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dliche ien 2 g nicht⸗
peischädigt — u reise yaben selbst das
größte Imeresse daran, etwcze Mängel an der Veranke
cungskonsrukttisn sestzu ellen, um diese beim Bau weite
cer Schisse abzustellen. Der Sachverfständige fand bei der
Besihtigung der Trümmer des Ballons die innere Veran
kerungskonstruktion des Schifses in tadelloser WVerfassung
Ferner jei die Frage gestattet, welche Bedenten der mili
üärische Führer trug, mit dem Parsevalballon zu gleicher
zeit in der Nacht die Rückfahrt anzutreten? Zur Sicher
heit hätte man ja dem Führer des Schiffses, der noch keind
selbständige Nachtfahrt geleitet hat, einen in allen Lager
erprobten älteren Lufischeffoffizier beigeben können.
*CEine Fliegerpreisfahrt, in der die Rhein
provinz den Ausgangs-, Lothringen den Endpunkt bilden
werden, wird wahrscheinlich in den letzten Tagen des Mo
nats September oder in den ersten Tagen des Monats
Oktober stattfinden. Es soll ein 100 Kilometerfliegen zwi
schen Trier und Metz veranstaltet werden. Die Bau—- und
Finan;kommission der Stadt Metz hat sich zur Tragung
der Kosten gemeinsam mit der Stadt Trier bereit erklärt
Der Kaiserliche Aeroltub will die Schusherrschaft über die
Seranstaltung übernehmen. Für den besten Flug ist ein
Preis von 20 000 Mark ausgesetzt, neben dem noch ein
1000 Mark-Preis zur Verausgabung gelangt. Die Ge—
anmttosten sind auf 30 000 M. veranichlagt. Die Abfahrt
erfolgt von dem Exerzierplatz in Trier, die Landung auf
der Friedhofsinset in Metz. An dem Fliegen können sich
Drachenflieger aller Länder beteiligen.
*Ein Ueberlandflug. TDer französische Avia—
iiker Juilerot gibt bekannt, daß er nach Beendigung sei—
ner Prager Schauflüge einen Flug von Wien nack
Judapest unternehmen werde
Die Weilburger Katastrophe.
Die Zeppelin-Luftschiffbau-Gesellschaft nimmt nunmehr
zu der offiziellen Ertlärung der „Berliner Korrespondenz
zur Weilburger Katastrophe Stellung und bestreitet die
Annahme, daß das Unglück durch das vorherige Brechen
von Schiffsteilen beim Anprall der sten Bö erfolgt sei
Wohl aber, so heißt es in den Ausführungen weiter, har
eine andere Erklärung siarke innere Wahrscheinlichkeit. Mar
hat es für zweckmäßig gehalten, noch eine Reserveveram
terung eigener Konstruktion an dem Luftschiffe, vielleich
an Teilen, die da'ür nicht geeignet waren, anzubringen.
Da nun übereinfstimmend bekundet wird, daß beim Ein—
setzen der unglücklichen Bö Teile des Luftschiffes brachen
uind herausgerissen wurden, so bleibt nur die Annahme
übrig, daß es diese Reserveverankerung war, welche nicht
Stand hielt und Teile des Luftschiffgerippes mit heraus—
riß. Infolge dieses Umstandes mag dann ein starker Ruch
entstanden sein. Das ist umso wahrscheinlicher, als die
am unteren Ankerringe angebrachte Leine — wie aus den
Photographien ersichtlich ist — viel zu lang genommen
war und die Spitze des Luftschiffes Spielraum genug
hatte, um plötzlich nach den Seiten und nach oben zu
ichießen. — Eine solche Bewegung der Luifschiffspitze nach
der Seite hin und nach oben mußte aber umso sicherer und
heftiger bei einem solchen Windstoße erfolgen, wenn das
hintere Ende des Fahrzeuges von den dort aufgestellten
Leuten nicht sofort freigegeben wurde. Ein vorne kurz
verankertes, hinten frei bewegliches Schiff hätte in der Bö
sich einfach in der Windrichtung eingestellt, wie Erfahrun—
gen namentlich bei Bülzig bewiesen. Die Verankerungsorgane
sind fest genug, auch bei starken Windstößen Stand
zu halten. Wir können nach alledem es nicht für richtig
halten, wenn in dem letzten Satze der offiziellen Darleg—
ung aus der Weilburger Katastrophe Schlüsse gezogen wer—
den, zumal ja noch der Weg offen gestanden hätte, durch
eine geeignete Bedienung der Höhensteuer — wie es lei—
der nicht gescsah — die Wirksamkeit der Verankerung zu
unterstützen und durch stetiges Wachen in den Gondeln ein
führerloses Abtreiben, das allein eine Katastrovhe bringen
mußte, zu verweiden.
Berliner Intrigen gegen Zeppelin. Bei dem
parlamentarischen Herrenabend bei dem Prinzen Schönaich—
Carolath machte Graf Zeppelin eingehende Mitteilungen
über Intrigen, mit denen er in steigenden Maße zu
kämpfen habe. Bei dem neuen Kriegsminister von Hee—
cingen hat Graf Zeppelin zeitweise nicht einmal eine Au—
dienz erlangen können; auch der Kaiser hält sich unter der
Einwirkung der militärischen Kreise mehr und mehr zu—
rück. Des Kriegsministers Zumutung, kleinere Schiffe zu
bauen, lehnte Graf Zeppelin als gegen seine technische
Ueberzeugung gehend ab. — Die Zuspitzung des Verhält—
nisses zwischen Zeppelin und den maßgebenden Berliner
Kreisen rührt von dem Weilburger Unglück her. Graf Zep—
pelin wandte sich mit Lebhastigkeit gegen die Darstellung
der amtlichen Berliner Korrespondenz. Es steht fest, daß
bei der Bemannung des Luiftschiffes erfahrene Steuerleute
ausgeschifft wurden, um einigen Offizieren die Spazier—
jahrt zu ermöglichen. Graf Zeppelin erklärt, trotz aller
Anfeindungen gebe er sich keinem Pessimismus hin. Die
anwesenden Abgeordneten versprachen nachhaltige Unter—
stützung durch den Reichssstag. Von einer Interpellation sei
in dieser Tagung abgesehen worden. Zu Beginn der
nächsten Tagung werde zweifellos eine Interpellation er—
solgen, um die Heeresverwaltung über den Verdruß wei
ester Kreise aufzuklären
*zEin Flug mit 2Pasfagieren. Wie aus
Wien gemeldet wird, ist es dem österreichischen Aviatiker
JLI1Iner gelungen, den ersten tadellosen Flug mit zwei
Vassagieren aufi dem Luftschiff „Erich 2“ auszuführen
Æßü— —
*
Spiel und Sport.
Radfernfahrt Mailaud-München. Die Radjern—
fahrt Mailand-Minen wurde von Peter Straßer-Mün—
hen in 29 Stunden 39 Wiin en gewonnen. Zweiter ist
ebenfalls ein Münchener geworden, und zwar Fr. Schrei—
ner, ein bekannter Strahen Rienafahrer, in 32 Stunden 21
Vinuten, 3. Jak. Mech-Duüsseldorf in 33: 02, 4. W. Höp
ner-⸗Berlin Luclenwalde in 34: O08, 5. K. Niehoff-Hanno
per in 37: 08. Von den 28 gestarteten Konturrenten gin—
ten nur die genannten Fünf durchs Ziel. Die Zeit des
Siegers blieb etwas hinter der im Jahre 1844 von Jos
Fischer-Pünchen erzielten zurück, der die erste Radifern
ahrt Mailend Müncen in 20: 31 geweann
—
Kunst und Linenschaft.
5 Der erste weibliche Uuiversitäteurrfeser n
sren Die in Bunnund möit darüber hinaus e
Pratin On Maria ve en
'annte Zoologin Grafin Dr. Maria von Linden
ist kürzalich zum Universitätsprofessor ernannt morden
—Züäö2———
Humoristische Ecke.
*Die höhere Tochter: Lehrerin: „Wir haben
as letztemal von den Bindewörtern gesprochen. Nun
»sse, nenne mir ein solches!“ — Else (errötend): „Ja.“
*Lakonisch: „Was sind Ihre beiden Schwieger—
zhne, Herr Kommerzienrat?“ — „Was werden er sein?
65 tftonrea Moroanüoen sfind si—
okales und wormischtes.
Mit dem Fruhgsahrsbeheuaneene wieder die Zeit der
Waldbrände gekommen. 275eint es angebracht, daf
die Eltern ihre Kinder auf der A hean aufmerksam machen,
der aus leichtsinnigem Shiel mi.: Sennr im Walde oder in
dessen Nähe entstehen kann. Netae ernster Verwarnungç
ist es auch am Platze, eine öitere Kontetle des Taschenin
halts bei den Jungen zu üben. Kein Feuerzeug und Geld
zur Beschaffung von Zigaretten und nicht zu große Frei
heiten zum planlosen Umherstreifen in Wald und Feld.
Die Eltern sind auch hafthar für ieden entstehenden
Zchaden.
Die Wegmarkierungen des Verschönerungsvereins
ind erneuert und zum Teil ergänzt worden. Zur Orientierung
mögen sie hier aufgeführt werden:
J. Ausgangspunkt St. Ingberterstraße;
a) blauer Strich — brennender Berg,
b) rote Scheibe — großer Stiefel.
Letztere Markierung führt über den alten Rentrischer Pfad
durch den Ort Rentrisch bis zu dem Wegweiser am End
der Waldwiese am Fuße des Stiefels. Von hier aus führt
ein bequemer Serpentinpfad — blaue Scheibe — auf den
Stiefelsattel. In der Ebene bleibend gelangt man von
dem Wegweiser aus in füdlicher Richtung nach Sergscheid
und ins Grumbachtal, in nördlicher Richtung nach St. Ingbert,
nordöstlich nach der Hochscheid, einer der hervorragendsten
Aussichtspunkte unserer Umgebung.
IJ. Ausgangspunkt alter Stadtweg:
a) blaue Scheibe — Stuhlsatzenhaus,
b) roter Strich — Römersbrünnchen.
III. Ausgangspunkt Eisenbahnstraße:
J ) blaues Kreuz — Neuhaus,
b) gelber Strich — Von der Heydt.
IV. Ausgangspunkt Gastwirtschaft Fries:
a) gelber Strich — Von der Heydt.
Letztere Markierung trifft mit der von der Eisenbahnstraße
ausgehenden an der Römerstraße in der Nähe der Wasser—
tation zusammen. — Die jetzt zahlreich vorhandenen Bänke
und die im vorigen Jahr am brennenden Berg errichtete
Schutzhütte werden bei dieser Gelegenheit nochmals dem
Schutze des Publikums empfohlen und gebeten, die nächste
Amgebung derselben nicht mit Butterbrodpapieren und dergl.
zu verunreinigen. Im Uebrigen ist es erwünscht, daß in
er jetzt nahenden schönen Jahreszeit von den durch den
Zerein gebotenen Bequemlichkeiten recht fleißig Gebrauck
zemacht wird. 8p.
Voraussichtliche Witterung: Zunächst heiter und warm
Wetterlage jedoch nicht sicher.
X Der Komet in Sicht. Je mehr wir uns der Nacht
iähern, in der wir durch den Kometenschweif hindurchge—
hen, desto besser wird es in den kommenden Nächten mit
der Sichtbarkeit des Halleyschen Kometen. Wie die Stern
warten bekannt geben, ist er jetzt mit einem Feldstecher in
achtfacher Größe morgens um 3 Uhr nahe dem Horizom
gegen Norden gut zu sehen, und zwar als Nebelfleck etwa
4 Grad unter dent Stern Gamma Pegasi (3. Große), der
am Morgenhimmel die untere linke Ecke vom Sternrechteck
des Pegasus bildet. Bei stärkeren Vergrößerungen soll
auch bereits der Schweif des Kometen zu sehen sein. Aus
Berlin wird gemeldet: Das Interesse an dem Kome
ten ist gegenwärtig aufs höchste gestiegen; fast täglich wer
den in Berlin Vorträge über ihn gehälten, stets vor aus
verkauften Häusern. Am Donnerstag Abend z. B. spra—
chen zu gleicher Zeit in der Urania Prof. Schwahn und
in der Philharmonie Dr. Archenhold über den Kometen.
In der Philharmonie war auch der letzte Stehplatz ver—
lauft, und viele bemühten sich vergebens, etwas von den
Lichtbildern zu sehen oder den Redner zu verstehen. In
seinem Lichtbildervortrage über den Halleyschen Kometen
Jab Dr. Archenhold auch einige praktische Winke über die
dometenbeobachtung. Wo wird er zu sehen sein? Etwa
wischen den Sternbildern des Widders und der Fische.
Die günstigste Beobachtungszeit ist bis zum 19. Mai in
den Frühstunden von 2.30 bis 4 Uhr. Nach dem 19.
Mai wird er bequemer zu sehen sein; nämlich in den
Abendstunden nach Sonnenuntergang. Dr. Archenhold hat
serner darauf hingewiesen, daß heutzutage, wo wir die
Bahn des Halleyschen Kometen genau betrachten können,
dieser alles Mystische für uns verloren haben sollte, und
vandte sich wiederholti gegen die grundlosen Befürchtun
ren. die an manchen Siellen noch immer laut werden
—Bartenbesitzern und Naturfreunden ist es je tz
ein besonderer Genuß, von Tag zu Tag die Fortschritte
des Wachstums in der Pflanzenwelt zu beobachten. Das
Blühen der Bäume und Sträucher, das Ausschlagen der
Rosen, das Entfalten der Hyazinthen und Tulpen, die
ẽntwicklung der Samenpflänzchen, der Zäune, des Rasen—
»lans und vieles, vieles andere erfreut das Auge des
Raturfreundes und gibt ihm zu allerhand Betrachtungen
Leranlassung. Daneben freilich gibts massig viel im Gar—
en zu tun — dort vor allem, wo die Gartenwirtschaft
in Beruf ist. Die Tagesstunden langen kaum zu, um
die viele Arbeit zu bewältigen und alle Teile des Gau
tens mit Sorgfalt zu bewirtschaften. Hoffentlich treten
keine allzu kalten Nächte ein, die sich ja häufig mit den
sogenannten „Eismännern“ noch im Mai einzustellen pfle⸗
gjen. Sie sind der Schrecken aller Gartenbesitzer, und de—
Schaden, den sie verursachen, ist gar nicht festzuftellen.
Rann doch eine einzige kalte Nacht einen Ausfalt an Ge—
reide und Obst im Werte yvon vielen Millionen Maher—
oorruien!
Der Kaiser gegen das übermäßige Trinken der
ztudenten. Bei der letzten Anwesenheit auf der Hoh—
önigsburg sprach der Kaiser unter andern den Sohn des
Wiederherstellers der Burg, des Baurates Bodo Ebexhard an,
er kürzlich in das Freibarger Korps Rhenania eingesprun—
gen ist. Der Kaiser zog, wie Rrichtet wird, den jungen
zrudenten in ein Gespräch und ußerte sich dabei geger
as übermäßige Trinken in den deutichen Studentenkreisen,
iamentlich in den Korps. Er kritisierte diese Unsitte mit
charfen Ausdrücken. Durch das Trinken geraten — so
prach— sich der Monarch aus — Volk und Studenten in
Nachteil gegen die Ausländer, namentlich gegen Engländer
uind Amerikaner, die infolge vernünftigerer Trinksitten weit
Jrößeren Widerstand entgegensetzen können. Auch in Bezug
auf den Aufenthalt in den Tropen und Ubersee sei der
große Alkoholgenuß äußerstschädlich
Personalnachrichten. Versetzt als Pfarrer von hier
rach Neuerburg in der Eifel ist Herr Kaplan Schmitz
Derfelbe war längere Jahre hier tätig. Er war Präses
des katholischen Gesellenvereins, dessen Neugründung vor—
nehmlich sein Werk ist. An seine Stelle tritt Herr Kaplan
Nikolaus Schellenbach aus Völklinigen. Gerr Schellenbach
wirkte seit mehreren Jahren als Kaplan in Ochtendung in
Kreise Mayen. (Sbr. Vlksztg.)
Der Kriegerverein Herrensohr hält am Sonntag
den 15. Mai im Lokale Johann Nonnweiler von abends
3 Uhr ab eine Theatervorstellung ab, ausgeführt vom
Theaterklub Atelia.“ Von nachmittags 4 Uhr ab ist Kinder—
ßorstellung. Der Reinortrag ist füw die Eriegermaisenhäuser
estimmt.
Metropol⸗Theater Sulzbach-Saar: Wir machen unsere
Leser darauf aufmerksam, daß mit heutigem Tage das
Metropol-Theater seine Pforten geöffnet hat. Dasselbe is
eine auf das Beste eingerichtete Lichtbildbühne. Wio wir
ins überzeugten, sind die Vorführungen der lebenden
Riesen-Photographien unerreicht, auch ist das
Programm ein auserlesenes, streng dezent gewähltes. Es
vürde zu weit führen, auf die einzelnen Schlager des
Vrogrammes einzugehen. In bunter Reihenfolge wechseln
serrliche Dramen, historische Schauspiele, Industrie- und
staturaufnehmen, sowie auch wohlgelungene humoristische
iitdes die tür die Besuisfieimne der Wsechauer sornen
Bwir bonien unseren Scfern einen Besuch nur empfehlen,
ind verweisen wir auf die Annonce des Metropol-Theaters
in vorliegender Zeitung.
Jägersfreude, 10. Mai. Cie neu errichtete Schachthalle
st nach Vollendung der Bergabtragung für den neuen
zrubenbahnhof ins Rutschen geraten und mußte durch
zalkenverspreizungen gestütüzt werden. Das in Bewegung
eratene Erdreich wird durch den. Bau einer Sturzmauer
estgehalten, deren Kosten sich auf über 40 000 Mk. belaufen
derden. (Sbr. Volksz.)
sSaarbrücken, 13. Mai. Empfindlich geschädigt haft
ich vor einigen Tagen bei der Löhnung in der Maschinen—
abrik von Ehrhardt und Sehmer ein Handwerker. Er
chüttete nach Erhalt seines Verdienstes das Geld aus der
Lohndüte heraus und warf die vermeintlich“ leere Düte ins
Feuer. Der Mann hatte nicht bemerkt, daß ein Zwanzig—
zarkschein in der Düte zurückgeblieben war. Als er das
zheld nachzählte, war es bereits zu spät. (Sbr. Vlksztg.)
Saarbrücken, 13. Mai. In der Nacht zum Mittwockh
»ersuchte ein Dienstmädchen in der Luisenanlage in die Saar
u springen. Einem Schutzmann und mehreren anderer
Personen gelang es, die Lebensmüde von ihrem unseligen
Lorhaben abzubringen. Als Grund gab das Mädchen an,
»aß es von ihrer Herrschaft mitten in der Nacht auf die
Ztraße gesetzt worden sei.
Saarbrücken, 12. Mai. Die Tochter des pensiomerter
Btemsers Tolk in Malstatt heiratete am vorigen Dienstag.
Der Vater wollte nun am Samstag dem Hause zu dieser
Feier einen neuen Anstrich geben, stürzte aber von der
Leiter herunter und zog sich so schwere innere Verletzungen
zu, daß der 54 Jahre alte Mann in der Dienstagnacht
einen Verletzungen erlag.
Altenwald, 12. Mai. In der Nacht vom Sonntag
zum Montag wurde bei dem Kaufmann Lindner hier ein
Linbruch verübt. Den Dieben fielen außer einigen Eßwaren
noch Wecyselgeld in die Hände. — Ein gleicher Einbruch
vurde in der Nacht von Montag auf Dienstag bei Gast—
virt Spaniol hier, vollbracht, wobei Liköre und Zigarren
nitgenommen wurden. Die Täter sind noch nicht erkannt.
Friedrichsthal, 12. Mai. Der Bergmann Fritz Schnur
aus Marpingen verunglückte dieser Tage auf Grube Fried—
ichsthal so schwer, daß er sofort nach dem Sulzbacher
annppschaftslazarett überführt werden mußte. An seinen
Aufkommen wird gezweifelt.
Brefeld, 12. Mai. Gestern verunglückte auf hiesiger
Hrube während der Frühschicht in Abteilung 6, Flöz 3, der
edige Bergmann Fohann Kontz aus Eppelborn. Ein fal—
sender Abdruck hatte ihn so schwer getroffen, daß er aui
der Stelle tot blieb.
Grube Velsen, 12. Mai. In der hiesigen Grube
werden auf der zweiten Tiefbausohle Druckluftlokouotiven
in die Streckenförderung eingestellt. Sonstige maschinellt
Einrichtungen lassen sich wegen des Gefahrencharakters der
e Grube (starke Schlagwetterentwickelung) nicht ein
ühren.
Völklingen, 12. Mai. Der Betrieb der Röchlingschen
Werke hat im vorigen Jahre eine nicht unbedeutende Er—
veiterung durch die Herstellung des Elektro-Stahls erfahren.
s wurde ein den neuesten technischen Errungenschaften
dechnung tragendes Elektro-Walzwerk gebaut, welches
vahrscheinlich noch in diesem Sommer in Betrieb gesetz
vird. Dadurch wird auch die Belegschaft des Werkes ir
en nächsten Jahren erheblich stärker werden.
Trier, 14. Mai. Die nunmehr abgeschlossenen großer.
Trierer Weinversteigerungen nahmen diesmal einen glän⸗
zenden Verlauf. Der Besuch war vom ersten bis zum
letzten der 20 Versteigerungstage außerordentlich stark und
die Kauflust hielt sich bis zum letzten ausgebotenen Fuder
auf gleicher Höhe. Die bekundete Vorliebée für den 1908er
der ausschließlich zum Ausgebot gelangte, iit neben dem
Mangel an hervorragenden Moselgewächsen aus den letzten
Weinjahren hauptsächlich der ganz vortrefflichen Entwicklung
des 1908er zuzuschreiben, der sich zu einem sehr guten
Qualitätswein ausgebaut hat. Mehr als der zehnte Teil
der zur Versteigerung gebrachten Weine, nämlich 183 Fuder
wurden mit 3000 Mk. und höher für das Fuder bezahlt.
Im ganzen wurden auf der Hauptversteigeruug 1630einhalb
Fuder ausgeboten, für welche 3369570 M. oder im
Durchschnitt 2067 M. das Fuder bezahlt wurden. Davon
entfallen auf die Mosel 472 Fuder mil einem Gesamterlös
»on 1007 420 M. oder 2188 M. das Fuder rim Durch—
chnitt, auf die Saar 826einhalb Fuder mit einem Gesamt
erlös von 1707 780 M. oder 2066 M. das Fuder in
Durchschnitt und auf die Ruwer 332 Fuder mit einen
sesamterlös von 654 350 M. oder 1971 M. im Durch—
chnitt. Den höchsten Fuderpreis erzielle dieses Mal di
Nosel mit einem Fuder Zeltinger von Schorlemer auf
5400 M. Das niedrigste Moselfuder stellte sich auf 870
N. Bei den Saarweinen bewegten sich die Preise zwischen
010 und 5790 M. Echarzhofberger des Eugen Müuller
ind bei den Ruwerweinen zwischen 1000 und 5200 M.
Maximin-Grünhäuser v. Schubert). Den Preis von 5000
M. überstiegen drei Fuder der Mosel, vier der Saar und
ein Fuder der Ruwer, den von 4000 M. 10 Mosel, 2sein—
)alb Saar- und fünf Ruwerfuder. Auch diesmal gingen
ille Fuder glatt über. Zur Beurteilung des 1908er, der
vie oben angegeben, einen Durchschnittspreis von 2067 M
erzielte, lassen wir nachstehend die Durchschnittspreis
der früheren Jahrgange, wie sie sich auf den hiesige
Weinwversteigerungen ergaben, folgen: 1907er 1189 M.
1u906er [35) M., 1905er 1881 M., 1904er 3420 M.
1903er 940 M., 1902er 1233 M., 1901er 946 M., 1900e
2911 M. In den letzten neun Weinjahren fnimmt dem.
nach der 190806 dio dyitte Stofse ein
Zusammenstoßß. Das Torpedoboot „S. 142“ mit
Prinz Adalbert an Bord kollidierte in der Elbmünd—
ung mit einer Boje. Es wurde schwer beschädigt und
kehrte durch den Kanal nach Kiel zurück.
Unglücksfall. Die erste Minen-Such-Division, welche
uf Schillig-Reede Sprengübungen vornahm, wurde von
inem schweren Unglücksfall heimgesucht. 5Z Mann sind
cot, einer verwundet. Die Leichen wurden in Wilhelms—
javen Donnerstag gelandet.
Großfener. Die vor wenigen Jahren neu errichteten
elektrischen Anlagen der Staatseisenbahn-Gesellschaft in
Anina (Oesterreich) sind voliständig zerstört. Der Schaden
vird auf 3 Millionen geschätzt.
Im Schnapsrausch. Der Schnapswirt Gibert in
Paris erschoß in seiner Wohnung seine Frau im Rausch
ind dann sich selbst. Er war sofort tot. seine Frau- liegt
m Sterben.
Hungersnuot in Persien. Die Bevötkerung Teherans
hlieb Donnerstag ohne Brot. Es herrscht daher große
Lufregung. Aus unbekannten Gründen wird die sehr not
vendige Getreidezufuhr verzögert. Wenn nicht bald eine
Aenderung des Mangels an Getreide und Mehl eintritt
ind Hungersnot und Unruhen in Teheran zu befürchten
Ein deutscher Untertan ermordet. Nach Meldun
gen aus Loando, der Hauptstadt von Portugiesisch-Süd—
vestasrika wurde vom Stamme Cuamato ein deutscher
Antertan, der die Grenze Deutsch-Südwestafrikas über
chritten hatte. auf portugiesischem Gebiet ermardet. Eine
Untersuchung ist eingeleitet.
Seebeben. Dem römischen „Corriere“ zufolge sand
hei Scoglitti ein heftiges Seebeben statt. Die Meeresflut
wich plötzlich zurüch bildete eine 20 Meter hohe Mauer
und ftürzte sich dann mit ungeheurer Wucht auf den
Strand. Alle dort liegenden Fischerbarken wurden von
dem Wirbel umgerissen und zerstört. Es wird befürchtet
daß Verluste an Menschenleben zu beklagen sind.
Schifssunglück. Der Dampfer „City Saltillo“ stieß
Aro 25360 yy I-—— nonn Xoten 118
Mississippi-ctrom auf und ging sosort unter. 8 Passae
und 5 Matrosen ertranken.
Die Gruben-Katastrophe von Whitehaven.
der Gruben-Katastrophe von Whitehaven wird noch
cichtet: Außer den vier Mittwoch Abend tot geretteten v
beilenn hat man weiter keine Lebenden mehr zu Tage
ördert. 5 Leichen sind bisher geborgen worden und ů
gefähr 130 Mann sind noch in der Grube eingeschlosse,
Der Gang, in dem die furchtbare Exrplosion siattfand, lie
200 Méter tief und steht in Flammen und hier sind d
130 Unglücklichen eingeschlossen. Ihre Lage ist verzwe
elt. Die Retter arbeiten heroisch, aber Feuer und Raud
gestatten kein Vordringen und Sachverständige hegen kauß
noch Hofsfnung auf Rettung der lebend Begrabenen. M
ist bis auf ungefähr anderthalb Kilometer zu den Ein.
schlossenen vorgedrungen und versucht jetzt, einen Notgan,
zu ihnen auszuhanen. Das Feuer dehnt sich nach de
ietzten Nachrichten reißend aus. Am Eingange der Gru
ipielten sich herzzerreißende Szenen ab. Die Ursache
Explosion ist noch nicht bekannt. Sie fand um 8
abends statt, doch dauerte es drei Stunden, ehe die da
richt besannt wurde. Gleich bei Beginn des Rettungs.
kes sah man zwei Leute am Schachteingange liegen,
man für tot hielt. Sie wurden mit großer Mühe
ziftiger Gase zu Tage gefördert und kamen bald
der zum Bewußtsein. Diese Beiden erzählten, daß
in einem anderen Teile der Grube arbeiteten, als sie
ingewöhnliches Geräusch hörten. Sie versuchten nun,
hren Kameraden in Verbindung zu treten, fanden
zu ihrem Schrecken, daß sie von ihnen vollständig a
chlossen waren. Giftige Gase drangen aus jener Richt
zuf sie ein und sie liesen, um sich zu retten, nach
Schachteingange, wo sie von den erstickenden Gasen üb
vält'gt zusammenbrachen. König Georg fandte an
Besikßer der Grube ein Telegramm, in dem er seiner g.
ben Teilnahme an dem Unglück Ausdruck giut und u
weitere Mitteilungen bittet. — Nach den in Londen en
gegangenen Depeschen hat man alle Hosfnung aufgegebep
zie eingeschlossenen Bergleute noch retten zu tönnen. 9
»er Grube haben sich Einitäzze ereignet, die jeden Rei—
ingsversuch unmöglich machen. Die Flammen lodern he
us dem Schacht empor, sodatz die Refttungsmannichafie
ich in weiter Entsernung vom Eingeng des Schaächtes ha
ten müssen.
*8weierlei: Herr (zu seinem Freund, einem vi
er): „O, wir haben einen ganz schönen Nebenverdienn
Ich mache Witze und meine Frau illustriert sie.“ —
jast Du's gut. Bei mir ist es gerade umgekehrt!
nale die Bilder und meine Frau macht darüber Wiße
— —
Vermischtes.
Der Benjamin der französischen Deputierten—
'ammer. Nach den Bestimmungen der französischen Ver
assung darf niemand zum Deputierten gewaͤhlt werden
der nicht das 25. Lebensjahr erreicht hat. Es hat fiu
aun bei den letzten Wahlen der gewiß sehr merkwürdige
ind in der Geschichte des französischen Parlaments gewiß
zinzig dastehende Fall ereignet, daß ein Kandidat ge
vählt wurde, der das 25. Lebensjahr erst um knappe viern
Sage überschritten hatte. Dieser Deputierte, der also de
Beniamin der neuen Kammer sein wird, heißt Herr Chau
in⸗Serviniere, und das Departement, das ihn in das Pa
lais Bourbon entsendet, ist das der Mayenne. Freilich
berdankt Herr Chaulin-Serviniere seine Wahl nicht seinen
eigenen Verdiensten, sondern denen seines Vaters, der das
departement der Mayenne während einer Reihe von Jah—
ten in der Deputiertenkammer vertrat und wahrscheinlich
toch vertreten würde, — wenn er nicht bei einem Eisfen
bahnunglück ums Leben gekommen wäre.
Moderne Baumchirurgie. Ueber die Kunst der ra—
ionellen Baumpflege und insbesondere über die sinnrei
hen operativen Eingriffe, mit denen der moderne Baum
üchter kranken oder absterbenden Baumriesen die Lebens
raft zu erhalten weiß, macht das „Zement Age“ interes
ante Mitteilungen. Insbesondere ist es die Pflege alter.
salbhohler Bäume, die mit großen Erfolg betrieben wird
Die angefaulten Stammteile werden dann entfernt, und
im dem Baum gegen die Wirkungen des Windes und
des Sturmes Kraft zu gewähren, führt man eine Eisen—
tange in die Oeffnung. Die Wunde wird dann sorgsam
nit Zement gefüllt und das Ganze mit Drahtbinden um—
vunden. Auf diese Weise hat man selbst große Baum—
iesen aus mittelalterlichen Zeiten am Leben erhalten kön
ien und bisweilen sogar Exemplare, die vollkommen aus
edörrt schienen und keinerlei Zeichen von vegetativem Le—
»en mehr gaben. Ja, bisweilen genügt sogar die Rind
ils Ueberleiter der Triebkraft zu den Aesten.
Jung-Edward. Schon in der Jugend zeigte der ver
storbene König die große Vorliebe für das Theater, ver
r bis an sein Lebensende treu geblieben ist. Als junger
Prinz von Wales veranstaltete er allwöchentlich in Marl—
»orough House Herrenabende, zu denen die bekanntesten
Schauspieler geladen waren. Der Prinz beklagte sich vor
seinen Gästen gelegentlich darüber, daß seine Stellung ihr
zwinge, in den Kulissen zu bleiben, daß er nicht, wie e
es gewünscht hätte, selbst auf die Bretter niedersteigen
zürfe. Als der französische Schauspieler Fechter Direktor
»es Lyceumtheaters war, besuchte der Prinz ihn öften
n seiner Loge und ließ sich von ihm in der Verwand
ungskunst unterweisen. Eines Tages erschien der Prin
lötzlich als Bettler verkleidet im Arbeitszimmer⸗ seinen
Mutter. Die Königin schrie beim Anblick der zerlumpten
chmußbedeckten Erscheinung laut auf und stürzte zu Tode
erschrocken nach dem Klingelzug, um Kilfe herbeizurufen.
In diesem Augenblick gab der Prinz sich zu erkennen. Kö—
tigin Viktoria rerbarg ihrem Sohn nicht, daß derartige
Z„cherze nicht nach ihrem Geschmack seien. Ter Prinz war
Iber sehr stalz dargquf, daß die Mutter n nicht ertamn
2444
König Edward, der Dicke. Der verstorbene Könn
war ein großer Feinschmecker. Sein Appetit war bis
die letzte Zeit ausgezeichnet. Aber ein Bedenken vergäll
hm den Genuß der Tafelfreuden oft start: die beständi—
Zunahme seines Gewichts. Ueberall, wo er sich länger
Zeit aufhielt, ließ der König eine Wage aufstellen, un
cin Gewicht stets selbst kontrollieren zu können. Die Gäs
des Königs folgten auf seinen Rat diesem Beispiel. Au—
daiser Wilhelm 2. bestieg die Wage, wenn er auf Besu
bei seinem Onkel weilte. Dem König bereitete es groß
Vergnügen, wenn er konstatieren konnte, daß seine Gäst
während des Aufenthalts bei ihm zugenommen hatten
Noch größer war freilich seine Freude, wenn er feststellte
daß er selbst sein Gewicht behalten oder gar ein wenie
oavon verloren hatte. Aber dieses Veranügen iint n
nur sehr selten zuteil geworden.
Der heitere Brahms. Eine allerliebste Geschich
die das Wesen von Johannes Brahms schärfer als
ästhetische Bewertung kennzeichnet, gab Hans Richter, o
Londoner Wagnerdirigent, in einem Freundeskreise in D—
sau zum besten. Eines Sommermorgens begegnete Mori
Rosenthal, der Wiener Pianist, Brahms auf der Esplanad
zu Ischl und begrüßte ihn mit den Worten: „Nun, Me
ster, was werden wir im nächsten Winter wohl Neues vo
Ihnen zu hören bekommen?“ Brahms strich sich den Ba—
und antwortete in seiner ruhigen, behäbigen Art: „Nui
sch glaube wohl, einige heitere Chöre.“ — „Ach“, entge—
iete Rosenthal, „Ihre „heiteren“ Chöre kennen wir schon
Der heiterste kann im hesten Talse heikene Das
st meine Freud
Arbeiter⸗-Schlaraffia. Wir enmehmen der soz
»emokratischen „Münchner Post“ folgende Notiz: Am En—
der vorigen Woche prangte an allen Ecken und Enden de
um den Tegernsee liegenden Orte ein von den Schreine
meistern verbreitetes Plakat nachstehenden Inhalts:
„Bau- und Möbelschreinergesuch. 6
verden Gehilfen gesucht unter solgenden Bedingungen
Jeder Schreiner erhält pro Tag 10 Mark Salär b
freier Verpflegung. Die Arbeiter werden je nach Wunst
bper Auto oder Landauer zur Werkstätte geiahren, wo ihne
der Meister die Stiefel zu putzen hat und die Herren dar
auf in das Frühstückszimmer begleitet, woselbst sie d
Frühstück einzunehmen belieben. Die Wahl zwischen Sch
rolade und Kaffee bleibt den Herren Arbeitern überlasse
Xatsystre dend steht frische Bufttfer Marmelade und 245