Ing das Mounopot im Bau von Torpedovoelen für die
eutsche Marine. Nachdem sie in der Anfang der 80er
zahre ausgeschriebenen Konkurrenz sich den Leistungen der
Veserwerft uind Vulkanwerft, sowie anderer Schiffbauetab—
issements als überlegen gezeigt hatte, konnte die Schichau—
verft als eigentliche Erbauerrn der deuischen Torpedo—
ootsflotte angesehen werden. Nur einmal baute die Ger—
naniawerft in Kiel zwei Boote. Nach dem Inkrafttreten
es Flottengesetzes entschloß die Marineverwaltung sich, im
Torpedobootsbau zum Wettbewerb zwischen zwei Werften
iberzugehen, um so die Leistungen zu steigern. Damit
var das Monopol der Schichauwerft, das zwar nicht
örmlich, aber doch tatsächlich bestanden hatte, beseitigt.
In den Jahren 1898 bis 1895 wurden acht Hochseetorpe—
oboots-Divisionen gebaut, von denen sechs (ist gleich 36
Boote auf der Schichauwerft und zwei, ist gleich 12 Boote
zuf der Germania-Werft erstanden. Das Jahr 1906 hat
ekann lich eine neue Marinevorlage gebracht, die eine
Verdoppelung im Torpedobootsbau vorsah. Statt sechs
BZoote werden seitdem 12 Boote jährlich gebaut. Im
Fahre 1907 trat als dritte Werft die Vulkanwerst in Stet—
in in den Torpedoboots-Wettbewerb ein, und auch die
deisfuingen dieser Werft waren gleich denen der Germania⸗
verft so befriedigend, daß beide dauernd Aufträge erhiel—
en. Faßt man die in den Jahren 1906 bis 1910 ver—
gebenen Bauaufträge ins Auge, so ergibt sich, daß die
Zulkanwerft mit 27 Booten an erster Stelle steht. Die
5chichauwerft erhielt 20, die Germaniawerft 13 Boote.
Kach Vollendung des Baues derkürzlich vergebenen Fahr⸗
‚euge wird die deutsche Marine 108 Hochsee-Torpedobooie
hesitzen, die alle seit dem Zustandekommen des ersten Flot—⸗
engesetzes von 1898 erbaut sind. Von diesen baute die
Schichauwerft 56, die Vulkanwerft 27 und die Germania—
werft 25 Boote. Gestützt auf die Leistungen dieser drei
Verften, die im Wettbewerb immer Besseres bieten müs—
sen, wenn sie sich behaupten wollen, kann die Marinever—
waltung ihre Anforderungen auch in jedem Jahre steigern.
Lustsichiffahrt und Aeronautik.
*Der Lenkballon Clouth unternahm am
SZamstag von Köln aus eine größere Luftschiffahrt. Un—
erwegs trat dichter Nebel auf, so daß zur Orientierung
ine Landung vorgenommen wereenn mußte. Das Schiff
jatte die Ballonhalle morgens 5.36 Uhr verlassen und
ehrte um 11 Uhr zurück, wo es sehr glatt landete. Der
Frührer war Hauptmann von RKleist, Begleiter Oberleut⸗
iant Masius, die Motorführung hatte Ingenieur Dily
»on der Firma Clouth. Die lange Fahrt verlief ohne
ede Störung.
Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 18. Mai.
Warnung! Seitens des Forstpersonals wird darüber
jeklagt, daß in den Waldungen von Jungen, die Maikäfer
angen wollen, die Bäume ganz entsetzlich zugerichtet wer—
»en. Die Jungen nehmen Steine von einer Dicke, wie sie
olche kaum tragen können, und werfen diese mit aller Wucht
segen die Baumstämme. Durch die Erschütterung sollen
zann die Maikäfer von den Bäumen fallen. Dabei wird
ber die ganze Rinde der Bäume bis über Manneshöhe
zinaus gänzlich von den Stämmen losgeschält. An manchen
ztellen, so am Jungenwald, sehen die Bäume aus, daß es
ine wahre Schande ist. Das Forstpersonal geht jetzt ganz
mergisch gegen die Frevler vor und protokolliert sie unnach—
ichtlich. Schwere Geldstrafen sind dann die Folgen! Wollen
zie Eltern sich vor solchen Strafen schützen, müssen sie ihre
rinder ganz energisch verwarnen, ansonstens sie sich selbst
uzuschreiben haben, wenn sie Strafen zahlen müssen!
Vom Gesangwettstreit in Saarbrücken tst noch zi
nelden, daß der Grub'sche Männergesangverein Oberstein
n der ersten Stadtklasse den 1. Preis errungen. In der
. Stadtklasse erhielt der Männergesangverein, Flora“ Fisch—
ach den 2. Preis. In der 3. Stadtklasse erhielt den
. Preis der Gesangoeretn Jägersfreude. In der ersten
randklasse, wie bereits gemeldet, den 3. Preis „Thalia“-dudweiler,
den 6. Männergesangverein Jägersfreude. Beim
Ehrensingen erhielt in der 2. Stadtklasse der Verein „Flora“⸗
rischbach den 3. Preis. In der 1. Landklasse 1. Preis
Thalia“⸗Dudweiler, b. Preis Männergefalgverein Jägers⸗
eude. Beim Stundensingen erhielt in den Stadtklassen
Flora“-Fischbach den 2. Preis. 2
Die englische Kohle. Deutschland, das an eigenen
dohlenschätzen so außerordentlich reich ist, hat seit verschie⸗
enen Jahren eine ftark wachsende Einfuhr von englischen
zteinkohlen aufzuweisen. Die letztere betrug im Jahre
895 4,9 Millionen Tonnen, im Jahre 1909 10,5 Mill.
Tonnen. Die englische Kohleneinsuhr in Deutschland hat
in der genannten Zeit um 115,4 v. H. zugenommen.
Banz befonders auffällig und bedrohlich ist das Vordringen
der englischen Kohle auf dem Berliner Markte. Der
Steinkohlenverbrauch der Stadt Verlin war im Jahre 1890
derart, daß 92,47 v. H. auf deutsche Steinkohle und 7,63
d. H. auf englische Steinkohle entfielen. Im Jahre 1909
nachte der Prozentsatz der englischen Kohle bereits 39,9 v.
3., der der deuschen nur noch 60,1 v. H. aus. Von den
zeutschen, in Berlin verbrauchten Steinkohlen waren im
Jahre 1890 72,6 v. H. oberschlesische, im Jahre 1909 nur
soch 40,7 v. H. Die englische Kohle hatte im letzten Jahre
iie oberschlesische nahezu eingeholt. Sieht man sich diese
entwickelung an so muß man 2u dem Schleiß kommon
—
— „die Biegung seiner Stirne, seiner Nase, des Mundes
ind Kinnes ist tichtig; warum er aber sein Bild in die
Br'eftasche gepappt hat, ist mir nicht klar, wahrscheinlich,
um es nicht zu verlieren Hätte er nur die Qu'ttung auch
'o angeklebt. Ich kann es hier nicht brauchen; es muß
herab vom Leder, und soll sein eigenes Rähmchen
ekommen.“
Das Loslösen ging aber nicht so leicht; man hätte
dem Bilde Schaden getan,
„Was quälen wir uns?“ sagte Paul; „nimm eine
Schere und schneide das Leder mitsamt dem Schatten—
isse heraus.“
Margatethe tat es behutsam. Unter dem Leder kam
»in verborgenes Täschchen und einige Papiere zum Vor—⸗
chein.
Was ist das?“ fragte Margarethe. ——
Beoeul zog einige dünne Blättchen Papier heraus „Das
ind Banlscheine“, sagte er erstaunt, „mehrere hundert Mark.
Vas/ steht da auf dem Umschlage? Meinem armen Neffen
ßBaul als Notpfennigl — Und das? bei Gott! das ist die
vielbesprochene Quittunga! — O, Du lieber unvergedlicher,
vergeßlicher Oheim! wie ruhig hättest Du sterben kennen,
wenn Dir die alte Brieftasche eingefallen wäre! Nun, da—
ür genießest Du es jetzt in der Ewigkei! — Margarethe!
der Prozeß ist gewonnen; das Haus ist mein, und in
den nächsten Wochen führe ich mein l'ebes Weibchen als
HSausfrau in mein Besitztum; da wollen wir malen und
ausen und uns liebhaben nach Herzenslust.“
So geschah es denn auch wirklich, und noch lieben
ind leben sie darin, und drei Kinder spielen fröhlich um
»as Haus des Malers, der mit seinen Vessellungen kaum
⸗»rfia werden kann J
daß die englische Kohle auf dem besten Wege ist, sich den
Berliner Markt dauernd und völlig zu erobern, wenn nicht
ie erforderliche Gegenmaßnahmen bald und energisch be—
rieben werden. Der Gruͤnd des übermächtigen Anwachsens
er englischen Kohlenzufuhr, und namentlich, soweit Berlin
n Betracht kommt, der englischen Gaskohlenzufuhr, liegt
inmal in den bedeutend günftigeren Produktionsverhältnissen
es englischen Bergbaues und seiner dadurch ermöglichten
iedrigen Preisstellung, dann aber vor allem in den der
nglischen Kohle zu Gebote stehenden erheblich günstigeren
zerfrachtungsbedingungen, da die englische Kohle auf dem
ombinierten See⸗ und Binnenwasserweg um rund 3 M.
ür die Tonne billiger nach Berlin kommen kann, als bei⸗
pielsweise die oberschlesische Kohle auf dem Bahnwege
»orthin. Der Wasserweg nach Berlin kommt für die ober⸗
chlefische Gassskohle wegen der leider immer noch unzu—
eichenden Wasserverhältnisse auf der Oder und der mit
zarauf nur kurzen Schiffahrtssaison auf dieser Wasserstrecke
iur wenig in Frage. Aus allen diesen Gründen ist es ver⸗
tändlich, wenn die oberschlesische Kohlenindustrie darauf hin⸗
zrängt, daß eine derartige Ermäßigung der Eisenbahntarife
intritt, daß sie mit England auf dem Berliner Markte kon⸗
urrieren kann. Der Landeseisenbahnrat ist bereits zweimal,
uuletzt noch im Herbst 1909 mit der Angelegenheit befaßt
vorden, hat sich aber beide Male gegen die Tarifmäßigkeit
usgesprochen. Die Gründe, die dabei vorgewaltet haben,
verden von der oberschlesischen Kohlenindustrie nicht aner—
annt. Sie weist darauf hin, daß Deutschland im vergan—
jenen Jahre und in ähnlicher Höhe in jedem der drei
etzten Jahre 153 Millionen Mark an England für ein
Zodukt abgeführt hat, das es felbst in schier unerschöpf—
icher Menge besitzt. Sie weist ferner darauf hin, daß,
henn die dementsprechenden Kohlen im Inland gefördert
ürden, ein Mehr au Arbeit und Arbeitsverdienst für
40 000 Arbeiter erstehen würden. Die Einfuhr eng—
ischer Kohlen nach Deutschland ist deshalb durchaus keine
virtschaftliche Notwendigkeit, die Bekämpfung des über⸗
nächtigen Vordringens der ausländischen Kohleneinfuhr liegt
ielmehr im Interesse der deutschen Volkswirtschaft. Auch
erlieri in dem Maße, wie die englische Gaskohle die deutsche
zaskohle verdrängt, die preußische Staatseisenbahn die ent⸗
»rechende Frachtgelegenheiten und Frachteinnahmen. Die
berschlesische Kohlenindustrie wünscht deshalb, daß die
reußische Staatseisenbahn dem abschlägigen Votum des
andeseisenbahnrates nicht beitritt, sondern aus ihrer
esseren Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse heraus mit
rößtmöglicher Beschleunigung die erforderliche Ermäßigung
er Frachten für Gaskohlen von den deutschen Kohleuberg—
aurevieren nach Berlin in Kraft setzt. Jedenfalls ist
her, daß, wenn die deutschen Kohlenbergbaureviere nicht
ald die beantragte Frachtermäßigung erhalten, der Berliner
Narkt in absehbarer Zeit der deutschen Kohle nahezu ganz
erloren und der enqglichen Kobhle völlig überantwortet sein
ird.
zonntagsgedanken. Eine Person ist jeder Mensch,
nd sich selbst sogar die wichtigste. Unsere ganze Well
assen wir zusammen in dem Wörtchen „Ich“ und alle
dinge bekommen sofort eine eigenartige Beleuchtung,
venn sie in den Bereich des „Ich“ treten. Gesundheit
ind Krankheit, Gewinn und Verlust, Liebe und Haß, Leben
ind Tod — wie wiegt das alles so schwer, wenn es ein—
nal unsere Person angeht! Aber wenn wir dann über
ins nachdenken, was ists eigentlich Großes, eine Person zu
ein? Wie alt sind die Vergleiche vom Gras im Felde
zom Blatt im Walde, vom Tropfen im Meere! Ja, es
st wirklich nicht viel, eine Person zu sein, wenn man wei
er nichts ist. Um glücklich sein zu können, müssen wir et
vas Höheres suchen: aus der Person muß eine Persön—
ichkeit werden, aus dem mit allerlei Anlagen begabten Le—
ewesen ein wirklicher Mensch. Als solcher aber ist man
or allem Träger einer inneren Welt; auf sie kommt es
n, auf Armut oder Reichtum unserer Ideen, auf die Ver
orrenheit oder Klarheit ihrer Verknüpfung, auf die Flüch—
igkeit oder die Treue unserer Gefühle, auf ihre Oberfläch—
ichkeit oder Tiefe. Diese Innenwelt, das sind wir selbst
as ist unser Leben, unser Glück oder Unglück, von ihrern
lusgestaltung hängt es ab, was wir wirken und bedeuten
as wir haben und genießen. Zu den reichsten Persönlich
iten der Menschheit aber sehen wir anf wie zu sonnenbe
rahlten Gipfeli;?nach denen unsere eigene Sehnsucht zielt
yr Glanz erhellt die Feiertagsstimmungen unseres Daseins
zie sind nicht vergänglich und nicht ersetzlich im gewöhn—
ichen Sinne. In solchen größten menschlichen Persönlich—
eiten stellt sich gewissermaßen die schönste und reichste
rrucht, stellt sich das Höchste und das Meiste vom Sinn
es Lebens, vom Wesen der Welt dar. Ins Ewige und
ßzöttliche reicht die Bedeutung aller echten Persönlichkeiten
hinein. Sie tragen die Welt, ihre Seele, ihre Entwicke—
ung. Auf welche andere Weise wollten wir mit unserm
vinzigen „Ich“ wohl Anspruch auf eine Ewigkeit erheben,
venn nicht durch Arbeit an unserer Persönlichkeit ? Und
vollen wir uns gleich nicht auf den Gipfel der Mensch⸗
seit stellen, so möchten wir doch wohl auch nicht gern
iner solchen geistigen Verödung anheimfallen, daß wir die
ßroßen als Vorbild ganz aus den Augen verlören. Aber
reilich, um eine große Persönlichkeit zu emp finden und zu
hren, muß mann auch wiederum selber eine sein.“
Mogeln beim Skatspielen ist Betrug. In einen
ner Restaurant spielten 3 Personen gegen hohe Einsätze
samen Skat QAwei der Spieler bomogelten dabei der
—X—
Historischer Roman von Freiherr von Winterfeld.
3 Isabella erblickte in Neapel das Licht der Welt. Als
)u heimkehrt est nach Paris, ohne meine Schwester und
zr Kind zu sehen, als Du stiegest von Stufe zu Stufe,
ogest von Land zu Land und die vergessen haͤttest, die
)u veranlaßt, Ecouen zu verlassen und die in Liebe er—
lüht, nur zu bereitwillig Dir folgte, da verwandelte sich
iese Liebe in Haß.“
„Ich habe nicht gesündigt!“ rief König Ludwig; „ich
„abe sie nicht verstoßen und nicht verraten. Gesucht habe
ch Angiolina, wie ein Irrender in der Wüste. Sobald
s mein Tienst erlaubte, da eilte ich nach Korsika und —
nan zeigte mir ihr Grab. Angiolina! Angiolina! Dein
zrab! Und als einziges Vermächtnis den bitteren Ab—
hiedsbrief.“
„Wor. .. wo ist der Bries? Zeig ihn, damit ich Dir
laube!“ rief Petron.
König Ludwig zog aus einem verborgenen Schubfache
in — zerknittertes Papier. Petron riß es sofort
in sich.
„Das ist eine Fälschung!“ rief er und seine Augen
unkelten im Zorn. „Sie hier, wie Angiolina geschrieben
ind was sie geschrieben, die Briefe alle hast Du ihr un—
zeöffnet zurückgesand!“
Der Korsikaner warf ein Päckchen, sorgsam zusam—
nengebunden vor den König auf den Tisch.
Der König riß es mit bebender Hand auseinander.
stur hier und dorthin flog sein Blick, als wolle er alles
uf ein Mal in sich aufnehmen.
„Ich das zurückgesandt, ich? Herr des Himmels, ich,
er ich mein Leben hingegeben hatte, für ein einziges
Zeichen ihres Daseins, geschweige ihrer Liebe. Und wo,
ʒo find all die Fichen meiner Liebe, welche ich gesand
abe. die vielen Briefe ꝰ“ —
oritten Spiteler dadurch, Oas e id) zusptetlten, weniet
auch nach der Spielreger gegeneinander spielen sollten
ferner daß sie sich Zeichen gaben und die Spielkarten durch
Finknicke zeichneten. Die Strafkanmmer des Landgerichts zu
Jöln als Berufsinstanz sah hierin den strafrechtlichen Tat—
zestand des Betruges und verurteilte jeden der beiden.
Zpieler auf Grund des 8,263 des Strafgesetzbuches zu
einer Gefängnisstrafe von einem Monat. Die von den An—⸗
geklagten gegen dieses Urteil bei dem Strafsenat des Kölner
Oberlandgerichts eingelegte Revision wurde durch Entschei—
dung vom 11. März d. J. verworfen. Das Revisionsgericht
hilligt die Rechtsausführungen des Vorderrichters, die dahin
zingen, daß dem Mitspieler ein Vermögensnachteil entstan—
en sei, und daß dieser Vermögensnachteil im gesetlich
orgeschriebenen ursächlichen Zusammenhang zu dem unred
chen Spiel der Angeklagten stehe.
Vogelschutz. Ein großer Teil unserer nützlichen Sing
»ögel ift bereits eingetroffen. Andere, wie Grasmücken
Zaubfänger, werden in Kürze nachkommen. Schon sieh
nan die lieben Sommergäste bei der Arbeit, sich Nest und
gunderwlege zu bereiten. Fröhliche Locktöne schallen her—
äber und hinüber, damit sich die Vogelgatten über die
luswahé eines geeigenen Nestortes verständigen. Jetzt zu
Beginn der Brutzeit ergeht an alle Katzenbesitzer seitens
der Natursreunde die Bitte: Habt Acht auf eure Katzen!
dütet eure Katzen, daß sie nicht in fremde Gärten dringen
ind Vögel morden! Jedenfalls sorgt dafür, daß die
datze des Nachts in der Scheuer, im Stall oder im Haus
ringesperrt ist und nicgt in fremdes Gebiet eindringen
ann
Aufbrauch alter Frachtbriefe. Bekanntlich war
einerzeit von der Eisenbahnverwaltung bestimmt worden,
daß die alten Frachtbriefformulare nur noch bis 31. März
dss. Is. verwendet werden dürften. Da aber bei den
Lersendern von Gütern noch zahlreiche Bestande alter
Frachtbriefe vorhanden sind, so ist nunmehr deren Weiter
verwendung bis zum 31. Dezember 1911 vom Reichsei
enbahnamt genehmigt worden.
Zeitgemäßes von den Spargeln. Das Bürger
neisteramt in Mannheim erläßt soeben folgende gewiß
eitgemäße Bekanntmachung: „Das Wässern der Spargel
— zum Zwecke der Gewichtsvermehrung — ist als Nah—
ungsmittelfälschung strafbar. Der Verkauf gewässerter
Spargel kann außerdem als Betrug oder Betrugsversuch
»erfolgt werden. Es wird vielfach versucht, die Käufer
»adurch zu täuschen, daß die Spargel nach der Wässerung
vieder mit Erde bedeckt werden, um den Anschein zu er
vecken, als kämen sie frisch aus der Erde. Durch Wässern
verden Spargel geschmack- und wertlos. Wir empiehlen
ewässerte Ware unter allen Umständen zurückzuweisen und
zälle, wo die Wässerung erst nachträglich bemerkt wird
ur Anzeige zu bringen. Wir werden selbst genau kon—
tollieren lassen. Die Verkäufer gewässerter Ware haben
zinziehung und strenge Bestrafung zu gewärtigen.“ — Ein
olches Vorgehen verdient Nachahmunal
Trier, 18. Mai. Der Feldwebel Diedrich der zweite
dompagnie des Inf.-Regts. Nr. 161 wurde am Samstagç
inter dem Verdacht des Diebstahls und der Unterschlagung
»erhaftet. Seit Monaten wurden die Briefschaften der 2
dompagnie vor ihrer Ablieferung einer eingehenden Unter—
uchung unterzogen. Freimaken und Geld wurden stete
erausgenommen. Im Monat März wurde der Kompagnie—
chreiber unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftet. Das
kriegsgericht erkannte mangels Beweises auf Freisprechung
gei feiner Festnahme hatte der Soldat seinen Feldwebe
der Täterschaft verdächtigt. Die Untersuchungsbehörde ha,
iie Spur weiter verfolgt und ist jetzt zur Verhaftung des
zeldwebels geschritten. Der Verhaftete dient bereits in
Iften Jahre.
Trier, 17. Mai. In Longuich an der Mosel wurde
n der verflossenen Nacht infolge eines Wirtshausstreites
der 20jährige Bäcker Liewen erstochen und drei andere Leut
aus Longuich schwer verletzt. Als der Tat verdächtig sind
3 Burschen aus dem benachbarten Longen, darunter eit
Musketier des Inf.⸗“Regts. Nr. 30, der dort auf Urlaul
veilte, verhaftet worden.
Wattenscheid, 17. Mai. Auf dem Hofe des Landwirts
May in Känigsfeld waren zwei Knechte in den Brunner
gestiegen, um Feststellungen bezüglich des Wasserstandes zr
nachen. Dabei wurden sie durch giftige Gase getötet.
* Bochniun, 17. Mai. (Grubenunfall.) Wie aus
gelsenktirchen gemeldet wird, ist auf Schacht 14722 de
Zeche „Hibernia“ die achte Sohle ersossen. Die Sümpsf
ungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen.
* Trier, 17. Mai. (UUnglücksfälle auf dem
Wasser. Der Uhrmacher Heinrich Felten fiel am
Pfingstsonntag von einen Vergnügungsdamvier in die
Mosel und ertrank.
* Saarbrücken, 17. Mai. (EEntführt'e Mäd
hen.) Durch einen Mädchenhändler wurden dieser Tage
hie beiden 20. und s17jährigen Geschwister Wolff ver
chleppt; als Onkel aus Amerika führte sich der Mädchen
bändler bei der Familie Wolff ein und wußte sie zu be—
stimmen, ihm die beiden Mädchen mitzugeben, da er in
Amerika für sie sorgen wolle. Wohin der Entführer sich
mit den Mädchen gewandt hät, ist unbekanrat.
* Fraukfurt, 17. Mai. Anglücksfall.) In der
acht zu Sonntag wurde der bei der Wagenwärterei des
Hauptbahnhofes seit Jahren beschäftigte Schreiner Zwie:
aus Ilbenstadt in einem Gleise tot aufgefunden. Zweer
war von einer Lokomotive übersfahren worden.
* Haingrund i. O., 17. Mai. Feunersbrunst.
In der Nacht vom 14. auf 15. Mai branntie das Anwe
en der Witwe Kuhn vollständig nieder. Mehrere Gebäude
ind Stiälle wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer
wurde durch spielende Kinder peruriocht
Wo sind sie? Seit meine Schwester auf Dein Ge—
heiß den korsischen Boden verlassen hat, bis sie in jener
unvergeßlichen Gewitternacht Dich sah in irdischer Hoheit
in der Seite ihrer Jugendsreundin, auf stolzem Throne,
m strahlenden Flammenmeer, in der Pracht allen Erden⸗
zlanzes und ... zusammenbrach unten am Ufer des Ka
nals — bis sie gar nicht weit entfernt von Deinem prun
denden Königslager sang- und klanglos begraben wurde
— hat kein Lebenszeichen aus Ludmiq Bonganartes Hand
Angiolina Venturo erreicht.“
„Ah, Casabianca... Casabianca!“ keuchte König
Ludwig, sprang auf und streckte beide Arme hoch empor
Elender, feiger Schurke, niederträchtiger Verräter! Und
Du, Napoleon ... über Euch das Elend meines Le
jens, das Elend Hortensies, über Euch der Tod Angio
inas! Blitz der Gerechtigkeit, triff zweifach die Häupter
der Schuldigen, steigt auf all ihr Qualen meiner Seele,
berdoppelt und verzehnfacht für sie! Laß, Bruderfluch
iie verschmachten auf einsam kahlen Felsen, und Du
Petron, Freund meiner Jugend, komm an mein Herz
komm und laß Dir danken, was Du an der armen Ver
lassenen und an Isabella getan hast, was Du um mei
netwillen erdulden mußtest.“
„Casabianca, sagst Du? Es ist doch der Name des
jenigen, welcher in Deinem Auftrag jene Absagebriefe an
Angiolina überbrachte?“
„In meinem Auftrag, Petron; begreifst Du noch nicht!“
lachte der König wie ein Verzweifelter lant auf. „Das
ist doch eben die Schändlichkeit. Aber höre mich vollends
an — zerrissen ist jetzt das Netz der Intriguer, ich habe
alles durchschaut. Mein Bruder Napoleon hatte sonach
»on meinem Berhältnis zu Angiolina Kenntnis erhalten
und da dieses jedenfalls nicht in seine Pläne paßte, de—
ien ich dienen sollte, so mußten wir von ihm getrennt
verdene und er sand hierin ein geeignetes Werkzeug in
dem Geskruft Casobiaäanca der mir damols von moeinen
»rioirlenulit Hagelschzäg. Cin schweres Gewen
NMontag Abeud zwischen Schöneberg und Friedenau
noder Richtung nach Spandau zu über den Grunewald
wo der Regen umer zahllosen Blitschlägen wolkenbruch
artig niederging. Gleichzeitig trat so starler Hagelschla
auf, daß der Boden nach weigen Minusen handboch mi
den Eiskörnern bedeckt war. Durch den Gewitterregen i—
der Bahndanini bei der Station Eichkamp im Grunewal
uinterwaschen, sodaß eine groke Verlkehrsstörung eintrat
Das nach Tausenden zählende Publikum sah sich gezwun
gen, auf dem Bahnste ge der Statien Geundwald zu war
sen bis wieder ein Zuz abgenz. Die Szenen, die' si—e
auf dem Bahnbof Grunewald abspielten, waren entsetzlich
Vieljach fielen Frauen in Krämpfe und Ohnmachten. Vor
überall her wurden Verkehrsmittel nach dem Bahnhof be
ordert und die Rückbeförderung der Massen verzögerte sic
bis in die späten Abendstunden. — Auch aus verschiede
nen Teilen des Reiches tresffen Nachrichten über Schäder
durch Gewitter und Hagelschlag ein. Zahlreiche Gebäud
wurden durch Blitzschlag eingeäschert, drei Personen wur
den vom Blitze gotötet, einige verlelt. Ueber Kasse
und dem Fulda⸗Tal ging ein schweres Hagelwetter
mit star'en elektrischen En‘ladungen nieder, das großer
Schaden anrichtete.
Mißstände in der Irrenanstalt Dalldorf. Fas
unglaubliche Zsistönde sollen in der Irrenanstalt Dalldor
bei Berlin herrschen. In einer Versammlung des Per
sonals, also der Waͤrter, Pfleger uswp., wurden darübe
lebhafie Klagen geführt. Die Luft in den Krankenzim
mern sei zum Umkommen, das Personal müsse sich in den
selben Becken waschen, die von den Patienten, die oft mi
ainsteckenden Krankheilen behastet sind, benutzt werden. Di
größte Mißwirtschaft bessiehe im Badehaus. Das Wasse
sperde dort nur einmal in der Woche erneuert, das Trink
wasser sei ungenseßbar. Das Anstaltsessen sei äußerf—
schlecht: d'e Hälflie des Essens, das gekocht werde, wan
dere in die Schwe'neställe. In der Küche würden Po
tien!en, die ansteckende Krensheiten haben, mit Fleischschnei
den und dergleichen beschästigt. Diese schweren Anklager
des Personals bed'rfen natürlich der amtlichen Nachprüt
ung
Unterschlagungen. Der 36jährige Bureauvorstehen
Georç Krüger, der seit 5 Jahren bei einem Berkiner
Rechtsanwalte anzestellt war, wurde wegen bedeutenden
Unterschlagungen verhaftet.
Unglücksfall. Aus Berlin wird berichtet: Durch ei—
nen ungklücklichen Zufall hat der stellvertretende Direktor
des Berliner Kassen-Vereinx Adolf Harprecht, seinen Tot
gesunden. Der Ende der sechziger Jahre stehende Herr
flürzte wahrscheinlich in olge eines Schlaganfalles vom
Fenster des dritten Steces in den Hof hinab und starf
nach wenigen Minnuten.
Der Halleysche Komet ist Dienstag Nacht von der
tgl. Sternvarte in Berlin etwa 10 Minuten lang beob
achtet worden.
Ein Vortrag Pearys. Am 7. Juni wird der
Nordpolfahrer Peary in Berlin ernen öffentlichen Vortragç
halten. Dieser Vortrag wird die einzige öffentliche Rede
sein, die Peary auf dem Konminent hält.
Ehe-Tragödie. Aus Wien wird berichtet: Die 32—
sjährige, von ihrem Manne geschiedene Monteursfrau Elisa⸗
beih Schneider hat sich und ihren 12jährigen Sohn ver
gistet, weil ihr laut Gerichtsbeschluß der Sohn entzogen
und dem Valter hätte ausgefolgt werden sollen.
Russische Räuberbande. Aus Grodno wird gemel—
det: Bei Verfolgung einer Räuberbaͤnde, die den Gutsbe
itzer Martens beraubt hatte, wurden ein Landpächter und
ein Bezirksaufseher getöket und 6 Landwächter schwer ver
wundet. Vier von den Räubern fielen in dem Kampfe
Schiffshavarie. Der Dampfer „Grönland“, welche;
Sonntag Nachmittag Antwerpen verlassen hat, erlitt unter
wegs einen Bruch des Wellenbaumes. Das Schiff mußt
in Southampton anlaufen, wo es in Reparatur geht.
Von einem Tiger angefallen. Während einer Vor—
stellung in einer Menagerie in Paris wurde ein Tierbän—
diger von einem wütenden Tiger überfallen und übel zu
gerichtet. Der Tierbändiger erlitt schwere Verletzungen unß
wurde blutüberströͤmt aus dem Käfig herausgeholt. Un
ier den Zuschauern entstand eine Panik.
Hochwasser. Aus Tours wird gemeldet: Das plötz
siche Steigen des Creuze-Flusses hat aroßen Schaden an
gerichtet. Der Fluß stieg un urzer Zeit auf 624 Meter
Mehrere Stadtteile stehen uvnnrec Wasser. Alle Wege sinl
Wgeschnitlen. Der Verlehr kann nur mit Mühe aufrech
erhalten werden. Wie aus Bordeaur berichtet wird, ij
der Schaden, der in den letzten Tagen im Departemen
durch das Hochwasser angerichtet wurde, sehr bedeutend
Die Ernte ist größtenteils zerstört. Viele Fabreken muß
ten den Betrieb einstellen.
Raubmord. In seiner Villa bei Cherbourg wurde
der Sportsmann Morand erschossen aufgesunden. Es liedo
Raubmord vor. Der Täter ist noch nicht ermittielt.
Gestohlene Schiffspapiere. Aus Semlin vorlie
gende Privatme!dungen besagen, daß von dem dort ange
fommenen österreichischen Donau-Moniteur wichtige strate
gische Pläne gestohlen worden sind. Da gleichzeitig eir
Matrose verschwunden ist, vermutet man, daß dieier de
Dieb ist und sich damit nach Serbien gesflüchtet hat.
Erdbeben. Der New-York Herald meldet aus Be
gota: In der Sonntag-Nacht hat in und um Bogota ei
heftiges Erdbeben stattgesunden. Erdstöße von Sekunder
dauer haben großen Schaden angerichtet. Ganz Kolumbie
ist zum Teil schwer von dem Erdbeben heimgesucht wo
den. Man befürchtet, daß in Bogota und den umliegern
den Ortschaften, wo das Beben am heijtigsten gewütet ha
zahlreiche Menschen vernichtet worden sind.
Breunende Strafanstalt. Das Lager in Bib
Lounty (Alabama), in welchem Sträflinge zu Berg
werksarbeiten angehalten spurden, ist von einem Sträflin
angezündet worden. Dreißig Sträflinge sind verbrannt
zwaͤnzig erlitlen schlinmme Brandwunden. Es iid ia'
durchweg Necer
Bruder als mein Begleiter und Sekretär beigegeben war
O, daß ich ihn nicht früher erkannt und einfach zu Bo
den geschlagen habe. Er hat Angiolinas Briefe nicht ir
meine Hände gelangen lassen, er hat mich glauben lassen
sie sei tot, sodaß ich dann schwach wurde und auf da—
Drängen meines Bruders Hortensie heiratete. Mir wa
ja alles gleich, da ich mit dem Tode Angiolinas all
Lebensfreude verloren hatte.“
„Und Hortensie? Wußte sie, daß Angiolina noc
unter den Lebenden weilte?“
„Ach, jetzt begreise ich ganz Deine Worte, Petro
Du und wohl auch Angiolina glaubtet, Hortensie trag
Mitschuld an dem Verrat? O nein, sie ist vollständit
unschuldig und weiß auch heute noch nicht, wie ich An
giolina geliebt und um sie getrauert habe.“
Alle Schroffheit, aller Haß war von dem Korsikane
gewichen, als er erkannte, welchem Geschick er und sein
Schwester zum Opfer gefallen waren. Die verhaßten Kred
uren Napoleons waren es, die auf dessen Befehl die
Verstorbene zu Tode gehetzt, welche ihn nach dem Schlosst
If geschleppt hatten, wo er ohne das Dazwischenkommer
des Professors hätte bis an sein Lebensende schmachter
können und die Wahrheit nie an den Tag gekommer
wäre.“
„Mein Gott, welcher Abgrund von Niederträchtigkei
tut sich hier auf. Ludwig, Ludwig, kannst Du mir ver
zeihen,“ stöhnte Petron. „Vergib mir den blinden Haß
mit dem ich Dich verfolgie, ich konnte doch die Wohe
heit nicht ahnen.“
„Verzeihen! Ich habe Dir nichts zu verzeihen, Pe—
tron; ich habe Dir nie gezürnt und auch nicht, als Du
gestern den Dolch zücktest, ich weiß, mit welcher Lieb
Du an der uns beiden Teuren hingst und schon um dieser
Liebe willen würde ich Dir alles verzeihen.“
„Sage, Ludwig, Du kanntest doch alle vier Freundin
Bnen die damals zusammen in Ecouen maron ꝰ“