gieeNegiment eine Typhus-Epidemie ausgebrochen. 70
ldaten sollen bereits ertrankt sein. Ursache der Epi—
mie soll schlechtes Trinkwasser sein
Ein kalter Sommer in Sicht? Aus London wird
meldet: Die englischen Meteorologen schreiben die in Eu—
pa anhaltende schlechte Frühjahrswitterung gewissen
orungen des Golfstromes zu. Wie von mieleorologischer
aie übereinstimmend in den Blättern mitgeteilt wird,
eine wesentliche Besserung in nächster Zeit nicht vor—
aszusehen und es werde im allgemeinen, auf Grund der
pahnten Verspätung des Golsstromes, die auch dem vor—
srigen kühlen Sommer in Nordeuropa das Gepräge gab,
tommende Sommer auffallend kalt werden
Von der Luiftschiffahrt.
Aochmals der Unfall des „3. 2“. Die amt—
„Berl. Korresp.“ veröffentlicht nochmals eine langere
itteilung zum Unglücksfall des Lustschiffes „Z. 2“, wor—
Ju. a. auch die Behauptung widerlegt wird, „zwischen
m Führer des Schiffes und dem Jugenieur, der die
igentliche“ Führung des Schiffes gehabt habe, hätten
afferenzen bestanden: es habe ein Haundinhandgehen der
iltärischen und technischen Leinung gesehlt.. — Dazu
zmerkt nun die amtliche Korrespondenz, daß es nur einen
ührer gibt, dem der Jugenieur uncerstellt ist, außerdem
ne die behaupiete Differenz nicht bestanden. Auch die
ber die Ausbildung des Führers gemachten Augaben
sen unzutrefsend.
Vermischtes
»eil'ge Ordnung, segensreiche. . Ein wahres
crchtchen vom heiligen Bureaukratius erzählen die Bo—
er Nachrichten wie folgt: In einer, sagen wir öster—
ichischen Stadt war es unlängst einem mit Waisensachen
schäftigten Bezirksrichter gelungen, für ihm unterstehende
zündel ein sehr wertvoiles Geschäft zum Abschlusse zu
ringen, wodurch ihre Einkünfte vermehrt wurden, und
var bedeutend. Was war unter diesen Umständen na—
irlicher, als daß die Mutter der Mündel einige Tage
mauf im Amtszimmer des Bezirksrichters erschien und
im ihren innigsten Dank für seine rastiosen Bemühungen,
48 betreffende Gekchäst durchzuführen, zum Ausdrud
rachte. Auf diesem Gange war sie von ihrer ältesten
ochter, einem aufblühenden Mädchen von 16 bis 17 Jah—
n, mit blonden Haaren und treuherzigen blauen Augen,
egleitet, das einen herrlich duftenden Blumenstrauß in
en HFänden trug, im eignen und im Namen ihrer Ge—
wister ebenfalls Worte wärmsten Dankes stammelte und
—
jaisen, dem Herrn Bezirksrichter, überreichte. Der aber
gte sein Gesicht in finstere Falten und wehrte das Ge—
sent kräftigst ab, mit dem Bemerten, daß er nach den
tengen Bestimmungen des Gesetzes kein Geschenk in Amts—
ichen annehmen dürfe. Schließlich aber gestattete er we
igstens, daß das Mädchen den Blumenstrauß auf
em Schreibtische niederlegte. Kaum hatten sich dann die
iden Damen entfernt, so rief der Bezirksrichter den ihm
geteilten Ausfultanten zu sich herein und diktierte ihm
a Protokoll über den Hergang der Dinge, das er fein
uberlich in der Mitte zusammenlegte, und mit einem
ndossatbericht dem hohen Oberlandesgerichtspräsidium mit
et Anfrage vorlegte, ob er wohl den ihm im Bureau
trückgelassenen Bumenstrauß annehmen und behalten
arfe. Zur besseren Informierung des hohen Obergerichts
ꝛgte der Bezirksrichter einige Blumen aus dem Strauße
m Berichte bei, mit dem Bemerken, daß diese Blumen
ach Ansicht des Protokollsührers Nellken seien. Beim ho—
en Oberlandesgerichtspräsidium scheint man sich den Fall
iemlich lange überlegt zu haben, denn erst acht Tage
ach Ueberreichung des Blumenstraußes langte die bezüg—
che Entscheidung an, welche im günstigen Sinne lautete,
nd den Bezirksrichter ermächtigte, die Blumen anzuneh—
en, die unterdessen natürlich längst vertrocknet waren
ie als Beleg dem seinerzeitigen Berichte beigeschlossener
ellen folgten mit der Entscheidung der hohen Oberbe—
irde zurück, aber frage nur nicht, lieber Leser, in wel
em Zustande. So geschehen in einer Stadt, die wir lie—
r nicht nennen, Anno Domini 1910, Anfang Mai.
König Edward und die Mode. Sest langen Jah—
m war König Edward 7. unbestrittener Herrscher im
eich der Herrenmode. Man hat ihn deshalb spöttisch
is den Nachfolger George Bryan Brummels bezeichnet.
ber im Gegensatz zu diesem „prince of dandies“ aus der
esien Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, der seinen
uhm mehr einer übertriebenen Modenarrheit als siche—
m, schöpferischem Geschmack verdanre, hat Eduard 7.
h stets von lächerlichem Gecken um ferngehalten. Seine
tleidung wie übechaupt sein ganzes Un cen verriet im—
ier die gleiche vornehme Eleganz und einen fast unfehl—
aten Geschmack. Deshalb hatte jede Neußerung dieses
seschmacks die Bedentung eines Ereignisses auf dem Ge—
et der Herrenmode. Alle entscheidenden Wandlungen der
errenmode in den letzien vierzig Jahren waren durch
nverstorbenen König veranlaßt. Richt immer wissens
h. Eduard 7. hatte sich zwar schon als junger Prin,
m Wales in die Rolle des „Modekönigs“ die ihm au—
ugs aufgedrängt worden war, gefunden und spielte sie
it gewissenhaftem Ernst. Aber es begegnete ihm wiederhott,
iß er, ohne es zu wollen; infolge zufälliger Zusammen
effen Moden aufbrachte, die er dann selbst vergeblich be
ampfte, bis er sich ihnen schließlich widerwil ig als Letz
x unterwarf. So „lancierte“ er zum Beispiel eines Ta—
es in Paris die Bügelfalte, als seine helle Hose wäh—
end der Fahrt zum Rennen einen Fleck erhalten hatte
nd er gezwungen war, im nächsten Ronfektionshaus rasch
in neues, zufällig mit Bügelfalte verrehenes Beinkleid
u kaufen und es während des Rennens zu tragen: So—
ort galt die bisher verpönte Bügelfalte für den „dernier
englischer Eleganz. Vergeblich bekämpfte der damalige
rinz von Wales die ihm im Grunde verhaßte Neuerung.
ie Biigelfalte hahnuntete sich siegreich, und auch der
Eispe HParyensrgne.
Aitnioäe h Minterfeld.
Der Kori. —eiu; der Schmerz
s Königs rührte ihn nicht, denn es tat ihm offenbar
bl, als seine Worte ihn wie Keulenschläge trafen.
„Nie wird Dir eine andere Klarheit werden; aber sieh
5 Kind, welches gleichsalls geknickt worden ist von je—
m Sturme, gebrochen in seiner Blüte, ein Opfer schänd—
chen Berrats, zerschellt an den Klippen des Lebens.“
„Nein, Petron! Richt zerschellt, nicht gebrochen ist es!“
ef König Ludwig. „Geborgen in den Armen der Liebe,
wihr getragen wird es sortan im Schutze derer leben,
che Angioünga geliebt haben und welche sie iekt tnit
nend Tränen beweinen.“
Her König trat bei diesen Worten auf den Korsika—
u und streckte ihm die Hand entgegen; dieser zügerte
2 zu ergreifen.
is ich vor einigen Tagen durch Mynheer van der
Kenntnis von der Existenz Isabellas erhielt und
tig auch, welches Geheimnis sie umgibt, da war
m entschlossen, der Wahrheit auf den Grund zu
fuhr der König fort. „Zufällig ersuhr ich von
Rückkehr in das Haus des Mynheer van der
„aus dem Du vor vier Jahren so geheimnisvoll
* wandest. Seitdem habe ich die Gelegenheit gejucht,
9 Dir zusammenzutreffer, um aus Deinen Munde zu
nehmen, was ich von dem Mynheer van der Weren
ꝓpe unzusammenhängend hörte. Ich erfuhr durch meinen
itragten rechtzeitig von Deinem Gange zu dem Grabe
Teuren und bin Die gefolgt.“
he Varum hast Du nicht früher Dich um die Anglück
gekümmert, ehe es zu spät war, warum jetzt diese
mödie,“ entgegnete Petron noch immer grollend.
Komödie, Petron; sprich nicht ein sosches Wort.
Nit nicht der Ort, um Dir volle Aufkiärung zu ge—⸗
zrinz mußie sie schließlich aunehmen. AUn aähnliche Weise
»l der König otzne es zu wollen, die hälichen, ganz—
irzen Zommierpaletolss in Mode gebracht haben. Man saf
em Prinzen von Wales und spater dem Röna vor
»ngl!and eben alles ab. Der Schnitt seiner Anzüge un—
Näntel, die Form seiner Hite, die Farbe seiner Schüipf
und Handschuhe, die Art seiner Fusbetleidung. — alle—
»urde sofort von der internationglen eleganten Herren
elt an enemmen. VBier „modern“ gekleidet sein wollte
mßte sich wie Edward 7. keiden. Die Herrenwelt er
rug seine Herrschaft, ohne je an Auflehnung zu denken
die zwänzte sich nach seinem Vorbild in prall anliegend.
döcke, als der Prinz von Wales noch schlanker war und
e ohne Undehagen tragen konnte. Sie ging mit ihm zu
em weiten, bequemen Schnitt über, als die Gestalt Ed—
»ards an Umfang zugenommen hatte. Als aber der Kö—
ig im lebten Sommer eines Tages beim Rennen zu ei—
em grauen Gehroͤck mit Sesdenrevers und ovalen Knöpfen
att des gewohnten Zylinderhuts einen beigefarbigen wei—
hen Filzhut mit sehr breiter Krämpe trug, versagte die
uglische Herrenwelt ihm die Heerfolge. Nach langer ern—
ter Veratung entschießen die Londoner Geschmacksrichter,
aß diese Zusammenstellung zuar dem König ganz aut
tehe aber nicht angenommen werden dürfe. Zum erjten
nal war am Geschmack des Königs gezwe ielt worden!
Innsbruck, 11. Mai. Zahlreiche Lawinen werdern
us verschiedenen Landesteilen gemeldet. Am Brenne
Zad wurde ein Güterzug von einer Lawine verschüttet
die Maschine wurde losgerissen und geriet in Gefahr ab.
ustörzein. Ein Gleis der Brennerbahn wurde durch di
Lawine verweht. Der Verkehr wird auf dem anderen
Hleise aufrecht erhalten.
Budapest, 11. Mai. In der Franziska Pußta be'
Fünfkirchen stahlen slowakische Arbeiter, die von ihren
Arbeitsgebee zu wenig Salz erhielten einen Sack, wori
ie Salz vermuteten. Dieser enthielt jedoch Chlorkalk. Die
Arbeiter aßen davon. Einer starb sofort, 27 liegen schwe—
darnieder.
Mailand, 12. Mai. Interessante Feststellungen bei
dem Halleyschen Kometen hat der Astronom Isidore Baroni
»om Observatorium Brera gemacht. Die Erde werde 3
Stunden durch den Schweif des Kometen gehen.
London, 11. Mai. Die englische Marine ist gestern
vor einem großen Unglück bewahrt worden. Das Untersee—
hoot A8 unternahm im Hafen von Plymouth eine Ubungs
'ahrt, wobei plötzlich das Boot von der Oberfläche verschwand
ind auf dem Meeresboden in einer Tiefe von 60 Metern
iber eine Stunde lang liegen blieb. Mit Hilfe von Tau—
hern wurde es empor gezogen und die Besatzung ist glück
icherweise ohne Schaden geblieben. Die UÜrsache des Unfalle«
st nicht bekannt.
Kopenhagen, 11. Mai. Bei der dänischen Insel An
hald ist in der gestrigen Morgenfrühe ein Schoner gestrandet
Zofort, nachdem das Unglück bemerkt worden war, ging
das Rettungsboot in See, um Hülfe zu bringen. Di—
Rettungsmannschaft hat aber die Besatzung nicht mehr vor—
gefunden. Sie ist zweifellos ertrunken. Es gelang nich'
den Namen des Schiffes festzustellen. —. Von der Besatzung
des Erzdampfers „Gottfried“ unternahmen gestexn den
Steuermann, zwei Maschinisten, der Koch und ein Schiffs—
unge eine Segelfahrt. Durch einen unvermutet heftigel
Windstoß kenterte das Boot. Die fünf Personen ertranken
ehe es gelang, ihnen Hülfe zu bringen.
Paris, 11. Mai. Der Kultuspfennig, der seit der
Trennung von Kirche und Staat das Gehalt der Geistlicher
rsehen muß, floß anfangs ziemlich reichlich, aber in der
eßten Jahren hat er bedenklich abgenommen und gib
»ielen Bischöfen Klagen ein, die sie nicht zurückhalte!
önnen. So sagt 3. B. Bischof Bonfils von Le Mans
Die materielle Existenz des Priesters ist nicht mehr gesichert
Seine Lage in Eurer Mitte entbehrt der wünschenswerten
Stabilität. Sie hängt vom guten oder schlechten Willer
der Gläubigen ab. Mit Betrübnis konstatieren wir, daf
der Ertrag des Kultuspfennigs von Jahr zu Jahr abnimm
und mit Unruhe blicken wir in die Zukunft.“ Erzbischo
Mignot von Albi klagt namentlich darüber, daß die reicher
Leute verhältniswäßig wenig leisten, und der Bischof vo—
Tarentaise bekennt sogar, daß der Kultus in seiner kleinen
Alpendiözese in Savoyen nur durch auswärtzge milde Bei—
träge erhalten werde, die zu versiegen drohen.
Newyork, 15. Mai. In der Nähe von Glasgow im
Staate Kientucky ist vorgestern Nachmittag ein Ballon auf—
gefunden worden, in dessen Korb sich der Luftschiffer Forbes
und sein Begleiter, ein Schauspieler namens Jates befanden
Beide waren bewußtlos. Bei Forbes machten sich gestern
einige Symptome der Wiederkehr des Bewußtseins bemerk—
bar. Er ist aber außer Stande, eine Erklärung über die
Katastrophe abzugeben. Man führt den Unfall nach dem
vorgefundenen Material darauf zurück, daß der Ballon
rus unbekannten Gründen eine ungewöhnliche Höhe er—
reichte. Den Schauspieler Jates hatte Forbes mitgenom—
men, weil dieser astronomische Studien über den Halleyschen
dometen machen wollte.
Berlin, 12. Mai. Die Pforte hat außer bei den
Zchubmnschten quch in Berlin Vorsiellung auf euergisch
Vahrung ihrer Rechte auf Kreta auf diplomöti
chem Wege erhoben. — Aus Kanea wird gemelder
»aß der Nationalpersammlang ein Antrag als Proklams
ion ger Zugehsöriakeit Kretas zu Griechenlond zugegan
gen ist.
Petersburg, 12. Mai. Ein besonderer Ministerra
unter dem Vorsitz des Zaren hat beschlossen, den finn
lbändischen Landtag aufzulösen.
Rom, 12. Mai. Infolge des Todes König Edwards
ist die Reise des italienischen Ministers nach Berlin
persscho ben worden. Den Wiener Hof besucht der
Minister nicht, was vesonders auffällt.
Briefkasten.
Herrn —g hier.. Im Jahre 1860 wurde dem Preuß—
schen Landtage die damals vom Prinzregenten Friedrich
Wilhelm 4. selbst und dem Kriegsminister von Roon aus—
— D
danken war: Verwirklichung der allgemeinen Wehrpflicht
Wiederherstellung der Zjährigen Dienstzeit, erhebliche Ver—
nehrung der Kadres, um mehr Rekruten ausbilden zr
önnen, Vermehrung der Offiziere und Unteroffiziere und
der unter den Fahnen stehenden Truppen. Die Mehrkosten
ollten 9 Mill. Taler betragen und somit die Ausgaben
für das Heer auf 32800000 Taler erhöht werden. De
der Plan im Abgeordnetenhans auf große Opposition stieß
wurde zuerst ein Provisorium geschaffen. Das Ministeriun
acceptierte dies, obwohl es entschlossen war, die Gründung
der neuen Regimenter zu einer definitiven zu machen
dies ist auch geschehen; die Folgen waren der damalige
lerfassungskonflikt, im Verlauf dessen der inzwischen i
niosbere 'erlichit gefrönte Kbnia den Loneeee— Vöste.
Die Benutzung des Ferusprechers durch Dritte.
dach den Bestimmungen ür die Benutzung der Fern—
»rechanschlüsse sind Teimehmer, welche die Pauschalgebühr
ahlen, berechtigt, anderen Personen die Benutzung des
zernsprechers innerhalb des Ortsbezirks unentgeltlich zu
estatten. Damit doll gleichzeitig ausgedrückt sein, daß
Ache Inhaber eines Fernsprechanschlusses eine Gebühr von
en beĩ ihnen sprechenden Persoͤnen nicht erheben dürfen.
iürzlich ist in dieser Frage eine Entscheidung des Reichs—
ostämts herbeigesührt worden, die von allgemeinem In—
resse sein dirfte. Der Inhaber eines großen Wiesbade—
er Etablissements, der für seine besden Feinsprecher Pau—
halgebühr zahlt, hatte von jeder Perfon, die sie benützte,
ne Gebühr von 10 Pfennig erhoden. Turch Zufall er—
elt die doruge Postverwaltung von der Taisache Kennt—
is und untecfagte dem Betressenden die Erhebung der
zebühren, Er vertrat jedoch den Standpunkt, daß er Ge—
ühren erbeben könne, wenn er wolle, worauf die Post
erwaltung schliehlich zum iußersten Mittel griff und die
ernsprecher außer Beirieb seste. Der Inhaber des Etab.
sjements erhob dagegen Beschwerde, die aber durch all«
nmianzen und schließlich vom Reichspostamt in Berlin ab
mn esen wurde. Es wurde auf die bestehenden Bestim
unzen bingewiesen und betont, daß nur der Inhaber
ines Fernsprechanschlusses, der Enzelgesprächsgebühren be—
ahlt, berechtigt isit, sich die Gebühr von der den Appa—
at benuenden dritien Person ersetzen zu lassen. Auch er
rf aber keinen Zuschlag zu der Gebühr erheben und
en Feinsprechanschluß gewissermaßen geschäftlich ausnützen.
steueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 11. Mai. Peute mittag wurden am Luisen—
fer die Leichen zweier Mädchen, die mit einem langer
Strick zusammengebunden waren, geländet. Sie wurder
eit dem 27. April vermißt, nachdem sie ohne Erlaubnit
iber Nacht fortgeblieben waren.
Berlin, 12. Mai. Der amerikanische Botschafter Dr
dill gab gestern zu Ehren Roosevelts ein Festmahl, zu dem
iuch neben dem Reichskanzler der Staatssekretär des Aeußeren
on Schön erschienen war. Außerdem nahmen an den.
Mahle teil der Rektor der Universität und die Mitglieder
»er Botschaft mit ihren Frauen.
Trier, 11. Mai. Für diesen Herbst ist ein großes avi—
tisches Preisfliegen zwischen Trier und Metz geplant Die
lnregung geht von der Stadtverwaltung Metz aus. Das
zliegen soll eine internationale Veranstaltung sein. Nack
iner Beschlußfassung der Finanzkommssion der Stadt Metz sol
ine Strecke von 100 Kilometer zurückzulegen sein. Für der
esten Flug ist ein Preis von 20000 M. vorgesehen, außer—
enn soll noch ein Preis von 4000 M. zur Ausgabe gelangen.
die Kosten sollen gemeinschaftlich von den Städten Trier
ud Metz getragen werden. Meßg hat sich zur Uebernahme
eines Kostenteiles bereits bereit erklärt. In Trier haber
och keine Beratungen stattgefunden. Der Abflug würde in
rier erfolgen, die Landung auf der Friedhofinsel in Metz.
Nit dem kaiserlichen Aeroklub wird wegen Uebernahme des
Zrotektorats in Verbindung getreten.
Breslau, 11. Mai. Dadurch, daß sich der Gummi—
Hlauch von dem Gasherd nachts loslöste, die beiden
dienstmädchen des Rhedereibesitzers Krause, die in einem
debenraum schliefen, durch aüsströmendes Gas vergiftet.
Ddas eine Mädchen ist tot. das andere lieat schwer kranf
arnieder.
Posen, 12. Mai. Unter dem Verdacht der Spionage
»urde gestern in Lemberg ein gewisser Albert Jakob aus
ßosen verhaftet. Die Polizei hatte bei ihm viel belastende
Naterial vorgefunden.
Graudenz, 12. Mai. Der Kreis Konitz ist gestern vor.
inem Orkan schwer heimgesucht worden. In dem Orte
enhof sind in Folge des Sturmes drei Scheunen einge—
ürzt. In mehreren Dörfern sind auch Wohnhäuser um—
eworfen worden, wodurch 13 Personen Verletzungen erlitten.
München, 11. Mai. Der 15 Jahre alte Sohn eines
iesigen Weinhändlers vergiftete sich mit Sublimat und
hoß sich noch eine Kugel in den Kopf, weil sein Vaten
ym nicht genug Taschengeld geben wollte.
München, 11. Mai. In ganz Südtirol herrscht heftige,
-Zchneefall, in Nordtirol sind schwere Gewitter niedergegangen
»ie im Bahn- und Telearaphenverkehr aroße Störungen
rh
„en, komme morgen um diese Stunde zu mir und Du ‚WMit dem Berlaffen des Schlosses aber hatten sie noch
ollst alles erfahren. Ich bitle Dich, ich slehe Dich an,“' nicht einmal das Schlimmste überstanden, denn furchtbat
yjörst Du, scheide jetzt nicht in Groll von mir und Kkomme waren die Entbehrungen und Strapazen auf dem weiten
norgen zu mir. Viel, sehr viel hänat davon ab, Dein Weg, fortwährend in Gefahr schwebend, wieder entdeckt
ind Isabellas ferneres Glück.“ und auss Neue gesangen zu werden. Aber ein guter
„Ich begehre nichts slir mich, nur ihr, die dort ohen Stern hatte sie geleitet, bis sich endlich ihre Wege rein—
zus jener lichten Höhe zu uns herniederschaut. soll Ge. en. Krank und halb verhungert hatte er endlich die
lechtigkeit werden.“ ollandische Grenze erreicht und sich bis nach dem Haag
Petron hatte doch den Dolch, den er bisher noch im- geschleppt, wo er einstweilen in dem Hause des Mynheer
ner in der Hand gehalten hatte, wieder in die Tasche dau der Weren Aufnahme gefunden und sich nach kurzen
esteckt, denn die Worte des Königs, noch mehr aber der Zeit schon von seinen Strapazen erholt hatte.
raurige Ausdruck seines Antlitzes waren nicht ohne Ein— Nur wenige Tage waren der BRuhe gewidmet, dann
ruck auf ihn geblieben und da dieser noch immer ihm hatte er seiner Schwester dieses Grabmal setzen lassen, was
ie Hand entgegenhielt, so legte er die seinige hinein. er als seine letzte Pflicht betrachtele und dann solite di
die Hand des Königs war kalt und zitterte, dadurch 'erner? Zeit nur der Rache gewidmet sein. Zu sehr hatté
eutlich verratend, in welcher Aufreaung er sich beiand ich der Haß in seinem Innern eingenistet und hatte
„Du wirst kommen?“ zurch den schlauen Holländer neue Nährung erhalten.
„Ja,“ blang es tonlos von den Lippen des Korsi— Jetzt sollte er darauf verzichten, Vergeltung zu üben?
aners. Er hatte sich durch wenige glatte Worte entwaffnen lassen?
Der König kehrte zu seinen beiden Begleitern zurück, Er strich mit der Hand über seine Stirne, hinter der nock
velche ehrfurchtsvoll in einiger Entfernung der Rückkehr jor wenigen Minuten gar häßliche Gedanken verborgen
es Königs harrten. varen. Die Kutsche des Königs war längst seinen Blicken
Petron schaute ihm lange sinnend nach. Er sah, wie »ntichwunden, aber noch immer stand er, der Gegen—
reine draußen vor dem Friedhof haltende geschlossene vart entrückt, nur der Vergangenheit gedenkend, sinnend
ditsche bestieg und eilig davon suhr. neben dem blumengeschmückten Hügel.
Er mußte daran denken, welche Gefühle ihn beseelt „Der König ist so lieb und gut, lieber Onkel,“ störte
zatten, als es ihm und dem Prosefsor gelungen war, aus ihn da die samte Kinderstimme Isabellas aus seinen Ge⸗
zf zu fliehen. Mit knapper Rot war er dem Tode ente dauken auf. „Du darfjst keine solchen garstigen Worte
onnen, derm vels erster, welcher den Abstieg von dem wieder zu ihrg sprechen!“
felsen gewagt, war er aus beirächtlicher Höhe abgestürzt Petton erschrakz; sprach aus dem Kinde die Stimme
ind konnte vou Glück sagen, daß er mit einem gebrochenenn eines Engels)War! es eine Mahnung, sich nicht von
lrme davongekommen war. Ohne Hilfse des Professors dem Gesuͤhl des Hasses übermannen zu lassen?
häre es ihm dann auch nicht möglich gewesen, an das Er schaute verlegenen Blickes auf das Kind, welches
and zu schwimmen; aber in dem stillen Gelehrten wohnte Abst sich wohl kaum der Redeutuna seiner Worte vol
ine jo zähe Energie, welche al Gefjahren überwand und ewußt war.
zelcher ihn last beschämie Eprach er schon ein Mal mit Dir. Aabella?
Sept. 1862 kam BVismarck an die Spitze des Ministerium.
und des Auswärtigen. Er erklärte in der Budgetkommission
»ie deutsche Frage durch Blut und Eisen lösen zu woller
Die Folge war, daß das Herrenhaus nicht das vom Abge.
rdnetenhaus, sondern das von der Regierung vorgelegt
Budget genehmigt und damit die Reorganisationskoften de—
deeres bewilligt. Bis zum Jahre 1860 hatten nur
Infanterie-Redimenten bestanden Red
Zekanntmachung.
Das Polizeiantt und Einwohner-Meldeamt befinden sick
von heute ab bis auf Weiteres im Schulhaus am Markt
platz — parterre.
Dudweiler. 6. Mai 1810
Jost, Bürgermeister.
Bekanntmachung.
Der Kreisausschuß des Landkreises Bonn hat unter Ver—
wendung von Mitteln, die ihm von privater Seite zur Ver
fügung gestellt wurden, eine sehr beachtenswerte Publikation
von ländlichen Kleinwohnungs-Entwürfen herausgegeben
die sich über den Bereich des genannten Kreises hinaus
zur Verbreitung eignen dürfte.
Der Verleger L. Schwan (K. Hos- und Verlagsbuch—
handlung in Tüsseldorf) ist bereit, den Preis für die Heft
beim gleichzeitigen Brzuge von mindestens 10 Exemplaren
(auch wenn sie einzeln an verschiedene Adressen zu sender
sind) auf 2.25 Mefür das Exemplar ausschließlich Porte
zu stellen.
Indem ich Vorstehendes hiermit zur öffentlichen Kenn—
nis bringe, ersuche ich, etwaige Bestellungen auf das Wer
bis zum 21. ds. Mts. bei mir einzureichen.
Dudweiler, den 10. Mai 1910.
Der Bürgermeister.
Jost.
frötsid —VF 7 A 9
Frökliche Mingsten überau,
wo ein Oetker-Kuchen auf dem Kaffeetisch steb—
Man versuche folgendes bewähetes Rezept.
Dr. Oetker's Pfingstkuchen.
Zutaten: 250 g Butter, 590 g Zucker, 6 Eier
das Weiße zu Schnee geschlagen, 590 g Mehl, 1 Päck
chen Dr. Oetker's Vanillinzucker, 1 Päccher
Dr. Oetker's Backpulver, 3 Eßlöffel voll Kakao
1kleine Tasse Milchoder Rahm.
Zubereitung: Die Butter rührte zu Sahne
gib Zucker, Eigelb, Vanillinzucker, Milch, Mehl, letzteres
mit dem Backpulver gemischt, daran und zuletzt der
Schnee der 6 Eiweiß.
Teile die Masse, menzge unter die eine Hälfte den
Kakao, fülle den Teig abwechselnd in die gefettete Form
und backe den Kuchen 1 bis 1einhalb Stunden.
aur
uüt mein Kind aesund?
Wenn ich es mi —
G. Stempfle's Kinderzwiebackmeh
G. Stempfle's Kinderzwieback
ernähre. Es ersetzt die Muttermilch vollsiändi
da es aus reiner
Alpentahmilch
J hergestellt ist—
— Hauptversand:
q. Stempfles Kinderzwieback und Zwiebacamehl, Oberitdor!
bayr. Alpen.
Zu haben bei KA. Auler, Adler-Drogerie am Markt.
Todes Amzeigas.
Dem lieben Gott hat es gefallen, unser innigstge
liebtes Töchterchen
Elisabetha Katharina
im Alter von 5 Monaten zu sich in die Schar seine;
rngel aufzunehmen.
Um stilles Beileid bitten
die tiebetrübten Eltern
Wilhelm Graner u. Frau.
Amalie, geb. Schneider.
Dudweiler, den 10. Mai 1910.
Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags
4 Uhr vom Sterbehause Sgarhbrückerstr. 3320 aus staft
Heramanns-AUnkerllühnng
Rassen⸗Dereut
Pudseiler⸗Herrensohr⸗Jischbac
Neuweiler.
Vachrunf.
Nach langem Leiden verstarb am Mittwoch unser Mitalied. ?
nens. Bergmann
Herr Friedrich Nikolaus
aus Herrensohr.
Wir verlieren an dem Verstorbenen ein treues Mitalied und
verden wir seiner stets ehrend gedenken.
Heicht sei ihm die Erde.
Der Vorstand.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 18. Mai vormittags
9 Uhr statt. Antreten eine halbe Stunde später am Lokale Brik
—XE — ———