eetndisendahn 60z uan Tonnen Dit. Schi
be ανα Fuhre Tonnen, mit Seilbahnen
nnen. Hiervon wardamen, a iun Verkauf 781 348
suhrt 231 813 Anndden im Vezirk gelegenen Kokereien
Ein neues Steintahlenergwerk wird in den nöächsten
gren nördlich der Lippe im Benen
* Gebr Roͤgindneise Lüdinghausen entstehen.
Firma Gebr. Röchling in — —**
mlich im vorigen Jahre vg du Ioe r er —— hat
sellschaft zu Erkelenz eine Nah nn r 8
rben, die durch Schächte aufgescloff vin enso
erden sollen. Die Grnbenfelder — p eute
Felder der Zeche Herrmann bei n ie sn
Zeche Werne (Georg⸗Marienhütte zo n oen n
Osten an die der Zeche Radbod — ru J un
as Gebiel nordlich der Röchungschen Fele voast Trier
mBergfreien. Die geplante Ehen bahnunie vghl nod
nünster durchschneidet die Felder in einer Längeen
ilometern. Mit dem Abteufen der Schächte soll s. in
ctig begonnen werden, daß der Kohlenversand aleichen,
nit der Eröffnung des Lippe-Seitenkanals Hamm⸗Datten
er in einer Entfernung von etwa 4 Kilometern vorbeiführi,
ufgenommen werden kann. Man hoofft hier dieselben Koh—
slöze anzutreffen, wie auf der Zeche Hermann.
Frachtbriefe. Die Dauer der Giltigkeit der alten Fracht—
e ist bis zum 31. Dezember 1911 erstreckt worden.
Bezeichnung von Feldfahrzeugen. Vielen Truppen—
—A—
ungen verliehen worden, die von den betreffenden Truppen⸗
eilen ständig gefüührt werden. Auch die Fahrzeuge sind
amit versehen. Da nun im Felde derartige lange Namen
eicht zu Unzuträglichkeiten führen können, so hat nun—
iehr ein Armeebefehl den Fortfall der vorliegenden
damen an Fahrzeugen angeordnet. Die Aufschriften sind
anach auf die abgekürzte Angabe der Truppengattung mit
degimentsnummer zu beschränken. Bei den ausschließlich
ir den Garnisondienst bestimmten Fahrzeugen können die
ingen Bezeichnungen auch in Zukunft beibehalten werden.
Mit Prophezeiungen für die nächsten Reichstags
pahlen sind unter den bürgerlichen Parteien zuerst die
tationalliberalen an die Offentlichkeit getreten. Der Füh—
r dieser Partei, der Abgeordnete Bassermann, hat vor
nigen Tagen in einer Versammlung in Bernburg erklärt
befürchte, daß das Jahr 1911 ein übles Erwachen geben
nnd daß die sozialdemokratische Saat üppig aufgehen werde
»er Abg. Bassermann kommt mit seinen Prophezeiunger
icht nur reichlich zu früh; derartige Prophezeiungen sind
uch deshalb recht wenig angebracht, weil sie naturgemäf
dem Schlusse berechtigten, daß die bürgerlichen Parteien
icht die Kraft in sich fühlen, den Kampf mit der staats—
ad kulturfeindlichen Sozialdemokratie aufzunehmen und
egreich durchzuführen. Und der weitere Schluß liegt nahe,
iß diejenige Partei, deren Führer einer solchen pessimisti—
hen Auffassung Ausdruck gibt, der nationalen Aufgabe,
e in den nächsten Reichstagswahlen gelöst werden soll,
ch am allerwenigsten gewachsen fühlt. Bisher hat man
ach den hoffnungsfreudigen Reden anläßlich der Bildung
iner linksliberalen Gesamtpartei, die auch in allen wahl—
olitischen Angelegenheiten mit der nationalliberalen Partei
cherlich F—uͤhlung zu nehmen gedachte, doch wohl glauben
ürfen, daß der gesamte Liberalismus mit größerer Zuver—
cht und Energie, als er in den letzten Jahren aufzubrin⸗
en vermochte, in den bevorstehenden Wahlkampf hinein—
ehen würde. Die Fortschrittliche Volkspartei dürfte es
saher dem Abgeordneten Bassermann wenig Dank wissen,
oß er die Macht und Zugkraft des liberalen Gedankens,
„enigstens mit der erwähnten Außerung, recht niedrig ein—
eschätt hat. Und dann, glaubt etwa der Abgeordnete
assermann, daß mit solchen Klagen und Befürchtungen
der überhaupt nur mit schönen Reden den Interessen der
aatserhaltenden Parteien gedient wird? Wenn in der
zeit, die uns noch von dem nächsten Reichsstagswahlkampfe
rennt, in derselben Weise mit Reden und Mahnungen „fort⸗
»earbeitet“ wird, dann allerdings rückt die Möglichkeit
nmer näher, daß sich die von dem Abgeordneten Basser—⸗
iann geäußerten Besorgnisse als begründet erweisen. Sehr
iel richtiger wäre es, diese Zeit durch eine parlamentarische
irbeit auszunutzen, die sich die Aufgabe stellt, die bürger—
chen Parteien einander zu nähern und das Aufkommen
eiterer oder die Verschärfung alter Gegensätze zu verhüten.
erade jetzt bietet sich dazu eine günstige Gelegenheit. Die
ürgerlichen Parteien können nicht im Zweifel sein, daß
ie Sozialdemokratie durch keine preußische Wahlrechtsreform
ufriedengestellt sein wird, die nicht die sozialdemokratische
forderung des Reichstagswahlrechts für alle mehr als
wanzigjährigen Männer und Frauen verwirklicht. Sollte
arüber noch irgend ein Zweifel herrschen, so hätte ihn der
Vorwärts“ in seiner Nummer am 27. v. Mtis. beseitigt,
mder er einen Artikel über den Bericht der Herrenhaus—
mmission zur Wahlrechtsvorlage mit den Worten ab—
hließt: „Scheitert die ganze Vorlage, so wird der Wahl—
echtskampf erst recht mit aller Kraft einsetzen; kommt sie
agegen zustande, so wird sie den weiteren Ansturm gegen
ie preußische Junkerzwingburg auch nicht im geringften
eeinträchtigen! Der Kampf geht weiter, so oder so!“
lso der Kampf geht weiter! Aber die, denen der Angriff
ilt, werden gut lun, die Zeit nicht mit Prophezeiungen zu
erschwenden, sondern sich so einzurichten, daß die revolu—
ionäre Partei in dem deutschen Bürgertum einen fest ge—
hlossenen Gegner findet, der ihre repolettinären Mbsichton
uschanden macht.
Unser Wetter und die Sonnenflechen. BDaß die
rde mit allem, was auf ihr lebt und sich bewegt, in
bhängigkeit von der Sonne steht, ist eine triviale Tat—
iche. Spricht man doch allgemein von der Sonne als
em Muttergestirn der Erde. Und zwar ist die Sonne
ie Mutter nicht nur unter der Voraussetßung, daß
nser Planet aus ihrem Leib hervorgegangen ist — eine
nnahme, die neuerdings von einigen Gelehrten bestritten
iird —, sondern auch in der Hinsicht, daß die Erde daucernd
en Quell alles Lebens durch die Sonnenstrahlen empfängt.
Pb nun aber dieser Zu'ammenhang ein so naher ist, daß
de größere Störung des Sonnenkörpers auch eine Ver—
inderung im Zustand der Erde hervorbringt, bedarf noch
es sicheren Beweises. Behauptet hat man derartige Ein—
lüsse der Sonne nicht nur auf das Luftmeer, daß die Erde
ingibt, sondern auch auf die vermeintlich feurig flüssigen
Nassen des Erdinnern. Da nun die Sonnenflecken der
uffälligste Ausdruck der Störung in den Oberflächenschich—
en der Sonnenmasse sind, so hat man zwischen ihrem Auf⸗
reten und dem von schweren Stürmen, heftigen Nieder—
hlägen und auch von Vulkanausbrüchen und Erdbeben ei—
en Vergleich gesucht. Wahrscheinlich ist dieser Zusani—
nenhang e'n wenig übertrieben worden, und ohne Zweifel
t daß der Fall gewesen mit solchen Berechnungen, wie sie
Amerika zwischen der Periode der Sonnenflecken und der
unahme der Seibstmorde oder gar den Schwankungen der
jörsenkurse angestellt worden sind. Auf besserem Boden
ehen die Untersuchungen, die jezt von Dr. Humphreys
or der Philosophischen Gesellschaft in Washington vorge—
agen worden sind. Danach scheint eine Zunahme der
onnenflecken ein erheblisches Sinken der Temperatur im
uftmeer der Erde zu bedingen. Dieser Einfluß tritt abe'
286I icht imwmor morflich 8 Grscheinune woil fein
Virkung noch von anderen Verhältnissen wie von der Ver—
eilung des Luftdruckes, dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft
ind anderem abhängig ist.
Sulzbach, 13, Mai. Die Frequenz des hiesigen Real—
»ymnasiums hat sich bedeutend gehoben durch den Beschluß,
ie Anstalt bis zur Oberprima durchzuführeu. In den7
elassen des gegenwärtigen Bestandes befinden sich 227
chüler, darunter 134 katholische. Eine weitere Lehrkraft
hird nach Pfingsten an die Anstalt berufen werden.
Neunkirchen, 13. Mai. Freifrau von Stumm-Halberg
u Schloß Halberg wurde, in Anerkennung ihrer Verdienste
im die Kaiserin Augusta-Viktoria-Stiftung bei Jerusalem,
urch die Verleihung des Oelbergkreuzes ausgezeichnet.
Stieringen-Wendel, 12. Mai. Eine Diebesbande setzt
urzeit unsere Geschäftsleute in Aufregung. In der Nacht
»on Dienstag auf Mittwoch wurde in das Spezereigeschäft
»es pension. Grubenbeamten Feldmann zu Neue Glashütte
ꝛeingebrochen; die Diebe stahlen dort eine Partie Schuhwa—
en sowie Fleisch und Kleider, im Ganzen einen Wert von
1000 Mark darstellend. In derselben Nacht wurde auch
ersucht in der Gastwirtschaft Wilhelm Ney in der Staats—
raße einzubrechen. Die Einbrecher wurden aber durch das
zolen eines Hundes welcher im Tanzsaale lag, an ihrer
xbet gestört. In derselben nacht wurde auch versucht, in
ud hiesige Wirtschaft einzubrechen. Die Diebesbande
p u aus Italienern zu beftehen. — Gestern verunglückte
der hiene Bremser Joseph Meyer beim Rangieren. Er
ahe zwißen die Pfuffer eines Wagens, erlitt einen Rip—
on ruch us schwere Verletzungen am Hinterkopfe, sodaß
r eien zu Kleinrosseln aufgenommen werden mußte
der 3 Diens Nai. ( D er „Borussen“⸗P ro ze ß.)
Ic hat J verurteilte Borusse von Fincken—
— ahl iomn zum Reichsgericht eingelegt.
uoe , 14. Mai. Gahnfrevel.) Durch
Inbenstreiche befand fich ein von Adenau nach di
ahrender Personenzugin nach Mmagen
— g großer Gefahr. In Rech hat—
dinder eiserne Schwellen und schwere Vasalificinen
nd uber die Geleise der igeteewaheergeeeh
ihrer, sowie Heizer bemet enee Twore
tenblick das Hindernis u ten zum Glück im letzten Au—
oe nd brachten durch starkes Brem—
Vnden — — die Lokomotive entgleiste, es
nit dem Schrecken davon. ahd. Die Pahagieie lamen
Großfeuer. In dem D *
von Dahte banch du de u nemid de Wibe
nit rasender Schnelligkeit un sis —
»raunnten 7 Geboͤste un 16 in griff nieen kurger
—B ebaͤuden nieder. Es liegt
An Vergiftung erkrankz8 ichels
zchweidnitz ns acht Kinder andg Rhenden —9
hillen, die sie beim Spielen gesunde hutn Rius c
z & pesngen Schmerzen, die obrigen schweben n
iüte. e ünheichiis ruclt hiesthochetan
Vom Zuge überfahren. Ein Zug deu pe
iern Eisendahn überfuhr zwischen au —ãs— 8
ind Acton in der Nähe von London vier Steenatbei
er, die alle vier getötet wurden. Die Arbeiter ne
inem anderen Zuge ausgewichen und hatten au de
debengeleise Aufstellung genommen, auf dem ein S
ug heranbrauste, dessen Nahen sie überhört hatten.
Z3Zur Gruben⸗Katastrophe in England. Aus White
haven wird gemeldet: Dumpfe Verzweiflung herrscht in
der Stadt. Heroisch ist eine Abteilung von Rettern nach
er andern unter eigener Lebensgefahr in die brennende
ßrube vorgedrungen, doch vergeblich, da sich das Feuer
chnell verbreitete und die giftigen Gase so überwältigent
virkten, daß sie immer wieder zurückgetrieben wurden
zufolge der Vermauerung des Schachtes wird den Ein—
eschlossenen die Lebensluft abgeschnitten, doch ist man
est überzeugt, daß sie nicht mehr am Leben sein können.
zollte der Abschluß der Luft das Feuer nicht ersticken, so
oll die Grube unter Wasser gesetzt werden.
Schnee und Kälte im Süden. Meldungen aus
agliari berichten, daß auf der ganzen Insel eine mehrere
Zentimeter hohe Schneedecke liegt. Die Bevölkerung ist
n großer Aufregung und bringt die winterliche Witterung
nit dem Erscheinen des Halleyschen Kometen in Zusani
nenhang. Anch in ganz Nord-JItalien hält die ka le Wit—
ereng an. In meyreren Gegenden friert es. die Höhen—
üge sind mit Schnee bedeckt
Der Engel im Luftballon. Aus einem Dörfchen
ei Münster u. W. teilt ein Leser des „Münst. Anz.“ fol—⸗
zendes Geschichtchen mit: In einer benachbarten Bauern⸗
chaft war an einem der letzten Sonntage das Faktotum
nes einsam gelegenen Bauernhofes, der alte Erbonkel,
chon in aller Frühe aufgestanden, um nach dem Rechten
zuu sehen. Gerade stand er mitten zwischen dem Feder—⸗
ieh, als er Hornsignale hört. Er schaut nach links, er
chaut nach rechts, wohl dämmert der Morgen, dem bie—
»eren Landmann dämniert es aber nicht, daß ein Luft—
zallon über ihn hinwegsegelt und der Führer auf seinem
Zignalhorn bliäst. Daran hat:e er nicht gedacht. Ganz
erwirri schaut er nochmals nach allen Seiten, dann aber
ennt er ins Haus mit dem Rufe. „Der Engel bläst die
Posaune, der Komet ist im Anzug, und der Weltunter—
Jang beginnt!“
Das Gemälde des Briefträgers. Die Kunstaus—
jellung in der Londoner Royal Academy wird in diesem
zahre auch ein Bild ausstellen, das des besonderen In—
eresses des Publikums sicher ist: es handelt sich um eine
refflich gemalte Landschaft, die von einem Londoner
Briefträger geschafsen worden ist. Die Hängekommission
at das Kunstwerk sofort für die Ausstellung angenom—
nen und vor einigen Tagen hat Samuel Hancock, der
nalende Briesträger, die frohe Botschaft von diesem sei—
em ersten Erfolge erhalten. Er ist ihm von Herzen zu
önnen, denn Jahre lang hat der kleine Beamte im
dampfe mit den widrigen Verhältnissen seinen Mut nicht
erloren und mit zähem Fleiße an der Ausbildung sei—
es Talentes gearbeitet. Mit seinem kleinen Gehalt lebt
»ancock kümmerlich genug mit seiner Frau und seinen zwei
dindern. Das Schicksal versagte ihm eine bessere Schul
ildung, er hat nur die Volksschule besucht, aber die Na—
ur verlieh ihm als Ersatz eine andere Gabe: die leiden⸗
haftliche Sehnsucht zu malen. Keine äußeren Hilfsmittel
sanden ihm zur Verfügung, ohne Anleitung begann eir
eine ersten Arbeiten, in denen er noch herzlich ungeschickt
er Leinwand die Farbenerlebnisse anvertraute, die ihm
ie Natur geschenkt hatte. Sein erstes Bild hängt noch in
em Hinterzimmer seiner kleinen Wohnung, sein letztes
ängt endlich in der Royal Academy. „Ich hatte immern
ine besondere Sehnsucht zum Malen“, so erzählte der
Zriefträger einem Interviewer in der ihm eigenen, an—
pruchsloͤsen Weise. „Es zwang mich etwas, in Farben
as auszudrücken, was ich fühle. Acht Jahre lang habe
ch regelmäßig der Royal Academy die Frucht meiner Be—
nühungen eingereicht, aber ein Bild nach dem andern ist
ibgelehnt worden. Aber jetzt in diesem Jahre, kam die
Vandlung. Ich schickte mein Lieblingsbild, an dem ich
ie zwei letzten Jahre gearbeitet hatte. Vierzehn Tage
ang schwebte ich in banger Erwartung, bis mir eines Ta
jes ein Kollege einen Brief mit einer Handschrift brachte
ie mir fremd war. Darin wurde ich aufgelordert, in die
lkademie zu kommen. Keinem meiner Freunde sagte ich
in Wort davon, denn ich konnte das Glüch selbst nich
lauben.“ Er bat bei seinem Postamt um Urlaub und er
jielt auch einen Vormittag frei. In der Akademie wurde
r von einer Reihe von Mitgliedern freundlich bewill
omninet; er ist sehr froh, daß sein Bild in der gleicher
deihe niit den bedeulenderen Werken der Ausstellung auf
ehängt ist. Das Gemälde führt den Titel „Der silbern
orid“ und gibt eine Imprefsion, die von einem Damp
er aus gewonnen ist. Hancock spricht mit ruhiger Freud—
hor dafs Urfeil n02 »inige Mtademiter über sein Goe
nälde gefälit haben; die aufmunternde Auertennung nack
Il den Jahren der Arbeit und der Entbehrung hat ihm
enen Mut gegeben. Als man ihn fragte, was er nun
u nun gedenke, da antwortete der Briefträger jedoch nur
chlicht und einsach: „Nun ja, ich werde morgen früh wie—
zer um halb vier Uhr aufstehen und meine Briese aus
ragen wie immer ....“
König Edward als Sportsmann. Edward 7. is
einer der besten und passioniertesten Sportsmen gewesen
zie England, dieses „Mutterland des Sports“, jemals be
essen hat. Und nicht zuletzt diese seine unerschütterlich
Passion, seine aufrichtige Liebe für alles, was mit sport
ichem Leben und Treiben zu schaffen hatte, trug ihm ei—
ien ungewöhnlichen Grad von Popularität ein. Allen
Arten von Spori huldigte Edward 7. Am stärksten dem
Pferdesport. Schon als Prinz von Wales hielt er sich
inen eigenen Rennstall, den er nach und nach auf eine
mmer größere Basis sitellte, bis er im letzten Jahre 25
Vollblüser auf der berühmten, großangelegten Zuchtstätte
Zandringham beherbergte. Aber die Erfolge der purpur—
oten königlichen Jacke mit den goldenen Knöpfen ließen
ange auf sich warten, doch wenn sie kamen, war des Ju—
»els im Launde kein Ende. Welcher Tanmel faßte die
abertausend Zuschauer, als 1896 Persimmon und vier
Jahre später Diamond Jubilee, im Epsomderby die Far—
hen des damaligen Prinzen von Wales zum Siege in
zdiesem größten Rennen der Welt führten und als der
Prinz freudestrahlend seine Pierde von der Rennbahn zur
Wage geleitete. Als er König wurde, gab es für ihn
ziele Jahre von Fehlschlägen auf dem Turf, bis im ver—
gangenen Jahre wieder das Derby die purpurne Jacke
n Front sah, denn der englische Derbysieger von 1909
Minorn trug die Farben König Edwards, wenn er auch
tur — gemietet war. Der englische König war ein sehr
häufiger Gast auf den Rennplätzen und versäumte kaum
zin großes Meeting, mochte es in Newmarket oder in
Zandown Park, in Doncaster, Epsom oder in Goodwood
zelaufen worden sein. Immer hatte er dort einen Stab
von Freunden und großen Rennzüchtern um sich. In
rüheren Jahren riskierie er auch manches „Pfund“ für
ine Wette und es geht die Sage, daß er den englischen
Zuchmachern oft genug die Taschen erleichtert und Tau—
ende bei dem und jenem Coup gewonnen hat. Aber nicht
iur der Turf — den er auch auf Reisen zum Beispiel in
Zaden-Baden besuchte — genoß seine Liebe, auch der
Zegelsport und der Automobilismus fanden in ihm einen
egeisterten Anhäͤnger. Vor allem der englische und auch
er internationale Segelsport hat Edward 7. viel zu ver—
danken, hat er doch zahlreiche kostbare Preise gestistet, die
n der Cowessegelwoche und in Kiel und auf anderen
Regattaterrains ausgefahren wurden. Die eigenen Jach
en des Königs haben es gerade in den letzten Jahren
u hübschen Erfoigen gebracht Die Liebe zum Pferde
inderte den König nicht, sich auch einen großen Automo
ilpark anzulegen, in dem deutsche Typen einen hervorra—
senden Platz hatien. Daß er den übrigen „nationalen“
uglischen Sports, dem Fußball, Tennis, Hockey und Golj
licht fremd gegenüberstand, wenn er sich auch aktiv mi—
lusnahme des Golfspiels nicht an ihnen beteiligte, ver—
leht sich von sessst. Auch als Jäger stand Edward 7.
e nen Mann. Er war ein Freund jeglicher Art Waid—
derks und betätigte seine Jägerpassion auf den eigenen
rrohen Jagden und denen seiner Freunde.
König Edward als „Pariser“. König Edward war
nin echter Engländer. Das hinderte ihn nicht, zugleich ein
achter Pariser zu sein. Man hat es dem Prinzen vor
Wales einst in England sehr verdacht, daß er sich in der
ranzösischen Haupisladt ofsenbar wohler fühlte als in Lon
dor Der Pring ließ sich dadurch nicht abhalten, alhjähr
lich egige Monate an der Seine zu verbringen. Bei gro
zen Nonen, bei großen Premieren, überall, wo „lou
Paris“ sic zeigte, sehlte auch der Prinz von Wales nicht
Und wenn eruzufällig sehlte, war „tout Paris“ eben nich
das wahre „iout · Paris“ Besonderes Vergnügen bereite
ten ihm die nächtlichen Rundfahrten durch Paris, die nach
den lustigen Pariser Großfürsten „tournees de dues“ ge
nannt worden sind. Dann erschien der Prinz in den
saschemmen des Viertels der Großen Hallen, in dem jetzt
oerschwundenen Kabaret des „Pere-Lunettes“ in der Nähe
des Boulevard Saint-Germain und an ähnlichen Orten
und amüsier'e sich königlich über die Argoilieder, die ihm
dort, manchmal von richtigen „Apachen“, vorgesungen wur
den. Als die Frage aufgeworfen wurde, wer die Pariser
Weltausstellung von 1900 eröffnen sollte, einigten sich alle
Ztimme sofort auf den Prinzen von Wales. Der Prinz
satte den ehrenvollen Auftrag auch übernommen, trat aber
dann wegen der englandfeindlichen Haltung Frankreichs
vährend des Burenkrieges von ihm zurück. Als König ist der
derstorbene nur noch zu kürzerem Aufenthalt nach Paris
selommen. Aber kein Jahr verging, ohne daß er die
ranzösische Hauptstadt wenigstens auf der Durchfahrt be—⸗
ührie. Er wohnte dann stets im Hotel Bristol und ver⸗
raͤchte die Tage mit seinen Pariser Freunden, zu denen
»ekanntlich Clemenzeau gehörte, und die Abende gewöhn—
ich im Theater. Während seines letzten Aufenthaltes in
Paris, im März dss. Is., sah er noch Rostands Chan—⸗
ecker“ und „La vierge solle“ von Henry Bataille.
Der König als Finder. Eine reizende Episode, de—
en Miltelpunkt König Friedrich August ist, hat sich, wie den
„L. N. R.“ aus Dresden geschrieben wird, dieser Tage
dort zugetragen. Der König machte ohne jede Begleit⸗
ing einen Spaziergang durch die innere Stadi. Wiederholt
blieb er vor den Schaufenstern der großen Kauflän
den stehen und musierte mit sichtlichem Interesse die Aus
lagen. Sein Weg führte ihn auch über den Altmark nach
der König-Johann-Straße. In der Nähe des „Cafe Zen⸗
lral“ bemerkte er auf dem Straßenkörper einen kleinen, in
Bapier gehüllten Gegenstand. Er hob ihn auf, steckte ihn
n die Rocktasche. Nur wenige Straßenpassanten waren
Zeugen dieses Vorfalles gewesen. Vom „Cafe Zentral“
aus aber hatte man bemerkt, daß der König etwas ge
funden hatie. In das Residenzschloß zurückgekehrt, öffnet
der König das Paket und entdeckte in dem Papiere ein
altes, abgetragenes Portemonnaie, das ein Zehnmarkstüd
und einige Nickel- und Kupfermünzen enthielt. Nach noch
maligem Durchsehen fand der Monarch noch einen kleiner
Zettel, auf dem ein Name verzeichnet stand. Sofort lief
der König nachforschen und nach zwei Stunden schor
Punte der Name des Verlierers festgestellt werden. E
entpuppte sich als ein schlichter Arbeitsmann aus eine
Dresdener Fabrik. Das Portemonnaie enthielt den größ
sen Teil des Wochenlohnes des Arbeiters, der über der
Verlust des Geldes schon tief betrübt war. Seine Ueber
raschung war daher groß, als am folgenden Tage eir
Schloßdiener in seiner Wohnung erschien, um ihm das ver
sprene, vom Könige gefundene Portemonnaie wieder zu
rückzubringen. Eine freudige Ueberraschung wurde aber
dem Arbeiter noch zuteil, als er sein Portemonnaie öff
iete, um den Inhalt nachzuzählen. Er fand außer feinem
Lohn noch ein Zwanzigmarkstück, das der König in sei
ner Herzensgüte dem übrigen Geld hinzugefügt hatte, un
hepr Nexrlierer noch eine besondere Freude 2zu bereiten.
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Trier, 14. Mai. Eine spätere Meldung berichtigt die
Nachricht von der Wiederherstellung des allgemeinen Frie—
»ens im Baugewerbe hierselbst dahin, daß es sich nur un
die dem katholischen Verbande angehörenden Bauarbeiten
Jandelt, die etma die Bälfto dor hissher Muisgesyerrten dar—
stellen.
Trier, 16. Mai. Als der Forstbeamte Espen in Pe—
ingen zu seiner Frau sagte, es sei ihm unwohl, er woll—
ieh zu Bette legen, entgegnete sie ihm im Scherz: „War
ch will Dir Dein Unwohlsein vertreiben“, griff auch gleich
nach dem in einer Ecke stehende Dienstgewehr ihres Manncç
ind drückte, ehe ihr ihr Mann noch zurufen konnte, daß e
volgden sei oh. Ihn den Konkoetroffen sank Esvon tot niede
Düsseldorf, 14. Mai. Hier erschoß sich die 19jährige
Tänzerin Frieda Henkel; vermutlich handelt es sich nmn eine
Liebesaffaire.
Berlin, 17. Mai. Der etwa 70 Jahre alle stellver—
cretende Direktor der Kassenverwaltung Adolf Harprecht er—
itt gestern, als er vor einem geöffneten Fenster des 3
Ztockwerks stand, einen Schlaganfall. Harprecht stürzte
)abei aus dem Fenster in den Hofraum, auf dem er mi!
zerschmetterten Gliedern liegen blieb.
Berlin, 17. Mai. Der Hansabund erläßt folgende
Mitteilung:: Der Hansabund hat eine Abteilung für die
Förderung der Interessen des gewerblichen Mittelstandes
ingerichtet, deren besondere Aufgabe die Kreditorganisatior
ür den Mittelstand, insbesondere die Verleihung offenen
Buchforderungen bildet. Zur Leitung dieser Organisatior
st es gelungen, eine in den Kreisen des Mittelstandes und
des gewerblichen Genossenschaftswesens hoch angesehen
Persönlichkeit von langjähriger Erfahrung und erstklassigen.
Fachruf zu gewinnen. Die besondere Aufgabe dieses Leiters
foll darin bestehen, alsbald mit einem praktischen Schritte
auf dem Gebiete der Verleihung offener Buchforderungen
für Gewerbetreibende hervorzutreten, zunächst für das Ge—
biet von Groß-Berlin und dann für Preußen und die
übrigen Bundesstaaten. Es werden deshalb Angehörige des
gewerblichen Mittelstandes, die sich zu einer Genossenschaf
mit beschränkter Haftung zusamnmentun wollen, in der Ab
sicht, ihre Buchforderungen zu diskontieren, geben, ihre
Adresse an den Direktor des Hansabundes, Oberbürgermeisten
qa. D. Knobloch, Berlin, Dorotheenstraße 3, einzureichen.
Berlin, 16. Mai. Zur Ermittelung der Kosten, welche
durch die Einrichtung der Versicherungsämter nach der
Reichsversicherungsordnung entstehen würden, hat sich eine
Kommifsion unter dem Vorsitz des Direktors der sozialpoli—
tifchen Abteilung im Reichsaimt des Innern nach der Rhein—
provinz begeben. Nach Pfingsten soll die Provinz Pommern
besucht werden. 43
München, 17. Mai. Der 14jährige Gynmnasiast Franz
Karppel, Sohn des Obersten und Kommandeurs des 1
bayrischen Fußartillerie-Regiments hat sich in der Wohnung
feiner Eltern erhängt, wie es heißt, aus hochgradiger Ner—
vosität.
Wien, 17. Mai. Die Hausbesitzerin Ruszynska wurde
hon hrem eigenen Sohne mit einem Hammer erschlagen,
veit fie sich seiner Verheiratung widersetzte. Der Mörder
oerletzte sich darauf durch zwei Schüsse schwer. J
Paris, 17. Mai. Meldungen, welche im hiesigen Ko⸗
lonialamt eingetroffen sind, berichten, daß eine Kolonne
von 200 Schuͤtzen in Agredah Tartama im Uaddaj⸗Gebiet
ine Vande eingeborener Plünderer zerstreut hat, welche
ie Kolonne des Leutnants Fliegenschur angegriffen hatte
Die Verluste der Eingeborenen betragen über hundert Tote
Die Eingeborenen ließen ferner zahlreiche Waffen auf dem
Zampfplatze zurück. Auf französischer Seite sind 12 Schützen
verwundet worden.
Dijon, 17. Mai. Das Schlachtfeld um Dijon wurde
Jestern von einer Anzahl deutscher Veteranen besucht, denen
sich ein dänischer Offizier namens Rosenbach angeschlossen
hatte. Die Veteranen besuchten den Friedhof auf dem sich
die Kriegergräber befinden. Der Veteranenverein von
Dijon, der von dem Besuch unterrichtet war, hatte auf das
deutsche Massengrab des Friedhofs einen Kranz niederlegen
lassen. Von diesem Akte der Aufmerksamkeit zeigten sich
sich die Deutschen gerührt. Sie dankten und ihr Führer
legte auf das französsiche Kriegergrab einen Blumenstrauß
nieder. Die Deutschen nahmen nach der Besichtigung der
Gefechtsfelder noch einige Sehenswürdiakeiten der Stadt in
Augenschein.
London. 17. Mai., Eine Panzer- und eine Kreuzer—
Division unter dem Vizeadiniral Nevil wird die Sohe !nzollern“
mit dem deutschen Kaiser an Vord auf hoher See
in den üblichen Formen begrüßen. Später wird sich diese
Flottenabteilung in zwei Linien aufstellen, durch die die
Kaiseryacht fahren wird.
Londoo, 17. Mai. Kaiser Wilhelm wird am Mittwoch
früh von Vlissingen aus auf der „Hohenzollern“ an See
gehen und vor Port Viktoria gegen 7 Uhr abends eintref—
fen. Der Monarch bleibt während der Nacht auf dem
Schiff und fährt am Donnerstag früh mit einem Extrazug
nach London. — Prinz Heinrich, der als Vertreter der deut—
schen Marine den Beisetzungsfeierlichkeiten beiwohnt, geht
heute an Bord eines holländischen Passagierdampfers und
irifft heute abend schon im Lande ein.
Oran, 17. Mai. In Traret ist eine vom Ausland
unterstützte Agentur entdeckt worden, deren Inhaber ein
Bewerbe daraus machten, Fremdenlegionäre Gelegenheit zur
Desertion und Flucht zu verschaffen. Die beiden Inhaber
sind verhaftet worden.
Newyork, 17. Mai. In der südamerikanischen Fabrit
Tolumbien haben gestern mehrfache Erdstöße gewaltigen
Schaden angerichtet. Die Hauptstadt Bogota ist schwer
heimgesucht worden. Die verschiedene Stöße erfolgten in
Zwischenräumen von 5—ã6 Minuten. Nähere Nachrichten
fehlen noch.
Newyork, 17. Mai. Bei einer Bootsfahrt zu Wilckes
in Pennsylvanien schlug ein Boot um, 6 junge Mädchen
und 2 junge Männer ertranken.
London, 16. Mai. Der Minister des Innern, Churchil'
telegraphierte an den Vertreter der Bergleute von White—
haven, die über die Zumauerung der Mine erregt sind, daß
er diese Maßregel mit dem Berginspektor besprochen habe—
Dieser habe es für unmöglich erklärt, in den Schacht ein—
zudringen und versichert, daß kein Bergmann mehr am
am Leben sei. Der Minister sprach sein Beileid über das
Unglück aus und drückte seine Anerkennung zn dem von
den Rettungsmannschaften bewiesenen Mut aus. Er könnte
aber nicht zulassen. daß das Leben der Retter aefährder
Herde
Dudweiler⸗Sulzbacher
Bergmanns-⸗-Sterbekasse
Bekanntmachung.
Am Sonntag den 22. ds. Mts. nachmittags um 83 Uhr fsindef i
MNereinslokale der Wwe. Steeg eine
General-Versammlung
statt. Tagesordnung:
Beratung der neuen Satzungen. Der Vorstand.
Hauere Rüben
Sauerkraut
3 pfd. 20 pfg.
Franz CLonuis Wwe.
Carl Troeger