Nume 70.
— EX“—»—»“, ·— —⏑—⏑— — cu ——0
)ostschließfach Nr. 14.
Erscheint
täglit Ausnahme der Sonn⸗ und
Feiertage.
Samstag, den 26. März 1910.
—— 534 —— 4
23. Jahrgang.
Postschließfach Nr. 14.
Anzeigen
kosten 10 A pro SGspaltig Petitze:le
auswärtige 15 4
MA MÄäIl!l M Äuàll sA:c aNanœQ i
Amtliches publikationsorgan
nen unsapeele für die Bürgermeisterei Dudweiler.
mon 70 frei in's Haus
gebracht, —
dei der bestellt A 225 vierteljährlich. Fernsprech⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 289, 269 u. 126
— — —
Ostern!
mmer nicht begeten, obschon nicht zu vertennen ist, var
»ie Friedensbestrebungen weiter gediehen sind. Als im
porigen Jahr die drotzenden Wetterwolken ein blutiges
OIsterfest erwarlen ließen, als der englische Chauvinismus
ind die russischen Hebereien den poritischen Horizont ver—
insterle, da hat sich wohl mancher beängstigt gesragt, wann
»enn endeich sich die VBolker und Rassen verssehen lernen,
vann das ewige Midtrauen schwinden wird, mit einem
Worte, wann die Welt einmal ibhr Osterei, den Frieden,
erhalten soll. Inzweschen hat sich vieles geöndert. Die
Luft ist rein, der Horizont srei von Wetterwolken und
dennoch bleibt das unsichere Gefühl, daß sich eines Tages
ieuer Zündstosf au irgend einer Reibfliäche samme!ln und
zur Erplesion gebracht werden kann. Bei unseren briti—
chen Vettern hasen die chauvintstischen Treibereien, wie
ie bis vor kuchem noch in Schwang waren, erfreulicher
weise einer freundschafelichen Simmung Platz machen
müssen. Es wird nun Zeit, daß hüben wie drüben nun
auch einmal ernstlich daren gedacht wird, eine ruhige Flot—
tenpolitik zu bereiben, anstat Hals über Kopf die Rüst—
ungen zu verdopren. Die beider eitigen Friedensbestreb—
ungen haben uns anscheinend das alie Vertrauen Albions
wieder eingebracht, sodaß also die Gesahr, daß der Frie—
den vom Wesien bedroht wird, endlich überwunden scheint.
Eine weitere Friedensgewähr besteht darin, daß der ein—
zelne Staat es glüdlicherweise nicht mehr so wie früher
in der Hand hat, über Krieg und Frieden zu entlscheiden.
Auch in der Eutwicklung der Staaten hat sich eine Grup—
venbildung ergeben, die ausgleichend, sriedenerhaltend wirkt.
Möge diese Entwicklung weiter fortschreiten und eines
Tages den Völkerfrühling herbetsühren, der den Kampf
nit dem rohen Gewaltmittel der Wassen nicht mehr zu
äßt. TDaßs wäre sür die Menschheit ein fröhliche?
Ruserstehungsfest!
Ein Fruf tönt durch die Lande
Und broͤ schallt's durch Tal und Höh'n:
Zerrissey des Grabes Bande,
Die Weill wieder aufersieh'n!
Der hellang der Osterglocken
Zieht frurch das betrübte Herz
Und schln jauchzendem Frohlockea
VDie Trüwolken niederwärts.
Nun hbas Zweiseln, laßt das Zagen
Und bliapor mit gläub'gem Sinn:
Der einst uns das Kreuz getraçen
Gab auch uns sein Leben hin.
Es dring Liebe heil'ge Flamme
Durch unScelen voller Macht;
Die Lien am Kreuzesstamme
Ist nichtsonst für uns vollbracht!
Wir sp all' das heil'ge Walten
Die Kraß Heren in Wald und Flur,
Und schadas göttliche Entfalten
Der neu achenden Natur.
Es schmüie jungfräuliche Erde
Ein könits Brautgewand,
Und lauvbllt das allmächt'ge „Werde
Gleich Jhören durch das Land. —
Ja, auh'n zu neuem Leben
Wirst dun Herz aus tiefem Weh.
Zu sel'geonne dich erheben
Aus düst Nacht und Winterschnee. J
Es dringtlärend durch die Grüfte
Der Ostene goldner Schein,
Und Lerdng erfüllt die Lüfte.
Wacht auldt uns des Heiles sreu'nt
Mochen⸗ undichou.
Ser Friede vor dem Feste lagert auch über unserem
nnerpolitischen Leben. Die Parlamente sind geschlossen.
ind damit ist das Haupwenlil der Politik abgesiellt. Die
Blätter halten Umschau, was die Parlamente in ihrer letz
en Tagung Erspriehßliches geleistet haben und was die
zchlußtagung nach den Ostersericn noch bringen wird, und
amit ist die Politit in der sogenennten parlanmentslosen
Zeit zum Teil erschöpft. Der Streit um die preußische
Wahlrechtsreform ist freilich trotz der Vertagung des preu—
ßischen Abgeordnetenhauses nicht zur Rtuhe gekommen, und
ꝛs finden auch noch hin und wieder Demonstrations-Ver—
sammlungen start, in deuen die Ueberiragung das Reichs—
tagswahlrecht auf Preußen gefsordert wird. Nach Lage
der Dinge wird man sich jedoch se kühnen Hoffnunger
nicht hingeben können, dcun es st noch eine große Frage,
ob das Herrenhaus die jeligen Vechlusse gutheißen wird,
und darauf kommt es ja vorerst an. Was die Regierung
macht, ob sie nach der Santtionierung der Beschlüsfe drch
das Herrenhaus auch Ja und Amen satßgen und ohne Zu—
stimmung der Nationalltveraten und Feeitonservativen die
arg zerzause Vorlage annetzmen wird, läßt sich vorläufig
nicht mit Bestimmthett sagen, denn der Begrisf einer gro—
ben Mehrheit iit sehr dehnbar und nagelt den preußischen
Ministerprandenten te nesfalls sesi. Es ist ja auch nicht
usgesch ossen, daß die eifrige Kulisscnarbeit schließlich nicht
doch noch vor der nochmaligen Absteimmung im preußischen
Abgeorbnetentaus, die belanntlich am 12 April stattfin—
det, einen Weg zeigen wird, den auch die Nationaluübera-—
en gehen konnen. Ausgeschiofssen ist das nicht, aber im—
merhin sehr uwahrscheinlich. — Unser Reichskanzler hat
die parlamentarischen Osterferien dazu benützt, die lang
verschobene Nomreise auszuführen, um sich auch dem zwei⸗
len Bundesgenossen vorzußellen. Es ist fatal, daß noch
vor der Ankunst des Herrn von Bethmann in Jialien eine
legeltechte Minierkreise ausbrach, denn dadurch ist es dem
ranzler nicht möglich, mit seinem inalienischen Kollegen die
lausenden Fragen zu besprechen, was für eine einheitliche
Politik jedensatls nützltch gewesen wäre. Aber rozdem
deiß man, wie die politischen Verhelmifse nun einmal ir
Italten lienen, wer der kommende Wanu sein wird. Hrn
nlirti Sonninos Voraauger, wird man die Min“
Ostern Weatur und Nolitik.
enn die Cuijheit die Auferstehung ihres Herrn
vegeh dann beeinj Wald und Feld ebenfalls ein an—
deresstleid anzueß denn um Osftern seiert auch die
Natuthre Aufershil In diesem Jahr haben die selt
amerWitterungsectnifse Mutter Nalur zum Winter—⸗
schlafa nicht laͤne he gelassen, denn von einem Win—
ter meFrost un See fann dieses Mal keine Rede
sein. die warma ahlen der Sonne, das Festkleid
Gotiewweiter Narze lieblichen Knospen an Baͤumen
und Fauchern, ie en uns deuich, daß der junge
Leng si kaͤlten vingeserlen, der sich in diesem Jahre
freilichenig jein Jl besiegzt hat, daß die Natur ihr
Ostern ihr Aufistehissest Legangen hat. Mögen auch
noch — winrlickkage ihr ünwefen treiben. der
Sieg bot zugurletgem Frühling.
DiChristen seiedie Auferstehung ihres gekreuzig⸗
ten Hesides, si solg dem Ruf der Kirchenglocken, die
Ostern sithin Kur von dem gewaltigen Erlösungs—
werk ihh Herrrrerlien. An geweihter Stätte wollen
sie ihresErlöse für besreiende Tat danken, sie wol—
len sich is füßn mihren Mitmenschen, sie wollen aus
berusen¶ Mund dasvange ium vernehmen und sich
in dessesiesen inn, ĩ dem Weligecriebe, versenken.
Esbt abr audoch ein Ausferstehungsfest, dem
wir zwiin diem Je etwas naher gekommen sind,
das wisber vch nigeiern können, wir meinen den
Frieden x Vöer unteinander. Die kleinlichen Eifer—
üchteleiamd tivalitä ließen uns dies Osfstern no—
Da: sonrbare Duell.
unischen Urwald — ein stilses vergessenes Grab vrelletc)
anter einem der riesigen Bäume, nach denen er sich so ge—
ehnt. Und seine Mutter daheim — seine Geschwister
Aber die Würfel waren einmal gefallen — Und Jenny?
was würde aus ihr, wenn er blieb? arme Jenny! Abein
er setzte ja doch selbst sein Leben ein, um sie zu retten
und zu gewinnen, mehr konnte er nicht tun, und wenn er
fiel, sie sollte wenigstens seine Erbin sein.
Mit dem Gedanken sprang er wieder empor — die
Zeit war abgelaufen und es fehlten kaum noch zehn Mi—
nuten an der bestimmten Stunde. Aber die Hütte lag
auch nicht mehr weit; schon die nächste Biegung der Stra—
ze, die sich hier bebeutend dem Talgrund zusenkte, brachte
ihn in Sicht derselben, und friedlich wirbelte der blaue
Nauch aus dem Kamin zu den gewaltigen Wipfeln der
Baumwollholzbäume empor, die den Platz umstanden und
damit schon den Beginn der Niederung anzeigten. — —
Aber noch war kein menschliches Wesen zu sehen; sollte
»er Fremde ihn warten lassen, oder etwa gar nacht kom—
nen? Hal! wenn das am Ende nur eine List gewesen, um
hn aus Memphis fortzulocken, und der Amerikaner in—⸗
»essen mit Ienny, die ja ganz in seiner Macht zu sein
schien, die Stadt verließ?
Aber nein — er hatte ihm Unrecht ge?an. Dort trat
er eben unter den Bäumen voe, aus dem Dickicht heraus,
die lange Büchse noch auf der Schulter, die Kugeltasche
an der Seite, und als er ihn bemerkte, wimke er ihm zu
und schritt dann langsam gegen das Haus heran.
„Ihr seid pünktlich, Fremder,“ redete er ihn an, als
ie dort zusammentrasen — „die Sonne steht genau im
Mittag, und wir lönnen nun in aller Bequemlichkeit an
die Arbeit gehen.
„Haben wir Zeugen?“ fragte Ralfson.
„Zeugen? wozu?“ sagte der Amerikaner — ‚was wil
miteinander abzumachen haben, geht niemanden weiter et⸗
was an. Ehrlich Spiel, weiter verlangen wir beide nichts
und um auf das zu sehen, sind wir auch selber Manns
genug. Ihr fürchtet doch nicht etwa einen Hinterhalt?“
„Ich fürchte gar nichts,“ sagte Ralfson finster — —
‚macht ein Ende, daß wir endlich zum Ziel kommen.“
„Ihr werdet wohl schon ungeduldig?“ lachte der Ame—
ilaner; „ich habe gar nicht geglaubt, daß Ihr Englünder
o viel Feuer hättet. Nun, nun, ich will Euch nicht lange
varten lassen — alles in Ordnung, Bentley?“ rief er dann
Er s sich Tinte u Feder geben, Papier mit Kou—
»erten Jer in seinerceftasche; et schrieb nicht viel.
„Sg ich vielleicht gehalten fein heute zurückzu⸗
ommenhgte er zum ner, „da es möglich ist, daß
ich einephzerr Reise NLand' hinein mache, fo selen
Sie so Jund geben diesen Brief auf die Post
hier dagld als Depon für unfern Aufenthect hier,
damit ficht zu kurz iment Vielletcht bin ich zuch
sehr balleder da.“
Gerftte er Jenmoch einmel gesehen, aber es
war befss. Wunderbalaßz sie den Mann, vor dessen
Ankunft sich gefürchtenit ihren Armen um' An
und an im Halse hin Er biß die Zähne sest auf⸗
einander] ariff seine e Büchse auf“ das alna so
nicht läte einer vonen nie das Feld räumen
und je bie Entscheidt fiel, desio besser. Er konnte
diesen nicht mehr ragen.
Seitgchen ließ er ug, er nahm nichts mit sich
als seinchse und Kussche und schrit dann, da
kaum einbe Stunde dgaufen war, an den äußern
Rand deuffs, um hie einden. Kugellauf über den
Strom aueßen und dafrisch zu laden. Der Schutz
wan schoige Tage darund er fuhr⸗ sich nicht so—
chet. daffeuern würde das besorgt, woben er den
Puivey al mit besom, Genauigkeit abgemessen,
fchritt er de Stadt zurüum sich langsam Hach dem
bestmmteanz zu begeben Bentleys Cabin erfrug er
auch in It leicht; der Mamn schien in der gan⸗
aen Skadunt und man es ibn aun i
Es blin übrig Zeit. angsam schlenderte er den
Weg hinau ihn bald zur aͤusgebrannten Blodhutte
zrachte, ur in Sicht dilben lagerte er sich am
Wege, unten Baum Eiochte auch nicht zu früy
ꝛintreffen ing indessen sen Gedaͤnken nach.
Also war es un ihm gekommeun — das
ollte ein Eines fröhlichemerikamischen Jagdzuges
nerden — weikampf aufhen und Tod im ameri—
üt zwei Beilagen.
sonntagsblatt und Bumorisfische Blätter.
Reklamen
30 4 pro Zspaltige Petitzeile
Redaktion, Druck und Verlag von M Unterkeller Dudweiler
Bei Jahres-Abonnement höchster Rabatt.
Aα
rasnoent chaft wohl schwerlich streitig machen können, selbsi
venn vorher noch ein radikales Ministerrum die Geschäjte
ühren sollte. Herr von Bethmann-Hollweg wird also
rotzdem wissen, was er zu un hat. Wenn man von
em unguünstigen Zufall der Minißeckrise absehen will, so
äßt sich nicht berlennen, daß maser Kanzler in Rom über,
us sfreundlich enpuangen wurde. Inzvesondere war es
ie italienische Prege, die sich in herztichen Vegrüßungs—
artikeln überbot. Dieser freundliche Willkomm ijsit zugreich
eine Kundgebung für den Dreibund. Es ist somit begrün⸗
deie Aussicht vorhanden, daß das Verhälinis der Drei—
bundmächte untereinander fürderhin von der alten Innig—
leit wieder beseelt sen wird, die zur Ergaltung des Wel—
friedens eine unerlaßliche Notwendigkeit int
Die vergangene Woche hat aber auch noch ein wei—
eres ersreuliches Ereignis gezeitigt, namtich die Wieder—
yerstellung der früheren freunoschaselichen Beziehungen zwi—
chen Oesterreich und Rußland. Wenn man die Vorge—
chhichte des öfsterreichtsch russischen Ausgleichs an eht, dann
at Graf Aehcenthal nen neuen Ersolg errungen. Is—
oolsti woilte, nachdem vorher eine Vereinbarung mit Eng—
and zustande gelkommen war, auch Oesterreich auf die Ver—
richtung einer Aufrechterhaltung des Status quo im Bal—
ran gçgewinnen. Aliein dieser Vorschlag wurde in dem
äblichen Höslichkeitsstile der Diplomatie als entbehrlich ab—
gesehnt, da diese Absichten ja auf österreichischer Seite nicht
bestünden; aber damit war auch die Form einer interna—
tionalen Vereinbarung gesallen. Oesterreich hat also in
allen diesen Fragen jrese Hand; jedenfalls hat es gezeigt,
daß es sich nicht auf „etwas Geschriebenes“, wie es in der
Respektbezeichnung des Landvoltes heißt, einlassen will.
Das ist deutlich sür den, der zwischen den Zeilen zu lesen
versteht; es zeigt, daß Oesterreich sich Rußland gegenüber
n der überlegeneren Position fühlt.
Die unersreulichen Vorkommnisse in Ungarn, bei
denen zwei Minsster von Abgeordneten der Justhpartei
verwundet wurden, haben berechtigten Unwillen im Lande
jervorgerufen und kann der Mission des Grasen Khuen,
durch Neuwahlen die unhaltbare Krise zu entwirren, nur
förderlich sein. Die Neuwahlen sorlen schon nahe bevor—
tehen. Die Aussichten sind einer Regierungsmehrheit gün—
tiger denn je und so ist denn zu erwarten, daß die leidige
Situation, an der der ungarische Staatskörper schon lange
rankt, endlich einer arbeitssrohen Epoche Platz machen
wird. Es ist jedenfalls auch die höchste Zeit, den Krebs—
schaden auszumerzen.
Auf dem Balkan geht es immer moderner zu. Nach
dem der neugebackene bulgarische Zar bei Väterchen Niko—
aus in Peiersburg war, hat er jetzt auch am goldenen
dorn seinen Besuch abgestattet. Der Sultan und das
Lolt sollen ihn recht herzlich empfangen haven, was man
illerdings vor einigen Monaten noch für unmöglich ge⸗
zalten haben würde. Die Zeiten sind halt veränderlich. —
Konig Peter von Serbien hat sich gleichfalls in die
Fremde gewagt und zwar vorerst nach Petersburg, wo er
dem Herrscher aller Reußen seine Balkanpläne auseinan
dergesetzt haben wird. Von da geht er nach Konstantino—
pel, um auch Mohnmed 5. seine Aufwartung zu machen
Nach alledem scheint es, daß Rußland auf dem Baltkan
tach wie vor „dabei sein“ will!
In England ist die Verfassungskrise nach den Neu—
wahlen keineswegs beseitigt, die Wähler sollen vielmehr
in der nächsten Zeit wiederum an die Wahlurne gerufen
verden, um ihr endgültiges Wort zu sprechen, ob ein libe—
ales oder konservatives Kabinett die Geschicke Albions
enken soll. Damit wicd auch gleichzeitig die Entscheidung
arüber fallen müssen, ob das klassische Land des Frei—
sandels den Schrtzzoll einführen wird, oder ob es beim
Ilten verbleibt. Wie die Würsfel entscheiden werden, läß
äch vorläufig nicht sagen, jedenfalls gibt es aber wieder
ein heißes Gefecht zwischen den wideritreitenden Parteien.
Gronze Deutschlands entgegenfahren. Rooseveilt wird vor—
au?esichtlich schon am Tage seiner Ankunft vom Kaiser em—
pfangen werden. Für die Festsetzung des Zeitpunktes der
Ankunft des ehemaligen Präsidenten der nordamerikanischen
Union dürfte der Wunsch des Kaisers maßgebend sein,
ihn noch vor Pfingsten bei sich zu hen.
* Der Gesandte a. D. Raschdau behandelt in der
Tägl. Rdisch.“ die Frage des Suez-Kanal-Bertrages,
ne nach seiner Auffassung in der deuischen Presse und in
dem drutschen Parlament nicht genügend beachtet worden
zei. Da Deutschland auch mit Kapital beteiligt sei, so
önne man es nur als sein gutes Recht betrachzen, wenn
s auch Einsuß auszuüben suche, ohne sich dabei in die
Lerwaltung Aegoptens durch England einzumischen. Aber
der Suez Kanai-Verrrag lege die Gebühren von 8 Mark
für die Tonne auf weitere 100 Jahre jest. Das sei im—
nerhin für den Handel eine Frage von ernster Bedeutung.
Die Suez-Kanal-Gesellschaft verleile eine Dipvidende von
20 bis 25 Prozent. Wenn sie die Nachricht verbreite, daß
die hohe Dividende ançesordert werde, weil ein Parallel—
anal gebaut werden solle, so sei dies sicher unzutreffend.
ẽ ng!and könne unmöglich in einer Wahrnehmung der deut—
chen Inte essen eine Unfreundlichkeit erbliclen, weil die
zuez⸗Kanalfrage éleichbedentend sei mit der Frage der
ZchissahrsSabgabien
Rußlano
*In Sarskoje Sielo fand zu Ehren des Königs Weter
»on Serbien ein Festmahl statt. Trints sprüche wurden
auch gewechselt. Dabei gedachte der Zar der ruhm-—
re ichen Geschichte Serbiens uns trank auf das Wohl
Serbiens und seines Königs. König Peter hob in einer
Antwort hervor, daß er nach alter Tradition zuerst die
lawische Malestät besuche. Die Trinksprüche machen den
Eindruck einer russischsserbischen Berbrüde
rung!
* Wie allgemein erwartet, ist vor einigen Tagen der
Führer der Okobristen Alexander Gutschew als Nach—
folgz Chomjakowes, zum Präsidenten der
Duma gewählt worden. Gutschow erchielt 221 Süm
2
der tie ue
nen gegen 68. Durch diese Wahl wird vielleicht eine
beesöhnung zwischen der Oktobristenpartei und der Regie—
ung statifinden, denn Gutschow ist eigentlich ein konfer—⸗
datirver Mann.
*Gutschkow teilte nach der Rücklehr aus Zarstkoje
Sselo mit, daß er teine Besorgnisse für die Duma hege,
erweigerte jedoch nähere Mitteilungen über den Verlauf
der Audienz beim Zaren. Man zieht hieraus den Schluß.
daß der Empfang nicht sonderlich gnädig war.
Dtalien.
*Giolitti ist auf Verlangen des Königs in Rom ein
zetroßsen. Er hat nach einer Information der „Tribuna“
den Entschluß ausgedrückt, keinen Auftrag zur Kabinetts—
bildung anzunehmen. Er habe auch bestritten, daß in der
gegenwaärtigen Kammer feine Partei das Uebergewicht
habe. Manche wollen wissen, daß er dem Könige ein um—
gebildetes Ministerium Son rino empfoblen habe, dem Tit—
tonis Mitwirlung sicher sei. Die entschiedene Abneigung
der Giolitti⸗-Partei, der Fortichrittlichen und der gesamten
duloig; ato good-bye, alter Junge — wenn ich heute
nicht wieder hier vorbeikommen sollte —“
„Schon gut, Bill, keine Redensarten weiter — weiß
alles,“ nidte ihm der Alte zu — „wer's nicht anders ha⸗
en will, muß eben so schlafen, wie er sich bettet“
.Und wollt Ihr nicht mitgehen?“ —
„Danke schön,“ lachte der Alte — „befinde mich hier
serade nahe genug zu der Geschichte und will zu meiner
druke bleiben, daß der nicht am Ende auch noch ein Un⸗
lück gechieht.“
Damit nickte er den beiden Männern zu und trat,
hne sich weiter um sie zu bekümmern, in sein Haus zu—
rück; der Amerikaner aber schien ebenfalls keine Ausein⸗
mdersetzung mehr für nötig zu halten, und mit den Wor⸗
en: „Kommt, Fremder!“ warf er seine Büchse wieder auf
die Schulter und schritt ernst und schweigend tieser in den
Vald hinein.
Ralfson folgte ihm; es war ein unheimlicher Gang,
aber die Zähne fest auseinander gebissen, die Brauen zu—
ammengezogen, ging er düster hinter dem Feinde drein
is sie durch das Dickicht eine kleine Wadblöße erlannten,
oo früher einmal eine Farm oder wenigstens eine Hütte
ind währscheinlich urbar gemachtes Feld gelegen haben
nußte. Die zusammengebrochenen Balken der Logcabin
oaren noch zu sehen, das frühere Feld fing aber schon
oieder an, zu dem Waldboden, dem es damals entrissen,
urüctzukehren. Junge Schößlinge trieben allerorts aus
em Boden heraus, und wenn nicht bald des Menschen
zand ihnen Einhalt tat, so stand hier in wenigen Jah—
en anstatt der offenen Fläche ein Dickicht, viel verwach—
ener, als es je der Urwald hervorgebracht denn Licht
ind Regen wirkten gleich ungehindert auf das Wachstum
er jungen Pflanzen ein. nd
Die Lichtung mochte etwa vierzig Schritt breit und eeilgen we
echzig lang sein; und da die Sonne jetzt hoch stand und ale oder be.
ie Bäume an beiden Rändern Schatten gaben, so eig- anmelden.
jete sich der Platz, wie Ralfson im stillen dachte, ganzuspruch bittet
»ortrefflich für einen sicheren und ungehinderten SchuWaldurg
nbet Dur ο , A te Sere zu
immen. Ueber die Art sot Tanzlehrer.
iel gehört
Volitische Ruudschauts
Deutsches Reich.
x* Nicht am 9., sondern am 10. Mai wird Theodor
Koosevelt in Berlin ankommen. Mitglieder der ainerika—
nischen diplomatischen Vertretung in Berlin und der ame—
anischen Preise werden ihm, wie man hört, bis zur
gegen die Hütte zu, in deren Tür jetzt ein alter welkß
haariger Backwoodsman erschien, der, seine lurze Pfeife
im Munde, auf der Schwelle derselben stehen blieb.
„Hallo Bors!“ rief dieser, indem er den beiden sreund—
lich zunickte, „soll's losgehen? ja, Bill, alles in Ordnung
und komfortabel eingerichtet, wird Euch gefallen. Ist aber
doch eigens lich eine verfluchte Idee —
„Läßt sich aber nicht anders machen, Bentley.“
„Na, mir kanns recht sein; aber ehe Ihr daran geht,
wie wär's mit einem Schluck Whiskey, heẽ Whisley kann
man nie besser gebrauchen als zu solcher Zeit.“
„Welchen bei der Hand, Bentlep?“ fragte der Ameri—
kane!
„Immer, mein Junge, immer,“ lachte der alte Mann,
„g'aubt Ihr, ich würde hier in der ewigen Waldung wie
ein Holzbsock ohne Whiskey sitzen? Kann gar nicht vor—
omsmen. Da, trinkt einen tüchtigen Schluck, das wird
Euch beiden gut tun, und wenn die Geschichte vorühber
ist — ich hör's ja hier — komm ich hinüber und bring
Euch mehr.“
Damit nahm er eine neben der Tür stehende Kruke
ind einen Blechbecher auf, füllte den letzteren halb voll
und reichte ihn zuerst dem Fremden.
„Ich dank Euch,“ sagte Ralffon, „ich bin kein Freund
von spiritucsen Getränken.“
„Ich auch nicht,“ lachte der Alte gutmütig — „ich
'ann ste nicht im Becher sehen — darum trink ich sie im—
ner gleich hinunter, denn seinen Feind muß man vernich—
en; also ziert Euch nicht länger, Fremder, glaubt mir, es
wird Euch gut tun. — Wer weiß, wann Ihr wieder so
einen Tropfen besommt; es ist echter Monongahela.“
Der Trank war so gutmütig geboten, daß ihn Ralf—
'on nicht ganz verweigern mochte; er nahm den Becher
md trank einen Schluck, gab aber das Uebhrige zurück. Der
alte Bentley lachte.
„Nippt daran wie ein Jüngferchen,“ sagte er, in den
Becher hineinsehend, „ein Sperling hätte mehr Schaden
angerichtet. Na, Bill, wie ist's? Ihr verschmäht doch die
Bwottesgabe nicht??
„Nein, Bentley, sagte der Amerikaned, den Becher
ehmend und auf einen Zug leerend — „ah, der ist wirk⸗
ich vorticeiflich und schlägt die Hitze ein wen'g nieder
enn die Sonne brennt tüchtig — aber jetzt müssen wir
ort, denn mein Bamerad anice p —umge
Ne