etzender Schenheit. Bie Stadt Amsterdam hat eine ein—
ehende Ausstellung des Statistischen Bureaus angeord—
et. Die Raumtunstausstellung ist klein, aber eine Glanz—
istung.
Zur Kretafrage.
Wien, 18. Mai. Wie die „Neue Freie Presse“ aus
urkischen diplomatischen Kreisen erführt, wird der Mini—
er des Aeußern, Risaat Pascha, welcher den Thronfolger
ach London begleitet, bei seiner dortigen Anwesenheit
nit den englischen Staatsmännern die Kretafrage gründ—
ich besprechen, zu dem Zweck, eine endgültige Lösung die—
er Frage auf Grundlage der Autonomie zu erzielen.
die Pforte will, daf eine Ordnung der Dinge geschaffen
oird, die weite Zwechel und zweifelnde Auslegungen nicht
uläßt.
Wien, 18. Mai. Von unterrichteter französischer Seite
vird mitgeteilt, daß die kretische Frage wieder sehr ernsi
eworden sei. Zwischen den Kabinetten der Kreta-Schub—
nächte finden Beratungen statt, welche Maßnahmen ge—
roffen werden sollen, wenn die Kreter die mohammedani—
schen Mitglieder der National-Versammlung andauernd
on den Beratungen ausschließen sollten. Die Mächte sind
erständigt, daß die Türkei in diesem Falle selbst Ord—
uung in Kreta schaffen wolle, falls die Schutzmächte dies
licht tun werden.
Wien, 18. Mai. Das „Fremdenblatt“ meldet aus
donstantinopel: Die türkische Flo te läuft am Samstag
uus. Ihr Ziel ist die Insel Karnathos
Athen, 18. Mai. Ein Geschwader aus drei Panzer
chiffen und 4 Torpedo-Fahrzeugen hat Ordre erhalten
ch noch in dieser Woche in Bereitschaft zu halten angeb
ich zu UNebungszwecken“ Mit den offiziösen Mitteilunger
ber den Zweck dieser Maßregel ist indessen die allge
ieine Unruhe, die infolge der ungünstigen Aufnahme de—
zidesleistung der kretischen Abgeordneten durch die Türkei
nd die Mächte sich bemerkbar macht, nicht recht zu verein
»aren. In politischen Kreisen macht man keinen Hehl
araus, daß sich die politische Lage etwas zugespitzt hat.
Athen, 18. Mai. Ministerpräsident Beniselos
ntwickelte im kretischen Parlament das Pro—
ramm seines dreigliederigen Ministeriums. In dem—
elben erstrebt die Regierung die Erhaltung der Sympa—
hien der Schutzmächte durch die Aufrechterhaltung der Ord—
iung und den Schutz der muselmanischen Minorität, so—
zie die internationale Anerkennung der Union mit Grie—
henland. In der inneren Politik beabsichtigt sie eben
en administrativen und finanziellen Reformen die Fusion
er kretischen Staatsbank. mit der Nationalbank von Grie—
henland und die Erhöhung der militärischen Diemtzeit der
Riliz auf sechs Monate. Die Regierung schwur sodann
em Könia von Griechenland den Treueid
Die Unruhen in Albanien.
Aus dem „Wetterwinkel Europas“ kommen seit einiger
zeit wieder Nachrichten, die erkennen lassen, daß die wilde
datenlust der Albanesen noch nicht erloschen ist. Seit faft
inem Jahrhundert bereitet dieses wilde Gebirgsvolk, das
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von unbezähmbarer Abenteurerlust erfüllt — von. Ju—
end an mit Pserd und Büchse umgehen lernt, den Tür—
en viele Sorgen und groß sind die Opfer an Gut und
Ilut, die die Türken im Kampfe gegen diesen „Feind“
rindgden mußte
Quelle und einen Strauß, sie ging aver immer mauriger
ort, denn väglich empfing sie beanastlaendere Nachrichten über
»es Kaisers Gesundheit.
An einem schönen sonnigen Morgen lief sie in kindlicher
reudiger Hoffnung im geheimen Vertrauen auf die Heilkrafi
hres Wassers nach Longwood. Man hatte ihr Tages vorher
jesagt, es gehe besser, und sie hoffte auf ein Wunder, die Heiling
des Kaisers. Welche Enttäuschung, Trauer, wohin sie
zlickte. Der Kaiser, hieß es, sei im Sterben. Sie wollte ihn
jur noch einmal sehen, man wies sie zurück. Sie bat, fie
lehte, bis man sie in das Zimmer führte. Napoleon haite
ich, in seinem Todeskampse, auf seinem Schmerzenslager
ufgerichtet. Seine Treuen umgaben ihn. Er hatte das Fen—
ter, das nach Frankreich blickte, öffnen lassen, seiner Heimat
ührendes Lebewohl gesagt. Seine Augen richieten sich auf
inen Punkt, sein Bewußtsein war irre, er sprach noch die
bgebrochenen Worie: Bewaffnetes Hauwpt .. meine
zarde. mein San KFroankrweichund
arb.
Dem Mäbchen fielen die Blumen, die sie zum Geschent
ringen wollte, aus der Hand, sie sank leblos zu Boden.
Ihvr Schmerz war groß, ihre Trauer echt kindlich. Der
zögling des Kaisers hatte die Aufmerksamkelt der Reisenden
rregt. Ein reicher Teilhaber den indischen Kompagnie hei—
atete sie. Emely Barnston ist eine der reichsten und geach
esten Frquen Enalands geworden vr
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Enge Handschuhe weiter zu machen,
efeuchtet man ein weißes Tuch und wickelt in dasselbe die
pandschuhe ein. Nach einigen Stunden nimmt man sie her—
zus und wird finden, daß das Leder weit dehnbarer gewor—⸗
zen ist. Um der Farbe nicht zu ichaden, darsj das Tuch
Abswerständlich nicht zu nak sein
Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 19. Mai.
Wohltätigkeits-Konzert. Der Vaterländische Frauen—
erein, Ortsgruppe Dudweiler, veranstaltet am Sonntag
en 29. Mai im Vergnügungslokale auf dem Bergfestplatz
er Grudbe Dudweiler ein Wohltätigkeits-Konzert. Der
Nännergesangverein Jägersfreude wird das Singspiel
Rosel vom Schwarzwald“ zur Aufführung bringen. Des
deiteren werden vom Doppel-Quartett Dudweiler verschie—
ene Chöre zu Gehör gebracht.
Komet. Vergangene Nacht richteten sich viele Augen—
»aare gegen den Horizont, um den Kometen oder doch
venigstens dessen Schweif einwal zu sehen. Bis gegen
Uhr war es auch ziemlich hell am Firmament, dann aber
tiegen Wolkenschichten auf, die es unmöglich machten, ein
„Sternlein am Himmel“ zu entdecken. Der Liebe Mühe
var mal wieder vergebens gewesen. — Der Komet ist jetzt
n den Sonnenstrahlen verschwunden, und am 19. in den
rühen Morgenstunden sollte sein Schweif über die Erd—
zinwegstreichen, ohne Schaden für uns. Am 19. ist de
domet wegen seiner scheinbaren Sonnennähe umsichtbar,
vird vielleicht schon am 20. wieder zu sehen sein, und zwar
jach Erlöschen der Abenddämmerung am westlichen Himmel
Zeinen größten Glanz dürfte er in den Tagen vom 20
»is 25. Mai entfalten, am letzteren Tage geht er etwa
rei Stunden nach der Sonne unter, nimmt aber dann
ehr bald an Helligkeit ab.
Neue Bezeichnung. Der allen Reisenden bekannte
Portier“ der deuͤtschen Bahnhöfe hat nun endlich auch
inen deutschen „Titel“ erhalten. Die Reisenden haben
ünftig nicht mehr mit dem „Portier“, sondern mit dem
Pförtner“ zu verkehren.
über die größten Truppenübungen des 8. Armee;
zorps hat der kommandierende General u. a. Nachstehendes
»estimmt. Größere Kavallerieübungen finden bei der 15.
ind 16. Kavalleriebrigade während des Anmarsches zum
Truppenübungsplatze Elsenborn vom 22. bis 27. Juli statt.
die 16. Kavalleriebrigade hält vorher bei Trier Schwimm—
bungen ab. In der Zeit vom 19. bis 25. August findet
ei Köln eine Festungskriegsübung statt. Als Manöver—
elände steht denn 8. Armeekorps zur Verfügung der Re—
ierungsbezirk Trier mit Ausschluß der Kreise Saarbrücken,
Ittweiler, St. Wendel, Saarlouis, Merzig und des auf
—
ind Trier. Die Manöver der 29. und 30. Infanterie—
rigade und die Divisionsmanöver werden vom 6. bis 17.
zeptember abgehalten. Am 19. September findet das
Nanöver der 15. Divisiou gegen einen angenommenen
zeind statt. Die Manöver der 31., 32. und 80. Infanterie—
rigade beginnen am 9. September und enden mit den
divisionsmanöpern am 21. September. Die Unteroffizier—
chule Jülich wird während des ganzen Manövers der 15.
division zugeteilt. — Der Kobl. Ztg. wird aus gut unter—
ichteten militärischen Kreisen mitgeteili, daß zu Versuchs—
wecken in diesem Jahr beim 8. Armeekorps eine Radfahrer—
ompagnie aufgestellt werden soll, die sich mit sehr interes—
anten und lehrreichen Aufgaben zu beschäftigen haben wird
zei diesen Radlern wird auch das Gefecht in den Vorder—
rund treten. Und eine derartige Kompagnie scheint eine
uusreichende Gefechiskraft zu besihen, um der Kavallerie
chnell als Rückhalt oder zu technischen Zwecken zu folgen,
a sie täglich bis 120 Kilometer zurücklegen kann. Sie ist
ußerdem imstande, überraschend gegeu Infanterie, ihre
Flanken und Verbindungen aufzutreten; sogar selbständig
zu kämpfen vermag sie, was bei den Herbstmanövern des
3. Armeekorps zum Ausdruck kommen soll. Ferner wird
diese radelnde Infanterie mit Aufträgen versehen werden,
die sonst der jetzt durch Verfolgung oder durch Fühlung—
dalten am Feinde so beanspruchten Kavallerie zufallen.
Natürlich sind überraschende Uberfälle und Handstreiche, be—
onders auch so recht ein Verwendungsfeld der viel kühner,
iberraschender, geräuschloser und ohne größere Kraftanstreng—
ingen vorgehenden Radfahrer-Infanterie. Auch in dieser
Beziehung dürften die Herbstmanöver des 8. Armeekorps
ehrreiche Beispiele erbringen. Ubrigens werden im Kriege
die Radler wohl auch gegen plünderndes Gesindel zu wir—
en, das Schlachtfeld nach Verwundeten und Vermißten ab—
zusuchen, Infanterie- und Artillerie-Munitionswagen zur
Munitionsergänzung, Fuhrpark- und Proviantkolonnen
vorzuführen, auf dem Rückzug Engwege offen zu halten
s)aben, Aufnahmestellen vorzubereiten haben usw. Auch in
dieser Hinsicht wird so manches bei den großen Herbst—
ibungen des 8. Armeekorps geschehen, so weit es eben im
Frieden möglich und empfehlenswert ist. Weiter hört das
genannte Blatt, daß der beim 8. Armeekorps aufzustellen—
den Radfahrerkompagnie auch Maschinengewehre zugetcilt
verden sollen, um ihr eine größere Gefechtskraft zu geben.
Im übrigen liegen nunmehr die Dinge so, daß diese Ver—
uche zu einer stehenden fahrenden Infanterie führen dürften,
die schließlich ja auch ganz zweckmäßig erscheint, so unlieb—
am eigentlich an sich eine Vermehrung von Spezialtrupper
st. Indessen, im Kriege lafsen sich derartige Verbände, die
zine gründliche Fachausbildung erheischen, nicht so impro—
isieren, daß dadurch der Erfolg garantiert wird.
Unfälle betr. Der Vorstand der landwirtschaftlichen
zerufsgenossenschaft hält es für angezeigt, erneut auf die
enaueste Beachtung der über die Aufnahme und Bear—
eitung der Unfallverhandlungen gegebenen Vorschriften
iuzuweisen. Im Interesse der rechtzeitigen Einleitung des
eilperfahrens ist es dringend erforderlich. daß bei schweren
Cerlezungen Knochenbruchen, Verbrennungen, Srufte un«
Bauchverletzungen, eitrigen Zellgewebsentzündungen pp.
ie ärztichen Fundberichte sofort ausgestellt und mit den
den Sektionsvorstand unverzüglich einzureichender
Infallanzeigen vorgelegt werden. Je nach der Verletzung is
die sofortige Aufnahme der .Untersuchungsverhandlunger
geboten. Da der Genossenschaftsvorstand für die Folge—
eit wegen verspätet eingegangener Unfallanzeigen von
einem Strafrecht ausgedehnteren Gebrauch machen wird
o ist in jedem Falle eine verantwortliche Aeußerung des
Anzeigepflichtigen über die Gründe der verspäteten Anmel—
dung herbeizuführen. Jeder Unfall, der auch nur eine teil—
veise Arbeitsunfähigkeit des Verletzten von mehr als?
Tagen zur Folge hat, ist der Ortspolizeibehörde anzuzeigen
Veteranenfeier. Der Vorstand der Vereinigung zun
„chmückung und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräbe:
ind Denkmäler bei Metz läßt Einladung ergehen zu eine
illgemeinen Veteranen-Feier, die die Tage vom 14. Au—
Just (Colombey) bis zum 18. Auqust (Gravelotte und St.
Krivat) umfassen soll.
Bon den Saargruben. Das Meißnersche Stoßdurch—
tränkungsverfahren, das schon vor 20 Jahren auf den
hruben Camphausen und Brefeld versucht wurde, soll nun—
nehr auf den Saargruben eingeführt werden, nachdem auf
vestfälischen Gruben neben der Kohlenstaubunschädlichmach
ing auch das Loslösen der Kohlen mittels des Verfahren?
rzielt wurde. Das Berfahren besteht darin, daß mittel
ydraulischer Pumpen Wasser unter hohem Druck in Bohr
öcher der Kohle eingepreßt wird. Das Wasser dringt dam
n die Poren der Kohle und verhütet so die Staubbildung
hei der Gewinnung, wodurch die Gefahr absolut beseitigt
vird. Durch den Wasserdruck wird die Kohle, falls sie
inter- oder überschrämt ist, losgelöst, was eine Vermeidung
»er Sprengarbeit und einen größeren Stückkohlenfall zu—
Folge hat. Auf Grube König bei Neunkirchen werden 3
B. Versuche mit dem Verfahren angestellt. — Die Direktior
er staatlichen Kraft- und Wasserwerke läßt zwei weitere
Vasserbehälter auf dem Hixberg bei Ritterstraße erbauen.
dadurch wird der Wassernot im Hochsommer, die für die
nBetracht kommenden Gemeinden des Köllertales so un
ingenehme Folgen zeitigte, beseitigt. (Sbr. Volksz.)
Saarbrücken, 18. Mai. Ein Unglückstag für Malstat
wvar der gestrige Tag. Mehrere schwere Unglücksfälle haben
ich im Laufe des Tages ereignet. Gestern morgen wurder
Ecke Friedrich- und Schulstraße zwei Kinder von einer Last
fuhre überfahren. Die Fuhre bog aus der Friedrichstraß
in die Schulstraße ein. In diesem Augenblicke lief eir
Junge von 2 Jahren vor den Wagen. Das zwei Jahre
iltere Schwesterchen suchte das Brüderchen vor dem Wagei
wegzuziehen, hatte aber das Unglück, selbst erfaßt zu wer
den. Der schwer beladene Wagen ging dem Mädchen übe
zie Brust; es wurde lebensgefährlich verletzt; das 2jährig
Zrüderchen wurde nur an den Händen verletzt. — In der
däfnergasse stürzte gestern nachmittag ein Kind aus einem
Fenster und erlitt schwere Verletzungen. Es wurde int
Lazarett verbracht. Ein anderes Kind derselben Famili—
vurde vor Monaten von der Straßenbahn überfahren und
iegt ebenfalls noch im Krankenhaus. — Am Nachmitta—
wischen 5 und 6 Uhr ereignete sich im Büchschen Saal—
ein tötlicher Unfall. Ein Anstreichergeselle aus St. Johan
m Alter von 28—30 Jahren, Vater von zwei Kindern
var damit beschäftigt, die Decke des Saales neu zu strei—
hen. Er hatte deshalb eine Leiter bestiegen, welche unter
»on zwei Männern festgehalten wurde. Als er oben ankam
erlor er das Gleichgewicht und fiel etwa 10 Meter ab
r brach das Genick. Der hinzugerufene Arzt konnte nun
och den Tod feststellen. Die Leiche wurde nach dem Leichen
aus am Jenneweg gebracht. (Sbr. Vlksztg.)
Friedrichsthal, 19. Mai. Der Dieb, welcher die vielen
inerhalb der letzten zwei Jahre vorgekommenen Diebstähl
erübte, ist endlich in der Person des Bergmannes Becker
rwischt worden. Der Mensch wohnte in der Hohenzollern—
traße in dem früher Linn'schen Hause. Bei einer Haus—
uchung fanden sich noch fast unglaubliche Mengen gestohlene⸗
ßegenstände, wie Wäschestücke, Schuhwaren, Eßwaren usw
»or, die von den Diebstählen in Friedrichsthal und Um—
gegend herrühren. Der Dieb ist durchgebrannt.
Bechkingen, 17. Mai. Einer Blutvergiftung fiel eir
unges Menschenleben zum Opfer. Ein Gipser aus Siers
orf, 26 Jahre alt, hatte sich im Gesicht mit den Finger—
ägeln ein kleines Geschwürchen aufgekratzt und der Sach—
veiter keine Beachtung geschenkt. Am andern morgen wan
»as Gesicht bereits stark angeschwollen und es wurde Blut
vergiftung festgestellt. Der Mann wurde in das hiesige
ctrankenhaus gebracht, es war jedoch schon zu spät.
Hattingen, 18. Mai. Kroatische Zustände wurden ir
einer Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht beleuchtet
Der Kroate Arbeiter O. sollte seinen Landsmann H. mi
dem offenen Meffer bedroht haben, mußte aber freigespro
hen werden, da ein anderer als Täter in Frage kommt
D. sowohl als H. haben weder Schule noch Kirche besuch
ind von Gott wissen beide nichts. Unter diesen Umständer
sielt der vorsizende Richter die Verteidigung des H. fü—
edenklich und sah auch von der Verteidigung dieses Zeuger
b.
Koslenz, 17. Mai. Hier fiel heute früh ein Artilleris—
yon einer auf der Fahrt befindlichen Kanone und zwar sr
unglücklich, daß ihm beide Räder über den Kopf ainger
Cine Dornenkrone. u Ludwig wieder auf und beugte sich zu Jjabelle
Historischer Roman von Freiherr von Winterfeld. „ümarme mich mein Kind,“ bat er und als das
5 Die anfängliche Befangenheit über die Anwesenhein Mädchen ihre Armchen um seinen Hals schlang, da be
es Königs, die Petron Venturo und Diana von La—- deckte er ihre Stirne und ihre Wangen mit den zärtlich
oyere abhielt, die Gefühle, welche beide bewegten, einan- sten Küssen.
der zu offenbaren, schwand, je länger sie einander gegen— „Mein Segen wird Dich für immer begleiten, gehe
werstanden. — hin, meinen Frieden nimmst Du mit Dir!“ Und er hol
„Diana, hast Du mich wirklich nicht vergessen?“ fragte e auf, schloß sie noch einmal leidenschaftlich in seinc
zetron leise und schaute der Ehrendame tief in die Augen. Arme, preßie seinen Mund auf ihre rosigen Lippen, danr
Hast Du nie arg von mir gedacht, weil ich Dich damals vandte er sich ab.
hne Abschied verließ, als meine Schwester meiner Hilfe „Gott mit Dir, Ludwig, lebe wohl ...“ verabschie
edurfte 2 9 zete sich der Korsikaner nochmals und verließ dann mi
„Nein,“ hauchte sie und senkte das Antlitz verlegen Ddiana von Ladoyere und Isabella das Gemach König
u Boden. J— Ludwig von Hollands.
„So komm und laß uns gemeinsam hier an den — — — — — — — — — —
hinde die Stunde vergelten, die uns zu unserem Glücke Auf dem Friedhofe von Schevenigen, neben dem
vieder zusammengeführt hat. Wir wollen es halten wie xachtvollen Grabdenkmal mit der Goldschrijt „Angiolina“
uinser eigenes.“ tanden zwei Tage später Petron Venturo, Diana vor
Der König war während dessen in seinen Sessel ge- dadoyere, jetzt seine verlobte Braut und üIsabella, allt
unken und bedeckte sein Antlitz mit den Händen. Das yrei in Reisekleidern. Sie waren entschlossen, zum größten
lückliche Wiederfinden zweier Menschen, das er hier mit deidwesen des Mynheer van der Weren, der seinen Zweck
insehen konnte, ließ ihn erst recht erkennen, was er un⸗ doch nicht erreicht sah, Holland für immer zu verlassen
viederbringlich verloren hatte. Aller Schmerz, den er dasür sollte der Mynheer und sein Bruder die Genugtuung
chon einmal durchlebt hatte, wurde aufs Neue aufgerüttelt. jaben, daß auch ohne die gespponnenen Ränke die Goto
Aller Glanz und alle Pracht vermochten ihm nicht darüber strophe bald eintrat.
jinwegzuhelfen; doppelt empfand er die Leere, die ilm Die drei Personen knieten neben dem Grabhügel niede
auf seiner stolzen Höhe umgab. und beteten lange und inbrünstig um das Seelenheil der
Petron gab Fräulein van Ladoyere ein Zeichen, daß nun schon über vier Jahre friedlich unter dem Grabes
es Zeit sei, den König zu verlassen und leise trat er an hügel schlummernden Mutter, Schwester und Freundin
)enselben noch einmal heran, die Hand leicht auf dessen „Es ist vollbracht!“ saate Vetron Venturo und erhob
Zchulter legend. fich wieder.
„Lebe wohl, Ludwig, wir scheiden verhöhnt. Gottes ⸗Seinem Beispiel folgte auch die Braut und die heftie
Zegen auch auf Deinem serneren Lebensweg schluchzende Isabella um nun sogleich die Reise anzutreten
Der Korsikaner und die Ehrendame, Jiabella in ihrer] bie sie für immer aus Holland fortbeingen sollte, von den
Mitte. wallten ehen das Gemach verlassen da rafite lich! Boden. wo aus der Saat des Sasi⸗n durch eine anc
* Aachen, 18. Mai. Einberusch.) Durch einen raffi
nierten Einbruch wurden aus dem Tresor der Machen
Pünchener Fererveisichecenzs Gesellschast während de
Feiertage 50 000 M. entwendet.
* Aus Westfalen, 18. Rai. (Gegen die Wald
brände.) In Westfalen kommen leider menr Wald
brände vor, als in anderen Gegenden Deutschlandez. E.
mag das wohl in der Hauptsache daher kommen daß ma
—
Sras abbrennt, die Kinder werden hierdurch daran ge
wöhnt, bei jeder ihnen passend erscheinenden Gesegenher
ein Feuerchen anzuzünden. Im vergangenen Fruhjah
flammte fast jeden Tag ein Waldbrand auf, auch in di
sem Jahre waren schon verschiedene Brände zu verzeich
nen. Der Regierungspräsident in Arnsberg wendet sio
nun an die Bevölkerung in einer Bekanntmachung betrej
send die Verhütung von Waldbränden und sagt in de
Einleitung u. a.: In Anbetracht der zahlreichen Wald
brände, von denen der hiesige Regierungsbezirk im vori
gen Jahre betroffen worden ist, und der großen Schädig
uͤng welche dem Nationalvermögen durch die immer meh
zunehmende Waldbrandgefahr droht, wende ich mich a.
den waldfreundlichen Sinn der Bevölkerun—
mit dem Ersuchen, die zum Schutze der Forsien berufene;
Beamten in ihrem Bemuhen, die Brandgefahr von der
Waldungen abzuwenden, nach Möglichkeit zu unterstützen
uind ihnen bei der Entdechung der Urheber von Waldbrän.
den behilflich zu sein. Gleichzeitig werden die im Bezirl
vbestehenden polizeilichen Vorschriften über die Verhütung
und Löschung von Waldbränden in Erinnerung gebracht
ebenso wird darauf hingewiesen, daß die Eltern und
dienstherren für den Schaden, der durch ihre Kinder und
Dienstboten angerichtet wird, haftbar sind. Hofirentlich hili
die Bekanntmachung.
* Wattenscheid, 18. Mai. (Jzwei Menschen i,
einem Brunnen erstickt) Auf dem Hofe de—
Landwirts Mai im benachbarten Günnwigfeld waren vou
beiden Knechte Ludwig Butterbrot und Paul Kubiak ir
einen Brunnen des Hojfbesitzers gestiegen, um Feststellun
gen über den Wasserstand zu machen. Der fönszehn Jahr
alte Ludwig Butterbrot wollte, nachdem die Arbeiten in
ersten Brunnen beendet waren, einen vier Meter tieser
zweiten Brunnen untersuchen. Dabei wurde er im Brun
nen von Gasen überrascht und betäubt. Auch Kubiak, der
zu seiner Rettung herbe eilte, wurde bald besinnungs'os
Man zog die beiden Knechte mit Halen aus dem Brun
nen hervor und stellte Wiederbelebungsversuche an. De—
hinzugerufene Arzt stellte fest, daß Butterbrot vereits ge
storben war; Kubiak siarb auf dem Transport zum Kranu
lenhause.
* Münster i. W., 18. Mai. (STod eines Win
derers.) Als der Sohn eines Landwirts in Enniger
loh beim Wildern ertappt wurde, verfsteckte er das Ge
wehr schnell in einem Gebüsch. Später wollte er es wie
derholen. Dabei geriet der Hahn mit einem Aste zusam
men, schlug zu und der Schuß traf dem unglücklichen jun
gen Mann in die Seite und führte seinen Tod herbei.
* Offenbach a. M., 18. Mai. EErtrunken.) De
neunjährige Karl Wiengenfeld, der am Main spielte, is
in den F'uß gestirzt und ertrank. Ein Fischer, der so
fort zur Stelle war und den Strom absuchte, konnte nu
die Leiche des Kindes bergen.
*Maunnheim, 18. Mai. (Selbstmordversuch.
Als heute Vormittag der Kaufmann Otto Vendelmuth au⸗
Leipzig zur Verbüßung einer längeren Freiheitsstrafe vor
geführt werden sollte, zog er im Korridor des Amtsge
richtsgebäudes einen Revolver aus der Tasche und ga
einen Schuß auf sich ab. Vendelmuth ist schwer verletzt.
Unwetter. Das Gewitter, welches am Vienstag über
Berlin niederging, und von einem Hagelschlag begleite
war, wie er seit Jahren nicht beobachtet wurde, verur—
sachte im Osten, Südosten und Süden von Berlin und
Umgebung großen Schaden. In den Gärten, Parkanla
gen usw. wurden die Blüten zerschlagen. Auf den Fe
dern lag der Roggen strichweise wie gemäht und bot e
nen trostlosen Anblick.
Siebenuhrladenschluß. Berliner Firmen der Juwe
len⸗, Gold- und Silberwarenbranche machen bekannt, daf
sie ihre Geschäftslolale vom 15. Mai bis 1. September
um 7 Uhr abends schließen. Gine derartige, die Chefs
wie die Angestellten in gleicher Weise entlastende Neue
rung ist mit Freude zu begrüßen.
Bootsunglück. Die 20jährige Elisabeth Porutk
aus Hannover, die bei ihrem Onkel, dem Besitzer eines
Etablissements in Papenberge bei Spandau zu Besuch
weilte unternahm mit einem Kellner und einem anderer
Mädchen eine Kahnfahrt. Beim Wechseln der Plätze schluc
der Kahn um und die beiden Mädchen ertranken. De
Kellner konnte gerettet werden.
Automobil⸗-Unglück. Aus Hannover wind verichtet
Enn schwerer Automobil-Unfall ereignete sich bei Brackede
Ein Automobil durchbrach die Barriere und suhr übe,
den Damm hinweg in den Straßengraben, wo es schwer
beschädigt liegen blieb. Die drei Insassen wurden her
ausgeschleudert, zwei sind schwer verletzt.
Massen-Diebstahl. In mehreren Handschuh' abriken
in Johanngeorgenstadt in Sachsen siennd umfangreiche Le
der⸗ und Handschuh-Diebstahle aufgedeckt worden. 130 Ar
beiter sind in die Affäre verwickelt. Der Schaden beziffer
sich auf mehrere hunderttauiend Mark Unieriuchung i
eingeleitet.
Eine, die Goethe gekannt hat. In Weimari
die alte Spielgefährtin von Goethes Ensetkindern, Fra
Mardtmuth, 89 Jahre alt, einem Schlagansall erlegen.
Einbruch. In der gegenüber der Polizeidirektior
in Oedendurg befindlichen Hauptstraße ist nachts anschei
nend von erner internat onalen Gaunerbande enn schwe
rer Einbruch verübt worden. Ein Geldschrank wurde age
sprengt und viele tausend Kronen geraubt.
Die Hofrichter-Affäre. Der Verhandlungsermin de—
Prozesses gegen Hofrichter ist vertagt worden. Die Pol—
Ai wird zunschtt noch Erhehnngen über weitere Verdrechen
—
mFügung des Schicksals teilweise Glück erblüht war und
die Wahrheit gesiegt hatte.
20. Kapitel.
Der für Holland so wichtige 1. Juli 1810 nahte heran
König Ludwig, durch die vorausgegangenen Ereignisse
auf das Tiefste erschüttert, saß müde und matt in seinem
Arbeitskabinett. Er hatte Petron Venturo, dessen Braut
und Isabella nicht wieder gesehen. Ein paar herzliche
Abschiedszeilen hatten ihm schon vor einigen Tagen deren
Abreise angezeigt.
Seiner Gemahlin, die Anfangs ganz unglücklich über
den Verlust ihrer Ehrendame und Bertrauten war, hatte
er in schonender Weise mitgeteilt, welches unselige Ver⸗
hängnis sein eigener Bruder über ihn heraufbeschworer
hatte. Hortensie, welche ja immer vermutet, daß irgend
ein dunkler Punkt aus der Vergangenheit die Gegenwart
verdüstere, war doch auf das Tieffte erichüttert über
diese Enthüllung.
Wie oft hatte sie an Angiolina, die einstige Jugend⸗
freundin gedacht, wie war sie erschrocken gewesen, als ihr
damals auf so geheimnisvolle Weise das verdorrte und
verblichene Myrthenzweiglein, das Zeichen ihres Todes
zugesaudt worden war, ohne zu ahnen, daß sie, wenn
auch unbewußt, mit Ursache an dem namenlosen Unqglüc
Angionas war.
„Ich bedaure Sie, Sire, beweine Angiolina,“ war die
ruhige Entgegnung der Königin, als der König zu Ende
war und ängstlich auf seine Gemahlin blickte. „Wir
müssen uns müt den gegebenen Tatsachen der Vergangen
heit abfinden, wir dürfen aber darüber die Gegenwar
nicht vergessen. War dies Ihre einzige Sorge, Sire?
Aus verschiedenen Anzeichen vermute ich, daß gegenwärtig
gewaltige Stürme den Thron des Königs von Holland
umbrausen; um unserer Kinder Willen lafsen Sie mich an
dieien Sorden tfteiluehnon “