den
wir irren uns gar oft in unserer Beurteilung des ange
richteten Schadens und Nutzens. Für das Zerstbrern vo
Nestern gibt es keine Entschuldigung, und wir dürfen kein
Entschuldigung gelten lassen. Wir müssen in der Schul
ind im Hause durch Eltern und Lehrer der Ansicht ent
gegentreten, als hätte jeder das Recht, nach seinem Gutdün
ken und nach seiner Wissenschaft willkürlich über unser
Vogelwelt zu verfügen. Im Winter versuchen Behörder
und Private die bei uns überwinternden Vögel zu erhalten
Vogelschutzgesetze umfassen ganze Erdteile, der wirksamst
Schutz wird aber unserer Vogelwelt zuteil. wenn wir zu
Brutzeit die friedliche Häuslichkeit des Vogels achten.
Lehrlinge. Der Regierungspräsident von Trier ha
für den Handwerkskammerbezirk Saarbrücken, der auch das
Fürstentum Birkenfeld umfaßt, folgende Vorschriften erlassen
1. im Bäcker- und Konditorengewerbe, wenn der Lehrherr
allein arbeitet höchstens 2 Lehrlinge, für jeden regelmäßic
beschäftigten Gesellen außerdem noch ein weiterer Lehrling
2. im Barbier⸗, Friseur⸗ und Perückenmachergewerbe, wen
der Lehrherr allein arbeitet, höchstens 2 Lehrlinge, für jedern
regelmäßig beschäftigten Gehilfen ein weiterer Lehrling; ei⸗
z. im Schlosser-, Mechaniker-, Maschineubauer⸗ und
Schmiedegewerbe, wenn der Lehrherr allein arbeitet, höch
stens 3 Lehrlinge, für jeden regelmäßig beschäftigten Ge—
sellen höchstens 2 weitere Lehrlinge. — Ausnahmen vo—
diesen Bestimmungen können durch den Vorstand der Hand
werkskammer genehmigt werden. Beschwerden gegen dieser
ablehnenden Bescheid sind an den Herrn Regierungspräsi—
denten in Trier zulässig. — Die zur Zeit des Inkrafttretens
dieser Bestimmungen in der Lehre befindlichen Lehrling—
dürfen ausgelehrt werden.
Ueber die Eisenbahnwünsche im nahen und wei—
eren Umkreise berichtete neulich im preußischen Landtag
derr Abgeordneter v. Schubert. Zunächst sagte er der
dönigl. Eisenbahnverwaltung Dank dafür, daß sie die
Bahnstrecke Tholey-St. Wendel in die Vorlage aufgenom
men hat. Dann befürwortete er in erster Linie die Oster—
talbahn von Wiebelskircheu bis Oberkirchen als Staatsbahn
Das Osterthal sei inbezug auf seine Verkehrsverhältnisse
von jeher etwas stiefmütterlich behandelt worden. Die
Folge ist, daß die in vielen Orten des Osterthales wohn⸗
enden Grubenarbeiter jetzt die ganze Woche von ihrer
Häuslichkeit fern bleiben und in den Schlafhäusern der
Gruben ihr Unterkommen während der Woche suchen müs—⸗
sen. Wird die Verbindung bis Oberkirchen fortgeführt
dann wird sich auch eine Verbindung nach rechts und links
also nach Kusel und St. Wendel, vielleicht auch nach Tür
kismühle von selbst ergeben. In Wiebelskirchen sollte ein
Personenhaltestelle errichtt werden. Der Ort hat üben
8600 Einwohner. In Namborn an der Rhein-Nahebahr
wird eine Güterabfertigungsstelle gewünscht. Es würde da—
von auch eine Reihe umliegeuder Orte wesentlichen Nutzer
haben, dio iot auf n-ι ,α Sofeld angewieser
J——
orde verschwunden. Betrubt schlich ich zur Post; es däm⸗
merte bereits, der freie Sonntag neigte seinem Ende zu.
Per Postwagen war schon angeschirrt, umschwirrt von jun⸗
gen Damen stand die gelbe Kalesche vor dem Stations
gebäude und wahrhaftig, unter all' den hellen Stimmcher
erlannte ich die eine glockenreine sofort heraus, unter all
den zierlichen Mädchengestalten war die Fee die zierlichste
„Der Onkel reist erst morgen früh, er hat mich Euren
Schutze anvertraut, ich mache mir sein Fernsein zu Nutz⸗
und ve mich auf den Bock.“
„Aber Edith!“ riefen die Dämchen durchei at
shia e e egten die Damchen dur cheinander,.d
„Ich sitze aber leidenschaftlich gern auf dem Bock, in
engen Postwagen kann ich es beim besten Willen nich
aushalten.“ Zierlich schwang sie sich hinaus mer den
herzlichsten Cachen der Freundinnen, die wie n surren
Bienenschwarm die inneren Pläte mit sich selbst be
etzten.
Kutschert· — rief ich aufgeregt — „hier füni
Taler, — Ihr müßt mir einen Gefallen tun.““
Fünf Taler sind für einen Posiillon gerade so viel
wert, als für einen Freiwilligen mit Referendarien ehalt:
nach eimgen dringenden Zureden von meiner und allerle,
lomischem Zaudern von seiner Seite hatte ich ihn endlich
so weit bekommen, daß er im Stalle im Umsehen in
meine Zivilkleider, ich in seine Postillonsuniform schlüpfte.
Wit beide nun hinten schnell zum Tore hinaus, er als
Passagier auf meinen Platz, ich auf den Bock, — heidt
— hast Du nicht gesehen, ging's von dannen! —
„Blasen — blasen!“ — raunte er mir zu, indem en
sich aus dem Fenster beugte und mich am Frack zupfte
Zum Glück war ich des Trompetenspiels kundig.
Freudiger klang das Posthorn nie, — ich schmettert
ordentlich, die Leute im Oertchen mochten denken.wea
ist dem guten Henke von heute nur begeanet. daß er so
ustig bläst?“
Das Fräulein saß neben mir, ihr Kleid berührte
meine Seite, sie plauderte so kindlich froh und bat mid
um ein Liedchen auf dem Horn. „Ich höre es gar sa
gern, ach es stimmt mich so poetisch, es ist ein Stückchen
alter vergangener Zeit, was aus dem Vosthorn uns n
gegentönt“