Full text : Dudweiler Zeitung

stummer 101.
wostschließfach Nr. 38.

Dienstag, den 3. Mai 10910. 23. Jahrgang.
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Ein int'mes Wild von Moosevelt aeseen setost Es war eg 8gh, an — aller⸗
eury Beach Necdham, ein naher Freund des hlech este Wetter herrschie; Eis. Regen und Sehnee hat⸗
hnet Henury B ach n Magagine“.“ Er veginnt mu en die Wege aufseweicht und der Wind pfiff rauh und
prasidenten. in eeon ed t ee it. Fruh morgens ritt Roosevelt vom Weißen Haus
e huübschen Rindheitsgeschichle, die in ded enen Terppy Irtkeund gegen Mittag war er wieder a: er hatte hun—
i Valer des Mannes“ zeigt. Sein Vater war t * z I
hon den „Ba— ert entische Meilen zurückgelegt. Das war seine einzige
ner langen Reise aufgebrochen und hatie von dem hroee hun zit die Bn lonen
en mit den Worten Aoschied genonimen, er solle sich eee
e nuer kuümniern. Als „Ted“ abends sein Gebet sagte,
ter den lieben Gott, doch auf den Vater auszupassen,
in ferne Gegenden uͤegangen sei, und fuhr dann wei⸗
—8 Mutter, lieber Gott, — da will ich mich
on selbst tummern“. Verantwortlichteitsgefühl und Selbst—⸗
rauen lebten also schon in der Seele des Knaben, in
sen schwachem Körver ein starker Geist wohnte. Früh
ußte er, der ewig leidend war, den Kampf um Gesund⸗
n ind Kraft beginnen, und er hat ihn so siegreich ge—
rt. daß aus dem schwächlichen Kinde ein ungewöhnlich
fer Mann geworden ist. Als er auf die Harvard⸗Uni⸗
asität kam, war er in körperlicher Hinsicht noch ziemlich
ientwickelt, aber dafür von hoher geistiger Regsambei
d einem nie ermattenden Enthusiasmus erfüllt. Nie—
ind vermochte ihm damals seine große Zukunft voraus—
saͤgen. „Am deutlichsten erinnere ich mich an seine Licbe
Maturgelchichle“, erzahlt einer seiner Klassengenossen,
jetzt Eisenbahnpräsident ist. „Er war einer von denen,
mmer KRäfer und Schlangen und anderes lebendes
eug um sich haben. Aber er war einer von denen, an
e ich zuletzt gedacht haͤtte, wenn ich jemandem eine große
rut' hätte vorher sagen sollen. Hätte ich damaßs
berhaupt prophezeien wollen, so würde ich höchstens ge—
gi haben, Roosevelt könnte eines Tages an der Spitze
Sachfonian Instituts für Natucwissenschaften stehen“
tudieren war seine Hauptleidenschaft. „Er konnte in
jen Raum kommen, voll von Kameraden“, so erzaͤhlt
aunderer Klassengenosse, „sie alle herzlich begrüßen,
un ein Buch nehmen und für die Welt, tot sein. Man
te neben ihm eine Kanone abfeuern können, und er
irde nicht aufgeblickt haben.“ Diese bewundernswerte
nzentration seines Geistes ist Roosevelt in seiner amt⸗
hen Laufbahn von hohem Nutzen gewesen. Als er Po—
eichef von New-Yort war, erledigle er seine tägliche
rrespondenz und suhr dann in einem Zuge fort, an
iner großen Biographie Oliver Cromwells zu diktieren.
sopfte es mitten im Diktat an die Tür, dann rief Roose⸗
ir „Herein!“ nahm iede, Meldung mit der größten Auf—
erksamkeit entgegen, iraf seine Anordnungen und fuhr
un ohne einen Moment des Zögerns fort, das Leben
id die Talen des englischen Diktators zu analysieren.
eine unermüdliche Arbeitskraft und Ausdauer ist es, die
hm den Namen der „wundervollsten menschlichen Arbeits—
iaschine seines Zeitalters“ eingetragen hat. Stetige an—
espannte Tätigkelt war das Leitmotiv seiner siebenjähri⸗
en Präsidentenschaft, mit der zugleich eine ausgebreitete
seschäftigung als Schriftsteller Hand in Hand ging- So
atie er z. B., bevor er am 4. März 1909 das Weiße
daus verließ, bereits die Vorlesung ausgearbeitet, die er
emnächst an der Universität Orford halten wird. Die
Erklarung für diese kolossale Leistungsfähigkeit liegt haupt—
ächlich in der unaufhörlichen Stählung und Trainierung
eines Körpers. Sein Essen und Schlafen ebenso wie seine
iglichen Uebungen vollziehen sich Tag für Tag mit der
llergrößten Regelmäßigteit. „Dem Präsidenten“, sagte sein
amaliger Kriegsminister Taft, „ist sein tägliches Training
ur Vorbereitung für seine Pflichten als Präsident ebenso
vichtig wie sein tägliches Frühstück.“ Roosevelt trinkt nie
wein und hat niemals-in seinem Leben geraucht. Sein
nziges Stimulanzmittel sind seine körperlichen Uebungen,
ie ihm Hunger machen, seine Nerven beruhigen, seinen
villen siählen. Die zähe Ausdauer, die er selbst besitzt,
erlangt er auch von anderen. Das mußten einmal die
ffiziere des Generalstabs der amerikanischen Armee er—
ahren. Der Präsident fand, daß sie sich nicht genügend
zewegung machten, und so ordnete er an, sie sollten in—
rhalb einer bestimmten Zeit an drei aufeinanderfolgen—
en Tagen 90 englische Meilen reiten, 30 Meilen an den
rag. Ein Sturm der Entrüstung wurde damit entfesselt.
auptfächlich die Frauen der Ofssiziere klagten den Präsi—
»nien an, er seze das Leben ihrer Männer aufs Spiel,
Ran solche Ritte nicht mehr gewöhnt seien. Der Präsi—
rut sagte nichts; die Offiziere machten ihren Ritt, ohne
perNaundem dabei etwas passierte. Dann aber n
ů εσ—

Redaktlien, Druck und Verlag von J Unterkeller Dudweiler.

Bei Jahres⸗Abonnement hochster Rabati.

machten der Lords vorgenommen werden musse, worau
der Inhalt der bekannten Resolution folgt. Diese Vor
ede ftellt eine Konzession an den rechten Flügel des Ka
inetts dar und wirkt, da sie gewissermaßen eine Ent
chuldigung für die Beschränkung des Vetos ist, abschwä
hend. Die „Daily News“ hebt hervor, daß damit der
Janzen Bill ein temporärer Charakter gegeben wird; e⸗
wird die Einschränkung des Vetos gleichsam nur vorläu
fig eingeführt. Vor allem kann sich Herr Balsour, wenn
ex später zur Regierung kommt, darauf berusen, daß di
Liberalen selbst die Maßregel nicht als dauernd betrachte
haben, und kann sie wieder abschaffen, während das Her
Immen sonst fordert, daß Verfafsungsänderungen, auch
venn sie von den Gegnern gemacht worden sind, bindens
bleiben. Die konservative Presse, voran die „Times“ sprich
ich gegen die Bill unverhüllt feindselig aus. Ihre Sprach—
zeutet auf unbedinate Ablehnung im Oberhaͤnse.

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gegen den Kapitalismus. Die agesordnuang verlang
die Einführung des Achtstundentages, heien Schulunter
richt, verwirft aber alle Gewastmaßregeln und erkenn
nur das Stimmrecht als »Rittel zum Zweck an.
—s — — ——
Der Kampf im Vaugewerbe.
Frankfurt, 2. Mai. Seute Vormittag versammelten
ich die ausgesperrlen Maurer, Zimmerer und Bauhilfsar
zeiter im großen Saal des Kausmännischen Vereins, um
inen Bericht über die Lage der Bewegung entgegenzuneh
nen. Der Geschäftssührer der Zimmerleute, Ege, macht
inige Mitteinungen über den Versuch, Unterhandlungen
inzuͤleiten, die aber insolge des Verhaltens der Arbeit
Jeber gescheitert seen Auf die Auregung von Dr. Hilb
der-Frantfurt hat der Vorstand des Deutschen Arbeitge.
herbundes für das Baugewerbe eine Zuschrift an das
Zewerbegericht gelangen lassen, in der es heißt. daß die
dem Verband angeschlossenen Verbände nicht in der Lag«
seien, Tarifverträge mit örtlichen Arbeiterorganisationen
Iabzuschließen
Fulda, 2. Mai. Heute wurden hier über 200 Mau
rer a4usgesperrt.
Karlsruhe, 2. Mai. Bisher war die völlige Schließ
uing der Baugeschäfte nur in Mannheim durchge
ührt, während der badische Landesverband der bauge
verblichen Arbeitgeber lediglich die organisierten Arbeite
ussperrte. Da versucht worden sein soll, organißerte Ar
Heiter als nichtorganifierte in Geschäften unterzubringen
im die Unterstützungskassen der Arbeiter zu entlasten, ha
ine in Offenburg abgehaltene Delegiertenlonferen
der Arbeitgeber am Samstag beschlossen, daß die Aus
perrung eine schärfere sein und vom 7. Mai ab saͤmtlich
Neubauten stillgelegt und nur die dringendsten Reparatur
uind Motstandsarhesten ausgeführt werden sollen.
— —
Die Unruhen in Albanien.
Belgrad, 2. Mai. „Politika“ fährt fort, die Ve
hauptung aufzustellen, daß die albanesischen Unruhen vor
zste reichischen Agenten angestistet worden sind. Man wisse
etzt, wer voriges Jahr die auf der österreichischen Seits
nahe dem Sandschak Novibazar belegenen Gewehr-Depoté
beraubt habe.
Saloniki, 2. Mai. Die Aufstands-Bewegung ir
Nordalbanien kann als erloschen betrachtet werden infolg
der empfindlichen Niederlage, welche die Arnauten be
Zatschani erlitten haben, haben sich die meisten Rebellen
anden aufgelöst. Mehrere angesehene Arnautenführer sim
rach Konflantinopel abgereist, um die Vermittelung de
ilbaͤnesischen Deputierten anzurufen und um bei der Pfort.
vegen Anmeslierung der gesfangenen Albanesen und de
am meisten kompromittierten Füͤhrer nachzusuchen.
Konstantinopel, 2. Mai. Außer dem Finanzmini
ster Dschavid Bey hat auch der Minister des Innern sein
Demission eingereicht. Die Demission Dschavid Beys ha
angesichts der verworrenen Lage in Albanien Ueberrasch
ung hervorgerufen und man erklärt in parlamentarischen
Kreisen die Aufrechterhaltung der Demission sür unmög
lich. Auf alle Fälle müsse versucht werden, Dichavid Ber
von seinem Entschlusse abzubringen.
Ueskueb, 2. Mai. Auf der Verfolgung der zurüch
weichenden Arnauten trafen die türkischen Truppen bei Kal
schanik mit der Hauptmacht der dort konzentrierten Rebel!
len zusammen. Die Arnauten leisteten harmäckigen Wi
derstaͤnd, mußten jedoch schließlich mit großen Verluste
zurückziehen. Sie verloren zwei Geschütze, eine Meng
Munition und Proviant. Bei dem Dorse Kabasch ha
gleichfalls ein Kampf stattgesunden, der mit der völlige⸗
Vernichtung der Albanesen endete.
Gerichtszeitung.
H. Prozetz Jünemann. Der Friseur Jünemann in
terlin, der in der ersten Schwurgerichtsverhandlung im
Fanuar wegen Ermordung feiner Geliebten, der Verkäu
erin Rakowski zum Tode verurteilt worden war, wurd
nfsolge Aufhebung des Urteils durch das Reichsgericht vor
oen Geschworenen desselben Serichts unter Zubilligung
nildernder Umftände des Totschlags in Verbindung mi
Diebstahl für schuldig befunden und zu 5 Jahren 8 Mo
naten Gefängnis und Vahren Ehrperluft verurtei

Koloniales.
*Die Kolonie gegen den Staatasekre
äer. Der Landesrat von Deutsch-Südwestafrika hat na«
iner der „Deutschen Tagesztg.“ zugegangenen Windhuke
depesche beschlossen, das Kolonialamt um telegraphisch
Mitteilung des neuen Vertrages mit der Kolonialgesell
chaft zu ersuchen. Die Landabtretung ohne Bergrechte se
vertlos, da sie zweifellos erfolgt sei, um der Besteuer
ing zu entgehen. Weiter heißt es in dem Telegramm
Wir schieben dem Staatssekretär die Verantwortung zu
alls durch unnötige Uebereilung des Vertragsabschlusses
hne Anhörung des Landesrats der Fiskus Schaden er—
eidet. Verbesserungen sind zweifellos möglich. Der Lan
esrat ist zu wirksamen Einzelvorschlägen nach Kenntnis
lahme des Vertragsentwurfs bereit. Wir protestieren ge
en die Ausschaltung des hiesigen Schiedsgerichts (8 1
es Februar-April-Vertrages 1909) und des hiesigen Ober
gerichts zugunsten dortiger Schiedsgerichte mit landfrem
der Besetzuung ohne Garantien erschöpfender Insormatic
nen durch das Kolonialamt

ασ
Die Maifeier.
Berlin, 2. Mai. Die sozialdemokratische Maifeier i.
Berlin hat sich im Rahmen der früheren Jahre abge
spielt und keine bemerkenswerten Zwischenfälle gezeitigt
Fin kleiner Demonstrationszug, der sich im Anschluß ar
die Versammlung in der Luckauerstraße entwickelte und sick
um Alexanderplatz bewegte, wurde auseinandergeirieben
berhastungen wurden nicht vorgenommen. Im Reich sint
ie Maiseier-Veranstaltungen ebenfalls allgemein ruhit
erlausen. — In Könn fand auf dem rechten Rheinuse:
ine Versammlung unter freiem Himmel statt, ebenso ir
Nünchen, wo von einer rasch improvisierten Reduertribün
serab Ansprachen gehalten wurden. Straßenumzüne wa
den u. a. in Mainz, Mannheim und Chemunitz veranstal
tet, wobei die Polizei sich völlig zurückhielt. Einige un
erhebliche Zwischenfälle ereigneten sich in Breslau und
Magdeburg, wo Verhaftungen vorgenommen wurden.
Paris, 2. Mai. Wie in der Hauptstadt selbst, so
berlief die Maifeier auch in der Provinz im Großen und
Ganzen ohne besondere Störungen. In Paris selbi
verkündeten am frühen Morgen Extrablätter der „Fuma
nitee“ den einzelnen Arbeiterverbänden, daß die Polizei
Präfektur die strengsten Maßregeln gegen Ruhestörungen ge
roffen habe. Es ist denn auch in Paris zu leinen Ruhe
störungen gekommen, abgesehen von kleinen Zwischenfäl
len. — Auch der Abend verlief ohne Zwischenfälle. Ins
gesamt wurden nur 8 Verhaftungen vorgenommen, welch—
iber wohl auch andere Ursachen als die Maifeier haben.
Genf, 2. Mai. Gestern kam es zu einer Maifeier—
dundgebung. Anarchisten versuchten einen Umzug. Gem
darmen verhinderten dies jedoch. Darauf warfen die De—
monstranten eine Anzahl Fenster ein. Einige Personen
vurden verletzt, mehrere Verhaftungen vorgenommen.
London, 2. Mai. Gestern Nachmittag durchzogen ea
O 000 Kundgeber die Straßen der Stadt. Der Zug be
vegte sich nach dem Hyde-Park, wo zahlreiche Redner An
prachen hielten, darunter John Burns. Es wurde eir
Zeschluß angenommen, der sich durch einen gemäßigter
don auszeichnet. In ihm werden die übrigen europäischen
Benossen aufaefordert nicht na zulgssen im Widerstande

Das rege Interesse, welches meine Kundschaft den

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—A *vonoht mich, dieselben bis

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zu verlängern. Neue Sendungen in verschiedenen Abteilungen sind
eingetroffen.
ehel ssonr 77 He Taäanute
—V—— Dudwesle m
—680 —E— 9 —9 9 Bey —“1 Eh am Markt.
            
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